SNOWDOV // t)cac/i ■.... '<>t'r c // 2i(> '12. J. 1 Thon r XS et U'/tuc/?fi/f ZOO . 1 / '/-evt f/ue/r/- «.??{) x ff trj. f/rj - y (’/vryfJ ff Tl/lJC/lfU fffiTfieJ xnv.Jf/i-e-fi tf ff * c ! 'St'- * ftJ v '$ ,jL &I'KRK1 I 4 1 2*. O NJKXJKRKS AUt'qel’. fWKIS zyÄ^HTT—TH ■ k ■%/■;< O CJT 'Orfc-Cfz ' JdeTt. fd J. F. D’Aubuisson de Voisins königl. französischen Ober-Berg-Ingenieur, Hilter des königl. und Militair St. Louis - Ordens; Secretair der Acadtinic der Wissenschaften etc. zu Toulouse, und mehrerer gelehrten Gesellschaften Mitglied; Geognosic, oder Darstellung der jetzigen Kenntnisse über die physische und mineralische Beschaffenheit der Erdkugel: deutsch bearbeitet durch J. G. W i e m a n n. z w e y t e r Band. Mit einer Kupfertafel. Dresden, 1322. In der Ar n o I d isch en Buchhandlung. I n h a 1 t s - A n z e i S e - Zweiter Tlieil, Besondere Betrachtungen iiher die verschiedenen mineralischen (Gebirgs-) Massen, welche die Erdkugel ausmachen. Erster Abschnitt. Von den Gebirgen. Erstes Capitel. Von de n Ulgebirgen. Seite Allgemeine Kennzeichen, J. 146- Verschiedene Arten von Urgesteinen, SS. 147- Classification und Verhält- nifs der Gebirge, SS. 148 .. 3 Erste Abtheilung. Von dem Granit. Beneu nung, f. 14g Zusammensetzung, SS’ 550 . Seine Ar ten, Schrift - Granit, SS- 151, Protogin, SS- : 5 2 - Sye nit, Uebergitnge, SS. 155 Darin enthaltene Minera lien, JS. 154. Porphyrartige Structur, (j. 155. Schieb tung, SS- »56. Andere Absonderungen, SS. 157. Ver * IV Seile echicdene Bildung*-Epochen, g, 153. Granit - Gänge, 156. Darin enthaltene fremdartige Lager, g. 157. Darin vorkommende Metalle, g. 158- Zersetzung, g. 159. Ansicht der Granit - Gebirge, g, 160. Ver. breitung der Granit - Gebirge, g. 161. Topas- Fels etc. g. 162 . . . . , . . . ts Zwejte Abtlieilung, Von dem Greise. Geschichtliche Bemerkung, 163. Zusammensetzung, g, 164. Verschiedene Gneis - Allen, g- 165. Darin enthaltene Substanzen, g. 166. Schichtung, g. 167, Zersetzung, g. iG8- Fremdartige Lager, g. 169. Alter, g 170. Metallische Substanzen, g. 171. Verbreitung, g. 17a.. . .53 Dritte Abtheilung. Von dem Glimmerschiefer. Zusammensetzung, g. 175. Arten, g 174. Darin enthaltene Substanzen, g. 175. Schichtung, g. 176. Fremdartige Lager, g. 177. Alter, g. 178. Metallfiihrung, g. 179, Zersetzung, §. 180. Verbreitung, g. 181.. . .75 Vierte Abtlieilung. Von dem Thonschiefer. Benennung, g. 182. Kennzeichen, g. i33- Verhältnifs des Thonschiefers zum Glimmerschiefer, g. 184* Allen, g. 185. Darin enthaltene Mineralien, g. iß6. Schichtung, g. 187. Darin Torkommende Läger, §. 188. Alter, g. 189. Zersetzung, g. igo. Metalle und Verbreitung, g, 191 . . . . 8S Fünfte Abtheilung. Von dem Porphyr. Be. liennung, g. 192. Beschaffenheit, 195. Verhältnifs des Porphyrs zum Granit, g, 194. Masse des Porphyrs, Eurit , g. 195. Verschiedene Porphyr - Arten, g. 196. In den Porphyren enthaltene Krystalle, g. 197. Schichtung und Absonderung , g. 193, Fremdartige Lager, g. 199. Alter, g £00. Zersez- zung, g. soi. Darin enthaltene Metalle, g. 202. Verbreitung, g. 2o3 . , . , . ,103 V Scu® Sechste Abt h eil u g. Von den Hornblende, gestellten. Ursprung und Bedeutung des Wortes Trapp, 5- 204. Verschiedene Arten von Hornblendegesteinen, SS. 205. Aphmiit, SS- 206. Lagerung, Verhältnifs mit den andern Gebirgen, $. 207. Zersetzung, J. 208- Schichtung und Metallführung, SS- 205 15Ä Siebente, Abtheilung. Von dem Serpentin, SS. 210. Substanzen, welche er enthalt, 5. an, Alter und Lagerung, 5. 212. Schichtung, (S. 213. Zersetzung, SS- 214. Darin vorkommende Metalle, jS- 215. Verbreitung, g. 216, Von dem Euphotid (Gabbro), g. 217 ....... 15° Achte Abtheilung. Von dem Quarzfels, g. 2iß. Lagerung, g. 219. Zersetzung, g. 220. Orte des Vorkommens, g. 221 .... 1C3 Neunte Abtheilung. Von d ern U r k a 1 ks t ei 11, SS. 222. Darin vorkommende fremde Mineralien, jS. 225. Noch darin enthaltene Mineralien, g. 224, Schichtung, §.225. MetalIEührung, 5.226. Verbreitung, 5- 227, Fremdartige Lager, 5. 208. Lagerung, 5. 229. Ur-Gyps, g. 250 .... 167 Zweites Capitcl. Von den Uebergangsgebirgen. Geschichtliche Bemerkung, §. ?.5t. Umfang der Ucber- irangsgebirge , 5- 232, Verhältnifs mit den andern Gebirgen, g. 255. Gesteine, g, 254 • • « '8- Erste A b t h e i 1 u n g. Von der Grauwacke 11 n J dem Grauwackenschicfer, 5- 235, Ucbergangsthonschiefer, g. 236. Fremdartige Lager, SS, 237. Spuren organischer Wesen, 5- 238. Metallführung, 5. 259. Verbreitung, 5. 240 . . . >90 * 2 Seite V l Zweyte Abtheilung. Von dem Ucbergangs- kalkslein. Kennzeichen, 5.241. Darin enthaltene Mineralien, 5 - 242. Spuren organischer Wesen, 5 . 245. Orte des Vorkommens, 5. 244 , . , 207 Dritte Abtheilung. Von dem Granit und I'orphyr. Granit und Poiphyr von Christiania, J. 245, Andere Uelergangs - Granite , 5. 246. Beobachtungen, in Bezug auf die Gleichheit der Epoche , J. 247, Granit der verschiedenen Epochen, 5 - 248. . ... Vierte Abtheilung. Von den Gneisen, Glimmerschiefern und Serpentinen, j. 249 . . - 225 Fünfte Abtheilung, Von dem Quarze, $. 250 . 225 Sechste Abtheilung. Von denllornblende- g es leine n, J. 251.227 S ieb en t c A b tlic i 1 u n g. Von dem Gyps, 5,252.2-4 Drittes Capilel. Von den F 1 ö t z g e b i r g c 11, Allgemeine Kennzeichen , 5 - 253. Haupt - Resultate der Beobachtung, 5 - 254. Verschiedene Arten vonFlötz- gebirgen, 5 - 255, Verhältnisse mit den Ücbergangs- gebirgen, 5. 256 . . ..25Ö Erste Abtheilung. Sandteine (Sandstein, gebirge). Erklärung und Eintheilung der Sand- SLeine, 5 - z 5 j. Erster Abschnitt. Von dem Stein kohle 11 Sandstein, 5 - 2 o8. Eigentliches Steinkohlengebirge. Allgemeine Zusammensetzung, 5 - 259. Von der Steinkohle und ihren Flötzen, 5 - 260, Schieferthon, 5 - 261. Sandstein der Steinkohlen, 5. 262. Zufällige Lager, J. 26g. Einrichtung der Fiötze in den Steinkohlen- gebirgen, 5. 264. Schichtung, 265, Gänge, VII Seite 4 * Al- tev, 36 «, Orte des Yorkonnncns, ß. 566, Entstehung, 367. 49 a Zwcyte Abt li eil ung. Von den Basalt-Gebirgen. (Eigentliche vulcanische Gebirge) —■ a)Von dem Basalte und dcnBasalt-Laven. Benennung, ß. 368 . Dolerit, §.369- Beschaffenheit des Basaltes, ß. 370. Kennzeichen, ß. 571. Darin enthaltene Krystalle. Porphyr-Structur, ß. 37 ®* Darin enthaltene Substanzen. Mandelsteiuartigo Structur, §. 673. Von den Formen des Basaltes, §, 374. Absonderung in Kugeln — Körnige Struktur —• Uebergänge, ß. 37g, Glasiger Basalt, 5 - 576, Köhlen - Basalte, 5. 577. Veränderte Basalt-Wacke, 5 - 378. Fremdartige Lager, ß. 37g, Leuzit-Laven , 0 . 380. Einrichtung der Massen in den vulca- nischen Gebirgen, ß. 581- Basalt in Gängen oder Dykes, (J. 3 ß 2 Eingeschlossere Muscheln, ß, 3S3. Darin enthaltene Metalle, ß. 384. Aller, ß 385- Zersetzung, ß. 386. Veränderung durch die Dämpfe , J. 387 - Wiedererzeugung durch die Dämpfe, ß, 388 . Verbreitung und merkwürdige Orte de* Vorkommens, ß. 38 g- Gleichförmigkeit der Basalte, verschiedener Gegenden, 5. 3 go. Entstehung der Basalte, ß. 39 1, — 8) Vulcanische Breccien und Tuffe, — Allgemeine Beschaffenheit', 5 , 3Q2, Erze in den Tuffen, ß, 393. Steir.e, die den Vnlcanen fremd sind, ß. 094.520 XI Seit® Z ff e j t c i Abschnitt. Von den Lesendem Lagerstätten der Minera 1 i e n. und besonders den Erz- Lagerstätten. Erstes Capitel. Von den Lagern, Stöcken und Stockwerken. Erste Abt Leitung. Von den metall- führenden Lagern, Wesentliches Kennzeichen, J. 095. Unterschiede von den Gängen, ß. 3g6. Verbreitung und Gestalt, ß. 597. Veihältnifs mit dem benachbarten Gebirge, ß. 398 ♦ . • . - 58 l 2 /Weyte Abtheilung. Von den Stöcken. Gewöhnliche Stöcke, g. 399. Erz - Gebirge, ß. 400 . 588 D ri 11e Ab th ei 1 un g. Stockwerke, (Gebügs-Thei- le) die viel Erz enthalten, ß, 401 .... 59 1 Zweytcs Capitel, Von den Gängen. Erklärung und unterscheidendes Kennzeichen, ß. 402, Theile der Gänge und ihre Benennung,’ß. 405. Greise, ß. 404. Masse'und Structur, ß. 405. Verhältnifs der Lage mit der Schichtung des Gesteines, ß. 406. Umstände dev Berührung, ß, 4 © 7 * Verhält- XII Seite nifs zwischen der .Beschaffenheit dev Massen, des Ganges und des Gesteines, g. 408- Gange, die unter sich parallel sind, g, 409. Durchschneidung der Gänge unter siel), g. 410. Hypothesen über die Formation der Gänge, g. 411, Werners Theorie und Beobachtung, § 452, Ausgebauchte (aufgetriebene) Gänge oder liegende Stöcke, g.415. Dicke nnd keilförmige Gänge, oder Putzeuwerle, g. 414. Gänge in Stockwerken, g, 415. .... 595 Z weyter T Ii e rl. Beson JereBetrachtungen über die verschiedenen mineralischen Gebirgs» Massen, welche die Erdkugel a u s m a c li e n. Der Haupt-Gegenstand der Geognosie, haben wir (§. x.) gesagt, ist die KcniUnifiä der Gebirgs-Mks- sen, oder vielmehr der Systeme der Gebirgs <= Massen, deren Ganzes den uns bekannten Theil dei* Erdkugel bildet. Diese Systeme sind entweder Gebirgs - Formationen oder besondere Gebirgs- ( Mineral') -I.ager. Wir haben im ersten Theile die allgemeinen Betrachtungen dargestellt, welche wir deshalb zu machen hatten: wir wollen nun in diesem zu den besondern Betrachtungen und zu den auf jedes System Bezug habenden nähern Umständen übergehen. Indem wir (§. 121) die Formationen bezeichnten, bemerkten wir, dafs sie die wahren Einheiten der mineralischen Zusammensetzung der Erdkugel wären, und dafs ihre genaue Bestimmung der grofse Gegenstand der Geognosie wäre. Allein bey dem jetzigen Staude der Wissenschaft haben wir II. Tlieil. A 2 kaum erste Begriffe von den Form,'ilionen, welche die Geologen kennen zu lernen im Stande gewesen sind, und es giebt vielleicht nicht zweye dergleichen , welche mit einer ziemlich gleichförmigen Uehereinsfimmung so bezeichnet und hegränzt worden wären, dafs man sie an einem Orte, wo man sie findet, von den andern gut unterscheiden und erkennen könnte: das, was man in dieser Rücksicht gethan hat, darf nur als ein Versuch und als ein erster Umrifs angesehen werden. Wir werden diese Versuche he kann l machen, allein sie nicht zur Grundlage der Einlheilung dieser- Abhandlung nehmen: wir werden eine gewissere und dauerhaftere dergleichen nehmen, indem wir in einer Abteilung, in jeder unserer grofsen Cdassen, alle Formationen von einerley Gestein-Art, das lieifst, einer! ey GebürgG, vereinigen werden, und werden selbiges dann in seine Formationen theilen, wenn der Zustand unserer Kenntnisse es erlauben wird. Wir haben also von den verschiedenen Gebirgen und den verschiedenen besoudern Mineral-Lagern zu handeln: und dieser zweyte Thcil theilt sich also in zwey Abschnitte. t !i e i 1 li n g. V o 11 d c in G r a n i l. S.iXiim fjuartzo spato scintillantc et mica, in diversa proportione mixtis, compositum, Granites, Wallcrius, Granit; der Deutsclien, der Engländer. Benennung. §. i4g. Obschon der Granit eines der gemeinsten und am meisten gebraucht werdenden Gesteine ist, hat «6 doch you den alten Schriftstellern und von den im Milteialter keinen besondern Namen bekommen. Plinius giebt zwar dem Steine, tvoraus die Egyptier ihre Obelisken fertigten, den Namen Syenit, und sagt uns, dals derselbe ehedem den Namen pyropöCcilön, wegen seiner rothen und bunten Farbe, führte: allein es scheint, dafs diese Namen nur der einzigen Art, die man in den Stein- hrüehen von Thebaida bcy der Stadt Syene 1 ) gewann, gegeben wurden. Agricola und Boece de Boot thun von dem Granit keine Erwähnung; und es scheint, als hätte derselbe den italienischen Künsi - lern zum Th eil den Stoff zu ihren' schonen Werken verschafft, welche Künstler ihm den Namen, welchen er jetzt führt, gaben; sie leiteten ihn von granito, körnig, (grauum) ah, weil dieser Stein wirklich nur eine Vereinigung von Körnern von verschiedener Beschaffenheit ist. Diese Etymologie ist bestimmter, als die, welche man ,011 dem von Plinius zu Bezeichnung einer Lesondern .Stein-Gattung gebrauchten Worte, gera'niles, herleiten würde. Wie dem auch sey, so scheint cs, dafs Tournefort, in seiner zu Anfang des letzten Jahrhunderts erschienenen Reise, der erste Schriftsteller gewesen sey, welcher das Wort Granit, gebrauchte. Dies geschah auch zu gleicher Zeit von Montfaucon, welcher, während seiues Aufenthalts in Italien, die Sprache der Künstler gelernt halte; indem er von fünf zu Rom im Anfänge des letzten Jahrhundert* 1 ) liier folgt, vras Phnius sagt, indem er von verschieden Marinorarten spricht: Circa Syenen vero Tltebaidis, Syenites, quem ante Pyropoecilon vocabant: trabes ex eo feeere reges quodam certamine obeliscos vocantes. Lib. 56, c, 2, i-i ausgcgrahenen Statuen spricht, sagt er: „Die drey „ersten sind von orientalischem Granit oder syenid- „sehem Stein, dem der Obelisken, sowohl du reit die „Farbe, als Ilärtc ähnlich“ 1 ), In den erster:: Zeiten, als die Mineralogen diese Benennung gebrauchten , gaben sie selbige ohne Lntcrscbied allen ans verschiedenen Körnern zusammengesetzten Gesteinen. das h il’st: von körniger Straclur (§. jO'j), wk auch übrigens die Beschallenlicit dieser Körner seyu nniclite. In der Folge hat man die Bedeutung dieses Wortes beschränkt, und selbiges l.dos einem aus Körnern von Feldspaih, Quarz und Glimmer gebildeten Gesteine gegeben. Demnach beschreibt Werner selbiges folgender- maasen: Zusammensetzung, §. i5o. Der Granit; ist c/u, aus unmittelbar und, innig mit einander verbundenen Ji.örnern von Fsldspath, pnarz und Glimmer, bestehendes Gestein, Der Feldspalh ist in dem Gemenge fast immer herrschend, und der Glimmer gewöhnlich in geringerer Menge vorhanden. Ucbrigens kann man nichts Bestimmtes über das zwischen diesen drey in tcrir enden Grundstoffen des Granites bestehende, Verludtnifs sagen: cs ist grofsen Veränderungen unterworfen; cs geschiehet bisweilen, dafs einer dieser Grundstoffe, hauptsächlich der Glimmer, in der Menge dergestalt abnimmt, dafs er in manchen 1) Antipiite explicp.ee , Supplein, tom. II. 126. li'eä priores ex marmore grauito orientali, lapidcpie syenitico . sunt, elc. TI i ei len einer Granit-Masse verschwindet; und daher kommt cs, dafs man bisweilen Stufen siebet, welche nur zw'ey Substanzen darstellcn. Allein dies sind nur sehr seltene Fülle, und müssen gleichsam blos als besondere Anomalien, oder so zu sagen, augenblickliche Zufälle in der Zusammensetzung des Granits angesehen werden. Die Körner, welche dieses Gestein zusammensetzen-, müssen als unvollkommene Krystalle angesehen werden, welche einander hey ihrer Bildung gegenseitig gedrückt naben, und denen nur der nü— thige Raum mangelte, .damit ihre Oberfläche die vieleckige ihrer Gattung eigene, Gestalt annahm. Sie enthüllen oft ihr Bestreben, sie anzunehmen, bisweilen sogar nehmen sie selbige wirklich an. Diese Gestalt ist das sechsseitige oder rechtwinkliche Prisma Ihr den Feldspath, die doppelte sechsseitige Pyramide für den Quarz, und das sechsseitige Blatt (laute) für den Glimmer. Der Fehlspath der Granite ist gewöhnlich grofs- blätterköruig 1 ), von w r eifser Farbe, die bisweilen ins Grüne und Gelhe und häufiger noch ins Rothe finit; er ist von matten und bisweilen ein wenig perlmutierariigen Ansehen. Der Quarz ist gemeiniglich in kleinern Körnern, von Glas - Glanze und grauer Farbe; der Glimmer ist in Schüppchen, von halbmetallischen Glanze, schwärzlich braun und bis- ») Man wird sich erinnern, dafs wenn man in der Mineralogie von den Körnern (oder körnig abgesonderten Stücken) in Bezug auf ihre Grobe spricht, man sagt, dafs sie sehr grofs sind, wenn sie sich der Gröfse einer Hasel nufs nähern, grofs, wenn ihre Gröfse der der Erbsen nahe kommt, klein, wenn sie wie Hanf- kölner und sehr klein, wenn sie noch geringer sind. Weilen silbergrau. Uchrigcns sind die eben angezeigten Kennzeichen in den Substanzen, welche den Granit ausmachen, nur diejenigen, welche sie i;i ihrem gcwöbidichen Zustande darstellen: denn sonst sind diese Kennzeichen in jeder Substanz grol'sen .Veränderungen unterworfen. Die Gröfsc der Körner besonders zeigt sehr grofse Unterschiede. Man sieliet Granite, in welchen die Feldspath- und Quarz-Körner einige Zoll Laben, und worin der Glimmer in ljläuern, über eine Iland breit, ist; dergleichen giebl es bey Limoges. In Siberien Lc/indet sieh der Glimmer bisweilen in den Graniten in so grofsen Blättern, dafs er zu Fensterscheiben dienen kann. Anderer Seils nehmen die Körner au Gröfsc bisweilen dergestalt ab, dafs sie von dem Auge nicht mehr zu unterscheiden sind, und dann entsteht eine Masse Yoa gleichartigem Ansehen, welches der Eurit ist. Da der Feldspath die vorherrschende Substanz ist, so geben seine Unterschiede hauptsächlich Veranlassung zu den Unterschieden, welche man in den Graniten bemerkt. Die Farbe desselben macht gleichsam den Grund derjenigen aus, welche sie haben: weil er in dem orientalischen Granite roth ist, so bietet dieser Stein eine solche Farbe dar: die Farbe des Feldspathcs liat um so mehr Einflufs auf die Farbe des Granits, als er von den drey integn'ren- den Grundstoffen derjenige ist, welcher in dieser Beziehung am meisten veränderlich ist: der Quarz behält fast immer seine graue Farbe bey, und der Glimmer ist gewölndicb in zu kleinen Yheilcn und in zu geringer. Menge, um sich anders als Flecken auf dem Grunde einer andern Farbe darzustellen. Von der Festigkeit oder vielmehr von der gröfsern oder geringem Fähigkeit zur Zersetzung des Feld- *7 spatlies hängt auch der Grad von Leichtigkeit ah, xnit welcher die Granite sich zersetzen. Seine Arten (varitkes). §. i5i. Von den Unterschieden in dem Verhüll nifs. in den Kennzeiclien, und der Einrichtung der znsamniens; tzenden Mineralien, hängen die verschiedenen Arten der Granite ab. Schrift - Granit (granite graphique). Unter diesen Ai'len werdeu wir uns auf die Anführung des Schrift - Granits beschränken, welcher durch eine unvollkommene Quarz - Kryslalüsalion entstanden ist. Dieses Mineral hatte ein Bestreben, sieh in Prismen oder sechsseitige Pyramiden zu bilden; kaum waren einige Flächen bearbeitet, denn die Bildung fing vom Umfange an, als selbige unterbrochen, und das innere des Krystalles mit einem Feldspath, dem ähnlich, welcher das Aeufsere umgiebl, angefiilit wurde. Wenn man daher einen dieser Granite senkrecht auf der Ave der Krvslallc durehschneidel, so werden sich die Umrisse oder Gerippe der Prismen als mein- oder weniger beträchtliche r i heile \on Sechsecken zeigen, welche aul einem Feidspath - Grunde das Bild von hebräischen Buehstahen darbieten: daher der dieser Art gegebene jName: hebräischer Stein oder Schrift- Granit. Bisweilen sind die Buchstaben durch blo-se Q uarz-Streifen gebildet weiche zwischen denen des Fcldspathes liegen und deren Biegungen folgen: hier hat die Kryslalüsalion des letztem Minerals die Einrichtung der Quarz - Streifen Beherrscht. Die Granite, wovon v ir sprechen, enthalt: u wenig oder gar keinen Glimmer, und lir. Champeaux hat heil. Tlicil, B i8 merkt, dafs wenn der Zutritt dieses Grundstoffes statt findet, selbiger die Schrift- (graphische) Teitur ver- sclnvinden macht. llr. Brogniarl, welcher dieser Art nach Haiiy Pegmatit gieht, homcrkt, dafs dieselbe durch ihre Zersetzung alle schonen Kaoline (Porzellanerden) verschafft. Wir wollen nun zu Arten übergehen, welche durch einen in der Masse noch ausgezeichneteren Unterschied entstanden sind. P r o t o g i n. §. i 52. Der Talk ersetzt, entweder im blättrigen, dichten oder specksteinartigen Zustande, oder in der Modification, woraus der Chlorit hervorgeht, den Glimmer. Diese Thatsache ist in verschiedenen Gegenden, besonders in den Alpen sein - gemein: der Montblanc und die denselben umgebenden Gebirge sind von solchem Gestein gebildet; an ihren südlichen Grundflächen habe ich selbiges, aus groskörnigem weisem Fcldspatlie, glasartigem Quarze, und kleinen Speckstein - oder chloritarligcn Körnern von grünlicher Farbe zusammengesetzt gesehen: Saussure hat solches auch auf den höchsten Spitzen also beschaffen gefunden, cs enthielt da überdies noch eine ansehnliche Menge Hornblende. Ziemlich oft durchdringt der TalkstoÜ' den Feldspat li, färbt ihn und gieht dem Ganzen ein grünliches Ansehen. Ilr. Jurine glaubte diese Granite von den gewöhnlichen Graniten unterscheiden zu müssen, und hat ihnen den Kamen Protogin (primaevi), gegeben, „indem die Spitzen des Montblanc und seine Begleiter ihm scheinen billig auf einen Vorzug in der Schöpfung Anspruch machen zu können *).“ j) Journal des Mincs, toni. 19. *9 Ohne die Genauigkeit dieser Benennung genau zu untersuchen, welche durch llrn. von Buch und andere Mineralogen, welche die Granite des Montblanc für jünger als viele andere halten, bestritten seyn würde, beschränke ich mich blos auf die Bemerkung, dafs die Einführung eines neuen Namens hier durch keinen geognoslischen Umstand geboten wird, und die Granite, wo der Glimmer durch den Talk ersetzt wird, blos durch den Beynamen: talkartig oder specksteinartig , hinlänglich unterschieden und bezeichnet sind. Syenit. §. io5. Die Hornblende ersetzt auch oft den Glimmer in dem Granit, worin der Feldspath immer der herrschende Grunds toll' bleibt; es entsteht, oder kann sodann daraus ein Gestein entstehen, welch ein Werner von der Stadt Syena in Egypten, woher die Alten so prächtige Blöcke bezogen hatten, den IN amen Syenit gegeben hat. Nach diesem Gelehrten ist der Syenit ein Gestein von körniger Structur, welches -wesentlich aus Feldspath- uni Hornblende - Körnern, loelche bisiveilen auch ßuarz und sogar Glimmer enthalten , besteht. Als Werner bemerkte, dafs ein so beschaffenes Gestein sich hauptsächlich mit den Porphyren in Sachsen zusammen fand, so glaubte er selbiges in ihre Formation einschliefsen und von dem Granit trennen zu müssen. Nach ihm also weicht der Syenit nicht allein durch seine Zusammensetzung, sondern hauptsächlich auch durch seine Lagerung ab. Würde es mir erlaubt seyn, über die Aechtheit dieser Trennung einige Zweifel zu erbeben? Ich bemerke zuerst, dafs das Gestein von Syena in Egvp- B 2 20 ten, der schöne orientalische Granit, in einer Vereinigung von l ) unvollkommenen und Zwillings - Krystallcn (hemilropes) von einem hochrosenrothcn oder ro- tlien Feldspat h bestehet, die einige Linien lang und mit einigen kleinen weifseifc Feldspath -Körnern untermengt sind; 2 ) Glimmer in seliön schwarzen Schüppchen; 5) kleinen Körnern oder Krystallcn von durchscheinendem Quarze; 4) einer sein’ kleinen Anzahl von schwarzen Hornblende - Körnern. Also würde seine Zusammensetzung uns verleiten, cs mehr als einen Granit zu beirnchien: allein seine Lagerung hebt in dieser Hinsicht allen Zweifel; es ist mit grauem Granit untermengt, und liegt an einer grofsen Masse dieser Substanz, welche nach den Beobachtungen des Hrn. Roziere, eines der französischen Gelehrten von der Expedition in Egypten, in Gneis und Glimmerschiefer übergeht; auch schlägt dieser Mineralog, welcher dieses Gestein auch auf dem Berge Sinai, mit den Porphyren und allen Kennzeichen, welche Werner ihm giebt, gefunden hat, vor, ihm den Namen Sinait zu geben, indem er forlfahrt, ihn von dem gewöhnlichen Granit zu unterscheiden. Allein ich habe in Sachsen selbst, zwischen Dresden und Meifsen, ein von Wernern als Bey- spiel eines solchen Gebirges gegebenes, Syenit-Gebirge gesehen; bald bestund dort das Gestein hauptsächlich aus Feldspatli und Hornblende; bald verschwand letzteres Mineral ganze Meilen lang, und man hatte offenbar einen wahren Granit: seine Lagerung, seine Vermengung sogar mit dem Porphyr, 21 stellte übrigens nichts dar, Was man nicht auch in. den Granit - Gebirgen fände, und ich sehe nicht ein, auf welchen Beweggrund man sich stützen würde, um zu schliefsen, dafs man hier auf einem andern Gebirge ist. llr. von Bonnard, welcher dasselbe Gestein beobachtete, sähe es als die Fortsetzung eines Granites an, und es schien ihm mit diesem nur ein und dieselbe Formation auszumachcn. Als llr. von Raumer, auch in Sachsen, den Syenit im Piauischen Grunde untersuchte, -welcher gewisserinaasen für den wahren Typus der Syenite gehalten wird; sähe er ihn unmerklich sich in Granit verwandeln 1 ), Hr. Mac-cuHoch leitet aus den Beobachtungen, die er in dem Thale bey Tilt in Schottland gemacht hat, die Gleichförmigkeit zwischen, dem Granit und Syenit her, und siehet an ihrer Lagerung und ihrem Zusammenhänge nichts, was darauf führen könnte, sie als zu verschiedenen Formations-Epochen gehörig anzusehen- 2 ).. Nach diesen verschiedenen Betrachtungen gl'au- Le icli ? die geognostische Absonderung, welche zwi- sehen diese heyden Gesteine gesetzt worden, weglassen zu müssen; und werde in dem Syenit blos einen Granit sehen, in welchem die Hornblende zufällig den Glimmer ersetzt hat; er wird nur eine Abart dieses Gesteins seyn, welche man mit dem Namen Hornblende- Granit oder Syenit - Granit bezeichnen könnte, um eine Unterscheidung mit dem Grünsteine hurzustellen, welcher mir zu einem verschiedenen Gestein-Systeme zu gehören scheint. i) Geognostische Fragmente, 1811. S, 17, st) Transact. o£ die geological society. tom. 3, 22 Uoberglinge. Indem ich, nach der allgemeinen Meinung, diesen. Unterschied zwischen dem Syenit und Grünstem aufstelle, bestreite ich nicht, dafs es nicht. Fülle gäbe, oder vielmehr gehen könne, wo der Granit in Grünstem übergeht; dies hat statt, -wenn die Hornblende entschieden herrschender Theil in dein Gestein und zwar auf eine beträchtliche Ausdehnung wird: dies ist ein Zusanimensctzungs- Üebcr- gang. Wenn der Granit, Ley slufemveiser Abnahme in der Gröfsc des Kornes, das körnige Gefüge verliert und eine, wenigstens scheinbar, dichte und gleichartige Masse wird, auch also in den Eurit Übergeht, so stellt er ein Bey.spicl von Structur- Uebergang dar. Endlich zeigt er einen Wechsel. - Ue b er- gang in Gneis, zum Beyspicl, wenn dieses Gestein, nachdem es in die Gebirge, die es ausmacht, ein— getreten ist, und einige Zeit mit ihm gewechselt hat, entschieden die Oberhand annimmt und. behält. .Diese drey Uebergangs -Arten eines Gesleins^hi das andere sind vom Jlrn. d’Andrada aufgeslelit worden. (Journal des Miltes, lom 25). Darin enthaltene Mineralien. §. 1 54. Aufser dem Fcldspalb, dem Quarz und Glimmer (oder seine Stellvertreter), die wir, mit Werner, die fast wesentlichen Grundstoffe des Granits I ) nennen könnten, weil dieses Gestein sie gewöhnlich darslcllt, und die Fälle, wo einer derselben fehlt, ziemlich seltene Anomalien sind: enthält l) Man sehe Werners ini Jahre 1787 erschienene kurze Klassificatiou und Beschreibung der Gebirgsarten. £>3 es auch einige andere mineralische Substanzen, v(liebe darin zufällig und mehr in seiner Masse als in einzelnen Theilen enthalten sind. Die vorzüglichtscn derselben sind: 1 ) der Turmalin (Schörl). Er findet sich so häufig in demselben, dafs verschiedene Schriftsteller ihn unter die Zahl der den Granit ausmachenden Theilc setzen: bald ist er darin in einzelnen und an den beyderi Enden abgeschniltenen Krystallen, bald und meistens in unvollkommenen Prismen (abgesonderten prismatischen Stücken) bald in regellos kry- slallinischen (amorphen) Körnern, bald in kleinen zugcspilzten, um einen Miltelpunct strahlenden Krystallen. Er findet sich hauptsächlich in den quarzigen Graniten, und häufig sind seine Kryslalle gleichsam in die Quarze gebacken. Bisweilen bekleiden sie die Wände der Klüfte, welche das Gestein darstellt. 2 ) Der Granat. Er ist selten in (len altern Graniten und häufiger in denen der letztem Formationen. Er ist gewöhnlich roth und bisweilen als kleine kaum sichtbare Puncte. 5) Der Pinit. Die Verhältnisse dieses Minerals mit dem Glimmer und Talk verleiten, zu glauben, dafs dasselbe sich hauptsächlich als einer ihrer Stell— Vertreter in den Graniten befindet. Endlich kommt er darin in viel gröfserer Menge vör, als man anfänglich glauben würde; allein seine Aehnlichkeit mit dem Speckstein, wenn er in amorphen Theilen vorkommt, hat oft das, was Pinit-Körner waren, für Körner jener Substanz Indien lassen. 4) Der Lcpidolith. Derselbe nimmt auch die Stelle des Glimmers in einigen Graniten und wahrscheinlich auch in Folge einer Aehnlichkeit, welche 'zwischen diesen beyden Mineralien besieht, ein. 2% 5) Dev Smaragd und Aquamariu. In den Tlöh- len und. Gängen der Granit- Gebirge ist es, wo die schönen Peruvinnischen Smaragde, sowold als die zwar minder kostbaren , welche Ilr. Lievre bey Limoges bind, und welche bis zwey oder drey Fufs Länge haben, anzutrefl'en sind. Die Aquamarine von Sibericn, diejenigen, welche die Ilrn. von Bonr- non, Champeaux etc. in Frankreich entdeckt haben, kommen aus den Granit-Gebirgen, und scheinen, was ihr Vorkommen betrifft, viel Uebereinslimmung mit dem Turmalin zu haben. 6 ) Der Pislazit (epidole). Er ist in einigen Granit en hauptsächlich in England ziemlich gemein: llr. Ilorner hat ihn in ziemlich grofser Menge in einigen Graniten von Cnmberland, den hebridischen Inseln, und der Grafschaft Worccsler bemerkt, so dafs er als ein Bestandl’neil des Gesteins angesehen werden kann; er ist darin entweder in unvollkommenen Krystallcn *), in Körnern, oder kleinen Adern; er wird häufig mit Quarz und Feldspath begleitet 1 ). 7 ) Die Diallage. Ilr. von Buch hat selbige in den Graniten bey dem Cap Kord zuerst den Glimmer ersetzen, dann im Ganzen oder iheilweisc den Quarz ausschlielsen, und endlich mit dem Feldspath ailfin bleiben sehen, so dals sie einen Euphoiid bildete. 8 ) Der Magneteisenstein (fer ovidule) ist viel häufiger in den Graniten, als man glaubt: er ist 'D Als solche kommt der Pistazit in dem Syenit und namentlich in dem Syenit des Plauischen Grundes bey Dresden ebenfalls oft mit Begleitung von Quarz vor, Aiimerk, des Uebers. t) On the mineralogy q£ tbe Mal van hills. 25 darin meistens in, für das blofse Auge kaum zu unterscheidenden , Körnern ; allein ihr Dascyn verof- fenharet sieh durch die Wirkung, welche eine groise Anzahl dieser Gesteine auf die Magnetnadel aus— übt, und welche ihnen seihst zuweilen die magnetische Polarität giebt: einige Granite von Ilsenslein am Harz haben diese Erscheinung dargeslellt. Der Topas, Korund, Flufsspath und Gyps, der Graphit , etc. sind auch oft in den Graniten gefunden worden. \'on dfcn Körpern, welche die Granite enthalten, müssen wir von den kleinen Granit-Massen, in Gestalt unregelmäfsiger und hauptsächlich aus Glimmer gebildeten, Kugeln Erwähnung tlinn: sie sind schwarz und kleinkörnig, lösen sich leicht von dem Granit ah, welcher sic umgibt, und haben das Anselien von fremden, in das Gestein eingebackenen, Körpern: sie sind jedoch von gleichzeitiger Bildung, und rühren von der Wirkung der Afliniläts - Kraft her. welche die Mineral - Theilchcn und die Mineralien selbst, auf so verschiedene Weise, gruppirt und zusammengehäuft hat. Porpliyrartige Sttuctur. §. 155. Der Felclspath befindet sich in vielen Graniten nicht allein in Körnern oder unvollkommenen Kryslailen, als einer der drey iutegrirenden Theile, sondern auch in grofsen mit ihren Flächen versehenen und von dem Best der Masse gut unterschiedenen Kryslailen: die meisten derselben sind licxandrische gleichwinkliche Prismen, wo zwey einander entgegengesetzte Flächen breiter als die andern sind, und welche sich an jedem Ende mit einer schielen, stumpfen (olmgefähr ioo°) oder bis- i'Ji weilen sehr stumpfen ( ioo° ohngefähr) Spitze endigen, deren kleine Flüchen den beyden, zwischen den schmalen Seitenllüelien begriffenen Kanten entsprechen; bisweilen verkürzt sieh das Prisma dergestalt, dafs die vier Seitenflächen ganz oder fast ganz verschwinden, daun bilden die beyden breiten Flächen mit den kleinen Flächen der beyden Spitzen ein Parallelopipedinn, dessen Seitenwinkel rechte, und dessen Grundflächen um ohngefähr ioo° in Bezug auf die Axe geneigt sind. Allein noch merkwürdiger ist, dafs fast alle diese Krystalle wenigstens unter denen, welche ich •zu beobachten Gelegenheit hatte , gefleckte oder Zwillings - Krystalle (hemitropes) waren. Ihre Grüfse ist bisweilen sein- beträchtlich: llr. von Charpen- lier hat dergleichen in den Pyrenäen, am Hafen von Oo oberhalb Bagneres de Luehon bemerkt, welche länger als sechs Zoll waren, und man hat deren sogar in Sachsen gesehen, weiche mehr als einen l’ul's Fänge hatten. Sie liegen mitten in der Granit-Masse, wie die, welche man in dem Gemenge der Porphyre siebet: der einzige Unterschied in diesen letztem Gesteinen ist, dafs die Masse, welche sie umgiebt, gleichartig ist, statt dafs sie in den Graniten aus verschiedenen Körnern besteht, und folglich stellen diese Granite zugleich eine körnige und porphyrartige Slruclur dar, und verschallen also ein Bevspiel jener doppelten Slructuren, wovon wir schon (§. 106) gesprochen haben. Schichtung. §. i 56 . Wir haben schon (§§. 110— 1 14 ) allgemeine Begriffe über die Schichtung der Gesteine und die des Granits insbesondere, gegeben. Wir 2 7 Wollen liier in Bezug auf letztere noch einige Bemerkungen hinzufügen. Wenn der Granit sich in grofscu gut krystal- linischcn Massen, ohne ein Textur-\ erhiiltuifs mit dem Gneise, vorfindet, so ist. er nicht geschichtet; die angeführten Beyspiele vom Gegcruhei) sind sehr selten, und beruhen wahrscheinlich mehr auf blossen Wahrscheinlichkeiten als Wirklichkeiten. Als die Granit - Massen sich setzten, oder fest wurden, so hielt die Äffinitäls-Kraft, welche sie bildete, alle ilire unter sieh verbundenen Tln-ile zurück, und legte also ihrer Absonderung in Lagen und Blätter ein llindernils in den Weg: der Glimmer ist liier wenig häufig, und der Fcldspatli und Quarz streben, sieb in Korner zu bilden. Die Mineralogen sind jedoch in ihren JM-. inmigen über die Schichtung des Granits sehr gclhcill gewesen: diese Tbeilung kam- sehr grofsen Tlieils von der Art her, wie die Frage aufgestellt worden war. Wenn man gesagt hätte: Findet sich der Granit in Schichten oder Massen von grofser Verbreitung in Länge und Breite, allein von einer geringen Mächtigkeit (Dicke) auf Schichten anderer Gesteine gelagert, oder mit ihnen wechselnd i 1 so kommt mir vor, dafs man geantwortet haben wurde: Der Granit findet sich bisweilen zwar in Schichten, allein oft er noch bildet er grofse zusammenhängende Massen. Hätte man hernach hinzugefügt: Sind diese Massen oder Schichten in wirkliche Lagen allgesondert ? so würde die Antwort verneinend gewesen seyn: die Absonderungen, welche diese -Massen und Schichten häufig darslellen, konnten als das »lWduet zufälliger Klüfte, w'elclie keine Sehielilungs-K.liiTte (Fugen), das heilst, nicht parallel mit der Aullageruugs - Fläche sind, angesehen werden. 28 Dies ist, scheint mir, die allgemeine Meinung der erfahrnen Geeignetsten, welche Gelegenheit gehabt halten, ihre Beobachtungen in den lelzicrn Zeiten auf diesen Gegenstand zu richten: so ist die, welche 1 fr. von Buch in seinem vortrefflichen Memoire über den Granit aufgczcichnet hat ') : so sind im Allgemeinen die der Ilrn. von Humboldt und Piayfair: so die des Ilrn. von Charpentier über den Granit der Pyrenäen, des Ilrn. Boziere über den Granit von Syena, des Ilrn. Berger über den Granit von Kornwallis, des Ilrn. Maclure über den Granit der vereinigten Staaten etc. Jedoch scheinen sehr ausgezeichnete Geologen eine entgegengesetzte Meinung gehabt zu haben. Werner stellt den Granit bald als grofse Massen ohne Absonderung, bald als wirklich geschichtet, dar; allein, fügt er hinzu, meistens ist er es auf keine sehr ausgezeichnete Art, und die Dicke seiner Lagen (Schichten), welche sie zu unterscheiden verhindert , führt zu dem Schlufs , dafs es keine Schichtung giebt. Saussurc dachte eben so. „Was die Schiehlenweise Lage des Granits betrifft, sagt er, so bleibt mir kein Zweifel übrig .... und ich bin überzeugt, dafs die grolscn Granit-Massen, an welchen man keine Spuren von Blättern oder regel- mäfsigen Unterabtheihmgen gewahr wird, nichts anders als sehr dicke Lagen sind. (Saussure §§. 6ob. 662). TJebrigens geht diese Meinung, wenigstens iheilweise, in die oben, zwischen dem Vorkommen des Granits in Lagern, und der Absonderung der Lager in Schichten aufgestellte, Unterscheidung ein. Deine hat die absolute Schichtung des Granits 1) Journal de physique, tom. 49. 2 9 ebenfalls behauptet; er hat die Beobachtung des Ilm. -von Buch über die Nichtschichtung des Granits in Schlesien förmlich angegriffen, indem er anführte, was er mit seinen eigenen Angen gesehen halle. Allein ohne Deluc’s 'Verdienst, zu berauben, könnte man bemerken, dals der Ruf lies llrn. von Buch als Beobachter viel besser begründet ist; und wenn man hier das Unheil eines Dritten annehmen müfs- te, würde ich bemerken, dals Hr. Raumer, in einer besondern Abhandlung über den schlesischen Granit, erklärt, daran nicht einmal eine Spur von Schichtung bemerkt zu haben 1 ). Andere Absonderungen. §. 157. Die Granit - Massen sind gewöhnlich von eitler grofsen Anzahl Klüfte durchschnitten. Ziemlich oft sind selbige horizontal, uud tliei- len also das Gestein in ungeheure Platten ab: dies ist der Fall mit einer grolscn Anzahl von isolirten Felsen, die des Greifensteins in Sachsen, haben uns schon ein solches Beyspiel dargeboten (§. 86 ). Wenn die Zersetzung bisweilen die Winkel und Kanten dieser Granit-Platten abrundet, so giebt sie ihnen die Gestalt von zusammengedrücklen sphäroidaii- schen Massen. Bisweilen nehmen die Klüfte eine mit verschiedenen Flächen parallele Richtung an, und theilen sodann den Granit in prismatische Massen, welche sich mehr oder weniger denjenigen nähern, welche die Basalte so oft darstellen (§. 116). Hr. von Humboldt hat eine solche Absonderung an einigen Graniten von Caracas beobachtet. Hr. Jameson hat sie 1 ) Der Granit des Riesengebirges, ißi5. oo in den Graniten Schottlands bemerkt; Ilr Rcufs In denen bey Cnrlsbad. Auf der kleinen Insel Ailsa In Schottland isi ein ungeheurer Felsen von Syenit - Granit, an einem seiner Theiio in sechseckige oder vieleckigc Prismen geilieilt, welche sechs bis sieben Fufs breite haben, und sich mehr als hundert, Fufs erheben : nichts gleicht, sagt Ilr. Mac- cuiloeh, der Pracht dieser ungeheuren Colonnadc: die von Staffa ist, gegen diese hier, in bezug auf die Masse fast unbedeutend In Folge der Beständigkeit, welche die Klüfte bisweilen in ihrer Richtung anzunehmen streben, thcilen sie eine Masse in Polyedra ah, welche sich mit ziemlich ähnlichen Formen darstellen, und von einigen Personen, wmn auch nicht als wirkliche Krystalle, docli als die Wirkung einer Thcilchen- Anziehung der integrirenden Grundstoffe des Granits, angesehen worden sind. Wir werden liier nicht auf die kugeligen Gestalten znrüekkommen, welc he einige Granite dar- striien, und wovon uns der Granit von Corsica ein so schönes Bcyspiel verschallt hat (§. 118). Diese Thalsachen sind ziemlich selten: einige Massen, ohne sic mit dieser Vollkommenheit dar- zusiellcn, zeigen jedoch, durch diu strahlige Lage einiger ihrer Tlieile, ein Bestreben, sie anzunehmen. Was die Granit-Kugeln betrifft, welche man aid der Oberfläche des Bodens findet, sie mögen nun durch eine mechanische Ursache dahin geführt worden seyn, oder noch an dem Orte liegen, wo sie gebildet worden, so wird davon Erwähnung gesche- j) Trans, of die gcol. Society 1814. ,)1 heu, wenn wir von dev Zersetzung der Granite handeln werden. Verschiedene Bildungs - Epochen. §. i58. INachdem wir von dein Granit, an sich betrachtet, gehandelt haben, wollen wir ihn in seinen \ erhiiltnissen mit den andern Gesteinen sehen und sein verschiedenes Vorkommen in den Urge- birgen untersuchen. Die grofse Masse der Granite scheint sich vor den andern Gesteinen abgcselzl zu haben und folglich älter zu soyn. Allein die Bildung dieser Substanz hat nicliL plötzlich aufgehört, um Formationen von einer andern Beschaffenheit Platz zu machen ; sie hat sich von [Neuem erzeugt, und so zu sagen, fortgesetzt, während letztere sich ablagerten, bat sie sich mit ihnen vermischt, und dies bis zur Erscheinung der organischen Wesen, das heifst, bis in die erstem Fiölz - Gebirge, so dals wir während der ganzen Dauer der Ur- Formationen von Zeit zu Zeit den Granit wieder erscheinen sehen. Werner hatte davon vier verschiedene Epochen bezeichnet, und also vier unterschiedene Formationen dieses Gesteins erkannt. Ur. von Bonnard hat blos in den Gebirgen der Freyberger Gegenden sechs dergleichen gezählt, und vielleicht würde man in den Alpen und Pyrenäen zwanzig derselben linden. Allein ich glaube nicht, dafs man genaue Bestimmungen machen könnte, und man wird sich auf eine genauere Art ausdrücken, wenn man sagt, dafs die Anzahl der Formationen oder Epochen unendlich ist, denn es ist fast ein Productions - Zusammenhang während der Urzeiten. Wenn auch die Beobachtung diese Thatsache nicht aufser Zweifel setzte, die Beschaffenheit der Dinge zeigt sie seihst an: wäh- Sa rcncl zum Beyspiel sieh eine Schicht Gneis, entweder in Folge eines Aicderschiags oder durchs Festwerden, bildete, konnte cs sehr gut geschehen, dafs die Lrslofle des Glimmers sich nur in sehr geringer Menge auf einem Punete befanden; dann wird die Schiebt das körnige Gefüge angenommen und man daselbst einen wahren Granit haben, während einige Schritte davon ein sehr ausgezeichneter Gneis seyn wird. Saussure halte die Ursache dieser Veränderungen gut gekannt: nachdem er bemerkt bat, daLs tlie aighiile du midi, welche aus einem schönen Granit besteht, an einem seiner Theiie, eine "Vermengung oder vielmehr eine Verllechtung dieses Gesteines mit einem grauen und schweren Hornstein ^dichten und matten Thonschiefer) darstellte, sagte er: ,.Dic Krysudlisaiion allein kann solche „sonderbare Vermengungen erklären, ln eine Flüssigkeit, welche verschiedene sich kryslaJlisirende „Stolle in Aullösung hält, bestimmt der geringste „Zufall, die Eiern.ute tles einen dieser Stolle sich „in sehr greiser Menge an gewissen Thcilen des Ge- „fäfses zu vereinigen.‘‘ (Sauss. §. 67 4 ). Diese Zufälle, welche jeden Augenblick irgend einen Theil einer Gneis- oder Thonsehiefer - Schicht in Granit ■verwandeln, können, wenn sie aul. eine grofse fläche wirken, eine beträchtliche Granit - Masse auf diesen Gesteinen her verbringen; und die Tliatsache ist oft eingeU’cten. Palassou, la Peyrouse halten uns seit langer Zeit benachrichtigt, dafs man in den Pyrenäen häufig wahren Granit auf Schiefern , Kalksteinen Serpentinen etc. findet. An verschiedenen Orten der Alpen, besonders auf dem Set. Gotthardt, siebet man ihn auf eine grovse Masse Glimmerschiefer gelagert5 und derjenige , welcher die ungeheure 55 Masse des Mont-Blanc und dev benachbarten Gebirge bildet, den Hr. Juriu für den ältesten von allen hielt, und folglich Prologin nannte, ist nur ein Thed eines grofscu Glimmerschiefer - oder vielmehr Talksehiefer - Gebirges, welches die Hohen Aloen (Alpes summne vel Penuinae) ausmaeht. Es kommt dies nur, sagte ich vor zehn Jahren, von einer zufälligen, wahrscheinlich durch eine greisere Menge FeJdspath an diesem Orte, entstandenen Anomalie her 1 ). In der Gegend von Freyberg seihst, auf diesem classischtn Boden der Formationen, haben die Hrn. .Baunier und von Bonuard. auf die umständlichste und bestimmteste Art, das Dnseyn eines Granit- Gebirges von vielleicht hundert Quadrat Meilen (heues) auf einem Thonscliiefer - Boden bestätigt: ich will diese Thalsacho beschreiben. Das Erzgebirge wird in seiner Breite von einem Thonscliiefer-Zuge, welcher auf Gneis und Glimmerschieler ruhet, und deren Schichten nach Ost einfallen; er enthält Kalkstein-, Grünstein-, Porphyr- Lager etc. und sogar Granit , so wie der oben (§. n5) erwähnte. Auf seinem östlichen '1 heile, olmveil der Elbe, von der flöhe bey Meilsen bis iibei Dohna, ruhet unmittelbar d..rauf ein sein* ausgezeichneter Granit, welcher in Zwischenräumen in Syenit übergeht. Die Anhägerung gehört zu den deutlichsten; Jlr. von Bonnard hat sie auf mehr als vier Meilen bis in die Gegend von Dohna verfolgt 2 ). I) Journal des Mines, tom, 29. a) Raumer, geognostische Fragmente, 1811; Bonnard, Essai geognostiipre sur F Erzgebirge. II. Theil. (.■' 54 Diesel’ Beyspiele des Granits von einer spätem Formation, als der der andern Gesteine, der ßey- spule, welche ieli vermehren könnte, ohngcachtet selten doch die meisten Geologen die grofse Grauit- Aiasse nicht weniger, als den Grund, auf welchem die andern ruhen, und nach Saussure’s Ausdruck, vorzugsweise, als das Urgestein au. Dieser Granit, der älteste, welcher nach Hrn. von Buch, der Granit der Ebenen, das heilst, der wenig hohen Gegenden seyn würde, ist gewöhnlich' von weifser Farbe und einem gleichförmigem Korne, er ist vielleicht mehr zur Zersetzung geneigt. In den spätem Graniten ist das Korn verschiedener, die Farbe ist oft rotli, die Hornblende und Granaten sind häufiger, und man sichet darin Stücke der vorher gebildeten Gesteine; so enthält der auf Glimmerschiefer aufgelagerte Granit des Greifensteins in Sachsen wahre Gneis-Stücke I ). Granit - Glinge. §. i56. Die Granit-Gänge, welche man häufig in allen Urgebirgen findet, zeigen wenigstens in mehrern Fällen Granite an, die später als die Gebirge sind. Dergleichen Gänge sind in den Granit-Gebirgen seihst sehr häufig. Sie haben gewöhnlich eine Hache Gsstalt, ihre Wände sind parallel und gut unterschieden, ihre Breite beträgt oft nur einige Zolle, allein sie verfolgen sich bis in ziemlich beträchtliche Entfernungen. Fast immer sind sie von einem gröfsern Korne, als das in dem Gesteine ist, welches sie enthält; sie j) Hr, von BonnaiJ, Essai geognostique sur 1’Erzgebirge, bestellen gewöhnlich in mit einigen Quarz ~ Körnern vermischtem Fehlspath; der Glimmer mul die Hornblende sind darin seilen; sie enthalten über- diefs, besonders ■wenn sie ein wenig breit sind, Kry- stalie von andern Substanzen, von Scbörl, Pisla- zit etc. Seilen befinden sie sieb allein; man bat dergleichen gewöhnlich mehrere an einem Orte bey- sarnmen, am öftersten sind sie parallel; bisweilen jedoch kreuzen sie sieh: im Allgemeinen sind sie härter als das benachbarte Gestein: und widerstehen der Zersetzung mehr, besonders wenn sie sehr quarzig sind , und sie werden es bisweilen dergestalt, dafs sie blofse Quarzgänge bilden. Die Gneise haben mir oft ganz ähnliche Granit- Gänge dargeslelh. Die meisten derselben, so wie der Gänge im Allgemeinen, sind nach der Richtung ihrer Länge in zwey symmetrische Hälften abgesondert; eine sehr deutliche Linie zeigt die Absonderung an. Werner hat dergleichen in den Glimmerschie- fern der Gegenden bey Johanngeorgenstadt in Sachsen bemerkt; sie sind mit Silbererzgängen durchschnitten und sind folglich älter. Liese Adern oder kleinen Granitgänge stellen vollkommen das Bild einer Kluft dar, welche in dem Gestein entstanden seyn wird, und hernach mit GranitstoiF angefulit worden ist, der da, in völliger Bube krystallisireud, ein grobkörniges Gefüge angenommen bat. Alles zeigt an, dafs sie so gebildet worden sind, dafs die Kluft zu der Zeit, als das Gestein noch weich war, entstanden ist; dafs das Fluidum, die Ursache der Weichheit, einen Theil des Granit-Stoffes mit sich führend, in dasjenige Gestein eingedrungen seyn wird, welches cs am innigsten in Auflösung hielt; und. dafs dieser so- 'S 6 dann, unter der Herrschaft der günstigsten Umstände kryslallisircnde Stoll’ ein mein' krystalliuisches, reineres, und, wenn es zu sagen erlaubt ist, sogar kostbareres Product geliefert haben wird; denn in solchen Fällen findet man hauptsächlich die Smaragde, die Acjnamarine, die schönen Turmaline, und die Krystalle von Zinnslein, die man aus den Graniten erlangt. Die Adern von weifsem Kalkspath, welche man in den schwarzen Marmoren siebet, die von Quarz, welche die ly dis eben Gesteine durchziehen, bieten uns solche Gänge eines mehr kryslal— linischen und gereinigten Stoffes dar, als die sie umgehende, jedoch aber eben so beschaffene Masse ist. Wir werden auch Gänge von einer andern Bildungs-Weise haben; dies werden in einem Gestein entstandene Klüfte seyn, welche nach seinem Fest- scyn mit einer Granit- Masse ausgefüllt worden, die sich zu gleicher Zeit auf dieses Gestein lagerte. Saussure hat hey Wllorsine in den Alpen, in einem Thonschiefer, tvo alles anzeigte, dafs derselbe unter «ifoem Granit war, Klüfte bemerkt, wovon einige drey Fufs Breite Latten, und mit dem Stolle dieses Granits ausgefüllt waren. (Sauss. §. 5gg). In den Gebirgen von Mourne in Irland befindet sieb, auf ■einer Masse Thonschiefer, ein grauer Granit; die Aullagerungs-Fläche ist rein und gut unterschieden, und wenn mau sie verfolgt, siebet man Granit- Theilc, welche Wurzeln ähnlich, in den Schiefer eiudringen; sie bilden darin also Adern, welche sich in ziemlich beträchtliche Tiefen erstrecken, und, nach und nach an Länge abnehmend, sich endlich in dem Gestein verlieren; sie enthalten so, wie alle grofse Gänge, Stücke dieses Gesteins J ). /•- j) Trans, of the geol. society, tom.IV. p-4f5 et planche Es gicbt auch, nach dem Berichte Von Hutton und mehrerer englischen Gelehrten, Gänge einer andern Gattung, und welche gewissermaäsen das Umgekehrte der vorhergehenden sind. Der Schiefer ist auf dem Granit, und die granitischcn Adern, statt Wurzeln gleich, in die schiefrige Masse einzudringen, erheben sieh auf selbigen, wie Zweige; sio verlängern und verzweigen sich darauf auf verschiedene Arten. Hut Ion stützte sieh sehr auf diese That- saclie, eine der Grundlagen zu seiner Theorie der Erde. Der Stoff dieser Adern, sagte er, konnte nicht in den Schiefer, der darauf liegt, nur durch die Wirkung einer Kraft eindringen, welche, von unten nach oben wirkend, ihn in die Klüfte des schiefrigen Gesteines einspritzte; eine solche Kraft bestehet also in dem Innern der Erdkugel, fügte er hinzu; und sie ist es, welche die mineralischen Schichten aufgerichtet und die Oberfläche unserer festen Lande über die Gewässer gehoben hat I ). Diese so nufserordentlichcn Gänge befinden sich, sagt man, auf der Insel Aran, wo Ilr. Playfair ein Granit-Gebirge in einem aufgelagerten Schiefer unzählige Adern getrieben sähe, wovon mehrere von unten nach oben gerichtet sind: sie befinden sich besonders in der Galloway, wo sie von Hutton, Hall etc. beobachtet worden sind; die Auflagerung des Schiefers auf dem Granit ist dort auf einer Länge von cilf und auf einer Breite von sieben Meilen erkannt worden; „wenn die Zusammenfügung des ..Granits mul Schiefers sichtbar ist, so wird man „gewahr, dafs Adern von der ersten dieser Substanzen, deren Breite von einer Linie Lis zu fünfzig ») Erster Baud, S, /j2i dieser Abhandlung, 58 „Metrcs verschieden ist, in den Schiefer cindringen, „und ihn in allen llichtungen durchsetzen, indem „sie jedoch immer mit ihrer Grundfläche sieh auf „der Granilmassc hallen I 2 ). :< Ist dieses Aufsleigen der Gänge in einem awfgelagerteu Gesteine eine sehr bestimmte Thatsaclic? ist sie in der Wirklichkeit das, was sie scheinbar ist? Man könnte daran zweifeln, wenn man 1 Ir. Jameson bekräftigen siebet, dafs die umständliche Untersuchung der oben erwähnten Orte 'ihm nicht ein einziges Beispiel von Adern dargesteilt hat, welche von dem Granit n ulst eigen, um in die aufgclagerten Gesteine'einzudringen z ). Man kann auch daran zweifeln, w enn man die Art sichet, mit welcher Hr. Berger von den zur E nterslützung von Hulton's Lehre angeführten Adern des Landes Kornwallis spricht: nachdem dieser erfahrne (Jeolog jene vermeintlichen Gänge sorgfältig untersucht hatte, sähe er hlofse Hervorra.,tmgen des Granit - Gesteines, w'elche durch den daraul gelagerten Schiefer - Stoff umschlossen und bedeckt worden sind. Er macht deshalb bemerkbar, dafs diese Adern oder 11ervorragnngen sich weder weit noch senkrecht in den Schiefer erstrecken, allein mit der Schichtung und der Aeigung des Granit - Bodens parallel sind: dafs sie nicht in den Schiefer-SlolF eindringen, sondern blos darneben liegen 3 ). Uebrigens sind nicht alle durch die englischen Geologen angeführten Adern in demselben Falle; sie verflechten und verschmelzen sieh oft mit dem Schiefer dergestalt, dafs sie unmöglich durch Ein- 1) Illustiations of de iiuttonion tlienry, §. 28 * et 28s. 2) Etenicns of geoguosie. ]>ag, uo, g) Tran", of die aeoi. soc, tom, J, png, t i/ j• 5 9 Sprengung hinein gekommen seyn können. Man hat ein Beyspiel dieser Thatsache in dem Gienlik in Schottland. Auf einem ziemlich ungleichen Granit - Gebirge ruhen sehr regelmäfsige Lager von Thonschiefer, welche Schichten von körnigem Kalkstein enthalten: im Berülmings-Puncte vermengen sich die beyden Gesteine und durchdringen einander: man siebet Granit - Thcilc in dem Schiefer, und Schiefer - oder Kalkstein - Theilc in dem Granit. Ferner, hat der Granit-Stoß'welcher sich bisweilen mit dem Kalkstein vermischt hat, beym Festwerden der Massen, sich davon getrennt, und gewissermaasen einen Abzug gemacht. Er hat sich bald in After-Kryslall-Massen, beynahe wie wir Feuersteine sich in den Kreiden (§. 119) bilden sahen, bald in grofsen, nach allen Seiten Zweige treibenden Adern, bald in dünnen, die Kalkstein - Masse in allen Richtungen durchsetzenden und aus derselben ein netzartiges (ranze (opus reticidum) bildenden, Scheidewänden vereinigt und gebildet: ein Thcil ist sogar gleichsam in dem Kalksteine verschmolzen geblieben er hat sogar das gewöhnliche Gewebe desselben verändert, und das Gestein härter und dichter gemacht. Da in den grofsen Massen und Adern die Trennung und Krystallisation der Grundstoffe geschehen konnte, so batte man wirkliche, aus rotlicm Feldspnlh, Quarz, Glimmer und Hornblende zusammengesetzte Granite: in den kleinen Adern giebt cs kaum mehr als Feldspntli mit Quarz - Körnern: endlich hatte man in den dünnen Scheidewänden, avo sich die Grundstoffe nicht gesondert haben, nur einen dichten Stoff, oder einen röthlichcn Eurit. Dies ist die eben so einfache als natürliche Erklärung aller interessanten und seltsamen Thalsaclicn, welche Mac - culloch in ‘i o seiner Beschreibung des Tilt-Thaies nufgezeichnet, und .uif mehreren schönen Kupferlafeln dai-gestelll Lai *). Lehrigens wcils ieli vollkommen, dafs diese Erklärung nicht auf die Adern anwendbar ist, welche in dm aufgelagerten Schiefern in die Höhe steigen würden, so wie sic lJmton uns vorstellt: allein ich erkläre keine 1 halsachen, welche keine Aeiinlichkeit mit denen haben, die ich sähe, die ich nicht ziemlich genau kenne, und über deren Daseyn inan sogar Zweifel erhoben bat. Darin enthaltene fremd,mitre Unser. §. 107. Die altern Granite scheinen ziemlich gleichartig, und enthalten wenig fremdartige Lager mul Massen. Diese sind in viel gröfsercr Anzahl in den neuern Graniten ; allein auch da sind sie nicht sehr liiiulig. Die Granit-Gebirge sind im Allgemeinen ziemlich einfach, die Umstände, welche bey ihrer Bildung vorwalteten, scheinen die fremdartigen Körper davon entfernt zu haben. Unter den Lagern, welche man darin gefunden hat, fahrt man folgende an: "Von Quarz : es gieht dergleichen in der Schweiz, und sie stellen in ihren Holden schöne Gestein - KryslaJ] - Gruppen dar: ln Sachsen bey ZinnwaJde wird das Zion auf einem Quarzlager im Granit - Gebirge gebauet. Von Feldspath oder Eurit. Von Kalkstein: Hr. von Cliarpenticr hat mehrere dergleichen in den Pyrenäen beobachtet, er liat unter andern ein solches bemerkt, das er auf eine Länge von vier Meilen verfolgt hat, und wel- 1 ) Ou die geology of Gleen-Tilt. Trans, of the geol. Society. tom. 111 , 4i dies gegen dreyfsig Met res dick ist: cs bestellt in einem gdLliclien selir krystallinisclien Kalkstein x ). Wir werden von keinen Lagern von Gneis, Glimmerschiefer, Tlionschiefer, Grünstein eie. sprechen, auf weichen er nothwendiger Weise in den wenig allen Gebirgen ruhet, und mit welchen er zuweilen wechselt. Darin vorkommende Metalle, §. i58. Die Abneigung des Granits gegen die fremden Körper erstreckt sich bis zu den metallischen Substanzen; sie sind darin wenig häufig und bilden keine mächtigen, und wie in den geschichteten Gebirgen auf einander folgende Lager oder Gänge. Das Zinn ist das Metall, welches dem Granit am meisten eigen zu seyn scheint: man findet es meistens nur, wenigstens in Europa, in diesem Gestein : in den Gruben Böhmens, Sachsens, und der .Provinz Kornwallis in England, kommt es in kleinen cingcslrcnten Krystallen oder Körnern, llieils in selbigen durchsetzenden, Quarz - Lagern oder Gängen vor. In einem Granit - Gebirge, aclit Meilen westlich von Limoges, findet man ebenfalls Zinn-Erz in Körnern (Graupen) oder kaum sichtbaren, llieils in das Gestein, llieils in kleine Quarz-Gänge ein- I ) Memoire sur le terrain granitique des Pyrenees. Dies ist eins der gelungensten Mcmoircs (Aufsätze) über Gco- gnosie* die ich kenne: der Gang, den mau darin befolgt liat, ist sehr geeignet, alles, was eine Gegend oder ein Gebirge Anziehendes oder Besonderes darstclll, lieraus- y.uhebcn: cs kann als zu befolgendes Muster gegeben Werden. 42 gestreuten Puncten; und hier, so wie in Sachsen, ist dieses Erz mit Wolfram begleitet. Wahrscheinlich rühren von der Zerstörung der Granite in der ■Bretagne, welche man als die Fortsetzung der Granite in KornwalJis ansehen kann, die Stücken Zinn- Erz her, welche man an den Küsten der Gegenden •von Quiberon findet. Das Eisen ist in den Graniten auch ziemlich gemein. Die Gruben von Traverselle in Piemont sind in einer dem Glimmer-Schiefer untergeordneten Granit-Masse, Die Gruben von Rotheisen- stein (l’er hydrale) bey Taurynia und Fillols in den östlichen Pyrenäen sind auch in den Granit-Gebirgen. Diese Gebirge enthalten übrigens noch Bley- glanz, Graphit, Molybdän, Wifsmuth etc. Wir wollen diese Aufzählung, so wie die Anzeige der Fundorte nicht weiter verfolgen; sie würden in einem zu den allgemeinen Thalsachen bestimmten Werke ohne Zweck seyn. Zersetzung. i5g. Wir haben die Ursachen der Zcrscz- zung der Gesteine (§• 4ol bekannt gemachte wir haben (§. 11 H) ihr Bestreben gesehen, den Graniten, auf welche sie ihre Kraft ausüble, eine sphäroi- dische Gestalt zu geben. Wir wollen hier in einige besondere Details bey diesem Gesteine eingchen. Wir erinnern zuerst, dafs selbiges die gröbsten Unterschiede in der Leichtigkeit darstellt, mit welcher seine verschiedenen Arten, und die verschiedenen Theile einer Art sich verändern und zersetzen. Der Obelisk, welcher jetzt auf dem Platze: Saint-Jean- de-Latzon zu Rom ist, und zu Sye- 45 na, unter der Regierung des Zetus, König von Theben, laoo Jahre vor der christlichen Zeitrechnung ausgehauen wurde; und der, welcher auf dem. Platze Saint-Pierre (Set. Petrus - Platze) ebenfalls zu Rom sich befindet, und welchen ein Sohn des Sesostris der Sonne weihete, widerstehen seit dreitausend Jahren dem Ungemach des Wetters. Anderer Seils giebt es Granite, besondei's in dem Limosin, welche, wenn sie der Luft ausgesclzt werden, in Kies zerfallen, und die man zu keinem Raue gebrauchen kann. Zwischen diesen Extremen stellt uns die Natur alle Mittel-Glieder dar: ich will ein Beyspiel anfüliren, welches verschiedene derselben, an einem Orte vereinigt, darstellt. Wenn man die Strafsc von Rennes nach Brest verfolgt, so befindet man sich, ehe man in Beileide- en-Terre ankommt, in einem Hohlwege, welcher mehr als sechs Metrcs Tiefe an einigen Orten hat, und nur erst seit sechs Jahren ausgehölt worden war, als ich ihn (im Jahre i8o5) beobachtete. Das Gestein rechts und links ist ein gewöhnlicher Granit: an einigen Orten hatte man es mit Pulver sprengen müssen; allein an andern, einige Schritte von den erstem, hatte man es leicht milder Haue bearbeiten können, und in diesen Thei- lcn halte der Abhang eine flache und ebene Fläche; es war auf einigen Puncten mit Gängen eines harten Granits durchsetzt, welche an verschiedenen Orten um drey oder vier Zoll über dem anliegenden Granit hervorragten. Gegeti das obere Ende des Abhanges hin, in dem am meisten veränderten Tlieile, salie man von Weite zu Weile, mitten in einem fast in Kies aufgelöfsten Granit, Kugeln von ein bis zwey Metrcs Durchmesser; sie waren auch mit einigen kleinen Quarz-Gängen durchschnitten, 44 •welche sich in dem zersetzten Gebirge forlsetzten: einige derselben , welche hervorragten, führten an dein hervorragenden Th eile, eine ans drey oder Tier conccntri.schen Schichten, wovon jede olnigefahr einen Zoll Dicke batte, zusammengesetzte erdige Binde: andere Kugeln, welche auf dem Wege sich fanden und mit Hülfe des Pulvers gesprengt wor- den waren, stellten einen sehr harten und nicht die mindeste Spur von Klüften (Absonderungs- Flächen) zeigenden Kern von frischem und bläulichem Ansehen dar: er war einige Zoll von der Oberfläche mit grauen Hingen (_Zonen) von lockerm. und erdigem Gewebe, umgeben. Aus diesen Thalsachen kann man scbliefsen; 1) dafs die von den Wirkungen der Atmosphäre herrührende Veränderung den Granit in einer ziemlich grofsen Tiefe erreichen kann, weil mau sechs AIctres unter der Oberfläche des Bodeus einen fand, der mild genug war, um sehr leicht mit der Haue bearbeitet zu werden. 2 ) Dafs nicht sechs Jahre erforderlich waren, um auf einigen Punr.tcn den Granit, welcher die Gänge begränzte, und zwar bis auf eine Tiefe von drey oder vier Zoll, weil die Grätige auf diesen, Punctcn um so viel her vorstehen, in Kies zu verwandeln ; 5) dafs der Granit, mitten unter den schon zersetzten Theilen, noch einige dergleichen von der Beschaffenheit der Zersetzung zu widerstehen, wie zum Beyspiel diejenigen darsteilte, welche die Kugeln und Theile des Felsens bildeten, die man mit dem Pulver angegriffen halte, und noch sehr frische Kanten zeigten; 4) dafs die Kugeln hlos Kerne eines hartem Granits und noch in ihrem ursprünglichen Lager 46 sind, so wie solches durch die Quarzgänge bewiesen isL, die sie diH’chseliueiden und sieh in dem umliegenden Granit verbreiten; 5) dafs ihre Gestalt eine Wirkung der Zersetzung ist; und in dem Innern, da wo die Zersetzung nielit eingedrungen ist, sie keine Spur von eoncen- trischen Schichten darstellen. Wir wollen jetzt annehmen, dafs ein solches Gebirge der Wirkung der Atmosphäre lange Zeit ausgesetzt bleibe, so wird die Zersetzung es immer mehr durebdringen, die milden Thcile werden in Sand aufgclöfst, durch die Gewässer forlgcfülirt werden, und nur die hartem Thcile und kugeligen Kerne übrig bleiben: daher jene Felsen, welch.e last allen Granitgebirgen ein borstiges Ansehen gehen: daher jene Haufen abgerundeter Blöcke, die man an einer so grolscn Anzahl OrLe antrili'l, und wovon ich schon ein Bcyspicl (§. 8 ü), aus der Bretagne seihst, genommen habe. Wenn irgend eine Lrsache (§. 45 und 85) den Einsturz einiger Granit-Felsen bewirkt, so zerstük- kein sie sich und ihre der zerstörenden Wirkung der Elemente Preis gegebenen Bruchstücke verlieren ihre Ecken, Kanten, und bilden endlich runde Massen. Wenn man durch die anfgeseliwenimtcn Gebirge gebt, welche am Fufse der Granitgcbirgc sind, den Bcarn oder die Gegenden von Banners, znm Beispiel, so wird man durch die Rundung aller Granit - Blöcke uud Geschiebe verwundert, unter denen man sich befindet. Ich habe 18 ) gesagt, dafs Werner und eine grofse Anzahl von Mineralogen diese Rundung als eine Wirkung der ursprünglichen Bildung, als die Wirkung einer Einrichtung der integrirenden Grundstolle, um einen Miltelpunct, ansahen. Allein so lau- 46 ge der Bruch dieser Blöcke mir] Geschiebe in dem nicht veränderten i heile mir mir eine volikommen trh iche Striictur in allen seinen Theilen ohne das Ö geringste Zeirlien einer strahligen Lage oder mit con- ccnlrischcn Schichten darsteJIen wird, mul gerade so hat sich dieser Bruch meinen Augen immer dar- erstellt, so werde ich auch in der runden Gestalt nur eine hlofsc W irkung der Zersetzung sehen können. Wenn man jedoch erwägt;, dafs diese Gestalt sich besonders mehr an den Granit blocken und einigen andern Gesteinen, als in (hat Blöcken von Kalkstein, Serpentin. Gneis etc. vorliudet, so kann man auch nicht die Wirkung einer von der Beschaffenheit und dem Gefüge des Gesteins ahhiingenden Ursache verkennen, welche mit der Zersetzung gemeinschaftlich gewirkt hat. Gleich Anfangs ist es klar, dafs die schiefrige Textur des Gneises und der andern schiefrigen Gesteine die runde Gestalt entfernen und die körnige Textur dagegen sie begiin- sti n n, min s. Ferner scheint die Beschaffenheit gewisser Westeine und hauptsächlich dtrjtuigen, deren Grunds.olf i Vldspath ist, der Zersetzung zu erlauben . ihre Wirkungen his zu einer gewissen Weite ins innere der IYins.se fühlbar zu machen, ehe sie die Oberfläche ganz zerstört hat; und diese That- sache scheint mir die Zerstörung der hervorslehen- den Theile, und folglich die runde Gestalt hervor- zul)ringen. Die Kalksteine, zum Beyspiel, sind nicht mein- in demselben Falle; indem die Zersetzung auf ihre Bruchstücke wirkt, so greift sie kaum mehr als die Oberfläche an, sie schwächt und zerstört sie, indem sie selbige, so zu sagen, Schicht für Schicht anflÖfst; so dafs sie ihre erste Gestalt länger behalten, die Gestalt, welche schon in Folge der Schichtung verlängert und Hach scyn konnte: die Zersez- 47 zung dieser Gesteine ist eine Wirkung derjenigen, eines an der Luit schmelzenden Stück Eises, genau ähnlich. Auch dem fortschreitenden Gange der Zersez- zung im Innern der Granit - Massen und Kugeln, muß man die Absonderung oder das Abblättern ihrer Oberfläche in concentrische Schichten; und nicht, einer Einrichtung der Theilehen, um einen gemeinschaftlichen Miltelpunct, zuschreiben, welche Einrichtung sich von der ursprünglichen Formation, oder dem Festwerden des Gesteins, herschreiben würde. Ein bestimmter Beweis davon ist, dafs, wenn unsere Denkmäler von Granit sieh zersetzen, so erfolgt die Spaltung immer parallel mit ihrer Oberfläche; also spalten sich die Granit-Säulen in, gegen ihre Axe concentrische, Schichten: Mr. lloziere, dem man diese Bemerkung verdankt, hat sie in Egypten, vorzüglich in Alexandrien in der alten Moschee der tausend Säulen (mille colonnes) auf Massen und Monumenten des schönen Granits von Syena viele Mal gemacht und wiederholt. Derselbe Gelehrte hat auch bemerkt, dafs die glatten Seitenflächen dieser Monumente viel mehr der Zersetzung als die andern widerstunden 1 ). Wir wiederholen nicht, was wir (§. 86 etc.) über die ungeheuren Wirkungen der Zersetzung, welche grofse Flächen von Granit-Gebirgen, in Kies und i) Description de I’Egypte par les savants de l’expedi- tion francaise. — Memoires miiieralogiques de M. da Roziere, Ingenieur en chef des mines, — Description des carrieres (du gvanite de Syene) et des degradations, qu’il a eprcmvees dans les monuments, qui existent cn- core en Egypte. 