Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

denshaus zu Frankfurt mit einem Güterumfang begabt da, daß „manihn", wie der Geschichtschreiber Frankfurts sagt, „einer Grafschaftgleich zu schätzen pflegte" ').

Nordwärts von Augsburg, da wo man einst auf einer Berg-höhe das alte Stammhaus der Wittelsbacher erblickte, begegnete manschon in der ersten Hälfte des 13ten Jahrhunderts, gewiß wenigstensschon vor dem Jahre 1249, der Komthurei zu Aichach^). DieZeit der Gründung dieses Ordenshauses, welches damals bereitseinen Convent hatte, ist bis jetzt noch unbekannt und ebenso seinGründer^). Vermehrt wurde sein Besitz unter andern auch durchden Ritter Lutold von Schildberg, der ihm (1254) zum Heil seinerSeele drei seiner Höfe schenkte^). Seinem Beispiele folgte nachmals(1268) auch der Ritter Marquard von Wilenbach dnrch eine Schen-kung seines Gutes zu Ober-Wilenbach °). Jndeß gelangte diese Kom-thurei nie zu bedeutendem Besitz, weshalb wir sie auch meist miteiner andern, nur eine Stunde von Aichach entfernt liegenden unterder Verwaltung eines Komthurs vereinigt finden.

Dies war die Komthurei zu Blumenthal, nach alten Nach-richten schon vor dem Jahre 1240 gegründet und durch Schenkungenund Ankäufe von nahen Unterthanen mit so viel Besitz begabt, daßdas Haus einen Convent unterhalten konnte. Unklar aber und zubezweifeln ist es, wenn wir hören, daß Graf Berthold von Schild-berg, Marschall der Herzoge Ludwig und Heinrich von Bayern, dasdortige Haus von diesen Fürsten im Jahre 1254 zum Geschenk er-halten und im nächsten Jahre dem Orden überwiesen habe°). Sicherist, daß schon im Jahre 1296 die beiden Komthureien zu Aichachund Blumenthal unter der Verwaltung eines und desselben Komthurs

') Kirchner I. 234.

0 Bei I-ang IV. 740 heißt es beim I. 1210: Imäovious üux Lavarineäouat Hosjütali leutouicorum milltlas 8. Llarrae Olrsros. in xartr1>u8 nltrs-umrinis evolssiam ^loliaoli.

0 Im I. 1250 finden wir schon einen Komthnr in Aichach. Im 1.1218ertheilt ihm auch bereits Jnnocenz IV. die Erlaubniß, während eines Jnterdictsbei verschlossenen Thüren Gottesdienst halten zu dürfen.

1 Orig.-Urk. im R.-Arch. zu München. IV. 754.

I I- ang IV. 754. 762. Einige andere Schenkungen IV. 758. 604.

So lautet cS in einem alten Bericht im R.-Archiv zu Stuttgart. Aberes ist die Frage: Wie konnten Herzoge von Bayern eine Komthurei, also einEigenthum des Ordens, an ihren Marschall verschenken?