noch mit Bedenken gemacht, obgleich sie in der allerhöchtsten Landtagsproposition sahen, daß mancherlcy neueReichs-erigentien zu bestreiten waren, unter andern das Gehaltfür einen zweyten Cameralmedicus in Wetzlar, so 506 Rthl.60 Kr. betrug. Indem sie diese Bewilligung von 40000Thaler machen, so bedingen sie sich aus, daß, wenn dasLand während der Zeit von schwerer Einquartierung eige-ner oder fremder Truppen, oder aber von großen Liefe-rungen sollte heimgesucht werden, sie an die Bewilligungdieser 40000 Nchlr. nicht gebunden wären.
So milde auch das Regiment in geistlichen Staatenwar, und so äußerst geringe die Abgaben, wenn man siemit denen vergleicht, so zu derselben Zeit in den benach-barten Herzogthümern Statt fanden, so wenig wohlha-bend waren sie doch. Denn die Landschaft Westphalenbefand sich nach einem 25 jährigen Frieden, und bey Ab-gaben, die so niedrig, daß sie einer völligen Steuerfrey-heit fast gleich kamen, doch „in einem kundlichschlechten Zustande."
Alles dieses änderte sich, sowohl die Steuerfreyheitals der kundlich schlechte Zustand, sobald das Land aneinen weltlichen Landesfürsten überging.
Westphalen kam 1803 an Hessen-Darmstadt, undim Landtagsabschiede vom 22. Sept. desselben Jahrs fin-den wir zwar noch denselben „kündbar schlechten Zustanddes Landes und der Eingesessenen" ausdrücklich angeführt,aber doch schon eine Grundsteuer von 89000 Rthlr.
Die neue Regierung wurde am 12. Jul. 1806 alsder rheinische Bund geschlossen wurde, souverän, undzeigte solches den 13. August dem Lande mit der Versiche-