48 Saud verwandelt hat, und über die von jenen Trümmern ^ §. 5 o und 92) herrühronden neuen Fornia- tionen gesagt Indien. Wir .bemerken Idos, dafs das Erdreich welches von der Zersetzung der Granite licrrührte. im Allgemeinen wenig fruchtbar ist, dafs es hauptsächlich zu den Ilolzjdianzen, den Widdern zu Maidckrilulern passend ist. und die Feld- Gewächse, besonders der W aizen, viel besser in den Kalkgebirgen, gedeihen, Bülirl nun die in den Ur- gebirgen im Allgemeinen bemerkte Unfruchtbarkeit von dem gänzlichen Mangel an von der Zersetzung organischer Wesen entstehenden Stoße; oder davon, dafs, weil die Bestandthcile hauptsächlich Kies und Sand sind, der Thon bald von den Gewässern fort- gefuhrl worden, also wenig geeignet isL, die Feuchtigkeit und die andern zur Vegetation nöthigeu Elemente zu verzehren und aufzuballen; oder davon her, dafs sie einen Boden oder eine zu den Pflanzen und Entwickelung der Wurzeln wenig schickliche Bauslätte bildet etc.? Dies sind Fragen, welche man aufgeworfen, allein über welche man noch keine genügende Antwort gegeben hat 1 ). Uübrigens bezieht sieb hier die Unfruchtbarkeit nur auf gewi. se Bilanzen, denn sonst sind die Granit-Gebirge im All gemeinen mehr mit Holz bewachsen und mehr mit Gewächsen bedeckt, als die Kalkstein- Gebirge. Ansicht der Granit - Gebirge, §. 160. Die Art, auf welche der Granit sich zersetzt, ist die Haupt-Ursache des Ansehens, wel- l) Man sehe unter andern Werken, die Observations on die Geologie uf die United - öLates, M, j-uaciure, 1Ü17, 4 9 dies die Granit-Gelm-ge darstellen. Wenn er sich sehr leicht überall auf eine ziemlich gleiche Art zersetzt, und der Boden übrigens wenig hoch ist, so wird man Berge und Hügel von einer ziemlich stufenweise abgerundeten Gestalt und ein stark warzenförmiges Gebirge haben j so ist das, welches man in dem Limousin siebet. Allein, wenn zwischen Granit-Massen von leichter Zersetzung sich härtere Granite oder Gesteine befinden, und dies ist immer der Fall, so werden die Gebirge hervorragende grofse Felsen, Hörner, ÜNadeln, scharfe Kanten, sehr zerschnittene Kämme darsteilen, und werden das borstige und gehackte Ansehen haben, welches besonders den Granit-Gebirgen eigen zu seyn scheint, und weiches sie dem geübten ftaturforscher von Ferne auszeichnet. „Die „lange Gewohnheit, die Gebirge zu beobachten, hat „mir beynahe einen sichern Ueberbliek verschafft, „sagt Saussure: ich erkenne auf grofse Entfernun- „gen den Stoff, woraus ein Gebirge bestellt, besonders wenn es aus einem harten Granit, wie der „der holten Alpen ist, bestellt. Die ans dieser „Stein-Art gebildeten Gebirge, endigen ihre Gipfel „in sehr spitzigen Zacken mit scharfen Winkeln „(Sauss. §. 567).“ Wir erinnern noch, dafs die senkrechte. Lage der Schichten viel dazu lieyträgt, den Gebirgen, welche sie darstellen, ein solches Ansehen zu geben. Als ich die hoben Sevennen durchreiste, und wechselsweise von dem Kalkstein zu dem Granit überging, fiel mir der Unterschied in dem Ansehen auf, welchen diese beyden Arten von Gebirgen darboten. Die erstem stellten Hache Gipfel von grosser Verbreitung, weite und. im Allgemeinen wenig liefe Thäler dar, In den andern waren es fast bey It. Theil, 0 So •jedem Schritte tiefe Schluchten, oder senkrecht® durch schroffe Mauern getrennte Einschnitte. Als ich auf dein Gipfel des Monl-Mezenc war und meine Blicke auf das Granitgehirge des Bouttieres richtete,. salie ich mehrere jener unermefsiiclien Seitcu- wäude; ungeheuren VN allen ähnlich, begriii'en sie mehr schreckliche Abgründe, als Thälcr zwischen sich; ihre mit hagcrn Hörnern und schroffen Felsen Bei.orsteien Kamme boten dem Geiste das Bild einer in 11 uinen zerfallenden, und vor Aller vergehenden, Welt dar. Die Klüfte, womit die Granit - Gesteine durchsetzt werden, tragen auch viel dazu bey, das Anseben der Gebirge zu verändern. Wir liabcn so eben das gesehen, was sie hervorbrachten, als sie senkrecht waren; und haben übrigens (§. i5g) bemerkt, dafs, wenn sie, in Ueberemslimmung, horizontal waren, sie Gesteine in einen Haufen Blöcke von verschiedenen und oft sphäroidalisclien Gestalten veränderten. Diese Tbatsacbe zeigt sich bisweilen auf sehr grossen Ausdehnungen: „Fast alle Granit-Gebirge Si- heriens, sagt Pallas, seit einen aus, so zu sagen, auf- gehäuften, durch die Zersetzung abgerundeten Massen zusammengesetzt zu seyn, und ihr Ansehen erinnert an jene Gebirge, welche die Biesen der Fabel übereinander legten, mn den Himmel zu erstürmen.“ Verbreitung der Granit - Gebirge. §. 161 . Der Granit ist eins der auf der Erd-Oberfläche am häufigsten verbreiteten Gesteine: er macht den gröfsten Theil der Urgebirge aus, oder wenigstens stehet er nur dem Glimmerschiefer in Ansehung der Verbreitung nach. I Öl Die Benennung aller Orte, wo man ihn findet, würde aulser unserni Zweck seyn; mul ieli will einen Blick auf den 11a um, den er in Frankreich eiuniuimt, unii auf die ' or-ügliolisleu Ketten, wo er hemerkt worden ist, weifen. In den Pyrenäen Bildet, er auf dem nördlichen, und fast das joch verbindenden Abfalle einen Zug von ein liis viel 1 Meilen Breite, welcher gewisser- niaasen die m i n e r a I o gis e h e Axe (§. i56f tler K.ctle ansmacht; dies ist der älteste Granit; Granit von späterer Formation zeigt si>'h auch noch tvaf Leyden Seiten dieses Zuges im Wechsel mit andern Gesteinen. Im Süd-Osten des Königreichs macht er, mit den andern Uvgebirgcn, den gröfsten Theil des Bodens von Albigeois, des llonergue, Gevau- dan, \ivnrais, Dauphine, Fovez, Lyonnais, der Auvergne, des Limousin der Mark und eines Theils A on Burgund aus. Im Osten sind die \oggesen zürn Theil daraus zusammengesetzt. Im Mittelpuncte Frankreichs tritt er unter den Kalkstein; allein er erhebt sieh sodann wieder, und kommt im Westen einer Linie, welche in die Sandgegenden von Oion- ne, Fontenai, Alcncou und Cherbourg gehen wür- de, wieder zu Tage. in Sachsen im Erzgebirge scheint er zivey Haupt -Lager zu bilden, das eine würde dein Gneise, Giimniersehieler und r lhonschiefer zur Grundlage diiueu, das andere ist offenbar auf selbige gelagert: dies ist dasjenige, Avelehes oft in Syenit übergeht, und wovon wir S. 20 und 53 gesprochen haben. Der Granit scheint auch den Ilaupttheil der schlesischen Gebirgs - Ketten ( des II i esen gcb ir ges ) und des Harzes nuszumuchcn ; mit den. Gneisen und Glimmerschiefern bildet er die Kette der Alpen. .D i Ö3 Nach Ilrn. Jameson macht er die Spitze der höchsten Berge Schottlands und den Central - Tlieil der Grainpianischcn Berge aus: in Kngland ist er in geringerer Menge und nur in dem Lande Kornwallis nimmt er ein wenig Beträchtliche Bäume ein. 3Noch seltner ist er in Schweden und in dem ganzen Norden von Europa, und scheint daseihst nur ein Blosser Zufall in einem GncisgeBirge zu seyn. Er findet sich in Asien wieder: nach dem, was .Pallas sagt, Bildet er gleichsam einen Zug in der Mitte des Caucasus', der Gral - Gebirge, und der meisten Gebirge des russischen Reiches. Bis scheint auch, dafs die Himmnlaya-Gebirge (der lmaus der Alten) von Granit-Gesteinen gebildet sind. ln Africa nehmen die Urgebirge die beträchtlichsten Räume ein: wenn man den JNil hinauf geht, findet man sie zwischen Theben und Syena und sie scheinen von einer Linie begränzt zu seyn, die von ■Sud nach Nord - West geht, jenseits welcher sie sich nach iNubien und Ahyssinien erstrecken. Sie scheinen ebenfalls einen Theil des Berges Atlas auszumachen, und finden sich am Vorgebirge der guten Hoffnung wieder , w r o der Granit den untern Tlieil des Tafel-Berges bildet. Man hat ihn mir in kleiner Menge in Nord- America gefunden: die Urgebirge nehmen einen Zug von zehn bis vierzig Meilen Breite auf der östlichen Seite der Gehirgs - Ketten der vereinigten Staaten ein, und der Granit bildet nur einen kleinen Tlieil dieses Zuges auf der Oberfläche des Bodens; er scheint die westliche Begränznng desselben, diejenige auszumachen, weiche unter die sich längs der Küste hinziehenden aufgeschwemmien Gebirge tritt (Maclure Cleaveland): im Mexieanisehen hat Ilr. von Humboldt ihn kaum weiter, als hey den Kii~ stcn von Acapulco gesellen; auf dem grofsen Plateau ist er mit ungeheuren Porphyr - Massen bedeckt. Dieser Gelehrte hat ihn heynahe in denselben Lagerungs - Umstanden auf den Anden in Süd-America gefunden: in den Höhen ist er immer von Schichten von Gneis, Glimmerschiefer, Tracbyt bedeckt, und im Allgemeinen erhebt er sich dort nicht, über zweytausend Metres; allein er ist in den wenig hohen Gebirgen und Niederungen von "Venezuela Parime etc. häufig und gellt sogar in die Ebenen und bis zur Meereslläche herab: die Ufer de? Ori- noco und die Küsten von Peru geben Beyspiele davon. Topas-Fels, etc. Werner setzt in die Classe der Urgebirge die Masse, aus welcher man die sächsischen Topase nimmt, und gesellt ihr drey oder vier andere bey, welche einige Uebereinstimmung mit ihr haben. Allein, sowohl die einen als die andern sind von einem zu wenig beträchtlichen Umfange, um als besondere Gestein - Arten angesehen zu werden (man sehe §. 118); und ihr körniges Gefüge, sowohl als die .Betrachtung ihrer Lagerung, führt uns darauf, sie als blolse Anhänge des Granits zu behandeln. Ich will kürzlich wiederholen, was Werner deshalb sagt. §. 162. Bey Auerbach im Voigtlande, in Sachsen, siebet man einen ziemlich beträchtlichen Felsen, der unter dem Namen Schneckcnstein bekannt ist; er stellte ehedem ein beträchtliches Ilorn dar, welches jetzt abgeschlagen ist. Er bestehet hauptsächlich aus Quarz, Schörl, Topas und Sleiumark. Er ist nicht nur durch die Beschaflenlieil der ihn zusauimenselzendcn Substanzen, sondern auch durch seine Structur merkwiir- bi dig. Er bestellet in einer Vereinigung von kleinen Massen, im Mittel von derGrolse eiiur Faust, welche das Ansehen von Trümmern Italien, ohschon Werner sie als die Körner eines granitariigen Gesteins ansieliet. Jede ist aus dünnen Streifen von Quarz, Scbörl und Topas gebildet, welche untereinander abweehseln, und gut unterschieden sind; sie haben eine abweichende i’iriuung in den verschiedenen Massen, und jede Gattung von Mineral bildet ihren besondern Streifen. Der Quarz ist darin .feinkörnig: der Topas ist ebenfalls körnig und regellos kryslalliniseli, (amorphe) er unierseluidet sich durch seinen blättrigen Bruch und seine Märte; und endlich ist der Scbörl in kleinen schwarzen iN adeln. Zwischen den eben erwähnten Massen befinden sieb häufig Ilöhlcn oder Drusen, deren Wände mit K.rystallen von Quarz, Topas und sehr selten mit Scbörl besetzt sind; in der Mitte dieser Kryslalle ist das Steinmark; seine Farbe ist weifslich, sehen grünlich, und meistens ockergelb. Es ist, zu bemerken, dafs in den verschiedenen Theilen des Gesteins die I'arbe sowohl, als die Güte der Topas-Kry- stalle, von dem benachbarten Steinmark ahhüngt, gleichsam, als wenn die eine oder die andere dieser Substanzen denselben färbenden Grundstoff hätte, oder auch, als wenn die Topas - Krystalle von dem Stein mark gefärbt worden wären, welches in ihre Zusammensetzung eingegangen seyn würde. Die Schichtung des Sohn ccken s teins ist ziemlich deutlich, und die Schichten oder Lagen desselben smd dick. Der Felsen ruhet auf Granit, und an emem 1 heile seiner Verbreitung ist er mit '1 honschidcr bedeckt. Es giebt auch, fährt Werner fort, hey Seiflen ein aus Quarz und schwarzem Scliörl bestehendes Gestein: cs enthält zwar keinen Topas; allein es scheint nicht weniger g c o gnos ti s c li e Aehnlich- keilen mit dem oben erwähnten zu haben. Werner siebet das Gestein von Udontclialon in der Dauvie, -woraus man die schönen Aquamarine nimmt, als analog mit dem Sehne ebenst ein an: sie sind dort mit Quarz-Topas und Steinmark begleitet. Nach den Berichten des Hm. Patrin scheint es jedoch, dafs dieses Gestein eher Gänge, als Ge- birgsmassen, ausmacht. Der Schtirl wurde dort durch den Aquamarin ersetzt seyn. Z iv e y t e Abllieilu ng. Y o n dem Gneise. GdTts der Deutschen und Engländer, Gneis und Granite veiue (adriger Granit) von Saussure. Gescliiclnliclie Bemerkung. §. 160, Da der Gneis von keinem besondern Gebrauche ist und kaum weiter als zu Erbauung der Gebäude an den Orten dient, wo er den Boden ausmacht, so scheint er auf keine besondere Art die Aufmerksamkeit weder der alten noch neuern Mineralogen auf sich gezogen zu haben, welche ihn Ins in die letztem Zeiten nur als eine Abart des Granits oder als eine Art Schiefer angesehen haben. Der Name, den er jetzt führt, ist Anfangs nur ein technischer Ausdruck gewesen, womit die Berg- leute zu Frey ft erg »las, ilivcn Gängen zunächst liegende, Gestein bezeicimelcn, wenn es verändert, und von specksteinartigen und grünlichen Ansehen war, was aucli übrigens seine Beschaffenheit seyn mochte, Granit-Porphyr. Glimmerschiefer etc. oder wirklicher Gneis, ln der böige iml man die Bedeutung des Wortes ausgedehnt, und ihn dem garnzen Gestein, woraus der Buden der Freyberger Gegenden besteht, gegeben. Aus einer Stelle der Pyrikologie von. Henkel 1 ) sichet man: zur Zeit dieses Metallurgen. im Jahre i~ 2 o, bezeichnet« man zu Frey- berg unter dem Kamen Gneis, oder Kn eis oder Kneus ein härteres und schwärzeres Gestein, als der gewöhnliche Schieler: dies war wahrscheinlich ein sehr mit Quarz und Glimmer beladenes Gestein. Ferber scheint der erste Mineraiog zu seyn, welcher dieses Wort in einer allgemeinen Bedeutung angeweudet hat; er giebt es einem Gestein, das aus Quarz und Glimmer und einem verhärteten weifs- lichcn Thone bestellt, den er auf den von Cron- stedt mit dem Ausdruck: terra porccllanea phlogislo aliisque heterogeueis, minima porlione, mixta bezeichnten, Thon bezieht: dies ist gewils der zersetzte Feldspnlh, wovon Ferher sprechen wollte 2 ). Tm Jahre 1775 bestimmte Werner Lcy dem ersten Cursus über Gcognosie, den er zu Freyberg hielt, die Zusammensetzung des Gneises; er setzte in die Zahl seiner integrirenden Grundstode den Feld- spath, welcher bis dahin den Mineralogen entwichen war, obschoii er der vorherrschende Theil der mei- 1) Seite 547 der französischen Uehersetzuiig. 2) Berber. Beiträge zu der Mineral - Geschichte von Böhmen, Seite 25. 1774, 5 7 slcii Gesteine, besonders des Gneises von Freyberg war, den man gewissermnnsen für den Typus dieser Gattung angenommen batte. Chnrpenticr woilie, in seiner im Jalire 1778 erschienenen 'mineralogischen Beschreibung von Sachsen, die alte und neue Bestimmung vereinigen: „Der (ineis. sagt „er, besteht in Quarz, Glimmer und Feldspatb, den „sich meistens eine gröfserc oder geringere Menge „Thon, Speckstein und verhärteter Schlamm bey- „geselll 1 2 ). “ Endlich bestimmte Werners kleine Abhandlung „über die Classillcalion der Gehirgsar- ten,“ welche im Jahr 1787 erschien, entschieden die Bedeutung, welche die Mineralogen jetzt mit diesem Worte verbinden 3 ). Saussure war ein zu guter Beobachter, um nicht die Unterschiede bemerkt sn haben, welche den Gneis vor den andern Gesteinen auszeichnen. In. dem im Jahre 1779 erschienenen ersten Bande seiner P< eisen bat er diese Substanz sehr gut bezeichnet, und die Eigenheiten seiner Slructur entwickelt, er bat bemerkt, dafs sie den Ucbcrgang des Granits zu den Schiefern bildete, und also mit dazu beylrug, dio Gleichförmigkeit ihres Ursprungs zu beweifsen; er bat daraus ein besonderes Geschlecht gemacht, welches das zweyte seiner Blällergesteine ist, und hat ihm den Namen : aderigen G r a ni t (Granite veine) gegeben. In der Folge hat er die Benennung Gneis angenommen, indem er allemal den Namen aderigen Granit beybehielt, und den er einigen besondern Abarten gab. 1) Mineralogische Geographie, S, 77. 2) Werner, Classification dev Gebirgsarten, 58 Indem die Mineralogen aller Nationen den Namen Gneis annehmen, geben sie ilnn die bestimmt® Bedeutung durch folgende Erklärung, Zusammensetzung. §. i64. Der Gneis, sagt Werner, ist ein aus Teldspath, f)uarz und Glimmer bestehendes Gestein, welche innig ztl lammengefugt sind und dessen Ge - füge zugleich körnig und schiefrig ist. Wir haben (§. 106) gesagt, was man durch diese doppelte körnige und schiefrige Textur verstellen sollte, wir werden uns liier auf die Bemerkung beschränken, dafs der Gneis, als eine Vereinigung von kurzen, ausgebauchten und durch Glimmerbläu- chen getrennten Feldspatli und Quarzblältclien, nur sehr unvollkommen schiefrig ist. Der Gneis weicht von dem Granit nicht nur in seinem Gefüge, sondern auch darin ab, dafs er gewöhnlich eine gröfsere Menge Glimmer enthält: übrigens hat er von diesem Mineral gewöhnlich sein blättriges Gewebe (§. ioo und ni). Der Feldspatli ist auch der herrschende Grundstoff in den Gneisen, besonders in denen, die am ältesten erscheinen: er ist jedoch darin in geringe- 3 - er Menge, als in dem Granit in Bezug auf die bey- den andern Grundstolle. Er befindet sich darin in Körnern von mittler Gföjse, oder klein und sogar sehr klein, von einer weifsen oder graulichweifsen Farbe, einem matten, sehr oft veränderten und mehr oder weniger dem porzellanerdigen Zustande nahen Ansehen. Der Quarz ist iu gewöhnlich kleinem Körnern, als die des Feldspatli es; er hat ein glasartiges Ansehen mid eine aschgraue Farbe. Der Glimmer ist in den Gneisen in kleinen Blättchen oder bcliüppcheu, welche oft unterschieden sind; allein bisweilen auch sind sie so innig znsnmmenge- fügt, dafs sie fortlaufende Blätter von einer mehr oder weniger belräcbiliehen Grütse bilden: seine ge- wohnlichste Farbe ist grau, welche aber sehr oft und durch alle Arten von Nüanccn bis zum Schwarzen übergeht. Wenn in den altern Gneisen der Gümmer diejenige der drey Substanzen ist, welche von geringerer .Menge ist, so herrscht er doch häufig in denen, welche dem Glimmerschiefer zunächst liegen. Man kann sogar im Allgemeinen sagen, dal's von den Unterschieden, die er darsteilt, diejenigen sich Lerschreiben, welche die Gneise in ihrem Ansehen und besonders in ihrer Farbe darbieten; welches davon herrührt, dafs diese Gesteine sich immer in der Richtung der Blätter theilen, und die Seitenflächen ihrer Bruchstücke fast ganz, wie mit einem Anwurfe von diesem Mineral bedeckt sind. Verschiedene Gneis - Arten. §. i65. Nach den Unterschieden, welche die integrirenden Grundstoffe des Gneises dars teilen, nach denen, welche in ihrer Menge und gegenseitigen Einrichtung bestellen, kann man eine grofse Anzahl Abarten dieses Gesteins unterscheiden. V' ir bezeichnen hier drey hauptsächliche derselben. i) Diejenige, in welcher der Glimmer sieh in geringer Menge befindet: er ist in kleinen oft von einander abgesonderten Schüppchen, aber immer auf Paralleliiuicn, nach welchen sich das Gestein thcilt: dieser ParaJlclismus in den Glimmer-Reihen ist es, welche es von dem' Granit unterscheidet, denn sonst ist der Glimmer darin nicht in grofscr Menge, und die schiefrige Textur ist kaum merklich. Der Quarz und Glimmer bilden liier jeder eine besondere Schicht oder einen Streifen: die von Fejdspath sind. (Jo die dicksten, sie sind ziemlich oft eine Linie dick: der Durchschnitt eines solchen Gneises stellt ein gebändertes und sogar vre 11 enartiges Ansehen dar, wenn die Streifen, statt eben, krumm sind. Bisweilen ist der Quarz nicht mehr in Streifen, oder in Schichten, die iu die Feldspath- Schichten eingeschoben sind, sondern in kleinen parallelen Stangen ; und wenn das Gestein senkrecht auf deren Richtung durchschnitten wird, so stellt es bis zu einem gewissen Puncto das Ansehen eines versteinerten Holzes dar; die Quarz - Stangen sind da gleichsam wie der Länge nach gehend; Fasern. 2 ) Der gemeine Gneis. Er besteht in kleinen Streifen oder linsenförmigen Platten, die aus Feldspa th und Quarz-Körnern bestehen, welche einander zur Seite liegen und durch aus Gliinmer- schüppclien gebildete Blätter abgesondert sind, ln dem Gneise von Freyberg, welcher einer der ausgezeichnetem ist, hat der den herrschenden Theil Bildende Feldspath eine schwach weifsgrauliche Farbe und Körner von ein oder zwey Linien Dicke: der Quarz ist in ein wenig kleinern aschgrauliehen Körnern. Diese beyden Arten von Körnern sind vermengt, und ihr Ganzes macht kleine Platten aus, w< lebe in ihrer Grölsc und Gestalt sehr verschieden sind, allein, welche man sich im Mittel von zwey bis drey Linien Dicke in der Mitte und einen bis zwey Zoll Durchmesser vorstcllen kann: der Glimmer schiebt sich zwischen sie in Gestalt von gekrümmten Blättchen, die aus bräunlich schwarzen Schüppchen bestehen. Ziemlich oft siebet man in diesem Gneise Quarzkörner von der Gröfse der Haselnüsse, um welche sich die Glimmerblättchen Liegen, welches dem Steine ein drüsiges Ansehen giebt. ln den Gegenden von Saint-Flour in Au- vci'gne und von Rabat in den 'Pyrenäen habe ick genau ähnlichen Gneis gesehen. -Bisweilen erlangen die Feldspath - und Quarzkömer eine aufserordent- liche Gröfse: Hr. von Buch hat Krystalle von diesem letztem Mineral in den Gneisen von Norwegen gesehen, welche bis zu einem Fufs Länge hatten. 5 ) Die dritte Art ist sehr blättrig, und enthält sehr viel Glimmer; die Schüppchen dieses Minerals sind fast nicht deutlicher; sie bilden zusammenhängende Blättchen: der Quarz und Feldsuath sind in oft sehr kleinen Kornern, und dergestalt von Glimmer eiugefebiossen, dafs es bisweilen schwer ist, sie zu erkennen und sichtbar zu machen. Diese Art nimmt auch bisweilen das drüsige Ansehen an, und scheint sogar in einigen Handstük- ken nur eine Vereinigung von kleinen Glimmerkugeln zu seyn. Der Gneis geht durch die erstere in den Granit und durch die dritte in den Glimmerschiefer über. Darin enthaltene Substanzen. §. 1G6. Die Mineralien, welche die Gneise am gemeinsten enthalten, sind: Der Turmalin ; er ist darin gewöhnlich in iso- lirten Krystallen, die besser begränzt und von einer feiiiern Masse als in dem Granit sind. Der Granat ; man findet ihn ziemlich häufig in dem Gneise des Nordens von Europa: es giebt sehr schöne dergleichen in denen von Grönland; und in einigen Norwegischen; man hat dergleichen bemerkt, deren Gröfse die einer welschen Nufs erreichte und darin in auiserordentlichcr Zahl waren: Ilr. von Humboldt hat ebenfalls dergleichen in sehr grofser 6 2 Menge sowohl rollte, als grüne in den Amcricani- schen Gneisen, besonders za Caracas gesehen. Die Hornblende ; am meisten ist sie in unvollkommenen und nudclförmigcn Kryslallcn: bisweilen sind >ic um einen Mittelpunct, wie eben so viele Halbmesser gruppirt. Man findet in dem Gneise auch Chlorit, Pista- zit, Tital (Rutil), Magneteisenstein, etc. Man siehet auch, wie in den Graniten, Theile in Gestalt von Kugeln aus schwarzen Glimmer bestellend. llr. von Buch hat sogar ganze Lager von dergleichen in Norwegen bemerkt ; sie waren von einem schwarzen Glimmer von dicken glänzenden Flii lern, von einem ganz kohlenarligen Ansehen gebildet. Schichtung. §. 167. Der Gneis ist sehr ausgezeichnet geschichtet, und die Schichtung ist da der Richtung der Blättchen parallel. Allein, wenn seine Schichten auf einer Granit- Td’sse ruhen, biegen sie sieh da auch um selbige, ui d folgen sie allen deren Krümmungen, so wie so hes dem Anscheine nach in dem Falle seyn mniste, wo sie auf dem Granit nacli seiner Bildung abgeselzte Niederschläge wären? Die Beobachtungen, welche in den Stand setzen würden, diese wichtige Frage auf eine bestimmte Weise zu beantworten, sind für die Geognosie von dem gröbsten Interesse; und unglücklicher Weise haben wir keine dergleichen, welche umständlich und vielfach genug wären, um daraus eine allgemeine Folgerung zu ziehen. Diejenigen, welche llr. von Raumer in den Gebirgen Schlesiens (dem Jiicscngelirgü und 63 der benachbarten Kette) gemacht hat, sind die umständlichsten, die ich kenne : das Ganze dieser Gebirge stellt einen Granit-Vorsprung von omigelähr vierzig Meilen Länge und einige Meilen Breite dar, ■welcher, (den höchsten Theil für sich betrachtet) mit Gneis-Glimmerschiefer-Lagern etc. bedeckt ist, die ihn von allen Seiten umgeben, mit seinen Gehängen parallel sind, also nach Norden, auf .dem nördlichen Abfälle, nach Süden, auf dem südlichen Abfälle etc. einfallen, und ein vollkommenes Bey- spiel der meint eiförmigen Lagerung , wovon wir §§. 126 und i 5 i gesprochen haben, darbielrn: der Mantel ist' vollständig und vollständig geschlossen , sagt Hr. von Raumer 1 2 ). Man führte eine Thatsache von derselben Art in den Gegenden von Freyberg an; der Granit, welcher dort erscheint, war gleichsam als ein mit Gneis-Schichten, welche sich, wie mau sagt, bogen und von allen Seiten mit seiner Oberfläche parallel ordneten, umschlossener Kern gegeben z ). Allein Hr. von Stroem sehlofs aus den Beobachtungen, die er über seine Schichten gemacht hat, dafs ihre Richtung (das Streichen) sich ohne Abweichung um den Kern herum fortsetzt, und das Fallen dasselbe sowohl im Norden als Süden des Granits ist 3 ). Wenn dieser Kern seihst nur ein Theil des Gneisgebirges wäre, welcher zufällig und augenblicklich die granidsche Slructur angenommen hätte und 1 ) Der Granit des Riesengebirges. 2 ) IIr, von Bonnard, Essai sur 1’Erzgebirge. 3 ) Leonhnvd’s Taschenbuch filr die Mineialogie l8l4 “ Ström über den Granit. dies könnte wohl seyn, so würde man daraus nichts in Bezug auf die Schichtung scldiefsen können ; es ist hier von derjenigen die Bude, welche die Lager darslcllen, die sich auf einer schon vorhandenen. Masse bilden. An den Orten, wo ich solche Lager beobachten konnte, habe ich ihre Schichtung mit der Auflagerungs-Flache parallel gefunden: allein ich habe diese Thatsaehe nicht oft genug wiederholt, und in nicht genug verschiedenen Umständen gesehen, um sie allgemein zu machen, jedoch erlaubt das Ganze meiner und der zu meiner Kenntnifs gekommenen Beobachtungen nicht, ohne neue Vergewisserungen den Fall anzunehmen, wo mau Lager von Glimmerschiefer und körnigen Kalkstein, zum Beyspiel, auf einen Granitboden, welcher einen Wechsel von Erhöhungen und Vertiefungen darbietet, mit einer vollkommenen söhligen Schichtung geordnet, dar- stcllen würde: eine solche Darstellung findet sich in dein 111 . Bande der Transactions de la societe geologicjue de Londres (Taf. 21. Fig. 5 ). Zersetzung. 168. In dem Gneise, so wie in dem Granit, zersetzt sieh der Feldspnth durch die Wirkung der Atmosphäre, und seine Zersetzung zieht die des Gesteins nach sich. Die Zerstörung geschieht hier sogar schneller: zuerst verändert sich der Feldspath und verwandelt sich leichter in Porzellanerde (kao- lin); ferner beschleunigt die Leichtigkeit, mit welcher das Gestein sich in Blättchen spaltet, seine Zerstörung beträchtlich. Daher kommt es., dafs selbiges nur selten jene isolirten Blöcke dar- slellt, wovon wir in der Ahtheilung von dem Gra- 65 li'ir. gesprochen haben; daher kommt es auch, dafs - ine Gebirge jenes schroffe Ansehen hallen, wel- ..fies man an den Granit - Gebirgen bemerkt hat; clriis ihre Gipfel, ihre Spitzen gewöhnlich abgerundet sind, und sie nur seilen ausgestreckle Nadeln und sehr zerschnittene Kämme haben. Wenn zuweilen die Zersetzung in den Gneis eindringt, so zerstört sie den Zusammenhang unter seinen Theilen; seine Blätter brechen sich dann leicht und zerfallen in veränderte Stückchen; das Gestein ist wie verfault. Fremdartige Lager. §. 169. Die fremdartigen Lager sind in viel grösserer Anzahl in den Gneisgebirgen, besonders in den jüngern, als in den Granitgebirgen; aufser den metallischen Lagern, wovon wir weiten’ unten sprechen werden, findet man darin ziemlich häufig: Kalkstein-Lager; dieses fflineral ist darin im Allgemeinen grofskörnig und von einem krystallini- schen Ansehen: Saussure bat, hauptsächlich in seiner Preise auf den Simplon und den Mont - Cervin, verschiedene dergleichen beschrieben; ich habe dergleichen eine grofse Anzahl in den Pyrenäen etc. gesehen; IIr. Schreiber hat solche in dem Gneise der Gebirge von Chalances, in der Dauphine'e, bemerkt; Hr. von Humboldt in den americauischeu Gebirgen etc. Ilornblendegestein-Lager; ihre Substanz ist sehr oft mit Gneis vermengt, so dafs es oft schwer ist, bey der Beobachtung über ihre wahre Beschaffenheit zu entscheiden. Lager von Huri bis che Porphyrm , sehr dick, und wovon wir in der AbtlieiJuug über die Porphyre sprechen werden. JI. Tlieil. E 66 L.ager von dichtem öder körnigem Febkspath; dies ist der TVeifssbein von Werner. Ich habe dieses Gestein in den Gebirgen Sachsens, sowohl in nur einigen Zoll dicken, vollkommen ebenen nml in den Gneis eingeschobenen, Tafeln ähnlich, haicl in so dichten Schichten gesehen, dafs sie Gebirgs- jfVlasscn bildeten. Der Feldspath in selbigen war weifs, hart und halle ein äufserst feinkörniges Ansehen, wie die Dolomiten; er enthielt eine Menge rot her Puncte, welche mir Granaten zu seyn schienen, und man sähe darin einige Schüppchen von ■weifsein Glimmer. Hr von Bonnard, welcher den TT'eifssein in Sachsen, besonders in dem nordwestlichen Tlieile des Erzgebirges, wo er eine grofse Gebirgs - Masse bildet, besonders studirt hat, bemerkt, dafs er unter dem Gneise liegt, und glaubt nicht ihn diesem Gesteine untergeordnet zu betrachten; er scheint ihn vielmehr an einem bason- dern Granit zu liegen, in den er bisweilen übergeht; dies würde sodann nur ein Etuit seyn, das heilst, ein dichter oder fast dichter Granit. Hr. Hausmann hat in Schweden einen Weifsstein bemerkt, weicher in demselben Falle seyn winde: indem er den Syenit - Granit verfolgte, sähe er die Hornblende verschwinden, und er hatte bald nichts weiter, als ein aus dichtem Feldspath mit einigen Quarz-Kornern, und einigen kleinen Glimmer-Blättchen, welche ihm kaum das geschichtete Ansehen gaben, zusammengesetztes Gestein: dies ist, sagt dieser gelehrte Minera- log , ein wahrer TVeifsstein. Uebrigcus hat er in demselben Laude einen aus gleichsam in einander verschmolzenen Feldspath und Quarz gebildeten Etuit sich jenem Gestern nähern sehen z ). In allen Fällen ist der. EVeifsstein in meinen Augen ein gewöhnlich körniger Feldspath, der einige Ginn- 1) Heise durch Scanduiavicn. Ster Band, 6 7 niersclu'ippclien mit einigen Quarz - Körnarn und andern BliaO'iilieu euLlriili. Uebri^eus ist er nur in Schweden, in Sachsen und in Mähren, wo er auch Gebirge ausmacht, bemerkt worden. Ich werde nicht von den Granit-Glimmerschiefer- und Thonsehiefer - Lagern sprechen, welche sich oft in dem Gneise befinden und mit welchen er wechselt. Ich beschränke mich hlos, zu bemerken: dafs ich den Feldspath in einigen dieser Granit - Lager fast im erdigen oder porcellanerdigen Zustande gesehen habe: alles zeigte an, dafs dieser Zustand keinesweges die Wirkung einer von der Kraft der Atmosphäre oder andern fremden Kräften herrührenden ZerseLzung war: der Fcldspath würde demnach so gebildet worden seyn: seine Tlieilchen würden, statt sieh zusammenzuziehen, und zu einem kristallinischen oder steinigen Körper zu vereinigen, unzusammenhängend geblieben u:}d daraus eine erdige Masse entstanden seyn. Wir werden in der Folge verschiedene lieyspiele dieser merkwürdigen Thalsache sehen. Aufser den eben angeführten Lagern enthält der Gneis noch Gänge von denselben Substanzen. Er enthält übrigens Gel Quarz-Gänge: ich habe einen dergleichen gesehen, welcher schön schwarz %var; und als ich ihn mit Aufmerksamkeit untersuchte, erkannte ich, dafs er seine Farbe hlos von dem Turmalin hatte, womit er gewissermaaseu geschwängert war. Wir haben schon (§. i5G) von den Gängen von Granit gesprochen, der gew öhnlich grofs kryslalliuiseh körnig und mit darin befindlichen Feldspath versehen ist. „Es ist wirklich merkwürdig, sagt deshalb Ilr. von Buch, zu sehen, dafs überall, WO der Stoff des Gneises einiger lluhe ge- E 2 I 68 nicfal, so wie in «len Klüften der Gänge, der Feld- spath za, der Glimmer abnimmt und der Granit sieh bildet: eine neue Bestätigung der Wahrheit, lügt er hinzu, zu welcher alle geologische Erscheinungen zurückftiliren; dafs alle Unterschiede in den Formationen nur von den äufserlichen, durch die Kräfte von innerer Affinität modjficirtcn, Bewegungen kommen 1 )." Ohne diese Meinung in ihrem Ganzen anzunehmen, glauben wir doch, dafs sie verdient in grofse Betrachtung genommen zu werden. Alter. §. 170 . Der Gneis folgt unmittelbar dem Granit in der Reihe der Schiefer- Formationen '(§. i44): er ist zwischen diesem und dem Glimmer-Schiefer, und bildet das Glied, welches diese bevden Gesteine verbindet; man kann sogar sagen, dafs er von einem zum andern durch unmerklichc Nuancen übergebt,’ und zwischen ihnen in Bezug auf Gefüge und Bestandteile alle erdenkliche Zwischenglieder darstellt. Dieses Uebergangs, des sehr häufigen Wechsels unter diesen Gesteinen, ihrer Vermengung bisweilen in demselben Gesteine (§. 2ÖS) olmgeachtet, sehen doch die meisten Mineralogen die Hauptmasse des Gneises wie eine spätere Formation, als die des Granits an, obschon übrigens keine Unterbrechung zwischen den beyden Formationen statt gefunden hat; und in der That scheinen die geringere Menge Feldspath, die gröfsle Menge Glimmer, die geringere Gröfse und das weniger Ivrystaliiuisclio der 1) Voyage en Norwege, tom. I. Sehe 59' und 410 der deutschen Ausgabe. Korner eine andere Ordnung der Dinge und eine Näherung nach jener folgenden Epoche, wo die mineralischen Formationen weniger rein und mein 1 beunruhigt gewesen sind, anzuzeigen. Die grofse Anzahl fremder Lager, und die Menge der metallischen Substanzen, die der Gneis enthält, unterscheiden- ihn auch geognostisch von dem Granit; und alle diese verschiedenen Umstände rechtfertigen die durch Werner gemachte und jetzt von allen Mineralogen angenommene] Absonderung hinlänglich. G.cwifs giebt es sehr grofse Uebereinsiimniungen zwi« scheu diesen beycleii Gesteimirlen, und. wir haben darauf beliarrt: allein dies ist kein hinreichender Grund, sio zu vermengen; in dgv Geognosie kann man wohl au* völligem Grunde sagen, was Snussure in der Mineralogie im Allgemeinen sagte: Wenn man unter einem und demselben Namen zwey Substanzen vereinigt und vermengt, sobald sie Achnlichkeilen haben, so wird man endlich in dem Mineral - Reiche nur einer, einzigen.. Namen und eins einzige Sache haben, Dann noch, wann unsere Eintlieilungcn und Benennungen weniger der Ausdruck von dem, was wirklich in der Natur be-. steht, als ein Mittel, das Studium und die Kenntnifs derselben zu erleichtern, seyn würden , liiüfste mail sie heybehalten. Ich habe mich (§, 108) gegen die Einführung neuer Benennungen, deren Nolhwendigkeit die Erfahrung nicht gebilligt haben würde, erklärt; allein, ich sage nicht weniger, dafs man bey dem gegenwärtigen Stande der Geognosie, den Fortschritten derselben, vielmehr durch Veränderung der schon anfgenommciien Namen, als durch die Annahme einiger andern, schaden Würde. Da. der Gneis zu verschiedenen Epochen gebildet worden, so kann er bisweilen Stücke der früher vorhanden gewesenen Gesteine enthalten und enthält dergleichen auch wirklich. Hr. von Buch hat ein dergleichen Beyspicl am Rostenberg in IVorwe- 7 ° gen gesellen: das Gestein dort ist rin selir glimm- riger und schiefriger Gneis; es enthüll Stücke eines andern Gneises, welcher’ aus Streifen oder Halten voll Feldspalh mit ein wenig Ouarz und durch Glimmerhlälter getrennt, gebildet ist, wie die erste beschriebene Art: diese Stücke sind eckig, bisweilen viereckig, und ballen bis einen Fufs und drüber; dies sind, sagt llr. von Buch, die Trümmer eines altern Gneises, welcher zur Bildungs-Epoche des neuern Gneises zerstört wurde. Der Anblick dieses Gesteines erinnerte ihn an die Puddingslei- ne (Conglomerate) von Vallorsinc (§. i 55 ), und er hatte es fiir einen l > uddiugstcin gehalten, wenn die Bruchstücke zahlreicher gewesen wären 1 ). Metallische Substanzen. §. 171. Der Gneis ist vielleicht das Gestein, welches die meisten metallischen Substanzen, wenigstens in Europa, enthält; es giebt fast keine einzige , welche nicht und zwar in gnugsamer Menge gefunden worden wäre, um der Gegenstand einer Behauung zu seyn; sic sind darin meistens in Gängen, allein oft auch in Lagern. In den Gneisen der Gardelta in der Dauphinee ist es, wo Hr. Schreiber den einzigen Goldgang, wo der französiclie Bergmann seine Arbeiten begann, behauen liefs 2 ). I11 den Gneisen am Fufse des Mont - Hose liegen die Goldgruben von Ma- eugnaga 3 ). 1) Voyage en Noiwegc et en Lapouie, ch, 4, 2) Journal de physique, tom. 56. 55) SausMive, ff. £132 etc, 7i Die Goldgruben von Rauris, Gaslein, Schell- gaden ira Salzburgischcn, sind auch, in demselben Gestein 1 ). Die Gänge und Adern des Gehirges von Cha- lences bey Allemonl, welche Siihcr, Kobalt, Spiefs- glanz elc. geliefert haben, sind in Gneis. Dieses Gestein enthält auch in den Yogesen, die Gänge von Sainle - Marie - aux jMines , welche ihren lleichtlxum und Verbreitung durch die laugen Arbeiten, welche man in selbigen getrieben und durch die Menge der Metalle, die man licrausgenom- meu, bewiesen haben. In dem Gneise der Auvergne ist es, dafs ich die Bley- und Silbergänge von Pont- gibaud, sowohl als die Spiefsglanz - Gänge bey Mas- siac gesehen habe. In dem Gneise Sachsens sind die reichen und berühmten Silber - Bley - Gruben elc. von-Freyberg, Marienberg, Annaberg, Glashütte, Ehrenfriedersdorf etc., in Böhmens Gneise sind die Baue von Joachimslhal und der umliegenden Gegend. Fast überall an diesen Orten ist das Metall - Erz in Gängen. Es ist in Stöcken in den berühmten Kupfer- Gruben von. Falilun in Schweden. Der Gneis enthält auch eine grofse Menge Eisen-Erz; fast alles das, was man in Scandinavien bauet, ist in diesem Gestein; zum Beyspicl am Thaberg, zu Dannemo- ra, zu Uloc, zu Gellivara und zu Arendal. Wir werden weiter unten von diesen berühmten Lagerstätten sprechen. In America ist nach der Bemerkung des Ilrn. von Humboldt der Gneis viel weniger erzführend, j) Moll, Oberteutsclie Bey träge, 1787, 7 3 Verbreitung. §. 172. Del- Gneis Leg]eitet fast, überall den Granit, er findet sich in denselben Gegenden als er; allein gewissermaafsen zwischen dieses Gestein mul den Glimmerschiefer zusammengedrängt, nimmt er in Frankreich, in der Schweiz, in 'Deutschland und England weniger Raum ein. Jedoch ist er übrigens, besonders in Norwegen und in dem nördlichen Europa im Allgemeinen, das herrschende Gestein: das Gneis - Gebirge ist dort gewissermaas— sen das einzige; cs umschlichst alle andern Gesteine, und es nehmen selbige so wenig Raum ein, sagt Hr. vom Buch, dafs man sie als ihm untergeordnet ansehen kann. Der Gneis ist auch häufig in den vereinigten Staaten von America; er macht dort vielleicht die Hälfte der Urgebirge aus; er enthält dort Granil- JVlassen oder Lager, welche mehr als dreihundert Fufs Dicke haben, und eine Menge Lager von Kalkstein, Ilornbiendegcsleinen, Serpentin, Blagneteisenstein etc. In dem südlichen America hat ihn IIr. von Humboldt auf der hohen Anden-Kette von Quito herrschen sehen; er hat ihn in den Gebirgen von Pariina, und in dem von Venezuela bemerkt. Dritte Abtlieilung. Von dem Glimmerschiefer. Saxum foruncum et saxum molare de Wallerius. .11 oche feuilletee; tjuartz et mica, ou. schiste niicace de Saussure. Gl immer schiefer der Deutschen. Mica slate der Engländer. Zusammensetzung, §. 170 . Der Glimmerschiefer (schiste -micaci ist ein Gestein von schiefrigem Gefüge aus Glimmer mul Quarz zusammengesetzt I ). 1) Der Glimmerschiefer, aus den beyden Worten Glimmer (mica) und Schiefer (schiste) gebildet, ist theils von dem herrschenden Grundstoffe, theils von der Structur des Gesteins abgeleitet. Das Wort schiste-micace ist die natürliche Ucbersez- zung desselben , -und obschon unvollkommen, ist cs doch so genau als möglich in einer Sprache, welche ihro "W oite ment so wie das Deutsche, das Englische etc. von blos darneben gesetzten Substantiven zusammen- setzt. Dieses Wort ist, seit langer als dreyfsig Jahren, von Saussure und allen französischen Mineralogen gebraucht worden. Es ist nach ohiger Erklärung deutlich, dafs es einem Gesteine nicht Idos deshalb allein, dafs. es schieferig wäre und Glimmer enthielte, gegeben werden könnte: um jedoch diesen falschen Anwendungen zuvor zu kommen, hat Ilr, Brogniart, ihm den Namen micaschiste subsii- tuirt. Ich kenne kein Beyspiel von cberwähuten Irr- thunie ; wenn ich ihn gefürchtet hätte, so würde ich dem Glimmerschiefer einen einfachen französischen Namen gegeben haben; allein dies hat mir überflüssig ge- y4 Der Glimmer herrscht fast immer, oder wenigstens ist er hem orlcuehlender ; er ist gemeiniglich grau, er fällt jedoch bisweilen ins Gelbe, seltener ins braune, und ziemlich oft ins Grüne: in Jclzterm Falle nähert er sich dem Talk. Er ist hier nicht mehr in SpliUcrchcn wie in dem Granit, auch nicht in oft deutlichen Schüppchen, wie in den Gneisen; fast immer sind die Schüppchen, oder unvollkommenen K.ryslalle dergestalt in einander verwebt und verschmolzen, dafs ihr Ganzes fortlaufenden Häutchen ähnliche Blätter bildet. Der Quarz hat seine gewöhnlich graue Farbe und sein glasartiges Ansehen; er ist in kleinen fast linsenförmigen und flach zwischen die Glimmer - Blättchen gelegten Platten. Oft nehmen diese Linsen bis zu einem halben Zoll Dicke in der Mille zu; sie werden sogar bisweilen fast ganz kugelig; die Glimmerbhiltchen biegen sich immer ganz herum, und wenn man solche Schiefer bricht, da sic sich in der Richtung der Blättchen trennen, so stellen jene au dem Bruchstücke hervorstehenden Quarz-Kugeln oder Knoten, unter dem Glimmerliäntchen, welches die Oberfläche bildet, ein dem der Knoten oder Drusen unter der Haut der Tliiere ähnliches Bild dar. Sonst sind die Quarz- Körner so klein und dergestalt in die Glimmer- blätlchcn eingeseldossen, dafs man sie nicht unterscheiden kann, und das Gestein Idos von letzterer Substanz zusammengesetzt zu seyn scheint. Obschon im Allgemeinen der Glimmer die Hauptmasse des Glimmerschiefers ausmacht, und schienen; bey dem gegenwärtigen Zustande der No- menclatur verstellt mau sich vollkommen; der bestehende Name erfüllt seinen Zweck und ist durch den Gebrauch geheiligt. von den Unterschieden .desselben diejenigen licr- riiliren, w<. ■lebe (] as Gestein darslt-ilen, so gcschiehct es doch bisweilen, dafs dev Quarz bi grofscr Menge vorhanden ist, und Platten bildet, welche sieb, mehrere Zoll weit foriselzen; der Qucrdurchschnill; des Steins stellt dann ein geadertes Ansehen dar; sonst nimmt der Quarz dergestalt zu, dafs er den gröbsten Tbeil der Masse ausmacht; der Glimmer ist darin in eben so seltenen als kleinen Plättchen, oder sogamur in von einander abgesonderten Schüppchen, und dann geht das Gestein in Quarzfels über, wovon wir in der Folge sprechen werden. - Die Schiefer, in welchen der Quarz häufig ist, trennen sich bisweilen in Hache Platten und von einer ziemlich grofsen, Fläche, aber man bedient sich derselben an einigen Orten zum Dachdeckern dies ist das wahre saxum fornacum von Waller ins. Allein meistens herrscht der Glimmer, und der Schiefer tlieilt sich in kurze, dicke und gekrümmte Blättchen; dieses Kennzeichen dient ziemlich oft dazu, ihn beym ersten Anblick von dem Gneise zu unterscheiden, weil dieser im Allgemeinen flachere und regdmäfsigere Blättchen hat: übrigens besteht in der An - oder Abwesenheit des Feldspat lies der Haupt - Unterschied zwischen den beyden Gesteinen, wenigstens wenn man sie in kleinen llaudslük- fc.cn betrachtet. Arien. §. l^-i. Der Gneis geht in Glimmerschiefer über, allein dieser Lebergang erfolgt nicht plötzlich: so dafs die ersten Arten dieses letzten Gesteins, diejenigen, welche dem Gneis am nächsten liegen, auch einige Körner Feldspath, und zuweilen sogar kleine Jiieren dieses Minerals enthalten; 7 ü ihre Blättchen sind übrigens weniger fein. Sodann haben wir den Glimmerschiefer, der aus Glimmer und Onarz in gut. unterschiedenen Theilcn besteht. Wenn endlich der Glimmer amiimmt, so wird der Quarz sieh nur in kleinen Kornern zeigen, welche man bisweilen sogar Mühe hat, zwischen den Glimmerblättchen gewahr zu werden: das Gewebe des Gesteins wird sehr fein scyn ; oft werden sich diese Blättchen innig gegen einander legen, und wenn das kryslallinische Ansehen ahnimmt, wird man 2um Thonschiefer gelangen. Aufser den verschiedenen Glimmerschiefer-Arten, welche von der stufemveisen Veränderung der /msammenseznr.g (der Bcstandlhcile) herrühron können, wollen wir diejenigen bemerken, welche das drüsige Ansehen darstelll, wovon wir die Xtrsaclie angezeigt haben. Der Glimmer geht, sehr oft in Talk über, und folglich wird der Glimmerschiefer in Talkschiefer übergehen; allein der Uebcrgang zwischen diesen Leyden Gesteinen, so wie der f/cbergang zwischen den beyden Mineralien, ist so unmerklich und so häufig, dafs ich in diesen beyden Gliedern nur zwey Arten zu sehen wlifste. iiuiis der auffallendsten Beyspiele, welche ich von diesem Uebergange gesehen habe, ist in Auvergne, bey Saint - Ser— nin, auf der Slrnfsc von Mauriac nach Aurillac: der Glimmerscbiefer gebt dort sogar, ohne seine Farbe zu verändern, in einen dergestalt seifigen (beym Befühlen fettigen) Talkschiefer über, dafs so wenig auch das Gestein ahfällt, es doch schwierig ist, sich auf selbigem aufrecht zu erhalten; man gleitet darauf so ah, als wenn es mit Seife geriehen worden wäre. Obschon der Uebergang zwischen den Leyden. Varietäten meistens augenblicklich geschieht, so 77 erhält er sich doch bisweilen auf Räumen von einer sehr grofsen Verbreitung: so ist auf der südlichen Rückseite der grofsen Alpen, vom Mont - Rose an bis zum Mont-Blanc, das herrschende .Gestein fast immer Talkschiefer; allein es kehrt in Zwischen-Räumen zum Glimmerschiefer zurück, und zeigt übrigens alle dieselben geognosiischen Kennzeichen, als jener: also giebt es keine Veranlassung, sie als zwey verschiedene Formationen anzusehen. Darinn enthaltene Substanzen. §. 375. Der Glimmerschiefer enthält sehr häufig verschiedene Substanzen. Die hauptsächlichsten sind : 1) Der Granat, entweder in unregelmäfsigeu Körnern oder in Krystallen; er findet sich so häufig in selbigen, dafs man ihn fast als einen der das Gestein integrirenden Grundstoffe anscheu könnte. Ich habe wenig Glimmerschiefer gesehen, welche, in einer gewissen Verbreitung genommen, nicht eine gröfsere oder kleinere Anzahl Granaten enthielten: ich habe dergleichen in denen von Languedoc, den Alpen, Sachsen, Schlesien etc. gefunden. Herr von Buch sähe solche fast bey jedem Schritte, den er in den Glimmerschiefern Scandinaviens that. Sie sind bisweilen an einem Orte in grofser Anzahl und beträchtlicher Gröfse: als Saussure von dem. Simplon nach Duomo d’ Ossola herabstieg, wandelte er auf einem V,' ege, welcher mit dergleichen fast gepflastert zu seyn schien; sie waren da, sagt dieser Naturforscher, aus dem Felsen hervorstehend, wie die Radnagel. (Sauss. §. 1760.) Hr. von Humboldt hat ebenfalls dergleichen in den Glimmerschiefern von America hcmei-kt; allein sie sind dort in geringerer Menge als in dem Gneifse 3 sie nehmen 7 Kieselerde, • 4 4 . 48 , ß 48 Thonerde, . 4 • ß3>5 54. 25 Talkerde, . ♦ • . . i,G - Eisenperoxyd, • IB5 4 , 5o Braunstein, . ♦ * • o,g 0,5° Salpeter, . • « 4, 7 8,75 Kohle, . . ♦ . 0, 3 - Schwefel, 4 . 0, 1 - Wasser und flüchtige Stoffe, 7,(i I, 25 Verlust, . 1.8 2 > 75 Wenn auch die Vergleichung zwischen den beyden Analysen nicht die Gleichförmigkeit der Bestandteile feststcllt, so setzt sie doch wenigstens den Annäherungen, welche wir gemacht haben, kein Hindernifs in den Weg, und erlaubt wohl, den Thonschiefer so aiizu- sehen, dafs er die Grundstoffe des Glimmers zur Basis habe, und übrigens noch eine ansehnliche Menge Quarz oder Kieselerde enthalte. Arten (Varietäten), §. i85. Da der Thonschiefer von dem Glimmerschiefer zu dem Schiefersteinc (ordoise) in allen Yerhiiltnissen durch unmerklidie und vcrschicden- arlige Nuancen übergeht, so ist die Zahl seiner Arten fast unendlich : ich beschränke mich darauf, die drey folgenden zu bemerken. 1 ) Der Tafel schiefer, welchen wir schon erwähnt haben. 2 ) Ein schwarzer Schiefer, härter als der gemeine Schiefer , von näher heysaminenliegendcn i) Man sehe die nähern Darstellungen meiner Analyse, Journal de phys, Band 63, 9 2 Körnern, nml welcher sich leichter in übrigens dik- kere BLlter spaltet.: dies ist der gewöhnlichste Probierstein. Er hat seine ihn auszeichnenden Eigenschaften von einer Menge kleiner, zuin Tlieil unerkennbarer Quarz - Körner, und vielleicht gar von Kieselerde, womit er geschwängert seyn würde. 5 ) ln den Thonschiefer- Gebirgen habe ich oft ein besonderes Gestein gesehen, welches mir an ihrer Haupt-Masse zu liegen und folglich nur eine Gattung desselben zu seyn schien, obschon selbiges übrigens in seinen äufscrliehen Kennzeichen davon abwich. Es ist mehr nach allen llichtungen zerklüftet, als schiefrig; seine Blätter oder Bruchstücke sind dick, ihre Oberfläche schmutzig, und dunkelbraun (in Folge der von der Berührung mit der Luft herrührenden Veränderung); das Innere ist grünlichgrau oder schwärzlich grau; es zeigt einen erdigen Bruch, der sich bisweilen dem dichten Bruche nähert. Der Mangel an bestimm teil Kennzeichen, das nicht geschichtete Ansehen dieser Massen, hat mich manchmal verleitet, selbiges für einen erdigen Eurit zu halten; allein das Ganze seiner Eigenschaften und seine Lagerung nötiiigen mich, ihn dem Thonschieler anzuhängen. Unsere allen Mineralogen hatten in ihm einen Hornstein gesehen, wir werden ihn Tercnit nennen. (Man sehe das folgende Capilel. Erste Ablheilung). Darin enthaltene Mineralien. §. 186. Unabhängig von den kleinen Quarz- Körnern und Glimmerliiltcrehen, welche man in den Thonschiefern siebet, findet man darin auch: 1) Quarz: bald in kleinen zwischen den Blättern des Gesteins liegenden Streifen; bald in Kör- nern oder Vieren, um welche sich dieselben Blätter Liegen; bald in Trümmern und Adern, weiche die Schichten in allen Richtungen durchsetzen; bald in wahren Gängen; bald endlich in grofsen Lagern, wie wir es in Kurzem sagen werden. Dieses häufige Vorkommen des Quarzes in allen Gestalten ist eine allgemeine, von allen Mineralogen bemerkte, Thalsache. 2) Die H o r n h 1 en d e (ampbibole) meistens in Büscheln, die ans di vergärenden Fasern, in Gestalt von Garben, bestehen. Verschiedene Schiefer, die von bchneebcrg in Sachsen, zum Beyspie!, s!eilen schwarze längliche Punete dar, weiche ungestaltete Kryslalle dieses Minerals zu seyn scheinen. 5 ) Der C h i a s t o I i t h (macle) : er ist hauntsäch- licli in den Thonsc.hieficr in Bretagne, in den Pyrenäen, in Deutschland, in England etc. gefunden worden: der schwarze Theil, welcher im Innern dieses Minerals ist, gleicht sehr dem des Gesteins. Man hat in den Thonschiefern auch Theile oder Krystalle von Feldspath, Granat, Turmalin, Magneteisenstein, Kies etc. bemerkt. Schichtung» §. 187. Der Thonschiefer ist vielleicht das am ausgezeichnetesten geschichtete Gestein; die Blätter sind in selbigem mit den Schichiungs-Klüften parallel; allein bisweilen sind sie dergestalt gekrümmt oder gebogen und die Biegungen erhalten sich in einer Richtung auf einer so grofsen Weite, dafs ein Theil der Blätter in einem Theile des Lagers gegen die Schichtung geneigt, oder sogar senkrecht auf selbige ist. Daher ein grofser Theil der Unregel- mälsigkeiteu, welche die Thonschiefer - Schichten *0 oft darstellen, und welche aufserordentliche Mei- 9 * nungen über ilire Abtlieilung in Blatter veranlagst Laben: eine solche würde, zum Beyspiel, die des llrr. Voi;,t seyn. Dieser, übrigens mit Recht berühmte Gcognost, glaubt, dafs die Thonschiefer in fast horizontalen Schichten abgelagert worden und noch in derselben Lage sind; dafs sie sich jedoch in Blätter theilen, die mit ihrer Fläche gewöhnlich einen rechten Winkel machen; welches ihnen den Schein einer senkrechten Schichtung gieht. Er bemerkt, dafs die Absonderung in senkrechte Blätter lim deswillen nicht an mehrern Orten gesehen wird, weil, da die Schichten sehr dick sind, man nicht die sie umgräuzenden Flächen gewahr wird, und also rieht von ihrer wahren Lage urtheilen kann. Er gründet seine Meinung auf horizontale Schichten, welche er in dem Thüringer Walde mit Kalkstein - Schichten wechseln sähe, und welche, Leynahe senkrecht auf die Schichtung, in Blätter ahgetheilt waren 1 ). Ohne die Meinung des Ihn. "Voigt an/.unchmen, mufs ich doch nicht weniger bemerken, dafs es wirklich Fälle giebt, wo das Gestein Blätter dar- siellt, welche schief gegen die Fläche der Schichten liegen. Ich habe ein ' auflallen des dergleichen Beispiel vier Meilen (lieucs) nördlich von Freyberg gesehen: das Gebirge Leslaud aus sehr deutlichen, mit viel Kalkstein vermengten Schichten, welche mit andern mit Graphit geschwängerten Schichten wechselten, welches die Schichtung sehr sichtbar macht. Die erstem spalteten sieh sehr rein, indem sie mit der Auflagernngs - Fläche einen Winkel von ohn- gefälir 6o° machten. Dieser Umstand, welcher uns i) Praktische Gebirgskunde, S. 56. 9 ^ sein 1 auffiel (ich war mit Hm. Mohs) ist nach Werner' eine Folge der doppelten Blälterung, welche der Thonschiefor bisweilen darslclll. Der Ur. Graf von Bournon hat bemerkt, dafs mehrere Schiefer sieh gewöhnlich unter den Winkeln von 6u° bis 120 ° spalten, und er ist geneigt, diese Thalsael.c als ein .Resultat von der Anwesenheit des Glimmers anzusehen. Die Schichten der Thonschiefor - Gebirge sind im Allgemeinen sehr geneigt: der grüfstc Tlieil unter ihnen ist beynahe söhlig gebildet und nachher, durch die Wirkung einer Ursache nach ihrem Fest- seyn, in seine jetzige Lage gebracht worden, „dies ist unstreitig durch die Lage der Stücken von flacher Form bewiesen, welche mehrere von denen enthalten, die die Uebergangsgebirge (die Grauwak- kengebirge) ausmachen; diese Thalsache verdrängt Hr. Voigts Behauptung über die auch söhlige (horizontale) Lage der Schichten. Darin vorkommende Lager. §. l83- Die Thonschiefer - Gebirge enthalten eine grofse Anzahl Lager: einige sind ihnen untergeordnet; solche sind, nach Werner, die Alaun- Schiefer-, G rill eise hiefer - , Welzschicfer-, Chlorit- und Talkschiefer-Lager; ich könnte noch die von Lydischen Steine, Graphit und Glanzkohle anführen. Andere, so wie die Quarz - Grünslein - und Kalksteinlager sind darin gewöhnlich, und vielleicht würden sogar die beyden erstem in dem Falle der vorhergehenden seyn; endlich findet man darin bisweilen und zufällig Lager von Feldspath, Serpentin etc.; olme von den Granit-, Gneis-, Glimmerschiefer - und Porphyr - Lagern zu sprechen, •welche in gewissen Gegenden mit dem Thonschie- 9 ( > fer wecliseln. Da dieses Gestein sicli theils in den Lh-gebirgen, theils in den Uebergangs - Gebirgen findet; so -wird es mit den eben genannten Lagern aucii so seyn; jedoch tverden Avir von den Lagern der Alaun-und Griffelschiefer, so wie der Glanzkohle, die ausseh üefslieh zu den Ueber- gnngsgebirgen geboren, nicht in dieser Abtheilung sprechen: Avir wollen in selbiger einige Worte über die andern sagen. lj Der schieferige Talk, oder fast ganz von Talk zusammengesetzte Schiefer, gehört vorzüglicher zu den letztem Glimmerschiefer, zu den fast ganz aus Glimmtr bestehenden GeiA-gen, und welche sich folglich mehr den Thonsei;ie f er-Gebirgen nähern, und iu selbige sogar iibergi „en; in solchen Gebirgen ist es, ayo Avir gewöhnlich die Taik- schicfer - Lager finden: sic rühren da von dem Tjebergange des Glimmers in den Talk in gewissen Schichten oder Theilen von Schichten her. 2 ) Der Chloritschiefer, oder vielmehr der schiefrige Chlorit, weicht wahrscheinlich von der vorhergehenden Substanz nur darin ab, dafs er mehr Eisen enthält; er hat auch grofse Lagerungs- Verhältnisse mit jenem. Diese Gesteine finden sich meistens nur in kleinen Massen oder Lagern und sind in den Glimmerschiefern und Serpentinen wenigstens eben so häufig. als in den Tlionschiefern. 5) Der We t zs chief er ist ein Llofser, ein avc- nig talkartiger Thouschiefer von heller Farbe, und welcher Onarz in mehr oder Aveniger feinen Körnern enthält. Wenn sie übrigens einen grofsen Grad von Zartheit halten, so dient er zu Wetzsteinen. 97 4) Der lydische Stein. Wir haben gesellen, dafs der Thousehiefer sehr oft und unter man- cherley Gestalten viel Quarz enthielt; welches anzeigt, dafs die Kieselerde in der Auflösung oder der Substanz, welche dieses Gestein erzeugt lial, in gro- fser Menge war. Es wird bisweilen geschehen seyn, dafs die kieselerdigen Tb eil ehe u in der Masse des Thonschicfers zerstreut blieben, welcher also damit geschwängert seyn wird; er wird härter und seine Blätter ziisamniengedräugter seyn: dies ist der Pro- birslein, welchen wir S. 92 . erwähnt habfen. Wenn die Menge Kieselerde zuninnnt, und endlich ansehnlich vorherrscht, so wird man ein Lager von kieseligen Schiefer (schiste - siliceux) (Kiesel- schiefer silex schiste), der mehr oder weniger mit Thonschiefer-StolF vermengt ist, haben: diese That- 6 ache findet hauptsächlich in den Thonschiefern statt, w r o die KryslalJisations - Kraft die geringste Wirkung, das heilst, in denen hatte, welche gleichartig, schwärzlich, mit Kohlenstoff gefärbt so wie die Schiefersteiuc sind; dann ist der Kieselschicfer gleich schwarz; dies ist Werners Lydisclier öl ein. Sehr oft haben sich die ihn ausmachcnd.cn Kieselerdtheilchen, anstatt Lager oder Schichten zu bilden, mitten in den Ehonschieferu vereinigt und gmppirt , indem sie einen kleinen Tlieii ihrer Substanz ohngefähr auf dieselbe Art mit anzogen, so wie sie sich in den Kreiden vereinigen, um Nieren lind Knollen von Kieseln zu bilden: daher die abgerundeten Massen und Kugeln vom lydisclicn Steine, welche in grofser Menge in den 1 honschiefern vorhanden sind. Sie werden fast immer in allen Richtungen mit einer Menge Adern von weisem und dichtem gemeinen Quarze durchsetzt, dies sind mit dem Steine fast zu gleicher Zeit gebildete Tri'tm,- II. Tiieil. Q 9 » mer: als es noch weich war. wird er sich zerklüftet, und die Klüfte werdeu sich mit dem reinsten Th eile der Substanz angefiilll halten: die fremdartigen Theile und der Färbesloil' werden in der Masse geblieben seyn. Nach dem, was so eben gesagt worden, ist der lydi- sclie Stein blos ein mit einer geringen Menge fremden Stoffes befleckter Quarz oder Kiesel ; demnach ist es möglich, dals er in den oryctogn. stischen Beziehungen keiner besondern Betrachtung verdient; allein in der Geognosie ist es ganz anders; er findet sielt so häufig vor, und man ist so oft in dem Falle, ihn zu erwähnen, dafs es schicklich ist, ihn mit einem besondern Namen zu bezeichnen; und dies um so viel mehr, als er Kennzeichen genug an sich trägt, um ihn von den andern Mineralien zu unterscheiden; ich mache diese Kennzeichen bekannt , indem ich saget „Der iydische Stein ist ein graulich- oder b 1 aul ichsc Invarzer Stein; er bricht in unregelmäfsige Stücken, welche jedoch cini. ges Bestreben nach der rhomboidalischen Gestalt zeigen; sein Bruch ist glatt, gewöhnlich eben, oder dem. b re i t m u s cli 1 ig e n nahe; er hat einen schwachen Glanz (ist ein wenig schimmernd); er ist undurchsichtig, hart, ziemlich leicht zu brechen und Fast immer mit Quarzadern durchzogen,“ Einige deulsche Mineralogen, welche hauptsächlich den von Andreasberg auf dem Harze in Betrachtung zogen, haben ihn schwarzen Iaspis genannt, und diese Benennung ist mit seinem Wesen sehr im Verhällnifs; ich bemerke nur, dafs der Iaspis im Allgemeinen matter ist. Herr Brogniart hat den lyd i sehen Stein und den eigentlichen Kieselschiefer unter dem Narren schiefrigen Jaspis (jaspe - schisteux) begriffen ; und ich sehe sie in der Abhandlung von den Gesteinen des Ilrn Bonnard *): unter dem Namen quaiz argillifere schisloide, oder phta- nite aufgefuhrt. Der gemeine Kieselschiefcr ist j) Dictionnaire d'histoire naturelle, art. Koche. 99 übrigens blos ein grober, gevröhnficli graulicher matter , zäher Qu-rz von unvollkommen schiefrigen JUiicbe in einer Richtung, und von schuppigen, in der andern. !'('!■ Ivdisrhe Stein bildet, obschon ziemlich selten . grofce Massen (-der Lager: ich habe dergleichen jirr . u Atidrea.sberge auf dtm Harze gesehen; das Gestein ist dort schon schwarz ohne Quarziiderc’ cn, nn 1 von nmsrhligcjn Bruche. Ol) man schon Beispiele seiner Lagerneg hey den meisten Schriftstellern findet, so kann man doch sagen, dafs sie im Allgemeinen ziemlich selten sind, und doch ist dieser Stein sehr gemein; denn in einer grofsen Anzahl von aid'gesehw< nimten Gebirgen, in den meisten Bellen der Ströme und Bäche, die man auf den Ur- oder l’ebergangsgehirgen 11 iessen siehet, sind, seine Bruchstücke sehr zahlreich: den Quarz ausgenommen, gieht es vielleicht kein Gestein, welches eine giüfsere Anzahl derglciciicn verselialfte, vorzüglich an den, von den Gebirgen, von wo die Geschiebe kommen konnten, entfernten Orlen. Man sichet ihn nur seilen an Ort und Stelle, und bildet seine Trümmer fast überall: seine Bildangs - Weise ist grofsen Theils die Ursache dieses ziemlich sonderbaren Umstandes I ). Der Jydisehe Stein ist eine i) Die Erklärung desselben bat zu einer noch sonderbareren Hypothese Gelegenheit gegeben. Fichtel. ein übrigens ausgezeichneter .Vlineralog , nimmt an, da Ts die lydisclien Suine, welche wir in den aufgesclrtverainten Gebirgen sehen, hlofse Thons'-hiefef - Stücke sind, welche in die Flüsse der Thaler gefallen , und darin mit einem kie-elcrdigen Safte durchdrungen worden sind, der ihnen die Härte, welche wir an ihnen bemerken, gege- bi n hat. Allem die weisen Qua> zfäserschen, welche sie durchziehen? sie schreiben sich unstreitig von der Formations-Epoche des Gesteins her. Cr 3 I lOü mitten in dem Thonschiefer vor sicli gegangene Vereinigung der kieselerdigen ThciJc, und meistens sind die Grunzen zwischen diesen Leyden Mineralien kcinesweges scharf abgesclmiuen. sie gehen un- merklich in einander über; man wird also mitten in einer Masse einen fast ganz kieselerdigen Kern haben; die Kieselerde wird nach und nach bis zum Umfange abnehmou, bis man hlos einen Tbonscliie- fer bat: so dafs der Kern, oder der lydische Stein, in eine mehr oder weniger dicke Rinde eingeschlos- sen und versteckt seyn, auch nicht eher sichtbar werden wird, bis die Zersetzung diese Rinde zerstört bat. Der lydische Stehi findet sieb aufs er den Tlion- schiefern auch noch in andern Gebirgen vor; Hr. "Voigt schreibt den SteinkoLlcngebirgen die meisten derjenigen zu, wovon man die Bruchstücke in den Flüssen eines Theils von Sachsen findet. ITr. Oma- lius von llalloy bat dergleichen eine grofse Menge in den schwarzen bituminösen Kalksteinen des Landes Kamur, Liöge etc. bemerkt. 5) Die Lager von reinem Quarz. entweder itu, dichten, oder im matten und scimppicliten oder körnigen Zustande, sind ziemlich gemein in den Thonschiefern. Sie finden sich darin in jeder Grö- fse, von denjenigen an, die man als blofse zwischen die Blättern des Gesteins gelegte Streifen anseben kann, bis zu denen, welche von einer hinlänglich beträchtlichen Dicke sind, um als Gcbirgs - Massen angesehen zu wurden: manchmal ist der Stoff dieser Lager mit Thonscliiefcr vermengt, und nimmt ein blätteriges Ansehen au. 6) Die Grünstein-Lager. Die meisten Lager nnd Massen dieses Gesteins, welche ich zu sehen Gelegenheit batte, sind in den Thonschiefern, und 1.0 1 icli solle sie in selbigen nls untergeordnet an. In der gröfsten Zahl sind die beiden integrirenden Grundstoffe, der Feldspath und die Hornblende, selten unterschieden: . sie bilden eine dichte grüne Masse, in welcher man gewöhnlich Kies-Pnnclc oder Körner siebet. Ich werde au! diese Lager in der Ablheilung von den Hornblendegesteinen zu- rückkommen, und hier blos sagen, dafs ich davon häufige Beispiele in den Tliouscliiefern Sachsens gesehen habe. 7 ) Die K a 1 k s te in -L a g er linden sieb in den meisten Thonschiefer-Gebirgen vor. hast immer sind sie mit ihrer Masse vermengt, entweder in der Fähe der Auflagerung, oder in ihrer ganzen Dicke. Wenn die Vermengung nur in der Fähe der Auflagerung statt hat, so gescliiehet sie oft auf eine ziemlich merkwürdige Art, und welche ich Gelegenheit hatte, an verschiedenen Orlen aufser Zw r ei- fel zu setzen: der Thonschiefer fangt bey Aunaltern ng des Kalkstein - Lagers an, die Substanz desselben aufzunehmen: er nimmt davon immer mehr bis zu dem Tlieile auf, wo man ihn als die Grenzlinie zwischen den beyden Lagern ansehen könnte, wenn es möglich wäre, eine solche zu ziehen; jenseits derselben nimmt der Thonschiefer Stufenweise ab und bald ist man in dem reinen Kalkstein. Die gegenseitige Einrichtung der beyden Substanzen ist auch einer Bemerkung iverth*. die beyden Stoffe bilden sieh jede in unterschiedenen Theilen; der Kalkstein nimmt die Gestalt kleiner abgeplatteter Massen an, welche sich heynahe auf einer Fläche ordnen, und welche von dem Tlionschiefer umgeben und eingesclilossen sind, welcher in gröfse- rer Menge vorhanden ist: allein wenn er : n geringerer Menge ist, so stellt er sich in sehr abgeplal- ] 02 teten auf Parallellinicn geordneten Tbeilen in der Kalkstein - Masse dar, die also ein geschichtetes Ansehen halte, was die Maller betrifft, so sind, selbige so kurz, so dick, so verschiedentlich verdrehet und verwickelt, dafs ihr Ganzes nur sehr unvollkommen die schiefrige Textur hat. Bisweilen, wenn der Thonsehiefer ansehnlich herrscht, gesehie- liet es, dafs die Blatter von seiner eigenen Substanz auf den Flachen und von Kalkstein in ihrem Innern gebildet sind; Saussure hat eine solche Einrichtung dieser Substanzen in den Gebirgen der Umgehungen von Genua bemerkt. Bretagne hat mir ein Beyspiel von Feldspath- Lagern, und die Pyrenäen von Serpentin-Lagern, die in die Thonschiefer eiugesclxoben waren , gegeben. Altei'. §. 189. Der Thonschiefer ist das letzte Glied in der Heilte der Urschiefor-Formationen. Er ist sogar, wenigstens zur Hälfte, in den Uebergangs- Gebirgen. Wir werden ihn unter diesem letzten Gesichtspuncte in dem folgenden Capilel betrachten und seine Verhältnisse mit den andern Gesteinen derselben Gebirge sehen: wir haben schon diejenigen gesehen, welche er anderswo mit dem Glimmerschiefer und folglich auch mit den andern Urgesteinen hatte. Allein obschon am Ende der Ur- lieihe, findet er sich doch nicht weniger auch in kleinen Massen in den vorherigen Gliedern der Reihe; wir sahen ihn §. 