211
ioo Maaß Branntewein von der angenommenen Starkekann gemacht werden. *)
Der Blasenzins betragt für kleine Brennercyen täg-lich etwa 2 Thaler, so in voraus bezahlt werden. Sobald einer zu brennen aufhört, wird die Schlange versiegelt.Für jede Apotheke ist eine Blase von 15 Quart Inhaltals Distillirgerathe freygegeben.
Die Besteuerung des Biers geschieht nicht nach derGroße des Kessels, sondern nach der Menge des ausge-wendeten Braumakzes. Für jeden Centner Braümalz wird
*) Sobald dieses Gesetz erschienen war, so ließen alle Braunte-weinbrenner ihre Blasen ändern und diese ganz flach ma-chen, so daß sie be» einem Durchmesser von 5 Fuß nur i FußHobe batten. Zugleich stellten sie neben und über jede Blaseeinen Warmkeffel, wo die Maische darein kommt und durchden zwey oder drev Windungen der Schlange gehen, welchenun die Maische auf 6s bis 70 Grad erwärmte. So wiedie Blase nun abgestocht ist, und das Spülicht abgelau-fen, so öffnen sie den Zapfen am Maischwärmer und lassendie erwärmte Maische in die Blase laufen, die nun baldzum Kochen gebracht wird — durch diese Einrichtung gewin-ne» sie nicht allein die Hälfte an der Zeit, sondern ersparenauch sehr viel Brennmaterial- —
Denn beym ersten Abziehen oder dem sogenannten Rau-brennen oder Luttern wird von 6ss Quart Maische etwa100 Quart Lutter abgezogen, so ein ganz geringer Brannte-wein ist, der nachher noch zwevmal überdistillirt wird, eheer die Stärke von üo p. C- nach Tralles bat. (Daß näm-lich unter iss Maaß Branntewein So Maaß reiner Alkobol ist.)
Um diese 100 Quart Flüssigkeit, so 8s Grad warm ist. inDampf von 80 Grad zu verwandeln, so muß man 42s GradWärme aufwenden, welche auf den neuen Zustand des Was-sers verwendet werden, das vorher tropfbar flüssig war undjetzt dampfförmig flüssig geworden. Oder mir andern Wor-ten: Wen» das Wasser nicht Dampf würde, sondern Wasserbliebe, so würde, bep einem gleichen Aufwande von Brenn-material, es eine Wärme von Los Grad annehmen. —
L 2