6o5
Die Krystallen, welche mau in den Drusensichet, zeigen bisweilen eine liufserst merkwürdigeThatsacbe. Ihre obere Hiilfle (diejenige, welchegegen das Zeiiith gekehrt ist) ist mit andern klei-nern Krystaüen bedeckt, während der untere Thcilkeine führt. In dem Mineralien-Cabinet zu Frcy-berg hat man grofse Stücken von Drusen, deren.Quarz - oder Kalkspalh - Krystalle nur auf einerIil'lfte mit kleinen Krystallen von Kies, Magnetei-senstein, und ftleyglanz bedeckt ist. In einer grofsenAnzahl Gruben habe ich den obern Theil vonQuarz-Krystallen, welche bis in die Drusen gingen,mit Krystailisationen von Kalkspalh oder Perlspathbesetzt gesehen; sie sind offenbar durch eine Flüs-sigkeit entstanden, die von oben kommend, sie aufdie Oberfläche der hervorspringendeu Tlieile, aufwelche sie fielen, abgesetzt hat.
Die Masse der Gänge bietet noch bisweileneine Eigenheit dar, wovon wir Erwähnung ihunmüssen. Zwischen ihr und dem anliegenden Ge-steine hat man, bald von der Seile des Hangendenoder Liegenden, bald von den beyden Seiten, undauf einer mehr oder weniger beträchtlichen Weileeine dünne Schicht, Thon oder Leimen. DieDeutschen geben diesem Saume (lisiere) den Ka-men Besteg I ).
Die Gänge enthalten oft Stücke des anliegen-den Gesteines, welche gleichsam in ihre Masse ein-gebacken sind; ihre Anzahl ist bisweilen beträcht-
l) Dieser Thon in Gängen, wo alles anzeigt, dafs er äl-ter als die Flötzgebirge und sogar Uebergangsgebirgeist, erscheint mir sehr merkwürdig. AYiirde der Thonnicht bisweilen von Ur - Formation und kein Erzeug-niss der Zerstörung der Feldsp.uhr Gesteine seyn?