10 5 ) unter einem Granit in Sachsen liegen. Hr. von Buch verschafft uns ein anderes Bcyspiel einer solchen Thatsaehe; hey Kielwdg, am nördlichen Ende Europens, hat man einen, eine Menge kleiner Glimmcrilitterchen und unvollkommene .Ghiastolith - Kryslalie enthaltenden, 1CK> Thonschiefer; weiter, hat man einen kleinkörnigen Granit, welcher, mit schwarzen Glimmer-Streifen, ■viel Hornblende enthält; man kann auf einer langen Strecke der Auflagerung dieser beyden Gesteine folgen, und man siebet offenbar mul ohne den geringsten Zweifel . sagt llr. von Buch, dnfs der Tlionsehiefer unlcr dem Granit einfälll. Ucbrigens sieht man ihn mit dem Gneis und Glimmerschiefer wechseln, Zersetzung. §. 190. Obschon im Allgemeinen die Thon- schiefer der Zersetzung nachgeben, so zeigen sie doch mich in dieser Rücksicht ziemlich merKÜche Unterschiede. Diejenigen, welche mit Kieselerde geschwängert sind, widerstehen derselben mehr. Dieser Umstand, die Quarz-Massen, welche dieses Gestein enthält, und die so oft senkrechte Lage der Schichten gehen ziemlich oft seinen Gebirgen ein sehr zerschnittenes Ansehen, und durch spitzige Kämme getrennte Thnlcr, Die Zersetzung macht oft die schwarzen Thon- schiefer ihres Fiirbestoifes, des Kohlenstoffes, verlustig; er vereinigt sich mit dem Sauerstolf der Atmosphäre, und zerstreuet sieh in Gestalt von koh- lensaurem Gas. Ich habe manchmal i:i den Schie- lerhrüchen Massen dieses Gesteins gesehen, welche mit Klüften durchzogen waren, vermittelst welcher die zersetzende Kraft eingedrungen war, und die anliegenden Theile , einige Linien weit, entfärbt hatte; so dafs der Durchschnitt dieser Massen das Ansehen einer aus schwarzen Stücken gebildeten Weifs eingefal'sten Arbeit hatte. Die Erde, welche aus der Zersetzung der Thonschiefer entsteht, scheint zur Vegetation sehr gceig- IO i net za seyn; und die meisten der ans diesem Gestein gebildeten Ländcveyeu sind im Allgemeinen sehr mit Holz bewachsen. Metalle und VeiBreitling. §. 39t. Der ■ Thonschiefer ist reich an Metallen; allein die meisten Erz-Lager, welche in diesem Gi-stein beobachtet worden sind, so wie die des Harzes, der Bretagne, in Mexico ctc. gehören zu den Uebergangs - Thouschiefern : wir werden davon im folgenden Capitol sprechen. I11 Bezug auf die Verbreitung werde ich eine ähnliche. Bemerkung machen. Die Thonschiefer linden sich oft in dem Mineral-Reiche vor, und nehmen ziemlich grofse Räume ein: allein auch die meisten sind in den Uebergangs Gebirgen; und vielleicht ist cs mit allen denjenigen so, wedelte eine grofse Oberflächen - Ausdehnung haben; dies ist wenigstens die Meinung einiger Geoguoslen. 10 » Fünfte Abtheilung. Von dem Porphyr. Saxum jaspide et spatho sciiitillante mixtum. Porphyr. Wall. Porphyr der Deutschen, der Engländer etc. Benennung. §. 192. Der Name Porphyr, oder vielmehr Porphyrie, welches Purpur-Farbe bedeutet, ist von den Alten einem rotben, weifsc Punctc und Flek- ken enthaltenden, zur Politur fähigen Steine gegeben worden, und den man hauptsächlich aus Egypten bezog 1 ). Die NaUirluindigen des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts halfen fortgefahren, diesen Namen in demselben Sinne zu gebrauchen. Agri- cola hat ihn, ohne über seine Beschaffenheit zu entscheiden, so wie Plinius unter die Marniorarten gesetzt, mit welchem Namen man damals alle polir- fäliigen Steine bezeichnete. Die italienischen Künstler haben nachher die Bedeutung des Wortes Porphyr ausgedehnt; sie haben ihn den harten undurchsichtigen Steinen gegeben, welche weifse, von dem Best der Masse gut unterschiedene Theile, enthielten, und hatten eben so viele verschiedene Porphyre, als diese Masse verschiedene Farben hatte; daher ihre porfido rosso, j) Rubet porpliyrites in eadeni Aegypto: ex eo candidis interveuientibus punctis leucosticlos vcl leuptosephos vocatur. Plin. iiv. 36, lOÖ porfido nero, porfido verde antico, elc. Diese Bedeutung ist allgemein bcyhehalten worden: Linnee, Cronstedt, M afierius, Rome-de-Lisle, Sanssure etc. haben sie angenommen. Man hai jedoch den eigentlichen JNamen Porphyr bey den von rother Farbe bevbehallcu. Werner bat die Gesteine von porphyrartiger Slrnctur (porphyroides) von den Porphyren unterschieden. Er hat unter die erstem alle diejenigen gesetzt, welche, in der Milte einer Hauptmasse, Kry- stalle oder kristallinische Körner darstellen, welche davon verschieden sind und mit ihr zu gleicher Zeit gebildet worden sind ( §. io 4 ). Er beliäh. den j\a- nien Porphyr für die porphyrartigen Gesteine auf, welche zu einer Formalions - .Reihe gehören, deren Gemenge gleichartig ist, und welche hauptsächlich Fcldspath - Kryslaile enthalten. Beschaffenheit der Porphyre. §. 190. Von dem letzten Jahrhundert an batten die Mineralogen bemerkt, dafs die weil'sen Flek- ken in den Porphyren blos mein- oder weniger vollkommene Feldspath - Kryslaile warenj allein sie waren nicht übereinstimmend über die Beschaffenheit der Masse , welche sie in den gewöhnlichen Porphyren umgab, nämlich die von rother oder sogar grüner Farbe: einige sahen sie als cpiarzartig an; andere, so wie Cronstedt, Wallerius, Gerhard, Rome - de Lisie hielten sie für eine Art Jaspis. Saussure theille anfänglich diese Meinung (Sauss. §§. i 56 167); a.lein er sähe bald ein, dafs sie irrig war, und er sähe sehr richtig diese Masse als die nicht krystallisirle Feldifjatherde an (§. 1106). M, Fanjas, welcher ebenfalls über den Unterschied zwischen dem Grundstoff der Porphyre und des 107 Jaspis in Bezug ntff die Schmelzbarkeit verwundert •war, erklärte sich im Jahre 1788 eher ihre Ungleichartigkeit. (Essai sur les roelies de trapp. Versuch über die Trapp-Gesteine). Nachher bestimmte Dolomieu die BeschafTcnheit dieses Grund-. stofles, er stellte seine Verhältnisse mit dem Feld- spath fest, und erkünstelte dafür den Namen pelro- silex oder roclie petrosiliceu.se (Feldstein, Hornstein). Werner, welcher diese Substanz als eine Art Jaspis ansahe, setzte sie unter seine norusteine (la- pides cornei), das heifst, unter die malten oder nicht glasartigen Quarze, welche Lamethcrie Kera« titen (keralites) genannt hat; allein nachher wurde er gewahr , dafs eine grofse Anzahl I Endstücke, die er untersuchte, nicht zu den Gattungen der Familie der Quarze gehörten, sondern feldspalhartig waren, und er sähe sie als dichte Felds pathe an; so dafs ein Tlieil seiner Hornstein-Porphyre den Namen Felds])ath-Porphyre annahm. Nach den .Beobachtungen, die ich zu machen Gelegenheit gehabt habe, bin ich überzeugt: dafs nicht allein ein f heil der Hornstein-Porphyre, sondern auch fast alle von feldspatharliger Beschaffenheit sind, und dafs ferner ihr Grundstoff kein blosser dichter Feldspath , sondern eher ein dichter Granit ist. Wir wollen uns einige Augenblicke bey dieser Thatsache auf halten, welche uns die wahre Beschaffenheit und gewissermaasen das Geschlecht der Porphyre anzeigt. Verhältnisse des Porphyrs zum Granit. §. igi. Das Verhälluifs zwischen dem Granit und dem Porphyr ist von verschiedenen Beobachtern gekannt und bezeichnet worden. Als Saussure Gesteine bemerkte, welche aus glänzenden Körnern oder Pnnclen gebildet waren, so sähe er in ihnen ein Zwischen - Glied zwischen den wahren Graniten und den Porphyren; das Wenige ausgenommen, dals die Korner dünner gewesen tvärcn, bemerkt er, würde man eigentliche Porphyre gehabt haben. „Ich bin um so mehr geneigt, diesen Uebergang angenehmen, fügt er hinzu, als ich die Natur ihn „in den Gebirgen sogar befolgen sähe. (Sauss. „§. t55).“ Dolomicu hat diesen Uebergang in seinem Memoire über die zusammengesetzten Gesteine sehr gut entwickelt; er bemerkt in selbigem, dafs die Porphyre häufig nur entstellte Granite sind. „Oft bemerkt die Natur selbst, sagt er noch, gleich— „sam, als wenn sie die Gleichförmigkeit dieser bey— „den Gesteine zeigen wollte, in gewissen Blöcken, „die allmahlige Umwandlung des Granits in Por- „phyr, indem sie wechselsweise dem Feldspath sein „blättriges Gewebe hinwegnimmt und wieder giebt; „und sie bringt Massen hervor, welche nach dein. „Ausdruck der Erklärungen zum Tlieil unter die „Granite, zum Tlieil in das Geschlecht der Por- „pbyre gestellt werden könnten.“ Als Werner von der Bildung dieses Gesteins lianddl, bemerkt er, dafs, weil der Niederschlag, ■woraus selbiges entstanden ist, mit Ruhe geschehen konnte, sich die Grundstoffe abgesondert und einen Syenit, das lioifst, ein Granit-Gestein, das aus cldspath - Hornblende - Quarz- \tnd Glimmer- Körnern besteht, gebildet haben. Bald, nachdem ich Wernern gehört batte, glaubte ich das, was er von dem Syenit-Granit insbesondere sagte, auf die Formation des Granits im Allgemeinen ausdelmen zu können. Ich wurde darauf geführt, als ich in den Gegenden bey Meifscn, loy Adern eines schönen Syenits sich unmerklich in eine Porphyr - Masse verschmelzen und hernach denselben Syenit sieh unauflöslich mit einem reinen Granit vereinigen; als ich zwischen Allenberg und Zirmwalde, sowohl als in dem Riesen.ebirge in Schlesien, das Gestein, auf welchem icii wandelte, bald als einem Granit, bald als einen Porphyr sähe, ohne dais man einer Auflösung des Zusammenhangs gewahr werden konnte. Ilr. d'Andrarla, weicher alle die verschiedenen Arten, auf welche die Gesteine in einander übergehen, anfzählt, bemerkt, dafs der Granit durch eine hlofse Verminderung in der Gröfse des Kornes in den Porphyr übergeht. Ilr. Heim beharrt in seiner Beschreibung des Thüringerwaldes zwischen Sachsen und Franken sehr auf diesem Üeber- gang und entwickelt ihn mit allen seinen nähern Umständen: in jener Gegend, wo der Porphyr häufig ist, hat er von allen Seiten den Granit ein offenbares Bestreben zeigen sehen, sieh in jenes Gestein zu verwandeln. „Man rnnfs nicht vergessen sagt Ilr. von Buch, dafs die Masse jedes Porphyrs, nie ein einfaches Mineral ist, und wenn man die mineralogische Zusammensetzung nicht siebet, so rührt solches davon her, dafs unsere Augen die verschiedenen Thoilc, welche sie ausmachen, wenn sie einen, gewissen Grad von Feinheit überschritten haben, nicht mehr unterscheiden konuen.“ (Reise durch Norwegen, j. Band. S. iog). Also sind die Porphyre , oder vielmehr die Grundstoffe der Porphyre blos dichte Granit - Gesteine: sie verhalten sich zu diesen Gesteinen, wie wir schon bemerkt haben, wie der dichte zu dem körnigen Kalkstein. Die Krystalle, welche sie enthalten, werden auf die von uns (§. io4) angezeigte An gebildet worden scyn, und werden uns die in- Icgrirenden Haupiiheile der Masse in ihrer ganzen lleinlieil darstelien. Masse des Porphyrs. Eurit. §. ig5. In dern gewöhnlichen Porphyre, welcher dem eigentlichen Granit entspricht, wird diese Masse din beidsputh zum Hauplgrundstoll liaheu: wir gehen ihr den Namen Eurit und erklären sic folgcndermaasen: Der Eurit ist ein dichter Granit, oder allgemeiner, der Eurit ist ein z 11 s am men gesetzt e s Gestein, a 11 e i n von g 1 e i c h a r t i g e m Anselien, in welchem der Eeldspath der herrschende Grundstoff, und flössen verso h i e d ein G r an d s l o ff e g 1 e i e li s a m in einander verschmolzen sind. Wenn es möglich wäre, es wieder auf/.nlösen, und die Auflösung dergestalt ruhig krystalliren zu lassen, dafs die inte- grirenden Grundstoffe sicli in deutliche IvrystalJe bilden könnten, so würde sie einen Granit hervor- hringen. Da die e Substanz nicht in den mineralogischen Ab. liandiungen beschrieben ist, so will ich hier die Charade istik derselben neben. Der Eurit (feldspallnun curiies) ist ein harter Stein (allein weniger als der Quarz) von mattem und dichtem Bruche, schmilzt ais weifses oder wenig gefärbtes Email, uml braufst in den Säuren nicht auf (wenn er nicht zufällig nrt Kalk« stein gemengt ist). Seine gewöhnlichste Faibe ist grau, licliroth , die bisweilen ins rolhe gebt; oft auch ist er graulichgrfln, seilen weifs oder gelblich (die Farbe ist hier eine Folge der Farbe der zusamrnenSetzenden Mineralien). Seine speciiiscbe Schwere ist 2,6 bis 2,7. In Bezug auf die Textur können w r ir drey Haupt. Varietäten derselben unterscheiden: 1) Die gemeine oder 111 dichte: bisweilen ist sie schuppicht; ihr Bruch ist mehr oder weniger vollkommen umschlich, ihre Bruchstücke sind scharf und an den Kanten sehr schwach durchscheinend: man könnte sic noch in zwey Varietäten einer niedevn Ordnung den rothen und grünen abtheilen. 2 ) Oie erdige: ihr Bruch ist erdig von feinen Körnern; er ist undurchsichtig und um so welliger hart, je erdiger das Ansehen desselben ist. g) Die schiefrige: ihre Bläuet' sind dhk, enge beysammen, ihr Querbrnch ist dicht und oft sehn, pig. Wenn in dem Granit, welcher den Dur;t erzeugt hat, oder weichen man ihn eizengt zu haben, aiuiiinml indem er dicht worüe, dar Fcldspath in sehr giulsur ivlen- ge waie, so würde der Eurit sich sehr dem dicluen Fel ispaih nahem, ohne ihm gleichförmig zu se\ u; icli habe olt weifdiche Schichten von wachsglänzendein Bruch , an den Kauten durchscheinend, und welche kein Eurir waren, gesehen. Allein, wenn der Quarz häufig in dem Granit ist, so wird das Gestein härter weiden, schwerer zu schmelzen seyn und sich dem dicluen Quarz (Hornstein) oder Keratit nähern: so har. Hausmann in den Gneisen Schwedens den Glimmer oder den Chlorit sich trennen, den Feldspalh und Quarz für das blofse Auge eine gleichartige Masse bilden sehen, welche an dem CharaCter dieser beyden Mineralien Antheil nahm: das ist, sagt er, die llälleilinta der Schweden. Wenn endlich der Granit viel Glimmer oder Hornblende enthielte, so wmde sie ausgezeichnet grün seyn, zu einem gefärbten oder schwarzpuucurien Email schmelzen; eie wird sich dem Aplunit nähern, mul endlich sogar in selbigen übergehen, und zu einem schwarzen Email schmelzen, in dem Falle, wo der Granit, von dem sie sich herschreibt, in dem Grünstein übergegangen seyn würde. Der Enrit ist von Dolomieu petrosilex genannt worden; allein dieser Name kann nicht beybehalten werden : 1) weil er in seinem Wesentlichen falsch ist; denn es giebt keine Aelmlichkeit zwischen diesem petrosilex und dem silex (Kiesel, : es liegt viel daran, selbst in der Benennung, jeden Gedanken von Analogie zwischen diesen Substanzen in Ansehung dessen, zu entfernen, dafs sie 1 13 .Ursache der Verwirrung gewesen ist, welche bis in die letztem Zeiten in ihren Betracht statt gefunden hat; 2) weil dieser Name mit unterschiedlichen Bedeutungen von verschiedenen Schriftstellern angewenui-t werden ist: der petrusilex dev alten viinevahgen, Cron- stedL, Walleiins etc., war blos ein grobkörniger Quarz oder Jaspis, welcher sich in Gängen Vorland, und niemals Fil-ett ausinachte I ). wählend dies die (ast. einzige L.iüeniug nnsers Euriis oder des petrosilex von Dolo- mieu ist. S.iussuve nahm dieses Wort in einem noch ■verschiedenem oder wenigstens ausgedehntem Sinne. Nun lie^t es in den Grundsätzen einer guten Norncn- clatur, dafs, wenn ein Name verschiedenen Dingen gegeben worden, und er also irrtliiimer veranlafst hat, ihn lieber zu verändern, als zu beschränken, indem man sogar mit Genauigkeit die Bedeutung bestimmt, die man ihm zu geben vermeint: die Beschränkung weicht dem Uebel nicht aus, das Publikum vergifst sie, und verwechselt nicht weniger die ringe, welche denselben Namen seLithrt haben: man konnte nur durch AYc-ciiaif. mg der Namen Schöll, schice (Schiefer) cor- jieemie (ihui.stein ) der durch selbige veianiaf• len Un- orduu -g abhe!Len. Saussure hatte zwar vorgeschingen, den Ur - }»eUo*.ilex von Dolomieu mit dem Namen pa- laiopetre zu bezeichnen; allein außer dem, dafs dieser N.une sich mehr auf den dicluen leldspath, als den dichten Granit bezog, ist er so lang und in einer solchen Vergessenheit geblieben, dafs es uns schicklicher geschienen hat, einen andern zu gebrauchen; wir haben Eurit genommen, welcher das Haupt - Kennzeichen nnsers Gesteins, ziamlich, dafs es am Feuer schmilzt, darsiellt. Verschiedene Porphyr - Arten. §. 196. Die verschiedenen Porphyrarien zeichnen sich durch die Unterschiede in ihrer Haupt-r 1) retvodlices, ... in rupiura venis, glandulis vel stratis hospitant, rupes autem ipsa» nullibi cnstituunt, Wall. n5 Masse ans; und in dieser Beziehung werden wir haben: 1) Den Porphyr mit der Basis von Eurit, oder Eurit-Porphyr: dies ist der eigentliche Porphyr, und derjenige, welcher in der Natur am häufigsten verbreitet ist. Er macht die Porphyr-Gebirge Schlesiens, Sachsens, des Thüringer Wahles, der Voggesen etc. aus. Wir können auf ihn den antiken Porphyr von Purpur-Farbe beziehen, den man oft mit dein Namen des orientalischen Porphyr bezeichnet, und den die Alten hauptsächlich aus Egypten holten ; Hr. Roziere glaubte, dafs Brüche von diesem Gesteine bey dem Berge Sinai waren: seine Masse ist ein braunrother Eurit, in welchem, eine Menge schwarzer fast unsichtbarer Puncte, Welche Hornblende zu seyn scheinen, eiugestreuet sind: sie enthält übrigens einige Spitzen von derselben Substanz, so wie eine grofse Anzahl kleine Fcldspath-Kryslalle; vor dem Löthrohre schmilzt sie zu einem blafsgrauen Email, und die Hornblende-Puncte zu einer schwarzen Glasur: seine spe- cifische Schwere ist 2,75. 2) Der Porphyr mit der Basis von Hornstein oder Keratit: seine Masse ist sehr mit Quarz vermengt, und schmilzt also schwerer, als der Eurit. Uebrigens ist die Aelinlichkeit zwischen diesen bey- den Varietäten, in Bezug auf die äufscrlichen Kennzeichen, vollkommen, oder kann es seyn, und nur durch einen Versuch mit dem Löthrohre kann man erkennen, w'as wirklich Eurit oder Keratit ist. Uebrigens erinnere ich, dafs, nach den Bestandteilen dieser beyden Porphyre, ein vollkommener Uebergang von einem zum andern statt findet; dafs die Kennzeichen, welche sie unterscheiden, mehr oder weniger veränderlich sind; und folglich n. Th eil. H A14 die Anwendung des passenden ÜS'amcns bisweilen sein - schwer zu machen isl. 5) Der S y en i i - P o rph yr: er würde sich von einem viel Hornblende enthaltenden Gr.v<-ü das heilst, von einem Syenit - Granit herleilen. it,r würde sich darin unterscheiden, dafs seine Masse (ein mit Hornblende geschwängerter Eurit) zu einem gefärbten, aber nicht ganz schwarzen, Email schmelzen würde, folglich würde seine Farbe stark und gewöhnlich ein sehr deutliches Grün seyn. Gehrigens gehen wir die ihtrhe nicht als unterscheidendes Kennzeichen dieses Porphyrs $ wir nehmen dieses Kennzeichen aus dem Wesen des Gesteins selbst: wir bemerken sogar, dafs, obschon die Farbe einige Aehnliehkeit mit diesem Wesen hat. sie doch kein sehr bestimmtes Zeichen isL: ein fast ganz - feldspalharliger Granit, allein mit weifsem Feldspalli, dann sogar, wenn er keine Hornblende enthielte, könnte noch einen Porphyr hervorbringen, welcher durch die Stolle des Glimmers oder des Talks gefärbt seyn könnte; alles könnte wie ein wahrer Syenit einen rotlien Porphyr geholt; wenn, zum Bey- spicl, der Fcldspath einen sehr starken Grad dieser Farbe hätte, und die in Kornern verbleibende Hornblende ihren Färbestoff nicht in der Masse verbreitete: dies ist vielleicht der Fall mit dem orientalischen Porphyr. Ueberhaupt werden wir in Bezug auf das Wesen, oder den ganz besonders durch jede der drey integrirenden Grundstoffe ausge'ubten Einflufs, drey Arten Porphyre haben: 1 ) den dem gewöhnlichen Granit entsprechenden Eurit-Porphyr, denjenigen, worin der Feld- spath ansehnlich vorherrscht. 11 ti 2 ) Den, einem viel Quarz enthaltenden Granit entsprechenden, Keralil-Porphyr; 5 j den Syenit - Porphyr, welcher von einem sehr mit Hornblende - Glimmer oder Talk beladenen Granit Lerriihrt. Die Betrachtung der Textur giebt uns auch 4) den erdigen Porphyr, oder mit der Basis Von erdigen JEurit. Dies ist der Thonporphyr (oder Porphyr mit der Basis von Thonsteia) von "Werner und seiner Schule. Die Beobachtungen, Welche ich über die Porphyrgebirge gemachi habe, haben mich überzeugt, dafs der Eurit in einerley ■ Masse oder Gebirge, bald dicht, und bald von einem erdigen Korne, das heilst, von einem groben matten und lockern Korne, heynahe wie das einer erdigen sehr verhärteten Masse seyn konnte; und also der Stein, welchen Werner mit dem Namen Th on stein bezeiebnete und den Ilr. Brogniart argiloiitc genannt hat, indem er dadurch seine Beschaffenheit anzeigte, nur eine blofse Varietät des Euriis war; dafs das erdige Ansehen bisweilen von einer Lockerheit des Gefüges herrühr Le, die entweder durch die zersetzende Kraft der atmosphärischen Elemente, einer in allen Feldspatli-Gesteinen so gewöhnlichen Thatsache, oder durch einen Umstand in der Urhildung, oder durch innere in die Hauptmasse des Gesteins gekommene Bewegung, hervorgebraclit worden. Diesomnach glaube ieli, dafs man in der Geogno- sie den Namen Tlionporpliyr, so wie T li o n. stein verschwinden lassen mufs. Als Werner vor vierzig Jahren sein erstes Mineral-System fertigte, gab man den Namen Thon einer Substanz, welche man einfach und in ihrem grüfsten Grade von Reinheit in der von der gänzlichen Zersetzung oder Zertheiliuig des II 3 n6 Feltkpathes heimhieuJen Porzellanerde (Kaolin) zu seyn glaubLe: nach dieser Meinung stellte Werner, indem er die Classe der Steine in Geschlechter tlieilte, ein T h on - Ge s c hl e ch t auf, an dessenSpitze sich der Feld- spath eben so wie der Quarz an der Spitze des Kiesel- Geschlechts befand. Wenn sich der Kaolin (Porzellanerde) stark verhärtete, das heilst, in den Stein-Zustand überging, so bildete er einen Feldspaih: in Folge der damals gefafsten Meinung, niufste der Thon bey seiner Verhärtung einen weniger reinen Stein, aber von demselben Geschlecbte, bilden. Werner nannte ihn anfänglich verhärteten Thon (argilla indurata), und nachher Thon stein (lapis argilla). Allein da wir jetzt wissen, dafs der Thon blofs ein Gemenge von verschiedenen von dar Zerstörung der früher da gewesenen Gesteino lierriihrenden Substanzen ist, so könnten jene Benennungen nicht beybelialten werden; und wenn man Werners Ideen über die Geschlechtsfoige seines Thonsteins folgt, so ist klar, dafs dieser Stein blos ein erdiger Euvit ist, und nur durch diese Benennung am schicklichsten bezeichnet werden könnte. \v ir haben ein schönes Beyspiel dieser Varietät, so wie des Syenit-Porphyrs iin Allgemeinen in dem Erzgebirge Ungarns, besonders in demjenigen, welches die berühmten Silber- und Goldgruben bey Schenmitz enthält, gesehen; ein Gebirge, welches Born Saxuin metallifernm nannte, das von einigen für ein vulcanisehes Productj und von andern für einen zersetzten Syenit gehalten wurde. Nachdem Ilr. Beudant selbiges in allen seinen Umständen und Verbiilmissen, sowohl mit den benachbarten Gebirgen, als mit denen von gleicher Beschaffenheit, die in andern Gegenden sich vorfanden, untersucht hatte, klärte er unlängst diesen Gegenstand in einem der interessantesten Memoire, die über Geognosie vorhanden sind, auf. — Auf einem mit grauen Kalkstein vermengten Talkschieler, ”7 bat. man ein Porphyrgebirge, dessen unterer Theil ein Syenit ist, der aus weifsen, bald dichten, bald blättrigen Fcldspalhc, einer milden wenig blättrigen und bist specksteinartigen Hornblende, Glimmer und einigen Magneteisen - Körnern, besteht; bisweilen vermengt er sieb mit dem Quarz, die Hornblende nimmt ihre Härle wieder an, und der Syenit gebt in eigentlichen Granit, und sogar in Gneis über ; sonst gebt er durch eine Vermehrung von Hornblende in Grünstem über. Ueber ihn und bey einigem Wechsel mit selbigen bat man dasselbe Gestein, allein im dichten Zustande, wo es also einen grünen, bald gleichartigen, bald Kry- stalle von blättrigen Feldspalli und einige Hornblende - Kryslalle enthaltenden Eurit bildet; der Quarz ist darin selten, er bildet sieb mehr in kleinen Massen und Adern als in Krystallen vor; man siebet darin eine gröfsere oder kleinere Menge Kies- puncte. Eben so wie einige Varietäten des Syenits hier in Grünstein übergeben, so werden einige dergleichen des Eurits in ylphanib übergehen: wir werden auf diesen Üebcrgang in der folgenden Abtheilung zuriiekkommen. Dieser Eurit stellt besonders in dem obern Theilc, welcher die Oberfläche des Bodens ausmacht, ein lockeres Gewebe, ein grobes und mattes Korn dar, welches ihn dem erdigen Eurit nabe bringt, und weichen Hr. Beudant auch mit dem IN amen erdigen Po rp h y r bezeichnet; Haudstük- ke mit der Lupe betrachtet, haben ihm ein aus verschiedenen veränderten und unordentlich vereinigten Substanzen, aus erdiger Hornblende, aus Feldspath im porzellanerdigen oder sehr milden Zustande, Zusammengesetztes geschienen; der Glimmer allein halte seine Frischheit erhalten; zuweilen 113 verschmelzen sicli alle diese Substanzen in einander, und es entstellt daraus ein wahrer Eurit. Eebrigcns stellte Ilr. Bcudant sehr gut fest, dafs (Ins erdige Ansehen, sowohl als die Veränderung dir Mineralien nicht die Wirkung einer von der Kraft der Atmosphäre herrührenden Zersetzung seyn konnte, und dafs sic eine unmittelbare Wirkung der Er-Formation zu seyn schiene. Dieser Üurit ist hellgrün, bisweilen jedoch grau oder rölli- lich: er enthält Krystalle von Feldspath, Hornblende, Glimmer und Eomanit, er wird mit einigen Jaspis - Adern durchschnitten. Dieses ganze durch die Seltenheit des Ouarzcs, die Menge Hornblende und eines specksteinartigen Stoffes merkwürdige Gebirge, ist es noch mehr durch die Kalkerde, womit es gleichsam geschwängert ist, und welche bis zu 20 pro Cent steigt 1 ). ln einem ähnlichen Porphyr von allgemein grüner Farbe hat 11 r. von Humboldt zum 'I heil die Gänge in Mexico, die beträchtlichsten und reichsten der Well, gesehen. Wir müssen auch noch den Pc ch stein - Porphyr (porphyro retinique) erwähnen. Sein Grundstoff ist die vom Ilrn. Progniart unter dm Kamen retinile beschriebene Substanz; sie hat einen Glanz, der sich dem Ilarzglauze nähert, ihre gewöhnlichste Farbe ist grün, allein bisweilen roll), braun und sogar schwarz; sie ist in körnig abgesonderten Stücken; sic schwillt vor dein Lölhrohre 1) IJr. Ecudant bemerkt sein' richtig, dafs das Kennzeichen der Schmelzbarkeit an solchen Ilandstiiclun , nur nachdem man Selbige erst in der Salpetersäure üigeri- ren lassen, versucht werden kann. auf und gicbt ein veifses Email: sie enthalt gewöhnlich Fcldspath-Kvystalle und Quarz-Körner. .Dieser Porphyr ist nicht nur durch seine Bc- standtheile, denn er enthält eine Menge Wasser, welches bisweilen den zwölften Thcil seines Gewichtes beträgt, sondern auch dadurch merkwürdig, dafs er sich häufig in den vnlcanischen Gebirgen findet, und da wahre glasartige Laven Lüdet, wie wir es in der Folge sehen werden. Zu der Zeit, wo ich den Pechstein-Porphyr im Tric- jbisch-Thale in Wachsen, beobachtete, kannte ich noch nicht ganz die Wichtigkeit einer solchen Lagerung und folglich gab ich ihr nicht die Aufmerksamkeit, die sic verdiente; ich kamt jedoch sagen, dafs ich ihn da mit den gewöhnlichen Eurit-Porphyr vermengt sähe, welcher ein wenig weiter mit dem erdigen Porphyr vermengt war, und er übrigens, wenigstens in Bezug auf die Bestandteile, mit demjenigen identisch ist, welcher sich in derselben Gegend bey Freyberg, in Lagern in dem. Gneise vorlindet: er enthielt eine Menge Fcldspath und Ouarz - Krystalle und zwar letztere Substanz im Zustande von Kalzedon in Gestalt von Platten und Kugeln. l:]r. Voigt hat auch Pechstein in den Porphyrgebirgen des Thüringcrwa 1 des gefunden. Hr. Brogniavt glaubte, die verschiedenen Porphyrarten oder sogar nur porphyrartigen Gesteine von gleichartiger Masse mit verschiedenen Namen bezeichnen zu müs- sen; er hat dem rothen Porphyr allein den Namen Porphyr gelassen, und dem grünen den Namen ophi- te, dem schwarzen den Namen melaphyre, dem erdigen den Namen argilophyre gegeben, und sein stigmitc begreift den Namen P cch s lein -P o rp h y r. 1 20 In den Porphyren enthaltene Krystalle. §. 197. Pie Mineralien in Krystallcn, oder krystallinischen Körnern, -welche die eben Leschric- Leuen Massen enthalten, sind: 1) der Feldspath. Er befindet sich darin in mehr oder weniger beträchtlicher Menge, meistens ist er allein und man bann sagen, dafs er darin wesentlich ist, er Et cs gewissermaasen, welcher ein Gestein im Porphyr-Zustande selbst in der Bedeutung ausmacht, welche die Künstler diesem Kamen gelten. Die rollten, schwarzen, braunen, grünen Porphyren enthalten alle Feldspath - Krystalle: die weiisen Flecken des orientalischen Porphyrs, dem sie den Kamen Icucostictos, das heilst, weils gefleckt, gegeben haben, sind bios solche Krystalle. Sie sind gewöhnlich weifs oder wcifslich, ob- sehon die sie umgebende Masse oft sehr dunkelfarbig ist; allein wir haben (§. toi) bemerkt, dafs, als .die in den Porphyren enthaltenen Krystalle sieh bildeten, ihre Thcilchen fast die ganzen Linrciu- heiten, mit denen sie vermischt waren, in. der Masse zurlickgelassen haben. Jedoch haben sie zuweilen einen Tlieil des Fürbestolles mit fortgezogen; daher kommt es, dafs man in einigen Porphyren röthliche oder grünliche Krystalle sichet, je nachdem die Basis rollt oder griin ist: die Mitte ist gewöhnlich farbig; sie ist mit einem weifsen Bande umgeben. Ilr. Beudant hat bey seinen interessanten Beobachtungen über-die vermischten Krystalle bemerkt, dafs der Central - Tlieil derjenige war, welcher die meisten fremdartigen Substanzen enthielt. Wir haben auch gesehen, dafs in den Gesteinen von kuglichcr Structur, die Mille der Kügelchen der am unordentlichsten kryslallisirlc oder 12 1 am wenigsten harte Theil ist (§§. 108 und 109). Icii habe auch beobachtet , dafs im Allgemeinen die Krystalle in den Porphyren um so vollkommener waren, je gröfser sie waren: die kleinen sind häufig nur ungestaltete Körner und sogar nur blofse Streifen, welche aus der Mitlte der dichten Masse zu entstehen scheinen. Bisweilen Scheint es sogar, dafs entweder die zur Bildung eines Kryslalls angetriebeneu Theilchen nicht zum Ziele kommen konnten, sich ganz zu vereinigen, oder dafs der .schon gebildete Krystall zum Theil durch die umgebende Masse aufgelöfst worden; denn man sieltet ihn nach allen. Seiten sich in diese Masse verschmelzen; sehr oft ist es sogar nur ein Fleck von gleicher Farbe, als die Masse, allein heller, welche sich auf eine W'eilläuflige Art in ihrer Mitte verliert, und deren längliche Gestalt, so wie die Menge und Lage die Entstehung enthüllen. Die Gestalten der Feldspath- Krystallc in den Porphyren, sind im Allgemeinen ziemlich einfach; es sind diejenigen, welche wir in den Graniten beobachtet haben: sie sind gewöhnlich Zwillings- krystalle. Der Feklspath dieser Krystalle ist gewöhnlich unverändert, indem er seinen Perlmutterglanz hat; bisweilen hat er jedoch ein erdiges Ansehen, so dafs er in der Milte der Masse in Gestalt von weifsen und gleichsam mehligen Flecken erscheint. Wenn endlich die Zersetzung ihn ganz zerstört hat, so bleiben die lläume, welche er einnahm, leer, und der Porphyr stellt ein blasiges Ansehen dar, welches ihm den Anschein von gewissen Laven giebt, so dafs man ihn bisweilen für solche gehalten hat. 2) Der Quarz ist in den Porphyren in Körnern, welche fast immer ein Bestreben nach der 1 11 122 doppelten sechsseitigen Pyramide zeigen; bisweilen nehmen sie diese Gestalt ganz an, und gewisse Porphyre in Ungarn stellen sie in ihrer ganzen 'Vollkommenheit dar, allein, meistens sind die Kanten vermischt und gleichsam abgestumpft, und die Korner ganz regellos. Ihre Farbe ist gewöhnlich grau und ihr Ansehen glasartig. Der Quarz ist viel weniger häufig in den Porphyren , als der Feldspath; er ist jedoch in denjenigen ziemlich in Menge, wo die Basis dichter Eun’t ist. Wir haben gesehen, dafs er selten in dem erdigen Porphyr von Schemnitz war, und weil er es aufserordentlicli in denen ist, welche Vulcanischen Ursprungs sind, so müssen die Beobachter sein Vorkommen bemerken, um solches zu Bestimmung der Formationen zu benutzen. 5) Die Hornblende ist in den Eurit - Porphyren selten, sic ist gemeiner in denen von syenitar- liger Beschaffenheit und noch mein- in denen, deren Grundstoff Apha ni t ist: man hat in dieser Thatsaclie einen neuen Bewcifs von Analogie zwischen der Masse der Porphyre und der der Kry- slnlle, welche sie enthalt. Wir haben gesehen, dafs die Hornblende in ziemlich grofser Menge in den Schemuitzer Porphyren war, und haben die sonderbare Veränderung bemerkt, welche sic da erlitten hatte: in den Graniten dieser Formation hat er seine gewöhnliche Härte; in den Syeniten nimmt diese Härte ab; endlich in den Porphyren, sagt Beudant, „ist die Hornblende aufserordentlicli mür- ,,be, ihr Querbruch hat einen Wachs-Glanz, ihr „Langenbruch ist nicht mehr deutlich blättrig, oft „ist er sogar ganz erdig, und seine Gestalt allein „macht ihn kenntlich,“. 125 4 ) Endlich hat man in einigen Porphyren, hauptsächlich in denen von erdigem Ansehen, Glimmerblätter bemerkt, die meistens schwarz sind. Die Enrit-Porphyre enthalten oft Kugeln ihrer eigenen Substanz, die aber harter und dichter sind: man würde sagen, dafs die kicsclerdigcu Theilchen darin in gröfscrcr Menge, besonders gegen den Mittelpuncts - Theii sind , welcher oft Quarz und Kalzedon ist, dies sind die Kugelartigen. von einer Zusammenhäufung der Mnssenlheil- clicn herrührende Bildungen ( §. 119). Ucbrigens wäre es möglich, dafs manche Quarz-Kerne einen ähnlichen Ursprung, als die Kerne der Mandel- Gesteine, hätten: so ist an verschiedenen Orten des Thüriugerwaldes der Eurit - Porphyr mit kleinen, bald einige Linien, bald einige Zoll Durchmesser haltenden Höhlen ungefüllt, welche fast ganz mit Kalzedon ausgefüllt sind, oder blos eine Bekleidung von dieser Substanz mit kleinen Qnarzkrystal- len etc. darstellen. Dieser Porphvr bildet einen vortrefflichen Mühlstein. Der Theii, welcher den Quarzknoten umgiebt, ist selbst mit Kieselerde geschwängert; und widersteht folglich der Zersetzung mehr, als die timgehende Masse, so dafs man in den Flüssen der Gegend eine Menge Porphvrku- geln findet, deren Inneresein Kalzedon-Kern oder ein kleiner Geode ist. Dieses Gestein führt in dem Lande den Namen Kugclporphyr. Die Flecken, weiche man in einigen Porphyren bemerkt, und weshalb sie für Breccien (Trümmerporphyre, porlidi breciati der italienischen Künstler) gehalten worden, sind vielleicht auch nur Wirkungen der Zusammenhäufung gleichartiger Thcilchcn. Bcy dem Festwerden des Gesteins werden sie, indem sie sich vereinigten, einen Theii 12 -1 ihres Färbestoffs in dem Rest der Masse zurückge- lassen haben, und also hellfarbige Flecken auf einem dunkeln Grunde bilden. Dolomieu hat selbst bemerkt, dafs es hinreichend wäre, wenn manche Tlieile einen Anfang zur granilischcn Slruclur nähmen, damit ein Unterschied in den Farbegrade entstünde, und um der Masse ein Breccien-Ansehen zu geben: übrigens verhindert das, was wir eben gesagt haben, nicht, dafs die Porphyre nicht manchmal Breccien und Stücke von früher bestandenen Gesteinen, die durch ein porphyrartiges Ci- ment aglutinirt worden, darstellen könnten. Schichtung und Absonderung, §. 198. Die Porphyre, welche ich zu beobachten Gelegenheit hatte, haben mir schlechterdings keine Spur von Schichtung gezeigt. Wenn man in einem Gebirge verschiedene Varietäten findet, so kann ihre Uebereinanderlagerung, wenn sie in Gestalt von Lagern sind, wohl die Richtung der Schichtung auzcigcn; allein meistens habe iclt diese Varietäten in Massen gesehen, die noch keine bestimmte Form hatten, und gleichsam sich in einander verschmolzen. Uebrigeus ist die Thalsache nicht allgemein, und der vorhin erwähnte Porphyr in Ungarn, ist nach dem Zeuguifs des llrn. Beudant, sehr ausgezeichnet geschichtet. Die Porphyre sind bisweilen in Prismen abgesondert , ich habe ein Beyspiel dieser Thalsache zu Grund, zwischen Freyberg und Dresden gesehen: die Eurit - Masse ist dort auf einem Raume von einigen Quadrat - M.ctres in Prismen zu fünf oder sechs Fui's, die ohngefähr einen Fufs Dicke haben, und genau dasselbe Ansehen, als eine Gruppe von ia5 Basalt - Prismen darsteilen, Hr, Heim zeichnete mit len in den Porphyren des Th üri n ger w al- des eine schöne Gruppe viereckiger senkrechter Prismen, von zwanzig Fufs Länge bey zwey Fufs Breite, und deren Seiten vollkommen eben sind. Die Absonderung in Platten findet sieh in den Porphyren häufiger vor: auf dem Petersberge bey Halle stellt sie ganz ebtpie Platten dar, welche mehr als einen Met re Dicke und drey bis vier Melres Länge und Breite haben. Fremdartige Lager. §. 199. Die Porphyr - Gebirge sind eben so wenig zusammengesetzt, das heifst,, sie enthalten, eben so wenig fremdartige Lager, als der Granit. Ich habe in den Porphyren, die ich zu beobachten Gelegenheit hatte, die Granit-, Gneis-, Grünslein- Aphanit etc. Massen abgerechnet , keine gesehen, welche mit ihnen vermengt, und nur eine von derselben Substanz verschiedene, Modification zu seyn schienen. Die geognostischen Beschreibungen liefern wenig Beyspicle von wirklich fremdartigen in den Porphyrgebirgen enthaltenen Lagern. Eins der merkwürdigsten ist das vom Ilm. Beudant berichtete, von drey Arten Lager in dem Syenitporphyr der Gegenden von Schemnitz; es sind 1) wenig verbreitete, allein sehr deutliche Glimmerschiefer-Lager, welche hauptsächlich mit dem kleinkörnigen Syenit abwechseln; 2) Lager von gewöhnlichem Quarz, der bald dicht, bald körnig ist, und bisweilen sich in durch die Glimmer-Blätter abgesonderte Platten theilt; 5 ) Lager von dichtem Kalkstein, mit Speckstein geschwängert, zeisiggelb, mit Serpentin, wel- 128 eher Asbest und sogar einige rotlie Granaten enthüll, vermengte. Alter. 200. Indem Werner die Porphyre in Bezug ihres relativen Alters betrachtet, begreift er sie unter drey llaupt - Formationen. l) Die erslere, oder die älteste, ist früher als die Thonschiefer; sie ündol sieb in den Glimmerschiefern. den Gneisen und wahrscheinlich euch in den Graniten; sie besteht fast nur in Porphyr mit der Basis von dichtem Eurit, und lindet sieb in mehr oder weniger beträchtlichen Bänken in den eben angeführten Gesteinen und vorzüglich in den Gneisen vor. Sie sind in selbigen, bey niemer Art zu sehen, ein durch einige besondere Formations- Umstände in den dichten Zustand übergegangener Gneis. Hr. von Buch hat im Mittclpuncte der Alpen einen Eurit von porphyrarliger Structur in einen dickblättrigen Gneis übergehen sehen I ). 2) Die zweyte Formation ist viel verbreiteter und beträchtlicher; cs ist die, -welche, in der Ur- Epoclic, die eigentlichen Porphyr - Gebirge aus- maclit. Ihre Haupt-blasse ist der gewöhnlich dichte und zuweilen erdige Eurit; sie wird mit Syenit- Granit begleitet, an welchem sie liegt und in ihn an verschiedenen Orten auf die deutlichste Weise übeweht, so wie es die Mrn. von Ha inner und von Bonuard gut bestätigt haben. Man lindet daselbst auch manchmal Pechskeiu, wie in Sachsen und in dem Thüringerwalde. 1) Magazin der naliirforschsudeu Freunde, ißog. S. 115, Als Werner bemerkte, dafs dieser Porphyr nur dt tu Ausgehenden der Schichten von darunter Ih'^riu 1 . :i uo- steinen ruiiete eder zu ruhen 5011100 , so sch Ms u aus, dafs er zu einer ganz verschiedenen Formaiicn gehöre und eine jener besondem Formationen a-i.m wovon wir (§ lAp) ges.piochen haben; vitileicht is; : \a, sagt er, das Product einer besondem Aufln-ung , i-J.n- gefiihi wie die FlöLztrapp-Formation. Icii werde diese Meinung, welcher die zuletzt über den Purphyi bey Christiauia in Norwegen gemachten Beobachtungen eine neue Kraft zu verleiben scheinen, nicht bestreiten, und mich darauf beschränken, zu sagen, dafs dieser zweyte Porphyr, so wie der erste mir blos ein aus denselben Grundstoffen, als der Granit, jedoch in einem Zustande von verwirrter Vereinigung gebildetes Gestein zu seyn scheint. Es ist übrigens sehr möglich, dafs es von späterer Bildung, als die Hauptmasse der Granite der Gegend sey; ohngefahr so wie die grofse Masse der dichten Kalksteine später, als' die der körnigen ist. 5) Werner erkennt in Sachsen noch eine dritte Porphyr - Formation, in welcher der erdige Porphyr beträchtlich herrscht. Sie ist von einer spätem Epoche, als die vorige, und vielleicht gehört sie zu den Flölzgebirgen, denn sie befindet sich oft mit und sogar auf den Steinkohlengebirgen; ihre Masse enthält Fcldspalh-Kryslalle und einige Glira- merschiippclien; man sieht darin keinen oder fast keinen Quarz: sie enthält übrigens noch Kalzedon- Kugeln und Geoden, und stellt also eine mandel- steinarlige Struclur dar. Hauptsächlich mit dem Porphyr dieser dritten Formation hat man oft Porphyre mit der Basis von Tracliyt verwechselt, welche zu den vulcanischen Gebirgen gehören. ,iaS Zersetzung. §. 201. Der Porphyr ist, so wie alle Feldspafh- Gcsteinc, ( 1 er Zersetzung unterworfen. Die zahlreichen ihn durchziehenden Spalten begünstigen besonders diese Kraft, und dienen ihr zum Beförderungsmittel: wenn man diese Gesteine zerschlägt, so sichet man, dafs die den Spalten zunächst liegenden Theile mehr, als die übrige Masse, verändert sind. Dcbrigens giebt es hier eben so, wie in den Graniten ziemlich grofse Unterschiede in der Fähigkeit zur Zersetzung der verschiedenen Porphyre; jedoch giebt es dergleichen etwas weniger; die dichte Textur, welche bis zu einem gewissen Puncte der Wirkung der zerstörenden Kräfte mehr llindcr- nii's entgegensetzt, scheint dergleichen auch den grofsen Unebenheiten entgegen zu seLzen. Diesem- nach werden die Porphv r - Gebirge nicht so viel Zacken und zerrissene Formen darstellen. Sie nehmen an einer grofsen Anzahl Orte, zum Beyspiel in Schlesien und Sachsen, die Kegel-Gestalt an; sonst machen sie, abgekürzten Kegeln ähnlich, den Gipfel einiger andern Erhöhungen des Bodens aus. Üebrigens rundet sich ihr Gipfel ab, und stellt sich unter dem Bilde einer mehr oder weniger vollkommenen und mehr oder weniger erhöbeten Kuppel dar: so hat Dolomieu die Haupt - Porphyr - Gipfel der Yoggesen, und von Born die in Ungarn gesehen. Die meisten Porphyr - Gebirge, welche ich zu beobachten Gelegenheit hatte , sind unfruchtbar. Keins schien mir zur Vegetation geeignet: vielleicht ist dieser Umstand nur denen eigen, welche ich gesehen habe. 12Q Darin enthaltene Metalle. §. 202. Die 'Porphyr - Gebirge enthalten viel metallische Substanzen. Sie sind darin baldiger in Gangen als in Lagern; da jedoch der Porphyr gewöhnlich nicht geschichtet ist, und die Auflage- rungs - Fläche nur sehr selten beobachtet werden bann, so ist sehr schwer zu unterscheiden, zu welcher dieser beyden Classen die Erz - Lagerstätten gehören. Die reichsten uns bekannten Gruben, die in Mexico, sind in ungeheuren Gängen in einem Syenit-Porphyr. Die in Ungarn, die beträchtlichsten von Europa, welche jährlich fünf bis sechs Millionen Gold und Silber liefern, befinden sich auf dieselbe Art in einem solchen Porphyr, -welcher also den ihm gegebenen Namen: saxum metalliferum, sehr rechtfertigt. Es scheint, dafs es in den Porphyrgebirgen war, wo die Alten ihre berühmten Kupfer-Gruben auf der Insel Cypern hatten 1 ) In Sachsen sind in einem Eurit-Porphyr die Baue bey Mohorn: ich will nicht von den bey Altenberg sprechen , welche eine beträchtliche Menge Zinn liefern, indem der Porphyr, welcher sie enthält, von einer besondern Beschalfenbeit ist. Die zahlreichen Bley- Kupfer- und Silber - Gänge, welche man zu Giro- maguy in den Yoggesen behauet, oder aufgefunden hat, sind auch in einem Porphyr - Gebirge z ). x) Von. dev, Insel Cypern ist es, dafs das Kupfer seinen Namen ( cuprum ) erhalten hat. Hr. von Buch glaubt, nach Handstücken von Euphotid aus Eaniagusta auf dieser Insel, dafs die dortigen Kupfererz - Lager in diesem Gestein wären. 2) Journal des mines, no, 59 et 40. II. Th eil. I Verbreitung, i5o §. 2o5. Obsclion der Porphyr, in Bezug auf seine Beschaffenheit, als eine hloise Modification des Granits angesehen werden könnte, so ist er doch weit entfernt, auf unsrer Erdkugel in den Urgehirgen einen so grofsen Raum als der Granit cinzuuehmcn. Er scheint auf gewisse besondere Orte beschränkt zu seyn. Im Ganzen genommen, und nacli den bis hieher gemachten Beobachtungen, bildet er sich in geringerer Menge, als die schon erwähnten Gesteine, allein häufiger noch als diejenigen, wovon in der Fortsetzung dieses Capi- tels die Rede seyn wird. Die Angabe der Orte, wo er vorkommt, stellt viel Schwierigkeiten dar. Die Ürporphyre sind den Uebergangs- und sogar den Elützporphyren vollkommen ähnlich; und es ist fast unmöglich, diejenigen schicklich zu classificiren, welche man findet, und welche nicht unter allen Lagerungs - Verhältnissen studirt w orden sind. Ferner vergröfsert hier die Aelmiiclikeit mit gewissen Producten des feurigen Weges die Schwierigkeit. Auch setzen wir nicht mit völliger Gew’ifsheit alle folgende Porphyre in die Urgebirge. ln Frankreich macht der Porphyr den Giro- magny zunächst gelegenen Tlicil aus und ist im Allgemeinen in dieser Kette ziemlich häufig: er bildet auch Gebirge in den Graniten des Forez, und stellt sich in der Provence nördlich von Fre- jus dar. Ich habe dergleichen nicht in den Pyrenäen gesehen, und weifs nicht, oh man welchen gefunden hat. Er fehlt ebenfalls in den Schweizer- Alpen, und auf der nördlichen Rückseite der grossen Alpen-Kelle; allein er nimmt einen betracht- i3i liehen Raum auf dem südlichen Abfälle vom Co- mersce Lis nach Kürnthen und Kraiu ein; und vielleicht gehört dieser Porphyr auch zu den Lieber- gangs- und Flölzgebirgen. Eben so wird es mit demjenigen scyn, welcher in Schlesien, in den Umgehungen von Landshut und Schweidnitz, verschiedene Gebirge bildet 1 ). Mit Wahrscheinlichkeit rechnen wir denjenigen zu den Urgebirgen, welcher sich im Tliüri uger- Walde in so grofser Menge vorfindet, dafs Ilr. Hoff glaubte, die den Boden dortiger Gegend ausmachenden Gebirge Porphyr-Gebirge nennen zu können: der Porphyr liegt dort unaufhörlich an dem Granit; und liier, so wie irgend wo anders, soll dieses Gestein in den Urgebirgen gelassen werden, bis das \orkommen von Besten organischer Wesen, in dem Gebirge, was selbiges aus- maclit, oder in dem, welches unmittelbar unter ihm liegt, bestätigt worden ist. Dasselbe werde ich auch von der grofsen Porphyrmasse im Erzgebirge sagen, welcher sieh mit dem auf dem Thonschiefer gelagerten Granit verbindet (§. i58), obschon 3) Er besteht in einem dichten rothbraunen Eurit, enthalt Feld.path - Krystalle, einige Quaiz- und sogar auch Hornblende Körner. Als icli ihn sähe, wurde er als eine Ur-Formation betrachtet, und noch jetzt ist es nicht sehr erwiesen, dafs es anders sey, Ilr. von Buch, welcher davon eine Beschreibung gegeben hat, bemerkte zugleich, indem er ihn in die Urgebirge setzte, dafi seine Lagerungs - Umstände nicht bekannt wären. Seitdem, sagt dieser Gelehrte, sicii dem nichts entgegensetzte, dafs er als zur Uebergangs-Formation gehörig angesehen wurde, seitdem hat mau auch geglaubt, ihn unter die I'lötzgebirgc zu setzen, wie wir es in der Folge sehen werden. I a l52 einige in diesem Gesteine gefundene Breccien Geo- gnosten von ausgezeichnetem Verdienste verleitet haben, ihn in die Tjebergangsgebirge zu setzen. Zu demselben Porphyr und folglich auch zu demselben Granit, glaubt Hr. Beudant, den Syenit- Porphyr von Scheinnitz rechnen zu müssen. Hr. Jameson setzt noch in die Classe der Ur- porphyre verschiedene von denen auf den Inseln Arrau, Sky und andern Inseln Schottlands. Sechste Abtheilung. Von den Hornblendcgcsleinen. Urtrapp oder Ilornblendegestein und Urgrünstein nach Werner. Verschiedene Varietäten von saxum trapezium, saxum feneum, corneus spathosus , corneus iissilis durior. Opliites. Wall. Primitive trapp et greenstone der Engländer. Granitelles, trapps, comeennes, opliites von Saussure und. andern französischen Mineralogen, Ursprung und Bedeutung des Wortes Trapp. §. 20h Das Wort Trapp, welches im Schwedischen Treppe bedeutet, ist Gesteinen beygelegl worden, welche, in rhomboidalisclic Stücken brechend, oder auch durch die Zuriickweichung ihrer Schichten über einander, das Bild einer Treppe darstelien. Es scheint, dafs Rinmann der erste ist, welcher in einem im Jahre 1754 über die Eisensteine erschienenen Memoire von diesem Worte Gebrauch gemacht hat; er führt darin unter den Hornsteinen einen Trapp an, welcher, sagt er, sich mit andern Terzen in den Gängen findet, in rhomboidalisclie Stücken bricht, zu einem schwarzen Glase schmilzt, und i 4 his i 5 pro Gent Eisen liefert. Vier Jahre nachher brachte Cronstedt diesen Kamen in seiner Mineralogie wieder auf, und erklärte das Gestein, welchem er ihn gab, saxum. compositum, jaspide martiali molle, scu argilia molli indurata. Für seine Kennzeichen giebt er an, dafs cs zu einem dichten schwarzen Glase schmilzt, sich an der Luft zersetzt, indem es eine braune Farbe annimmt. Er fügt hinzu, dafs es sich in Gängen vorfindet, und übrigens Gebirgsmassen bildet, unter welchen er den Henneberg und den Gipfel des Kinnekulle in Westgotliland anführt, w r o cs sich dermaasen spaltet, dafs es das Ansehen einer Treppe darstellt: er bemerkt noch, dafs es kein homogenes Gestein ist *). Bergmann hat in seiner physischen Geographie diesen Namen denselben Massen gegeben. Linne behält in der Edition von seinem Sy- stema naturae, welches er im Jahre 1768 bekannt machte, den Namen saxum trapezium bey und giebt den Namen Grünstein (grünsten) einer Trapp-Art, welche ihm Hornblende und Glimmer zu enthalten schien, und welche, wie er sagte, den Gipfel des Kinnekulle bildet. Wallerius nimmt in der ztveyten Auflage seiner Mineralogie unter die Gesteine ebenfalls einen saxum trapezium auf, dessen Basis ihm der corneus trapezius zu seyn schien I) 2 ). Er siebet ihn als aus in einander verflochtenen Hornhiendethcil- I) Cronstedt, 257. c) Wallerius, Baud I, S, 4*8 und 3G1, i54 clicu, (particulis basalticis) zusammengesetzt, an; und stellt auch den Henneberg und den Jviiniekulla als Orts -Beispiele auf. Nach dem, was die schwedischen Gelehrten von dem Trapp gesagt haben, und hauptsächlich nacli den angeführten Beyspiclen, so wie die Gipfel des Kinnektille, des Henneberg, scheint cs, dafs dieses Gestein zu de« vu'canischen Gebirgen geholt, und jene isolirten Gipfel Reste von alten Lava - Flüssen, so wie die der Auvergne und in Sachsen es sind (§. 87). Dieses Gestein, sagt Hr. Hausmann, welches er an den Orten sorgfältig untersucht hat, gleicht an verschiedenen Orten sehr dem Dolcrit (Grünstein) des Berges Meiisner im Hessischen; es besteht in äufserst kleinen Augit- und dichten Feld- spath - Körnern, Es ruhet auf einem aus Schichten von Sandstein, Thonschiefer und Kalkstein, welcher Ortho- ceratiten enthält, bestehenden Gebirge. Hr. Hausmann rechnet es zu den Uebergangs - Gebirgen J ). Doloniieu bezeichnel e mit dem Namen Trapp Gesteine, welche wirklich zu den Urgebirgeu gehören, und die Kennzeichen au sich tragen, welche "VWJlerius dem cornetts trapezius heylegt: dies waren harte Ilornsteine. Sein Beyspicl ist durch Hrn. Brogniart nachgeahmt worden. Was Saussure betrillt, so hat derselbe mit diesem Namen förmlich ein zusammengesetztes Gestein bezeichnet, welches zu den Lrgcbirgen gehört, und mir die Mitte zwischen dem Grünstein und dem Aphauit zu halten scheint, wovon wir sofort sprechen werden. Werner hat den Namen Trapp heyhelialten, allein er hat die Bedeutung desselben allgemein gemacht: er gebraucht ihn nicht nur, um ein Gestein, sondern eine grofse Classe von Gcbirgsmassen zu j) Reise durch Scajiöinavicn, Band I. Cap, V. lOO bezeichnen. Nach ihm sind die Trapps- Gesteine, welche zu einer Formations-Reihe gehören und hauptsächlich durch die Hornblende charactcrisirt sind: dieses Mineral findet sich da fast rein in den ältesten Formationen, in den darauf folgenden nimmt es ab, und in den letzten verändert es sich in einen eisenli a 1 tigen Thon, der eine schwärzliche und dichte Masse bildet: einige in diesen letztem Formationen enthaltenen Hornblende-Körner oder Kry- slalle, drücken ihnen auch den Characler dieser grofsen Classe ein. Werner hatte als Trapps in den Urgebxrgcn; Uebcrgangs- und Flölzgcbirgen: letztere waren die Basalte mit den Gesteinen derselben Formation *). Indem wir uns blos auf die Urgchirge beschränken, könnten wir sehr gut den Kamen Trapp in der Bedeutung annehmen, die ihr dieser Gelehrte gieht, das heilst, dafs wir ihn auf die Hornblendegesteine beschränken, allein aufser der Unbequemlichkeit, die mit alten beybehaltenen Benennungen, deren Bedeutung man modiiieirt, verbunden ist (§• J ^ 5 )> wird dieser Piame sehr natürlich, durch ein in unserer Mineralogie gebräuchliches Wort ersetzt, welches, da es das mineralogisehe Wesen der Substanzen ausdrückt, zu welchen man cs gebraucht, selu- passend ist; dies ist der Name amphibolites in seiner ganzen Ausdehnung genommen, das heilst, als Svnonyme von roclies ampliiboliques, (Hornblendc- ges leine). i) Man sehe das Capilel vou den vulcanischen-Ge- i56 Verschiedene Arten von Hosnblend'egesteinen. §. 20 5 . Diese Gesteine sind entweder fast reine Hornblende oder mit Feldspath vermengt, wodurch sie also den Grünstein bilden. Nach den bis Lieber gemachten Beobachtungen, bann der Geo~ gnost mit Werner sie folgendermaascn cinthcilen; .1) Horn bien degestei ne 1) körnig oder blättrig; 2) dichte, mit Spuren von Crysiallisation a ). gemein; b) schiefrig. 2) G r ii n s t e i n 1) körnig; 2) schiefrig ( Grünsteiuscliiefer ); 3 ) dicht; a ) gemein; b ) porphyrarlig (Grünsteinporphyr). Wir wollen einige kurze Betrachtungen über diese verschiedenen Gesteine nnstelleu. Das körnige oder blättrige Hornblendegestein ist blos die mit einigen andern Mineralien vermengte Hornblende. Das schiefrige Ilornblendegestcm ist ein gemengtes Gestein in schwer zu unterscheidenden Theilcn: die Hornblende herrscht in selbigem vor, oder verdeckt wenigstens die andern Substanzen; sie wird durch ihre Strahlen und Fasern kenntlich, welche man in dem Gestein und hauptsächlich auf der Oberfläche der Blätter sichet: dieses Gestein enthält häufig Glimmersplilterchen, und Feldspath- Körncr und nähert sich dann dem Grünsteinschiefer. Der Grünslein, sagt Werner, ist ein Gestein Von körniger Structur, welches hauptsächlich aus Hornblende- und Feldspath-Körnern besteht; die Hornblende ist darin gewöhnlich der herrschende Tlieil. Aufser diesen beyden Mineralien, findet man in selbigem ziemlich oft Glimmerlliucrcben und einige Quarz-Körner. Er enthält auch, so wie alle Hornblcndegesleine last immer, eine mehr oder weniger beträchtliche Menge eisenhaltiger Kiese, in eingestreuten kleinen Körnern: diese bemerkens- werthe Thatsaclie wird, als eins der Kennzeichen angegeben, welche zur Unterscheidung der Urtrapps dienen. Werner, welcher zuerst den Grünstem von den andern körnigen Gesteinen geschieden hat, gab ihm den Namen Grünstein: da aber dieser Name in unsrer (der französischen) Sprache nicht zulässig ist, so haben wir ihm den von Ilrn. Brogniart eingefülirten Namen Diabase substiluirt, und bedie- ,,I) uns desselben schon seit meinem Janicn. JIr. Maiiy bat zuletzt demselben Gesteine den Namen Diorite gegeben, y Der Grünsteinschiefer ist hach Werner aus dichtem Feldspath und llornhlende zusammengesetzt; er enthält bisweilen ein wenig Glimmer und selten Q uarz - Körner. Der Feldspath ist darin, so wie wir eben bemerkt haben, im dichten Zustande; er ist mit Hornblende ohne Regelmäfsigkeit vermengt, und bald ist die eine, bald die andere herrschend. Dia Blätter sind dick und zusammengedrängt, so dafs die schiefrige Textur bisweilen schwer zu erkennen ist. Wenn der Grünstem im dichten Zustand, entweder durch eine aufserordentliclie Verminderung in der Gröfse der Hornblende - und Feldspath- Körner, oder durch eine vollständige Verschmelzung ihrer Grundtheilchen in einander gefunden wird, so bringt er den Aphanit auf dieselbe Art hervor, wie wir den Granit den Eurit hervorbringen sahen. Ich werde in einige Details iiher dieses Gestein entgehen, welches Ins jetzt eins der schwierigsten zu erkennen und zu unterscheiden gewesen ist, und noch lange seyn wird. A p Ii a n i t, §. 206. Nachdem, was wdr so eben gesagt haben, ist der Aphanit ein zusammengesetztes Gestein, aber von gleichartigem Ansehen, in welchem die Hornblende der herrschende oder ch ara c t erisli sch c' Grundstoff ist. Es stellt sich als ein schwärzlich grüner, zu sclnvarzcu Glase schmelzender, halbharlcr und mattbriiehig er Stein dar. Seine Haupt-Varietäten werden seyn : 1) der dichte, mit muscliligem und glattem Bruche; er ist seilen und bildet die Basis einiger schwarzen Porphyre: 2) der gemeine (der Grünstein mit nicht zu unterscheidenden Theilen); sein Bruch ist rnatl- und grobkörnig, seine Farbe grün: 5 ) der erdige; mit noch gröfserm Korne, wie die vorige und weniger fest; dies ist die Basis mehrerer Mandelsteinc: 4) der schiefrige. Der Aphanit hat grofse Verhältnisse mit dem Eurit, er geht in selbigen eben so über, w r ie der Granit oder Syenit in den körnigen Grünstein übergeht, er unterscheidet sieh davon, hauptsächlich durch seine dunklere Farbe, wenigstens in. Bezug auf das vorm Löthrolire erhaltene Glas, durch seine geringere Härte, und ein wenig mehr Schwere. Anderer Seits hat er auch viel Aehulichkeit mit dem Basalt oder gewissen dichten Dolcriten, l>is- tveilen sogar gleicht er selbigen ganz durch seine mineralogischen Kennzeichen und kann davon nur durch seine Lagerungs - Verhältnisse oder deshalb unterschieden werden, dafs er keinen Olivin oder Augit enthält. Ich werde deshalb eine Bemerkung machen: der Apha- nit ist ein Gemenge von Feldspath und Hornblende im dichten Zustande; der dichte Dolerit ist, seiner Seits, ein gleiches Gemenge von Feldspath und Augit: da nun die geometrischen Kennzeichen, welche allein den wesentlichen Unterschied zwischen der Hornblende und dem Augit festslellen, verschwunden sind, giebt cs kein Mittel mehr, die beyden Gesteine zu unterscheiden, sie werden alle dieselben Charactere haben.- Jedoch erfordert das Interesse der Wissenschaft, verschiedene Namen für sie beyzuhalten. Man mnfs eine Scheidewand zwischen den vulcanisclien Producten und solchen, die es nicht sind, errichten; es ist besser, dafs der Beobachter, wenn die aus der Lagerung gezogenen Kennzeichen ihm nicht erlauben, zu entscheiden, zum Beyspiel sage, das Gestein, was er bezeichnet, sey ein dichter Grünstein, oder dichter Dolerit, und er ■ also die Dinge, deren Unterscheidung der Geognosie am wichtigsten ist, lieber in Zweifel stelle, als in einem einzigen Namen zusammenschmelze, - Der Aphanit ist unter den Gesteinen begriffen, welche die alten Mineralogen, Hörnst eine (pierrcs de corne oder corneennes) nannten. Allein diese Namen sind so verschiedenen Substanzen gegeben worden, sie haben so viel Verwirrung veranlafst, dafs man sie gänzlich aus der Mineralogie verbannen mufs. Die deutschen Mineralogen haben diese Namen (Hornstein oder lapis cor- neus) den reinen Quarzgesteinen gegeben und geben sic selbigen noch. Wallerius hat die Bedeutung derselben sehr erweitert und allgemeiner gemacht: er hat vier Gattungen von Hornstein gemacht, welche ganz verschiedene Mineralien begreifen. Als ich Gelegenheit hatte, in dem mineralogischen Cabinet des Ilrn. DeLievre, eine nach der Methode des schwedischen Gelehrten und wahrscheinlich unter seinen Augen bezeichnele Gestein- Suite zu studiren, sähe ich, i 4 o 1) <1.1 ['s sein glänzender Hornstein (cornens nitens) hauptsächlich hart - mul dickblättrige Tlionschiefer und Chlor itschiefer enlhielt; 2) J,ifs sein harter Hornsteinschiefer (cornens fissilis ■ tlurior) nur der dichte und schiefrige Grünstem war, und die weiche (milde, mollior) Varietät viel Thon- und Taikscluefer enthielt; 3) daTs der spalhige Hornstein (corneus spathosus) blofs eine blättrige Hornblende war; und endlich 4 ) dafs der corneus trapezius, Aphaniten, Doleriten, Basalte und lydische Steine enthielt. Nachdem Saussuro das Wort Hornstein (coruecnnel in der ganzen Breite genommen, welche Wallcrins ihm gegeben hatte, beschränkte er es endlich, sowohl auf die schiefrigen als dichten Hornblendegestcine, welche ein gleichartiges Ansehen hatten, und keine Spur von Krystallisation darstellten: und dies ist das vom Um. J'aiiy unter allen Beziehungen sehr passend mit A p li a n i 1 benannte Gestein. Gewifs hat man die Wissenschaft um einen Schritt der Vollkommenheit näher gebracht, wenn man den Aphanit characterisirt und ihn von dem Doler'it trennt, -welcher im Deutschen auch den Namen Grfin- Steiu führt: allein alle Schwierigkeiten, alle Ungewifs- heiten sind noch nicht gehoben, und liier ist noch der Punct der geognostischen Mineralogen, wo cs die meiste Verwirrung geben, dies ist das Gestein, unter dessen Namen man am meisten verschiedene Substanzen ver- meiiecn wird. Sonst warf man unter die I-Iornsteiuc eine grofse Anzahl Gesteine, die man nicht zu charac- tcrisiren wufstc; die Wernerische Schule hat verschiedene dergleichen unter ihre Griiiisteine geworfen und wir werden geuüthigt seyn, dergleichen auch unter un- *ern Aphaniten zu lassen: das Uebel liegt zum Theil an der Natur der Dinge selbst, da wo die Kennzeichen fehlen, ist es unmöglich, mit Genauigkeit zu benennen, Lagerung, Verbältuifs mit den andern Gebirgen- §. 207. Die verscliietlencn vorhin besprochenen Hornblendegestein - Arten sind bis jetzt nicht auf gnugsam verbreiteten Räumen und nicht mit hinlänglich entschiedenen auszeichnenden Kcnnzei- chcn gefunden worden, um als besondere Gebirge einer ähnlichen Verbreitung, wie die schon angeführten haben, angesehen zu werden. Sie können als Theile dieser letztem betrachtet werden: jede derselben scheint übrigens sich gewöhnlich in einem solchen Gebirge vorzufinden. Die körnigen Varietäten, die blättrige Hornblende und der eigentliche Grünstem, werden hauptsächlich in den Graniten gesehen; und meistens scheinen sie nur eine Varietät derselben zu seyn, in welcher die Hornblende augenblicklich die Oberhand behalten wird: so hat mir der Grünstem in den Umgebungen des Aida-Sees in Auvergne geschienen. Uebrigens nehmen schöne Grünsteine, besonders in Piemont bey Tavigliano, nördlich von Bulle und in den Gegenden von Jorea, viele Raume von einigen Quadratmeilen ein; allein sie sind, da in diesem Theile der Alpen von allen Seiten mit dem gewöhnlichen Granit umgeben, sie verschmelzen sieh gewissermaasen in ihm: es sind Theile eines grofsen Granit-Lagers, und ich könnte sie nicht als geognostisch unterschieden, ausehen. In dem südlichen Theile Schwedens, in Smoland hat Hr. Hausmann wohl einen aus Hornblende und Feldspalh zusammengesetzten Grünstein, bald körnig, bald schiefrig und Chlorit-Lager enthaltend, gesehen: allein auch nach den Bemerkungen dieses Gelehrten und des Hrn. von Buch würde dies nur ein dem in ganz Scandinavien herrschenden Gneise, untergeordnetes Glied seyn. Die Lager von Grünstein und besonders Grünsteinschiefer, die Gemenge von dichtem Feldspath und Hornblende, welche man in Sachsen an dem Fichtelberge und an meltrern andern Gegenden, mitten in eien Thonschiefern sieliet, stellen sicli mit besondern Kennzeichen dar: sie haben mir wirklich besondere Glieder zu seyn geschienen, obschon sie übrigens mit den Thonsehiefern -viele "Verhältnisse hallen, und bestimmt untergeordnete Lager in- ihrem Gebirge waren. Dies sind jene Grüuslcine, welche mir ganz besonders, mehr als jeder andere, zu den Urtrapps zu gehören geschienen haben. "Was den Hornblendeschiefer betrifft, Welcher aus mit andern Substanzen mehr oder weniger vermengter Hornblende besteht, und welchen man sehr häuüg in Lagern in den Gneisen und Glimmerschiefern findet, so gehört derselbe zu dem diesen Gesteinen eigenen Gebirge: er ist darin häufig mit selbigem vermengt, und bildet also gleichsam vermischte Lager. Es giebt Avenig Mineralogen, AA'clcbe nicht Gelegenheit gehabt haben, dergleichen zu bemerken. Einige Baue auf Magneteisenstein, welche man in Sachsen und in gewissen Theilen ScliAvedens hat, sind in solchen Hornblendegesteinen. Der dichte Grünstem, oder Aphanit, findet sich in den Urgebirgen, Aveniger in beträchtlichen Bänken, als in Theilen von Bänken, AA'clcbe entweder in Porphyr, Grünstein oder Granit etc. bestehen. Das, Avas Avir über die Beschaffenheit des Aphanits gesagt haben, läfst ihn leicht begreifen; er zeigt seine -Verhältnisse mit den andern Gesteinen, besonders mit dem Eurit-Porphyr an; diese Leyden Klassen gehen beständig in einander über und haben den gröbsten Zusammenhang. Man bat ein Beyspiel dieser Thatsachen in dem Thüringerwalde, wo der Porphyr den gröbsten i43 Theil dieser Gegend bildet, ■wie wir es schon gesehen haben. Er artet dort oft in einen Aphanit- Porphyr aus, welcher im Allgemeinen dunkelgrün, bisweilen schwärzlich ist ; er enthält Fehlspath- Iiornhleude - und Glimmer-Ivryslalle. Seine Basis, welche mit einer ziemlich beträchtlichen Menge Kalkerde vermengt ist, ist ziemlich oft dicht, öfters erdig und bisweilen liölilig oder blasig; er zeigt in dieser Hinsicht, von einem Puncte zum andern, die gröfsten Verschiedenheiten. Die dichten Varietäten sind diejenigen, welche die meisten Feldspath- Krystaile und sogar einige Quarz-Körner enthalten; sie stellen Porphyre dar, welche das Ansehen des porlido ncro haben, welcher, mitten in einem schwarzen und dichten Aphanite weifse Feldspalh- Krystalle oder Puncte zeigt. Uebrigens gleichen sie einem Aphanit-Porphyr, von welchem wir in Kurzem sprechen werden. In den erdigen Varietäten verschwindet der Quarz, der Feidspath nimmt ab, der Glimmer und die Hornblende nehmen zu. Dies sind jene Varietäten, welche oft die mandelstein artige Struclur darstellen: die Höhlen sind bisweilen sehr klein, sonst sind sie wie grofse welsche Nüsse ; bald sind sie leer, bald im Ganzen oder Theil- weise, mit Kalkspath, Grünerde, und sehr selten mit Kalzedon angefüilt. Hr. Heim bemerkt, dafs solche Gesteine bey der Zersetzung ein schinuziges eisenartiges Ansehen annehmen; welches mit den leeren Bäumen, welche sie darstellen, vereinigt, ihnen das Ansehen von Lgven giebt, und sie deshalb sogar für vulcanische. Producte gehalten worden; allein er bemerkt auch, dafs dieses Ansehens, dieses erdigen und veränderten Ansehens olinge- aclitet, weshalb sie oft für Trasse gehalten werden könnten, cs unmöglich ist, sie nicht an die Seite 144 des sehr krystaJJinisehen grobkörnigen Granits, an dem sie unwiderleglich liegen, zu setzen x ). Sind nun diese Gesteine, oder vielmehr diese Gebirge, wozu sie gehören, Urgebirge? Einiger Wahrscheinlichkeiten ohngeachtct , wollen wir sie als solche anschcn, bis bestimmte Thalsachen sic in eine andere Classe versetzen lassen. Die Ungewifsheit, welche in diesem betracht regiert, zeigt sich auch, wenn es darauf ankommt, die meisten Aphanit-Porphyre, zum BeyspicI den schönen Antikeu - Porphyr zu classiliciren, welcher bey den Künstlern unter dem Namen serpentino verde anlico bekannt, von Wallerius und den meisten andern Mineralogen Ophit genannt, und von Werner mit dem Namen Grün porphyr bezeichnet ist. Seine Basis ist ein dichter Aphanit von gleichem und zuweilen schuppigem Bruche, von dunkelgrüner Farbe, und längliche Kryslalle von einem fast dichten, hellgrünen Eeidspalhe enthaltend, welche alle Arten von Richtungen haben, und sich in verschiedenen Lagen kreuzen (dieses Kreuzen geschieliet wahrscheinlich unter einem von den Kry- stallisations-Gesetzen abhängigen Winkel; und das dichte Ansehen der Kryslalle rührt davon her, dafs ihre sehr zusammengezogenen Blätter nicht zu unterscheiden sind). Werner und die meisten Mineralogen setzen ihn in die Urgebirge, der Kiese ohngeachtet, rvelche er enthält, und welche die Hornblendegesteine dieser Gebirge zu characleri- sireu scheinen: ich folge nur mit Mifstraueu dem Beyspielc dieser Gelehrten: es könnte möglich seyn, i) Geologische Beschreibung de3 Thüringerwaldgcbirges, III. Baud, Seite n 5 und 117. i45 dafs er urilcr der vuleanischcn Herrschaft wäre. j(h habe in den Ganial - Bergen in Auvergne soll wärzlichgrüne porpliyrarlige Massen gesehen, welche helle, grüne Kryslalle enthielten, und die grolsle Aelmiichkeit mit dem Ophil hatten. Jene Messt n, so wie alles, was die Canlal-Gebirge ausnu.