mit einer noch großem Sachkenntniß zu zeigen, daß sieRecht hat. Die, so gegen die Staatszeilung geschrieben,hatten keine üble Absicht dabey, mir wußten sie eben dieSache nicht besser, denn es fand sich bey näherer Unter-suchung, daß in beyden Herzogthümer» keine fünf Men-schen mehr waren, welche wußten, was für ein Steuer-system zu den Zeiten des Churfürsten Johann Wilhelmbestanden. Selbst solche Beamte der Regierung wußtenes nicht, die immer in dieser Partie gearbeitet hatten,die Eingebvrne des Landes waren und ans alten Beamten-familien stammten, in denen sonst doch immer noch diemeiste Fortpflanzung traditioneller Nachrichten vom Vaterauf den Sohn zu finden ist.
Der zweyte Nutzen, daß man das Steuerwesen sei-nes Landes in den Urkunden studirt, besteht aber darin,daß man sich durch diese historische Bearbeitung des Stener-wesens eine ungemein richtige Ansicht von der Natur derSteuern verschafft. In der Periode, von der wir reden,haben die beyden Herzogthümer 23 Mill. und 306000 Rthlr.bezahlt, also jährlich 896000 Rthlr. Das Erzstift Cölln,das eben so mächtig war, hat in diesem Zeiträume von26 Jahren wahrscheinlich nur 2 Millionen bezahlt, daauf dem Landtag von 1721 die ganze Bewilligung nur75000 Rthlr. war. *)
-) Das Erzstift bezahlte in der Rcichsmatrikel zu einem Kam-merzielcr 8>i Rthlr., die beyden Herzogthümer aber nur676 Rthlr. Doch beweisen diele Zahlen nicht, daß das Erz-stift mächtiger gewesen, da die Churfnrstenthümcr immermehr bezahlten wie die Herzogthümer. — Folgende statistischeZahlen geben eine etwas genauere Uebersicht über die Steuer-kräfte beyder Lander: