Druckschrift 
Ueber Preußens Geldhaushalt und neues Steuersystem
Entstehung
Seite
108
Einzelbild herunterladen
 

108

wird. Die ersten Eiiisammlcr der direkten Steuern, Schul-zen in de» Dörfern, Bezirkvorsteher in den Städten, er-halten für diese Bemühung nichts vom Staate; die Un-terhaltung der Wege liegt zunächst den Kreisen und Ge-meinden ob, und wird durch Natural-, Hand - undSpanndienste bestritten. Die Unterhaltung der Elemen-tar-Schullehrer ist Gemeindepflicht, die Gemeinde bautdas Schulhaus, bezäunt und bestellt den Schulmorgen, lie-fert Getreide und Holz für den Schullehrer uns entrichtetfür ihre Kinder Schulgeld an ihn; nur bey erwiesenemUnvermögen tritt der Staat zu. In den Rheinprovinzenwerden alle diese Leistungen aus den Zusatz-Centimen be-stritten. Die Gerichtsporteln werden in den östlichen Pro,vinzen besonders bezahlt; in den Rheinländern sind sieunter dem Enregistrement begriffen.

Abgesehen selbst von diesen erheblichen Ausstellungenleisten die Rheinlande durch die vorberechneten 5,150652Thaler Abgaben bis jetzt sehr viel weniger, als ihr An-theil an den Staatslasten nach der billigsten Schätzungbeträgt. Wenn, vorbehaltlich jeden andern Bedarf, nurblos fünf und dreißig Millionen Thaler für das Militair,die Staatsschulden, und die mit den neuen Erwerbungenübernommenen Pensionen und Entschädigungen aufgebrachtwerden sollen: so hätten die Rheinlande nach dem ein-fachen Verhältnisse ihrer Vvlkszahl zur Zahl der Bewoh-ner des ganzen Staates 6,337173 Thaler blos dazu bey-getragen, also bcynahe i,20000a mehr, als sie jetztüberhaupt entrichten. In den Rheinlanden selbst wirdman aber am wenigste» dawider haben können, daß der