« i 1 1, scheinen mir vulcanisch /ui scyn : allein Hr. Beudanl vermulhet, dafs die Grundfläche dieser Berge mit dem Syenit - Porphyr in Ungarn von analoger Be.sehailenluit, und die obenerwähnten Massen zu einem analogen Porphyr gehören. Anderer Seits glaubt JIr. Cordier mineralogische Ursachen zu bähen, die Masse des Opbils als zu dein Dolerü und nicht zu den Aphanit oder Grünstein gehörig anzuschen. Das erste dieser Leyden Mineralien macht nicht allein die Basis einiger Mandelsleiue und einiger Porphyrgesteine, sondern auch mehrerer Varioliteu und besonders des von Duranz ans, welcher gewöhnlich als der Typus dieser Gesteinarten angegeben wird (§. io4). Seine Masse ist sclnvärziich- grün, von einemdichlen und schuppigen Bruche, ziemlich hart, wiegt 2 ,y und schmelzt vor dem Löth- rohre zu einem schwarzen Email: er enthält FelcI- spalh-Kerne, mit divergirentlen Strahlen und Li.s- weden mit concenlrisehen Scliichlen, grüuiiehweifs, von einem wenigen Eettgianze und schmelzt zu einem wcifslichen Glase. Nachdem Saussure eine besondere Aufmerksamkeit auf diesen Stein gerichtet hatte, gab er seiner Masse, welche er für analog mit der des Opbils hielt, den Namen üphibase (Saussure, (§. i55y). Ich hatte ihn vor einigen Jahren angenommen l ) } r) Journal des miiies, tom, XXIX. pag. gio. ißu, n. Tmü. K, . i46 um den Aphanit zu bezeichnen, allein dieser letztere, neuerlich in der Geognosie enagelülule, Karne scheint mir passender zu seyu. Zersetzung. §. 208. Die lloniblendegcsteine, so wie alle Gesteine, welche eine ansehnliche Menge Feldspath enthalten, zersetzen sich leicht. Sie werden durch die Wirkung der Zersetzung mit einer erdigen roth- lichcn Rinde bedeckt, deren Farbe von dem in dem Hydrat - Zustand übergehenden Eisen - Oxyd herrührt. Bisweilen zersetzen sich, schwarze Gesteine, die man wegen ihres Ansehens für reine oder fast reine Hornblende gehalten halte, in eine grauliche Erde, wie es Euritc tliun würden: dies sind wirk- l'Vh wahre Euritc, allein sie waren gewissermaasen durch einen Lesendem FärbestofF, vielleicht den Kohlenstoff, verdeckt, welcher der Hornblende fremd ist, diese vor dem Lölhrohrc untersuchten Steine, werden weifs und schmelzen zu einem weis- sen oder wenig gefärbten Glase. Die Hornblende giebt itn Allgemeinen der Zersetzung weniger leicht, als der Feldspath, nach, und diesei' Dntcrscmcd setzt bisweilen tu den Stand, diese Leyden Elemente in den Hornblendegesteinen oder Aphaniten zu unterscheiden, weiche sieh unter einem vollkommen gleichartigen Ansehen und einer gleichförmigen grünen Farbe zeigen, ln den Stücken, welche lange der Wirkung der Atmosphäre ausgesetzt waren, ist - der Feldspath blafs geworden, und die Hornblende erscheint in der Masse, in Gestalt von dunkeln Flecken. Lübrigens giebt es Varietäten, wo der Feldspath, durch 147 die Wirkung einer besondcrn Formation, der Zersetzung mein- widersteht: dies ist der Fall bey meli— rern 'S ariolittn; die wcifsen, sodann auf einer gefärbten "Masse bervorstebeud bleibenden, Feldspath- ICiigvichen stellen das Bild von Kinderblatlern dar; daher der Warne Variolit. Wena diu Hornblenden, sich zersetzen, nehmen sie sehr oll die Gestalt von Kugeln an. Ich habe ein solches, ziemlich sonderbares Beyspiel in Bretagne, drey oder vier Meilen nördlich von Poul- laotieu gesehen: der dortige Boden ist von ebnem Anhand, von wenig gedrängtem Gewebe, gebildet, die Wege scheinen mit kleinen drey oder vier Zoll im Durchmesser habenden Kugeln gepflastert zu seyn: ich glaubte sogar einen Augenblick lang, dafs es aUo wäre; allein eine aufmerksamere Untersuchung zeigte mir deutlich, dafs ich auf dem daliegenden Gestein ging, und die Zersetzung es war, welche, indem sic in die Klüfte eindrang, es also abgctlieili und geformt hatte. Wenn wir in dem folgenden Capitel von den kugelichen Grünsteinen handeln, werden wir neue Beyspiel« dieser Absonderung sehen. Ich beschranke mich, eine vom Hm. von Humboldt in den Umgebungen von Ve- nezuele beobachtete sehr merkwürdige Thalsaciie anzuführen. In einem Gange eines sehr veränderten Gneises in den Glimmerschiefern siebet man Grünstein - Kugeln, weiche aus Hornblende und blättrigem Feldspathe bestehen, drey Zoll bis zu vier Fufs Durchmesser haben, concentrische Schichten darslellen, und schöne rothe Granaten enthalten, welche sich in den benachbarten Gesteinen, nicht vorfinden. -Bisweilen ist der Grünstem in eine milde und dem Gefühl nach fettige Erde verwandelt, deren K 3 mau sich als eine Walkererde bedienen kann und wirklich bedient. Ö o ist die von llofswcin in Sachsen; das Gestein, von -welchem sie herkommt, liegt an der Stelle; es ist ein körniger (Granit) Grünstem; ich habe in einem Steinbriiclie die Hornblende - und Fildspalh - Körner deutlich gesellen; die erstem waren grün und die andern wcil’s; bey- de waren durchaus erdig und bildeten gleichsam eine Masse (denn das Gebirge war feucht): die grünen Tlieile fühlten sich am weichsten an. llr. von Buch hat in Schlesien bey Wariha und llie- gelsdorf eine ebenfalls von der Zersetzung eines Grünsteins (Eupliotnl) herrührende Walkererde gesehen, und obsehon der Feldspat!) von der Hornblende gefärbt war, unterschied er doch diese bey- den Substanzen 1 ). §. 20y. lieber die Schichtung der Hornblende- geslcine haben wir nichts besonderes zu sagen; die von körniger Struetur sind in demselben lalle als die Granite, und die von schiefriger Slrueiur sind wie die Gneise und Glimmerschiefer, welche sie enthalten; ich bemerke nur, dafs sie sich weniger leicht als jene Gesteine in Blätter absondern: die Blätter derselben sind gewöhnlich eben und dick, ihre Oberfläche stellt Strahleu oder ein gestreiftes und seidenartiges Ansehen dar, welches an selbigem auch die Anwesenheit der Hornblende erkennen läfst. Da die Hornhlendegesleine, wenigstens nach den zu meiner Kenntnifs gekommenen .Nachrichten, sich als Tlieile anderer Gebirge vorgefunden haben, nnd nicht seihst grofse Gebirge ausmachcn, j) Geognostische Beobachtungen, i Band. 'S, 71. i ig so werden wir keine besondere Bemerkung, in Bezug auf die metallischen Substanzen, -welche sie enthalten können, zu machen haben: sie werden, in den Fällen der Gesteine seyn, welche sie entlud len, feil wiii nur bemerkbar machen, dafs die Grunze, welche diese Gesteine durchschneiden, sich in den Hornblendegestein - Schichten fortsetzen, ohne an Reichhaltigkeit sich zu verändern, und in manchen Fällen scheinen sie sogar zuzunehmen. Ich erinnere noch an die geologische Verwandtschaft, welche dabey zwischen diesen Lagern und dem Magneteisenstein statt zu finden scheint. Aus einer mit der eben angeführten ähnlichen. Ursache wollen wir uns bey der Aufzählung der Orte, wo man Hornblendegestein-Massen von einer ziemlich beträchtlichen Verbreitung gefimdeu hat, um so mehr nicht aufhallen, da ein Theil derselben, welche bis in die letztem Zeiten als Urgesteine angesehen wurden, jetzt in die Lcber- gangs - Gebirge classificirt sind. Wir werden auf diesen Gegenstand in dem folgenden Capitel zurückkommen, und da einige besondere Betrachtungen bey gewissen llornhlendegeslcinen heyfügen. JU7Ü Siebente Abthcilnn g. S c r p e n t i n. Steatite's opacum, particulis distinguendis, soliclus, coloribns cmineutioribus raaculo- s n s, duius (cultro tarnen, rasibilis), p o 1 i t u- i'am ad mitte ns. Seipentiuus, Wall. Serpentin der Deutschen. §. 210. Die grofsen Serpentin-Massen, welche man in der JVatur findet, bestellen last ganz ans tlem unter diesem Kamen in der Oryctogno- sie beschriebenen Mineral, und von'welchem wir mit wenig Worten die Haupt-Characlere wiederholen. Der Serpentin ist ein weicher Stein, der bisweilen ins halb harte übergeht, heyrn Bcfeilen einen grünlichgrauen Staub giehl, heyrn Befühlen milde ist, einen matten und feinkörnigen Bruch hat, seine Farbe ist last immer grün, und er schmelzt nicliL vor dem Löthrohre, wenn er nicht mit vielen fremden Stollen vermengt ist. Substanzen, welche er enthält. §• 211. Er bestehet hauptsächlich aus Talkstoffen., wie wir solches in Kurzem sehen werden: die Talkerde geht also als characteristischer Grundstoff in seine Zusammensetzung ein: und es ist zu bemerken, dafs er den meisten Steinen vom talker- digen oder talkartigem Geschlecht, als gewöhnlicher Gangstein dient. Diese Steine finden sieh fast alle in dem Serpentin vor , und werden anderswo kaum angetroffen. Von diesen Steinen unterscheiden wir: 1Ü1 1) (len eigentlichen Talk und seine Varie- täLcn, so wie den Speckstein oder dichte lalk, der Chlorit, der T o p f s t e i n ; 2 ) die gediegene Talkerde, welche. 1 Ir. Bruce in kleinen Adern in dem* Serpentin von INew-Jersey in America gefunden hat; 5) die reine Talk erde; sie ist nur an zwey Orlen zu Lübschütz in Mähren und zu Gassen in Steyermark, sehr rein immer in dem Serpentin gefunden worden; 4) den Meerschaum oder Magnesit vom Ilrn. Brogniart; 5) den Asbest und 6cine Varietäten, so wie den- Amianth, das versteinerte Holz: die gewöhnliche Lagerung dieser Substanz ist in kleinen Adern oder Gängen, in welchen die Asbest-Fasern immer senkrecht aul die Lbene der Gänge sind; 6) die Diallnge, welche einige Personen wie einen krystaJiisirlcn Serpentin angesehen haben: sie findet sieh 'übrigens in den Serpentin - Gebirgen, bildet mit dem Fcldspath ein besonderes Gestein, wovon wir in Kurzem sprechen werden. Der Serpentin enthält auch häutig verschiedene kicselcrdige Zusammenhäufungen, welche in selbigem als Trümmer oder Butzenwerke Vorkommen. Man hat Beispiele von dergleichen: 1) zu Kosemiitz in Schlesien, wo dieses Gestein Opale, Kalzedone und Chrysoprase enthält. 2 ) I 11 Piemont, wo der Berg Musinel eine Menge Adern und Knollen von Halb-Opal und Hydrophan enthält (Sauss. §, i5o3). Luter drn andern Mineralien, welche man noch in den Serpentinen findet, führen wir den Gli. ; mer, die Hornblende, den Pyrop etc. an. I 52 Lager. Was die Lager anderer mineralischen Massen betrifft, so kenne ich in dem Serpentin keine; den Kalkstein, welcher sich sehr oft mit ihm vermengt findet und den Euphotid ausgenommen, welcher ihm untergeordnet scheint. Alter und Lagerung. §. 212. Werner hat in Sachsen zwey Serpentine von verschiedener Epoche beobachtet. Der erstcre, welcher derjenige ist, wo diese Substanz sicli mit dem Kalkstein vermengt findet, bildet Lager in den Gneis- und Glimmerschiefer- Gebirgen; er ist folglich von demselben Alter als diese Gesteine. Man bezieht auf ihn den verde antico und den verde di Susa , welche blos Gemenge von äufserst feinkörnigem Serpentin und weiisem Kalksteine sind. Die zweyte Formation, sagt Werner, ist weit verhreileter als die erstcre; sie findet sich Ley Zöblilz in Sachsen vor, sic füllt da eine Art von. Mulde aus, welche zwey Meilen (licues) lang und. eine Meile breit ist; sie ruhet da auf dem Gneise; allein ihre Auflagerungs - Fläche ist der Schichtung des letztem Gesteins nicht parallel, welches eine spätere Formation anzeigt. TJebrigcns fügt Werner •hinzu, dais er keine hinlängliche Anzahl Beobachtungen über diese Formation gesammelt habe, um ihr Alter, in Bezug auf die andern Massen, welche in die Zusammensetzung des Erzgebirges eingeben, zu bestimmen. Der Serpentin findet sich hauptsächlich in den Gebirgen vor, wo die Talk - Stolle häufig sind. Auch findet er sich in grofscr Menge in den Al- :i n,) pen: ich habe Gelegenheit gehallt, dort eine grofse Anzahl dergleichen Massen und Lager zu sehen; einige hatten* mehr als eine Meile Verbreitung und mehr als zweyhundert Melres Dicke: es waren Bänke in den Talk - oder Glimmerschiefer - Gebirge, welches die Hauptmasse der grofsen Alpen aus- macht. Die integrirenden Stoffe dieses Talkschiefers sind der Quarz, der Talk und ein wenig Feldspath. Das Ver- iiähnifs zwisclien diesen Substanzen erleidet von einem Lager zum andern eben so plötzliche, als abweichende Veränderungen ; bisweilen wird dev Feldspath häufiger, als die andern Grundstoffe und man hat Gneise und sogar Granite; sonst ist der Quarz herrschend, und es entstehen daraus Massen, worin dieses Mineral sieh fast rein vorfiudet, noch öfters behält der Talk die Oberhand und erzeugt Talk oder Chlorit - Lager. W enn die verschiedenen Substanzen, welche in ihre Zusammensetzung cingehen , in so kleinen Thcilen sind., dafs sie nicht von einander unterschieden werden können, oder wenn ihre verschiedenen zusammensetzenden Tlieile dev Wirkung der Tlieilchen - Anziehung, welche sie antrieb, verschiedene Mineralien zu bilden, nicht gehorchend, mit den andern verschmolzen bleiben, so entsteht daraus eine dichte Masse, welche der Serpentin ist. Also ist in den Gebirgen , von welchen wir sprechen, das letztere Gestein ein blofser Talkschiefer, in welchem der Talk vorherrscht, und dessen Grundstoffe in einander verschmolzen sind. Je häufiger der Talk, in dem Schiefer gewesen seyn würde, desto weicher wird sich der Serpentin aufulilen, und um so mehr sich dem Speckstein nähern; er wird ganz in dies Mineral übergehen, wenn er nur. die zusammensetzenden Grundstoffe des Talkes enthält. Ich habe eine grofse Anzahl Gelegenheiten gehabt , diesen Uebergang der Talk-Lager in den Serpentin, dieses in den Speckstein, und des letztem in den Blättertalk (gemeinen Talk) zu beobachten: auch, glaube ich es als eine bestimmte Thatsaolie geben zu können. 1 O i Aus (lern eben Gesagten folgt, dafs in den Alpen der Granit, der Gneis, Glimmer - oder Talkscbiefer, und folglich auch der Serpentin zu einer und derselben Formalion gehören, und sie dort, im Allgemeinen genommen, von demselben Alter sind. Wenn in den Talkscbiefer - Schichten, welche dicht werden, der Feldspath und Quarz in beträchtlicher Menge sind, so wird der' Serpentin an Härte zunehmen und sieh dem grünen Eurit und .bisweilen sogar dem Hornstein nähern. Enthielte der Talk sehr viel Eisen, dafs er iin Zustande des Chlorits wäre, so verliert der Serpentin, welchen er verursachl, einen seiner gewöhnlichen Charactere, und wird schmelzbar. Dieses Gestein hat auch viel Aehnlichkeit mit den Hornblendegestcinen, und besonders mit dem gemeinen Aphanit (Grünslein); sie Leiinden sielt ziemlich oft beysammen, und ihre Aehnlichkeit verleitet bisweilen, sie zu verwechseln. Jedoch slellt der Serpentin einen weicher allzufühlenden Staub dar, und ist schwieriger zu schmelzen: allein e.s können sich Zwischenglieder finden, -welche man oft in Verlegenheit seyn wird, auf tlas eiue oder andere dieser Gesteine zu beziehen. Schichtung. §. 230. Werner kennt keinen geschichteten Serpentin; aller derjenige, welchen ich Gelegenheit hatte, zu beobachten, ist es nicht, und nach dem, was ich über seine Beschaffenheit gesagt habe, glaube ich behaupten zu können, dafs er es im Allgemeinen nicht ist. Jedoch hat es der des Fiehtelberges den Hrn. Goldfufs und Bischof 155 zu seyn gesell innen *). Der Serpentin nimmt auch keine rcgelmäfsige Gestall an. und sleiJt lauter Klüfte dar, welche ihn in sehr unregehnüfsige liloIcke absondern. Zersetzung. §. 2i4. Wenn diese Blöcke durch die zerscz- zende Wirkung der Atmosphäre angegriffen werden, so nimmt ihre Oberfläche durch eine Nachgiebigkeit des Gefüges ein erdiges Ansehen an. und wird hliulig rostfarbig: welches von dem Lebergange des Eisen - Protoxyd in das leisen. - Hydrat herrührt. Der Serpentin widersteht übrigens der Zersez- zung ziemlich gut, und viel mehr als die Gneise, Glimmerschiefer, Thonschieler etc. in denen er sich gewöhnlich vordndet: daher kommt ein Theil der Felsen und Hörner, die mau mitten in dem durch (iiese Gesteine gebildeten Gebirge, besonders in tleu Alpen siebet: die beträchtlichste der Pyramiden, welche sich auf dem Joche dieser Gebirge erheben, der Mont-Genin, ist zum Theil daraus gebildet, und macht den Gipfel der, Breithorn genannten, grofsen Nadel aus, deren Höhe 4ooo Me- tres über dem Meere belrägt. So wie alle talkerdige Gesteine, ist der Serpentin wenig zur Vegetation geeignet. Die Gebirge, I) Beschreibung ries Fichtelgebirges, i Band, S. 144. Die gelehrten Verfasser dieser Beschreibung sagen auch, dafs der Granit des Fich teilte rgs geschichtet und in Schichten von 2 bis 8 Fnl's Dicke ist. Würde diese Schichtung nicht eine blofse Absonderung in Plauen, so wie diejenige seyn, welche die Granit- Felsen des Grcifensteins (§. 96), darslellen? i5ti welche er ruismacbt, sind kahl und diese Kahlheit, verbunden mit ihrer dunkelu Farbe, giebt den aus selbigen gebildeten Gebirgen ein trauriges und einförmiges Ansehen, Darin vorkommende Metallo» 21 5. Der Serpentin, so wie die Talk- und Hornblende- Gesteine, mit welchen er so viel Aehnlichkeilen hat, enthalt- gewöhnlich eine mehr oder weniger beträchtliche Menge Magneteisenstein, und das Vorkommen dieses Er/.es scheint mir da eine Folge von der Beschaffenheit des Gesteins selbst zu scyn. Die grüne Farbe in dem Talk rührt von dem Grüneisen - Oxyd (oxide verd de fer Proioxyd der Chemiker) her, und sie stellt sich in selbigen so oft an jedem Orte dar, dafs mail daraus schliefsen kann, es gebe in den wesentlichen (JvumlsiolTen des Talkseine Verwandtschafts - Kraft, welche sie angetrieben hat, sich zu ergreifen und jenes Oxyd überall, wo es sich bereit fand, bey der 1‘orntation auf- zunchmen* Wenn es in hinlänglicher Menge vorhanden war, hat es den Talk in Chlorit verwandelt; wurde es über den SiUligungspuncr. vermehrt, so wird cs im üebevmaase gefunden, und seine Theilcf iea haben, bey ihrer Vereinigung die Korner - Adern und Massen dieses Oxyds, oder den Magneteisenstein (fer oxidule) der Mineralogen gebildet, welche man so häufig in den Talkniassen und folglich auch in den Serpentinen findet. Wenn (1er Magneteisenstein in kleinen fürs GesieltL unmerkbaren Kornern vorkommL, so giebt er dem Gesteine die magnetische Eigenschaft und bisweilen die Polarität, welche man an einigen Stücken bemerkt liat. Er bildet sieb darin sein* häutig auch in Kornern, Nieren und Trümmern vor, welche bisweilen in grofser hinlänglicher Menge sind, tun der Gegenstand einer Bebauung zu werden: so hat man am südlichen Fufse des Mont- Hose, zwischen den Thäleru von Grcssoney und io 7 Sesia bey dem Uebergang über den 01 ent eine ungeheure Serpentin - Bank, dergestalt mit solchen Trümmern und Körnern beladen, dai's man die Blöcke dieses Gesteins, welche in das Thal des Olenl fallen, für die Eisenschmelz-Hütten benutzt. Endlich bildet sieb der 'Magneteisenstein in dem Serpentin in Massen oder Stöcken von einem bisweilen sehr beträchtlichen Umfange; in dem Thale von Aosta über dem Dorfe Gogne mitten in einem kalkhaltigen — Glimmerschiefer - Gebirge hat man ein Serpentin - Lager von mehr als lauf zig Melres Dicke und tausend Meines Länge, in welchem sich eine ungeheure Masse des dichtesten Magneteisensteins befindet; seine Dicke ist gegen dreyisig Metres. Tn dem Serpentin hat man in Provence den Chromeisenstein gefunden: er ist darin in Acdor- chen und INieren. Das Eisen ausgenommen, enthält dieses Gestein wenig metallische Substanzen; jedoch bat man in selbigen bey Joacliimslbal in Böhmen etwas weniges Bley gebauet; in dem Gestein in Kornwallis bat man eine ziemlich beträchtliche Menge gediegenes Kupfer gefunden; es ist da in Trümmern und Adefn. Verbreitung. §. 216. Der Serpentin ist sehr häufig in den Alpen, wie wir solches bemerkt haben. Saussurc und alle Mineralogen, welche diese Gebirge durchreisten, haben die Massen und Lager erwähnt, welche er dort an einer grol’sen Anzahl von Orten bildet: einige sind verbreitet genug, um als Ge- birgs - Massen angesehen zu -werden; das Lager, welches auf dem südlichen Abfalle des Mont- Hose 158 am passo d' Olcnt ist, bat mein- als zwey Meilen (lieuts) \ erbreilung. unil oft mehl' als dreyhundert Moires Dicke. Ja dem Thal Tornanehc, in dem Grunde bey Erusson in Piemont, durchreist man. gaii/.c Meilen in diesem Gest: in. Wir haben bemerkt, dafs c-r /.um Theil die hohen Gipfel des Mont-Kose, Mont-Gertin, des lireithorns etc. ausmachte. Li den Pyrenäen ist er in viel geringerer Menge : ich habe dort nur Id eine dergleichen Massen gesehen: er ist ebcnlalls ziemlich selten in den Ur- gebirgen der Mine von Frankreich 3 jedoch hat man in Limousin, bey Set. Griex, Bane auf einem Lager dieses Gesteins, welches sieh mehrere Meilen weit erstreckt. Er ist gemeiner in den Gebirgen der Mitte von Deutschland; es giebl dergleichen an dem Ficli- teibergo, in Sachsen, in Schlesien etc. England stellt dergleichen nur auf einem Punclc, am Vor- trebirtre Lizard. an seiner südlichen Küste dar: der Serpentin, welcher dort mehrere Quadrat-jVJeiJon einnimml , ruhet auf einem Urboden, enthält Glimmerschiefer-Lager und ist mit Tlionsehiefer von der Gehergangs-Formation begränztj da ihr gegenseitiges Lagerungs - \erliällnifs nicht hcslimnit werden konnte, so würde man auch nicht mit. Genauigkeit' anzeigen können, zu welcher Glassc er gehört: Indem Hr. Berger ihn uns in allen seinen Details kennen lernte, versuchte er ihn auf eine der Leyden von Werner in Sachsen erkannten Formationen zu beziehen, und hat diesen Versuch mit sehr sinnreichen Betrachtungen begleitet. Dieser Serpentin enthält grofse Massen eines halbdurchsichtigen Specksteins, welchen man, wenn er aus dem Bruche kommt, wie einen leig kneten kann; 1V0- er ist übrigens mit einem Gestein vermengt, von wir gleich sprechen werden 1 2 ). Er ist ziemlich gemein in den Gebirgen der vei\ mieten Staaten von America: er ist da mit funkst ein vermengt, mit Asbest - Adern durchzogen, und enthält Magneteisenstein und Chromei— sensiein. , Im Mexicani sehen in der Grube von Yalenzia- iut in einem Thonschiefer - Gebirge bat lir. von Humboldt einen wahren Serpentin mit Lagern von bycnil und Hornbiendegesteln wechseln sehen, Aul der Insel Cuba bat er dasselbe Gestein auch mit Syenit begleitet und eine geoise Menge Dialiagc enthaltend, gefunden. Von dem Eupliotid. (Gahbro) §. 218. Der Serpentin ist in gcognostischer Beziehung und zura Theil in Bezug auf seine Beschallen: heit mit einer Mineral-Masse, welche wir erwähnt haben , und W'clche itt verschiedenen Gegenden liäulig verbreitet ist, sehr enge verbunden. Hr. von Buch hat zuerst die Aufmerksamkeit der Geologen auf sie gerichtet, und sie mit Recht in die Reihe der Gesteine erhoben. Wir wollen liier davon als einen Anhang zu dem Serpentin, und nach den Schriften dieses Gelehrten handeln z ): er hat für diese Substanz den Namen Gahbro bey- behaiten, welcher ihr von den italienischen Künst- 1) Trans, of die geol soo. tom, I. 2) lieber den Gabbro. In dem Magazin der naturfoiy sciieuden Freunde zu Berlin, IV und VII. Band, Ilr. von Bonnaut hat einen Auszug dieser Aufsalze in den I. Band der Annales des Mutes geliefert. i (io lern gegeben worden ist; da ilm aber die französischen Mineralogen, nach l!r. llauy, mit dem JNa- men Eupholid bezeichnet haben, so werden wir letztere Benennung gebrauchen. Der Eupholid be- siehet wesuillieh aus Fcldspalh und Dialiage. Das erste dieser Leyden Mineralien stellt sich darin sein- oft im Zustande von Jade dar, eine Substanz, welche iIr. von Buch glaubt immer von dem gewöhnlichen Fcldspalh zu trennen; mul das zweyle zeigt sieh darin fast mit allen seinen bekannten Varietäten. F nabhängig von diesen zusnmmcuscz- zenden Grundstoffen, bildet man in Selbigem zufällig auch Anijdiiboi oder Slralilslcin (Oclinole), Granaten, Kies-Körner etc. Dieses Gestein ist liäulig in den Alpen: es batte Srussnrc's Aufmerksamkeit gefesselt, welcher solches unter den Geschieben in den Gmgebnngcn von Genf in grolser Menge gefunden und die Beschaffenheit seiner zusammcnselzendeu Grundstoiie gut erkannt hatte. Allein iir. von Buch hat zuerst die Lagerung desselben bekannt gemacht; er bat cs auf den Indien Theilen des Mont.-Bose, wo es beträchtliche auf dem Glimmerschiefer gelagerte und an verschiedenen Orten mit dem Serpentin vermengte, M assen bildet. In derselben Kette, auf den Talkgebirgen von Set. Marcel bey Aosla, bin ich von der greisen Menge Dialiage überrascht worden, welche dort in den Gestcineu glänzt, und sehr wahrscheinlich mehrere derselben im Zustande von Eupholkl ausmaclit. Die Sjiitzen der Berge des Landes von Genua, weiche den Meerbusen von Spezzia beherrschen, sind von demselben zusammengesetzt. Er bildet auch in Gorsica Gebirge von einer ziemlich grofsen Verbreitung, aus welchen man den verdc de Gorsica bezieht, welcher i6t davon blos eine schöne Varietät ist. Der nero di prato, der verdc di prato, der grnniio di gabbro der Florentiner, sind aucli nur Diailagen, gewöhnlich schillernde, (oder Schillerstein) und bald mit Serpeuiin, bald mit Eeldspnth oder Jade vermengt, ■weiche aus den Toscanischeu Gebirgen kommen. Der Euphotid bildet, sich in einer grofsen Anzahl von Orten in Deutschland vor. Der aus Krems, in Oestrcich, dient zum Pilastern der Slraisen in Wien und seine grofse Zähheit macht ihn zu diesem Gebrauche sehr geschickt. Mau hat ihn auch an verschiedenen Orten Schlesiens beobachtet; er macht dort den 11aupttheil des grofsen isolirten Zoblenberges aus , der Serpentin ist die Grundfläche desselben. In dem Serpentin in Kornwallis, hatte H r. Berger dieses Gestein schon gefunden und bemerkt, er hatte es aus derbem Feldspath und Scliillerstein (diallage metalloide) bestehen sehen, und halte seine 'Verhältnisse mit demjenigen, welches die Geschiebe der Genfer Gegenden bildot, und das er seihst an Ort und Stelle auf dem Mont- Rose beobachtet halte, bemerkt. llr. von Ruch hat seinen Euphotid an mehrern- Orteu der Gebirge JNorwcgens wieder gefunden, und ihn gewissermaasen bis an das Ende von Europa verfolgt. Rey dem Cap - Nord hat man auf einem Thonschiefer - Gebirge einen kleinkörnigen. Granit (man sehe §. 189), mit Glimmer und Hornblende, und sich zuweilen in Gneis ändernd; sonst nimmt die Hornblende zu, der Quarz und Glimmer ab, und man hat einen Grünstem; endlich tritt die Diallage statt der Hornblende ein und es entsteht daraus ein anfänglich grober, dann feinkörniger Euphotid. Er ist da, sagt der Autor, so wie in Schlesien, zu Praia, zu Genua und Cuba in den 11. Tiieil, E IÖ2 letztem Gliedern der Ur-Formationen, und berührt die Uehergangs-Formationen. Wenn er in Lappland, so Tvie fast überall nicht bey dem Serpentin ist. bemerkt Ihr, von Buch, so liegt es daran, dafs iin Norden von Europa die Krystallisations - Kraft mit mehr Nachdruck, als anderswo, gewirkt zu haben scheint; sie hat da die Massen, welche in andern Gegenden ein dichtes und satzartiges Ansehen haben, in ausgezeichnete Krystalle gebildet; folglich hat sie da einen Eupliolid hervorgebracht, wo ohne diesen Grad vou Kraft hlos ein Serpentin entstanden seyn würde: denn dieser Gelehrte siebet, letzteres Gestein als einen Euphotid von feinem oder nicht zu unterscheidendem Korne, mit Talk vermengt", an. Ich habe weiter oben gesagt, was der Serpentin der grofsen Alpen wäre, nämlich ein dichter Talkschiefer : diese Meinung ist mit der des Hrn. von Buch nicht im Widerspruch: in den Talkgesteinen haben wir die Diallage bisweilen in grosser Menge. Wenn ein solches Gestein in der Gröfse des Korns so weit abnähme, dafs es ein gleichartiges Ansehen bekäme, so würde dies auch ein Serpentin seyn, in welchem die Elemente der Diallage mit denen des Feldspatlies, ein wenig Quarz und viel Talk, verschmolzen seyn würden: ich glaube nur, dafs letztere in den Serpentinen, wenigstens in denen der Alpen, herrschen. Ich will übrigens bemerken, dafs es eine grofse Analogie zwischen der Masse oder chemischen Zusammensetzung des Talks und der Diallage giebt 1 ), und folglich die Masse, welche in den Alpen haupt- l) Man wird von dieser Analogie urtheilen können, wenn man die Analysen des Schillersteins (diallage meUHoide) i6j sächlich durch den Talk hervorgebracht worden, solches in Konvegcn durch die Diallagc geworden seyn kann. Achte Abtheilung. Von dem Q u a r z f e 1 s. Quarzfels der' Deutschen. Quartzrock der Engländer. Quartzite der Hm. ßroguiavt und Bonnard. §. 218. Der Quarz ist in den Urgebirgen nicht nur als integrirender Th eil der Granite, Gneise und Glimmerschiefer, und in Gestalt von gewöhnlichen Lagern, mitten in den aus diesen Gesteinen bestehenden Gebirgen, sondern auch in Lagern von einem bisweilen sehr beträchtlichen Umfange und sogar in Gebirgs-Massen vorhanden Der Quarz, aus dem sie bestehen, ist ein einfaches Gestein, von weifser und graulicher Farbe, bald dicht und von glasartigem Ansehen, dies ist der gemeine Quarz, bald körnig (mit körnig abgesonderten Stücken,) bald von schuppigem und fast mattem Bruche. und einer Varietät des Talks Vergleicht; sie Klaproth. Talk, Diallnge, Kieselerde, • « . 6t, 75 60 Talkerde, ■ 50 2 7 > 5 Pottasche, » ♦ • ' £ >75 - Eisenoxyd, • , . 2,50 Jo .5 Wasser, « « . 0,25 0,5 Verlust, . 2,2g 1,6 L 2 IcJx erkläre hier, aut' eine genaue Art, was ich durch körnige Textur verstelle. Ais die Gesteine in dev Kvy- stallisation günstigen Umständen fest wurden, so bildeten sie sich in krystallinisciien Körnern, oder unvollkommenen von dem vieleckigen Umfange entblöfsten Krvstallen ; wenn die Gesteine verschiedene Grundstoffe enthielten, wovon jeder sich für sielt gebildet hat, so wird man verschiedene Kötner von Quarz, I’eldspath, Hornblende, mit einem Wort, ein Granit - Gestein haben. Allein, wenn das Gestein nur einen Stoff entbleite so werden alle Körner von einerley Gattung, und die Textur wird bios körnig styn: die Körner werden in den Mineralien von blätteriger Slructur blättrig scyn, so wie in den Marmorarteu, Feldspathen etc.; allein in den Mineralien , welche diese Structur nicht mehr haben, so wie der Quarz, werden diese Körner sodann dicht, allein sehr oft unteischieden seyn. Ein also beschaffener Quarz it das,, was man einen körnigen Quarz und bisweilen einen w e i t k ö r n i g e u Quarz (Quartz granuleux) nennt, wenn die Körner sehr abgesondert sind. Er wird sodann, durch eine Verminderung iu der Gröfse des Kornes, entweder dicht oder schuppig, eben so wie der blättrige Kalkstein dicht und schuppig wird. ln einigen Fällen sogar kann die körnige Structur des Quarzes die Folge einer unordentlichen Krystallisation seyn, ähnlich der, welche die Körner der Dolomiten oder der Oolithen (Iloggensteine) hervorgtbracht hat (J. 118 und 119). Ich glaubte auf diese Bildur.gs - Weise oder Structur bestellen zu müssen , um einem Irrthume zu begegnen, in welchen verschiedene Mineralogen gefallen sind, und welcher ihnen körnige Quarze lür Sandsteine lullten lieG, Saussure selbst hebt in den letzten Bänden seiner Werke einige Irrthfimer dieser Art wieder auf, welche er in den erstem gemacht batte, und Ilr. Brocliant batte auch verschiedene Sandsteine jenes berühmten Naturforschers wieder unter die Quarze zu bringen Q. 1) Journal des Mines, XXIII. Band, S. 555. i65 Die Quarzfclscn, besonders wenn sie von einem beträchtlichen Umfange sind, zeigen sieh häufig ohne ein fremdes Mineral; allein öfters auch enthalten sie Glimmersclnippchcn , welche ihnen bisweilen eine blättrige Textur geben, und wenn sie an Menge znnchmen, sie im Greisen und sogar im Glimmerschiefer übergehen lassen, so wie wir (§. 177) gesagt haben. Einige Quarz - Massen enthalten auch Körner von Feldspath, Schörl etc. Was die metallischen Substanzen betrifft, welche in den Quarzen der Gänge und Lager so häufig sind, so sind selbige in den Massen der Gebirge selten und ich keime kein Beyspiel eines Baues in einem solchen Gesteine., Lagerung. §. 219. Wir haben die Granite, Gneise, Glimmerschiefer und Thonschiefer Quarz-Lager enthalten sehen ; allein in den beyden letztem Gesteinen befinden sie sich in beträchtlicherer Menge*; und fast alle beobachteten grofsen Quarz - Massen scheinen den Glimmer- und Thonschiefergebirgen untergeordnet zu seyn. Dies ist, scheint mir, in der mittlern Epoche, dafs der Quarz in Lqgcrn und Gesteinen vorherrscht. Zersetzung. €. 220. Diese, obsclion sehr zerklüfteten Ge- steine, sind doch diejenigen, welche der zersetzenden und zerstörenden Wirkung der Elemente am meisten widerstehen: dies ist die Ursache der zahlreichen Quarz-Gipfel und Kämme, die man in den Gebirgen sichet; dies ist auch die Ursache jener Menge von Geschieben dieses Minerals, welche man in den Flußbetten, in den aufgeschlammten Ge- 16 (i hirgcn, in «len Pud dingst einen ( Conglomeraten) und Sandsteinen findet. Sie überlmien darin fast immer diejenigen, welche von der Zerstörung der andern Gesteine herrühren. Wenn der Fcldspntli, die Hornblende, der Glimmer etc. den zerstörenden. Wirkungen der Zeit nacligehen, so verwandeln sie sich in Erde, und es bleibt davon keine kenntliche Spur: der Quarz im Gegentheil zerbricht blos, verwandelt sich in immer kleinere Stücke, und bis in die von der geringsten Gröfse in den Sandkörnern, findet man ihn mit seinen mineralogischen Kennzeichen wieder. Orte des Vorkommens. §• 22i. Der ganze Gebirgsmassen bildende Quarzfels ist in Frankreich ziemlich selten; in den Glimmerschiefern des Maine und der Bretagne giebt es einige, allein da sie von grobem schuppigem Quarze oder von körnigem Gefüge sind, so sind sie bisweilen für Sandstein - Massen gehalten worden. Der Quarz ist gemeiner in England und besonders in Schottland, wo er der Gegenstand der Beobachtungen des Ilru. Macculloch gewesen ist, dem er mehrere interessante Aufsätze verschallt hat: auf der Insel Jura bildet er kegelförmige Berge. Ilr. von IlumboldL bat in America eine dergleichen Bank beobachtet, welche gegen dreitausend Metres Dicke batte; er siebet sie als eine besondere Formalem an (sie gehört vielleicht zu den körnigen Quarzen der Flölzgchirge). Neunte A b t h e i l'u h g, Y o n dem U r k a 1 k s l e i n, Calcareus micans, von Wall, Urk al k s t e i n der Deutschen, Primitive limestone der Engländer. §. 222. Obschon der Kalkstein (kohlensaurc Kalk) in den Urgebirgcn nicht so häufig, als in den Flötzgebirgen ist, so wird er doch auch, entweder in Lagern, die in den schon erwähnten Gesteinen enthalten sind, oder in Gehirgs - Massen, angetroffen: bisw r eilen ist er rein, allein oft ist er mit dem SchieferstofF vermengt. Der Drkalksteiu ist gewöhnlich körnig, in mehr oder weniger grossen Körnern, er hat ein krysudlisches Ansehen, ist wenigstens an den Kanten durchscheinend, und seine Farbe ist meistens weifs oder grau. Im Allgemeinen haben die ältesten Kalksteine, diejenigen, welche man in den Graniten und Gneisen findet, ein gröfseres Korn, und mehr kristallinisches Ansehen, als die, welche man in den letzten Urgehirgen, wie. den Thonschiefer, sichet: allein es gieht hier eine grofse Menge Ausnahmen; tind es geschiehet ziemlich häufig in den altern Gebirgen, so wie die Glimmerschiefer sind, fitst dichte und hauptsächlich hlaulichgraufarhige Kalksteine zu sehen. Jedoch ist es sehr selten, ganz dichte dergleichen zu sehen; und Saussure selbst, welcher nur sehr spät die gewöhnlich körnige Textur der Urkalksteine gewahr wurde, schliefst seine Betrachtungen über dieses Gestein, mit der Bemerkung, dafs man wohl körnige Kalksteine in den Flötzge- ] (') 8 birgen, aber keine dichten in den Urgebirgen finde.' (Sauss. §. 2255). Darin vorkommenrle Mineralien. J. 220 . Die Kalkstein - Lager enthalten häufig fremde Mineralien, diejenigen, welche man am meisten anirhTt, sind der Glimmer und Quarz. Ihr ■Vorkommen in selbigem scheint mir, besonders in einigen Gebirgen, besonders in den Glimmerschiefern, eine natürliche Folge der Formation zu seyn. Man weifs, dafs eine, zwischen zwey Schichten einer andern Substanz liegende , Schicht sehr oft, wenigstens in der Pvähe der Berührung, mit der Masse jener Schichten vermengt ist; da nun hiernach der Quarz und Glimmer die herrschenden Grundstoffe in den Glimmerschiefern sind, so müssen sie sich mit der Masse der in diese Gesteine eingeschobenen Kalksteine vermengt finden. W enn sielt der Glimmer mit dem Kalkstein vermengt, so gieht er selbigem ein schiefriges Ansehen, und bildet Kalk - Glimmerschiefer. Die penninischen Alpen stillen dergleichen eine sehr grofsc Menge dar: ich beschränke mich, denjenigen anzuführen, welchen Saussure am l’ufsc des Jhufr- 7wrn beobachtete; die an einander gefügten und fast in einander verschmolzenen GJimmcrsehüppehen bilden darin sehr dünne, braune, glänzende und runzliclie Blätter, zwischen welchen man einen Kalkstein in Streifen siebet, deren Dicke zuweilen bis zu einer Linie geht. (Sauss. 2i5y). Da der Quarz heynahe von derselben Farbe als der Kalkstein ist, in welchem er sich vorfindet, so ist er da zuweilen sclnver zu unterscheiden, und man ist oft über die grofse Menge desjenigen ver- 16 y wundert, welcher in den Rückständen der Auflösung' der Tjrkalkstcine verbleibt. Darin enthaltene Mineralien. §. 224. \on den andern Mineralien, .welche man in diesen Gesteinen findet, füliren wir noch an; die Hornblende; den Strahl st ein (actinotc); den Tremolilh; dieses Mineral ist bis jetzt, so zu sagen, LJos in dem Urkalkstein, hauplsäch- lieh in demjenigen gefunden worden, welcher, da er mit Magnesit (reiner Talkcrde) vermengt ist, einen Dolomit bildet. Den Talk: man kennt die Verwandtschaft dieses Minerals mit dem Glimmer, und wie sie einander in den Urgebirgen ersetzen; so wie also aus derselben Ursache der Kalkstein dieser Gebirge häufig Glimmer enthält, so muls er auch oft Talk enthalten. und wirklich enthält er dergleichen bisweilen viel. In diesem Zustande, da er übrigens von einem schönen Korne ist, bildet er einen, mit Grün vermischten Marmor, den die italienischen Künstler cipo- linisc.hen (Zwiebel-) Marmor, genannt haben, wegen der Abblätterung, welche rer in Folge des Talks, den er enthält, unterworfen ist, eine Abblätterung, welche, an die der Zwiebel (cipolla im Italienischen) erinnert. Den Feldspath: er ist vom lTrn. Dolomieu und Ilrn. Brochant in den fast dichten Kalksteinen der Alpen als Krystalle beobachtet worden. La Pey- rouse hatte ihn schon in den Kalksteinen der Pyrenäen bemerkt. Man findet in diesem Gestein auch Pislazit, Asbest , Kiese etc. ! 7 o Schichtung. §, 22 5 . IJcr körnige und ganz reine Urkalk- stein scheint, wenigstens im Allgemeinen, nicht geschichtet zu seyn, und die Beyspiele vom Gegen- theil sind ziemlich selten. Ich habe ein dergleichen sehr merkwürdiges am Ende des Montagne noire (schwarzen Gebirges) in Languedoc gesehen: ein Kalkstein-Felsen, welcher die kleine Stadt Soreze beherrscht, und eineu Theil, eines mehr als hundert Metres mächtigen Lagers in einem Glimmerschiefer ausmacht, ist ganz in kleine PlaUCli gc- theilt, welche nur einige Zoll Dicke haben; und diese Absonderung war mit der Fläche des Lagers genau parallel, man kann daran eine wahre Schichtung nicht erkennen *). Was die Glimmer enthaltenden Kalksteine betrifft, und welche folglich eine schiefrige Structur haben, so sind selbige auf die deutlichste Art geschichtet; so ist es schwer, eine besser characleri- sirte und regclmäfsigere Schichtung als diejenige zu sehen, welche die Gebirge des kleinen Set. Beru- "liardt, bis am Pre- Saint -Didier darstellen, l) Das was wir von dem körnigen Kalksteine sagen, ist ebenfalls auch auf die Granitartigen Gesteine oder wahren Granite anzuwenden. Ob sie nun schon im Allgemeinen nicht geschichtet sind, so giebt es doch zwar seltene Fälle, wo sie sich als solche darstellen: zum Beyspiel, Hr. von Humboldt hat in America zwischen Nuova - Valencia und Porto - Cabello Granit gesehen, welcher in seiner ganzen Masse auf die ausgezeichneteste Art in Schichten abgesondert war. Metallflihrung. §. 2.26. Die Kalkstein - Lager sind mit den Gängen der Gebirge durchsetzt, in welchen sie sich befinden; und manche von ihnen besonders enthalten Fossilien, bisweilen in genügsamer Menge, um bauwürdig zu seyn: so bricht man in Sachsen bey Schw arzenberg Biey in einem Kalkstein - Lager; so hat man in Schlesien, bey Reiehensieiu, Baue auf Arsenik- und Gold-Kies in einem fJr- knlkstein; so ist in Schweden, die Weifsgültiger- Grnbe ( mine de Plomb argentifere) bey Sala, in einem solchen Gestein. So findet sich auch mitten in einem körnigen und sehr wahrscheinlich Ur- Kalkslein, in dem Lande Foix, das Lager, oder die abgeplattete Säule von llotheisenstein (fer hy- drale) der Gegenstand der berühmten Baue von Rande. Zu Planaval, in dem Lande Aoste, enthält ein grofses Lager solchen Kalksteins, welches in einem Glimmerschiefer enthalten ist und sechs bis zehn Metres mächtig ist, Adern und Massen von Magneteisenstein. Verbreitung, §. 227. Es giebt w 7 enig Urgcbirge von einer beträchtlichen Verbreitung, in welchen man nicht Gebirgs - Lager und sogar Massen von Kalkstein autrilft. ln dieser letztem Gestalt findet er sich in Dalmatien, in Griechenland, in dein Archipel, von wo mau den berühmten Marmor von Pa ros bezieht. Diese Gebirge enthalten bisweilen Grotten, so wie die bey Antiparos. Ich habe zwey dergleichen ziemlich geräumige in dem Lager von körnigen Kalkstein, welches des Montague noire (schwarze Gebirge) in Languedoc schliefst, gesellen, von welchem Lager wir unlängst (§. 22 5 ) gesprochen heben. 172 Es würde überflüssig sejn, in die Aufzählung der Orte, wo sich der Kalkslein, vorfindet, einzugehen , und ich werde mich auf einige Betrachtungen über den der Pyrenäen beschränken. Als La Peyrouse die verschiedenen Kalksteine, welche sich in dieser Kette vorfinden, beobachtet und die Umstände ihrer Verbindung mit den benachbarten Gesteinen in Betrachtung gezogen hatte, sähe er, dafs es dergleichen gab, die vor dein Daseyn organischer Wesen, und sogar gewisser Granite bestanden hatten; und er ist vielleicht der erste unserer Autoren, welcher einen Urkalkstein deutlich erkannt hat I 2 ). Aufser demjenigen, welcher in Lagern in dem Granit und den Glimmerschiefern ist. stellen die Pyrenäen eine hinlänglich beträchtliche dergleichen Masse dar, um als ein besonderes Lager von ihrem Gebäude angesehen zu werden: llr. von Cliar- pentier stellt sie als einen Zug von ohngefähr ü5 Meilen Länge und 1 Meile Breite dar, der parallel mit der Kette streicht, und unmittelbar auf dem Granit ruhet, sie ist nach der Mitte des nördlichen Abfalles zu. Dieser Mineralog nimmt drey Haupt-Absätze, oder drey Gebirge (uranfängliclie) in der Zusammensetzung der Pyrenäen an: 3) das Granit - Gebirge ; 2) das Glimmerschiefer-, Talkschicfcr - und Thon- scliiefer - Gebirge; 5) das Kalkstein - Gebirge *). 1) Traite sur les mincs et les forges du comte de Foix. 2) Ich war bis zu diesem Theile des Drucks dieser Abhandlung g-kommen, als Hr. von Charpentier mir gefälligst die Descriptiou des Pyreuees (Beschreibung der Pyrenäen! mit- Fremdartige Lager, 1.70 §. 228. Wenn der Kalkstein Lager von einem grofseu L'tu fange bilde!, so findet man in selbigem bisweilen Schichten von fremden Substanzen. Ohne von denen des Gesteins zu reden, welches das Gebirge, das sie enthält, ausmaclit, liih- ren wir als die gewöhnlichsten Schichten au : den Serpentin; wir haben davon schon Erwähnung gelhan; den Grün stein: das Thal von Yiedessos bietet davon ein beyspiei dar. theilte, die er dem Fublico zu überliefern im Begriff stellt. Alle Theile derselben, sind mit der Ordnung und Methode behandelt, welche man schon in dem Memoire sur le ter- lain granitiqite (Aufsatz über das Grauit - Gebirge) in jenen Gebirgen, bemerkt hatte. • Es ist zu wünschen, dafs das Publicum sich dieser Description bald erfreue: zum Nutzen für die Geognosie mufs ich sie als ein Muster Vorschlägen, Was zur Nachahmung am geeignetesten ist, wenn es darauf ankommt, eine Gebirgs • Kette, oder eine Gegend zu beschreiben: bey einer solchen Ordnung kann keine wichtige Thatsache vergessen seyn; alle befinden sich darin, aber immer gehörig unterschieden, an ihrer wahren Stelle: vielleicht könnte man., hauptsächlich was die Orte betrifft, einige Details weglassen. Hr. von Charpenuer, Director der Salzwerke zu Bex, in der Schweiz, Sohn des Vice-Oberberghanptmaims in Sachsen, in Werners Schule gebildet, wurde durch die Umstünde in die Pyrenäen geführt, wo er einige Jahre lang beschäftigt war, sie zu durchreisen, und mit einer Thätigkeit und Einsicht, wovon ich oft Zeuge war, auch mit einem Erfolge zu studiren, an dem ich um so mehr Antlieil nahm, als ich, ehedem in der Familie des Hrn. von Charpemier aufgenoramen, jene Talente sich entwickeln sähe, auf weiche die Geognosie, zum Th eil die Hoffnung ihrer künftigen Fortschritt* gründet. iyi Pyroxene (Augit). Dasselbe Thal enthält in einem Kalkslein-Gebirge noch ein besonderes Gestein, welches sich, an andern Orten der Pyrenäen und sehr wahrscheinlich auch in andern Gegenden vorfindet. Es ist das Pyroxenc in grohen Massen: es soll hier der Gegenstand einer hesondern Betrachtung seyn. Dieses Mineral wurde zuerst in dem oben genannten Thaic, bey dem Teiche Lherz gefunden, daher der iName Lherzolit, welcher ihm von ],a- metherie gegeben wurde. Zuletzt hat 1fr. von Char- pentier, welcher es auch au verschiedenen andern Orten der Pyrenäen fand, daraus den Gegenstand einer besondern Untersuchung gemacht: es ist von cinerley Gattung mit dem Pyroxene erkannt worden, und ich habe einigen Antheil an dieser Erkennung gehabt; es war also blos ein Pyroxenc in groisen Massen oder in Felsen *) Dasjenige, welches Hr. von Charpentier in dm Pyrenäen beobachtet bat, ist gewöhnlich von grüner Farbe, in körnig abgesonderten Stücken, bisweilen Spuren eines blättrigen Bruches führend, und mit einem schwachen Glanze versehen; sein Staub ist rauh anzufühlen. 1) Ich gebrauche hier den Namen PyroxÄne, und sonst habe ich Augit gebraucht, um ein Fossil derselben Gattung zu bezeichnen. Ich glaube, dafs es in das Interesse der Geognosie (§. 205; palst, das Pyroxene der ge. wohnlichen Gebirge, von dem der vuicanischen Gebirge zu unterscheiden, und diesem letztem den Namen Augit zu lassen, welcher in Deutschland und England angenommen ist, und den Hin, Brognioil in ^seinem Traite de mineralogie als Namen der rulcauischeu Untergattung brybehalten hat. i7i> Es ist in dem Thale Vicdessos, und i 5 Meilen westlicher, in den Gegenden von Saint- Beat bemerkt werden. Es findet sich dort in dem Kalksteine in Lagern, oder platten Massen, von einer bisweilen beträchtlichen Gröfsc vor. Bey dem Teiche bei Lherz hat Hr. von Cliarpentier eine dergleichen auf eine Länge von mehr als zwey Meilen verfolgt; sie machte die Gebirge des Landes aus und hatte mehr als 600 Metrcs Dicke. Dieses Gestein enthält 1) Talk, oft in ziemlich grofser Menge, uni ihn in den Serpentin übergehen zu machen 5 2) Hornblende J 5 ) Asbest; 4 ) ein Mineral, Welches Hrn. von Charpen- tier eine neue Gattung zu bilden geschienen, und das er zur Ehre des Hrn. Picot La Peyrouse Pico- tit genannt hat. Das Pyroxene scheint, grofse geologische Verhältnisse mit dem Serpentin und demAphanit(Grünst ein) zu haben: Hr. von Cliarpentier setzt es in der Reihe der Gesteine, in Bezug auf ihr Alter, in denselben Rang. In dem Thale Vicdessos hat die Ordnungsfolge ihm dargestellt, 1) den Granit, der bald in Gneis, bald in Glimmerschiefer übergeht; 2) den Urkalkstein, welcher Grünsteine, Py~ rox&ne etc. enthält; 5 ) einen Uebergangs-Thonschiefer. Man sehe nähere Details über das Pyroxene der Pyrenäen in dem Memoire vom Hrn. v, Charpen- tier *)• 1) Journal des Mines, tom. XXXfT, r I ; / Lagerung. §. 229. In c] eil Lrgcbirgen ist der Kalkstein beynahe zu allen Epochen entslanden, also bildet er mehrere Glieder der Heike der Kalkstein ~ Kur- matiou , 'welche wir (§. i 44 .) bezeichnet haben. AVir wollen diejenigen wiederholen, welche sieh in den greisen Äbtheiiungen der Cr-Periode darstel- leu: wir Averden sie haben: 1) In dein Granit , Die I 5 eyspiele von Kalkstein - Lagern in den Avahren Graniten, in diejenigen, deren Textur keiuesweges schiefrig ist, sind selten. Hs giebt einige dergleichen in den Pyrenäen. Kr. von Charpenticr hat dort eins dieser Lager am Hafen von Oo bey Bagncres de - Luchon, auf der stidliehen Rückseite der Kette gesehen; cs ist zivey bis drey Metres mächtig, und befindet sich in einem sehr ausgezeichneten Granit. Lager, welche Granit und Pistazit enthalten, in der Nachbarschaft und ihm parallel sind, zeigen an, dafs es kein Gang ist. Allein das beträchtlichste von denen, Avelche dieser Mineralog bemerkt hat, ist in den Biscoyer Lande, vier Meilen südlich von Rayoniie : cs erstreckt sich von Ost nach West, Avie die andern Lager der Pyrenäen; cs ist auf eine Länge von beynuhe vier Meilen gesehen av orden, und seine Dicke ist mehrere Metres ; in einem Steinbruche bey Louhassoa hat cs zwanzig bis dreyfsig Metres: der Granit, Avelcher selbiges enthält, geht bisAveilen in Gneis über. Der Kalkstein darin ist graulicliAveifs, sehr krystallinisch und grobkörnig: er ist sehr pliosphorescirend, und dunstet, durch das Reiben, einen sehwefelwasser- stoirartigcn Geruch aus: er enthält Graphit in Schüppchen, Avelche darin so, Avie getvöhnlieh die Glinnuerscliüppchen, geordnet sind : man findet in i 7 7 selbigen auch Blälter von Talk, Tremolith, Flufs- spalh, Brauneisenstein und Schwefelkies. 2) In den Gneisen. Die Boy spiele dieser Lagerung sind häufig: man hat mehrere dergleichen in den Gebirgen Sachsens, so wie in den Alpen. Hr. von Humboldt hat in dort Gneisen von Caracas in America, mächtige Lager von körnigem und blau- lichgrauem Kalkstein Bemerkt. 5 ) In den Glimmerschiefern. Der gröfste Theil der Urkaiksteine sind in einem solchen Gesteine. Sie sind da oft inil seiner Substanz vermengt, und daher eine Menge von vermischten aus Kalkstein und Glimmerschiefer gebildeten Lagern ■, in welchen bald der eine Bald der andere dieser Stoffe herrscht. Dies ist die Gebirgs - Masse, welche den Mont-Cenis auf eine Breite von mehr als zehn Meilen ausmacht i selten sind dort die Kalkstein - Lager ganz rein uitd von Glimmer und Quarz befreyt: so ist auch die blasse des Mont-Cervin, welcher, nach Saüsstirc’s Beobachtungen, eine Vereinigung von Serpentin - und (rlimmersehieferkalkstein - Lagern ist. Wir haben ( §. 1 08) die ziemlich rege!mäfsige Art gesehen, auf welche gewöhnlich jene Vermengungen geschahen; allein oft auch sind sie äufserst unregclmäfsig; man hat ein dergleichen Beyspiel am Pic de midi von Tarbes, welcher nach Hm. Ramond blos eine sonderbare Vereinigung Von Granit, drüsigen Schiefer. und Urkalkstein ist *). 4 ) In den Thonschiefer. Der Kalkstein ist in selbigen in sehr grosser Menge; er trägt da schon das Gepräge einer weniger krystallinischen Epoche, ist weniger rein, mit dem Stoffe des Schiefers vermischt und oft sehr farbig. J) Voyage au Mont-Perdu, p.ig, "off II. Theil. M 17& Der Kalkstein enthalt bisweilen Breccien von seiner eigenen Substanz. Ich war über diejenigen verwundert, welche ich oft auf den höchsten Päfsen der Alpen gesehen habe. Hr. von Charpentier hat dieselbe Thalsache in den Pyrenäen gefunden, er hat da ziemlich oft Kämme bemerkt, welche mit aus eckigen Stücken von allen Gröfsen zusammengesetzten Breccien und denselben Arten, als die. welche den Haupltheil des Berges ausmachen , endigten: diese Stücke sind durch einen weisen körnigen Kalkstein agglutinirt: die Umstände der Lagerung bringen auf den Gedanken, dafs die Formation dieser Breccien früher, als die der Uebergangs- Gebirge ist: eine derselben, welche eine Schicht von zwey Fufs Dicke bildet, hat er sogar in die Masse des Gebirges eingeschaltet gelunden. Ur- Gyps. §. 200. Der Gyps hat so viel Aehnlichkeiten mit dem Kalkstein; sie linden sich so oft in den Flötz- und Uebergangs - Gebirgen beysammen, dafs es aufserordentlich scheinen müfsle, sie nicht darin in den Urgebirgen zu sehen. Wenn jedoch der Gyps darin vorkommt, so ist solches nur in sehr geringer Menge, und bis in diese letztem Zeiten hat man kein dergleichen Beysjüel aufgeführt. Vor ohngefähr zwanzig Jahren bemerkten die Ilrn. Freiesieben und von Humboldt in dem Thalc Canaria bey Airolo, am südlichen Fufse des St. Gotthard, eine mit vielem Glimmer vermengte Gyps - Masse und welche auf einem Glimmerschiefer - Gebirge ruhet. Diese Gelehrten glaubten, dafs sie ein Theii desselben wäre, und seitdem ist dieser Gyps als'ein Beyspiel von Urgyps in allen geoguoslischen Abhandlungen gegeben worden. . J 79 Allein als Hr. Brochand vor einigen Jahren an die Orte ging, und so viel es die Localiliilcn erlaubten, die Einrichtung des Gebirges und der Lager des Schiefers sowohl, als des Gypscs untersuchte, zog er die Gleichzeitigkeit ihrer Formation in Zweifel; und in einem, so wüe alle Schriften dieses gelehrten Professors, durch Weisheit und Bescheidenheit, die Apanagen des wahren Wissens, merkwürdigen Memoire, hat er diesen Gyps als spätere Formation angesehen. Er hat zugleich die Umstände der Lagerung von mehrern andern Gypsen der Alpen studirt, und glaubt, keinen gesehen zu haben ,' welcher nicht mit Grunde als den Urgebirgen fremd zu betrachten sey. Er hat sogar diese Folgerung auf einen in dem Tliale von Aosla, über dem Dorfe Cogne, gelegenen Gyps, erstreckt, dessen Lagerung ich im Jahre 1807 bekannt machte T ). Ich zeichne die vorzüglichsten Thalsachen wieder auf. Das Gebirge, worin er sich vorfindet, gehört zur Formation des Talkschiefers, welcher den Boden dieses Thaies aus- nia eilt; es ist dasjenige, welches das grofse Serpentin-Lager enthält, in welchem die ungeheure Masse Magneteisenstein ist, welchen wir (§. 2 14 ) erwähnt haben. Der obere Theil des Berges ist von einem Glimmer- oder Talkschiefer, der sehr viel Kalkstein enthält, gebildet, und auf seinem Gipfel, in ohngefähr 5 o 6 o Metres Höhe, zwischen seinen Lagen, befindet sich eine kleine ohngefähr ein iVietre dicke, und auf die deutlichste Art eingeschaltete Gyps - Schicht; das Mineral ist schön w r eils, feinkörnig, enthält viel Talk bald in isolirten Schüppchen, M 2 1) Journal des Mines, tom, XXII. i 8o oder in kleine Klumpen gruppirl, bald in losen mul dem Amianlh ähnlichen Fasern. Hier ist der Gyps wirklich zusammen setzender Tlieil des Berges, es ist eine der Sehicliten, welche das Gebäude desselben bilden. Nun macht dieses Gebirge einen Tlieil der grofsen Alpen aus, welche sich vom Mont-Blanc bis zum Mont-Rose erstrecken; es ist von derselben Beschaffenheit. ,,liier hat man also ,,einen Gyps von derselben Formation, als jene hohen „Gebirge, welche immer als Urgebirge angesehen „worden sind, das heilst, vor dem Dascyn organischer Wesen und welche alles noch als solche an- „zeigt *). Ich beharre bey diesem Schlufs, indem ich bey dem Worte noch stehen bleibe. Vielleicht werden einstens neue Entdeckungen uns lehren, dafs alle grofsen Alpen auf Muschelkalksteinen oder auf Schiefern mit Pflanzen-Abdrücken ruhen; dann werden sie mit dem Gyps bey Cogne, in die CJassc der TJebergangs - Gebirge übergehen: allein indem ich eine solche Entdeckung, welche übrigens durch nichts geahnet wird, erwarte, will ich sie in der Classe lassen, in welche sie durch Saussure's Beobachtungen, und durch die von so vielen Naturforschern, welche diese Gegenden durchrcil'sl und an ihren Grundflächen nichts gesehen haben, welches Spuren von organischen Wesen anzeigte, gesetzt worden sind. Ich weifs, dafs Geognosten von einem übrigens sehr ausgezeichneten Verdienste, durch einige au der Berührung der grot-en Alpen mit den Flötz- (Uebergangs -) Gebirgen Savoyens beobachtete Verhältnisse bewegt, den O Journal des Mines. tom. XXII. gröfsten Hang dazu haben, alle jene Gebirge von einer- ley Formation anzusehen. Ich kann diese Meinung nicht theilen , lind doch bin ich vielleicht der erste, welcher jene Verhältnisse gezeigt bar; sie bestehen in Folgendem. Am westlichen Ende der grofsen Alpen, am kleinen Set, Bernhardt, hat man schwarzen Thonschiefer, welcher mit Kohlenstoff geschwängert ist, der sich sogar auf einigen Puncten in hinlänglicher Menge vorgefunden hat, um Massen von Glanzkohle (Anthracita) zu verursachen, bey welchen man Abdrücke von Pflanzen gefunden hat. Geht man weitc-r nach Ost, so nimmt die Kohle ab und verschwindet; das Korn der Gesteine wird krystallinisclier, der Thonschiefer geht in Glimmerschiefer über; allein dieser Uebergang ge- schiehet mehr in Schwingungen, als auf eine zusammenhängende Weise (so wie fast alle geognostisclie Ueber- gänge Statt finden); und ich habe am groTscn St. Bernhardt einen dieser Kohlen - Schiefer sich unter einem an den Glimmerschiefern liegenden Quarz - Schiefer verbergen sehen. Ich schlofs aus diesen Thatsacben; dafs die K o h 1 e n - S c li i e f e r der Graier - Alpen (der kleitte St. Bernhardt) s i c h mit den Talksc hie fern der pe n n i nis c he no d e rg r o f s e n Alpen verbinden und verzweigen; und der letzte geologische Schlafs, den ich daraus zog, war der unmerkliche Uebergang der Urgebirge in die Flötzgebirge J )■ Allein es folgt daraus nicht, und doch ist es die Folgerung, welche man ans dieser Verzweigung ziehen würde, dafs die Urgebirge von derselben Formations - Classe oder Epoche, als die Flutz - Gebirge seyn würden. Ich wiederhole es, alle nicht vulcanische Gebirge verbinden sich durch unmerkliche Uebcrgänge: ich habe miclt deshalb (im ersten Theile S. 345.) im Allgemeinen erklärt; und erkläre mich hier auf eilig besondere Art bey der gegenwärtigen Frage, Ehe die aus denen Gesteinen, wovon wir in diesem Capitel geredet haben, zusammengesetzten Gebirge sich ganz abgelagert halten, fingen die organischen Wesen zu erscheinen au; und das, was 1) Constitution mineralogique du Departement de la Doire. Journal des Mine» Mai. 18 n. 1 82 früher als dieses Erscheinen ist, macht die Urgcbirge aus: die Masse der grol'sen Alpen, gehört nach den bis. jetzt gemachten Beobachtungen, zu ihrer Classe. Zweytes Capitel. Von den Ucbergangs-Gcbirgcn. Geschichtliche Bemerkung. §. 201. Sobald die Mineralogen ihre Aufmerksamkeit auf die Berge und Gebirge richteten, mufs- te ihnen ein merklicher Unterschied in der Beschaffenheit und Einrichtung ihrer Massen aullallen. Einige, aus harten krystailinischen Gesteinen zusammengesetzte, in entfallenden Schichten viel Erzgange enthaltend, wurden Ganggebirge genannt: die andern von einem ganz verschiedenen Ansehen, welche viele Beste von Thicren und Pflanzen enthalten, von übereinander gelagerten Schichten wie Absätze gebildet sind und wovon einige ein Gegenstand des Bergbaues waren, wurden Elötzgebirge genannt. Es sind die Bergleute, welche fast alle unsere geognosl'iscben Eintheilungen, so wie sie einen Tbeil unserer ersten mineralogischen Kainengemacht haben. Die Gebirge der ersten Classe, die den andern zur Grundlage dienen, und folglich älter sind, wurden auch alle Gebirge oder Ur geh ir g e genannt; und im Gegensaz, waren die andern die sc- condairen (F 1 ötz-) Gebirge; das Daseyn der organischen Wesen in ihrer Masse war das Kenn- i83 Zeichen des Späterseynsi So waren die grofsen ge- ognoslischen Eintheilungen, welche bis gegen das Ende des letzten Jahrhunderts bestunden. Zn dieser Zeit, gegen 1780, bemerkten die Mineralogen auf dem Harze, mitten in ihren reichen Gebirgen, vorzugsweise Ganggebirgen, eine grofse Menge Breccien und Sandsteine, welche, da sie offenbar von den Trümmern der früher vorhanden gewesenen Gesteine gebildet worden sind, wider das Alter zeugten, welches man ihnen beigelegt hatte; sie fanden in selbigen Pflanzen-Abdrücke und sogar einige Reste von Zoophyten, und einige Muscheln, und ihre Gebirge wurden also durch die That Flützgcbirgei Jedoch glaubte Werner, der ihre grofse Analogie der Zusammensetzung und Structur mit den andern Urgebirgcn in Betrachtung nahm, dafs es schicklicher wäre, daraus eine Zwischen-Classe zwischen den beyden Gebirgen zu bilden, und gab den Gebirgen dieser Classe den Kamen U e b e r- gangsgebürge (terrains de passage oti de trans- ition); und in der That machen sie den Ueber- gang der Urgebirge in die eigentlichen IHötzgebirge aus. Obschon der vom Ilm. Brochant eingeführte Karne terrain de trnnsition (Uebergangsgebirge) allgemein angenommen ist, so werde ich doch den Kamen terrains de formation intermediaire oder blos terrains intermediaires (Zwischen-Gebirge)-, welchen ich immer angewendet habe, beybelialten; erscheint mir dem Geiste unsrer (der französischen) Sprache angemessener zu seyn, und seine Bedeutung ist übrigens sehr genau. Man begriff anfänglich in die neue Classe nur das Gebirge des Central-Tbeils vom Harze, welches aus Tlionschiefer, Saud- und Kalkstein be- i84 stellt, und bald nachher ein Gebirge, welches den Gebirgen Sachsens analog ist.. Man fügte demselben sodann einige Hornblen- degesteine und einige lydische Steine bey, 1 Ir. von Euch sammelte in einem im Jahre 1798 erschienen Memoire l ), welches vielleicht die erste der Schriften über die Üebergangs - Gebirge ist, die schon darüber beikannten Thatsachen, und fügte denselben neue grofsen Theijs aus Schlesien genommene Bey- spiele hey. Die Dinge waren in diesem Zustande, als Hr. Brochant, Professor der Mineralogie uinl Geologie an der damals zu Moutiers in der Farantaise errichteten Bergschule, indem er verschiedene Puucte dieser Gegend beobachtete, über die Menge von Breccicn und. Puddingsteine (Conglomeraten) verwundert wurde, welche sich dort fanden; er salie die Gesteine dieser Gebirge mit jenen Conglomeraten und mit einem Glanzkohlen - Gebirge, welches Pflanzen - Abdrücke führte, wechseln. Er stellte diese Thatsachen in einem Aufsatze dar,'' welchen er im Jahre 1808 bekannt machte, und in welchem man uns zum ersten Male Glimmerschiefer, Serpentine, Quarzfels und körnige Kalksteine aufserhalb der Gasse der Urgchirgc, und später als das Dascyu der organischen Wesen zeigte 2 ). Dieser classische und gründliche Aufsatz, um die Ausdrücke des Urn. von Buch zu gebrauchen, macht in diesem Theile der Wissenschaft Epoche. Das folgende Jahr setzte ein Geolog von ausgezeichneten Verdienste, Ilr. Omalius d’IIalloy, in 1) Jahrbücher dev Berg- und Hüttenkunde 179S. 2) Journal des Mines, tom. XXII. i8b seinem Essai sur la geologie du nord de la France (Versuch über die Geologie des Nordens von Frankreich"), unter die Uebcrgangs - Gebirge mehrereTliei- le der Gegend, die er beschrieb, und welche, .aus Schiefern, Quarz und Hornblendcgestcinen gebildet, reich an Metallen und bis zu der Zeit als jUrgebir- ge angesehen worden waren. Allein so ausserordentlich auch diese Resultate der Beobachtung waren , so waren sic es doch viel vvenigex-, als die, welche die Hrn. von Buch, und Hausmann von ihren Reisen in Norwegen milbrachten. Mit Verwunderung sahen wir den Granit selbst, und einen der schönsten und krystailinischsten auf dem Muschclkalkstein gelagert, Diese Thatsache, bis jetzt die einzige in ihrer Art, war so aufseror- dentlicli und den Ideen , welche das Studium der Gebirge in uns erzeugt halte, dergestalt entgegengesetzt, dals man hatte eine neue Bestätigung derselben wünschen können, ehe sie bestimmt angenommen wurde; allein sie war, in allen ihren Details, durch den geschicktesten der jetzigen Geogno- sten berichtet, und von einem sehr ausgezeichneten Mineralogen beseitigt worden. Es giebt also secon- daire Granite, und die Geognosie hat kein einziges wesentliches Urgestein mehr, Raum war diese Tliatsache bekannt gemacht, als eine grofse Anzahl anderer von allen Seiten ein- trafen, gleichsam um die Folgerung zu befestigen. Die Hrn. Brogniart und Omalius sahen in den Gegenden von Cherbourg einen Syenit-Granit und sogar einen wahren Granit, mit einem Thonschiefer wechseln, welcher mit einem andern in geringer Entfernung gelegenen, und Pflanzen-Abdrücke, auch sogar Stücke von Entrochiten enthaltenden, identisch zu seyn schien. Hr. von Raumer bezog durch Analogien bewogen,' auf den Syenit - Granit von Meifsen und Dohna, welcher auf die Thonschiefer aufgelagcrt ist, (§. 1 55.) einen grofsen Theil der Granite Deutschlands, und man brachte sie in das Uehergangsgehirge *). Hr. von Buch glaubt jetzt in selbige die Gneise von Martigni und von St. Moritz in der Schweiz setzen zu müssen. Einige Personen bezogen darauf sogar die grofsen Al, ien. Endlich weifs man in dem jetzigen Augenblick nicht mehr, wo man sich anhallen soll, um einen sogar unwiderleglichen Ur-Granit zu finden; und es scheint, wie 1 Ir. Brogniart sehr gut sagt, dafs es fast nichts v'eiter, als die wenig bekannten Granit- und Porphyr-Gebirge giebt, welche noch in den Urgebirgen bleiben. So ist der Gang des menschlichen Geistes: man bestrebt sich eifrig nm eine Neuigkeit, und wenn der Antrieb auf blofse Uebersicliten, auf sogar entfernte Verhältnisse gegeben ist, so stürzt man das alte Gebäude um und bemühet sich eine neue Ordnung der Dinge aufzustellen. Allein dieser Gang, diese grofsen schwingenden Bewegungen, schicken sich keinesweges für die Fortschritte in unsern Kenntnissen, besonders in denen, welche wie die Geognosie, gewissermaafsen nur Wissenschaften der Beobachtungen sind. Wir wollen uns immer in die Nähe der Thatsache halten; wir wollen abwarten, bis eine sehr bestimmte und bestätigte Beobachtung die Auflagerung eines Gebirges auf Lager, welche Reste von organischen Wesen enthalten, mitteloder unmittelbar bewiesen habe, ehe wir es aus der Classe nehmen, in welche es die bis jetzt gemachten Beobachtungen gesetzt haben. So glaube ich, mufs man dabey verfahren, und so habe ich zum Nutzen der Wissenschaft gebandelt. Weil man zu Christiania (inen Sye? i) Geognostische Fragmente, igu. nit-Granit auf einem Muschel - Lager gefunden liat, welcher folglich secmul.iiv ist, so muts mau nicht schliefsen» dafs der Syenit - Granit der Alpen nicht uranfänglich ist: iclt habe mich in dieser Hinsicht schon (S. 202.) erklärt. Seit ziemlich langer Zeit sind die. Geologen gewohnt, Ui- und Flotz - Kalksteine zu sehen; eben so wird es mit dem Granit, Gneis etc, seyn. Umfang der Uebergangs-Gebirge. §. 