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1 (1857)
Entstehung
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samkeit des Lebens, in gewissenhafter Beachtung der Regel und betGesetzes leuchteten sic stets Allen als Muster voran. Wenn die Ko»,thnre an der Etsch von ihrem Landkomthur Ludwig von Weindingim Jahre 1308 rühmen, „er sei den Fürsten und Bischöfen desLandes, wie nicht minder allen Brüdern der Ballei lieb und weilster habe dem Orden manche neue Freiheit erworben, der Ballei stetsehrlich so wohlgethan, daß sie in vielen Jahren an Gut und geist-licher Zucht nie so wohl dagestanden und alle Fürsten seien ist»stets hold und gnädig gewesen"^), so könnten wir von andern Ach,-licheS und Gleiches hören. Die hohe, frische Blüthe des Ordens,sein erfreuliches Gedeihen in allen Gauen Deutschlands waren i»früherer Zeit vornehmlich auch Verdienste der Landkomthnre.

Anders freilich fast überall mehr oder minder im Verlaufe desI.Otcn Jahrhunderts. Da mehren sich in den Ballcicn die Klage»über die Vcrwaltungsweise der Landkomthnre von Jahrzehnt z»Jahrzehnt. Und nirgends wiederholten sie sich häufiger und nirgendswaren so oft ernste und scharfe Vermahnungen nothwendig, als i»den hochmeisterlichen Kammer-Ballcien Koblenz und an der Etstbald über des Landkomthnrs „vcrspöttliches und verderbliches Leben",über sein schlechtes Regiment, wüstes Wesen, Versäumnis; seine,Pflichten in der Verwaltung und im Gottesdienste, bald über seine»ärgerlichen, unehrbaren Wandel und den zwischen ihm und den-Or-densbrüdern herrschenden Unfrieden, bald auch über seine Wider-spänstigkeit gegen die ihm von den Visitirern vorgeschriebenen An-ordnungen. Es fehlte selbst nicht an Anklagen wegen Betrüger«durch falsche Briefe, wegen Unterschleife im Weinhandel, heimlicherVerkaufe und anderer eigennütziger Umtriebe. Meldete man dcheinst dem Hochmeister sogar einen vcrrätherischen Plan, durch dessenAusführung der Komthnr von Koblenz sich und seine ganze Balleivom Hochmeister und dem Kammerverbande loszureißen suchte. Tpfen solche Anklagen immerhin auch nur einzelne Persönlichkeiten, seblieben es doch starke Schatten, die das früherhin so lichte Bild desOrdens immer mehr verdunkelten und die Laienwelt sah mit Aerger-niß auf solche Erscheinungen hin. Aehnliche Klagen kamen wohl hieund da zwar auch dem Deutschmeister ans seinen Balleien, jedchungleich seltener zu.

') Oder von Windingcn, wie wir ihn auch zuweilen geschrieben finden.

0 Schreiben der Kemthnre an der Etsch vom I. 1308 im Archiv z»nigsbcrg.