Unabhängig von den Senkungen, die von den bekann-ten oder allen Anzeichen nach, in der mineralischenRinde der Erde bestehenden, Höhlen herrühren, so neh-men einige systematische Schriftsteller noch viel greise-re Senkungen an, die von ungeheuren im Innern derErde befindlichen Höhlen entstanden wären, und denenman die meisten Unebenheiten der Erde und die Bil-dung der Thäler zuschreibt ( §. 91). Allein solche Sen-kungen, so wie die Höhlen, welche sie verursacht ha-ben , sind uns unbekannt; sie sind mit keiner der That-sachen, die wir durch Beobachtung erkannt haben,übereinstimmend; sie gehören, ich kann sage«, in die[abelhaften Zeiten der Geologie, in diejenigen, welchedem Zustande der Dinge, zu welchem die Beobachtungund ihre Folgerungen uns zurück führen kann, voran-gegangen sind.
Indem ich die eben angezeigten grofsen Senkungenjenseits dieses Zustandes der Dinge setze, will ich nichtdaraus schliefseu , dafs keine Statt gehabt halten ; und,obschon die Form und Einrichtung des gröfseru Theilsder Thäler nicht erlauben, ihnen den Ursprung diesergrofsen Rinnen zuzuschreiben, so bin ich doch, wennich die Anordnung und das Ansehen der Gebirge be-trachte, welche gewisse Seen oder Mittel - Meere (§. 22),umgeben, bisweilen geneigt, zu glauben, dafs mehreredieser Thäler ihren Ursprung von solchen Einsenkungenhaben; und wenn Plato’s Erzählung über die Atlantidenicht ganz das Gepräge einer blofsen Dichtung trüge,so könnte man selbige als die ansehnlichste aller derje-nigen anführen, welche unsere Bücher erwähnen. „Anden Ufern des atlantischen Meeres, sagt der griechischePhilosoph, der Meerenge der Hercules - Säulen gegen-über, gab es eine Insel, grüfser als Lybien und Asien(das Asien der Alten) zusammen; es entstunden Erd-beben lind Ueberschwemmungen, und in Zeit von ei-nem Tage und einer Nacht verschwand sie in dasMeer.“
Was die, dtu’cli die innern Kräfte der Erdeerzeugten Erhebungen betrifft: so ist mir kein der-gleichen Beispiel bekannt: nichts verleitet, sie an-