202. Einige Geologen, zum Tlieil durch jene neuen Tliatsachen bestimmt, glauben, dafs man die Classe der Uebergangs - Gebirge weglassen könnte. leb bin entfernt,, diese Meinung zu theilen ; Werners Idee sie aufzustellen, ist sehr glücklich gewesen: sie läfst, ich könnte sagen, die beyden andern Classen, nämlich die kryslallinischen und abgelagerten Formationen in ihrer ganzen möglichen Reinheit. Sie bezieht sich auf die Epoche, wo die Vermengung jener beyden Formations-Arien ihren Anfang nahm, und zu einer Epoche, wo in der Natur eine Revolution vorging, die den Spuren nach, welche wir davon sehen, die heftigste derjenigen ist, die während der Bildung der mineralischen Rinde der Erdkugel eintraten. Gcwifs giebt es Unbestimmtheit in der Festsez- zuug der Gränzen zwischen dieser Classe und den .benachbarten; allein sie klebt der Beschaffenheit der Dinge an. ledoch glaube ich noch, dafs man die Uebergangsgebirge ziemlich genau erklären würde, wenn man sagte, dafs sie von denselben Gesteinen zusammengesetzt sind, als die Urgebirge; allein dafs die Gesteine in selbigen mit einigen derselben, welche Reste organischer Wesen enthalten, und mit einem besondern Sandstein wechseln. Man könnte vielleicht noch sagen, dafs die Ueber- gangs-Gebirge diejenigen sind, welche i88 nach der Zeitfolgc, vom Ko li 1 e ng ebir ge an bis zu der ersten E r s c 1 1 e i n u n g der o r- ganischen Wesen hinauf gehen *). Verhältnifs mit den andern Gebirgen. §. 253. Das, was wir schon gesagt haben, reicht hin. um ihre grofse Analogie mit den Urgebirgen zu zeigen; sie sind, mit Ausnaline der Sandsteine, aus denselben Substanzen zusammengesetzt, und darin auf dieselbe Art geordnet. Also wie ich schon gesagt habe, sind sie blos die Fortsetzung der erstem; nur giebt es in dieser Fortsetzung Spuren von Thic- ren und Pflanzen; es giebt Conglomcrate und Sandsteine, mul die Massen in selbigen sind weniger krystalliniscb: denn übrigens (ludet vollkommener Zusammenhang statt und sie greifen an den Bcriili-r rungspuncten in einander. Das Ycrhaltnifs ist auch sehr innig mit den Flötzgcbirgen; der Uebergangs - Sandstein (der Grauwacke) gebt in Koldcnsandstein über, es findet sogar ein Zusammenliang statt, und die Ge- ognosten wissen nicht mehr, wie sie gewisse Uebergangs - Kalksteine von dem ältesten der Flötzkalk- steine (den Alpcnkalksteine) unterscheiden sollen. §. 254. Nach dem, was wir so eben darstellten, werden wir hier dieselben Gpsteine zu betrachten haben, welche wir in dem vorherigen Capilcl ») Absichtlich habe ich in dieser Erklärung nicht gesagt, ob das Kohlengebirge in der Uebergangs. Classe begriffen sey. Die Geologen nehmen deshalb Anstand: wenn man bejahend entschied, würden mir die Worte, mit E i lisch luls, vor dem Ausdruck Koblengebirge beizufügen seyii. erwähnten, indem wir den Uebergangs- Sandstein oder die Grauwacke hinzufügten. Alle . diese Gesteine finden sich hier nicht in gleicher Menge vor, einige sogar erscheinen in selbigen als seltene Natur-Ereignisse. Das, welches dort herrscht, und fast wesentlich zu seyn scheint, ist der Thonschiefer: es findet sich da entweder als constituirender Theil eines Gebirges, oder wenigstens als Theil desjenigen, welches einem andern zur Unterlage dient. Es hat ferner eine sonderbare Verwandschaft mit der Grainvacke, und wechselt gewöhnlich mit einem besondern Kalkstein ab. Wir fangen an von diesen Gesteinen zu handeln, und dann werden wir untersuchen, was jedes der andern in den Uebergangsgebirgcn Besonderes dar- stellt. 1QQ Erste Abtlieilung. Von der Grauwacke. Grauwacke der Deutschen. G r e y - w a c k e der Engländer. Eine Art Breede, Pudding- und Sandstein der meisten französischen Mineralogen ; eine Art Psamile von lim. Brogniart. Und Uebe r g a n g s - Th ons c hiefer, oder Grauwacken sc hiefer. Grauwackenschiefer der Deutschen. Grey-wacke slate der Engländer. Schiste de transition von einigen Mineralogen. 6 nuw.uk e, §. 235. Die Grauwacke ist eigentlich Bios der Sandstein, welcher sich in den E ehergangs - Gebirgen vorfindet 1 ). 1) Ich glaube, dafs im Allgemeinen die Gesteine unabhängig von ihrer Ordnung in der Reihe der Gesteine, in dem Verhältnifs ihres gegenseitigen Alters genommen, das heifst, unabhängig von jeder Betrachtung über die Auflagerung, einen Namen bekommen müssen: 80 hat Hr. von Buch die Porphyre bey Schweidnitz in Schlesien beschrieben und folglich genannt, ohne das Gestein, worauf sie liegen, zu kennen; ohne.einmal die Classe, zu welcher sie gehören , zu kennen. Allein diese Reael leidet auch Ausnahmen: wir werden eine dergleichen mit dem Sandsteine machen, welcher sich *gi Sie bestellt gewöhnlich aus Kornern oder Stille— ken Quarz und Indischen Steine, unier welchen man sehr häufig Stücken von Thonschiefer etc. hat. Diese Theile sind durch ein Bindemittel (Gement) zusammengekiilet, welches auch von der Beschaffenheit des Thonschiefers, jedoch gröber und gewöhnlich mit Kieselerde geschwängert ist: im Allgemeinen ist es in geringer Menge, doch den Stücken angemessen vorhanden. Die Gröfse der Körner von Quarz und lydischen Steine übertrifft selten die einer Nufs; allein die Thonschiefer - Stücken sind in selbigen sehr oft gröfser, als eine Hand. Die Stücke und Körner nehmen häufig an Gröfse dergestalt ab, dafs sie nicht mehr erkennbar sind; das Gestein nimmt zugleich eine schiefrige Textur an; in den Uebergangs - Gebirgen findet; blofs nach dev Be- «aachtung über seine Lagerung, wild er eine Grauwacke seyn. Die fast einnnuhige Uebereinstimmung aller deutschen, englischen und französischen Geogno- Sten , welche diesem Sandsteine einen besondern Namen geben, zeigt die Nothwendigkeit, so zu verfahren, und rechtfertiget die Ausnahme. Das Wort Grauwacke, Welches man häufig bey uns gebraucht, hat mir für unsere Sprache (die französische; zu fremd geschienen, um als ein französisches Wort in einer in dieser Sprache geschriebenen Abhandlung der Geognosie beybelial- ten zu werden, und ich habe es durch das Wort trau- mate ( von Bruchstück) abgeleitet ersetzt, welches die Beschaffenheit des Gesteins bezeichnet. Der Name Grauwacke ist ihm von den Bergleuten auf dem Harze gegeben worden, welche unter dem Geschlechts - Namen Wacke, die Gesteine bezeichnen, welche sie als nicht erzführend antreffen: sie nennen das eine Rauh wacke, wegen seiner Rauheit beym Anfühlen, und diese haben sie, wegen ihrer gewöhnlh chen Farbe, Grauwacke genannt. 1 9 2 cs nähert sich dem Thonschiefer und gehl endlich ganz in selbigen über, wenn keine Korner mehr Statt finden. Wir werden hier also haben: 1) die eigentliche oder gemeine Grauwacke; 2) die schiefrige Grauwacke; 5 ) endlich, den Uebergaugsthonschiefer oder Grauwackenschiefer: das mittelste Glied kann weggelassen werden, ulid je nachdem die Körner mehr oder weniger deutlich sind, kann Ulan sie zu einem der beyden äufsern Glieder rechnen. Endlich wird die Grauwacke ein mit Kieselerde geschwängerter Sandstein scyn. Snnssure hatte schon diese Eigenschaft bemerkt; und nachdem er gezeigt hatte, dals die Sandsteine der Flöl'zgrhirge ein kalkartiges Bindemittel haben, fügte er hinzu: ^Diejenigen. welche man unmittelbar auf den Gr- ielsen, in dem Zwischenräume findet, welcher sie von den ersten Flötzfelscn absondert, sind mit einem quarzigen Bindemittel (glitten) verbunden. (Sauss; §. 690). Unabhängig von der Grauwacke, wovon wir eben gesprochen haben, und welche eigentlich der Sandstein der Uebergangs - Gebirge ist, findet sich auch noch ein anderer grofskörniger vor; bisweilen ist cs ein aus abgerundeten Granit-Gneis-Thonschiefer etc. Stücken zusammengesetzte Conglomc- rat (Poudirigtie), so wie dns von Valorsine: sonst sind die Stücken eckig; sie bilden in den Tlion- schiefer - Gebirgen, fast ganz aus Stücken dieses Gesteins zusammengesetzte Breccien , welche bisweilen die Grofse eines Kopfes überlrefien. Solche, blos von den Trümmern des Gesteins, in welchem sie sich befinden, gebildete Breccien könnten bis- 1Q.> weilen keine wirklichen Grauwacken seyn , »las heilst, nicht zu acn Uebergangs - Gebirgen gehören; wohl aber in einem ürhochn, das Resultat eines besondern und blos örtlichen Zufalls, so wie eine Senkung seyn, welche das Zerbrechen eines Gesteins. fast im Augenblick seiner Bildung, verursacht haben wdrd. Der Granwacken - Sandstein ist immer ein weniger örtliches Erzeugnils: es sind Trümmer alter Gesteine, weiche durch eine mechanische Kraft zu- sammengeführl worden: sie sind die Spuren, so wie das Resultat •einer Umwälzung in der Natur. Dieses Entstehen schliefst jede Idee von dem Uebergange der Grauwacken in clen körnigen Quarz und den Aphanit oder Hornstein aus, welcher Uebergaug von einigen Schriftstellern angenommen Worden , und sie verleitet hat, die so verschiedenen Substanzen zu vermengen. In dem körnigen und Oohil- (Roggenstein-) Quarze sind die Körner au den Orten selbst, wo man sie findet, chemisch gebildet worden, und wir haben so eben gesehen, dafs die Körner der Grauwacken durch eine mechanische Kraft herbeygeführt worden sind, ln den Aphanilen , so wie in den Hornsleinen einiger Mineralogen, giebl es nicht solche Köruer. Eben so viel sage ich von dem Uebergangslhon oder Grauwackenschiefer; und sein Uebergaug in die Grauwacke, wenn man je sagen kann, dafs einer besteht, ist nur die Wirkung einer blofsen Mengung: bey der Formation des Schiefers werden fremdartige Körner oder Stücken dazu gekommen, und von der' schiefrigen Substanz umhüllt worden seyn. Die. Grauwacke ist im Allgemeinen wenig häufig in den Uebergangs - Gebirgen, meistens bildet II. Tlieil, N ic)i sie in selbigen rinf dünne Schichten, welche in die des Schiefers eingeschaltet sind. U e b e r g a n g 5 t h o 11 s'c li.i c f e r. §. 256 . Dieser letztere macht die Hauptmasse der Grauwacken - Gebirge aus. Er weicht in den mineralogischen Verhältnissen in nichts, oder fast nichts von dein im vorigen Capilcl beschriebenen Ihonschiehr ab. Vr cr- 11er bemerkt zwar, dals der Lohergangsihonschiefcr iin Allgemeinen rauchgrau ist, weniger Glanz, ein erdigeres Ansehen hat, dafs die Gliinmcrschüpp- cheii in selbigem bohrt , und zerstreuet sind, und sie keine zusammenhängenden und glänzendi n Blätter bilden, dafs man darin keine Feidspalh - r i nr- malin - K rystalie siebet ete.: allein diese l'nlersehie- de sind nur örtlich , denn sonst sichet man in den Alpen, Pyrenäen, Ardennen, Uebergangsthonschie- fer, oder Uebergangsschiefer sich durch ihre Clia- racterc den schönsten Talkschiefern nähern und in selbige gänzlich übergehen. Die Art von sehr dickblättrigem Tbonschie- fer, im Que'rbrucbe matt und erdig, wovon ich (§. i 85 ) gesprocheü habe, findet sieh häufig in den t ehergangsgcliirgen $ sie ist sogar oft hir eine sehr feinkörnige Grauwacke gehalten worden. Diese Substanz, welche ich sehr oft in der Natur angetroffen habe, und welche icli verlegen gewesen bin, zu einem der schon benannten Gesteine zu rechnen, scheint mir einen besondern Namen zu verdienen; iclf habe ihr Wesen bekannt gemacht: sie nähert sich dem Thonschiefer, und scheint aus einerley, aber weniger feinen weichen Masse versteinert zu seyn: man kann sie jedoch nicht dichten und groben Tlionschie- f e r nennen, Sie nähert sich sehr Jer vom Hin. Brogniart in sei- nem Traile de minuialogie beschriebenen VY'acjke: allein da icli nicht fiir scliicklich halte, diesen Namen aus den vnlcanischeu Gebirgen, wo er besonders gebräuchlich ist, herauszmichmen, so schlage icli vor, diese Art von Thonschiel’er Tenerit, wegen seiner geringen 'Härte, zu nennen. Fre m d a r ti g e Lager. §. 207. Der Uebergangsthonscliicfer wird auch dieselben Lager dars teilen, welche wir in dem Ur- thonschiefer bemerkt haben ; wir werden auch hier haben: 1) Talk-Lager, oder Massen. Icli habe so eben Gebirge angezcigt, welche dergleichen ziemlich oft zeigen; und beschränke mich, liier zu sagen, . ditls die ThonschiclVr von Claris, in der Schweiz* durch ihre Fischabdrücke berühmt, mit Talkgesteinen begleitet sind. 2) Lager von Wotzschicfer oder Wetzstein 5 5 ) S e r p c n t i n - L a g e r; 4 ) Quarz-Lager. Dieses Mineral ist in den Uebcrgangsllionschiel’eru eben so gemein, als in den Lrthonscliiefern; er findet sich da in allen möglichen Gestalten, in Adern, in Gängen, in JNieren, in Lagern elc. 5 ) Ist er in selbigen auch in Gestalt von ly- dischen Steine. Wir haben die Bcschalfenhcit und Bildungs-Art S. 96 Bekannt gemacht: und ich beschränke mich darauf, zu sagen, dafs sie auch häufiger in den Uebergangsgebirgen ist; sie gehört, nach der Meinung einiger Geologen, ihnen sogar aus- schliefslich an. Auch hier findet man eine Menge Geschiebe in den Blichen oder in den, Breccien und man siebet sie seilen an Ort und Stelle. Hr. von Charpentier hat sie in ihrer ursprünglichen Lagerung an zwey verschiedenen Orlen der Pyrenäen beobachtet: an dem einen stellt sie sich ais eine oroise, zu einem sehr mächtigen Lager gehörende Masse dar, weiche unter dem Thonschiefer einfälli; sie sondert sieh in Schiehlen von einigen Zollen Dicke ah und wird mit weifsen Quarz,-Trümmern durchsetzt: in dem andern bildet sie ein Lager von aelit Fufs Dicke. Wenn die Anwesenheit der Kohle in den lydi- schen Steinen sie mit den TJcbergaugslhonschieleru zu verbinden scheint, so wird ihre Menge in den lullenden Massen und Lagern sic unauflöslich vereinigen; diese kohlenarligen Lager werden seyn: 6) der Ala misch iefer, (ampelile aliimincnx). Diese Substanz ist Idos ein mit Kohle und Schwelei geschwängerter Thonschiefer. Letzterer Stoff findet sieh in selbigen, entweder in einem besondern Verbindiings-Zustande mit dem erstem, wie Klap- rotli glaubt, oder im Zustande von Schwefelkies, wie solches die Menge von Kies - Körnern und Punclen, die man darin bemerkt, zu beweifsen scheint. Es giebt wenig Tlionschiefer - Gebirge, welche nicht solche Alaunschiefer-Lager darslellen : ich habe dergleichen zu lluelgoal in Bretagne gesehen. Wenn sie der Luft ausgesetzt werden, so •werden sie ritzig, der Schwefel geht in den Zustand von Schwefelsäure über, welche sieh auf die Thonerde setzt und einen Alaun bildet. Die Kraft des Feuers heyrn Hüsten trägt viel zur Beschleunigung und Erzeugung einer solchen Verbindung bey. Der Ucbergangslhonschiefcr des südlichen Schweden und Norwegens, enthält eine grofse Menge dieser Lager: sic sind reich genug, um der Gegenstand wichtiger Baue zu seyn. 7) Wenn in den Koldenlhonscliiefcr die Blatter zusammengedrängt genug sind, dafs der Stein ein wenig Consistenz hat, und er zu gleicher Zeit milde ist, so kann er in Form von Stiften zum Zeichnen geschnitten werden. Dies ist der Zeichnen- s e h i e f e r. 8) Der Kohlenstoff häuft sielt Bisweilen in den Thciien des Thonschiefer - Gebirges dergestalt an, dafs er darin Massen von Glanzkohlen (authracite) Bildet. Ich Bähe eine dergleichen in den Ueber- gangsthonschiefern des kleinen Set. Bernhardt, Bey dem Dorfe de la Thuile Beobachtet ; sie ist gegen dreyfsig Mc'lres lang und zwey bis drey Mctres dick , sie Brennt schwer und wird Bios zum Kalkbrennen gebraucht. Es giebt mehrere ähnliche in dieser Gegend; sie verbreiten sich auf der Rückseite der Gebirge, welche nach Savoyen bin liegen; und llr. Brocbant hat sie in seinem Memoire über die Tarentaise beschrieben : der Schiefer, welcher sie tnugiebt, stellt Abdrücke von Schilf und ähnlichen Bilanzen dar. Auch zu dem Lebergangsthonschicfcr rechnen wir die Glanzkohlen-Lager, welche llr. llericart de Thury in sehr grofsen Höben in den Alpen der Dauphine beobachtet bat, und welche dort in einem Schiefer- und Sandstein (Grauwacken-) Gebirge mit Pflanzen- Abdi’ückcn sind, welches unmittelbar auf dem Urboden ruhet: ein der chemischen Analyse unterworfenes Stück dieser Glanzkohlen hat 97 pro Cent Kohlenstoff gegeben ; da der liest blos ein erdiger und eisenhaltiger Rückstand war, so kann man daraus schlicfsen, dafs die Glanzkohle eine reine Koli- 1c ist 1 ). Zu Liseliwilz, bey Gera in Sachsen , in einem Tlionschiefer - Berge mul zwischen zwey Grauwackenlagern, welche Abdrücke von Bilanzen und sogar Bieste von Seekörpern enthalten , hat man eine Schicht von Glanzkohle, welche oft vqii deutschen Schriftstellern angeführt worden; sie ist ohngofiihr einen Melre dick und mit (hmrz vermengt: sie brennt schwer, ohne Flamme, Hauch und Geruch. Fast überall sind die Glnnzkohlenmassen mit Pflanzen - Abdrücken begleitet: die Menge dieser Abdrücke in den Kohlengebirgen, verbünden mit andern Betrachtungen, verleitet die meisten Naturkundigen, die Slein- hohlen als ein Product der Umänderung und Zersetzung der Pflanzen - Substanzen anzusehen, w ie wir es in der Folge sehen werden. Aus einer ähnlichen Ursache würden die Glanzkohlen der Tlionschiefer ihren Ursprung "von den Pflanzen haben, der Kohlen - oder Glanzkohlen- StolT, weicher diese Gesteine schwarz färbt, würde auch eine solche Fntstehung haben; also würden alle schwarzen Tlionschiefer nach dem Jüaseyu organischer Y\ e-tn gekommen seyn, also würden sie alle zu den TJcbergangsgcbirgen gehören; mul die Farbe allein, oder vielmehr die Beschaffenheit des Färbestolfes würde hier ein Zeichen der Classe se)n: so genau mir auch übrigens diese Folgerungen scheinen, so mnfs ich doch be- irurken, dafs es nicht vollständig erwiesen ist, ob aller KohlensLolf in dem Mineralreiche seinen Ursprung von den Pflanzen habe; ob das fieifsblcy (eaiburc de fer) sich bisweilen in Plättchen oder Krystallen in den ältesten Graniten vorflnde , und ob dieses Rcifsbley oft der färbende Stoff der schwarzen Schief, r oder Tlionschiefer ist. Guter rlen Mineralien, welche in Lagern in den Ueborgangstlionsrhicfcrn Vorkommen, muis ich noch die folgenden bemerken; t) Journal des 'Miltes, tom XIV. *99 g) Der diclue Feldspath. In einem unbestreitbar Lebergniigslhonschiefcr - Gebirge bey Poul- Inouen , in Bretagne Labe ich ein Lager von dichtem, weifsem, mattem, dunkeim Feldspath, von einem wachsglanzigen Bruche und einem fetten Ansehen, mit kleinen Quarz - Kryslallen und einigen silberweifsen Glimmerplältchcu gesehen: es ist drey Metres dick und verbreitet sich ohngeiähr dreitausend Metres weit. Jji. denen mit Sandsteinen und Conglomeraten (poudingues) untermengten Schiefern (denen von Trient und Valorsine), und folglich in einem, wahrscheinlich Lebergangsthonschiefer, hat Saussure zu Pissevaclic, zwischen Set. Moritz und. Martigni mehrere Lager von dichtem, blätLrigem, hartem, grünlichem, an den Kanten durchscheinendem, zu weifsem Glase schmelzenden und einige Feld- spath - Krvstalle und Glimuierldatter enthaltenden dichten Fcldspathe Ijcmerkt; nachdem er die Be- schali'enbcil dieses Gesteins vollständig bestimmt halte, nannte er es Primitive Petrosilex oder Pa- laiopetre *)» lir. von Charpenlier hat mehreredieser Lager in den Thonsehiefcrn der Pyrenäen bemerkt: einige Italien ihm in den Wetzschiefer überzuge- hen geschienen; andere sogar in die Grauwacke eingeschlossene enthielten Trümmer von Asbest, bisweilen sähe man darin KrystaJie von Feldspatb, Ouarz und Glimmer; sie scheinen die Lieinente des Granits zu enthalten, und also Llos wahre Eu- rite zu sevn. 1 ) 55- 10 Ö7 1llu ^ XI !)7f Saussure war auch ein vonroJTli- cliev Mineralog: die Or\cngnosie verdankt ihm die Entdeckung und genaue Bestimmung einer grofsen Anzahl von Mineralien, der Jade (dos Saussurit) der Diallagc, des Dislüene (Cyaniis) des Splien. / 200 Ein in einem Hache gefundener und dem von Pi.sscvache durchaus ähnlicher, aber mil Kalkslein untermengter Block von solchen dichtem Feldspathe hat einen merkwürdigen Umstand darge.siellt: er enthielt Stücke von Entrochiten im Kalkspath - Zustande, sowohl in dem Feldspath, als in dein Kalkstein - Tlieile. io) Der Grünstein und die Hornblende- gesteine. Die Lager oder Massen dieser Gesteine sind in den Thonschiefern sehr gemein. Ich beschränke mich auf diejenige^, welche ich in der Bretagne gesehen habe; ihre Dicke ist sehr veränderlich: bisweilen beträgt sie nur einige Zoll, sonst erreicht sie mehrere Melres; diese Lager sind so zahlreich und so nahe an einigen Orten bev eiuan- der, dafs der Boden fast ganz davon gebildet zu seyn scheint. Selten sind die Hornblende und der Feldspath in selbigen unterschieden; fast immer sind sie vermengt, oder wenigstens kann der mit Hornblende oder seinem färbenden Stoffe geschwängerte Feldspath nicht unterschieden werden. DieUebergaugs-Ilornblendegesteine sind auch in den Pyrenäen häufig, sie sind lange Zeit der Gegenstand der Beobachtungen vom Ilrn. Pnlossou gewiesen, welcher die Substanz derselben mit dem jN’amen Ophit bezeichnet hatte, Spuren organischer Wesen. §. 208. Die Uebergangs - Thonschiefer enthalten ziemlich ofL Pflanzen-Abdrücke, besonders in den Gegenden der Glanzkohlen - Massen : diese Abdrücke'beziehen sich auf Pflanzen, wie Monoco- tyledonen, und gleichen gewöhnlich ungeheuren Schillen : auf dem Harze hat man, wie gesagt wird, Stämme, Blätter und sogar Früchte von einer Art 201 Palmbaum gefunden, die man verschieden von dem ansiebt, welchen man in den Steinkohlen antrilft. Die Spuren von Thieren sind seiten in den Thonschiefern und noch seltener in den eingeschobenen Grauwacken: es sind nach Hrn. Schlotheim Madreporen, Tribolilen, besonders die Triboiites paradoxus, Ammoniten von einer besoudern Art, und Hysteroliten, avelehe dieser Gelehrte als cha- ractcrislisch für diese Formation aiisieht, und welche ihm Spindeln von Terebratuliten (terebi-atules valvarius et paradoxus) zu seyn scheinen. Man siebet darin auch einige Muscheln von Turbiniten, von gestreiften Camiten. lir. Brogniart hat eine besondere und sehr gut charaClerisirle Tribolite in den Schiefern hey Angers bemerkt; er bezeichnet; sie mit dem Aamen’ogygie de Guetlard. Allein was die Thonschiefer, in Bezug auf die Spuren organischer We%en, noch merkwürdigeres darstellen, sind die Abdrücke von Fischen, welche man in dem Thonschiefer des Plaltenbergs, zwey Meilen südöstlich von Claris in der Schweiz gefunden bat: sie bestehen in mehr oder weniger vollständigen, und in der Richtung der Blätter des Gesteins liegenden Skeletten: Hr. von Blainville, der sich mit ihrer Bestimmung beschäftigt hat, erkannte acht Gattungen derselben und alle als Seegattungen, wovon eine dergleichen zum Herings-Gcschlechte gehört r ): sie sind an diesem Orte mit Spuren von Schildkröten begleitet; ein sehr aufserordentlicher Umstand in einem Uebergangs- Gestein; es ist zwar am Ende der Formationen in dieser Epoche; llr. von Buch hat es lange, als zu den F’lölzgebirgen l) Dicdonaire d’liistoire naturelle, art, Poissons fossiles. 2.02 gehörig, angesehen: Hr. Ehel betrachtet es als solches, und lir. Esclier s,etzt es in den Ilochge- L ir gskn 1 kstcin, den er zwischen die Uebergangs- und Eiötzgebirge stellt. llr. Ebel erwähnt auch Schlangen, die er in dem Plnltenberge gefunden bat; wahrscheinlich betrifft es nur Aale von Glaris, wo llr. von Blaiuviile bewiesen hat, dafs es blos Fische sind 1 ). ' I : Metallfiührung» §. 209. Die Uebergangslhonschiefer sind sehr reich au hielallen: in ihnen und besonders in einer schiefrigen sehr kleinkörnigen Grauwacke sind die berühmten Gruben des Ilarzes , welche jährlich 60000 Cenlner Blei , und eine .beträchtliche Menge Silber liefern. Ein grofser Theil der Gruben in Hessen, dem Aassauischen Leinde, den Ardennen, etc, sind in einem ähnlichen Gebirge. Ehen so ist es, sagt man, mit den Goldgruben von Yorespotack in Transylvanien. Auch in einem solchen Gebirge sind die Weifsgültigerz-Gruben der Bretagne, besonders die Ley Bouliaouen und iliielgoal. Ich will mich einen Augenblick bey letzterer Lagerung aiifluilten. Ich habe vor langer als 10 Jahren die Gegend beschrieben, wo diese Gruben sind z ); sie be- sLclit aus Thon chiefcr, einigen 'Schichten Grauwacke, mehrern Grünstein - und Quarz - Lagern. Ich war entfernt, sie als ITütz - Formation anzunehmen: ich 3) In der Zoologie fremd, werde ich auf die Angabe der Aiuoren und mit den Namen, die selbige gebraucht haben, die Fossilen in diesem Werke anführen; ich werde in kein Detail der Nomenciatur eiugchcu, 3, 1 Journal des Mine«, tom. XX. ■(> .j, I I 200 hatte wohl einige Analogien mit den Schiefern von Angers mit Pfianxeuabrlriickeu bemerkt: ich haue wohl ein Lager vun grobkörnigen Sandstein oder einen ans klein en sehr abgerundeten, mit einem kieselerdigen Bindemittel conglulinincn Quarz - Geschieben bestehenden Puddingstein (Conglomerat) gesellen; und Iiatte die Geognosten verunlaist, ihre Aufmerksamkeit auf eine so aufserordentliche Thatsache zu richten , welche ich nicht Zeit hatte in ihren ganzen Details zu bestätigen: allein anderer Seits schien mir dieses Gebirge sicli dergestalt mit dem die benachbarten Gebirge ausmachenden Glimmerschiefer mul Granit zu vereinigen, dafs ich keinen Zweilei über seine Biidungs - Epoche erhob. Seitdem hat man wieder offenbar in dem Thonschiefev eingeschobene Grauwacken-Lager gesehen und in dieser Grauwacke Terebratuiiteii (Bohrschnecken) und so'gar in den Schächten des Bergwerks bey iiuelgoat gefunden. Der Gang, welchen man da bauet, durchsetzt blos das Grauwacken - Gebirge und hört am Granit auf; also ist es sehr möglich, dafs die beyden Gebirge verschiedene Formationen ansmachen, obschon einige Umstände glauben lassen könnten, dafs sie in einander übergehen. Mehrere clcr reichen Gänge in Mexico, und insbesondere der reichste der bekannten Gänge, la' vcla madre zu Guanaxuato , ist zum Tbeil in einem anfänglich vom Ilrn. von Humboldt als primitiv angesehenen Thonschiefer, den er aber jetzt in die Uebergangs - Formationen setzt: a urh in einem Thonschiefer befinden sich die berühmten Gruben von Potosi. Die Grauwacken, welche in diesem Gesteine Vorkommen, sind in America ebenfalls erzführend; sie sind es, welche die meisten Gänge von Zacatecas, eines der ergiebigsten Dislricte von Mexico, enthalten. 204 Verbreitung, §, 24 o, Das Uebergangslhonschiefer - Gebirgo :ist sehr verbreitet, vielleicht begreift es sogar alle schwarze Thonsohiefer, alle Sehicferarten : icli war lauge Zeit dieser Meinung, und ihr Vorkommen in llornbiemlegestcinen, Quarzen und Feldspalhen der Bretagne war cs, Avelches meinen Glauben erschütterte *); allein was wir so eben berichtet haben, ist sehr geeignet, ihn wieder zu befestigen. Ich würde jetloch nicht wagen, diese Folgerung bis auf einige kleine Scbiefcrtnasscn, die man in sehr kristallinischen Gebirgen siebet, zu erstrecken, und weiche durch gekohltes Eisen ge färb l seyn könnten. Bis würde die Aufzählung der Orte, wo der Thonschiefer vorkommt, überflüssig seyn; er ist gewissermaasen wesentlich coustituirendcr Theil von allen Uebcrgangsgebirgcn, und ich beschränke mich auf die am besten bekannten Orte, In Flandern und den Ardernten macht der Thonschiefer den. Theil eines breiten Uebergangs- gebirgs - Zuges aus, welcher Frankreich im Pvordett begränzt, sich bis zum Rheine gegen Coblenz erstreckt, ünd jenseits dieses Flusses bis zum Harze fortsetzt: er wechselt in selbigen mit Grauwacken und schwärzlichen Kalksteinen; im Westen des Königreichs, in Bretagne und in den anliegenden Prownzen, er macht einen beträchtlichen Theil eines ehedem als uranfängiieh angesehenen Bodens ans und vereinigt sich mit den S’chieferbrüchen von Angers, im Süden der Pyrenäen findet er sich in, mit Kalkstein , Quarz und llornblendegestcinen wechselnden Lagern; er bildet zwey Züge, weiche, ) Dfsciiption de la mine de Poullaouen, pag, 365. 205 indem sie der Pachtung der Kette folgen, nördlich und südlich das Urgebirge begränzcn, und nach Ilrn. von Charpentier au Fläche zwey Driltheile der Pyrenäen ausmachen. ln den Alpen haben die Uebergangsgebirge eine äbniiclie Einrichtang: auf dem nördlichen Zuge bbdet der mit einem schwarzen Kalkstein, Gi’au- waikiii und lydischen Steinen wechselnde Thon- sclüebr einen Saum von ohngcfuhr sechs bis zehn Meilen 1] reite, welcher längs der ganzen Kette herrscht, und unmittelbar auf einem Lrboden ruhet 1 ). Wir haben schon gesehen, dafs in Deutschland der 1 hoiiscliief'er sein- beträchtliche Räume einnimmt: das ganze zwischen dem Ilarz und Rhein begriileiie Land besteht hauptsächlich aus solchem; er findet sich auch in Thüringen, in Franken etc. wieder. ln England scheint er einen von Korden nach Siitlcn streichenden Zug zu bilden, welcher auf den Frgebirgen dys westlichen' Theilcs dieser Insel liegt, und übrigens häufige und starke Unterbrechungen erleidet. Uebrigens ist es möglich, dafs man unter die Grauwackenschiifcr Thonschiefer gesetzt hat, die zu den Urgchirgen gehören; und. ich theile völlig mit Hrn. Conybeare die Meinung, dafs man den Namen G ra u wa ckc n s chic fer zu sehr ge- milshrauclit und die Beweggründe nicht genug angeführt habe, welche veranlafst haben, diesen Namen gewissen Gesteinenzu geben: so wie er, sehe ich gar nicht ein, warum man die Thonschiefer von Corn- wallis, welche in dem Lande Killas heifsen, unmit- l) Ebel Ueber den Bau der Erde in dem Alpan - Gebirge, aoü telbar auf Granit vulicn, welche wie dieser, Zinn luul andere Metalle ent hallen , vielleicht sogar mit ihm wechseln und mit Gängen dieses Gesteins durchsetzt sind, unter die Granu,ticken setzte: diese Gänge sind von einem sehr kleinkörnigen Granite, welcher in Porphyr übergeht, und in dieser Provinz Elvan genannt wtpd I 2 ). Auch in Gestalt eines Saumes von dreyhnndert Meilen Länge mit einer Breite, die nicht fuufzehn Meilen übersteigt, liegen die Uebergangs - Gebirge der vereinigten Staaten von America zwischen dem Urboden ^der Alleghanyfs und der Flölz-Kalkstein der weiten Ebenen des Missisippi. Diese Gebirge bestehen hauptsächlich in Thonschiefer, in Kalkstein von verschiedenen Farben, in Grauwacke, in Puddingsleinen, (Konglomerat) deren einige nach Hrn. Maelure ein eurilisches Feldsptilh - Kryslalle enthaltendes, Bindemittel darsteilen z ). 1) Trans, of die geol. soc, tont. IV. 2) Obseryations 011 die geologie of the Uuitod - Statas, "«t £07 Zweyte A b t h e i 1 u n g. Von den Ucbergangs-Kalk stein; * Uebergangsk alkstein der Deutschen. T r a li s i l i o n - L i m e s t o n e d er Engländer. Kennzeichen. §. 24i. Der Uebergangskalkstein unterscheidet sich wesentlich von den andern Kalksteinen durch seine Lagerung, denn sonst kann er dieselben mineralogischen Kennzeichen darslellen. ledoch kann man sagen, dais iin Allgemeinen sein Korn, obschon krvstalllnisch, sehr klein und es sogar seltenist, dergleichen auf einer grofsen Strecke zu finden, welcher von einer entschieden kernigen Textur wäre. Meistens ist sein Bruch schuppig und nähert sieh dem dichten; und oft ist er .es sogar ganz. Er ist an den Kanten durchscheinend, in so fern er nicht mit einer Menge fremdartiger Theile vermengt ist. Seine Farbe erleidet grofse Abänderungen; sein- oft ist sie schwärzlich; im Allgemeinen, wenn der Kalkstein mit Schiefer vermengt ist, welches häufig in den Uebergangsgebirgen statt findet, bangen seine Farben von denen des Schiefers ab und je nachdem diese grau, roth, gelb, griin oder schwarz sind, hat mau graue, rothe, gelbe grüne oder schwarze Massen oder Marmore; sie sind übrigens mit einer grofsen Anzahl von weifsen Adern oder Trümmern von Kalkspath durchsetzt, welche sich vorher, ehe die Masse ganz fest wurde, und von dem reinsten Tlieile seiner Substanz bildete, wie wir anderswo gesagt haben. Die meisten Marmore, welche man * no 8 in der Baukunst braucht, kommen aus den Uebcr- gangsgcbirgen: da der l rkaikstcin von einem schönen Korne und ungelernt, ist, so ist er der Marmor der Bildhauer; was den Flötzkalkstein belrilft, so nininit derselbe entweder wegen Beimengung fremdartiger Stoffe, oder wegen Mangel an Krystr.l- linitiit, keine gehörige Politur an und kann also nicht als Marmor dienen. AN ir haben (§. 188.) gesellen, dafs in den Gemengen von Schiefer und Kalkstein jede der bey- den Substanzen sieh isolirt bildete, und der Kalkstein sich als abgeplattete, eyrunde oder linsenförmige, auf fast parallele Flächen geordnete und durch die 'Schieler - Masse abgesonderte Massen zeigte. Die Brüche des schönen Marmors von Campan in den ■Pyrenäen buhen mir diese Thalsnehe, welche ich in den Brüchen bey Wildcnfcls in Sachsen zu beobachten Gelegenheit halle, auf die ausgezeichneteste Art durgestcilt. In dem Tbale von Campan ist der Marmor bald grün, bald rolh und der 'Phon- oder Talk schiefer, welcher ihn begleitet, ist gewöhnlich von derselben Farbe, sie haben denselben Färbe- slolf. Uebrlgcns bildet das Ganze eine ziemlich unordentlich geblätterte und geschichtete Masse: sie enthält viel Kiese; und i Ir. von Charpentier hat darin Stücken von Entrochiten (Rädersteinen) gefunden. Darin enthaltene Mineralien. §. 242 . Guter den Mineralien, welche derUebcr- gangs-Kalkstein enthält, zeichnen wir aus: 1) Den gemeinen Quarz (Quarz hyalin). Er findet sich darin sehr häufig in Körnern, in Kry- stailen und Adern. 209 2 ) Den lydisclien Stein. Hr. Omalius hat ihn in grofscr Menge in den bituminösen Kalksteinen des nördlichen Frankreichs gesehen; er ist da meistens in abgerundeten und eben so wie die Feuersteine in der Kreide geordneten Massen; sonst .bildet er kleine Platten oder Tafeln; endlich macht er, obsebon selten, wahre Lager aus, in welchen er sehr schiefrig ist ; er ist sodann blos ein stark mit Kieselerde geschwängerter Thonschiefer. Ich habe in den Quarzgängen von Poullaouen Stücke von Thonschiefer bemerkt, welche, als sie sich bey der Formation der Gänge mit Kieselerde durchzogen, das Ansehen und alle Eigenschaften der gewöhnlichen lydisclien Steine annahmen. Was die Aieren betrilt, so sind selbige Zusammenhäufungen von kie- selcrdigem Stolfe, denjenigen ähnlich, welche die Feuerstein-Knollen gebildet haben; allein hier werden die Kieselerdtheilehen, als sie sich zusammenhäuften, einen Theil des Färbestoffs mit forlgezo- gen balien, und die asse wird schwarz scyn. Diese verschiedenen Thatsachen, erzeugen sieh in einer grofsen Anzahl von Uebergangskalksteinen wieder: die Pyrenäen, die Alpen, die Alleghanys etc. bieten davon Beyspicle dar. 5) Den Glimmer, und noch öfter den Talk, der bisweilen in den Speckstein übergeht. Man findet häufig auch in den Kalksteinen dieser Classe Kiese und llotheiseustcin. ln den schwarzen und durch einen Kohlenstoff gefärbten, häuft sich letzterer dergestalt an, dafs er Glanzkohlen-Massen bildet, welche bisweilen sich sogar der Steinkohle nähern: die Kalksteine des nördlichen Frankreichs bieten davon Beyspicle dar. II. Theil. O 210 Spuren organischer Wesen. §. s45. Die Reste von Tlneren sind in den ersten ücbergangs - Kalksteinen ziemlich selten , oder wenigstens enthalten grofse Flächen dieses Gesteins hei ne oder fast keine dergleichen, während sie an einigen Orten häufig beysammen sind. In den ältesten Kalksteinen in Flandern, wcl- c,lie den Urgebirgen zunächst liegen , hat Hr. Oma- lius eine grofse Menge Zoopliyten, und sehr wenig Mollusken (Schleimtbiere) gefunden: diese Thalsache, welche sich an mehrern andern Orten ebenfalls findet, war schon bemerkt worden. Die Zoopliyten, Madreporen und Milleporen sind bisweilen in so grofser Menge in einigen Uebergangs-Kalksteinen, dafs flr. von Schlolheim versucht werden würde, sie als das Werk dieser Thiere anzusehen , so wie solches unwiderlegbar mehrere Kalksteine des Südmeeres sind (§. 57). Die Orthoceratiten, welche sieb dieser Thier-Classe nähern, finden sich darin auch in ziemlich grofser Menge: man sichet darin auch Fntrochiten oder Stücke von Encrinilcn. Die Muscheln, welche man darin am meisten gefunden hat, sind Tcrcbratuliten, (Bohrmuscheln), Turbiniten (Kegelscbnccken) einige Ammoniten, Belemniten; allein die, w'elche eharactcrislisch für den Ueber- gangskalkstein erscheinen, sind die Tribolilen, und. hauptsächlich nach Krn. Brogniart, die Calimenen, und die Paradoxiten von Linne. Orte des Vorkommeus. §. 244. Wir wollen einige Orte bekannt machen, tvo der Uebergangs-Kalkstein hauptsächlich beobachtet worden. 2 T l Auf dem Harz verschafft er auf einer grofsen Anzahl von Functen , besonders von der St ile von Blankenburg, einen schönen Marmor, dem ähnlich, welchen die Italiener rosso corallino neunen. Tn Sachsen find: 1, er sielt in den Gegenden von Kalkgrün und Vv'iJdenfels, von wo er sielt bis Ln das Bayrenlhisehe Land erstreckt: er bildet, da verschiedene Marmore, deren einer schwarz ist und sich demjenigen sehr uahert, der in Italien unter dem Manien nero d'Egitlo bekannt ist; er ist voll von Enlrochil - Stücken. Werner Lern rlu wegen des letztem Gegenstandes, dals dieses Fossil besonders in dm Marmoren von dieser Barbe gesehen wird, wären] die Korallen gemeiner nt den rollten Marmoren sind. in dem mit täglichen Frankreich, in den Pyrenäen ist der Kalkstein sehr baldig: er bildet den Ibmntlluil der Lebcrgangsgehirge jener Gebirge. Im jNordeu gehört er zu dem grofsen Lebcrgang.s- znge, welcher sich von Flandern bis auf den Harz erstreckt, er wechselt dort zu verschiedenen Malen mit den Schielern ab; za Paris vorsebaift er die schwarzen Marmore (von ;\amur und Dinant), und jeinn schwärzlichen, mit einer Menge v, enser Fiek- keu durchstreuelen, Marmor, welcher in ganz Frankreich so verbreitet ist, und den die Künstler rnar- bre granite (Granit-Marmor) oder jietit granile (kleinen Granit) nennen; er kommt ans den Ecaussinen vier Meilen nördlich von Mous; die weisen Flecken sind Stücke von Muscheln arid hesonders in Kalk- spalli verwandelte Fncrinhen. Dieses Lebergaugsge- birge dient dem Suinkoidengcbirge in Flandern zur Basis. Die Alpen sind nördlich mit einem ungeheuren Kalkstein-Zuge begräuzt, welcher sieh von Jjt’auk- Ü2 212 reich bis nach Ungarn erstreckt, acht bis fünfzehn Meilen breit ist, und Berge ausmachl, deren Hohe viertausend Metres beträgt. Die Geognosten, besonders die ITru. Escher und Ebel, (heilten sie noch in partielle Züge ein , und sahen diejenigen als zu den Uebergangs - Gebirgen gehörend an, welche unmittelbar an das Urgebirge gränzeu, mit dem. Thonschi. ler wechseln, und in einem mit reiner Thon-und Kieselerde vermischten schwarzen Kalksteine von einem körnigen und oft schuppigen Bruche, mit einigen Versteinerungen und hauptsächlich Trochiten (Kräuselsehnecken) und Encrinilen bestellen. Hr. Escher bezeichnet einen Theil dieses Zuges mit dem Kamen Ho c h g e b ir gs h a l k s t e in, und siebet da gleichsam ein mittleres Glied zwischen den wahren Uebergangs - und Alpen - Kalkstein. Es giebt in England hauptsächlich in Dcrby- sliire und Northumberland ein aus Kalkstein, bandstein, Scbiefertbon und Steinkohle bestehendes Gebirge, welches, hauptsächlich in dein Kalkstein- Theile, eine grofse Anzahl Gänge mit Bleyerz und andern metallischen Substanzen enthält, und welches dem Steinkohlcngebirge von Newcastle zum Grundgebirge dient. Einige Schriftsteller, so wie Thomson, sehen es als Glied der grofsen Steinkohlen - Formation an *); andere, so wie Hr. Wiuch, dem man eine sehr umständliche Beschreibung des in North umherland befindlichen Theiles verdankt * 2 ), bezeichnen es mit dem Namen (bleihaltiges Gebirge j) Thomson Annals of philosophy, tom, IV- 2) Winch , Transactions of the geoiogical society, tom. IV. 2 t5 (terrain plombifere) oder Gebirgskalkstein (calcaire montagneux, momiiain - limestone). Er hat grofse Lagerungs- und sogar Zusammeusetzungs - Verhältnisse mit dem bituminösen Kalksleine des nördlichen Frankreichs: Werner setzt einen Theil desselben. denjenigen, welcher die Gruben in Dcrbyshire enihiilt. in die Uebergangsgebirge. Das characteri- slische Gestein, sagt Hr. Winch, ist liier der Kalkstein: er ist da in Lagern, welche bis zu zehn bis zwölf Mctres Dicke gehen; der Stein ist schwärzlich braun oder dunkelblau; er ist hart, und bildet einen ziemlich schönen Marmor mit Encriniten , man findet darin auch Madreporen, (junci lapidei) Milleporen , Poetinnen und'grofse Austern. Es ist zu bemerken, dafs die Gänge, welche dieses Gebirge durchsetzen, breiter und reicher in dem Kalksteine, als in den Sandsteinen und den anliegenden Lagern sind. Dritte A b t h c 1 1 u n g. Von dem Granit und Porphyr. Die interessanteste Thatsache, welche, seit ■vielen Jahren zu unserer Kennlnifs gekommen, ist, diejenige, welche die gröbsten Modificationen in die Folgerungen bringt, welche wir gezogen haben, und aus den bis dahin bekannten Thatsachen ziehen sollten, ist das \orkommen eines Granits oder granitischcn Gesteins auf Muschelkalkstein gelagert. Wir haben nur ein Beyspiel dieser Auflagerung und es ist uöthig, sie mit einigen Details bekannt zu machen; wir werden solches bewirken, indem wir den Beschreibungen folgen, welche die heyden gelehrten Geoguosten, die lim. von Buch und Hausmann da- 2 t 4 von geliefert haben '), welche diesen Granit bey- n he zu gleiclier Zeit in den Jahren i3o6 und 1807 in den Gegenden von Christiania in Norwegen gefunden haben. Granit un.u, die nach diesem Gelehrten Gesteine sind, deren Haup t Busse e i n zum T h e i 1 zersetzter und eine fein kö r n i g e Wacke bildender Grün stein ( Am ph ib o 1 i t oder Ap h a ni l) ist; sie sind sehr oft m an deisteinartiger Structur; die Höhlungen s ind ge w ö hn 1 i cb , entweder ganz, o(Scr theilweise mit Quarz-Geoden (Klapperet, einen) und bisweilen mit Kalkspath und brunerde (Chlorit) ausgefüllt. Werner setzt in diese Classe die toadstones aus Derbys.hire, die Gesteine, welche die Obersteinischen Achate enthalten, etc. und einige Gesteine des Erzgebirges und der benachbarten Gebirge. Der toadstone (Krötenstein) der Engländer, ist ein Mandelstein, dessen Masse dunkelbraun, oft grünfarbig , bald dicht und dem Basalt ähnlich, bald blasig ist und Knoten von Kalkspath und Grünerde enthält. Er ist oft in ungestalteten Zwischen-Lagern oder Massen in dem Kalksteine, tvel- cher mountain-limeslone lieifsl, wovon wir gesprochen haben. Seinem Ansehen nach sollte er als ein Amphi- bolite (Hornblendegestein) oder Aphauit, von einem ein wenig lockern Gewebe, angesehen werden; Ilr. Cordier glaubt jedoch, da er darin Augit- Körner oder Kryslalle gefunden bat, ilm zu dem Dolerit und folglich zu den vulkanischen Producten £220 zählen ZU müssen. Die Geologen, welche Anhänger von Hutton sind, sehen hier ein Beyspiel ihrer whinstones: Gesteine, welche sie als gleichartig mit dem Basalt, und in dem Grund der Meere unter Schichten von mineralischen Stoffen geschmolzen und sodann durch eine von unten nach ol>eu wirkende Kraft, zwischen jene Schichten eingespritzt ansclien. (Man sehe Band I. S. 402). Irland stellt uns Thatsachen von gleicher Art dar. In dem grofsen Kalkstein - Gebirge, welches sich westlich von Dublin erstreckt, und w r o alles anzcigt, dafs es von derselben Formation als das in Dcrbyshirc ist, hat man auf verschiedenen Puncten groi'sc Trapp-Lager, welche, da sie der Zersez- zung mehr als der anliegende Kalkstein widerstanden haben, kleine Berge von hundert Melrcs und mehr Hohe über den umgebenden Boden bilden, Ihre Masse besteht meistens in einem grauen oder schwärzlichgrüncn Aphanit, bald ist sie erdig, stellt eine mandelstcinarlige Textur dar, enthält Kalli- Spatli- Knoten und Adern ; und wenn sie verändert ist, und die Zersetzung die Kalkstein - Theile verschwinden gemacht hat, so bietet sie das Ansehen einer vulkanischen Schlacke dar: bald ist der Aphanit dicht und nähert sich dem Basalt; in diesem Zustande ist er bisweilen in Prismen abgesondert und enthält Hornblende-Krystallc; sonst ist es ein Eurit - Porphyr, der dem Plionolith gleicht, und Krystallc von glasigem Feldspath enthält. Bisweilen hat man auch einen höchst - krystallinischcn Grünslein , welcher grofse Hornblende - Krystallc mit nadclförmigcm Feldspath enthält: endlich findet man übrigens Breccien, welche aus Stücken von Trapp, Kalkstein, lydischen Stein, bestehen die dureb ein kalkiges Bindemittel vereinigt sind. 2, JO Die Schichten diese!.’ verschiedenen 'Substanzen sind ziemlich oft wenig geneigt, mul ihr Wechsel mit dem Kalkstein ist auf verschiedenen Punclen sichtbar: bisweilen sind diese Substanzen im Beriihrungs- Puncle sogar vermengt. In einem dieser Puncte, in einem sonst harten und festen Aphanit, hat Ilr. "VSeaver Entrochiten, Ammoniten und Terebratu- Iiten gefunden. Also sind diese Trapps und der Kalkstein zu einer Zeit gebildet worden, und haben einerley Bildungs - Weise *). Das Gestein, welches die schönen Obersteinischen Achate enthält , ist auch von einer sehr zweifelhaften Entslehungs - Art und Epoche. Es findet sich in dem Lande Zwevbrüoken auf der •/ Oberfläche des Gebirges vor; es bildet da ziemlich ausgebreitete Hügel, bald ist es hart, schwarz, dies ist ein dichter Aphanit; bald ist sein Gewebe lok- jkerer, es nimmt eine röthiiehe Farbe an und in diesem Zustande dient es als Erzeugerin der Kal- zedon - Achate, wovon wir (§. 100) gesprochen bähen. Nachdem Hr. Tanjas die örtlichen Umstände untersucht hatte, dachte er, dals es nicht vulkanischen Ursprunges seyn könnte. Ilr. Omalius d’ Ilalloy zählt sie zu. den Horuhlendegcsleinen; er setzt, sie in die Uebergangs - Gebirge und scheint zu glauben, dafs es in dem nördlichen Frankreich an den ältesten Tlieilen dieser Gebirge liege * 2 ). Hr. von Humboldt stellt es in die Formation des i ) Man selie die gröfsten Details über diese so interessanten Tliatsacken in der geologischen Beschreibung des östlichen Tiieils .von Irland, vom Ilrn. YVciwcr, Trans* net. of the geol. soc. tom. V. 2) Journal des Mines, tom. XXIV. S. i 5 ö und 141. 2.) L rolben Sandsteins und der Flölzporpbyrc *): und Ilr. Cordicr, welcher auch liier Augit-Körner oder Krystalle fand, sieliet in ihm ein vulkanisches Product. Da übrigens dieses Gestein nicht mit andern Mineral lagern bedeckt ist, so ist cs schwer, über sein relatives Alter zu entscheiden. Werner setzt auch und zwar auf eine specielle Weise in die Ucbergangs-Gebirge ein Gestein, dessen Masse übrigens viel Achniichkeilcn mit den vorhergehenden hat, und welche in dem westlichen Theile Sachsens, dem Yoigtlandc und in dem anliegenden Tlieile Frankens, dem h i e li t elher g, ziemlich grofse Räume cinnimml; es sondert sich oft in Kugeln ah, und man hat ihm folglich den Warnen Kugel trapp gegeben. Die Gebirge dieser Gegenden stellen, hauptsächlich in einem Thonschiefer - Gebirge, eine sehr grofse Anzahl llorn- blendcgcstcin - Lager; einige aus einer grünlichen Al asse (gewöhnlichen Grünslein) gebildete, von zwey bis dreylnmdcrl Mctrcs Mächtigkeit, enthalten eine Menge Kugeln deren Durchmesser von zwey oder drey Linien, bis zu zwey oder drey Fufs ab- wechselt; sie sondern sich fast ganz in coneentri- sche Schichten ah, welche in der Mine einen sehr festen Kern ührig lassen: diese Gestalt ist hier eine Wirkung der Lr - Formation ; es ist eine jener kugelichcn Bildungen, wovon die Porphyre in Sach- sen, Ungarn und dem Thüringerwalde ans schon Bcyspiele verschafft hahen. Die llornhlendegesteine im Yoigtlandc und am. Fichtelber ge, wovon Hr. Gold fufs die Beschreibung geliefert hat, bieten beynahe alle mög- O Voyage, tont. I. S. 543 in 8. liehe Arten dieser Gesteine dar: dasjenige, welches sich in Kugeln theilt, gellt dem ebengenaimlen Mineralogen zufolge auf der einen Seile in einen sehr ausgezeichnet körnigen Grünstein und auf der andern in einen bald dichten, harten, das Ansehen des Basaltes habenden und sogar Augit - Krystalle enthaltenden, Aphanit über; bald nimmt es mit einem lockeren Gewebe eine niandelsleinartige Slruc- tur au, behält den Augit, nmfafsl Kalkspath-Knötchen und ist mit Adern dieser Substanz durchzogen I ). Diese Gesteine nehmen einen grofsen llaum ein und ruhen entweder auf dem Granit oder auf dem Thonschiefer: bisweilen sind sie in lelzterm eingeschoben; allein oft auch unbedeckt; und es ist möglich, dafs man ihnen, nach letzterni Umstande, einige wirkliche Basalte angehängt hat, welche nicht zu ihrer Formation gehören, allein mit welchen gewisse ihrer Arten einige Aelmlichkcit hatten. teil will mich nicht langer bey einer Art von Gebirge aufhalten, welches icli nicht Gelegenheit hatte, zu beobachten, und über welches übrigens nichts besonderes zu sagen ist; denn alle bis jetzt beobachtete wahre Hornblendegesteine, könnten als dem Tlionschie- fer-Gebirge untergeordnete Gesteine angesehen werden. Was diejenigen beuifFt, welche ihnen in vielen Rücksichten ähnlich sind, aber auch Analogie mit den vulkanischen Producten haben, welche nicht weiter bedeckt oder in einer gewöhnlichen Lagerung, wie der loadstoue in Derbyshire sind, so verdienen selbige eine ganz besondere Betrachtung. Die Substanzen , welche wir in den vulkanischen Gebirgen bilden, stellen SO specielle und von denen der andern Gesteine so verschiedene Cliaractere dar, dafs wenn man unter ihnen i) Der Hm. Goldfafs und BisohoiT. Beschreibung des Fichtelgebirges, 1S17. ' 255 eine Masse faulet, welche einen dieser Charakter dar. stellt, man geneigt wird, ihm eine feurige Entstehuug beyzulegen. Man mufs jedoch bemerken: 1) dafs die Charaktere der vulkanischen Producte noch nicht so vollständig erörtert und allgemein erkannt sind; 2) dafs die Lagerungs - Umstände sehr genau bestimmt werden müssen. Letzterer Punct ist wesentlich; wenn man zum Beyspiel sagt, dafs man in Schlesien, in einem Glimmerschiefer, einen Augit und Oliven, und folglich eine für vulkanisch geachtete Substanz enthaltenden, Basalt gefunden hat, so mufs man, bey gehöriger Prüfung, eine solche außerordentliche Thatsache, so lange nicht in Betrachtung nehmen, bis bewiesen sey, dafs diese Substanz von dem Glimmerschiefer bedeckt ist. Ich bemerke dabey, dafs wenn die Wissenschaften auf einen gewissen Punct gekommen sind, die Beobachtungen nur in soweit zu ihren Fortschritten bey tragen können, als sie mit Sorgfalt und umständlich gemacht worden; die Astronomie und sogar die Meteorologie würden keine Beyhülfe aus denen ziehen können, weiche nicht voii äußerster Genauigkeit sind. Die Geo- gnosie, ist fast in demselben Falle; wir haben jetzt Uebersiclnen genug, sie haben uns in den Stand gesetzt, uns Begriffe, über das Ganze der Wissenschaft zu bilden, und Fragen aufzustellen: jetzt um weiter zu gehen, um jene Fragen aufzulöfsen, sind sehr genaue und umständliche Beobachtungen notliig, (man sehe den Iten Band. S. XXXIX); alle diejenigen, welche man blos bei der Durchreise eines Landes macht, können wolil der Geographie dienlich seyn; allein sie sind bey- nahe ohne Vorllieil für unsere Wissenschaft, / 20‘i Siebente Abtlieilung. Von dem Gyps. §. 25 't. Der Gyps (schwefelsaure Kalk) isl entweder anhydriscli, dafs heilst, ohne Krystallisations- wasser, oder in seinem gewöhnlichen Zustande ziemlich gemein in den Uebergangs - Gebirgen. Ilr. Brochant, welcher die Gypse in den Alpen besonders sludiiie, bemerkt, dafs sie in diesen Gebirgen im Allgemeinen sehr schön, weifs, sehr feinkörnig und bisweilen dicht oder last dicht sind und Kalkstein-Thcile, Glimmer oder Talk, Steinsalz und Schwefel enthalten. Er zählt diese Gypse demjenigen, welcher in der Grube bey Pes.ey über der erzführenden Masse ist; dem hey Brigg in dem Walliser Lande, welcher durch einen schiefrigen und glinrmrigen körnigen Kalkstein bedeckt ist; dem des Val-Canaria, wovon wir (§. 200.) gesprochen haben; dem von Cogne, welchen wir als gleichzeitige Formation mit der Hauptmasse der Grofsen AI pen ausehen; dem der Allee - Blanche, welcher in Massen ist, die auf dem Ausgehenden der Lager des Bodens der Gegend liegen etc. hey. Ich halte solche Massen in demselben Thale von Aosta gesehen; allein da sic nicht weiter bedeckt sind, so wütste ich nichts über ihr relatives Alter zu sagen. Saussure hatte am Alont- Cenis beträchtliche Lager derselben Substanz bemerkt, und befand sich wegen ihrer Classificirung in derselben Verlegenheit. Die Uebergangs - Thonschiefergebirge des Salzburgsehen Landes enthalten häufig Gyps, der bald zwischen den Blättern des Gesteins liegt, bald in Nieren, bisweilen sogar in ziemlich beträchtlichen Massen vorkommt. z55 In dem Tliale bey Leogang, in einem Blei-und Kupfererz-Lagen’, bat man verschiedene feinkörnige Gyps-Lager von melirern Metres Verbreitung und auch Erz enthaltend I ). Iir. von Cliarpentier, Bergwerks- und Salinen- Dierector in Bcx, glaubt, dafs der Salz-Gyps dieser Gegend in Lagern, in einem sehr thonigen und kohligen Kalksteine ist. Zu Bex findet die Bebauung auf zwey Lagern von mehr als hundert Metres Mächtigkeit statt; ihre Masse, wedelte Steinsalz in oft nicht zu unterscheidenden Kornern enthält, ist anhydrischer Gyps, in welchem man x) kleinere Lager von dichtem schwarzem Kalksteine mit Glanzkohlen Theilen, 2) Grauwackcnsehiefer, welcher in die Grauwacke übergeht, und eine ziemlich grofse Menge Salz entweder in Körnern, oder in iSieren oder in Adern von sieben bis acht Zoll Mächtigkeit, enthält, findet, llr. Struve, General - lnspeclor bey demselben Werke, sieltet den Gyps als auf den Lcbergangskalk gelagert, aber ohne einen Tlteil seiner Formation aus- zuntachen, an; nach ihm würde er in einer Tlion- masse seytt, wie die Gypse in Tyrol, Salzburg, Wieliczka etc. und Hr. von Cliarpentier macht bemerkbar, dafs der Gyps im Innern der Grillten an- hydrisch ist; allein dafs, als die Atmosphäre durch ihre wirkende Kraft, ihn bis zu hundert oder seclts- zig Fufs, unter der Oberfläche des Bodens, veränderte, so brachte sie Wasser in seine zusammensez- zung und machte daraus einen gewöhnlichen Gyps- stein. Er glaubt, dafs die meisten Gypse der Geber- gattgsgehirge in der Selnveiz und vielleicht aller Län- t) von Buch Geognostische Beobachtungen. a56 der in demselben Falle sind. Dieser Naturforscher zählt den Gyp.s der Gegejulen von Tai’ascon, in den Pyrenäen, welcher auf den Urboden ruhet, und von einem, Ammoniten enthaltenden, Kalkstein bedeckt ist, ebenfalls zu den Uebergangs- Gebirgen. Drittes Capitel. Von den Flötzgebirgen. Allgemeine Kennzeichen, §. 253. Hier sind wir zu einer neuen Ordnung der Dinge gekommen : cs werden nicht mehr jene Gesteine seyn, die aus so verschiedenen Mineralien und Stoffen, welche, indem sic sich auf verschiedene Weise, zufolge der Alfinitäts - Gesetze, nachdem Grade von Bewegung des auflösenden Mittels und den A r ersehiedcncn Local - Umständen vereinigten, sehr verschiedenartige Körper hervorbrachten. Hier werden wir mehr Einförmigkeit haben, cs werden ziemlich einfache, in Form von beträchtlich verbreiteten Absätzen über einander gelagerte Massen seyn. Die Auflagerungen werden deutlich, die relativen Alter nicht zu bestreiten, und die einerley Ganzes bildenden Systeme der Lager, das heifst, die Formationen werden leichter zu begreifen und zu bestimmen seyn. Flötze von Kalkstein, mit Flötzen wechselnd, die aus Trümmern von Urgesteinen bestehen, werden die ganze Masse der Flötzgebirge bilden. 207 Aii den eigentlichen Kalkstein, wird sich bisweilen der Cyps (suli’ate de chann) anschliefsen:. die Trümmer der allen Gesteine werden Breccien, Gonglomerate (poudingues) Sandsteine, Sand, Thon •und Mergel seyn. Diese verschiedenen Stolle werden uns durch die Unterschiede, welche sie uns bey ihren Verei.ii ■; ungen in den sie begleitenden oder eins idicfsendeü Substanzen darsteiien, in den Stand setzen, die Unterschiede in der Epoche, oder Formation zu bestimmen. Die zahlreichen Spuren von Thieren und Pflanzen, welche sich in den Flötzgehirgen befinden, werden uns eine grofse Leichtigkeit verschaffen, diese Bestimmungen zu bewirken; da die verschiedenen Formationen immer ein Fossil haben, welches ihnen eigen ist, und welches in den Stand setzt, sie auch dann zu erkennen, wenn man da, tvo sie sich ise.T’! vorfinden , nicht mehr nach den Lagerungs-* .'Verhältnissen schliefsen kann. Dieser Hülfsmitlel ungeachtet werden wir auch hier nur erste 'Versuche bekannt zu machen haben t die Wissenschaft ist noch in der Wiege, die Con- chyliologie hat noch nicht die nöthigeu jjestimmungs- mittel verschallt, und wenige Gebirge sind umständlich beobachtet worden. Ferner, wenn man in der Fliitzzeil mehr Leichtigkeit hat, die Auflagerungen zu bestätigen, so haben doch, anderer Seits, die örtlichen' Umstände einen viel grüfsern Einflufs ausge- übt, und an gewissen Orlen besondere Veränderungen lierbeygeluhrL; sie haben da sogar rein abgesonderte Formationen hervorgebracht. Haupt-Resultate der Beobachtung, §. 254 . Wir wollen die hauptsächlichsten Resultate unserer Beobachtungen darsteiien. Die Flötz- 258 gebirge, welche am meisten studirt worden, sind die in der Milte Deutsc.iilands, in England und des nörd liehen Frankrciclis. lu dem mit!eisten Tlieile Deutschlands, im Thüringischen, Mannsfcldischen etc., haben eine grofse Anzahl. Steinkohlen - Kupfer - und Salz - Baue in den Stand gesetzt, den Boden jener Gegenden kennen zu lernen. Schon gegen die Mitte des letzten Jahrhunderts hatte Lehmann eine Beschreibung dieser Lager Bekannt gemacht; die Mineralogen von verschiedenen Meinungen, die Herren Werner, Voigt, Heim, Iloli, Freieslebeu etc. haben ihre Lagerungs- Folge untersucht und darüber gestritten: und dieser, vielleicht am besten bekannte. Theil Europcns, verschafft jetzt den Typus, auf welchen die Geologen die verschiedenen Formationen derselben Epoche , die sie in andern Landern beobachten , zu beziehen suchen. Wir werden in der Folge diese Gebirge, die Vergleichungsglieder, näher kennen lernen, und beschranken uns liier blos zu sagen, dafs sie vier grofse Flötze oder Formationen darstellen: das erste, welches unmittelbar auf dem Ur- oderUebcrgangsgebirge ruhet, bestehet hauptsächlich aus Sandstein und führt den Namen, ro th er Sandstein; wir werden ihn Ko h 1 ens an ds lei n (grüs- houiller) nennen, da das Steinkohlengehirge dazu gehört; das zweyte, welches den ältesten der Flötz- kalksteine begreift, tlieilt sich in zwey einzelneFlöz- ze: das dritte ist ein jüngerer, bunter Sandstein oder Sandstein mit Thon genannt; und das letzte, ein viel Muscheln enthaltender Kalkstein der folglich Muschel kalkstein genauut wird. Ilr. von Humboldt hat demselben, durch die Analogie ‘bewegt, welche unterste Flötz der Fiülz- Formation, mit dem, den Ilaupltheil des Kalkstein- a5g Zuges, midier die Alpen im Norden Legränzt, aus- maeilendcn Gestein Lat, den Kamen Alpen kalkst ein gegeben; ans einer ähnlichen Ursache hat er das oberste Flötz-lur akalks te i n genannt: diese seit; länger als zwanzig Jahren eingeführten Benennungen sind jetzt allgemein angenommen. Das, was die ausgezeichnetesten Mineralogen in einem kleinen Theile Deutschlandes, in einem halben Jahrhunderte gethan haben, hat ein einziger Mann, (Hr William Smith, Berg - Ingenieur) für ganz England unternommen und ausgeführt; und seine Arbeit eben so schon durch ihr Resultat, als verwundernd durch ihre Gröfse, läfst schliefsen, dafs England regelmäfsig in Lager a bge- th eilt, dafs die Ordnung ihrer Auflage- r u n g nie tt m gekehrt, ist; und mau genau ähnliche Fossilien, in allen Thei 1 en desselben Lagers, und in grofsen Entfernungen findet. liier folgt die Ordnung so wie sie Hr. Smith seihst geliefert hat. Auf dem Urgebirge, welches den westlichen Theil Englands bildet, hat man einen roihen oder braunen Sandstein, welcher eine Grauwacke zu seyn scheint, und über welcher sich der Encriuiten - Kalkstein, (encrinal limestone oder mountain liniestone) befindet, den wir in die Lebergangsgebirge gesetzt haben: man hat sodann und nach und nach, indem man nach Osten geht, eine Aufeinanderfolge von grofsen Flötzen, welche gegen diesen Theil des Horizonts einlallen, und welche sind: 1 ) Kohlcngebirge; 2 ) der gelbliche Bitterkalk; 5) Mergel und rother Sandstein, Gyps, Steinsalz; 24o 4 ) Thonig- bituminöser Kalkstein (lias) welcher viel Ammoniten enthält; 5 ) Blauer Mergel mit Belemiten, Grypbyten; 6) Boggen - Kalkstein; 7) Dichter Kalkstein mit Schieferthon; 8) weiser und sandiger Kalkstein, ein dünnes Klotz; g) dunkelblauer, kalkarligcr und hituminöscir Sehieferlhon; 10) Eisensand, welcher Kalkstein-Walkererd-; und Thon-Masse enthält; 11) Kalkstein mit Ecberreslen von Madrepo-, reu und Pisolithen; 12) bläulicher Mergel; iS) grüner Sand, und oft. chloritirlcr Sandstein mit kalkigen Bindemittel; 1 4 ) Kreide; 1 5 ) Sand; 16) Töpfer-Thon. 17) bläulicher Thon von London. Man sehe die Ordnung dieser verschiedenen Formationen, und die Höhe, welche sie erreichen, in dem Durchschnitt durch England, von dein Mont- Snowdon, in dem Lande Galles, bis nach London. ( 11 . Tafel Fig.i). Indem ich der Arbeit des Hrn. Smiths den ihr schuldigen Tribut der Bewunderung ganz zolle, wird es mir erlaubt scyn zu wünschen, dals anderweite Beobachtungen deren Genauigkeit bestätigen, und die auch schon auf mehreren Puncten, die Arbeiten der englischen Mineralogen bestätigt haben. 2 t I Jlr, Von. Humboldt vergleicht riiese Formationen niip denen des testen Landes folgeiuievouiaben: „Die Lage unserer Steinkohlen, zwischen den 1/ebeiv „gangs - Formationen, mul dem rpthan Sandstein, di« „Lage des Steinsalzes, welches sich auf dem Continent „in dem Alpen. Kalkstein befindet, die Lage unsrer Rog. „gensteine (oolithe«), in dem Kalksteine des Iura, oder „in dem Sandsteine der sccondaireh Formation, köu. „neu den Geologen bey der Zusammenstellung der l’or. „malionen fuhren, Ich Ende in England die Steiiikoh* „len mit ihren Sandsteinen auf dem Uabergangs.Jialk., „stein in Lerbyshire, welcher diq toadstojte eben so „enthalt, wie unsero rqlhcii Sandsteine, (Sandstein von „erster Formation ) die mnndebtßinnrtigen Hornblende, „gesteinc enthalten Ich erkenne in dem magnesian 11. „mestoue den salzhaltigen red tttarl und den lias, die „beyden ans den Alpenkaiksteinp mit dem Steinsalz, und „dem Kalkstein des Iura vereinigten Formationen; in „rien Roggousieinen Englands glaube ich den Roggen. „Sandstein (Sandstein von secondairer Formation) Tlnl. „ringen* zu sehen. Uobrigens sind in den beyden Ge. „gendnii nicht einerley Formationen, es sind gleich, „bedeutend::, das heilst gleichlautende Formationen, „weiche einander vorsteüpn. Die Hntzgvbirge des nbrcHichen Frankreichs sind in den Icl/Aurn Jahren dev (legenslaud dev »Sind.an dev lim, Cuviev, Jirogniart und Omalius d’ aüoy gewesen; nach diesen (belehrten findet man dor. über den Steinkohlen-Gebirge: i) Einen Kalkstein, den lir, Omalins, allen sbilligen Kalkstein (nncien eulenire homonial) nennt, dev einige Kenn seichen von dem Alpen-. Kulksfein, und vielleicht noch mein 1 Aehnlieh-. lteiten mit dttti ohevsien FJiij^en des Inva - Kalk» Steins bnt; a) Einen Mergel- und Chloriten - Thon, welcher einen harten, gelblichen Kalkstein, Austern und besonders viel Madreporeu enthalt} XI. XI)eil. Q 2-11 5) Die Kreide; 4 ) Den groben oder Ceriten-Kalkstein; 5 ) Den Gyps mit seinen Mergeln (Siifswasscr- Formation); G) See-Mergel, Sand und Sandsteine; 7 ) Ein Süfswasscr-Kalkstein-Gebirge. Die vier letztem Formationen geboren zu den tertiären Gebirgen (dritten Flötzgebirgen), wovon wir im folgenden Capitcl bandeln werden. Verschiedene Arten von Flötzgebirgen. §. 2 55. Indem wir hier den Gang befolgen, den wir wegen der TJrgcbirgc beobachtet haben, so werden wir eben so viel Arten von Gebirgen unterscheiden , als wir Gesteine haben, welche Ihinmc von einem grofsen Dmfange bedecken; demnach werden wir, genau zu reden, nur zwey grofsc Gebirge, nehmlicb den Sandstein und Kaiksleiubabeii. Das erste wird sich in drey Haupt-Formationen Hielten, nämlich: 1) Den alten oder K o li 1 e n s a n d s t ci 11; 2 ) Den mittlern oder Sandstein mit Thon; g) Den jiingern oder Qnnrzsaiidstcin. Der Kalkstein wird uns seiner Seits die drei folgenden Formationen darstellen : 1) Den iiltein zwischen den beyden ersten Sandsteinen, liegenden Kalkstein; а) Älpcr.lialkstein; б) Jurakalkstein; l) Den zwischen den bey den letztem liegenden Musclicl- kalkstein ; g) Die Kreide; Der Gyps könnte, streng genommen, in die eben angezeigten Formationen gesetzt werden; da dies je- doch eine besondere Substanz ist, welche uns hauptsächlich wegen des enthaltenden Salzes interessirt, so wollen wir daraus den Gegenstand einer Lesendem Abtheiluug machen. Verhältnisse mit den Uebergangs - Gebirgen. §. 256 . Ehe wir in die nähern Umstände entgehen, welche jene verschiedenen Formationen he- treifen, wollen wir einen Blick auf die Verhältnisse werfen, welche die Flblzgebirge mit den schon besagten Gebirgen verbinden. Wir wollen jede unsrer Leyden groisen constituirenden Theiie, den Sandstein und Kalkstein,, betrachten. Der Sandstein liegt durch einen nicht unterbrochenen Zusammenhang an der Grauwacke; es ist in allen Verhältnissen einerlei Substanz; nor diejenige, Welche mit dem Thonschiefer wechselt, wird als in dem Uebergangs-Gebirge befindlich angesehen. Der Kohlensandslein liegt auch durch Verzweigung an andern Gesteinen, welche sieh bis in die Urgebirge erstrecken: wir haben im Thüringer w a ld e den Eurit- und Aphanit-Porphyr, auf die bestimmteste Art, in den Granit übergehen scheu: anderer Seits geht dieser Porphyr bis in das Sandstein — Gehn ge ioit, vermengt sich mit seinen Lagern, bald bedeckt er sie, bald wird er von ihnen bedeckt: so dals man nicht mehr weils, wohin man die Gränzen zwischen den bevden Gebirgen, und zwischen ihren Formations - Epochen sez- zen soll; die Hrn, l)eim, iloA’ und Freiesieben, Beschreibet' dieser Gegenden, bestellen auf diesen Thalsachen , und wir werden bald grofse Porphyr- Massen sich in den letzten Momenten der Steinkohlen-Formation wieder erzeugen sehen. 2ii Der Flötzkalkslcin stellt uns ebenfalls einen vollkommnen Zusammenhang inil dem der L'ebcr- gaugsgebirge dar. jSachdera in den Alpen der Kalkstein mit dem Thonschiefer z,u wechseln aulgehört hat, lind also in die Flölzgohirgc eingetreten ist, zeigt er noch eine Zeitlang dasselbe Korn, dieselbe Farbe, alle dieselben Charaktere, und vielleicht dieselben Fossilien: der Zusammenhang ist so, dafs ihn llr. von Charpcnlier, urul die letztem Geologen, welche den grofsen Kalkstein - Zug, der den nördlichen Thcil der Sehweitz, der Grisons eie. ausmaebl, beobachtet bähen, ganz in die 1 .'bergan gsgebirge selzen, während man ihn bis zu diesem Augenblick in besondre Züge getbeilt liatte, wovon die ältesten blos unter jene Gebirge gerechnet worden waren; die folgenden bildeten den Alpen-Kalkstein, und die letztem wurden sogar als zu dem lurakalkstein gehörig angesehen; der JM:— neralog, welcher diesen Zug am meisten studirt iial, und am besten kennt, llr. Eseher, bat zwischen seinen Theilen keine Gränze erkennen können. Site Verzweigung des Uebergangs - Kalksteins mit dem Stcinkoidengebirge ist auch unw iderleglich; indem man die Gegend von JNewvcasile veriäfst, welche dieses Gebirge in seiner ganzen Reinheit darslillt, und gegen Derbyshire hingeht, siebet man anfänglich einige FlÖtze von F.ncrinifen - Kalkstein (mouu- tain limestone) zwischen den Sandstein - Lagern liegen, sodann an der Zahl zunehmen, und endlich ist man in einem Gebirge, wo dieser Kalkstein verwaltet. Die Hrn. Weaver und Thomson, durch diese unbestreitbare Verkettung geleitet, bringen dieses Gebirge in die Flötz-Classe, während Werner, Hr. von Humboldt etc. es zu den Lebergangs-Forma- iioncn stellen; ich hin ihrem Bcyspielc gefolgt, und ■würde sehr geneigt seyn, dazu auch noch das ganze Stein kohlengebirge zu setzen. Wenn man die Ausdehnung siehet, welche man jetzt, den Uebergangs - Gebirgen giebt; von der einen Seite nach der Ur-Epoche hinaufgeht, und von der andern in die Flotzgebirge hinabsteigt, so kann man daraus einen sehr bestimmten Schlufs zielten; das heilst, dafs cs in der Aufeinanderfolge der mineralischen Formationen eine solche Verkettung und ein solches Verbaltnifs giebt, dafs, wenn man von einem Pnncte ansgeht, man nicht weifs, wo man sowohl beym Auf- als Niedersteigen in der Alters folge anfhoren soll : man findet in keinem Pnncte eine genaue Glanze; und unwillkiihrlich , durch die auffallendsten Verhältnisse hingez.igen, siehet man Massen, welche einzeln, und in grofsen F.ntfernnngen genommen , noch sehr unterschieden sind, als ein Ganzes und in einevley Formation vereinigt, an. Erste A b t h e i 1 u 11 g. Sandsteine (Sandstciugcbirge). Saxa aggregata. Lapidcs arenaeei (die meisten). Wall. Sandstein oder Sandsteingebirge der Deutschen. Sandstone der Engländer. Gr es, von Saussure und den französischen Mineralogen, Psamites, von Ilrn. Brogniai't. Erklärung und Eintheilung der Sandsteine. §. 267. Nach dem, was (§. 101.) gesagt worden, sind die Sandsteine Gesteine, gebildet a u s, v o r der Zerstörung v o r 11 c r b e s t a n - den er Gesteine, her rührenden Körnern s4ß oder Stücken, die durch eine mechanische Krall au den Ort, wo sie sieJi jetzt befinden, geführt und daselbst durch ein anders he.sc li a f f e n e s, u u d a I s o s j > ä l e r g e b i 1- d e t e s B i n d e m i 11 e 1 jus a m men gekettet sin d. Deshalb sind alle Sandsteine Gesteine von stück- lieber (triimnierartiger) Strnetter (sandiger Structnr (struetnre arenacee) nach dem Ausdruck des firn. Professor Brochant). Sie werden in eigentliche Sandsteine, welches diejenigen sind, wo die Gröfso der Körner nicht die einer llaseluufs überschreitet; in Puddingsteine (Conglomerate), in welchen die Stücken jene Gröl'se übersteigen, aber abgerundet sind, und in JBrcccien , wenn sie eckig sind, eingetheilt. Diese Unterscheidung in der Gestalt der Stücken ist in der Geognosie wichtig: sic steht mit den Umständen der Formation in Beziehung; also wenn diese Theile abgerundet sind, so schliefst man, dafs das Gestein, welches sie hergegeben bat, seit langer Zeit zerbrochen war, und seine Stücken vor der Formation des Sandsteines lange Zeit lortgerollt, oder der zerstörenden Wirkung der Elemente aus- gesetzt gewesen sind. Die Bedeutung, welche wir hier mit diesen verschiedenen Benennungen verbinden, ist diejenige, die ihr fast alle französische Mineralogen und Sanssnrc insbesondere gegeben haben. (Sanss. JJ. 196. er sähe blus die Breccien als besonders aus Kalkstein - Stücken bestehend, an). Es können sich einige schwierige Falle bey der Anwendung zeigen , und es ist unmöglich, dieser Schwierigkeit zuvorzukommen, aber mau verstellt sich in der Hauptsache ; und überdies sehe ich den Vortlieii dqr vom ITrn. Brogniart vorgesc.hlagenen Reform nicht ein, welche dem eigentlichen Sandsteine (gves) so wie wir ihn vorhin erklärt haben, den Kamen Psamite giebt, 2 i'7 und den Namra gves für einfache Mineralien behält, ■welche wahrscheinlich nur körnige Quarze sind, Bev Betrachtung der Sandsteine an sich, können wir sie in kie'selige, t Könige, mergelige oder kalkige eintheilen, je nachdem die Kieselerde, der Thon, der Mergel oder der Kalk in der Masse verwalten, welche die Körner verbindet: letztere sind, in den Sand und Pnddingsteinen fast, immer quarzig: wir haben die Ursache davon augezeigt; der Quarz, den Wirkungen der Zeit und der Kräfte, welche eine Wirksamkeit auf der Erdoberfläche haben, ausgesetzt, zerbricht und bringt Körner hervor, wahrend andere Mineralien sielt in Erde aullösen. In den kieseligen Sandsteinen ist die Masse gewöhnlich ein Hornstein, bisweilen nimmt sie jedoch ein glasartiges Ansehen an, und bildet einen gewöhnlich körnigen, manchmal aber dichten Quarz. Dieser Sandstein findet sich hauptsächlich in den Kalksteingebirgen, besonders in denen der letztem Formation vor. Saussure bat einen dergleichen in den Kalkgebirgen der Gegenden von Pvice beobachtet, welcher in Körnern von mittlerer Gröfse, die durch ein quarziges Bindemittel verbunden waren, bestund, und Klüfte darstellte, deren Seitcnvvamiu mit kleinen Gestein- Krystallen besetzt waren; ein unwidersprechlicher Beweis, dafs er das Resultat einer chemischen Bildung war. Der Tlion - Sandstein, oder vielmehr der Mergel-Sandstein ist der gemeinste. Oft ist das in geringer Menge vorhandene Bindemittel hart genug, damit der Stein Festigkeit habe, und als Baustein benutzt werden könne. Bisweilen ist der Sandstein mit einem eisenhaltigen Saite geschwängert, welcher 248 ihm feine beträchtliche Harte giebt. Sonst, im Go- genlheil ist er mild und fast weich, daher der jNa- me Weichet* Stein (mollasse), W'elcher ihm an mehrere Orten gegeben wird. AVir werden in der Folge dieser Äbtheilung verschiedene Beispiele von jenem Verschiedenen Avion Sandsteinen sehen. Dieses Gestein hat sich zu allen Seiten in den Flötzgebirgen erzeugt, aufeli giebt: es wenige dieser Gebirge von einer großen Verbreitung, welche nicht einige Lager enthalten. Allein, indem wir nur bey den Sandsteinen stehen bleiben , welche einen sehr beträchtlichen Umfang dat-slelien, werden wir die di'ey öngezeiglett Haupt - Formationen zu unterscheiden haben, \Vir wollen null, was jede Besonderes darstellt, in den drey Abschnitten dieser Äbtheilung betrachten, Erster Abschnitt, Von dem Steinkohlensandslein, (Gres honiller). §, 258. Die große Steinkohlensandstein-Formation Wird sehr schicklich in zwey Theiie ge=. theilt, der eine hegreift das eigentliche Steinkohlen- G'ehlrge» und der andere den Sandstein, welcher in Thürin gen ro ther S a n ds t e in genannt wird , mit seinen untergeordneten- Lagern4 allein Wenn wir auch diese Leyden Theiie unterscheiden» so bemerken war doch, dafs sie m einer Formation gehören ; luid obschoil das Stfelnkohlengehirge meistens darunter ist, so geschäclvet es eloch, dafs es zuweilen mit de nt rothen Sandsteine Vermengt und sogar auf Selbigem gelagert ist. 2it) o) Eigentliches S t c i n k o h 1 e n -Gebirge. S 1 ei nkohl engebii'ge der Deutschen. Coal nieasures o u coat-field der Engländer. Terrain ä chavbon de terre der alten französischen Mineralogen. Allgemeine Zusammensetzung. §. 259. Dieses Gebirge ist sowohl wegen seiner Beschaffenheit als Beständigkeit in seiner Zusammensetzung eins der interessantesten, welche die Geognosie darstelll; cs ist überdies in oeconomisclier Beziehung durch die Substanzen, welche wir davon beziehen, eins der wichtigsten5 und auch eins von den bekanntesten, wir werden also davon etwas näher handeln. Es bestellt hauptsächlich ans Sandstein-Flöz- Zen, die mit Schieferthon- und Steinkohlen - Flözzen abwechseln•. Man findet in selbigem auch, sagt Werner, obschon seiten, Lager vön Mergel, Kalkstein, verhärteten, in Porphyr übergehenden, Thon und Eisenerz. Wir Wollen sehen, was diese verschiedenen blassen und hauptsächlich diejenigen, welche in wesentlichen Thcit.cn Vorkommen, übrigens ■Merkwnrdiges derstellen. Von der 'Steinkohle nntl ihren Plötzen. §> 260, Die Steinkohle (lilhantrav) genannt, ist ein al’is Kohlensloif, mit mehr oder weniger Erdpech) zusammengesetztes schwarzes, mürbes oder serreiblichos, schiefriges, eben- und dickblättriges Mineral; sein (jhierbrneh kt unvollkommen, musch- iig und glänzend.5 cs zerspaltet sich in rhomhoida- lischc oder würlliehte Stücken, und wiegt i } 5 . 2 ;>o Der Kohlen Stoff bildet. gleichsam den Grundstoff’ der Steinkohle; er ist der iiouplllieil derselben: je nachdem das Erdpech sieb m selbiger in grofsrn r oder kleinerer Menge befindet, ist das Mineral mehr oder weniger brennbar, und mehr oder weniger zu r.irern Gebräuchen geeignet; daher die grofsc EintbeiJung in Fett- oder Pechkohlen und magere oder dürre Kohlen, die von der erstem Art, welche für die besten gelial- sen v,-erden, enthalten in den wahren Steinkohlen- gebirgon 5o bis 4o pro Cent Erdpcch. Das Bitumen (Erdpech) nimmt bisweilen bis ganz zum Verschwinden ah, und man hat sodann ganz dürre Glanzkohlen (anthraekrs) genannte Steinkohlen, die fast ganz aus Kohlenstoff bestehen und sehr schwer brennen. Man ziehet auch aus mehrern Steinkohlen ein wenig Salmiakwasser. Was die andern Stolle betrifft, die man aus selbigen durch die Analyse erhält, so wie erdige, schweflicbe oder metallische Substanzen sind, so sind sie nicht wesentlich bey ihrer Zusammensetzung, und sind darin oft nur in durchaus unbedeutender Menge: Hr. Proust hat Steinkohlen analysirt, welche nur ein Uunderttheil dergleichen enthielten *). Die nähere Beschreibung der Steinkohlen - Arien gehört ganz in die Oryctognosie; wir werden hier nicht davon sprechen. Die Steinkohle befindet sich in Flotzen, deren Dicke oder Mächtigkeit meistens uuter einem Metro 3 ) Man sehe über die Analyse der Steinkohlen die Bi. bliothcqite britannique, tom. VIII. (Memoire von Kir- wan); das Journal des Mines, tom. XXVIII. j und Jour- nal de physique (Memoire de Proust) tom, LX1II, ist, sic gellt bisweilen auf zweye, aber selten auf dreye. Unter mehr als fünfzig Flutzen, welche ich im Jahre i8o5 zu Anzin gesehen habe, giebt es nicht zwölfe, die mächtig genug sind, um eines Abbaues fällig zu seyn, und das mächtigste’ hatte nur eilf Dccimetres. ln dem gauzen reichen Stciukohlen- Zuge, welcher Flandern , Belgien und das Lütucher 'Land durchsetzt, erreichen die Fiötze selten zwey Alctres: ebeu so ist es mit denen bey Aewcastie in England und nach den im Jahre iui4. von VYinch gelieferten Listen war das mächtigste nur sechs Fuls, einen Zoll (englisches Maafs) oder i,85 Motre *). Bey dreyfsig, durch die Baue bey Waldenburg in Schlesien entdeckten Flötzcn, haben zweye blo.s Metres. Man führt als eine aufserordemliche Thatsaehe ein anderes Flötz auch in Schlesien bey Beutlicn an, welches ohngefähr sechs Metres Mächtigkeit hat: und ilr. \oigt, welcher die Steinkoh- lengcbirgo ganz besonders studirt hat, kennt nur drey Flölze, deren Dicke vier Metres erreicht hat; eins in England, das andere zu Saarbrücken, das drille bey Dresden 3 ). Die Mitte Frankreichs stellt jedoch viel mächtigere dar: nach Urn. Beaumicr ist die mittlere Dicke der bey Saint-Etieune in Forez und bey llivc de Gier 1 bis 5 Moires, und an den Ausbauchungen ist sie 16 bis ‘>o Metres. In den Gegenden von Aubin in Rouerguc siebet jnan nocli beträchtlichere dergleielien; ein berühmter Geolog sagt sogar, dafs es welche giebt, die io5 Metres Mächtigkeit haben, und deren Streichen j) Trausactions of tlie geologieal socicty, toni, IV. 2) Journal des Mines, tom, XXVII, 125S2 vollkommen regelmäfsig Ist I ): icli habe dort dergleichen nicht gesellen, und beschränke mich, zu bemerken, dais die Steinkohlen dieser Liegend mehr ungeheure Stocke oder Butzenwerke , als Flötze bilden. Man siebet oft die Steinkohlen - Flötze auf ziemlich grofsen Fliiehen dieselbe Mächtigkeit behalten; da die beiden Scitenlläclien des Flölzes den Pai’al- lelismus vollkommen mul dergestalt beobachten, dais in einigen Gruben die verschiedenen Flötze in selbigen von ihrer Mächtigkeit abgeleitete Kamen fuhren. Allein übrigens stellen sie in der Mächtigkeit beträchtliche Veränderungen dar; bald sind es Ausbauchungen, welche Bäuche oder Kugeln von Steinkohlen, von einer grofsen Ausdehnung, bilden; bald sind es itn Gcgentheil Zusammenziehungen durch die Annäherung des Daches und der Solde (des Hangenden und Liegenden) Lervorgebi'seht, und welche sieh bisweilen in beträchtliche Entfernungen verbreiten, indem sie dasselbe Streichen befolgen. Diese Zusammenziehun- gett. Wohey die Kcimlnifs der Umstände für die Bergleute von greifstem Interesse ist, werden von -selbigen: Rücken (ernns) genannt. Zuweilen sind sie unumschränkt, das Dach und die Solde berühren sieh oder werden nur durch eine Kluft getrennt, und die Steinkohle ist verschwunden; allein meistens bleibt wenigstens ein schwarzer Besieg (trace), welcher die Bergleute führt und ihnen das Flötz jenseits des Rückens wieder finden läfst. Die Steinkohle ist in der ganzen Verbreitung 1) M. Covdier, Journal des MInes , toni. XXVM. pag, 404. 2 JO der Flötze bey weitem nicht rein; sie ist darin gewöhnlich mit einer gröfsern oder kleinem Menge von erdigen Stollen vermengt, weiche die Gute derselben verringert. Fiese Stolle bilden sehr oft einen mehr oder weniger mit Steinkohle geschwängerten Schieferthon ; er enthält bisweilen soviel Steinkohle, dnfs er selbst zum Verbrennen dienen kann; daher der Name Brau dse hi cf er (selusle eombuslilde), welcher ihm von den .Deutschen gegeben worden ist, und den Hrn. Broehant schicklich mit schistc Litinnineux übersetzt lmt, und den W aller! us schislus carbonnrius nannte. Dieser Schiefer findet sieh oft in dünnen blättern vor, die mit denen der Kohle vermengt sind, von welcher er sieh durch einen Ouevbruch von mattem und erdigem Ansehen unterscheidet: bisweilen ist er in kurzen und dicken Blättern von linsenförmiger Gestalt, welche die Kohlenhaucr im nördlichen Frankreich escaiJiages nennen; aufserdem bildet er ganze Schiehlen von mehrevn Zollen Dicke, die in die Steinkohlen- Flötze, welche er also in der .Richtung der Schichtung in zwey oder drey Tlieile llieilt., cingeschohen sind; sonst auch sind noch ganze Steinkohlen - Flölze. und sogar Gebirge davon gebildet: dies ist dev Fall fast in allen Stein- koblengrubcn des Namurselun Landes; der Schiefer haL da wenig Festigkeit, und heilst dort Steinkohlen - j - lr de; so zeigt also der Name ein Gemenge von Erde und Steinkohle an, in welchem die erste dieser Leyden Substanzen ansehnlich vorwaltet. Im Allgemeinen ist der bituminöse Schiefer in den Sleinkohlcngruben sehr häutig und es giebt wenig Stücken Kohle von einer beträchtlichen Gröi'se, welche davon gänzlich befreyt sind. Zuweilen nimmt er viel Kieselerde auf, und geht so- a54 dann in Kieselsehiefer oder lydiscben Stein übel’, indem er immer mit Koldensloir geschwängert bleibt: daher die zahlreichen Stücken dieses Steines, weiclie man in den Betten der, gewisse Steinkohlen - Länder durchschneidenden , Flösse findet. Besonders in den mächtigen Plötzen und den Ausbau cli ungen sind jene Schieler häufig und verringern die Güte der Steinkohlen. Ehen so ist es in den Krümmungen, welche die Flötze oft bilden, sowohl als in der .'Nachbarschaft der Gänge, welche sie durchsetzen: die Steinkohlen - Blätter sind da zerbrochen, mit denen des Schiefers ohne regel- mäfsige Ordnung vermischt, mit Erde vermengt und stellen dar, w r as die Bergleute brouillages (Gc- wirre ) nennen. Die Steinkohle selbst zeigt bisweilen in ihren Flötzen eine Art von Veränderung, welche wir erwähnen müssen. Ihre Festigkeit nimmt ab, ihr Gefüge wird locker, so dafs man nichts weiter als eine pulverarlige Masse, ziemlich dem Ilufse ähnlich, hat, welches Hr. Voigt verleitet hat, aus dieser Art eine Untergattung von Steinkohle, unter dem Namen 11 ufskohle, zu machen. Fis giebt wenig Steinkohlen - Gruben, welche nicht eine gröfsere oder kleinere Menge dergleichen enthalten. Jars berichtet, dafs sich ziemlich beträchtlich viel dergleichen in den Gruben bey Caron in Schottland vorfinden: sie ist dort zwischen den Blättern der Steinkohle, in Gestalt eines sclrwarzcn Ihd- vers, welches die Finger stark Lesehmuzt: die dortigen Arbeiter nennen sie elod eoal (Klinnn- Lohle ). ' In den meisten Steinkohlengrnbcn, welche ich besucht habe, sähe ich häufig, willen in der Steinkohle 12 :n> Kleine Massen von eincsr schwatzen, mallen und dunkeln Anselien uiul einem fasrigeu Gewebe, welche ganz wie ein Stück Holzkohle anssahen, sie verwandelten, sich unter den Fingern in Staub und schienen mir zur Pulverkohle zu gehören, wovon hier die P».ede ist» Diese Substanz, welche man für eine veränderte und zersetzte Steinkohle halten würde, ist jedoch eben so bituminös uaul brennbar, als die von schiefriger Textur: die Schmiede gebrauchen sie; und wahrscheinlich ist es eine wirkliche Steinkohle, welche durch die Wirkung eines besoxidern bey ihrer Formation eingetrctc- nen Umstandes, den Grad der diesem Mineral eigenen Festigkeit nicht wird haben annehmen können; beynahe eben, so, wie wir schon bemerkt haben, dafs gewisse erdige Feldspathe oder Kaoline koineswegss zersetzte Feldspatlie, sondern im Schoofse der Gramle im erdigen Zustande gebildet worden sind. Hr. Giere 1 ) hat diesen Stoff in den Steinkohlengruben bey Esr.hweiler ebenfalls bemerkt, wo er in sehr grosser Menge ist, er hat gefunden, dafs ein Theil als die Pi ufs kohle des lim. Voigt angesehen worden müsse; was den andern festen Tiicii betrifft, bemerkt er mit Hecht, dafs es Werners Holzkohle ist- ich ergreife diese Gelegenheit, zu bemerken, dafs der unwiderlegliche Uebergang, welcher zwischen diesen beyden Arten bcsLeht, mir die Entstehung verdächtig machen würde, die man diesen vermeintlichen fossilen Kuhlen zusclireibl, welche man als Stücken von im Innern der Erde verkohltem IIolz ansieht. Die Steinkohlen-Flötze enthalten übrigens fast keine fremdartige Substanz: die einzige, welche man darin häutig sieht, ist der Eisenkies: er bildet sich in selbigen in sehr dünnen Blattern und gleichsam als ein Anflug zwischen den Blättern der Steinkohle; seltner ist er, als in die Masse einge- slreuete Korner oder Krystaüe und iu sichtbarer Ge- 3) Journal des Mines, tora. XXXVI. ühli stült< Allein eine grofse Anzahl Beobachtungen jYihrcn uti.s zu dein Scldufs, dals darin oft eine ziemlich grnf.se Menge, aber in unsichtbaren 'l'heilen. \orhanden ist; die Steinkohle ist dann gleichsam mit .Kies-Stoff oder SchweiUkms geschwängert. Hauptsächlich in diesen letztem ’L '.stände scheint mir die Zersetzung des Schwefels leicht zu scyn, und entweder die Entbindungen des Wasserstoffgascs, dessen Entzündung, unter dem IVamen L e tii ab ende s Feuer (len grisouj bekannt, die Koldeoliauev so schrecklichen Ereignissen aussetzt; oder jene augenblicklichen Entzündungen gewisser Steinkohlen, wenn sie der Wirkung der Luft und der Feuchtigkeit ausgesetzt, sind; oder jene Hitze, die man in gewissen Gruben erleidet; oder jene unterirdischen jn den Steinkohlen - Ländern so baldigen Brände verursachen zu müssen. Aufser den Kiesen halte ich in den Steinkohlen Idos eitrige dünne Blättchen Kalkstein oder (hiarz gesellen, Sclüefenhon, §, 261. Der Schieferthon ist ei» erdiger, blättriger, sehr mürber Stoff von grauer oder schwarzer Farbe, (wenn er mit Kohlenstoff oder Bitumen geschwängert ist) der sich sehr leicht, besonders im Wasser, spaltet. Sein Korn ist in der Feinheit sehr verschieden: mau hat glatte, sehr mild nnzn- fuhlcnde, mit dem Wasser einen Teig machend» dergleichen Arteu; mit einem Worte, wahre Tö- pferlhone (argiles piastiques); allein meistens nimmt das Korn zu, es ist wie sandartig; der Thon nähert sieh dem Sandsteine der Steinkolileugchirge, und. geht, endlieh ganz in ihn über. Er enthält, in ihrem Maximum von Dünnheit, die verschiedenen Theilc, welche in die Zusammen- 2.^7 Setzung des Steinkohlengehirges gelten, die Steiii- kolile ausgenommen): diese Tlieile, die Trümmer Von früher bestandenen Gesteinen, sind in den Conglomeratcn grofs, in den Sandsteinen klein uml unendlich klein, folglich unsichtbar in den Schie- ferthonen. Uchrigcns sind sie in diesen verscliiede- nen Lagern nicht ganz von gleicher Beschaffenheit: diejenigen, welche von der Zerstörung des Quarzes licrrührcn, und einen gröfsem Umfang behalten, finden sielt hauptsächlich in den Sandsteinen vor , während diejenigen. weiche von dem Feldspa th , der tiornbitndc etc. lierkommen, sieh in Erde nuHösend, in dem Tiione so häufig sind, dafs sie gleichsam die Hauptmasse des Bindemittels vom Sandsteine ausmachen: und der Schieferthon würde Lies dieses, eine mehr oder -weniger beträchtliche IBenge Sand - und unsichtbarer Körner enthaltende, Bindemittel seyn. Fiesemiuich ist der Schiefmhon ein mecli.niisclies Erzeuguifs und könnte nicht dem Thonschiefer gleich geachtet werden, welcher, da er sich mitten unter deu {_■ limmerschiefcm befiiuun , und hios eitle Varietät der- 'se-I-en ausinaolit, ein chemisches Product ist. Gewifs atebt cs ent eine giotse Aelintichkcit zwischen diesen beyden Sah-tanzen; sie ist. bisweilen so, da ('s es uu- Tnöglic 1 ' hl zu sagen, zn welcher von beyden inaii gewnse 'landuucken rechnen soll; allein fcs ist auch nicht welliger wahr, dafs sie wesentlich abtveichen; der tJ; :eischicil ist eben so, wie derjenige, weicher zwischen dem körnigen Quarze und dem Sandsteine bestellt ($. "AcO , und er wird so lanve fortbe'tch. n , als man einen dergleichen zwischen der Auiliijung der Thcilchei! eines Körpers, oder iiire biofse Schwebung in einer Flüssigkeit erkennen wird. Fast immer enthält der Schitferihon, hauptsächlich wenn er sich dem Sandsteine nähert, eine II. Theit. J! ü5S grofse Menge, meistens zwischen seinen Blattern liegender Glimmerscliüppchen. Man sichet darin gewöhnlich auch, Besonders in der Nachbarschaft der Steinkohlen- Flötze, Abdrucke von Farrenkräulern, Scliilfstengeln etc. Sie linden sich in selbigen mit einer solchen Beharrlichkeit vor, dafs sie gewissermaasen characteristisch für den Schiefcithon des Sleinkolilengebirges geworden sind, und ihm den Kamen Schiefer mit Pflanzen - Alldrücken verschafft haben. Er enthält jedoch dergleichen nicht überall; und Bisweilen findet man auf ziemlich Beträchtlichen Sirck- ken keine oder fast keine. Wir werden auf diese Pflanzen-Spuren Bald zurückkommen. Der Thon der Steinkohlen enthält oft viel kohlensaures Eisen; Bisweilen Bleibt es in die Hauptmasse des Gesteins eingestreuet; allein häufig vereinigt es sieh, klumpt sich zusammen und Bildet abgeplattete linsenförmige und mit mehr oder weniger erdigen und kohlenarligen Stollen vermischte Massen. Diese Massen liegen in der Richtung der Schichtung; gewöhnlich hat man mehrere in geringer Entfernung von einander und auf derselben Fläche: Bisweilen Berühren sie sich sogar, verschmelzen in einander und Bilden kleine Schichten von einigen Zollen Dicke. Dieses Erz ist an verschiedenen Orten in gnugsamer Menge, um der Gegenstand einer nützliehen Gewinnung zu seyn: die meisten Eisenschmelzhütteu in England gebrauchen kein anderes; und die Steinkohlengruhen sind für sie eben so gut auch, als Eisen - Kohlengruben J ). i) Oft auch verschafften die Stciukohlengruben den Kalk od*r Fiul'ispath, welcher als Zuschlag dient, de« Stein, a5y Die Eisenwerke bey Gleiwitz in Schlesien beziehen auch einen Tlieil ihres Eisenerzes aus den benachbarten Slcinkohlenwcrken. Ich habe in den Gruben bey Anziu die Thone und hauptsächlich diejenigen, welche die Steinkohle begleiten, eine groise Menge Erz in sehr harten Kernen gesehen, die oft aus kleinen, durch ein mit Kohlenstoff geschwängertes Ibndemiuel zusaminengekiiieten Körnern zusammengesetzt waren: dies sind wahre eisenhaltige Oolitheu (Roggensteine), Wenn der Spatheisenstein der Steinkohlen, besonders mit den jBerühriiugs -Flächen der Schichten, der Wirkung der Luft ausgesetzt wird, so geht er in den Zustand von Rolheisenstein (hydratc de f'er) über: daher nach Hrn. von Gallois 1 ) die zahlreichen Theile und Geoden dieses Minerals, welche man oft auf der OLer - Fläche der Steinkohlen-Gebirge siebet. mit welchem man die Ilohöfen erbauet, und den Sandstein , mit welchem mau das Werk oder die Höhlung bekleidet l) Nachdem dieser geschickte Ingenieur in England Zeuge von dem groben Vortheile gewesen war, den man dort von dem in den Steinkohlen enthaltenen Eisen-Erze ziehet , richtete er seine Aufmerksamkeit auf die in Frankreich, und zeigte, dafs sie auch eine grofse Men"e dergleichen enthielten. Er hat die Beschaffenheit und Umstände der .Lagerung der verschiedenen erhaltenen Exemplare in allen ihren Details untersucht, und indem er die Analysen der lim. Descorils und Berliner benutzte, weiche bestätigten, dafs es mehr oder weniger mit Erde, Sand und Kohle vermischte Spatheiseristeine waren, nannte er dieses Erz ftr Carbonat« lithoide, und in metallurgischer Beziehung nunerai de fer des houillcres (Steinkohlen - Eisenerz) ein ebenfalls sehr schicklicher Name in geoguosdscher Beziehung. Auuaies des Miu es , tom. Hl, R 2 2ÜO Ich habe auch Gelegenheit! gehabt, zu Frnjercs i;i der Haute-Loire, die Berührungsflächen verschiedener Steinkohlen - Schichten , Geoden darstclku sclien. Im Timern der Gruben hat der Sehieferthou eine ziemliche Festigkeit; das Dach der mcislen Weiterungen ist daraus gebildet, und mit Hülfe der Stützen (Pfeiler) erhält er sich lange. Allein, sobald er an die Luft gebracht, dem Einüufs der Elemente und dem Wechsel der Jahreszeiten nus- geselzt wird, zerspaltet er sich aud löst sieh in Erde auf. "Sandstein der Steinkohlen. §. 2G0. Der Sandstein der Steinkohlen ist ein wahrer, aus Körnern voti Quarz, Indischen Steine, und mich Feldspath, sowohl als von Slük- ken Thonschiefer, Glimmerschiefer und andern Trgesleiueu, die durch ein erdiges und grauliches Bindemittel zusauuncngckiUet sind, gebildeter Sandstein (psaniite von Hrn. Broeliniart), der Quarz ist gewöhnlich die vorwaltende Substanz. Die Gröfsc des -Kornes erleidet die gröfsten "Veränderungen. Wir hahen gesehen: dafs ein beständiger Geher- gang eles Steinkohlensandsteines in den Schiofe.r- thon besieht, mul dais letztere Substanz als das erste Glied der bleibe angesehen werden kann, worin die Körner endlich klein sind. Man hat sodann feinkörnige, das Mittel zwischen dem Thonschiefer und dem eigentlichen Sandstein haltende Sandste - ne : diese Art bildet die Hauptmasse des Steinkoh- iengehirges bey Yalenciennes, und einiger andern iheile des nördlichen Frankreichs. IN ach diesen kommt der Sandstein mit gewöhnlichen Körnern, (von der Cröi'su des Ilanfes) welche, die Kohlen-- ’ iiicr von Anzin KureHe nennen; seilen finden sie darin Körner von der Gröfse einer Haselnuis. Allein in andern SIeinkolijengrnben nimmt es dergestalt zu, dafs es oft sehr starke, durcli. ein Hin — (ieinilfel . vereinigte und also ein Conglomerat (poudingue) bildende Gescliiehe sind: ieli habe solche mehrere Moires mächtige und zwischen die hager von gewöhnlichen Sandstein, eingeschobene Schiehlen in den Steinkohlengruhen bev Waldco- burg in Schlesien gesehen, Boy Quimper in Bretagne habe ich ebenfalls Steinkohlen-Flölze beobachtet, die mit einem Conglomerate oder cinerBrocoie begleitet waren, welche Stücke von Glimmerschiefer .und. andern Gesteinen, .deren Gröfse manchmal die eines Kopfes übcrlraf, darstellten,. Das untere Fiiilz des Steinkohlengehirge.s bey Forez, dasjenige, welelics unmittelbar auf dem Urgebirge ruhet, ist an einigen Funden von einer Breecie gebildet, deren Granit-Glimmerschiefer etc. Stücken nach llrn. Baunier oft mehrere cubische Met res Gröise haben, Aach llrn. Giere besteht das.erste Flötz des Sloin- kohlengcbirgcs von Ksch>,veiler bey Aachen ebenfalls in einer Breecie oder einem Conglomerate, welches aus Quarzmassen von, bis zur Gröise einiger cubischen Fufse besteht, die durch eine, mit ein wenig Thon vermischte Kicselerdmasse zusam- mengekittet ist. Der Sandstein der Steinkohlen enthält fast immer eine grofsc Menge Glimmer: dieses Mineral ist besonders in den feinkörnigen Sandsteinen häufig und wenn man das Gestein zerschlägt, so siebet man die Oberfläche seiner Blätter mit einer Menge Glimmerschüppcben bedeckt; daher der IVunc Gl.i m m er - S and stei n, welcher ihm von einigen Schriftstellern gegeben worden. I)a dieser bläu- 262 rigc, feinkörnige und mit Glimmer angefullte Sandstein wenig Festigkeit hat, so nennen die Deutschen ihn mürhcn Sandstein. Je mehr der Kohlunsandstein sich dem Scliie- ferthone nähert, enthält er eine desto greisere Menge Pflanzen-Abdrücke und desto bessere Umrisse haben sie. Es ist ziemlich selten, dals man dergleichen in dem eigentlichen Sandsteine findet, und die, welche darin sind, gehören last immer zu den Schilfen, wobey sie ziemlich oft die cylin- drische Gestalt behalten haben, wie wir weiter unten erwähnen werden. Zufällige Lager. §. 260. Die Gesteine, welche man bisweilen und zufällig in Lagern in den Stuinko Illengebirgen findet, sind: 1) D^r Kalkstein. A11 den Orten, w'o er diese Gebirge bedeckt, wechseln ihre Lager bisweilen in der Aähe der Aullagerung, so w'ie man es in den Gegenden von Alais siebet. Einen ähnlichen Wechsel bemerkt man in PVorlhuraberland auf einer grofsen Strecke zwischen den Flötzen des Sleinkohlengebirges und den darunter liegenden Plötzen des Kalksteingebirges (mountain -limestone). Man bemerkt, dafs diese Zwischenlage des Kalksteines hauptsächlich auf den Gränzen der Gebirge statt findet, und in diesen Theilcn die Steinkohle von geringerer Beschaffenheit ist. Bisweilen haben die Thonschiefer-Lager so viel kohlensauren Kalk aufgenommen , dafs sie M ergel und manchmal sogar wahre , ziemlich verbreitete Räume einnehmende, Kalksteine werden. 2) Einen sehr verhärteten Thon, welcher einige Körner von Quarz oder eines andern Mi- nerals enthält, uiul das Ansehen eines Porphyrs hat; wodurch er vom Hrn. Brogniart Ps e udo po r- phyr und Mimoporphyr genannt worden. Wir werden weiter unten von den wirklichen Porphyren sprechen, welche die Steinkohlen begleiten. 5 ) Steinkohleneisenstein (fer carbonat e litho'ide). Wir haben dieses Mineral sehr häufig 'Massen oder grofse abgeplattete Nieren, und sogar kleine Lager in dem Schieferthone bilden gesehen. Ilr. von Gallois bemerkt, dafs wenn sie nur einige Zoll mächtig sind, so befinden sich mehrere derselben übereinander; so bat er in einem Raum von sieben Fufs Höhe zehn dergleichen gesehen, welche zusammen eine Mächtigkeit von 27 Zollen ausmachten. Die beträchtlichste, welche er in den Steinkohlengruben Englands beobachtet hat, war nur 10 Zoll mächtig. 4 ) Ein schwärzlicher Trapp. Ilr. Bergwerks -lnspector Duhamel hat in dem ^Steinkolilen- gebirge von Noyaut ein schwarzes Gestein gefunden, v'eich es er Trapp genannt hat: es ist hart, schmilzt zu einem schwarzen Email und ist also ein Aphanit. Die Herren Puvis und Berthicr, welche es in seiner Lagerung gut beobachteten, haben sich überzeugt, dafs es mit den Steinkohlen-Flötzen wechselte, allein sie haben an ihm nichts gesehen, w'as ihm eine vulkanische Entstehung geben, könnte und haben die Meinung getheilt, die Hr. Duhamel deshalb geäufsert hatte. Hr. Bcrthier hat selbst bey Figeac ein ähnliches dem Steinkohlengebirge untergeordnetes Gestein bemerkt, und einiger Analogien mit dem Basalt, der von den'Hrn. Cordier und Gardin, aufgesteliten entgegengesetzten Meinung ohngeachlet, hat er in ihm kein vulkanisches Pro- üb t «Tuet gefunden, und. kann cs nicht finden *). Herr lamc.son hat in Schottland in dem Stcinkohlengebir- ge melirere Met res mächtige Lager eines sieh dem Basalt nähernden Aphardis gesellen, welcher vielleicht wirklich Basalt war, denn er enthielt Augit- und Olivin-Krystalle oder Körner. 5 ) Derselbe Geognost liat dort auch ein zum Theü ans Graphit und 7 . 11 m Theil aus Anthraeit (Glanzkohle) bestandenes Lager beobachtet: beyde waren in kleine Prismen abgesondert. z ). C) 1 Ir. Mnc-Gnllocli sagt: dafs die Flritze von Kirl,;ddy, welelie Zu dem Sleinkohlengcbirgc gehören , Plötze eines höchst krystaliinisehen und durchscheinenden Quarzes enthalten, welehe mit der Steinkohle und einem Muscheikalkslein wechseln 1 2 3 ), Ist dies wohl ein Steinkohiengebirge ? Ist es wohl ein Quarz und nicht ein iiufsersL feinkörniger Sandstein ? Sind es Lager c.ud nicht Gänge? Einrichtung dev Flölze in den Steinkohlen, Gebirgen. §. u64. Die Lager von Steinkohle, Schieferthon und Sandstein, die Bestandthcile des Stein- keddengebirges, wechseln auf verschiedene Arten und mehrere Male mit einander ab. Die Steinkohlen-Klötze sind dort die am avc- nigstcii zahlreichen, oh sie schon gewissermaafsen das Gebirge churaclcri.sircn, und ihm die Benennung Avelehe es führt, gehen: jedoch herrschen an einigen Orten, Avie zu Anzin, die Scliicferlhone oder 1) Annales des IVIines, tom. III. 2) Ile. Iameson, Mineralogical description of the comitry of Itnm tiies. 5'/ Iransacuous of the geological sociely, um), II, pag. ,-j56. 52 6 5 vielmehr die Zwiscliengestcine, zwischen diesen Thonet) und. Sandsteinen vor. Die Gongiomeral- und. Breccieu-Lager finden sich nur an einigen Orlen ■vor, und meistens bilden sic da nur besondere Schichten, welche sich in dem Systeme nicht mehr als die andern wiederholen. Die .Lagerangsfolge dieser verschiedenen Flöz- ze hat nichts Beständiges. Jedoch hat man an einigen Orten bemerkt, dafs die Steinkohlen - Fiölze zwischen denen des Schiefers begreifen sind; dafs sodann, wenn sich die Steinkohlen von dem brennbaren Zustande entfernen, das Koni des Thones nach und nach gröfser wird, und den gewöhnlichen Sandstein bildet: übrigens hat man gefunden, dafs letzteres Gestein öfterer die Sohle (das J.liegende) der Steinkohlen, und der Schieferlhon das Dach (das Hangende) derselben austnachte. Allein eine ziemlich allgemeine Bemerkung ist, dafs der Schieferlhon das Hangende bildet: unmittelbar über der Steinkohle ist er schwarz und mit Kohlenstoß' vermengt ; er fuhrt Pflanzen - Abdrücke: allein je weiter man hinaufgclit, nehmen der Kohlen - Slolf und die Bilanzen - Abdrücke ab, das Korn wird gröfser, und man hat Sandstein; übrigens ist auch dieses nicht ohne Ausnahme; so habe icli zum' Beyspiel zu Atizin die Steinkohle ziemlich undeutlich von dein Sandstein oder r .Lhon bedeckt gesehen. • In melirern Steinkohlengruben befinden sich die Steinkohlen- und Gestein - Fl öl/.e mehrere Ala- lc nach einander in einerley Ordnung, und mit einer fast gleichen Dicke; welches eine sehr merkwürdige Zeitfolge darstellt. Die Anzahl der Steinkohl«n Flö' &e, welche sich in einer Gegend über einander beuuden, ist oft 266 sein- beträchtlich. Zu An/.in durchschneidet ein Stollen, von weniger als lausend Metres Länge, mehr als fünfzig kleine oder grofse Flötze; zu Lüttich hat man, nach dem Bericht von Gennete ein und sechszig über einander erkannt: das Gebirge von Duttweiler bey Saarbrücken allein enthält zwey und dreyfsig dergleichen; in dem kleinen Steinkohlen - Kessel bey Eschweiler hat man, sagt Hr. Giere, sechs und vierzig gut erkannte dergleichen, ohne eine grofse Menge andere kleinere zu rechnen, deren geringe Wichtigkeit nicht erlaubt hat, ihnen Namen anzuweisen; zu Newcastle durchsetzt der Schacht von Killingworth von zweyliundert und zehn Metres Tiefe, fünf und zwanzig Flötze. Die Sandstein- und Schieferthon-Flölze sind in viel grösserer Anzahl. Ehe wir diesen Paragraph schliefsen, wollen wir die Gleichförmigkeit, aller Steinkohlen - Gebirge, sowohl in der Beschaffenheit, als der Einrichtung der zusammensetzenden Substanzen bemerkbar macheu. In den zahlreichen Bauen Englands , Frankreichs, Deutschlands, der vereinigten- amerikanischen Staaten, etc. ist es immer dieselbe Steinkohle mit allen ihren Eigenschaften, derselbe bituminöse Schiefer, derselbe Schieferthon mit demselben Eisen - Erze , derselbe Sandstein mit seinen Nebengesteine, dieselben Pflanzen - Abdrücke, und es ist nichts anders. Es sind auch dieselben Umstände in der Form, dem Streichen und der gegenscili- tigen Einrichtung der Flötze. Schichtung. §. - j 65 . Die Steinkohlen - Gebirge können nicht ausgezeichneter geschichtet seyn. Ihre verschiedenen Flötze sind nicht allein durch 267 die Schichtungs-Klüfte von einander abgesondert, sondern auch jede derselben durch andere mit den erstem parallel laufende Klüfte in Schichten ge- theilt. Die Steinkohle wird übrigens noch durch andere auf den ersten und unter sich fast senkrechte Klüfte durchsetzt, welche also ihre Masse in cubi- sche oder rhomboidaliscbe Stücken theilen. Wir haben schon (§. n5) von dieser Absonderung gesprochen, welche wahrscheinlich die Wirkung des Rücktritts ist, den die Steinkohle, als sie-von dem weichen in den festen Zustand überging, genommen bat. Die Schichtung der Steinkohlen-Gebirge zeigt sehr bemerkenswürdige Umstände und Abweichungen. Ein sehr grofser■ Theil dieser Gebirge, wie wir weiter unten erwähnen werden, hat sich in den Thälern, am Fufs und auf den Abfällen der Urgc- birge, abgesetzt; sie haben sich über diese Tiefen und Abfälle ergossen und an allen ihren, Unebenheiten Theil genommen: daher die ganzgebogene Gestalt, welche gewisse Steinkohlen -Flötze darstellen ; daher ihr paralleles Streichen mit dem der Ufer des Bassins, welcher sie enthält, und dessen Krümmungen sie folgen; daher ihr grofses Fallen gegen den Hang eines steilen Thaies; sie nähern sich der horizontalen Lage und gefangen zu selbiger in der Mitte des Thaies, um sich wieder zu erheben und in umgekehrter Richtung einzufallen, indem sie gegen den andern Hang zu aufsteigen. Hr. Oberbergwerks-Inspector Duhamel hatte nach seinem von der Academie der Wissenschaften gekrönten Memoire sur les hoitilles (Abhandlung über die Steinkohlen), jene Thatsachen sehr gut ge- 208 sehen und erklärt Sic sind dem llrn. Ingenieur Beatmter, als er'die Steinkohlen- Flötzc bey Forez im Detail aufnahm, ebenfalls aufgefallen. „An den „zahlreichen Pu«den, sagt er, wo man die unmit- „teibarc Auflagerung des Slcinkoblengcbirgcs auf „das Urgebirge erkennen kann, -siebet man erster» „sehr rein, alle durch die Erhabenheit des zweyten „gebotene Krümmungen nehmen, - ohne dafs eine ,,Auflösung des Zusammenhanges und ein Bruch in „den Plötzen Statt hudel.“ Dieser Mineraiog ziehet aus diesen Beobachtungen verschiedene geologische Folgerungen von grofsem Interesse; so wie zum Boysjriel , dafs „die Steinkohlen - Plötze jetzt noch in devselheu Page sind, als zu der Zeit, wo sie sieb auf das Urgebirge lagerten: und folglich weder Umstürze noch Umwälzungen sie umgekehrt mul in die geneigte Lage, welche sie auf einigen Puncten darstelleu, versetzt haben,“ und hat deshalb die wichtige Bemerkung „gemacht, dafs „wenn sie stark einlalleu, es allgemein gesehiehet, dafs ihre Mächtigkeit in der Tiefe zimimmt, ein Effect, der demjenigen ähnlich ist, „wenn Stoße auf mehr oder weniger geneigten Flächen als Böschung abgelagert werden 2 ).“ Das, was für die Sleiukohlen-Flölze bey Forez, und eine grofse Anzahl anderer gilt, kann nicht allgemein gemacht werden, und es ist ausgemacht, dafs die Neigung mehrerer Plötze oder Tlieile von Plötzen die Wirkung einer Umkehrung nach der Ablagerung ist. I) Journal ries Mincs, ho. S, S) Arm,des des Mincs, t.'om, T. Ich rühre ein Beyspicl an, was ich Gelegenheit haue zu beobachten-, es ist von eien so sonderbar gebogenen Auziu’scheu Plötzen, bey Valencicnucs genommen. Um uns einen Begriff von ihrer Foun und Einrichtung zu machen, wollen wir Euuclimeu, ein Ilülz falle nach Süden, mit einer Neigung von ein; in einer gewissen Tiefe in zweyhlindert Melles, zum Bey.spiel , biege cs sich und sLeiee nach Norden auf, indem es mit dem Horizonte einen Winkel von i",° macht; und am Ende von rpo Melres biege es sieb wieder und so, dafs es von Neuem um 75° nach Süden cinfnlit; so wird es bey nahe die Gestalt eines N bilden. Man slello sich nun eine gt-ofse Anzahl van Steinkohlen - Sandstein - und Thonilötzeii, alle von einerley Gestalt, in einander gefügt, 11ml also ein ungeheures l’akel von einer halben Meile Breite, und mehrere Meilen Länge bildend.vor; und man wird einen ziemlich genauen Begriff von dem System der I’iötze haben, in welchem die schonen Baue von Anzin sind. In den Biegungen sind die Steinkohlen-Plötze meistens gebrochen, ihre Blatter sind mit denen des Gesteins vermengt; allein In. .weilen ist auch die Krümmung sehr abgerundet und ohne den mindesten Bruch; so habe ich Gelegenheit gehabt, sehr deutlich zu bemerken, d.tfs ein ITötz von fast zwey Fuf* Mächtigkeit sich dergestalt bog, dafs*es eine seit?- re- getmafsige, einen Bogen von olitigcfabr hundert Grad bey einem Halbmesser von drey Merres, bildende Krümmung darstellte, alle Blätter der Steinkohle folgten dieser Krümmung, indem sie einen vollkommenen Paral- Iclisntus mit den Saaibaudeu behielten, und eben so war es mit den Gestein - Schichten, welche im Hangenden und Liegenden waren *), Die Sleiukob- lcngritben in den Gegenden von Alous und mehrerer anderer Orte zeigen Biegungen von gleicher Art. Mau sehe darüber und über die verschiedenen Formell, welche die Steinkohlen-Flüiz.0 amtelimen , das schone Werk von Herrn Ileron de Villel’osse , De la richesse minerale 1) Journal des JVtlncs: tont. XVIIL 270 (Von dem Mineral - Reichthum) besonders die Kupfena- feln 25 und 26 des Atlafses. Was kann die Ursache dieser so verbreiteten, so ausserordentlichen, ich kann sagar sagen, so sonderbaren Biegungen scyn? Wir bemerken zuerst, dafs ihrer Gestalt nach, das Thon- oder Sandstein - Flötz, welches das Hangende eines Steinkohlen - Flötzes oder eines seiner Theile ausmaeht, ihm ein wenig weiter, zum Liegenden dient; und dafs folglich, wenn die Biegungen von ursprünglicher Bildung waren, das unmittelbar nach dem Steinkohlen-Flötz abgelagerte Sandstein-Flötz , daselbst zum Theil darüber , zum Tbeil darunter liegen würde welches schlechterdings unmöglich ist, besonders wenn von einem mechanischen Absatz, so wie beym Sandstein, die Rede ist, L)a keine Lagen - Veränderung in dem Stcin- kolilengebirge in seinem Ganzen genommen, einen Fall darstellen kann, in welchem dann Sandstein - Flötze ganz auf das Kohlen - Flötz gelagert wären, so lnnfs man höchst noiliwendig annelimen, dafs die Form der Flöz- ze von einer mechanischen Ursache herrührt, welche nach ihrer Formation, aber vor ihrem gänzlichen Festwerden gewirkt hat, weil die Flötze an mehrern Orten sehr abgerundete Krümmungen ohne Bruch darstellen , so wie wir schon bemerkt haben. Der ilr. General - Bergwerks - Inspector Gillet de Lau- mont glaubt, dafs die kaum abgelagerten und noch weichen Flötze , auf den geneigten Flächen, welche sie trugen, in ihrem Ganzen abgegleitet sind; dafs ein Hin- detnifs an ihren untern Theile oder ein plötzlicher Druck an ihrem obern Theilen, denselben eine grüfsere Geschwindigkeit nehmen lieTs und ihn also cenöthfoc hat, sich über den andern 211 biegen ; die verschiedenen. Widerstande and Unebenheiten des Hudens, auf welchem die Abtheilung geschehen ist, werden sodann die verschiedenen besondern Zufälle erzeugt haben, welche die Biegungen darstcllen. Was die Ursachen des Abgleitens betriflt, so siebet sie Ilr. Giiiet zuxn Theil in dem Druck der schon gebildeten Flötze, zum Theil in dem Rücktritt der Gewässer, in deren Sckoofs die Formation 271 nur erst ges&hehen war *). Obschon diese eben so einfache als natürliche Hypothese auf eine sehr befriedigende Art verschiedene Biegungen der Mineral-Lager erklärt, so scheinen hier doch die unennefsliche Ausdehnung der Flütze und Biegungen, die Beschaffenheit der Substanzen, der gelinge Zusammenhang einiger derselben, welcher sie verhindern mufste, ein zusammenhängendes Ganze etc, herzusteüen, viel Einwürfe gegen die Meinung von einer besonder« Abgleitung zu verschaffen. Gänge, §, 266. Unter den Zufälligkeiten, welche die Steinkohlengebirge darhieten, müssen wir auch der Klüfte erwähnen , welche sie so häufig durchsetzen, und der Bildung fast immer das I/insenken eines der Theile des durch sie abgesonderten Gebirges veranlafst hat; so dafs wem» der Bergmann, auf dem nicht eingesenkten Theile einer Schicht gehend, an die Kluft kommt, er auf derselben Linie den andern Theil nicht mehr findet; er ist "ein, zwey, drey etc. Mel res tiefer, je nachdem das Einsinken, ein, zwey, drey etc. Met res gewesen ist. Meistens sind jene Klüfte mit Stücken Sandstein und anderer das Steinkohlen - Gebirge ausmachender Substanzen ausgefüllt, und nehmen sodann den Ra men Gänge (failles oder harrages) an; ihre Gröfsc ist oft sehr beträchtlich : man hat dergleichen gesehen, welche mehr als hundert Metres Dik- ke hatten. Bisweilen sind die Steinkohlen-Plötze nicht aus ihrer Lage gebracht, allein die anliegenden Theile der Gänge sind alle verdreht und gleichsam zerbrochen. Man siebet ein, wie sehr die 1) Journal des lYTines, tom. IX. Krnnlnifs dieser Gänge, weiche in Räumen von geringer GrdL’se oft sehr zahlreich sind, mul daselbst in den Schichten eine grofse Anzahl Ausladungen und Verwerfungen verursachen, so wie die Ketint- uifs der Rücken , (crains) und Gevicre . (bronillagcs) die Bergleute inlcrossirt: diese verschiedenen Zufälligkeiten sind auch der besondere Gegenstand ihrer Studien gewesen, und die sie betreffenden nähern Cmständegehdren in die Abhandlungen über dieBerg- haukunsl; man kann auch deshalb das schon angeführte Memoire des Ilm, Duhamel und die XX.\ ii. K.mderlafel des Atlas de la Biohesse minerale, uadi- sehen. Basalt - BykeS, §. 2G7. Die Steinkohlen-Gebirge, besonders in England und Schottland, sind bisweilen mit greisen Gängen oder Dykes, von .basaltischer Beschaffenheit durchsetzt. Zn Newcastle sind sie sehr zahlreich und - ihre Grölse ist inauchmnhl ungeheuer ; sie verbreiten sich einige Meilen weit, und haben bis zu zehn, zwanzig und sogar fünfzig MetresMächtigkeit. Ihre Masse ist schwärzlich - grün, dicht und ziemlich oft mandelstemarlig. In der Isdihc ist die Steinkohle gekohlt, sie hat eine graue Farbe und stengc- liclie Struclur angenommen, der Schwefelkies hat sieh suhlimirt. und die Sandsteine haben eine beträchtliche Härte erlangt; diese Veränderung erstreckt sich einige Metres weil, sie geht an einigen Puncten bis auf fünf und zwanzig. Oft bestehen diese Gänge gleichsam aus zweveu Theiien, die durch einen Raum von einigen Metres abgesondert sind, welcher mit den das Steinkohlen - Gebirge zusammensetzenden, aber mehr oder weniger veränderten, Substanzen ungefüllt sind, ln einem von sei- Ingen hat Mia» Bleiglauz gefunden; bisweilen sind die beydru Theile einer Schicht auf Leyden Seiten des Ganges in demselben Niveau; allein sonst ist der Niveau - Unterschied sehr grofs, er ist Lev einem Dyke in iSordliumLeriaiul sehr grofs, welcher freylich der beträchtlichste in dem Lande ist. Mau Lat bemerkt, und cs ist ziemlich merkwürdig, dais die Oberfläche des Lodens immer ein Niveau der uuf ersten FJölze ist: ein neuer Beweis, sagt der Beschreib«* dieser Sleinkoh Iemverke *), von der Macht, der Kräfte, welche die Oberfläche der Erde zerstören und die Stücken derselben zerstreuen. Es- ist sehr möglich, dais einige der Trappla- ger, -welche man ihr einen Theii der Steinkolilen- gebirge liält, nur Gänge seyen; so glaubte iierr Ai kin, welcher in den Graben von Slatlbrdshire, eine Trapp- (wltin-) 'Masse, beobaclitcio, die dem Anscheine nach ein eingeschobenes Flotz war, dafs sie blos ein Zweig einer grolsen anliegenden Trapp- Masse wäre, weiche da eine Kluft ausgefüllt Latte. Dieser Gelehrte siebet sie als einen sehr feinkörnigen Grünstem, oder mit Kalkstolx geschwängerten Aplianit an; unterdessen ist die Steinkohle in ihrer Nähe auch von Bitumen enlblöfst, und ist dem Coak ähnlich, Fossilien,. §. 261h Milten unter den unermefsliclien Plhm- Zcn-Produclen, welche die Steinkohlen - Gebirge darslelhn. ist es ziemlich merkwürdig, in selbigen so wenig vom Tliierrciche zu linden; sie sind d« 1) Ilr. Winclx On the geology of Nortluimbeiland , and Duibaln, II. Theii, S scliv sehen, mul die geringe Anzahl von Muscheln, welche man darin gesehen hat, sind hluf'smuscheln. Man hat einige dergleichen in den Gruben von Aewcastle, und an andern Orten Englands gefunden, welche Süfswasser-Muscheln gleichen; sie sind häufiger in den Eisenstein- als in den Thonstein- Flötzen. Alle INaturforscher, welche die grofsen Steinkohlenwerke in Flandern, Lüttich und Aachen beobachtet haben, sind über die gänzliche Abwesenheit der Muscheln verwundert gewesen, -welche Körper in den umgehenden Gebirgen doch so häufig sind. Icdoch stellen sich auch hier Ausnahmen dar, und Herr Yoigt besitzt ein, freilich einziges, Exemplar von Schieferthon, auf welchem man einige kleine Tellinilen und Musoulilen sichet. Herr von Sehlolheim hat ebenfalls Stücken dieser letztem Muscheln in den Steinkohlen - Ländern llothemluirg und Suhl bemerkt, wo er auch Familienweise My- tnlilen gefunden hat, die er folglich mylulilcs car- Lonarii genannt hat; sonst giebl es nicht die mindeste Spur von Seethiereu 5 und er bemerkt noch, dals jene Mytulileu und Musouliten Flufswassermu- sclieln seyn könnten. Die erkennbaren Spuren des Pflanzenreichs sind viel zahlreicher. Die Pflanzen-Abdrücke sind in einer grofsen Anzahl von Schieferthon-Flötzen häufig, und ich habe noch keine grofse Steinkohlen- Gruhe gesehen, in welcher sie sicli nicht gefunden hätten. Sie gehören zu Monocotyledonen, hauptsächlich Wasserpflanzen, so wie zu grofsen Arten von Schilfen oder Bambusrohren: man siebet darin übrigens eine sehr grofse Menge von Farrcn- kraut-Blättern. Die Botaniker haben die Gattungen noch niehji bestimmt, zu welchen diese Pflanzen ge- hören; und einige glauben, dafs sie unsern Clirna- ten fremd sind, und mehr Aelmliclikeit mit denen haben, welche in den Aequinoctial - Gegenden besonders in Indien wachsen. Alan führt unter diesen Steinkohlen-Pflanzen Arten Von lyCopodiuin, polypoditun eipiisetum, euphorbia, casuarina etc. auf. Alan •erwähnt sogar Abdrucke von Stengeln und Früchten von Palmen. So zahlreich auch die Spuren dieser Gewächse in den Steinkohlen - Gebirgern sind, so sind sie doch aufserst seiten in den Steinkohlen-Flötzen seihst: wahrscheinlich haben die Kräfte, Welche die Pflanzen in Steinkohle verwandelten, die gänzliche Zersetzung derselben bewirkt. In dem Schiefertbon« und besonders in dem Theile, Welcher der Kohle zunächst liegt, sind sie häufig; ihre gewöhnlichen Spuren sind Blätter oder platte Stämme, die zwischen den Scliie.ferlbon - Blättern liegen, wo sie manchmal in Kohle verwandelt sind; allein sonst sind die Schilfe, besonders wenn sie von einem gro- fsen Durchmesser sind, gerade und mit demselben Thon und Sandstein, weicher sie umgiebt, ungefüllt. Ich kenne keine interessantere Thatsache dieser Art, als diejenige, welche ich selbst irn Jahre l.^oi in Sachsen beoüacluet und welche ich schon in dem Journal des lYliues (torn. XXVII. p. 43 ) dargestellt habe. „Wenn man von der kleinen Stadt Hänichen zu den Steinkohleiigruben in der Nähe geht, führt der Weg vor einem grolseu Sandstein - Bruche vorbey, weichereinen senkrechten Durchschnitt darstellt. An diesem Durchschnitt habe ich. gleichsam vier oder fünf senkrechte Baumstämme von 9 bis 12 Zo LI Durchmesser und fünf bis sechs Fufs Länge, das, was noch in dem Sandsteine vergraben ist, nicht mit begriffen, gesehen; sie sind einige S 2 z 71> IVIetves von einander, und ilira senkrechte Lage sowuiil als ihr Parallelismus scheint auziizeigen , dafs sie wirklich noch an Ort mul Stelle und daselbst von dein Sandsteine, welcher sich nach ihrem Daseyn abgesetzt hat, umschlossen worden sind. An einem Otle sichet mau in dem Gestein blos die Höhlung, welche ehedem von einem Stamme ein genommen war ; in den andern ist der Stamm noch vorhanden, seine Erhabenheit ist liervorstehend, und es ist von dem. Gewächs nur noch die Rinde übrig, welche in eine schwache Schicht Steinkohle oder mineralisches Bitumen verwandelt ist; die Masse des Stammes ist genau von demselben Sandsteine, als die des Steinbruches zusammengesetzt. Diese Formen, die geringe Dicke der Rinde, die Knoten, -weiche selbige darslellt, alles llifst glauben, dals diese Manzen grolse hohle Schilfrohre waren, und der Sandstein , indem er sich nach und nach und in horizontalen Absätzen ablagerte, sie, je nachdem er sie um- schlofs, ausgefüllt haben wird. Werner hat an demselben Orte Schilfstengel von zwey Fufs Durchmesser, gerade und mehrere Sandstein - Schichten durchsetzend, gesehen J diese starken Manzen, fügt er hinzu , sind in ihrer ursprünglichen Lage geblieben, wahrend die schwachem sov.-ohl, als die Blätter sich gelegt, vielleicht in der Flüssigkeit geschwommen haben, und in dieser söhligen Lage von dem Scliicforthone eingescblos. sen worden sind , auf welchem' sie die Abdrücke gelassen haben, die man zwischen den Blättern siebet. IIr. Voigt, weicher jene grofsen Schilfstengel bey Hainichen ebenfalls beobachtet hat, glaubt auch, dafs sie von dem Sanihteine zu der Zeit ausgefüllt worden sind, wo jene Subsunz sich abgelagert hat. Hr. von Gallois hat mit der eben berichteten ähnliche Thatsachcn in den Steinkohlcngraben des Forez gesehen. Man fahrt auch oft Hölzer und Stämme von wirklichen Bäumen an, die man in den Sleinkohlen- grLiben gefunden hat; allein die meisten dieser Thatsachen können in Zweifel gezogen werden; die Schriftsteller, welche sic berichten, unterscheiden die .Steinkohlen nicht hinlänglich von Jen Braunkohlen. Ks gicht jedoch Hölzer in den Steinkohlen-Gebir- gen und ITr. Voigt, welcher die unterscheidenden Kennzeichen dieser Gebirge gut aufgestellt hat. erwähnt einige mehr als zwanzig Pfund wiegende Stücken, die aus den Steinkohlengruben licv G;.m~ merherg gezogen worden, und die er seihst Besitz’. Das Journal de Mincs (Ko. 11. pag. 07.) fuhrt auch versteinerte, mit Steinkohle umgebene und von dieser Substanz durchdrungene, Baumstämme an, welche man aus den Steinkohlengruben Lev Si. Elionno gezogen hat. Jlr. 'Wineh spricht auch von mineralisirlcn, in den Steinkohlengruben hey Aew-, castle, gefundenen Bäumen. Von tlcv Fiiilsteluing der Steinkohlen, §. 269. lenes beständige Vorkommen derUchcr- rcste von Gewächsen in den Steinkohlen; die Analogie zwischen tlen zusammensetzenden Grundstoffen der Bilanzen und Steinkohlen, welche Grundstoffe, in den einen so wie in den andern, ausgemacht nur Kohlenstoff, Wasserstoff und bisweilen ein wenig Stickstoff sind; die Unmöglichkeit in der wir uns befinden, indem wir durch Folgerung sclilicfsen, dem Bitumen, oder oeligcn und harzigen Stollen einen mineralischen Ursprung zuzu- sehveiben, welche Stolle in die Zusammensetzung der Steinkohlen ein gehen, und von deneu wir wissen, dafs sie in den organischen Wesen in Meng« sind; diu V erwandlungen des Holzes, welche wir, so zu sagen, läglich und unter unsern Augen in dem Sehoofs der Erde in einem Körper (die Pechkohle) geschehen sehen, welcher grofsc Aelmüchkt it hesmt- - 7 « ders in seiner Zusammensetzung mit der Sicinkolde hat; die fast deutJiche Verwandlung der in dein Schieferl hone enthaltenen Schilfe etc. in jene Substanz: alle diese Thalsachcn können nur dahin führen, den Steinkohlen eine Entstehung von Gewächsen zuzuschreiben, und zu denken , dals grofse Haufen versunkener Pflanzen sie erzeugt halten: dies ist. die allgemeine Meinung der Waturkundigen und C.herniker J ). So zahlreich und stark auch die Einwürfe sevn mögen, welche man gegen diese Entstehungsart machen kann, so scheint es. mir doch schwierig, sie nicht anzunehmen. Wenn man jene vorhin erwähnten, mit Sandstein ausgefüllleu und umgebenen Schilfstengel siebet, deren schwache, nur eine halbe Linie Dicke habende, Rinde in eine wirkliche Steinkohle verwandelt ist, so ist hier unmöglich ihre Entstehung durch Gewächse in Zweifel zu ziehen. Eben so ist es mit den Abdrücken, welche man ziemlich häufig in dem Sc.hieferthone ganz in dem Zustande von Erdkolde findet. Wenn i) Hr. Proust schliefst aus den chemischen Beobachtungen über die Steinkohlen, dafs ihr Stoff organischen Wesen allgehörte; und nachdem er bemerkt hat, dafs sie eine grüfsere Menge Kohlenstoff und Bitumen, als unsere Gewächse liefern, sagt er: „Wenn sie von den uusern „ähnlichen Erzeugnissen abstammen, so hat das Versinken nicht allein alle Zeichen der Organisation verbuchtet, sondern auch die Grundstoffe derselben ver- ,.le*n. um sie umzuarbeiten, unizuschnie'zen und da- „mit jene fossilen Massen zusammenzusetzen.“ Journal de pbysiejue , lom. LX1I1. Oie folgende Anmerkung (S- 281) enlhält Ilrn. Ilatt- cliet’s, des Chemikers, Meinung, welcher sich am meisten mit der Entstehung der Steinkohlen beschäftigt hat. 279 man in 5 Myriametres *) lang und einen Myriamelre breit, ■welcher das nördliche Frankreich in der Richtung von W. | S-W. nach O J N-O. dut'ch.schueidet, und wo die Baue von Aniclie, Anzin bey Valenciennes, Fresne, Conde, Mons, Charleroi, .INamur, Lüttich, Rolduc und Escliweiler bey Aachen sind, liegen: sie liefern jährlich mehr als 55o Millionen Myriagram- men (co Millionen Centner) Steinkohlen, die mehr als 5o Millionen Francs wcrth sind, und beschäftigen 55ooo Bergleute: die Flötze haben dort ein mit dem Zuge paralleles Streichen; sic sind darin überall von gleicher Beschaffenheit, mit denselben Sandsteinen und Sehiefcrthonen begleitet; sie stellen ähnliche Biegungen dar, und alles zeigt an, dafs es nur Theile eines und desselben Ganzen sind, welches sich sogar über den Rhein bis nach Osnabrück erstreckte. Unabhängig von diesen Stein- kohlengrubeu besitzt Frankreich noch im nördlichen Theile die von Saarbrück, von Hardingen in Artois und von Litry in der Normandie; in der Milte, die von Montrelais in Anjou, von Noyant und Fins in Bourbonnais, von Decize in Nivcruois, dem Creusot in Bourgogne, von Boncliamps in Branche - Comte , von Rives - de - Gier und St. Etienne in Forez, die von Brassac in Auvergne und die von Argcnlac und Paus in Limousin; im süd- *) Ein Myriamene ist ~ ioooq Melres = 3077 ,),4 f Paris* Fuls = cj fraiizüs. Meile. 287 liehen Th eile, die von Aubin und Cransac in Ilouergue und die 'von Carmeaux, von Bedarrieux und Alais in Languedoc: ohne einige andere von geringerer Wichtigkeit zu rechnen *). England ist vielleicht die Gegend der Welt, wo die Steinkohle sich in gröbster Menge vor Godet, oder wenigstens geLnuet wird: dieser Staat verdankt einen Thcil seiner Industrie diesem brennbaren Foto! , welches übrigens für einen grofsen Theil seiner Bewohner zur Feuerung gebraucht wird. Kur allein die Baue in den Gegenden von Kewcastle in North umberlaud, welche freylich die schönsten und reichsten sind, welche man kennt, liefern jährlich nach Hrn. Winch 72 Millionen Gentner, 2o55ooo Londner Chalderons. Man ziehet auch grofse Erzeugnisse aus den SLeinkohlengruben von White- haven, Glamorgan etc. Schottland enthält wichtige Baue in den Umgebungen von Edimbourg, Glasgow etc. Hr. Berg-Divisions-Inspector Ileron de \iilefosse schätzt in seinem Traile de la richesse minerale das Product aller Stuiukohleu - Gruben von Grofsbrilannien auf i 5 o Millionen Gentner, und sagt, dafs ihre Bebauung unmittelbar 100000 Manschen beschäftigt, ohne die sehr grofse Anzahl von Fuhr- und Schiffsleuten, die mit dem Transport beschäftigt sind. Deutschland enthält mehrere grofse Steinkohlen - Depots, besonders in Thüringen und den da- sigen Gegenden in Sachsen, Böhmen, und besonders in Schlesien. 1 ) Man sehe die Details über unsere Steinkohlengrtiben, und ihre Erzeugnisse in dem Journal des Min es, tom, XII, 288 Allein in dem nördlichen Europa, in Sclnvc- dni, jNorwegen, .Länder, welche sonst .so reich an Gruben anderer Art sind, sind sie sehr selten; jnan führt jedoch dergleichen in der Provinz Scanne au. Spanien und. Italien sind auch last gänzlich davon entblöfst. Die Beobachtungen fehlen uns für das übrige Europa und sogar von den' alten Contiucnle: wir wissen blos, dais die Steinkohle in beträchtlicher Menge in China vorhanden ist; vielleicht giebt es auf der Erde keine an Steinkohle reichere Gegend, als die Provinzen von Chensi, Cliausi und Pctsche- li, sagt Hr. Pariser in seiner Mineralogie des Chinesischen Bciehs. Ilr. Maclure berichtet uns, dafs cs wcstlicli von den Allegbanys eine der ausgebreitesten und regcl- malsigsten Steinkohlen - hormationen giebt; die Plötze sind da ein bis sechs Ful's; man hat. dergleichen zwanzig und tlreyisig über einander gefunden; sie wechseln mit Sandstein. Schiefercbon und Eisenerz enthaltenden Thone *). Ilr. von Humboldt bemerkt, dals die Steinkohle in den siimmt- liehen Cordiilereii selten ist, er hat jedoch ein dergleichen Flölz auf dem Plateau von Santa-Po de Bogota beobachtet. Niveau des Steinkohleugebiiges, §. 272. Da die Slcinkohkngehirge sieb gewöhnlich am Pulse der Gebirge oder in den in selbigen enthaltenen Thälcrn und Kesseln, die mit der Ebene in Verbindung sieben, befinden, so er- r) Journal of the Academy cd natural sci*’uces uf Philadelphia, Juillci, i8r!j. 289 Len sie sicli im Allgemeinen zu wenig bcträchtli- clien Höllen: alle diejenigen, welche wie in Frankreich haben, die in England, Sachsen, Schlesien sind kaum einige Hundert Melres über dem Niveau des Meeres. Man hat zwar dergleichen in sehr hohen Niveau’s, zum Beyspiel, in 44 oi> Melres in den Cordilleren, in 2160 Metres zu Saint-Ours Loy Barcelonette; allein sind dies wohl eigentliche Sleinkohlengebirge und würden cs nicht entweder jene Anthracile (Glanzkohle) seyu, von welchen vir gesprochen haben, und welche sieh in grofsen Höhen linden, oder einige Flölze von brennbaren un i bituminösen Fossil, das zu den Kalk - oder Sandstein - Gebirgen gehört? Die geringe Höhe des Steinkohlen - Gebirges, verbunden mit der geringen Festigkeit der Substanzen , welche sie ausmachen , so wie die Leichtigkeit, mit welcher sie sieh spalten und zersetzen, wenn sie der Luit ausgesetzt sind, erlaubt ihm nicht, schroffe Gebirge und Felsen zu bilden: es können kaum mehr als Hügel von allgerundeten Gestalten seyn, wenn diese Gebirge sieb zu Tage zeigen und nicht mit Flötz- oder aufgeschwenunten Gebirgen bedeckt sind. b ) Alt er Sandstein , Der Sandstein, die Hauptmasse des Steinkohlen-Gebirges, nimmt oft eiue grofse Verbreitung an, indem er, wenigstens gröbsten Thoils , die Steinkohle mit dem sie umsehliefsenden Schiefer- tlione verliil'st, und Gebirge von einer grofsen Fläche ausmaelit. Er ist hauptsächlich in Thüringen bemerkt worden, wo er unter dem Namen des toilicn Todliegendeu (base sterile rou- XI. TiieiJ. 'P 2 9 ° ge) ’), bekannt ist. Werner nennt ihn rothcn Sandstein, wegen seiner in jenem Lande gewöhnlich rothcn Farbe. Beschaffenheit des Sandsteines. / §. 275. Der alte Sandstein ist bald eine Brec- cie von sehr grofsen Stücken, bald ein Conglome- rat (poudingue) von grofsen Körnern, bald ein mehr oder weniger feiner Sandslein , welcher endlich in eine erdige Masse übergeht, die vielleicht selbst an dem Porphyr liegt. Das die Körner zu- sammenhallende Bindemittel erleidet ebenfalls grofse Abänderungen: es ist mit der eben erwähnten erdigen Masse analog, und oft wegen seiner rothcn Farbe mit Eisenoxyd geschwängert. In den Theilen, wo er sich als Breccie in grofsen Stücken zeigt, gehören letztere allen Urgesteinen, als Granit, Glimmerschiefer, Thonschiefer, Porphyr, Quarz etc., an. Der Ilr. General - Bergwerks - Inspector Duhamel und andere Mineralogen haben die wichtige Bemerkung gemacht, dafs jene Stücken zu den benachbarten Gebirgen gehören; also w r erden sie Schiefer in einem Scliiefer- I) Diesel Sandstein befindet sich in diesem Tbeile Deutschlands unter dem grofsen bituminösen Mergel- Kupfer-Schiefer-Flötze, wovon wir in der folgenden Abtheilung sprechen werden, und welches der Gegenstand mehrerer Bebauungen ist: er ist also deren Sohle (base) oder das Liegende (le mur) in der Kunstsprache» Wenn die Bergleute die Kupferschieferschicht durchsinkend auf den Sandstein treffen, so haben sie kein Metall mehr, sondern ein taubes oder todtes Gestein, und sie unterscheiden es durch seine rothe Farbe von einigen andern Gesteinen, welche man übrigens noch unter demselben Flötze findet. 29 » Gebirge und Porphyr in einem Porphyrgehirge sevn. Ferner und im Allgemeinen befinden sie sieb in den untern Flötzeu der Formalion und in den in der JSä'he der Gebirge, welche sie hergegeben haben, liegenden Theilen. Uebrigcns giebt es liier viel Ausnahmen; dem. man siebet oft Vermengungen und Wechsel von Breccien in grofsen Stücken, mit feinkörnigen Sandsteinen. In den Conglomeraten walten der Quarz und die quarzigen Mineralien, so wie der lydische Stein, vor: in den Sandsteinen bilden sie allein fast ganz die Körner; man findet darin jedoch auch Stückchen von Feldspath und andern Mineralien; allein liier nimmt der erdige Theil zu, man liat oft schiefrige, milde und Glimmer-Sandsteine, wie wir dergleichen in den Steinkohlen - Gebirgen gesehen haben. Wenn endlich die Zerreibnng bis aufs äufserste gekommen ist, und die erdigen Theile häufig sind, so hat man, w r ie in jenen Gebirgen, und auf eine noch entschiedenere Weise, grofse Massen eines zu- snmmengcprefslen und verhärteten Thoncs, weiche häufig Aelmliehkut mit der Basis gewisser Porphyre haben. In den Breccien ist das Bindemittel oft blos ein sehr feinkörniger Sandstein. In den Conglo- mernten ist er erdiger und hat mehr Festigkeit: die eisenhaltigen und kieselerdigen Säfte, wovon er durchdrungen ist, geben ihm häufig eine grolsc Härte. Im Allgemeinen sind die Sandsteine dieser Formation wirklich mit einem quarzigen Safte durchdrungen worden, welcher nicht allein das Bindemittel, sondern auch die Stücke, die er enthält, verhärtet bat. Meistens sind die Sandsteine mit kohlensaurem Kalke geschwängert , welcher wahrscheinlich von der Zerstörung der Kalkgesteine T 3 21)2 herriilirt, die in die Zusammensetzung der Gebirge, deren '1 riimmor sie dnrstelien, gehörten. Bisweilen cnlliallen die der Basis der erdigen Porphyre ähnlichen verhärteten Thoumassen eine wenig heträehtliehe Menge von Geschieben und Körnern, und Bilden sodann die mimophyres vom Ihm. Brogniart, wie wir oben bemerkt haben. Ihre Aehnüchkt it mit den Porphyren ist bisweilen sehr grofs; die Masse wird dergestalt hart, dafs sic einen Eurit darstellt, welcher BYhkspath - Krystalle enthält: dies ist der l aiJ mit den Conglomeralen, welche llr. Maclure häufig in den Alleghrmys gesellen hat, und welche in einem hornsieinarligen (enritisclien) Bindemittel BYIdspath - Krystalle dar- bicten.. Würden die von der Zerstörung und Zersetzung der Gesteine herrührenden Thein heu, die bis aufs aulserste zeikleinet sind und in einet Flüssigkeit schweben, darin gleichsam aufgclöf t seyu ? und würden sie beym Kiederschlage krystall'iiiscltc Körper erzeugen ? Man wird geneigt werden, es zu glauben, wenn man in der Katnr so ofr Gesteine in Berührung sieht, welche übrigens so viel Aehnlir.hkcit haben, so wie die körnigen Quarze, und einige Grauwacken der Thonschiefer und einige Schieferthone, die Porphyre und einige Pseudo-Toipliyre. Ucbrigens wissen wir bey r dem ge, genwärtigen Zustande unserer Kenntnisse, dafs das Wasser im Schoufse der Erde den Kohlensäuren Kalk und sogar die Kieselerde in Auflösung nimmt; also müssen lins die Kalkartigen und quarzigen Bindemittel und auch die Kaikspath und Quarz-Adern und Krystalle in den greisen aufgeschwemmten Massen wenig verwundern. Aber Feidspath Krystalle, welche sich in einer erdigen Masse, dem Ueberreste alter Gesteine, bilden würden? Porphyre, welche sich aus den Trümmern alter Porphyre erzeugen würden? regenerirle Porphyre? dies ist' doch elwas, wozu uns die Beobachtung hier zu führen scheint. 2 9 -> Flötz - Porphyre ( porphyi'es stcond aires), §. 2y4. Dafs es also in den Sandstein-Gebirgen denen Porphyren ähnliche Massen und Plötze giebt, können wir kaum bezweifeln: eine zu grofsc Anzahl von Gebirgs - Beschreibungen geben Bcy- spielc davon; so sagt uns llr. Aikin, dafs er in den Steinkohlengruben bey Shropshire, ein Plölz erdigen Porphyr von ohngefahr 8 Zoll Dicke, von brauner Farbe und Körner von Quarz, Hornblende und PT-ldspalh cnt.hallend, bemerk! habe. Es sind schon mehrere Jahre, dafs man iu Umringen einen Wechsel zwischen dem Porphyr und den ro- tlien Sandstein - Plötzen bekannt macht: es erheben sich Zweifel, und bey umständlicher Untersuchung der Tliatsache wurde sie richtig befunden» Allein sind grofsc Porphyr - Gebirge in demselben Falle? sind sie von späterer Formation als der Steinkohlen-Sandstein? mit einem Worle finden grofsc Plötzporphyr - Gebirge statt ? Wahrscheinlichkeiten scheinen es anzuzeigen: hier folgen die Thalsuchcn. I 11 Sachsen, in Thüringen, in Schlesien hat man beträchtliche Steinkohlen - Baue in Porphyr - Gegenden: im Allgemeinen ruhen da die Steinkohien- P'lotze auf diesem Gesteine: allein auf einigen Pun- cien scheinen sie auch damit bedeckt zu seyn. Der Porphyr des Thüringer Waldes liegt gewissermaasen an dem rothen Sandslein: an den Beruhrungspuncten scheinen die Leyden Gesteine vermischt zu seyn; man siebet da den gewöhnlichen Porphyr in eine Art besondern Porphyr, welcher mit Conglomerat -Lagern abwechselt, „ln Thüringen bey Wettin, sagt llr. von Veltheim, General - Bergwerks - Dircctor, bildet der Porphyr ein 2Q'i „untergeordnetes Glied des Tod.tlicgcnd.cn, und „den Kenntnissen nach, die man bis jetzt erlangt hat, ist er überall auf die Steinkohlen-Formation ,,gelagert I 2 ). a Man gründet diesen Schlafs auf die Abwesenheit der Porphyr -■ Stücken in den Con- glomerateu des Steinkohlen - Gebirges, und auf einen in einer Länge von 5o Metre.s auf der Gränze des Porphyrs und Sandsteins getriebenen geneigten Stölln: das erste dieser Leyden Gesteine bildet das Dach; und man sichet, sagt derselbe Schriftsteller, nicht allein seine Aullagerung, sondern auch seinen vollkommensten Ucbergang in einen schiefrigen und sandigen Thon. Ucbrigens hat man in derselben Gegend Steinkohlen - Elritze unter einem Porphyr-Berge, der S c h w ei z e r ling genannt, gc- bauct. — Der Ilr. Berg - Ingenieur Schulze, welcher diese Thalsachen zu bekräftigen beygetragen bat, machte ebenfalls die Lagerungs - Verhältnisse der Steinkohlen - und Porphyrgebirge von Schweidnitz bekannt. Fr hat auf mebrern, von einander entfernten, Pmieten ein Porphyr-Lager von olm- gefähr sechzig Melres Mächtigkeit das Dach der Steinkohlen-Flotze bilden gesehen: und. er siebet es als einen Zweig des Gebirges an, welches die zahlreichen Porphyr- Berge dieser Gegend ausmacht. Jedoch scheint, nach den von jenem geschickten Ingenieur gelieferten Plänen, die Masse dieser Berge unabhängig von der Steinkohlen-Formation zu seyn: sie durchsetzt die Motze derselben senkrecht, und ohne Rücksicht auf ihre Schichtung z ). 1) F^eieslebcn, geognostisaher Bey trag zur Kenntnifs des Kti|jferscliiefc.rgebirgc5. 41' Band. S. 2.-7. 2) Leonb.iirü Taschenbuch für die gesanuute Mineralogie, tön. 1 K.ii]ifertfti'el. 21)5 Nacli diesem Zustand der Dinge scheint mir hier nicht gehörig bewiesen zu seyn, dafs das grosse Porphyr - Gebirge auf die Steinkohle gelagert ist. Was den Porphyr in Sachsen betrifft, der dem Steinkohlen-Gebirge zunächst liegt, den Ilr. Werner als auf selbiges gelagert ansahe, und den er als Bey spiel seiner dritten Porphyr-Formation aufstellt, so vvüfste ich nicht, dafs die Auflagerung jemals bestätigt worden wäre; und Ilr. von Bonnard sichet dieses Gebirge als in muldenförmiger Lagerung auf dem Porphyr ruhend an. Wir haben schon die Kalkstein - Flötze oder Massen erwähnt, welche sich oft in den Sandsteingebirgen vorfinden: sie sind bisweilen körnig, sonst nehmen sie die B oggenstein - Textur an. Wir werden auch nicht wieder auf die Aphanit- und vielleicht Basn.lt -Lager zurückkommen, welche man in selbigen antrifft (§. 260). Orte des Vorkommens, §. 275. Wir beziehen auf diese erste Sandstein-Formation das grofse Flölz, welches einen Th eil der Yoggescn, von Luxemburg, der Ardencn, von Palatinat, bedeckt und sieb in den Ebenen bey Cölln verliert. Die Hauptmasse bestellt in einem Sandsteine von Qnarzkörnern mit einigen durch ein erdiges, oft rötldiehes, Bindemittel zusammengekitteten Feldspatl» - Stücken; sic stellt auch beym Zusammentreffen mit den Ur- oder Uebergangsgebir- gen Gonglomerate und sogar Breccien dar; und hier, so wie in Thüringen, wenn sie sieb mit dem Steinkohlengcbirgc zusammenfindet , bedeckt sie ihn gewöhnlich; sie wird selbst von einem Kalkstein 296 mit söhligen Schichten bedeckt, welcher zu dem des Iura zu gehören scheint. Werner setzt noch in die erste Formation den Sandstein, welcher einen Thcil der Ural - Gehirge in Iiafeland ausmaeht, und welcher da reiche Kupfer- Bergwerke enthält, lir. von Humboldt setzt in selbig» auch eleu Boden des ungeheuren Thaies vom Amazonen - Flusse und di r groisen Ebenen des Ori- nocco, und bemerkt darüber, dafs es eine der ver- Lreitestcn Formationen der Erdkugel ist. V\ ir werden in Verlegenheit seyn , diejenige dir in England beobachteten Formationen anzuzei- gen, welche ihr gleich geachtet werden könnte. Der älteste der vom IJrn. »Smith, unter dem ISa- nuu rolhcr und dunkler Stein (red and dunstone), angeführten Sandsteine, und welcher derjenige zu seyn scheint, den Ilm. Phillips in seinem interessanten "Versuche über die Geologie Englands, alten rollten »Sandstein (old red sand.slone) genannt lint, da er unter dem Encriniten -Kalksleiue in Dcr- 3 'ivshirc ist, könnte es wohl eine Grauwacke seyn: übrigens scheint ein Tlie'il des rollten Sandsteins des letztem »Schriftstellers zu der groisen rollten M er g e 1 - Formation zu gehören , welche viel Aehu- liciikeiten mit unsrer zweiten Sandstein - Formation hat. Fossilen. 2y6. Der alte Sandstein, ganz so wie das Stcinhohleiigcbirge, enthält fast keine »Spur von Wsrhehv oh er schon zw heben zwey Kalkstein- Gebirgen liegt, die bisweilen eine b. nächtliche Menge dergleichen enthalten. Liegt dieser Umstand au einem Unterschiede in der Bilduugs - Weise oder 2 97 daran, tlafs mit Kieselerde und andern Stoffen beladene Gewässer mit der Existenz jener Wesen nicht vereinbar waren? Kaum führt man einige in dem rollten Sandsteine des nördlichen Frankreichs gefundene Terebratulilen an. Es sind die Gewächse und besonders versteinerte Hölzer, welche in den eigentlichen Sand tein- Gebirgen häufig sind. Man hat eine grofse Menge dergleichen in Thüringen, besonders auf dem K.yff- hänscr Berge bemerkt; bey Tilleda findet man zwischen zwey andern Pimcten in einem Bruche von Conglomerat, aus welchem man Mühlsteine macht, Baumstämme, die bis zu drey Fnfs Durchmesser und fünfzehn Fufs Länge haben, sie sind versteinert und das Innere ihrer Tores und Gefäfse stellt eine Menge kleiner Quarz -Kryslalle dar ; man sichet in selbigen auch Schüppchen von glimmrigen Eisen und Baryt-Stückchen. Man bat die Gattung dieser Gewächse noch nicht bestimmen können, man weifs nur, dafs sie zu Monocolyledoncn gehören, denn sie bestehen blos aus Längen-Fasern und haben keine concentriscben Schichten. Herr von Schlotlheim, der sie so zahlreich in den Sandsteinen Deutschlands siebet, und, in gleicher Menge in demselben Zustande, in den Wüsten Lybiens, der Tartarey und America's wieder findet, würde verleitet werden, den Sand jener Ungeheuern Ebenen, als von der ZersLörung oder Zersetzung der Sandstein-Gebirge lierrührcnd, zu betrachten * *). i) Essai sur 1 ’ histoire naturelle des fossiles considerüs sous le rapport geologique eingeviiekt in das Taschenbuch für die gesummte Mineralogie von Hrn. Leonhard 18.15. Der gröfste Tlieil von dem, was wir über die Fossilen der verschiedenen Gebirge sagen, wild aus diesem wichtigen Aufsatz gezogen werden. * 298 Darinn enthaltene Metalle. §. 277. Der alte Sandslein enthält eine ziemlich grofse Menge metallischer Substanzen. Das Eisen besonders kommt dai'iun häufig vor: es ist in selbigen nicht allein allgemein in Oxyd- Gestalt verbreitet, sondern es bildet oll wirkliche Erze, welche der Gegenstand einiger Bebauungen sind; gewöhnlich ist es Hydrat-Eisen (Kolheisenstein); es ist darin in Geoden, und Adern oder Gängen, die den Sandstein nach allen Lichtungen durchsetzen. In Elsafs hat Kr. Calmclet einen durch seine Slructur merkwürdigen Gang bemerkt: er ist ohngefähr vier Fufs mächtig, und in mit den Seitenv;ändern parallele Streifen gelheilt; bisweilen erzeugen diese Streifen, indem sic sich über sich selbst biegen, meistens hohle Geoden; das Innere derselben ist ganz leer oder mit Sand ausgefüllt. Derselbe Gang enthält noch sehr schöne braune Ilcmntiieu 1 ). Das Kupfer ist in den allen Sandsteinen auch ziemlich gemein ; wir haben gesagt, dafs er in den Ural- Gebirgen reiche Gänge dieses Metalls enthält; in Sachsen, in Lothringen, hat man in selbigen auch' einige kleine Baue; und es giebt wenig Sandstein - Gebirge von einer grofsen Verbreitung , in welchen, man nicht Theilc oder Adern findet, die von dem kohlcnsauren Kupfer gefärbt sind: die sehr rothen Sandsteine des Rouerguc lia- 1) An diesen Hematiten ist es, woran ich Versuche ge- macht habe, welche, da sic an der Feile einen gelben Staub geben, die Beschaffenheit der Eisenerze dargelhan haben, aus welchen ich die mineralogische Gattung fer hydvate gemacht habe, Aunales de chimie tom. LXXV. bcn mir eine unzählige Menge dergleichen darge- slellt. Das Bley befindet sicli auch oft in Jen alten Sandsteinen. ln England ist es der Gegenstand mehrerer Eehauuugen. Es giebt einige dergleichen in den Yoggesen. Allein die wichtigste der mir bekannten ist zu Bleiberg bei Aachen: -wir werden davon einen Begriff geben, wenn wir von den Erz- Lagerstätten. handeln, und beschränken uns hier zu sagen, dafs sie auf einem Berge von einem eine ungeheure Menge Schwefelblei - Korner enthaltenden Kicselstmdsfeine Statt findet. "Wahrscheinlich sind auch in dem Sandstein erster Formation, jedoch vie ileicht in ih rem jüngsten Tlieile, die Quecksilber - Gruben des Palaliuat und Zweybriickner Landes. Alter, §. 273. Wir wollen nun unsere Betrachtungen über die allen Sandsteine mit der Untersuchung des Banges scliliefsen, den sic in der Reihe der Formationen in Bezug auf ihr relatives Alter einnehmen. Wir wollen diese Untersuchung an dem Thei- le dieses Sandsteins machen, welcher am meisten studirl worden, nämlich über das Steinkohlen-Gebirge. Im IMittelpimct Frankreichs, in dem Forez, der Auvergne, Boucrgue, etc. ruhet dieses Gebirge auf Granit, Gneis und Glimmerschiefer: und an einigen Orlen, so wie zu Alais, wird er durch ein Kalkstein-Gebirge bedeckt, das man zu dem Alpen- kalkstcin rechnet. Int Aorden und in Belgien liegt er auf einem bituminösen Kalkstein der Ueber- gangs-Formation und scheint sich mh ihm zu vereinigen; er wird durch diu Fortsetzung der Kreide- ooo Lager in der Mitte Frankreichs bedeckt. In Sachsen, in Thüringen, in Schlesien, haben tvir ihn meistens auf einem Porphyranfgclagert gesehen, von dem er abzuhängen scheint (und dieser Porphyr geilt an einigen Palleten besonders in dem Tliii- ringerwalde in Granit übei*); bald wird er durch das Ganze der alten Flolz - Formationen bedeckt, bald zeigt er sieh unmittelbar zu Tage. In England, und hauptsächlich in iNortliuinberhind, ist er auf einem mit Kalkstein vermengten Sandstein gelagert , mit welchem er an seinem iiinern Tlieile verbunden ist; er ist auf eine abgeschnittcne Weise von dem ältesten der F'lötzkalksleine, dem magne- sian - liniestone (Killerkalk) hedeekt. Also können wir sehliefsen, dnts das Steinkolilengehirge und iiri AiJ'Ceim inen das alte Sandstein - Gebirge sich unter allen Fiölz- Formationen befindet, und folglich älter als sie ist. ich bemerke überdies, dafs es viel mehr Aehn- liehkeiten miL den Fiötzen, die es tragen, als denen, die es decken, hat. Hr. Omalius setzt beyde bey <1 er Vergleichung des Steinkohlen-Gebirges des nördlichen Frankreichs mit dem darunter liegenden Thon- lind Erd [leelilialtigen Kalkstein - Gebirge, worin man auch Steinkohlen - Stücken findet, in die Classe der Eebergangs- Formationen. Wir haben gesehen, dafs es in Gu ;'Fmd keine wirkliche Granze zwischen dem Steinkohlen-Gebirge in ISeweastle und dem darunter befindlichen Sandstein - Steinkohlen und Kalkslein-Gebirge giebt; so dafs Hr. Thomson letzteres noch ganz besonders als die grofse Stein kohlcn- Formation beschreibt. W 7 ir haben in der Mitte Deu'seliland.s das \ erhältuifs zwischen dem allen Sandstein und d^m Urho len bemerkt: und wenn ich die Keine der Lager untersuche, welche dieses Land OOl darstcRt; wenn ich eine ziemlich gut Lezeirhnete Grenze il) «lern «auf dem rothen Sandstein liegenden Kupfer-Fliitz finde; wenn diese Flötz viel mehr an der Reihe der darüber liegenden Flöi/e, als denen, vvilehe darunter sind, hängt, und es 7,vvey verschiedene Reihenfolgen sind so Gin ic!i geneigt, den Sandstein zu der untern Reihe zu rechnen und ihn unter die Ui hergangsgebirge zu setzen. Ich vveia e in dieser Meinung bestärkt, indem ich 1) das Hauptglied der Formation, den Sandstein, sieh in die sen Gebirgen, als ihren chaivrlrri- stiseben Bestandteile, die Grauwacke wiederunden sehe; 2) darin auch eine der bezeichnendsten Substanzen wieder finde, denn die Glanzkohle ist eine Art Steinkohle; 5 ) in den SteinkohJengruhen eine viel mehr geneigte und verdrebete Schichtung, als in den andern Flötzgebirgen wahrnehme. Uebrigcns ist diese Meinung die von mehrern berühmten Mineralogen. Seit langer Zeit halte Hr. \oigt bemerkbar gemacht, dafs die Geognoslen aus Werners Schule, ihren. Grundsätzen nach, die Steinkohlen-Gebirge in die Uebergangs-Classe setzen miifsten. Wenn ich dies hey der Anordnung meines Werkes nicht gelhan habe, so rührt es blos davon her, dafs ich die seit langer Zeit entworfenen Tbeile hätte wieder durchsehen müssen, und übrigens diese Classificationen, sobald die Verhältnisse gut bezeichnet sind, in meinen Augen wenig Gewicht haben. Setzte man die grobe Steinkohlen-Formation in die Uebergangs - Gebirge, so winde die folgende Classe besser bestimmt scyu, mau vynrde in selbige nichts vvei- 002 ter als Kalkstein und Quarz , und endlich das Glied bezeichnet haben , über welches hinaus mau keine Por- plnre und Ilumblende^esteine, welche noch zu den Graniten gehören, mehr linden würde. .Die Ucbcr- gangs - Classe würde sich in zwev Abschnitte theiien» uemlich den der Flöize, welche mit: den Thonachieferu wecheln, und den der darüberliesenden Flötze, bis mit Pin-scliaifs des Kohlen - Sandsteins. Allein man glaubte nicht, dafs hier die Granze genau sey; die Sandsteine spateier Formationen enthalten auch Steinkohle, und stellen, obschon weniger vorzüglich, alle Charactcre det ersten Formation, Cnnglomeratc, Sandsteine jeder Gattung, Metalle, Kaiks-ein etc. wieder auf. Von allen Mineral - Formationen ist die grofse Steinkohlen- Foiuiation die ciiaracteristische, dis in ihren Ohara« cteren beständigste, die bekannteste, und doch ist sie nicht umgränzL, man hat weder an ihrem ober« noch untern Theile eine bestimmte Glänze erkennen können. Z w e y t e r Abschnitt, Z w e y l e Sandstein-Formation, (Sandstein mit Thon.) Bunter Sandstein, (gres bignrre) von Werner. Der Steinkohlen- oder alle Sandstein, wird von der ersten der Kalkstein-Formationen bedeckt (welche wir in der folgenden Abtheiluug beschreiben werden). Utber derselben hat man eine zur Hälfte Sandstein- und Thon- oder Mergel-For- mation, wovon wir die Hauptzüge entwerfen wollen, indem wir auch die in Thüringen bestehende zuin, Typus nehmen. §. 279. Seine Hauptmasse ist ein kleinkörniger Sandstein mit ihonigen oder mergeligen Binde- 3o5 mittel. Seine Farbe ist selir verschiedenund auf einer und derselben Masse bat man sehr oft graue, gelbe, braune, rotlie Zonen; daher der Name bunter Sandstein, welchen Werner ihm, so wie der ganzen Formation, zu welcher sic gehört, gegeben hat. Diese verschiedenen Farben rühren von den man- cherlcy Zuständen her, in welchen sieh das in dem Bindemittel vorhandene Eisen befindet und auch von den Zuständen her, in welchen es bey der Aussetzung an die Luft übergebt; denn ich habe bemerkt, dafs die aus den tiefen Stellen der Stein- brüche, wo die Luft ihre Wirkung noch nicht ausgeübt halte, genommenen Massen, im Allgemeinen grau waren, und in den andern Massen, so wie in den abgelofslen Blöcken, die Farben sieb nur in der Nähe der Oberiläche und in Streifen zeigten, welche mit ihr parallel waren. Dieser Sandstein enthält häufig im Allgemeinen abgeplattete und linsenförmige, auch an Gröfse sehr verschiedene, Massen von mannicbfaltig gefärbtem Tnone: sie vermindern auf eine sonderbare WTise die Festigkeit des Sandsteins, und führen bald die Zerstörung lierbey, wenn er der Luft ausgesetzt wird. Bisweilen fahlen sie sich fettig an, und bilden eine wahre Walkererde. Obschon das Bindemittel der Sandsteine dieser Formation meistens thonig ist, so findet man doch Flötze, in welchen es mergelig und auch kalksteinartig ist: sonst ist es kieselerdig. Der Sandstein nimmt oft Glimmer auf und eine schiefrige Textur an; er geht sodann in Schiefer- und Glimmer - Sandstein über, mit welchem er wechselt. Er wechselt auch häufig mit oft sehr mächtigen Massen und Lagern eines rötldichen, blätterigen, sei- 5o4 ten reinen, fast immer mit Sand vermengten und auch, besonders wenn er Glimmer aufnimmt, in den Schiefer-Sandstein übergehenden Thones. Bisweilen ist er mit Mergel vermischt und geht sogar, obschon selten, in den reinen Kalkstein über. De,r färbende Stoff, das rollte Eisenoxyd, ist darin an einigen Orten dergestalt überhäuft, da s daraus ein libthel (sangnine, Blulstein) entsteht ; er kommt in kleinen Lagern einige Zoll dick vor. Hauptsächlich in dem obern Theile der Formation sind die mächtigen Thonlager: sie setzen diesen Theil fast ganz zusammen. Fremdartige Lager. §. 280. Man hat in dieser Formation auch: 1) Roggens te in-Lager. Sie haben meistens nur einige Zoll Mächtigkeit; bisweilen jedoch gegen zwey bis drey Fufs. Es sind dimkelgraue Mergel - Lager, mehr oder weniger mit Sand vermengt, in deren Mitte man eine Menge abgerundete weise Kalkstein-Körner hat, deren Gröfse selten die einer Erbse übersteigt: gewöhnlich sind sie viel kleiner. Sie sind scheinbar dicht, allein wenn die Zersetzung derselben das Gewebe locker gemacht hat, stellen sie eine Structur von concentri- seben Schichten dar; einige scheinen blos von einer Vereinigung kleinerer Körner zusammengeseLst zu seyn. Bisweilen ist die sie umgebende Masse in s.hr kleiner Menge und fast IXichts: und wenn dergleichen Massen der Lnft ausgesetzt werden, so lösen sie sich von einander ab, und man bat blos Haufen kleiner Kügelchen. In einigen Schichten sind die Oolith - Körner Spathe und Rolheisenslcin und ihr Inneres ist manchmal hohl. 5o5 2 ) Sellen reine K a 1 k st.ei n - L a g e r: mei stens sind sie mit Thon - und Sand vermengt un'd bilden mehr oder -weniger sandige Mergel. 5) Eisen-Erz, in Geoden, die in den Thon eingestreut sind , oder als Bindemitiiul einiger ganz eisenhaltiger Sandsteine. Man hat auch Spuren von Kupfer in dieser Formation gefunden. 4) Die Steinkohle stellt sich auch hier, allein nur in kleinen Lagern und selten, dar: man findet einige dergleichen in den Sandsteinen des lierzogthums Magdeburg. Die Fossilien, welche nach Ilrn. von Schlottheini dem bunten Sandsteine eigen zu scyn scheinen, sind Pecliuiten, Pinnitcn, Phrdaden, Turbhiilen und grosse Austern. Man findet darin auch versteinert Holz und Blätter-Abdrücke. Orte des Vorkommens. §• 281 . Die grofse rothe Me rg e 1 - Formation (red mart), welche eine so grofse Gehirgs-Verbreitung in England, besonders in den Ländern Chester, jSbrllnvich, Warwich, Derby, York ete. cinmmmt, und deuHr. Aikiu mit andern englischen Mineralogen rothen Sandstein nennt, hat viel Aehnliehkeiten mit der eben beschriebenen: sie bestellt nach lim. Smith in milden Sandsteinen, Glimmer-Sandsteinen, Mergel und Thonen; malt findet in selbiger auch Gyps und Steinsalz. Wir würden auf die Gleichförmigkeit seiiiiefscn, wenn sic nicht nach ilrn. Smitli unter dem Mauer- (lias) Kalkstein läge, welcher nach einigen mineralogischen Ucbersichten mit dem Alpen-Kalkstein analog seyn würde. II. Theil. t,r ,Hl(j Anderer Stils hat [Ir. Buckland die Identität dieses Gebirges mit den in Cumbcrland beoiiaelite- len mmehmen zu müssen geglaubt; den er neuen rot htm Sandstein nennt, Weicher auch Gyp.s enthalt, und das Steinkohlen-Gebirge von YVhite- baven, so wie den darüber liegenden Billerkalkstein bedeckt; ein Kalkstein, welcher in England mehr als jeder andere die Stelle des Alpen-Kalksteins in Bezug des Alters vertritt; nur so scheint dieser neue Sandstein, sowohl durch seine Bcschali’enheit als Lagerung, von derselben Formation als der Thüringische zu seyn. Na gelllii ii. Wir rechnen zu dieser Formation auch einen Sandstein, welcher einen Theil der Sehweitz einnimmt und dort mit einem in der Gcognosic unter dem Schweitzer - Namen Nagel fl uh berühmten Gonglomerate untermengt ist. 1 ). Dieses ungeheure Lager nimmt das grofse Thal zwischen dem Iura und den ^Jpen ein; es fangt zu Genf an, dureh- .schneidet die Schweiz sehnig, geht Ley dem Constanzen- See vorbey, zieht sich bis nach Baiern und endigt sich in Oestreich : übrigens erleidet es häufige Unterbrechungen. Es bestehet in einem Sandstein, dessen Bindemittel ein Mergel ist, der bald in Kalkstein bald in Thon übergeht: die Körner sind von verschiedener Beschallenden und im Allgemeinen klein; der weiche Stein (mollasse) von Genf i) F ] u h ist ein schroffer Felsen. Die von diesem Congloinerate gebildeten Felsen stellen oft auf ihren Vor- derseiten hervorspringende Geschiebe, wie grolse Fiade- niigel auf den Karrenradern, dar. so 7 ist eine "Varietät dieser. Art Sandstein. Allein bisweilen werden die Stücken gröfser und Inan hat in dem Sandstein eingeschobene Conglomerat-Lager: sie stellen verschiedene bemerkenswerthe Eigenheiten dar: die Stücken sind bisweilen von einer beträchtlichen Gröfse; in dem Thale der Liiith hat Ur. Escher dergleichen in den untersten Lagern gesehen, welche bis zu funizelm cuhischen Fufseu hatten ; solche Gröfsen sind jedoch selten und gewöhnlich übersteigen die Stücke nicht die Gröfse einer Faust, ihre Beschaffenheit ist von einem Orte zum andern verschieden: an einem Orte sind es dicht« Kalksteine, alle Sandsteine, Kiesel mit. einigen Quarzen; anderswo hat man Granite, Gneise, Porphyre etc. cs ist hier nicht so wie in dem Thüringer w a 1 d e und dem Forez, es sind nicht mehr Trümmer benachbarter Gebirge; mehrere Bruchstücke, so wie die von Hornstein, Enrit-Porphyr, etc. sind den ' Schweizer Alpen gänzlich fremd. Diese Conglomerate erheben sieh zu einer bisweilen sein- beträchtlichen Höhe; der' Rigi-Berg, dessen Gipfel 1900 Moires- über dem Meere ist, besteht ganz aus selbigen; sie bilden da gröfse von iS bis 20 Grad geneigte Lager, (Sauss. §. 19dl.): in dem Linth - Thale erreichen sie eine Höhe von zweytau- send Met res, und ihre Neigung ist. da 4 />°; man findet dergleichen sogar senkrechte in Baiern, sagt Ilr. Escher. Ihre Bruchstücke bilden oft die Spitzen der Berge. Diese Conglomerat - Lager sind nicht allein durch ihre gröfse Höbe und ihre starke Neigung sondern auch durch die .Richtung dieser Neigung merkwürdig: sie begränzen im Norden den Alpen- Kalkstein, ruhen auf ihm und doch fallen sie nach Süden, das heifst, gegen diesen Kalkstein ein; und V 3 5o8 ■ folglich scheinen sic unter Hm zu treten; man hatte es auch eine Zolllang geglaubt; allein jetzt ist es bewiesen, tlafs sie jünger sind und sogar den Kalkstein des Iura bedecken. Uebrigcns herrscht der kleinkörnige Sandstein in dieser Formation; oft sogar verschwinden diese Körner ganz oder fast ganz und man hat sodann bald einen groben Kalkstein, bald einen verhärteten Sebieferlhon. Mau findet darin auch einige Gypshiger. Nach den Nachrichten, die mir 1 Ir. von Chav- pcnlier überliefert hat, enthält der IS a g elflu h Flöt/.e von Braunkohle, Steinkohle, oder genauer, Bilumenh’.dlägen Kohlen - Thon , (argile carbucee bitumnifere) dessen Bitumen tinerischen Ursprunges zu sevn scheint. Mail siebet darin einige Muscheln, entweder Sccihuseheln, so wie Chsniten, Orihoce- rat.iteii, Ammoniten, oder Flufsimifcheln, so wie Plauorbiten, Cyclostomiten etc., man hat in scibi- gen sogar Castor- Zähne gefunden: in einer solchen nug eh euren Masse anfgeselnvemmten Gebirges müssen Körper jeder Gattung mit einander vermengt seyn. * Uebrigens ist dieses Lager, dessen geologisches Alter sehr schwer anzugehen ist, weil es nicht bedeckt ist, von einem sehr grofsen Altert hum, denn es wird ganz so wie der Alpen - Kalkstein, welcher es trägt, von allen QucrlhäJevn der Gegend durchschnitten; es ist also früher als ihre Aushöhlung; und es sind Trümmer einer allen Welt, die cs uns darstellt, Trümmer, welche die Zerstörung nner- mefslic.iier Gehirgsmassen ausser allen Zweifel setzen. llr. von Humboldt würde zu dieser Formation diejenige rechnen, die er in den Gegenden von Humana gesehen hat, und welche in Lagern von Bree- cie, Kalksandstein und verhärtetem Thone besteht. jag Dritter Abschnitt. Dritte Sandstein -Formation, (Fast ganz quarziger Sandstein). . Quader Sandstein, nach Werner. §. 282. Die dritte Formation bestellet hauptsächlich in einem gemeiniglich wcifslichcn Sandsteine von sehr feinen, mit einem gewöhnlich thonigen, sehr wenig häufigen und bisweilen sogar last unsichtbaren, Bindemittel zusammcngckilletcn Quarz- körnern; in gewissen "Varietäten ist er kieselig und wird übrigens mit Quarz - Adern durchzogen. An einigen Orten hat er wenig Festigkeit und löfst sich leicht in weisen und sehr feinen .Sand auf: in andern ist er zäher, widersteht der Zersetzung und wird mit gutem Frfolge zu Bauen und in der Baukunst gebraucht: daher der Name Quadersandstein, welcher ihm von Werner und den deutschen Mineralogen gegeben worden ist. , Er bildet allein ziemlich beträchtliche Gehirgs- massen. Einige sehr kleine Tlioile Eisenerz, einige schwache Steinkohlen-Flötze von Weite zu Weite, unterbrechen kaum die Gleichartigkeit dieser Massen. Sie sind ausgezeichnet geschichtet, allein in oft dicken Schichten. Sie werden übrigens häufig mit senkrechten Klüften durchschnitten, welche, sich unter rechten Winkeln schneidend, das Gestein gleichsam in Werkstücken theileu (§. n 5 .) Man hat auch Sandsteine in Kugeln; der gröfste Tlieii derjenigen, die man auf der Oberfläche des Bodens findet, scheinen mir hlofse Wirkung der Zersetzung ,1 I o zu seyn; jedoch li;ihen die Ilrn. Tioufa und Ja- nie.son einige dergleichen beobachtet, weiche ihnen von primitiver Formation, wahre kugelige Zu- sammenhäuhingen, zu seyn schienen. Die Fossilen, welche besonders dem Sandstein dieser Formation auzugehdren scheinen, sind, nach Ilrn. von Schloltheim, Mu.souliten, Mytülilen, und Teiliniten. Uebrigens sind sie darin selten. Mau bat in selbigen, in den Gegenden von Blankenburg, Blätter-Abdrücke von einer aufserordeutliehen Grösse bemerkt, welche einige Aehnlichkeiten mit den Palmblättern haben. Bey Carlsbad in Böhmen findet man nach Ilrn, Ileuss in einem quarzigen Sandsteine ganze Bäume mit Wurzeln und Zweigen: man siebet darin auch einige Stücken biluminisirten Holzes und Abdrücke von Bläticrn, die den Wei-, dvnblütlern gleichen. Orte des Vorkommens, §. 28 5 . Diese Formation befindet sich in Sachsen, südöstlich von Dresden, besonders in den Gegenden von Pirna; sie bildet da die Gebirge von Königstein und Lilienstein; sodann gellt sie nach Böhmen und endigt sich in der Grafschaft Glatz. Die Gegenden, welche daraus gebildet, sind, stellen die malerischsten Landschaften und Thäler dar. Sie haben ihr Dase'yn von den senkrechten Klüften oder Spalten, welche diese Sandsteine durchschneiden: indem die Zersetzung diese Klüfte in ihrer ganzen Höbe fast gleich erweitert, verwandelt sie selbige in tiefe und enge Gründe, und der Reisende, welcher sie durchwandert, sich gleichsam zwischen ungeheure Maliern eingesclilossen sehend, glaubt mitten in hohen Gebirgen zu seyn: und dieses Ansehen hat den an den Ufern dev Elbe bey dev böhmischen Gränze in dev INähc von Königsstein, Schandau eie. gelegenen Gegenden den JNanieu Sachsens Al- ptu, (Sächsische Schweiz) verschafft: die schönste Vegetation mildert dort die Ernstlich des Gemäldes und verschafft ihm einen neuen Reitz. Aber nirgends stellen die Sandstein - Felsen ein sonderbareres Schauspiel, als zu Adersbach in Rühmen, dar: wir haben schon (§. 87.) von dieser bewundernswürdigen Menge ungeheurer Säulen und sonderbar bearbeiteter Massen von weisem Steine gesprochen, die sich mitten in dem schönsten Thalc erheben. Diese Formation ruhet auf dem Ur- oder Uebcr- gangs-Gebirge; allein Werner hat in ihren Lagerungs - Verhältnissen mit den altern Formationen nicht Data genug gefunden, um ihr relatives Alter abzuloilen: er denkt, dafs er jünger als der zwevle K a lk , d er (Musch e 1 k a 1 k) sey, Diese dritte Sandstein - Formation findet sielt auch in Nied er-Sachsen , am nördlichen Fnfse des Harzes: sie scheint da ein wenig mehr als hey Pirna zusammengesetzt zn seyn: man sichet dort auch Lager von Mergel-Kalkstein und ziemlich oft Steinkohle. Herr Hausmann, welcher selbige besonders sludirt. hat, bemerkte darin an einem einzigen Orle, zwölf Steinkohlen - Flötze, wovon aber nur zw eye bauwürdig sind; sie sind \on Schieferthon eingeschlossen. Dieser Sandstein ruhet auf Muschclkalk- stein, und isL also von jüngerer Formation, als dieser Kalkstein. Quarz - Sandstein. §. 284. Ich .werde noch einen sehr kiesigen Sandstein erwähnen, den ich nicht an Ort und Stelle, aber in zahlreichen Blöcken am Fui'se der Ra- «• i 3 «alt-Berge in Böhmen, Sachsen und Hessen gesehen habe: et 1 findet sieh da so häufig vor, dafs Werner ihn lange als ein Glied der Basalt- Formationen angesehen und folglich T r a |) p- S a n d s t e i u genannt hat. Er enthält in einigen '• heilen Quarzkövncr, die grofs genug sind, um ein wahres Gonglomerat (poudingue) ausznmaehen: das sio zusammenhaltende Biiulemiltel ist ein grober Quarz oder Hornstein, der bald schuppig, bald körnig, bald dicht ist. Olt sind die Körner sehr wenig zahlreich und man hat Massen von mehrern Cubik- Fufisen, die blos von Hornstein gebildet sind. Einer der berühmtesten Geologen Deutschlands, Hr, Voigt, würde nicht glauben können, dafs die fraglichen Sandsteine, welche blos aus Quarz gebildet zu seyn scheinen, Vereinigungen von Körnern seyen, die von der Zerstörung der früher vorhanden gewesenen Gesteine berrühreu; er denkt, dafs sio gänzlich durch Kry- stallisaiion an dem Olle, wo man sie findet, gebildet worden; dafs ihre Körner blos körnig abgesonderte ^Stücke, so wie die in den körnigen Dolomiten, und sie durch kein Zwischen -Bindemittel verbunden sind. Er ist durch die Beobachtung über die Structur dieser Sandsteine zu dieser Art zu sehen verleitet worden, welche Sandsteine, mit dem Vevgröfse- rungs -Glase untersucht, nicht aus abgerundeten Quarz- körnerti zusammengesetzt, sondern Körner oder ungestaltete Krystalle, von einem Krystall von hellem Gestein zu seyn, geschienen haben; nichts hat ihm die Anwesenheit eines Bindemittels entdecken lassen oder angezeigt. Er bemerkt zur Bestätigung seiner Meinung : 1 ) dafs mehrere Gesteine von ebenfalls körniger Struc- lur auch chemischer Bildung sind; ?.) dafs während der letzten Epochen der Flötz-Formationen sich eine grofse Menge Kieselerde abgesetzt und viel kieselartige Mineralien gebildet haben; 5i3 3) dafs die andern Sandsteine, welche von der Zer- Störung der altern Gesteine hernihreu, niclit mehr dasselbe Ansehen haben; dafs sie aus Kölnern von verschiedener Gattung und Gröfse, die offenbar durch ein erkenntliches Bindemittel zusamniengekittet sind, bestellen, während man liier blos eine homogene Masse vor Au- gen hat; 4) dafs die jüngel'n Sandsteine Theile von wirklichen Quarze enthalten, in welchen sie unmerklich übergehen. Seitdem ist Ilr. Voigt durch die Beobachtungen «los Iirn, Sartorius, welcher mit Hülfe eines starken Mi- croscops dahin gelangt ist, die krystallinisclie Form jedes Kornes einzeln genommen ru unterscheiden, in seiner Meinung bestärkt worden. I ) Schon seit langer Zeit hat Deine die Sandsteine als ein Product der Krystallisation angesehen: es waren seine blos zusammengewachsenen Elementar -S t a u b t h e i !- eben, und die Sandlager in YVestphalen, Libyen eto. waren in seinen Augen blos der letzte Niederschlag der Meere, welche unsere Mineral - Lager gebildet hatten. Ich werde nicht so weit gehen, allein ich werde die Meinung des Iirn, Voigt über die Beschaffenheit mehrerer Gesteine theilen, die jetzt als Sandsteine angesehen werden, und doch nur körnige Quarze sind. Ich habe' schon lange behauptet, dafs das unter dem Namen b i e g s a m e r S.a u d s t c i n (gres flexible) ans Brasilien bekannte Mineral, der Gegenstand einer solchen Irrung gewesen ist; ieli habe cs in diesem Werke wiederholt; und jetzt, wo wir nähere Naclirichteu über seine Lagerung haben, wo man uns sagt, dafs er Tlieil an Gebirgen von einem Sandstein mit senkrechten Schichten habe, w-elcher Sandstein aus durch ein chlo- ritisches Bindemittel verbundenen Quarzkörnern besteht, auf Chlorit - Lagern ruhet, Topasen enthält und mit grofsen goldhaltigen Quarzgängen durchzogen ist s) Freieslebeu. Geognostischer Bcytrag zur Konntnifs des Kupt'erschicfergebirges IV. Band- S. cöß. c). Slawe et JSswege. Annalcs des äWincs, tom. II. 5i$ zweifle ich jiicTit mehr , dai's es ein körniger Quarr, und sehr wahrscheinlich, von der Ui- oder tJeber^angs- Fonmiion sey* Ich inuls bemerken , dafs, indem ich alle verschiedene in dieser Abtliciluug besprochene Gebirge anführte, icli weniger zum Zwecke hatte, sie zu classificiren, als sie kennen zu leJiren imj die Verhältnisse zu zeigen, die es linier ihnen sowohl in der Zusammensetzung als Lagerung geben kann: denn sonst fehlen uns noch Data, um eine geognostischc Classification der Sandsteine zu machen; mehrere Mineralogen scheu die beyden Sandsteine in Thüringen als zu einer Formation gehörig an, in welcher der Zech st ein ein untergeordnetes Lager seyn würde; und der grüßte Thcil derselben sielieL in dem letztem, dem Quader.Sandstein, blos die obere Schicht des zweyten. Unabhängig von den clrey Haupt.-Formationen, ■wovon wir eben gesprochen Jiabcn, bestellet gewiß eine grofse Anzahl örtliche und partielle dergleiclien, sagt \Verner. Niveau, welches die Sandsteine erreichen, §. 235 . Ehe wir das schliefsen, was wir über die Sandsleine zu sagen haben, wollen wir einen Augenblick einen ziemlich sonderbaren Umstand ihrer Lage untersuchen. Da sic aus ziemlich oft großen Trümmern alter durch die Gewässer oder eine mechanische Kraft fortgeführter Gesteine gebildet sind, so würden sie sieh stets am Fufsc der Gebirge und in jNiederungen linden zu müssen scheinen. Sie sind auch gewöhnlich daselbst: allein gleichsam den zu allgemeinen Begriffen und den Systemen zu widersprechen, die wir uns in dieser Hinsicht machen könnten , zeigt die .Natur sie uns bisweilen auf den gröbsten Höhen, die wir erreicht haben. Als Ihr. von Humboldt auf dem Santa Barbara Gebirge in Peru •i.i.uo Metrcs über dem Meere war, ging er auf Kalkstein - Conglomcraten und Ouarz - Sandsteinen, Man findet sie auf den höchsten Ucbergängen der Alpen: im Mittelpuncte dieser Gebirge bey dem Mont-Blanc am Uebergange (Pafse) des fours, in mehr als 25 oo Metres Höbe, bat Saussure Sandstein - Lager beobachtet, die mit Gonglomerat - Lagern abwechsellen: die Stucken oder Kerne,'welche sic zusammsetzen, sind abgerundet, gleichsam als wenn sie lange von den Gewässern geschlagen und gerollt worden wären; sie geboren Gneisen, Eurit - Gesteinen etc. an, und sind durch ein kalkartiges und sandiges Biudemittel. zu- saminengekittet; an einigen Orten läßt die Zerstörung dieses Bindemittels die Kerne enthlöfst und abgesondert; und in dieser grofsen Höbe ist man verwundert, auf jenen Bolikiesclu, und Geschieben zu wandeln, die man gewohnt ist, nur in den Thalgründen und am Ufer der Flüsse zu sehen (Sauss. §. 778. etc. 2226), Wir haben den grofsen Conglomerat - Zug, welcher die Sehweitz durelischneidet, den Nagelfluh in einer Höbe von zweytausond Melrcs feste und sehr eiufaliendeLager bilden gesehen; wir haben ihn einen ganzen Kieselberg, den Hi gi, welcher fast diese Höbe erreicht, ausmachcn gesehen. Die höchste Spitze der Pyrenäen, der Mont Perdu, so wie die ganze Grundmauer, .welche sic trägt, von i 5 oo oder 2000 Metres .Höhe bis zu 54 00 Metres, bestehet in einem mehr oder weniger grobkörnigen und mehr oder weniger mit Kalkstein vermengten Sandsteine: das Korn in selbigen wird bisweilen so grofs, bis es ein -wahres Conglomerat bildet; sonst nimmt es sowohl an Gröfse, als in der Men ge dergestalt ah, dafs man nichts weiter als einen reinen und dichten Kalkstein hat, der mit dem 5x6 Sandsteine wechselt und vermeng'! ist, welcher immer die Hauptmasse bildet: und um den Umstand noch wunderbarer zu machen, ist dieser Sandstein in fast senkrechten Schichten und enthält eine ungeheure Menge von See - Körpern, hauptsächlich lcjiticnlarcs (Liusennm.srhcln) oder munismales Welche unbegrenikhe Umwälzungen können diese Schichten umgekehrt und gerade auf dem höchsten Puncte zweihundert Meilen (lieucs) in der Runde ein Gestein und Körper her, orgehraehl haben, welche sicli mir in «lern Grund der Meere erzeugen und absclzcu zu können scheinen? Z w c y t e A. b t h e i 1 u n g. V Oll de m F 1 ö l z k ;t 1 k s ! e i n c z ). §. 286 . Der Kalkstein niaelit die Hauptmasse der Elötzgebirgc aus, und diese Gebirge könnten wohl nur als ein ungeheures Kalk - Lager betrachtet werden, welches bis auf einige Lnlerbreebuugen die äufsere Decke der festen Erd-Masse bildet, und in welcher mau zu gewissen Epochen Elötzc von Sandstein, Gyps, Mergel, Thon etc. findet. Diese Zwischen-Flötze theilen die grofsc Masse in Stockwerke, welche durch die Epoche, in welcher sic erzeugt und abgesetzt worden, unter sich 1) Ramond. Voyage au Mont-Perdu. 2) Das heilst, Kalkstein in Lagen, indem er in den I'lützgebirgen meistens in beynalie söhligen Lagen oder Schichten ist. Die Engländer haben keinen besondern Namen, bisweilen gebrauchen sie Flülzlimestone, sonst secondary limeuone. OIJ abweichend, von verschiedenen Formationen sind; allein da dieselben JbJötze sicli nicht in guofse Strek- ken fortsetzen, so wird cs geschehen, dafs der Kalkstein einer gewissen Epoche oder Formation, welcher von dem, der ihn vorangeht, in der Zeil- folgc durch eine Gvpssehicln in einer Gegend getrennt ist, es in einer andern Gegend, von einer Mergelschieht seyn und man an einem andern Orte keine Trennung sehen wird. Die Muscheln, welche die Kalksteine enthalten, W'crden bisweilen dazu dienen, dem Mangel oder der \ eränderung der Zwischen - Lager ahzuheifen; allein dieses Unier- seheidungs - Mittel wird nicht bestimmt seyn: denn „cs ist sehr möglich und sogar wahrscheinlich, dafs der Kalkstein, welcher sich in einer gewissen Epoche nach dem Pole hin abgelagerte, Muscheln ein- schlofs, die verschieden von denen waren, die der zu gleicher Zeit unter dem Aerjuntor erfolgte Absatz umgab. "Wir bemerken noch, dafs der Einflufs der Oerllichkeilen ntn so merklicher ist, je mein- man sieh den jungem Epochen nähert, und wir w'crden bald sehen, wie schwer es ist, auf die Identität zweyer ein wenig entfernter Kalkstein-Formationen zu scliliefsen. Unterdessen erlauben uns die bis jetzt gemachten Beobachtungen in dem westlichen Theile von Europa, drey besondere Charactere darstellende Haupt-Formationen zu unterscheiden. E r s t e r Abschnitt., 5jlS Erste Formation, Die erste Kalkstein-Formation ist seit einigen Jahren in zwey Theile, den Alpen - Kalkstein und Jura-Kalkstein, gellieilt worden, die oft durch eine Gyps- Schicht von einander abgesondert sind: man rechnete zu der erstem die Kalkstein - Masse, welche in Thüringen über dem rollten Sandsteine (rothen Todiliegendeu) ist und besonders seine untern Schichten; allein in diesen letztem Zeiten sind einige Geognosten, wie wir es gesagt haben, verleitet worden, den Alpenkalkstein mit dem Ueber- gangskalkstcin zu vereinigen: andere haben keinen weitern Unterschied zwischen dem Alpenkalkstein und Jurakalkstein gesehen: andere endlich haben geglaubt, dafs es passend wäre, in den Jura-Gebirgen selbst zwev verschiedene Formationen, sowohl in der Beschaffenheit der Lager als der vorkommenden Fossilien zu unterscheiden. Die Data fehlen, um hier die Aufgabe in der Classification zu lösen. Man mufs zuerst sich mit ihrer Erforschung beschäftigen und Wir wollen diejenigen bekannt machen, die man gesammelt hat. Wir werden eine kurze Beschreibung der Formation in Thüringen geben, welche am besten bekannt ist, und werden sodann die Hauplziige derjenigen entwerfen, die man ihr heyzählt, nämlich den Alpenkalkstein, den Bitterkalkslein und den lias der Engländer; dies würde der untere Tiieil oder untere Flötz der alten Eintheilung seyn: der Jura- Kalkstein, wovon wir nachher sprechen weiden, würde das obere Flötz darstellen. 3ig F o r m a i i o n i n T li ü ringe n. Milten in Deutschland, im , Mannsfeldischen, im Thüringischen, und in einem Theiic des Harzes, Hessens und Frankens, hat man unmittelbar über dem Steinkohlen - Sandsteine (und rollten Sandsteine) ein grofses Kalkstein-Flölz, dessen mittlere Dicke i5ü Metres ist: es ist die älteste Flölz- kalkslein - Formation im Korden von der Donau E.s schliefst ein Kupfer enthaltendes Schiefer-Flötz ein, welches der Gegenstand mehrerer Baue ist, und welches, da es der wichtigste Theil derselben ist, ihr bisweilen den Kamen Kupferschiefer- gebirge gegeben hat. Wir ilieilcn cs mit dem Beschreiber dieser Formation, Kr. Freieslebca,. in zwey Theile: das untere, welches cias Kupfer enthält, und das obere, welche das Salz einschliefst 5 jedes derselben theilt sieh noch weiter ah; das er- stere in Mergel- und dichten Schiefer, (Eech- s tein); und das zweyle in porösen oder Höhlen- Kalkstein und in Stücksteiu 1 ). Zwischen diesen Flötzen findet man auch den Sulzgyps, wovon in der folgenden Ahtheilung die Rede sey n wird. j) Hr. Freiesleben hat in seinem grofsen Werke, Geo- gnostisclier Beytrag zur Kennt nifs des Ku p f e r s c hi e f er g e b ir g e s, auf die umständlichste Art das Ganze dev Flölz - Formationen des Mittelpuncts von Deutschland beschrieben. Da er lange Zeit Di- rector eines Theils der daselbsr gebaueten Bergwerke gewesen ist, deren Schächte und Stölln alle jene Formationen durchsetzen, so hat er Gelegenheit, gehabt, sie gut kennen zu lernen und sein Werk stellt gewifs die vollständigste Beschreibung dar, die wir noch von grossen geognostischen Formationen haben. 020 Mergel - Schiefer. §. 287. Der Mergel-Schiefer, welcher immer 'das unterste Flötz der Formation bildet, ist bald rein, bald mit Bitumen geschwängert, bald mit Sand vermengt: die drey von jenen drey Umstünden entstehenden Varietäten behalten ziemlich gewöhnlich dieselbe Ordnung von gegenseitiger Lage und theilcn also das Flötz in drey Schichten: die oberste, oder das Dach (das Hangende) ist ziemlich reiner Mergel; die folgende, gewöhnlich mit Bitumen beladene, bildet den bituminösen Mergelschiefer; und ciie unterste oder die Sohle (das Liegende) ist sandig; sie wird von den Bergleuten weil's Liegendes genannt, im Gegensatz mit dem Sandsteine, oder dem rothen biegenden, welches darunter ist, und wovon wir (§. 270) gesprochen haben. Das Flötz von bituminösen Mcrgelsehiefer ist sowohl in mineralogischer Hinsicht durch seine Zusammensetzung, als in geologischer Beziehung durch seine grdfse Verbreitung und Dauer sehr merkwürdig, welche bey der Lrforschung der Formationen der Gegend den Bezcichnungspunct derselben uus- niaclit; cs ist es auch für den Bergmann wegen der Metalle, die er aus selbigen nimmt, und für den Naturforscher durch die Menge der Spuren von Fischen und andern Tliiercu, welche selbiges enthalt. Es bildet sich im Maimsleldischcn vor, erstreckt sich nach Thüringen, Franken einer Seils, und nach dem Ilarz und Hessen andererseits; dieser grol'scn V erbreitung obngeaelilet ist seine Dicke im Mittel nicht einen Fuls; Hr, Freicsleben setzt sie zwischen acht und sechzehn Zoll (französ. Maats). Seine Masse besteht in einem ziemlich reinen, mit 02 1 Frdpech vmcl Kohle geschwängerten Mergel; diese Leyden Substanzen machen die meisten Rundstücke brennbar, und geben oimgefähr um ein Zehntheil in ihrem Gewieine ein; einige Theile sind jedoeli ganz davon entbleist; andere aber enlhalten dergleichen so viel, dafs sie bituminöse, sogar Steinkohlen-Theile enthaltende, Schiefer werden (§. 260). Dieses FIolz enthält auch gewöhnlich eine ansehnliche Menge Kupfer - und Eisen - Theilchen, welche bald in unsichtbaren Theilchen in die Masse eingestreuet sind, bald wahre Kupfer - Erze, Kupferkies, Kupfervitriol, Bimtknpfererz bilden. Sie sind der Gegenstand mehrerer wichtigen Baue, welche dem Flötze in dem Lande den Kamen Kupferschiefer gegeben hat. Lebrigens ist es mehr die Dauer, als die Menge in dem Metall - Gehalte, welche es wichtig macht; denn die als reich genug erkannten Theile, um der Gegenstand einer metallurgischen Arbeit zu seyn, nachdem sie gehörig ausgesucht worden, gehen kaum mehr als zwey pro Cent Kupfer, aus welchem man sodann ohngefähr acht Unzen Silber vom Gontner erlangt. Das Lager enthalt auch Blev, Kobalt, Zink. Wismuth upd Arsenik. An einer groisen Anzahl von Orten enthalt es auch zvvischeu seinen Blättern eine Menge von platten Fischen, welche nicht, mehr als zw'ey. Linien, Dicke und selten einen halben Zoll haben. Sie linden sich noch mit ihrer Hanl und ihren Schuppen vor und sind in eine Art von Steinkohle oder verhärtetes Bitumen verwandelt; übrigens schreibt man der Zersetzung ihrer weichen Theile das in. dem Schiefer enthaltene Bitumen, zu: oft ist auch ein Theii derselben verkiest. Sie sind gewöhnlich gebogen und in gezwungen scheinenden. Lagen II. Theii, % gleichsam als mim .sie einen heftigen Tod erlitten hätten. Jedoch glauben eine grofsc Anzahl von Personen, weiche sie in ihrer Lagerung mit Sorgfalt untersucht haben, dafs diese Lage die eines todten faidenden Fisches ist. und denken, dafs sie auf eine natürliche Weise auf einen Grund lielen, wo sie von den schlammigen Ablagerungen eingehiillt worden sind. Ilr. von Rlainville, welcher sich mit ihrer Bestimmung beschäftigt hat, fand darin Hechte, Häringe, eine Art Stör etc. Die deutschen iNlatur- for.sc.her glauben , dafs die Fische dieses Ortes fast alle Siifswasscr - Fische sind I ). Man hat in demselben Schiefer - Abdrücke oder Gerippe andei’er Tliiere bemerkt, welche ohngefahr drey Fufs Länge hatten, die man luv Krokodile oder Alfen gehalten hatte, und welche nach Ilrn. Cuvier zum Geschlecht der Eidechsen gehören und unter die Monitors gesetzt werden müssen, weiche Tliiere sich in den Sümpfen und den Flufs- Ufern aufhallcn 2 ). Obschon die Beste der Geschöpfe in dem Mergelschiefer selten sind, so hat man in selbigen doch einige Spuren von Korallen und Madrcporen gefunden: Ilr. von Schlottheim hat darin eine Art von Tri- bolite, die er nach der Beschaffenheit des Gesteines, welches sie enthält, tribolites hituminosus genannt hat, so wie zwey Gattungen von Muscheln (gry- phites aculeatus und terebratulites iacimosus) bemerkt. Derselbe Schriftsteller sagt, dafs man auch, obselion sehr selten, in demselben Schiefer Abdrücke von Pflanzen findet, welche den lycopodi- ums, Farrenkräutern und vielleicht dem phalaris- 1) I'reiesleben IV, Band, S, E&p Schlottheim. 2 ) Cuvier, Anim au .h fossiles, tom, IV. Geschlecht «»gehört haben. llr. Freiesieben hat darin .«ach Abdnieke von Weidenblüüern, einen Stengel von einem in Kohle verwandelten Bambusrohre und Stücken verkohltes Ilolz etc. bemerkt. Hr. Voigt, welcher Gelegenheit gehabt hat, des Mer- gelschiefer-Flötz auf meinem Puncten zu sUuliren, macht im Betreit seiner Formation einige Bemerkungen, welche mir zu verdienen scheinen, berichtet zu werden. „Dieses Flötz, sagt er, hat sich auf das Conglomerat und dem tothen Sandstein in einem Zustande von Buhe und Reinheit abgehetzt, welchen man nicht ohne eine wahre Empfindling von Bewunderung betrachten kann. Kaum hat ein bewegtes Meer aufgehürt, eine unermefs. liehe Menge von Geschieben aufzunehmen, sie fortzit- l'ollen, sie gleichförmig auf seinem Grunde auszubreiten, als sich ein SaLz von unendlich zarten Mergel-Bitumen- und Kupfervitriol - Ttieilchen lagerte, in welchem von Weite zu Weite ein Fiscji begraben worden, und seinen Abdruck zurtickaeiasseu hat. Einen Aucen- bück vorher sähe man nicht eine Spur von Kalk und von diesem Moment an ist alles Kalk: einen Augenblick vorher, war es blos eine Anhäufung von grofsen und kleinen Geschieben , und von diesem Moment an sieht man sogar kein Sandkorn mehr. Die Ufer des Meeres waren dieselben, als in der Zeit der Anhäufung der Congloiuerate und des Sandsteines; die Elüsse, welche die Kiesel und Steine, die jene Gebirge ausmachen, mitgebracht hatten, haben ihren Lauf nicht verzögert und doch ist ein Sandkorn von der Gröfse einer Erbse in dem Mergel - Schiefer, in dem Kalkstein, in dem Gyps, mit einem Wort, in allem auf jenem Kieselund Sandstein - Flötzen liegenden Flötzen eine sehr grofse Seltenheit“ D. Dichter Kalkstein. Zechstein. §. 288. Unmittelbar über dem Mergel - Schiefer befindet sieb stets ein dichter, harter und sc]»- 1 ) Voigt, Praktische Gebirgskunde. J, 5i. X 3 zäher Kalkstein von aschgrauer oder schwärzlicher Farbe mul. ohne je Jas schiefrige Ansehen zu haben, deutlich geschichtet, wenigstens eben so vollkommen, als das darunter befindliche Lager. Dieser Kalkstein wird von den Bergleuten des Landes Zechstein genannt; er bildet ein Flölz, dessen Dicke nur einige Moires betrügt, welches aber an gewissen Orlen bis zwanzig mul dreyfisäg dergleichen bat: bisweilen ist cs ein wenig mit Thon vermengt, und uüliert sich dem Mergel; es enthalt einige Ädern und Körner von Kalkspalh und Gyps: man hndcl in selbigem auch einige .Quarz-Krystalle, einige Glimmerschüppchen und seilen einige abgeplattete Thonmassen. Die Kupferkiese und das Weifskupfer sind darin ziemlich häufig, es gieht auch einige Körner Bleiglanz. Im Allgemeinen enthält es wenig Versteinerungen; man hat jedoch darin einige Koralliten und Milieporiten, so wie einige Arten von Tcrdbralu- lilen, unter andern die lerebratulites alalus und la- cimosus gefunden : man führt auch Ammoniten, Serpuliliten etc. an. Dieses Kalkstein - Flölz enthält einige Schichten, deren Korn ein wenig gröber, die Farbe gelblich braun ist, und welche eine ziemlich grofse Menge versteinerter GrypLiten enthalten, sie 'sind in selbigen gleichsam Familienweise; es sind hauptsächlich gryphites aeuleati; bisweilen auch, obsehon seltener, gryphites rugosi: Hr. Voigt hat dieses Gestein G r y p h i t c n - Kalkstein genannt. Vcr- gleicht man die Wesen, die es enthält, mit denen, welche in dem unmittelbar darunter liegenden Mefk gelschiefer enthalten sind, so fragt sich, woher kommen jene Gryphiten, wovon man keine Spur 2 ,1 in dem Schiefer sieht ’); und was hat aus selbigen so plötzlich die Fische entfernt, welche in diesem Schiefer so häufig sind, und •wovon man hier keine Spur mehr gewahr wird? Höhlen -KalksLein. §. 289. Ueber dem dichten Kalksteine befindet sich ein anderes Kalkstein - Flötz, welches in dem Lande den Namen Rauchwacke fuhrt: dies ist ein wahrscheinlich mit Kieselerde beladener Kalkstein: er ist dunkel, bisweilen schwärzlichgrau, von einem bald schuppigen, bald kleinkörnigen, bald (obschon selten roggensteinarligcn Bruche) hart, fest, und voller Poren oder Höhlen. Letzteres Zeichen ist ausgezeichnet; cs stellt sich sogar in Theilen des Flötzes dar, welche die dichtesten zu seyn scheinen: die Höhlen in selbigen sind eckig, lang und enge (wie in einem zerspalteten Letten); ihre Scheidewände sind mit kleinen Kalk - Kryst allen besetzt: oft sind, sie beträchtlich und sogar einige Mctres lang und breit; sie sind immer platt und mit dem Lager parallel. Bisweilen enthält dieser Kalkstein mitten in seiner gewöhnlichen Masse gleichsam Stucken von derselben Substanz, oder einer sehr wenig davon abweichenden Substanz : sie sind von dem übrigen Gesteine sehr verschieden. Au einigen Orten sind sie ohne ein zusammenhaltcndes Bindemittel und das Lager ist sodann ein wahrer Haufen isolirler St ei ne. 5) ITr. Voigt wufsic nicht, dafs Ilr. von Schlottheim einige Gryphiten in dem Schiefer gefnnden hatte; allein seine Bemerkung ist darum in Bezug auf die lösche nicht weniger wichtig. 020 Sie enthält nur sein* wenig Versteinerungen: man liat darin einige Gryphiteu und Camiten gefunden. Wenn sie rein und dicht ist, so hat sie kaum mehr als einen Metre Dicke und oft noch weniger; allein in den höhligcn Arten, besonders wenn die Höhlen beträchtlich sind, erreicht sie fünfzehn und sechzehn Metres. Stinkkalk. (Stinkstein), §. 290. Auf der llauchwacke hat man ein Lager von Kalkstein, welcher einen sehr stinkenden Geruch ausdünstet, wenn man ihn reibt, welches ihm den Namen Stinkstein gegeben hat *). Er ist schwärzlichbraun; gewöhnlich ist er in dünne und ebene Platten gethcilt, welche ihm bisweilen ein schiefriges Ansehen geben; sonst ist er dicht und sein Bruch ist dann ein wenig körnig. Der Luft ausgesetzt, entfärbt er und zerspaltet sich leicht. Er bildet ein Flötz, dessen Dicke von einem bis dreyfsig Metres verschieden ist. In gewissen Theilen wird seine Masse thonig und fast ohne Festigkeit: in diesem Zustande enthält er eine mehr oder weniger beträchtliche Menge Stücken von dichtem und hartem Stciukalk, bald von prismatischer j) Dieser Geruch ist dem Schwefelwasserstoff ähnlich, llr. John hat sich mit Aufsuchung des Stinkstoffes beschäftigt; er hat eine grofse Anzahl von stinkenden Steinen und schwarzen Marmoren analysirt, und hat in allen ein wenig Kohle und Schwefel gefunden. Kr hat diesem Steine den Namen lucullaiie gegeben: Lucuüus halte zu Rom den Gebrauch der schwarzen Marmore eingeführt, man nannte sie dort folglich lucullri mar- mores. 0 2J Gestalt, bald Scheiben ähnlich, welche höchstens acht Zoll Länge oder Breite und einen und einen halben Zoll Diebe haben, aber immer eckig und mit scharfen Kanten versehen sind; sie liegen in allen Richtungen: man würde eine der ausgezeichnetesten Breccicn zu sehen glauben; aber Hr. Freiesieben bemerkt, dafs alles zu dem Glauben führt; diese Kalkstein - Stücken seyen keine Bruchstücken von früher vorhanden gewesenen Gesteinen, ob- sehon sie das Ansehen derselben haben, und mitten in der sie umgebenden Masse durch eine Annäherung und Vereinigung von Kalktheilehen gebildet worden sind : sic bestehen fast ganz aus kohlensaurem Kalke, während die umgebende und zerre! bliche Masse Thon ist: Sie haben ihr Daseyn von Entweichung der beyden Stoffe. Bisweilen ist die Zcrlhcilung vollkommen, und das Flötz zeigt, hauptsächlich an seinen untern. Theilcn, eine durchaus der Asche ähnliche Substanz, und welche wirklich diesen Kamen in dein Lande führt. Wenn sie durchnäfst ist, so hat sie ein wenig Festigkeit; allein sobald sie trocken ist, reicht der leichteste Druck hin, sie in einen äufserst feinen Stau!) von grauer Farbe zu verwandeln und dessen Theilchcn kryslallinische Blätter sind: wenn sic einen gröfsern Umfang erlangen, bilden sie einen rauh anzufühlenden Sand, dessen Körner, mit der Lupe betrachtet, krystalliniscli sind; wenn endlich diese Körner uud Stückchen Zusammenhängen, welches bisweilen geschieht, so entsteht daraus ein wahrer Kalkstein. Mitten in dem Pul verstoße findet man auch Tlicile von hartem Kalksteine, wie in der zerreiblichen Masse; und I Ir. F reiesleben, welcher von Neuem bemerkt, dafs sie eine Wirkung der Ur - Formation sind, führt 5s8 deshalb eine interessante Thalsnclic an: er hat in einem Bergwerks - Stölln , weicher das Flölz durchsetzte, einen Strich von aas Kornern von Quarz, kryslalJinischen Kalkköi'neru und einem grünlichen Thonn zusmnmmen gesetzten Sande bemerkt; und nachdem er gesagt hat, dals man ihn als Beyspiel einer mechanischen Ablagerung, mitten unter chemischenKie- derschlägen aniühren konnte, fügt er hinzu: „Jedoch „scheinen mehre]';: Sandlagcr wahre chemische Pro- „duetc und das Resultat eines JSiedersehlages von „Kieselerde zu scyu , welche Substanz jenem Lager „nicht fremd ist; so sichet man zu "VVicderslädt, „m itien in den Aschen kleine Sandlager, welche „nur dünne Streifen von einer "Vereinigung sehr „kleiner Quarzdruseu sind, deren Höhlen Kalk ans- „füilt: wenn man sie in Salpetersäure legt, so löst „sieh der Kalk auf, und es bleibt nichts weiter als ,ein Quarz - Gerippe von einem zerfressenen Ansehen.“ An einigen Orten, mitten in den gewöhnlichen Aschen , findet man Mieren oder dünne Streife» ans gatiz reinem kohlen sauren Kalke .gebildet: es sind pulverige, aus weifsen Stückchen zusammengesetzte Massen, von perlmuUernriigem oder silberweifsein Anseheu, Stückchen Talk ähnlich; welches ihm den Manien erdiger Talk von einigen deutschen Mineralogen verschafft hat. Es ist Werners S ch a umerde und der chaux carbonatce nacrec talcpicuse von kirn. Brogniart. Wir hahen in dem obersten Flölz der Formation zwey Haupt - Schichten unterschieden, nämlich: die Rauchwneke und den Slinkkalk (Stink- slein): man könnte sie Idos als eine anseben, denn ihre Gränzen sind nicht deutlich, ihre Substanzen 'J29 vermischen sich oft und vermengen sich bisweilen sogar mit dem Zechstein. Dieses oberste Flötz isl dasjenige, welches den Salzgyps enthüll. Alpen-Kalkstein. In den Alpen. §. 291. Die Alpen von Frankreich bis nach Lngarn sind im Norden mit einem ungeheuren Kalkslein - Zuge von zehn Meilen (Jieucs) Breite im Mille] begränzt, weicher sieh bis zu einer Höhe von viertausend Moires erhebt (§. 244); allein da er auf dem trgebirge liegt, ist die Dicke des Kalkstein - Lagers nicht mehr als 2600 Mclres nach Hm. Fix 1. Fs ist in der Richtung seiner Länge durch ein Thonschiefer - Lager in zwey heynahe gleiche Ti teile gedieht: der darunter liegende Tlieil ist ein T: ebergangs-Kalkstein und der andere der Alpen-' Kalkstein. Seine gewöhnliche Farbe ist dunkclgrau, die oft ins schwärzlich - oder bläulichgraue. allein bisweilen auch ins hell- und rölblich- oder gelblichgraue iibergelit: in dem Salzburgischen Lande hat II r. von Buch die untersten Schichten gewöhnlich rotli und die obersten weifs gesehen: im Allgemeinen bat mau bemerkt, dafs die Farbe in der Tiefe dunkler ist und. heller wird, je höher man kommt. Sein Bruch ist dicht, schuppig, bisweilen sogar kleinkörnig, und dann kann er als Marmor gebraucht werden. Fr ist deutlich geschichtet; die Schichten desselben sind oft sehr gekrümmt und haben eine starke Neigung; sic fallen im Allgemeinen nach Süd, das heilst, gegen die Ur- oder Ucbcrgaiigsgcbirge, aul denen sie ruhen, ein. Sie enthalten, hauptsächlich in den obersten Thcilen, eine grofse Menge Knollen von Feuer- 55o stein und Kugeln von Hornstein: dies sind fast die einzigen Mineralien , welche sic enthalten. Man findet darin ebenfalls sehr wenig Metall-Erze, ohne die Adern oder dünnen liolheisen-Schichten und einige Gange vou Weilsgiilligerz : Personen rechnen zu dem Alpen - Kalkstein die grofsen Massen vou Spalheisen Loy Eisenherz in Steiermark. Men hat darin ziemlich oft Steinkohlen-Lager bemerkt: sie sind in selbigen wenig beträchtlich und von mittelmäfsiger Güte; wir werden in Kurzem auf dieseu Gegenstand zuriiekkomnien, und uns beschränken , hier zu sagen, dafs sie mit Mergel- Thon und auch Sandstein begleitet sind. Was den Salzgvps und Salzthon anlangt, den man in beträchtlicher Menge in dem Kalkstein der Alpen oder vielmehr auf diesem Kalksteine lindet , so werden wir davon in der folgenden Ahlheilung handeln. Die Aluschein sind in dem Alpen - Kalksteine sehr ungleich verbreitet: lläumo von einer beträchtlichen Ausdehnung sind durchaus davon entblofst. Diejenigen, welche für diese Formation charactc- ristisch. scheinen, sind die Ammoniten und Len- ticaularitcn: sie sind begleitet mit Koralloliten, Austern. Bucoiniten, Echiniten, Belmniten etc. Diese verschiedenen Fossilen sind gewöhnlich in besondern Lagern geordnet und vereinigt, seilen sind sie, ausser die Ammoniten, in dem Gestein zerstreuet. Ilr. von Sehlotiheim hat an einigen Orten bemerkt, dal's sie bis zu einem gewissen Puncte nach der Ordnung der specifischcn Schweren geordnet scheinen: so hat man in den untern Schichten grofse Ammoniten, wovon einige mehr als sechs Fufs Durchmesser haben (ammonit.es colubratus) und in den obern Schichten sind die Lenticularilca häufig. 5i)l Hr. von Buch bemerkt, dafs in dem Salzburgschcn Lande , so wie in einigen andern Gegenden Deutschlands, der Kalkstein von dem Sandsteine, auf dem er ruhet, durch eine an Fossilen, hauptsächlich an Entrochiten und Trochiten, sehr reiche 'Schicht getrennt ist, uud dafs ihre Menge im Allgemeinen abnimmt, je hoher man steigt. Dieser Mineralog und Hr. von Humboldt suchten zuerst. dem nördlichen Kalksteine der Alpc-n seine geo- gnostisclie Stelle auzuweisen. Seitdem ist er der besondere Gegenstand der Studien des Hin. Esclier gewesen: indeni dieser Gelehrte ihn in seinem Ganzen betrachtete, da er sähe, dafs der dem Urgebirge zunächst liegende Theil ein krystallinisches Korn hat, dafs die folgenden Schichten von einem schwarzen und mit viel Kieselerde und Tlion vermischten Kalksteine gebildet sind, dafs endlich die äufsern Schichten iu einem dichten und von einer solchen Mischung freyen Kalksteine bestehen, so glaubte er, dafs er in mineralogischer Beziehung, in Uebcrgangs- Kalkstein, Hochge- b i r g s - Ka 1 k s t e i n und Alpen - Kalkstein “etheilt werden könnte: in geognosLischer Beziehung vereinigt er in dieselbe Classe die beyden ersten Kalksteine, und hatte die gemeiniglich angenommene EinUieilung, den Uebergangs - und den Alpen - Kalkstein ; allein seit einigen Jahren hat ihm eine neue Untersuchung der Orte gezeigt, dafs in der Wirklichkeit keine Gränze zwischen diesen beyden Gesteinen bestund; und nach Urkunden, die er die Güte hatte, mir endlich zu übergeben, glaubt er nicht mehr, sie trennen zu können. Hr. von Cliar- pentier ist in derselben Meinung, und setzt allen Kalkstein in der Schweiz ganz in die Uebergangs - Gebirge zwischen die grofse Sandstein • Formation und den Ur- Boden ; für ihn giebt es keinen Alpen - Kalkstein mehr. 0,->2 hi andern Gegenden. §. 292. Der Alpen - Kalkstein bildet in Frankreich einen grofsen Theil der Gebirge der Dauphine mul der Provence. F.r nimmt den Fuis des nördlichen Abfalles der Pyrenäen ein, indem er da einen fast zusammenhängenden Zug von einigen Meilen Breite bildet: er Jublet ferner, auf dem loche und in der Mitte der Kette, die höchste Spiz- z.e (den Mont Perdu) die Thürme (lours) von Mar- Lore, und die grofsen anliegenden !\ alksti in - Massen. Fr ist wahrscheinlich muh jnehrern andern Pmietcn Frankreichs vorhanden; allein da er dort mit dem Iura-Kalkstein hedeckl ist, so ist es schwer, mit Genauigkeit die Gegenden anzugehen, deren Boden er ausuiacht. England stellt in seinem nördlichen Thcile einen grofsen Kalkstein - Zug von ungefähr vierzig Meilen Länge, zwischen dem Stciiikoideu - Gebirge und dem Sands Lein mit Thon (red marJe), wovon wir ( §. 2d j .) gesprochen halten , dar. J' ese Lagerung macht ihn also in geognostiseher Lk ie- hung dem Alpenkalksteiu ähnlich, uas heifst, dafs er in England dieselbe Stelle einnimml, als der Alpen - Kalkstein in der Schweiz und der Zechstein in Deutschland; denn sonst ist er wesentlich von diesem Gesteine durch seine mineralogische Beschaffenheit verschieden. Er unterscheidet sich hauptsächlich durch seinen Gehalt an Biüererde (mague- sie) oder vielmehr Magnesit, welcher sich bisweilen bis fast zur Hälfte seines Gewichts erhebt: daher der ihm gegebene Kante Bilterkalk (magnesian- limeslonc). Er ist im Allgemeinen von einer gelblichen oder hellbra imgelben Farbe, von einer ein wenig körnigen und zuweilen entschieden roggen- 353 slcinartigon Textur und hat eia wenig Glanz. Ei* enthält Bitumen und. nähert sich also dem Stinkkalk, wovon er übrigeus knollige Massen von schaliger und strahliger Textur enthält. —• Man hat darin einige Korner Bleyglanz gefunden. Was die Fossilen betritt. so sind sie darin wenig .zahlreich ; Hr. Winch führt Encriniteu, zwcysclialigc den Donax, den Miefsmuschel- ( monlesj) Geschlechtern ähnliche Muscheln etc. und den Abdruck eines Fisches an, welcher zu dem Ghnclodon - Gesddechte zu gehören scheint x ). ■ ■ England stellt auch noch einen (andern Kalkstein dar, welcher vielleicht mehr mineralogische Aehnlichkeiten mit dom der Alpen haty allein weD clier davon in Beziehung der Lagerung wesentlich verschieden ist; denn er ist; aiif den Sandstein mit Thon (red marl) aulgelagert: ich spreche von dem bläulichen Thonkalkstein, gemeiniglich Sliick- kaJkslcin, lins, genannt. Nach den von den-Herrn Smith, Conyhcare, Buckhmd, Horner, Phillips und Kidd gesammelten und bekannt gemachten Dalis Bestehet diese Formation in einem "Wechsel von dünnen Kalkstein, und bituminösen, Tlieile dieses Kalksteins enthaltenden, Schichtet). Mau findet darin viele Ammoniten, Nauliliten, Pectiniten, Tc- rcbratuliten etc.' so wie Abdrücke von in Steinkohle verwandelten Gewächsen. Der obere Theil stellt einen weniger dunkeln, manchmal auch hellgrauen, und fast dichten Kalkstein dar, welcher sehr selten einen Fufs Dicke hat, sich in Platten theiltundzum Steindruck dienlich ist. i) Trans, of tlie geob soc. Com, IV. O O Jr Hr. vou Humboldt rechnet auch zu dem Alpcn- Kalksteine die Gebirge von fast ganz Wen-Andalusien in dein südlichen America. Das Gestein dort ist scliwärzlichgrau , dicht oder körnig, enthält'einen Zoll lange Krystalle von einem sehr durchscheinenden Quarze, und welche ihm ein porphyrartiges Ansehen gehen. Seine Schichten sind sehr geneigt und gekrümmt: sie sind mit Schichten von bisweilen Kohlehaltigen Mergel, Sandstein und auch Rolheiscnstcin vermengt. Wir bemerken noch nach den Beobachtungen dieses Gelehrten, dafs der Alpen-Kalkstein in Amerikasehr reich an metallischen S ubstanzen ist; die berühmten Silberbaue von Real Ca- torce, und mehrere andere bey Zimapan im Mexi- canischen, so wie die von Paseo und liualgayoc in Peru sind in diesem Kalkstein. Was das ungeheure Kalklager betrift, welches fast ganz den weiten Bassin des Missisippi in dem nördlichen America bildet, so haben wir nicht einmal Data genug, um sic unsern Formationen nahe zu bringen. Der Kalkstein ist dort, sagt man, allgemein blau, bald hell, bald dunkel; er ist in horizontalen Schichten, und enthält Kiesel: er wechselt mit einigen Sandstein - Schichten und scheint auf einem rothen Sandsteine zu ruhen; er trägt, fügt man hinzu, die grofse Steinkohlen - Formation, welche sich von den Ufern des Ohio bis nach Pensyi- vanien erstreckt. Iura-Kalkstein. §. 290. Der Stein, welchen man gewöhnlich mit dem IN amen Iura-Kalkstein bezeichnet, ist hellgrau , von muschligeu und glatten Bruche. Er bildet den Kern des Mont-Iura. Darüber in dieser Kette findet man Schichten von einem J.Kl lockerem Gewebe, einem Hellgrau. uml ■welche sieh in die Ebenen der Frauche - Comte erstrecken : Hr. Omalins und mehrere andere INnltirlor- scher sehen sie als zu einer verschiedenen lind spiitern Formation gehörig an. Der Kalkstein des iura enthält oft Thon und bildet also Mergel-Lager, weiche mit dem reinen Kalksteine wechseln. Oft auch nimmt er die Ilog- genstein - Textur an: so hat Sanssurc auf dem Mont- Salive und auf dem höchsten Gipfel des Iura, den Dole, ganze Lager beobachtet, welche ihm blos aus abgerundeten Körnern zusammengesetzt geschienen haben. Der Kalkstein des Iura ist sehr ausgezeichnet geschichtet: die Schichten haben von zwey bis fünf Fufs Dicke; ilirStreichen zeigt eine grolseRegelmü- fsigkeit, es ist von S. S. W. nach jX. N. O. und ist also vollkommen das Streichen der Kette. Was das Fallen anlangt, so ist es sehr verschieden: es scheint, dafs der Iura ursprünglich aus mehrern gleichlaufenden kleinen Ketten und in Eselsrücken Gestalt gebildet war, welche aus mehrern mit ihrer Achse concentrischen und folglich wie Gewölbebögen gebogenen Schichten bestunden; allein dafs nachher die Erniedrigung des Bodens diese Einrichtung verändert und den Parallelismus an einer gro- fsen Anzahl von Orten verschwunden gemacht hat. (Sauss. § §. 552 . und folgende). Wir bemerken noch, dafs oft in dem Mittelpunct des Berges und unter dem loche des Eselsrüekens die Schichten in einer senkrechten Lage sind. Der Iura enthält eine beträchtliche Menge lieber- rcstc von Zoophyten und Musebein: der dichte und barte Kalkstein, welcher den Kern der Gebirge bildet, enthält deren zwar nur wenige, allein sie sind m den Mergel - Schichten der Oberfläche häufig. Obschon die Beobachtung das Yerhnilnifs, welches zwischen den verschiedenen Lagern und den verschiedenen Muschel - Arten statt linden kann, noch nicht hinlänglich bestätigt hat, so sagt I!<\ von. Schlottlieim, dafs man in den allem Lagern hauptsächlich Corallitcn, die Art Encrinilcn, welche die Cariophylilen liefert, einige hesondre Gattungen von Orthoccratiten , iVumismalilen, Belemnitcn, Ammoniten; mehrere Arten von Eebiniu ii „ Auslern, Bucciniten etc. hat. ln den minder allem Lagern, sind es, aufser einigen Echinilen, Belenmiten und Ammoniten, hanptsäehlicli Tnrhinit.cn und 1 erebra- tnlitcn, so wie einige Abdrücke von FisoLzalimm. Diese Körper sind sehr ungleich verbreitet; und auch hier scheint jedes Musehellager eine besondere Familie zu enthalten. Der Kalkstein des Iura enthält wenig fremde Lager. Man sichet in selbigem jedoch: 1) Mergel - Lager, welche Zuw eilen Gyps und Schwefel enthalten ; 2 ) Thon-Lager: einige sind mit Steinsalz geschwängert; daher die Salzquellen, welche aus dem Mont-Iura kommen. 5) Lager von Eisen-Erz hauptsächlich in Geoden und Rotheisenslcin - Körnern bestehend : sic finden sich hauptsächlich mit den Thonlagern vor, welche nach dem obern Tlieile der Formation zu sind. 4) Einige dünne Lager von Steinkohle. 5) Erdpech - Lager : man hat eins dergleichen von drey Melres Dicke in dem Val - de - Travers; bey Orbe ist ein ähnliches vorhanden: es ist zer-* 557 kliiftct und die Klüfte enthalten Steinöl: das Erd- peeh des Val-Sl. Julien ist in demselben halle. Die Bimmen-Lager des Departements des Ain gehören zu derselben Formation. Orte des Vorkommens. §. 284. Der Kalkstein, wovon wir ehest gesprochen halten, bildet nicht allein die Iura-Berge, sondern er verbreitet sieh auch gen Osten, in Schwaben bis nach Böhmen, im Westen macht er die Se- vennen, die Kalksleiu- Gebirge von Bar-Languedoc aus, und Bildet am Fufse der Pyrenäen mit dem Alpen-Kalkstein, die Gebirge der Corbieres südlich von Narbonne. Man findet ihn auch im Innern von Frankreich, wo er den Boden des Queroi, eines Tlieils des llouergue, der Lozcre etc. ausmacht. Uebeigens ist es, wie wir bemerkt haben, schwer, die Gebirge, welche zum Alpen - Kalkstein gehören, von denen zu unterscheiden, welche zum Iura - Kalkstein gehören: die beyden Gesteine micl sogar die beyden Formationen sind einander sehr ähnlich, dergestalt, dals mehrere Geognosten sie in eine einzige vereinigen: sie bemerken, dafs, wenn sie in den Alpen in Berührung sind . man da keinen Unterschied erkennen kann. Auf den Appcnninen ist cs unmöglich, sie zu unterscheiden. An den Orten, wo man Gelegenheit gehabt hat, die Auflagerung des Iura - Kalksteins zu beobachten, findet inan dieses Gestein auf dem Kalkstein der Alpen oder der Urgebirge gelagert: so siebet inan selbiges über Basel, in dem Einschnitt, worin der Rhein fiiefst, unmittelbar auf dem Granit- oder Gneise liegen. In der Schweiz wird er von dem weichen Stein (mollasse) oder Sandstein, wozu der It. T!:cil, Y 358 Nagelfltth gehört, befleckt. TTr. Eseber bat ihn an einigen Orten unter Lagern eines eisenhaltigen Thoues gesehen, worin Erz in Kornern enthalten war. \ielleicht mufs man zu dem Kalkstein des Iura die hormation des Koggen stein - Kalksteines rechnen; sie ruhet auf dem lias oder wird von demselben blos durch eine mit Ein.men gcsehwängcrie Schiefer-Mergel - Schicht getrennt. welche ihm sehr wahrscheinlich angehörl. Diese Formation besieht in einem Wechsel von Thon - oder Alergelsand, und Lagern von Kalksteinen, die oft eine Roggen- stein - Structur haben: sie verschafft übrigens vor- trcilliehe Quadersteine. Die Fossilen, welche man darin am häufigsten findet, sind Ammoniten, Jvau- tilen , Mylulilen, Miefsmuschcln (moules) und Korallen. Wir haben gesehen, dafs Ifr. von Hum- hold geneigt war, sie mehr der zw r eylen Sandstein- Formation (Sandstein mit Thon) nahe zu bringen , und Hr. Buckland rechnet sie zu einer Epoche, die nach Werners Muschelkalk gefolgt ist. Ilr. von Humboldt hat in America einen Kalkstein beobachtet, welcher ihm mit dem des Iura viel Analogie zu haben scheint, und welcher Lager eines keine Quarzäderchen enthaltenden und dem Hornstein sich nähernden Lvdischen Steines enthält. Er siebet auch den Kalkstein, welcher in Mexico die berühmten Bergwerke von Tasco und rdniilotepec enthält, von derselben Formation an. 0 f Z \v e y t e r Abschnitt, Zweyte Kalk-Formation. Muschelkalk von Werner. Calcaire horizontal (horizontaler Kalkstein) von Hm. Om ali us. §. 290. Ueher den himten Sandstein, welcher in Thüringen die erste Kalk - Formation bedeckt, befindet sich eine zweyte Formation, die Werner F1 ö tzmu sc helkalk nennt, wegen der sehr grossen Menge von fossilen Muscheln, die er enthält: hauptsächlich durch diese Muscheln unterscheidet er sich von der ersten Formation; sic unterscheidet sich auch durch die fast gänzliche Abwesenheit des Stickstoffes, und durch mehr Gleichförmigkeit in der Zusammensetzung. Der Kalkstein, welcher sie ausmacht, ist im Allgemeinen von einem graulichen oder gelblichen Weifs, einem dichten, meistens ein wenig schuppigen und matten, Bruche, bisweilen jedoch ist er auf ziemlich grofsen Uäumen körnig und nimmt Theil- weise das kryslalliniscne Ansehen; sonst wird dieses Ansehen erdig^und das Gestein zeigt eine schiefrige Textur. Er ist sehr deutlich geschichtet, und . seine Schichten sind gewöhnlich horizontal (söhlig) daher der Name horizontaler Kalkstein, welcher ihm vom Hrn. Omalius gegeben worden, und soviel als Flotzkalksuin ist (286), 3 4o Teil ■will weffen dieser Benennung bemerken , dafs im Allgemeinen die Gebirge von neuer Formation sich in horizontalen (söhligen) Schichten daistellen and die* auf eine desto mehr bezeiclinete Art, je neuer sie sind. (§• H.5)» Saussure halte diesen Umstand im Gesiebt, als er sagte: , Die Flötz^ebirge sind um so unregelniäfsiger. je mehr sie sich den Urgebirgen nähern 44 . Hr. Oma- lius drückt sich auf eine bestimmtere Art aus: „Fn einem und demselben Bassin, sagt er, sind die Gebirge in geneigten Schichten immer älter, als die in söhligen Schichten; 44 und von diesem Grundsätze ausgehend, hat er die horizontale Lage zum unteiscbeidenden Kennzeichen einig/;V Gebirge genommen. Hr. Buckland hat: eben so gehandelt; er hat die Flötzgebirge in zwey Ciasscn getheilt: die erste gellt bis zum Steinkohlen- Gebirge, und die zweyle von diesem Gebirge an bis zu den Uebergangs - Formationen, Zwey Ursachen schei- ai eil diesen Giundsatz zu unterstützen: 1) Da die letztem Gebirge liauptsachlicli aus Ablagerungen bestellen, so müssen sie in söhligen Schichten abgesclzt worden seyn; wahrend die andern jaus chemischen Niederschlagen gebildeten, in sehr geneigten Schichten abgesetzt worden seyn können, und also die Erhebungen und Senkungen mehr darstellen müssen. Allein Letztere Ursachen haben auch auf sehr wenig alte JMasscn gewirkt 5 so findet man auf der Insel Wight nicht allein Kreide Schichten , sondern auch Schichten von Sand und Thon der letzten Formationen in einer senkrechten Lage. Folglich isi Ilm, Omalius Grund« satz nur allgemein Wahr. Die Kiesel und kieselerdigen Productc sind in dieser Formation häufig; meistens sind es braune oder tveifsgelbliehe Feuersteine von zwiebelartiger Gestalt, bisweilen weifsliebe Kugeln von einigen Zoll Durchmesser bildende und sielt in concentri- sche Schichten abtheilende Ilornstcine, wie zu Ingolstadt in Bayern; sonst hat man kleine Schichten oder Plauen von ein bis zwey Dicke bisweilen dem Hornstein und sogar dem las]3is sich nähernd. Die.se Formation enthält nur eine sehr geringe Anzahl von fremden Lagern. 3) Einige Lager mit Rotheiscnslein, welcher dergestalt darin in Menge enthalten ist, dafs es sogar als Erz angesehen werden kamt. Man findet darin auch Körner von Bleiglanz. 2) Einige Lager von Steinkohlen - Thon , in welchen man Adern oder kleine Lagen einer Steinkohle von mittelmäfsigcr Güte siebet; Hr. vonSchlolt- heim hat an ihrer Thon-Hülle Abdrücke von Zweigen und Körnern bemerkt, welche keine Aehnlich- keit mit unsern jetzigen Pflanzen haben. 3 ) Einige Gyps-Theile.. Orte des Vorkommens. §. 296. Der söhlige (horizontale) Kalkstein scheint uns in Bezug auf die Formation mit demjenigen identisch zu seyn, welcher die obersten Lager des Mont-Iura ansmacht, ln Thüringen ruhet er auf dem Sandstein mit Thon, und scheint eine analoge ^ Auflagerung in Frankreich zu haben, wo er besonders in Kord'-West einen beträchtlichen Raum eiunimmt. Er macht da den Boden der Ebenen der Franche- Comte des gröbsten Theils von Lothringen und der Champagne aus: er würde von einer Reihe Linien begränzt werden, welche in die Gegenden von Besancon, Nevers, Bar-leDuc, Charlevillc, Luxembourg, Largucmines und Besancon übergehen würde. Man findet ihn auch in Frankreich dem Pcrigord, dem Poitou, der Touraine, den Bcrri etc.: im Norden dieser Provinzen tritt er unter die Kreide, welche den Boden des nördlichen Theils des Königreichs bildet, (man sc- 5 12 he Taf. II. Fig. 5 .): übrigens drückt sielt Ilr. Oma- lius auf keine bestimmte W eise über die Formalions- Epoche aus, und indem er ihn ganz von dem Alpen - Kalksteine unterscheidet, bemerkt er, dafs er ihm wohl angehören könnte. Zu dem horizontalen Kalksteine rechnen wir die Kalksteine, welche diu Engländer forest marble, corn- Lrash und portJnmlstone (Ko 7 und 8. des i>54. §.) nennen, welche mit Mergeln wechseln und zwischen dem fioggeuslein, Kalkstein und der Kreide liegen. Der forest marble ist ein dichter, harter, sielbos- silen und vorzüglich kleine Ammoniten, nmmmu- sclieln enthaltender Kalkstein ; der andere ist ein weiser, ein wenig sandiger, Austern, Terehratuliten einschliefsender Kalkstein; ihr drille ist ein Kiesel- Kalkstein, welcher Turriteiliteil, Ammoniten etc. enthält. Ilr. Buckland begreift in dem zweyten Kalkstein, in Werners iVi u s c b c 1 k a 1 k , eine viel grössere Anzahl Flütze der englischen Formationen: er setzL in selbigcu (die Nummer 4 — 9 und 11 ■ der Foimalicmen von Hin Smith, von dem iias an bis znm F.isensand, Er macht daraus mir eine Foimation, die der Roggensteine (oolites,) und tlieilt sie in drey Lager: 1 ) F)as innerste begreift nach ihm den lias mit seinen Mergeln od. r Flionen, einen Sand und Giitnnier- Sandstuiu , die unte'c Roggc.uein - Scliicht und einen Letten mir Walkercrde , welches alles ein Ganzes von vierhundert Metrcs Dicke bildet. s) Das nüttleie enthalt die grofse Roggcnstein- Schioht .Baustein), einen dünnen Steinkolilen - Schichten enthaltenden sandigen Mergel, den forest marble und den Cumbrash, einen grobkörnigen und sandigen Ka kstein, und einen blauen Thon; dieses J'lölz Jim 200 Meires ; 347 g) Das obere ohngeFälir /jgo Metres Mächtigkeit habende Flötz, ist aus Schichten von Sand und Kalk- Sandstein, erdigen Roggensti in mit Korallen, (coralrag) Roggenstein - Kalkstein , bituminösen Thon und tlyps- KieseL - Kalkstein mit Ilornsteinen ( portlandstone) und. Mergel, der mit Kalkstein wechselt, gebildet. Alle so eben bezeichnet Schichten sind nach ihrer Auflagerungs-Folge von unten nach oben ausgedriiekt worden, Fossilen. §. 297. Die Muscheln sind, wie wir gesagt halten, in dieser Formation in sehr grofser Menge ; einige Flölze sind ganz von ihrem Leberresten gebildet; andere cnthnllen freilich deren keine oder fast keine. Ilr. von Seldollhcim hat in den Theilenvon Deutschland, wo er seine Beobachlungen gemacht hat, bemerkt: dafs die ältesten Flötze sehr grofsen Theiis aus Bruchstücken von Kncriniten und Tro- e.hiten bestellen; daher der jName Trochitcn- Kalks teilt; den man ihm bisweilen gieht. Die Art, auf welche sich ganze Familien von Encriniten beysammen linden, hat ihm zu beweifsen geschienen, dafs diese Körper noch in ihrem ursprünglichen Lager waren. Die obern Lager sind nach diesem Gelehrten hauptsächlich durch glatte Terebra- tuliten, glatte und gestreifte Chamiten, Familien von Myuiliten und Ammoniten ebarakterisirt: die am- monites ltudosi und franconici scheinen ilim aus-,, scliliefsliclt dem Muschelkalkstein eigen zu scyn. Man siebet darin auch Trombiniten, Austern (ostra- citcs spondiloides), selten Bucciniten, Ecbiniten, Pectinilen etc. Zu der Muschel - Formation rechnet Werner den Kalkstein von Pappenheim oder Aichslädt in Franken, ^llr. von Humboldt sieltet ihn als zudem Iura - Kalkstein gehörig an) merkwürdig durch che Abdrücke Von Fischen und andern Thicren, die man darin gefunden hat. Er ist von einem gelblichen Grau und einem dichten Bruche; er tiieilt. sich in Schichten oder Platten ab, deren Dicke im Allgemeinen zunimmt , je tiefer man eindringt; diejenigen, welche der Oberfläche zunächst sind, sind so dann, v, ie Blatter von Pappe und werden als I lion gebraucht: diejenigen, welche darunter sind und ebe- ne Platten bilden , dienen zur Verfertigung A on Tafeln, zum Steinpflastern, und sind viel mehr als jeder andere Kalkstein zur Lithographie geeignet: tiefer unten verschallen sie Quadersteine zu den Treppen etc. ZAvischcn den Blättern der obersten Schichten bildet man oft Abdrücke oder llervorra- gungen von Fisch - Gerippen , bisweilen mit einem kleinen r l heile des schuppigen IVIundtlieiles oder Rumpfes: nach den Bestimmungen des Mrn. von Blaim illc gehören sie hauptsüehlich zu den llerings- und Hecht-Geschlechtern. IMan findet auch in denselben Steinbrüche n Spuren von Sehaal - und andern Thicren, unter welchen Hin. Cuvier gelungen ist, ein Biegendes nacht liebes Thier zu erkennen, das einige Aehnlichkeiten mit der Fledermaus hat, allein von einer gänzlich unbekannten Art ist; 1 Ir. Cuvier hat es in die Classe dir Eidechsen gesetzt und cs plero - dactyle genannt I ). Ichtyoliten. Einige Geologen, durch entfernte Analogien geleitet, ordnen in die Formation von Pappenheim , den Kalkstein, welcher am Pulse des Mont-JJolca in dem Vero- l) Sur quelques qnadrupecits ovipares fossiles conserves dans les schistes calcaires. 0*0 uesischen , und so berühmt durch die unermefsliclie Menge von Iclityoliien oder fossilen Fische ist, die er ent. hält. Unter einem harten Mergel in dicken Schichten findet sich ein anderer spaltbarer Stinkmergel, in welchem man eine mit ein wenig Thone und bituminösen Stoffe vermengte Kalkstein - Schicht von ohngefähr zwey Fufs Dicke hat; sie enthält Tausende von Fisch-Abdrücken in jeder Grölsc, von einem Zoll, bis zu drey und einem halben Fufs Länge. „Die Ichtyolitcn sagt Hr. von Blainviile, sind in einem Zustande von vollkommener Erhaltung, natürlich auf der Dünnung oder Seite liegend. Man Jirulet daran dis Knochen selbst ein wenig zerreiblich, allein sie enthalten sehr wahrscheinlich noch viel animalischen Stolf: bisweilen jedoch hat man bios einen hohlen Abdruck“ Wenn die gezwungene Lage der fossilen Fische im Manufsfeidiscbcn ($. 287.; einige Naturkutidige glauben machen konnte, dafs diese Thiere einen heftigen und convulsivisclien Tod erlitten hätten, so zeigt die natürliche und Längen - Lage der des Mont-Bolca an, dafs sie durch den steinigen Stoff plötzlich und augenblicklich ergriffen worden, welcher sie bei seiner Ablagerung cinschlofs. Indem Faujas diese Thatsachen behauptet, bemerkt er, dafs er durch merkwürdige Umstände bestätigt worden ist; zum Ueyspiel durch den Umstand von einem in dem Augenblicke ge- tödeten Fische, wo er schon den Kopf eines kleinern Fisches verschluckt hatte Hr. von Blainviile hat vier und neunzig dergleichen verschiedene Arten, alles Seefische, erkannt, und welche grofsen Thetis ihres Gleichen entweder in dem mittelländischen oder den andern Meeren der Erdkugel haben. Man bat auch Iclityoliien , mitten in den Kalksteingebirgen, welche das mittelländische Meer umgeben, in dem Vincent, in dem Frioul, in Dalmatien, am lYlout- Liban, zu Cerigo, zu Antibes etc. gefunden. Allein da der Mangel au Datis uns die Formationen nicht anzeigt, zu welchen sie gehören, so werden wir auf das wichtige Werk verweisen, in welchem Hr. von Blainviile 11113 das Gemählde aller bekannten Ichtyoliten so viel als 346 möglich in eine geologische Ordnung gebracht, dargestellt hat f). Dritter Abschnitt. K r e i d c - F o r ng a i i o n. §. 298. Diese Formation bestellt hauptsächlich in Kreide, das lieifst: in einem Kalkstein von einem lockern Gewebe, grob und erdig — wenig hart — und schmnzig. Sie ist gewöhnlich mit Kieselerde geschwängert, und die Theüchen dieser Erde haben bey ihrer Vereinigung und Gruppirung sehr oft Kiesel - Knollen, bisweilen in so grofser Menge gebildet, dafs sie sich berühren und fast ganz die blasse der Schichten ausmaeben. Uehrigcns giebt es Kreiden, worin sie sehr selten sind , in denen von Champagne zum Bcy- spiel sind die Kiese die einzigen Mineralien, welche man noch in diesen Gesteinen entweder in Körnern oder in Krystallen oder in kleinen straliligen Kugeln findet. Im Allgemeinen zeigen die Kreiden keine Absonderung in gut unterschiedene Schichten; jedoch bemerkt man in den Brüchen fast immer Spuren der AbtTicilung in Flötze. Die Kreide - Gebirge enthalten -wenig fremde Lager und sind ziemlich gleichartig, oder vielmehr, die Kreide allein bildet oft Massen von einer grossen Dicke: denn sonst nehmen die Mergel-Thonoder Sand - Lager, welche diese Gebirge enthalten, bisweilen die Oberhand an , und dieselbe Schicht, 3) Diotionniüre d’hiatoire naturelle, art. Poissons fossiles. welche auf einem Puncle von Kreme war, wird sich hauptsächlich von Thon auf einen andern beiinden. Fossilen. §. 299. Pie Kreide, sagt TTr. von Scldotiheim. ist das Gebirge, welches die meiste V ersciiiedeuheit in den cuthallenden Fossilen zeigt. Die Hrn. Cu- vier und Brogniart haben in dir Kreide der Umgebungen von Paris mehr als zwanzig Muschel - Arien betrachtet, unter welchen sie Terebratulilen, (Pmlir- iTutschchi), Seeigel, Austern, Belemnilen etc. mit der Bemerkung anfuhren, dafs die Muscheln des letztem Geschlechts charaeterislisch lür diese Formation sind. Dieselben F ossilen sind auch von Webster in den Kreiden der Umgebungen von London gefunden worden. Das interessanteste der uns in Bezug auf Spuren organischer Wesen bekannten Kreidegebirge ist das des Berges St. Petrus bey Maostrich; cs besteht in einem milden grobkörnigen Kalkstein, den Hr. Otnalius zu dem tulleau oder der groben Kreide zählt: in einem Lager, welches mehr als i 5 o Metres Dicke bat, bat man eine gro- fse Anzahl von Tbierrcsteu gefunden, wovon Flr. Faujas die Beschreibung geliefert bat. ln der Anzahl unterscheidet mau den Kopf eines Thicres, den dieser Gelehrte für einen Krokodilskopf hielt, allein den Hr. Cuvier zu einem Seethier einer Art von monitor von riesenmäfsiger Länge (olmgefäbr dreyfsig Fhtfs), einem Zwischen - Gcsehleehte, zwischen den F.ideehsen und Kropfeidechsen (iguanes) gehörig, bewiesen bat. Man bat aus den Kreiden von Paris Fisclizähne, besonders von 1 laylisehcn, ( 5 quäl es ) gezogen. Sein: oft sind die Fossilen, welche man in den Kreiden bildet, ganz oder Theilweise in Kiesel ver- 348 wandelt; und TIr. Brogniart bemerkt, dafs die sclina- lige Midie an den Seeigeln oft in Kalkspalh, während das Innere in Kiesel verwandelt ist. Orte des Vorkommens. §. 5oo Die Kreide macht einen grofsen Theil des Bodens iin nördlichen Frankreich aus. Von Chnrleauroux aus, würde ihre Gräuze auf der einen Seite in der Nähe von Angers, Maus und IlaVre vorhey, und auf der andern gegen Auxerrc, Barle Duc und Mons gelten, ln den Gegenden von Paris ist sie zum Theil von den dieser Gegend eigenen Formationen bedeckt. Zu \aleneieiincs bestehet ihre Formation in einem Wechsel von Kreide-Kalkstein - und Thonscliichteu. Die folgende Tafel, welche ich nach meinen in den Gruben von Ansin gemachten Beobachtungen entworfen habe, zeigt die Ordnung und Dicke dieser Schichten. Dammerde, Sand - und Mergel - Kreide 5 Metres Chlorit-Kreide *), verschiedene Schichten 10 Kreide-Kalkstein (Quaderstein) 5 Kreide mit viel schwarzen Kieseln >5 Bläulichen Thon (Lette) 2 • Grobe Kreide, ein wenig mergelariig 5 » Thon 2 • Grobe Kreide . . 3 Thon 2 • Gr ;be Kreide 5 ♦ Tüpfelthon ( dief in dem Lande) . 20 » Contjlomerat - Körner und Bruchstücken « von Kiesel - Kalk - Cement, (tourtia in dem Lande) 2 ♦ Ganze Dicke 70 Metres. l) Diese Kreide enthalt 'eine grofsc Menge, bisweilen ein riiui'theil, ihres Gewichts von einem grünen Stoffes 34 9 JIr. Ornnlnis glaubt zwey verschiedene Kreide- Formalioncn luiterscbciden zu müssen, die eine ist die gewöhnliche Kreide; die andere darunter liegende besteht: 1) in einerblos Kiesel von blasser Farbe enthaltenden Kreide, welche Kiesel in Hornstein und Sandstein (körnigen Quarz) übergehen, 2 ) in einer groben oft sehr mildenVund cblo-' ritischen Kreide, weifsgelbliche Kiesel und Gryplii- ten enthaltend ; sie wird in einigen Provinzen luf- feau genannt, und macht in den Umgehungen von Tours an den Ufern der Loire das Gestein aus, in welchen eine grofse Anzahl von Individuen ihre Wohnungen ausgegraben haben; 5) in Sand und Sandstein mit kohlensaurent Kalke vermischt, bisweilen mit Kreide wechselnd und welche nach Ihm Omalins von keiner mechanischen Formation sind; mau findet darin Ammoniten, und wahrscheinlich sind es die letztem in der Ordnung der Formationen; in sehr kleinen Theilclien, welche die Farbe und das Ansehen des Chlorits haben; einige Versuche haben mir einen ansehnlichen Eisen - Gelialt angezeigt, und mich zu glauben verleitet, dafs es wirklich Chlorit war; die Gegenwart eines solchen Minerals wurde in einem Gebirge von so neuer Formation sehr merkwürdig seyn. Etliche Personen sehen eine Analogie zwischen diesem Stoffe und den grünlichen ans einem Kreide-Gebirge genommenen Knötchen, und den Hrn. Berthier als aus phosphorsauren Kalke (Apatit) und Eisen (ßlaueiscnerde) bestehend gefunden hat. Dieses Kreidegcbirge ist in horizontalen Schichten und be* deckt das Steinkohlengebirge dieser Gegend. Man sehe nii* here Darstellungen in dem Journal des Mines tome XVIII« 55ö 4) in einen graulichen gewtflinJicli Mergel-selten Tüpfel-: hon nncl sonst cldoritisch. Diese Thono ti 11 (1 Sande sondern die Formation der Kreide, an welcher sie lif'ten, von dem li ori zou talen Kalkst eiiij welcher darunter liegt, ah. lenscits der Manche setzt eile Kreide fort, micl stellt sich mit denselben Charakteren dar: ilr. Phillips, welcher die Str.ictur der Gebirge auf heyden St ilen des Pas - de - Calais sorgfältig verglichen hat, hat dort auch dieselben Fibtze gefunden; die Küste von England hat ilnn über dem Chlorit - Sande und Mergel graue Kreide von ohngefahr - 200 Fufs Kreide ohne Kiesel - _ i4o - Kreide mit Kiesel - - 55o - Dieselben Plötze finden sich auch zu Blanc - Ncz an der Küste von prankreicli, sie sind nur weniger dick. Ihre Vergleichung und Annäherung leiten den firn. Philipps zu dem Schlafs, dafs es so wahrscheinlich ist, dafs die heyden Gebirge ehedem vereinigt waren, dafs man diese Behauptung nicht als eine Hypothese ansehen kann, und dafs alles anzeigt, dafs der Durchbruch eine Wirkung der Er- giefsmig der Gewässer und keiner heftigen Ursache ist I ). Wir bemerken hier, dafs man in England, nach Hm. Wehster, drey Flölze in der Formation der Kreiden unterscheidet, 1 ) den Kreiden - Mergel, welcher eine schwache Farbe, von,Gelb oder bisweilen sehr dunkeln Grau hat, Ammoniten aber keinen Kiesel enthält; l) Transactions of the geological sociely, toin. V, 55i 2 ) tlie Kreide ohne Kiesel, welche weifs, rein und hart ist; 5) endlich die gewöhnliche Kreide mit den Kieseln, dies ist die oberste Schicht *). Dieses Gestein findet sich auch an den Ufern des baltischen Meeres, auf den Inseln von Dä'nne- mark, im Hoisleinsehei), Meklenburg und l’oninicrn. 1 Ir. Slell’ens glaubt, dafs sie ehedem in INhder- Deulsehland und Dänemark grofse Hoch - Ebenen ausmachte, deren gleichzeitige Zerstörung und Folge der Umwälzung, welche dieses Land mit Blöcken von Ur-Gesteinen bedeckte, dazu beygetragen hat, die Kreide - Conglomerat - und Mergel-Lager lier- vorzubringen, welche dem Sande und den aufge- schwcmmten Gebirgen, die jene Gegenden beflecken, zur Unterlage dienen. Die Gyps-Hügel von Lüneburg und Segeberg scheinen ihm die Beste eines ungeheuren Haufens dieser .Substanz zu seyn, welcher ursprünglich mit Kreide umhüllt worden, auf deren Formation er sich bezieht z ). Allein in dem östlichen Europa bildet die Kreide Gebirge von einer viel gröfsern Verbreitung; sie macht da den gröbsten Theil des Bodens von Pohlen und Süd-Bufsland aus: Hr. von Engelhardt hat sie auch mit ihren Kieseln, Gypsen, Austern etc. in der Krimni gefunden. Die gänzliche Unfruchtbarkeit des Kreide-Gebirges von einem Theile der Champagne hat dazu, verleitet, die Kreide-Länder als zur Vegetation wenig geeignet anzusehen; allein man bemerkt, dafs 1) Idem tom. II. On the strala lying over tlie Chalk, 2) Geognostisch- geologische Aufsätze. 003 dies nur an den Orlen der Fall scyn kann, wo die. Kreide ganz rein seyn würde, denn übrigens sind die Ebenen der Gegenden von Paris, Chartre sehr fruchtbar, und besonders, wie in den 'Kalkgebirgen, zum Weizenbau sehr geeignet. Kaclidcm Hr. Webster bemerkt bat, dafs in ganz England die Kreide- Lander mit einer schönen Vegetation bedeckt sind, so denkt er, dafs man vielleicht der in der Kreide in Champagne enthaltenen liittererde ihre Unfruchtbarkeit zuschreiben müsse. Zu den Thonen und Sand, welche unter der Kreide im nördlichen Frankreich sind, und 'welche an ihrer Formation liegen, rechnen wir die Thone und den Sand, die man ebenfalls unter den Kreiden in England bemerkt hat, be,onders den blauen Mergel und grünen. Sand (§. 244 No. 12 und i 5 ) : die erste dieser Substanzen "ein bisweilen in einen sehr zähen Thon über und C' enthält Ammoniten, Bt lcmnitcn etc; der grüne Sand hat seine Farbe von den Theiien von cltloritischem Ansehen, die er oft in beträchtlicher Menge enthält; er gellt bisweilen in den Sandstein über und enthalt Kalk- und Kieselerd -Theilc. IIr. 33 uck!and, welcher alle zwischen seiner grofsen Boggeustein - Formation und der Kleide liegenden Gebirge vereinigt, macht daraus eine besondere Formation, die er auf Werners letzLen Flützsamlstein , den Quadersandstein bezieht, und theilt sie in drey besondere Lager, 1) den eisenhaltigen Sand (No. io-) welcher untergeordnete Kreide - Ocker - Walkererd - Lager enthalt; 2) einen Thon oder Mergel (No. 12.), einige Kalkstein - und sandige glixnmrige und schwärzliche Grün, erd - Theile enthaltend ; 5) den grünen Sand (No. 13). Sand oder Kieselund Chlorit - Sandstein , der mit grauem Sande wechselt, in einen groben und Muschel - Kal k lein (komisch rag) übergeht, Kiesel - Lager mit Kalzedyit - Adern und Lager von Walkererde mit Baryt enthält. Diese ganze Formation stellt im Mittel eine Dicke von 3oo Mctres dar. Wir bemerken, dafs in England die Flötz - Formationen eine viel gröfsere Menge lockerer, sandiger, thoni. ger und mergeliger Laiuleveyen ant'weisen, als Frankreich und Deutschland. Wir finden dort wenig Stein- Sehicluen von einer beträchtlichen Dicke und Verbreitung, Allgemeine Betrachtungen. Wir wollen liier einige, den Kalksteinen der verschiedenen Epochen gemeine, Betrachtungen über die Kiesel, Steinkohlen und Höhlen htrsetzen. Eissel. §. 5oj. Wir haben schon (§. 119) die Formations-Weise der Kiesel, und die Art, auf welche sie sich in dem KalksLeine vorfinden, dargestellt; wir wollen nun noch die folgenden Betrachtungen beyfügeu. Die Theilchen von kohlensaurera Kalke, welche die Hölzkaike gebildet Laben, scheinen sehr oft in der Flüssigkeit, vermengt gewesen zu seyn, woraus sie mit, Kieselerdlhcilchen, die sieb zu gleicher Zeit absetzten, niedergeschlagen worden sind. Wenn letztere in geringer Menge gewesen, und in der Masse zerstreut gehliehen Wären, .so wird man einen mit Kieselerde blos geschwängerten Kalkstein gehabt haben; und wenn sie sich vereinigten, wird sich ein Kiesel gebildet haben ^ aber wenn sie häufig waren, so wird daraus entweder ein aus Kalk und Kieselerde zusammengesetztes .Gestein, was Saussure siiici-calce, Kalkkiesel,nannte, oder eine grosse Anzahl von Kieselknollen entstanden seyn. Ich habe sic oft in solcher Menge gesehen, dais sie sich II. Tiieil, 2 554 berührten, und der Kalk blos die Zwischenräume ausfiillte, welche sie zwischen sich gelassen hatten. In einigen Momenten , ,L auf einigen Punclen, kann der NiecIerscliJag ganz kieselerdig gewesen seya, und man wird sodann Lager oder Theile von Lagern, gänzlich aus Feuerstein gebildet, erhallen haben. Die Kieselerdthcilehen werden beym Za- sammenhäufm bisweilen noch kohlensauren Kalk mit sich fortgezogen haben, daher jene mit den bev- den Substanzen vermischte Nieren, welche oh reine Kiesel in der Mitte, und Kalkkiescd (Silici- calccs), an der Oberfläche sind. Die verschiedenen Kieselarten scheinen , seihst was ihre Farbe betrifft, nur von Unterschieden in der Vereinigung der Theilcheu abzuhäugen. Es ist vielleicht ein Unterschied dieser Art, welcher den Kiesel von dem Quarz unterscheidet; in diesem letztem Mineral werden die auf den Grund - Zustand zurück- ejeffthrten Theilchen, indem sic sicli nehmlich durch die Wirkung einer wahren, obschon in vielen Fallen unordentlichen Krystallisation vereinigten, farbenlose und glasbrüchige Körper erzeugt haben, wahrend in den Kieseln jene vielleicht schon in kleine Ouai'zkö'ner griio- pirten Theilchen, indem sie sich in einer widerstehenden Miitc vereinigten, nicht mehr in dem Falle gewesen sind, Körper von derselben JtaschafTenheit in bilden: eine VereinigungS - Kraft wird die Kiesel und eir.e Kvy- stallisations - Kraft die Quarze gebildet haben. Die Kiesel - Knöllchen werden nach ihrer Formation noch einige Zeit in einem weichen Zustande gewesen seyn, welcher ihnen erlaubt haben wird . der durch das Gewicht der oberu Massen ausgeübten Zusammendriik- kung nachzugeben ; ihre oft abgeplattete Gestalt scheint es anzuzeigen, oder vielleicht würde sie anzeigeu, dafs die wahrscheinlich durch die Schwere begünstigtcKraft, welche die Theilchen vereinigte, ihre Wirkung mehr in senkrechter als horizontaler Richtung ausgeübt hat. die in einer halbfulssigen Schicht verbreiteten Kiesel- ehelichen werden in dem unfern Tlieil der Schicht iiinabgef.ülen , und sich da vereinigt haben. Uebrigens schliefst die Formations - Weise, die wir den Kieseln zi [Schreiben, nicht einige besondere gewissen Umständen eigene Arten aus: so sind eine grofsc Anzahl Muscheln und andere Spuren von Thieren, durch ein Dnrchdringen mit Kiesel-Saft, beynahe wie in den Hölzern, welche in den Zustand von Holzopal iibevgegangeu sind, in Kiesel verwandelt worden. Es .können sielt auch in einigen Kalkgesleinen Leeren gefunden haben, welche da durch Infiltration mit Kiesel ausgefiilit seyn werden , wie in den JM.uulelsleinen mit Geoden ,IClap- persteiuen) (jj. io5) ; allein solche Falle müssen sehr selten seyn. Steinkohlen, §. 5o2. Die Steinkohle hat sich in allen Epo~ dien rler Uebcrgnngs- und Flötzgcbirge erzeugts von der Glanzkohle (dem Anlliracit) jener ersten Gebirge an, bis zu einigen, in den Kreiden gefundenen Aedcrclien, von Kohlen lind Bimmen balligen Stolle, haben wir eine ununterbrochene Reihe: allein die Production ist in allen Epochen nicht in gleit her Menge geschehen; der Haupt - Absatz dieser Substanz befindet sich, so wie wir gesehen haben, in dem allen Sandsteine: da sind alle unsere grofsen Baue. Der älteste der Flölzkalke, der Ai- penkalksleiu, enthält auch einige ziemlich wirblige dergleichen Flötze: ein solches ist zum Beyspieldas von Ent re verlies in Savoyen. Es befindet sich in den Kalkstein-Gebirgen, welche südlich von dem Annecy-See sind: es hat iin Mittel zwey Metres Dicke, und ist von 70 bis 8b° geneigt: das Brennmaterial, welches man daraus nimmt, ist von zicm-- licii guter Beschaffenheit: das Liegende ist ein dichter, schwarzer und bituminöser Kalkstein, und d-ts Z 2 T) Mi Hangende ein zcrroibliciicr sehr feinkörniger Sandstein. Es ist nul mein- als 5 oo Met res in einer Richtung, und auf 100 Mclrcs in einer andern gesehen worden, es schliefst sieh mit, dem obern Theile au ein anderes, fast horizontales Steinkohlen-F'lölz von späterer Formation und welches zum Hangenden und Liegenden einen bituminösen Kalkstein hat. Ifr. Ebel sagt, dafs man in dem Kalkstein von Tyrol, zu lfering, Steinkohlen-Flötze hat, welche bis zu 48 Ful's Hielte haben, und jährlich dreyfsig tausend Centner dieses Brennmaterials liefern. Der Berg von Saint- Gingouph, so wie der Mont-Sali ve, am Ufer des Genfer Sees, weiche zu dem Iura-Kalkstein gehören, enthalten auch mit Thon vermengte Steinkohlen - Striche (Sauss. §. 246 . 024 ). Zu derselben Formation rechnen wir die zahlreichen Steinkohlen-Flötze, welche man in den am hülse der hohen Gebirge der Provence, und des Dauphine gelegenen Mergel - Hügel findet: sie haben sehr selten zwey Metres Dicke und liefern eine kohle von mittlerer Eigenschaft. Man findet darin auch Seemuscheln, so wie Miesmuscheln (mou- les): ähnliche Flötze hat man in dem Departement Aude und Herault. Ich habe mehrere dergleichen im liouergue bemerkt: sie haben ohngcl’ähr einen .Metre Dicke, und sind von einem mit Bitumen geschwängerten Schieferthone gebildet, in welchem man von Weile zu Weite, einige Trümmer guter Steinkohle findet. Uebrigcns liefern diese in gros- :en Gebirgsmasseit isoiirlcn Flötze, von einem sehr ungleichen Streichen und Reichthum, fast immer eine kiesige und erdige Kohle, und sind keiner re- geltnäfsigen Behauung fällig. in einem spätem Kalkslein, in dem Muschel- kuiksteiue, hat man in Sachsen, zwischen den Schich- tcn eines graulichen Lettens, Schichten einer ziemlich. reinen, aber sehr kiesigen Steinkohle, bemerkt. IIr. Yoigt nimmt sie zum Typus der Kohle der Kalkgebirge an, welche er Lettenkohle nennt, und die er von der dev Steinkohlengebirge unterscheidet. Ucbrigens war diese Unterscheidung zwischen der Steinkohle der Sandstein - Formationen und der der Kalk-Formationen von Hrn. Duhamel, in seiner von der Academic im Jahre 1795 gekrönten Schrift über die Steinkohlen, schon .gemacht worden. Alan wird bemerken, dafs diese Steinkohlen meistens mit Schiefcrlhou und bisweilen auch mit Sandstein begleitet sind: der Thon dient, ihnen häufig zum Hangenden und Liegenden, und sie enthält sogar, obsclion selten, Pflanzen - Abdrücke. Herr Yoigt hat darin Schilf - Abdrücke gesehen; und ist geneigt, auch der Steinkohle der Kalksteine einen Ursprung von Gewächsen zuzuschreiben. Uebri- gens ist es hier der Fall, mit Hrn. Hericart de Tlm- ri, und andern Gelehrten die Mitwirkung der thic- risclicu Stofie bey der Formalion der brennlichcn Fossilien anzunchmen. Grotten und Höhlen. §. 000. Die Kalksteingebirge aller Epochen, von dem Urkalkstein bis zu der Kreide, enthalten eine grofse Menge Grotten oder Höhlen: in den altern Gebirgen sind sic selten, klein und wenig verbreitet; in den L'ebcrgangsgebirgeii nehmen sie an Zahl und Umfang zu; endlich sind sie in den FTölzkalksteinen noch zahlreicher und räumiger. Geologen, welche einige besondere Charaktere an dem Kalkstein bemerkt haben, an welchem .sie die he- ns 8 träehllichsten Höhlen beobachteten, glaubten daraus eine besondere Formation unter dem Kamen H ö h- 1 ( n k n i ks t ei n inac'nen zu müssen: allein sie sind nicht ber die demselbeii in der Ordnung der Formationen nnzuweisende Stelle einig geworden: einige, so wie j'Ir. Freiesieben, haben ihn in die erste Format ion geordnet, und der Raucinvacke, wovon wir §. 289.) gesprochen haben, zur Seite gesetzt ■ andere haben ihn für identisch mit dem Alpen ka Ikstein gehalten; eine gröfscro Anzahl haben ihn mit dein Jurakalkstein gleich geachtet, und Werner endlich hat ihn iu die Muschel-Formation gestellt. Uchrigens da cs scheint, dafs die Höhlen vielmehr eine Folge der Kalk - Beschaffenheit der Gebirge und Substanzen, die sie enthalten, als ein von der Epoche, in welcher die Gebirge gebildet wurden, abhängender Umstand sind, so können sie sich ohne Unterschied in allen Formationen vorlinden. Ihre Gestalt ist äofserst unregelmäfsig; auf weite Räume folgen enge und krumme Kanäle, jenseits welchen man bisweilen lange Stölln, oder unermefs- liche Höhlungen findet. Deutschland stellt eine grofse Anzahl dergleichen durch ihre Ausdehnungen, eben so wie durch die Fossilen-Knochen, welche sie enthalten, gleich interessanter Höhlen dar; die beträchtlichsten und bcnilnntesten unter ihnen sind : 1) Die B a u m a n n s h ö b 1 e, in dem Blnnkcn- Lurgisclien Uaude; sic bestehet in sechs durch Verengungen oder schmale Gänge (couioirs) von einander abgesonderten Kammern; ihr Ganzes stellt eine Dünge von ohngefähr siebenhundert Fufs dar, und die grüfste Höhe ist dreyfsig Fufs, 35g 2 ) Die ßielshöhle, in zwölf Kammern bestellend , deren gänzliche Länge sechshundert und vierzig Fufs , die gröfste Breite sieben und zwanzig und die gröfste Höhe sieben und dreyfsig Fufs ist; 5) Die Einhornshöh] c, in dem Churfur- stenthum Hannover; sie hat mehr als drcyliundert Fufs Länge, die Einwohner des Landes sagen sogar, dafs man darin einen Baum von zwey Meilen durchlaufen könnte; 4) Die berühmte Gay 1 euren ther Höhle im Bambergischen Lande: sie besteht in sechs durch bisw eilen sehr enge Gänge oder Gallerien vereinigte Grotten oder Kammern, die gänzliche Länge ist gegen vierhundert Fufs, und die Höhe der Gcw'ölbe hat bis vierzig dergleichen etc. *) Die berühmte Grotte von Antiparos hat drey- hundert Fufs Länge, eben so viel Breite und achtzig Höhe. In Frankreich hat man wenig gvofse Höhlen weiter als in dem Iura, dem Dauphine und den Pyrenäen; allein sie sind viel geringer, als die eben angciuhrlcn. ln Amerika bey Carippa, nördlich von Curaa- na, hat Ilr. von Humboldt eine gesehen, w elche sehr merkwürdig ist; sie stellt sich als einen ungeheuren Stölln (Gallerie) dar, welcher ohngefähr zehn Me- tres Breite, mit zwanzig Metres Höhe, bis zu vierhundert zwey und siebenzig Metres vom Eingänge an. hat; in diesem Thcile lieht sich sein Boden in j) Man Iiat eine Beschreibung von dieser und der Bau- jnannshölile, so wie viele Details über mehrere andere, im Anfänge der Schrift von Ilm, C11 vier, über die BiUo der Hohlen. d6o eine geneigte Fläche, jenseits welcher er sieh noch in eine grofse Entfernung fort setzt; so dafs sie wenigstens neiinhnnflert, Meines .Länge hat. Er dient einem kleinen Flosse zur Wasserleitung, und wird von einer erstaunlichen Menge JNachtvögel bewohnt, die so grofs wie ! hilmcr sind . und den Indianern des Landes eine Art Oel verschallen: jährlich ein Mal gehen sie in die Holde, und todten die guacha- ros, dies ist der Käme, den sic diesen Vögeln gehen. Wie ist nun alter die Entstehung dieser Höhlen? Ich könnte sie mit einigen Personen nicht in der Ursache sehen, welche die Blasenräume hervorgebracht hat, die eine grofse Anzahl von Kalksteinen zeigen, und welche sich von ihrer Bildungs- Epoche herzuschreihen scheinen. Erschütterungen, Einsenkungen, können Gebirgstnassun zerspaltet, die getrennten Theile können sieh auf verschiedene Weise in so weit geneigt haben, bis die Oelihung sich oben wieder befestigt, und unten erweitert hat: die stalaetitischen (Tropfstein-) Filtrationen werden sodann die Spalte mit dem obern Theile wieder zu- sammengekiltet haben, und es wird daraus eine Grotte entstanden seyn. Allein die grofse Ursache ihrer Formation scheint die Auflösung der Mineral- Theilchen zu seyn, welche ursprünglich die jetzt leerer. Räume einnchnien, welche sie darstellen: diese Theile, vielleicht von gyps-oder mcrgcJarli- ger oder auch salzsanivr Beschaffenheit, werden von den Gewässern aufgelöfst oder verdünnt, und mit fovtgeführt worden seyn. Es wäre sogar möglich, dals einige, Sauerstoff enthaltende, Gewässer, und dergleichen findet sieh in dem Innern der Erdkugel, auf den Kalkstoft gewirkt und in ihrem unterirdischen Laufe mit fortgenommen hätten: die Gestalt 56 * der Scheidewände der Höhlen, die abgerundeten I mrisse der hervorstehenden Theile, alles vereinigt sich, um die Wirkungen einer Auflösung zu zeigen. Knochen von Büren und andern vierfiifsigen Thiercn in den Hohlen.. Wir können das, was wir fiber die Höhlen der Kalkstein-Gebirge zu sagen haben, nicht scbliefscn, ohne einige Augenblicke bey den Knochen zu verweilen, die sie enthalten, und welche die Geognosten eben so sehr, als den Zoologen interessiren. Mehrere der Höhlen in ■ Ungarn und Deutschland, vornehmlich die G a y 1 e n- reutlier und E i n h o r n s - Höhle, welche wir er. Wähnt haben, enthalten eine unermefsliche Menge von grofsen und kleinen vierfiifsigen Thieren ; der Boden derselben ist damit heneclu: llr, Cuvicr hat nach einer sorgfältigen Untersuchung dieser Fossilen , und nachdem er die Umstände ihrer Lagerung in Betrachtung genommen hatte, daraus den Gegenstand einer der interessantesten Aufsätze (Memoires) gemacht, welche je in der Naturgeschichte bekannt worden sind *) : wir wollen diesen Gelehrten selbst die Resultate und geologischen Folgerungen seiner Arbeit geben lassen. „Diese Knochen sind fast in einerley Zustand, in al- „len diesen Höhlen; abgelüfst, zerstreuet, zum Theil „zerbrochen, allein nie gerollt, und folglich von den „Gewässern nicht weit herbeygefülm ; jedoch noch in „ihrer wahren thierischen Beschaffenheit sehr wenig zersetzt, viel Gallerte enthaltend, und keinesweges versteinert; eine verhärtete, aber leicht zu zerbrechende, „und zu yulverism.nde, bisweilen schwärzliche thieri- „sehe Theile enthaltende Erde, bildet dort ihre natiir- „liclie Hülle. Sie ist oft mit einer Sinter-Rinde eines t) Sur !es ossemema du genro de Pnnrs (et autres) qui se trouveut dans certnincs oaycnies d'Aüenuigue et d‘ Hon- Stie. „schönen Alabasters geschwängert, und bedeckt; ein „Anflug von, gleicher Beschaffenheit bekleidet die Kno- „chen an verschiedenen Orten, durchdringt ihre natür- „lichen Höhlungen, und befestiget sie manchmal an „den Seitenwänden der Höhle’ .... Man sieht sogar „täglich den SiuLer Fortschritte machen, und hier und „da Gruppen von Knochen umfassen, die er ehedem ,,verschont haue. „Was die Erscheinung nocli sehr auffallend zu rai. „chen geeignet ist, ist dafs diese Knochen in allen jenen „Höhlen, auf eine Weite von mehr als zvy-ey hundert „Meilen, die nelin.ilichen sind. Drcy Viertheile und „mehr, gehören zu Bären, die man nicht mehr le- „bend findet; die Hälfte oder zwey Drittheiic des verbleibenden Vieriheils, kommt von einer Art Hyäne „her, die sich noch anderswo als Fossil findet. Eine „kleinere Anzahl gehört zu einer Gattung des Tiger- „oder L ö w e n - Geschlechts, und des Wolf oder llnn- „d e-Geschlechts; endlich kommen die kleinsten von ,,verschiedenen kleinen fleischfressenden Thieren, so „wie der Fuchs, der Iltis, oder wenigstens diesen „beyden sehr nahen Gattungen etc. her, „Es ist wesentlich zu bemerken, dafs man in den „Höhlen keine Reste von See-Thieren findel- „Man kann sich kaum mehr als drcy allgemeine Ur. „Sachen denken, weiche jene Knochen, in solcher Men- „ge, in diese weiten unterirdischen Räume gestellt haben könnten; entweder sind es Reste von Thieren, „welche diese Wohnungen bewohnten, und darin ru- „hig starben, oder es haben sie Ueberschwemmungen „und andere heftige Ursachen dahin geführt, oder sie „wurden in die Steinlager ciugeschlossen, deren Auflösung diese Höhlen hervorgebracht hat, und sind „nicht von der Kraft aufgelöfst wordtn, welche den „Sioff der Lager entführte. „Diese letztere Ursache wird widerlegt, weil die Langer, in welche die Höhlen ansgegrabeii worden, keine „Knochen enthalten; die zweyte durch die Unversehrt- . 565 „heit der geringsten Knochen - Erhöhungen, welche „nicht zu glauben erlaubt, dafs sie fortgerollt worden „sind; man ist also genöihigt, auf die erste derselben „zuvückzukommen, welche Schwierigkeiten sie auch „von ihrer Seite zeigt, „Die VcrLheiluno; dieser Thiere in den Höhlen ist al- „so viel später , als die Epoche, wo die Steiniagcr gebildet winden, und vielleicht gar als die Epoche der „Formation der aufgeschwemrnten Gebirge; dieser letztere Pmict wird von der Vergleichung der Niveau’« „abhanden Es ist gewifs, dafs das Juneie nicht überschwemmt, noch mit irgend was für Ablagerungen ,,ausgefüllt worden ist, seitdem die Thiere, welche sie „zusanuuenselzcn, darin umgekonimen sind. Zersetzung, §. 5o4. Wenn der Kalkstein rein ist, widersteht er der Zersetzung lange; und also ist, wie wir es bemerkt haben, diese Zersetzung eine Art Auilösung. Die entbundenen wirklich aufgelüfslen, oder in einen Zustand von iiufserster Zartheit versetzten Theil- clien, werden sogar in horizontalen (söhligen) Gebirgen fortgeführt; daher das so oft nackte steinige und wcifsliche Ansehen der Kalkstein - Plateau’s, die in dem mittäglichen Frankreich mit dem Namen causses (von Lateinischen calx) bezeichnet worden. Diese Plateau’s, ihrer Nacktheit und Dürre ohn- geaclilel, sind, da sie mitten unter den Steinen, welche sie bedecken, etwas weniges Leimen enthalten, zum Waizcnbau noch sehr günstig. Wenn man Queroi, Roucrgue, die Sevennen etc. durchwandert, so läfst die Beschaffenheit der Cultnr die des Bodens erkennen: die Haidekräuter, Kastanien- wälder, die Wäidir, die Kornfelder, zeigen ein Granit- oder Sandgebirge an; die Waiizenfelder, die Weinberge, und wenn ein wenig Grund vor- 564 banden ist. die 'Müs- nmi Fruclitbünme, geboren /.um fAalkbodcn. Man hat übrigens auch bemerkt, dafs in diesem Boden die W eiden nahrhafter und folglich die Thierc da gröfser und fetter sind. Allein besonders wenn der Kalk mit Thon vermengt, und im Mergel - Zustande sieh befindet, ist er vorzüglich fruchtbar: Flandern, Beauce etc, verschaffen davon Biyspiile und Proben. Dritte A. b t b e i 1 u n g. Von tiem F I ü tzg vp s. und den S t e insal z g ch irgen der Deutschen, Hock-Salt der Fngländcr. Fast immer wird der Gyps niit Steinsalz be- gleitet, in den Flötzgebirgen so wie in den vorbe- scliriebeucn; und es ist äufserst selten, daselbst ]\Lassen dieses letztem Minerals zu finden, welche nicht mit Gyps begleitet wären: diese beyden Gesteine sind in geognostiseber Beziehung innig verbunden, und wir wollen in diesem Capitol mit davon sprechen. Allgemeine Kennzeichen. §. 5o5. Der Gyps bildet, wie man aus der Mineralogie weifs, zwey unterschiedene Gattungen, in der einen besteht er aus Schwefelsäure, Kalk und Yv asscr, in dem A erhältnifs von 45, 55 und 22 ; dies ist der gewöhnliche Gyps oder Gypsstein; in dem andern hat man Mos Schwefelsäure und Kalk in emeriey \ erhällnifs (zu 45) vereinigt.; und das Wasser fehlt; dies ist der an h yd rische Gyps oder Anbyd ri t. 565 Vvir haben (§. 202.) gesehen, 'dafs in letzterni Zustande die grolsen Gypsmasscn der Uebergangs- Gebirgc abgelagert worden sind, und ihre Oberfläche durch eine Wirkung ilirer Veränderung, und des Yerzehrens des in der Atmosphäre verbreiteten Wassers, oft in den Zustand von Gypsstein übergegangen war. Vielleicht ist es eben so mit einigen Flotygypsen. Wir werden nicht in die Aufzählung der mineralogischen Merkmale der Leyden Gattungen eingehen, sondern uns nur darauf beschränken, zu erinnern dafs wir in Bezug auf die Textur körnigen oder blätterigen Gyps , Faser-Gyps und dichten Gyps haben. Das Steinsalz ausgenommen, enthält der Gyps wenig fremde Mineralien. Dasjenige,was man darin am meisten siebet, und welches das merkwürdigste ist, ist der Schwefel. Er findet sich da in Körnern, iNieren, Adern und Lagern vor, welche bisweilen sogar beträchtlich genug sind, um der Gegenstand einer Bebauung zu seyn. Man trifft in dein Gypse auch einige Krystalie von Quarz, Borazit, Arra- gonit etc. an. Formationen. §. 006. Der Gyps ist in den Urgehirgen sehr selten: er bildet in selbigen nur einige kleine Schichten oder Adern. In den Uebergangsgebirgen- ist er häufiger, so wie wir (§. 202.) gesehen haben. Er besteht nur in kleinen Theilen, in dem ersten der Jblölzgebirge, dem alten Sandstein5 allein in der darauf folgenden Formation, in dem Alpen-Kalkstein, ist er in hinlänglicher Menge, nm als eins seiner untergeordneten Glieder angesehen zu werden. Er findet sich auch in ansehnlicher Menge in der Formation des Sandsteins mitTlion vor; und hauplsäehÜch in letzterer Lagerung enthält er die gröbsten Steinsalz,inassen. Man sichet auch einige dergleichen Schichten und Adern in den darauf folgenden Kalksteinen und Sandsleinen, sogar in denjenigen, welche zu den tertiaimi(dritten) Flölz- gebirgen gehören und welche in kaum mehr als aaf- geschwcmmten Massen bestellen. Werner unterschied drev Haupt - Formationen oder Ablagerungen dieses Minerals: die erste befand sich nach ihm in dem Zechst ein, besonders in seinen obern Theilen; die folgende lag zwischen dem zweylen Sandstein (bunten Sandsteine), und dem zweyten Kalkstein (Muschelkalk), und die dritte, die von Paris, kam nach der Kreide. Er stellte eine besondere Steinsalz- oder Thonsalz- Formation auf, die er unmittelbar unter dem ersten Gvps stellte; allein seit den letztem Beobachtungen gehört sein zweyler Gyps wirklich zu der Thonsandstein - Formation; und alle Wahrscheinlichkeiten vereinigen damit den Salzthon. Wir werden also nur zwey Formationen unterscheiden ; und noch bemerken, dafs es weniger unterschiedene Formationen als bemerkenswerthe Glieder z wovor schon beschriebener Formationen sind. Erster Abschnitt. Gyps des Alpeukalksteins (Zechsteins.) §. 007. Der in der ersten Kalk - Formation Thüringens enthaltene Gyps ist derjenige, den Werner und die Geognoslen gewöhnlich als llaupt- Beyspiel der ersleu Flötzgyps - Formation auführen. Dieser Gyps ist fast immer sehr feinkörnig, dem dichten nahe: bisweilen ist er mit bläulichen Anhydrit begleitet, weicher, indem er Kieselerde aufnimmt, eine ziemlich beträchtliche Härte erlangt: er ist gewöhnlich mit Kalkst off vermengt. Er findet sich in Lagern oder platten Stöcken vor, die auf den untern Schichten der Kalkformation, so wie der Mergelschiefer nud dichte Kalkstein (Zechstein) liegen. och öfterer wechseln diese Lager oder Stöcke mit den obern Schichten, und besonders mit dem Stinkstein ah; an den Puncten, wo diese Substanzen einander berühren, sind sie vermengt. Des Unterschiedes in der Beschaffenheit ohngeachlet, haben sie eine grofse geologische Affinität, und ersetzen einander oft. Diese Lager oder Stöcke sind von einer beträchtlichen Dicke; seiten haben sie weniger als zwanzig Melres Mächtigkeit, ziemlich oft haben sie sechzig Metres , und zu Ilmenau in dem Thüringerwalde hat man dergleichen gesehen, welche bis zu zweybundert Metres hallen. Sie sind in verschiedenen ilichlungen mit Klüfte:» durchschnitten, allein nicht geschichtet. Diese Gypse, so wie alle Gipse im Allgemeinen, enthalten keine Muscheln; es sch,eint, dafs die Seethicre sieh von den diese Schwefelsäure enthaltenden Gewässern entfernen, und flr. Beudant hat durch unmittelbare "Versuche bewiesen, dafs sie darin nicht leben können. Die Spuren von Gewächsen sind darin ebenfalls selten, und man kann diejenige als eine ausserordentliche Thalsache anfüliren, welche Herr Freieslehen berichtet: er hat aus einem Stück feinkörnigen, bläulichen und sehr festen Gypses Splitter eines unveränderten weichen Holzes, (dem Eich- tenholze ähnlich) von bis /u Zoll Länge gezo- 508 freu; sic waren in selbigem dergestalt verbünde!!, (Ltl's man sie erst heraus nehmen konnte, als man den Ölein zerschlug. Grotten, §. 5o3, Die Gyps- Gebirge enthalten bisweilen Grotten, worin man beyuahe dieselben Formen und Umstände wieder findet, als wir izi denen der Kalkgebirge bemerkt haben. Thüringen zeigt deren mehrere: zu Wimmclburg bey Eisleben gieht es eine auf einer Lange von 800 Metres gesehene Leihe, aber welche sich wahrscheinlich bis zu zwey Meilen entfernten Seen erstreckt: sie ist von einer Reihe Kammern von 5o bis 60 Metres Länge, 5o oder 4o Metres Breite, 10 und 12 Metres Höhe gebildet, die durch lange Durchzüge von 4 oder 5 Metres Breite und Holte verbunden sind: sie dient den Gewässern einiger Baue zum Stölln. Diese Höbleu haben sein 1 wahrscheinlich ihr Da- seyn von der Aullösung der salzhaltigen Massen, welche ursprünglich diese Leeren ausfüllten, und von den Gewässern aufgelüist und lortgeluhrt seyu werden; neue Gewässer, nachher auf die Gyps-Wäude der Höhlen wirkend, werden die Leeren erweitert, haben. Bios die Ansicht der Wände reicht hin, davon zu überzeugen; ich habe sie mit ungeheuren Runzeln bedeckt gesehen, heynahe wie es die Oberfläche eines Körpers seyn würde, den man eine Zeitlang in ein AuilösungsmiUel gehalten hätte, das dessen Theile auf eine ungleiche Art augrilf. Ein schwärzlicher Schlamm, von einigen Metres Dicke, den mau so oft auf dem Boden der Höhlen sieht, besteht wahrscheinlich aus unauflöslichen Thetlen. Die grofsen Leeren, welche sich in den Gyps- Gebirgen gebildet haben und bilden, geben zu hau- 5 (3 9 figen Einsenkungen des Bodens Veranlassung: sie sind Lisw'eilrn helräehtlieh; und es entstehen daraus auf der Oberfläche INiederdrilckungon in Ce- stall von Bassins, welche sieb oft mit Wasser an- Ailleu und Seen werden: so ist wahrscheinlich die Entstehung der Leyden Bassins, die man Ley Eisle- Len in Thüringen sieht: der et ne, mit Wasser ange- füllt, hat zwey Meilen Länge, eine Meile Breite und achtzehn Met res Tiefe: der andre, mit Süfswas- ser ausgeftilll, hat geringere Maasse: sie bekommen hauptsächlich ihre Wasser ton den unterirdiscuen Kanälen. Salzquellen. §. 009. Ans den meisten grofsen Gypsgcbirgen dieser Formation kommen mehr oder weniger zahlreiche nnd inelir oder weniger reiche Salzquellen, ein unwidersprechlicher Beweis, dafs diese (febirgö ■ Salz enthalten. Allein das Merkwürdige nabey ist, dafs dieses Mineral sieh sehr oft nicht in sichtbarer Gestalt vorlindet; die Masse ist bios damit geschwängert.. So führt man in Thüringen, der zahlreichen unterirdischen Arbeiten ohngyaehtet, die den Boden desselben in allen Lichtungen durchschncidcn, .einige von den Bergleuten gefundene Salz-Körner oth r Adern als eine seltene Erscheinung an ; und doch sind nach dein Berichte des Hrn. von Chnr- pentier (dem Vater) alle Quellen mehr oder weniger salzig, und einige sind es dergestalt, dafs sie zu wichtigen Bebauungen Veranlassung geben. Wir glanheu, die Salzquelle der kleinen Stadt Salics in Bearn zu der Gvps - Formation des Alpen-Kalksteins rechnen zu können, welche •stündlich ohngefähr ztyey Guhik - Metres Wasser, und ohngefähr drey und einen halben Ontnev Salz auf einen Cuhik-Moire (io pro Cent) liefert. II. Thrit. A o 70 Z w e y t e r Abschnitt. Gyps des Thon- Sandsteins (gres avcc argilc). Salztlion-Formation von Werner. Die gröbsten uns bekannt eil Salzmassen befin- tlen sich mitten in Steinsalz-Lager zu zählen, welche die Grafschaft Chester in England mitten in der Formation von rothcn Mergle 1 (red marl) enthält, die so viel Aehnliclikeit mit dem Thonsandstein in Thüringen hat. Unter einer Masse Gebirge von ohngefähr 4o Metres Dicke, und von mehrern Schichten eines verhärteten, viel Gyps enthaltenden Thons gebildet, hat man bey Norlh- wich zwey horizontale Salz-Lager, die durch eine Thonschicht von zehn Metres getrennt, und mit Salz - Adern durchsetzt sind: diese Lager haben, ohngefähr 24oo Metres Länge und 1200 Metres Breite; die Dicke des obersten ist 20 bis 5o Metres; die des zweylen ist unbekannt, man hat in selbiges 55 Metres niedergcleuft, und hat noch nicht die untere Fläche erreicht. In dem gröbsten Theile ihrer Verbreitung sind sie mit mehr oder, weniger röthlichen Gypshaltigcn Thone vermengt; dll ein in einigen Tlieilen bestehen sie ganz aus reinem und' weibsem Salze. Diese Theile zeigen bisweilen eine sehr merkwürdige Structur; sie sind aus säulenförmigen senkrecht an einandcrgefüglen Massen r) Man sehe die Pläne und Beschreibung dieses Baues in der Abhandlung de la richesse minerale vom Ilrn, Heren de 'Villefosse. 07 j dergestalt gebildet, dafs ilir Abschnitt so, wie man ilm in den Weitungen (chambres d’exploitation) siebet, das Bild eines Steinpflasters von grolscn Vierecken darstellt, die zwey oder drey Metres haben, und aus coucentriscben Streifen von verschiedenen Farben gebildet sind; einige bestehen in einem krystallinischen Salze von einer blendenden Weißte und die andern in einem grobkörnigen und rölhlichen Salze. Man hat in diesen Gruben weder in dem Salze noch Thone Reste od'er Abdrücke organischer Wesen gefunden 1 ). Cheshire enthält übrigens eine grofse Menge von Salzquellen. 1-Ir. Trail lindet eine grofse Aehnlichkcit zvi- sehen dem Salze von IN orthwich und dem von Car- donne in Calalonien; letzteres bildet gleichsam ein Gebirge von i5o Metres Ilölie uijd beynahe eine Meile im Umfange; es ist mitten in einem Tliale isolirt. dessen zwey Ufer selbiges an Höhe iiber- Lrclfen. Die Abfälle und der Thalgrund sind von einem rölhlichen Thone gebildet, in welchem man Sandkörner lindet: das Land xingsherum bestehet in einem grobkörnigen Sandstein xind einem Kalkstein. Die grofse Salzmasse ist thcilweise mit einem dicken Lager von demselben Thone bedeckt: darunter hat man ein Salz, welches im Allgemeinen von der gröbsten Reinheit ist; ihre Textur ist höchst krystalliniscli mit körnigen Stücken, welche, wie man sagt, bis zu einem Cubik-Fufs grofs sind; ihre Farbe ist weifs und äufscrlich graulich; sie ist sogar roth in den Thcilen, wo sie mit dein Färbestoff des darüber liegenden Thones geschwän- ; ) Mail sehe eine sehr umständliche Beschreibung dieser (truhon von Hm. Holland, in dem ersten Bande der '1 wnsaaions of tlie geological society. an ihren ."76 gort worden ist. Diu Snlznmse enthält linden sehr dünne Schichten eines reinen Töpler- thones: man linde! in selbiger aneii Adern von gewöhnlichen und anliydritischen Gvps (ich muis jedoch sagen, dafs die Herren Botties und TraiJ in sei lugen davon uiclil die geringste Spur linden können). Indem Hr. Gordier die Salzmasse in senk- reente Schichten abgesondert siehe!, die Schichtung, so wie die Bcscliallenlieit des umgehenden Kalkstein-Gebirges in Betracht ung ziehet, und durch Verbailnisse zwischen den Gvps ton Gardonne und den von Savoyen geleitet wird, siebet er diese Masse als zu diesem Gebirge und zur Uehci-gangs-Formation gehörend an; wahrend Hr. Truil und andere Mineralogen in ihr nur ein Jdos auf diesem Kalkstein aufgclagcrtes Lager sehen ’). Das Gebirge, -woraus die Salzquellen ton Dieu- ze, Moyenvic, Vic, Marsal. Ghateau - Salins in Lothringen kommen, hat auch AelmJichkcilcu mit den eben beschriebenen. Fs zeigt einen Wechsel von beynnhe söhligen Schichten von Musehelkalkstein, Gyps' mit Thon gemengt, Snlzthon , Schiefer-Mergel, Glimmer, Sandstein und kleine Schichten von Braunkohle. Man hat unlängst durch Sondirumr hey \ic, in 65 Motres unter der ()!>< rlläehe des Bodens, eine grofse lMas.se reinen Salzes entdeckt; den Heil September (181t) ) war die Sonde schon 21 Met res eingedrungeu und sie hallo den Grund noch nicht erreicht. Wir haben (§. 25 a) gesehen, dafs Hr. Slruve die Salzhaltige Masse vou Bex in der Schweiz, als 1 ) TraiH. On the salt mines of Cardona. Transactiona of die geologicai Society, t'>rn, 1 II, 5 7 7 zu der eben besprochenen, nämlich der von WJe- liczka, Salzburg etc. gehörigen Formation ansiebt. * Der Gyps und das Steinsalz finden sicli auch in den viel jungem Gebirgen, als der Th 011-San d- stein, vor. Man bat in Kieinpohlen Salzquellen, die aus einem Kalkstein kommen, der vielleicht jünger, als «ler Musclu;] - Kalkstein, ist. Wir haben gesehen, dafs Ilr. Steffens die Gypsc von jNieder- Deutschland als Theilo der Kreide - Formation an- sahe, und man zählt diesen Gypsen und das Salz, welches sie enthalten, Salz-Gewässer bey, welche in dieser Gegend quollen. 1 Ir. von Humboldt berichtet uns auch, dafs die Gewässer der Salzteieho von Araga Ley Humana, indem sie einen .Salzhaltigen und auf ein Gebirge von, Gypsadcrn enthaltenden Kalk - Sandstein, aufgelagcrlen Tlum neuer Formation, durchschnoideu, Salz auihehmen, das sie sodann auf dem Grunde jener Teiche ahsclzcn. Was die grofsen Salzmassen betrifft, die inden •Wüsten von Africa und Asien, so wie in den Steppen Sibcrieus und auf eien Phatcau's und Ehcuen in America vorhanden sind, so werden wir davon handeln, wenn wir von den aufgesehwemmten Gebirgen sprechen. Vierte Abtheilung. Yen eien dritten Flülz- (jtcrliairen) Gebirgen, Allgemeine Kennzeichen und Betrachtungen* §. 5 12. Die dritten Flötz - Gebirge sind diejenigen, deren Formation später, als die des Kreide- Gebirges , erfolgt ist. Wir hatten (§. 143) für ihren Haupt - Character denjenigen aasgegeben, dafs sie ein Gemenge von Steinend lockern Lagern , oder vielmehr lockere Gebirge, La^er von Geschieben, Sand und Mergel mit einigen Kalkstein - Lagern untermengt wären; allein da diese» Kennzeichen sich auch in den Flötz - Gebirgen einer ziemlich alten Epoche, so wie vielleicht der red marl der Engländer und der Nagclflnh der Schweizer linden kann, so könnte er auch nicht allgemein geltend gemacht und als unterscheidendes Kennzeichen angenommen werden. Obschon wir sie vielleicht in geologischer Beziehung dadurch wesentlich nicht unterschieden hatten, wenn wir sagten, dafs sie die ersten Feeste von irdischen vierfufsigen Thieren enthielten , so ist doch das aus der Nachkommenschaft der Kreide - Formation gezogene, von den Herren Brognisrt und von Bonnard angenommene Kennzeichen, einfacher und genauer. Man würde natürlicher Weise mit Ilru. Brogniart die dritten Flötz - Gebirge in zwey Classen llieilen: die eine würde dieFormatlonen, in welchen sich Spuren von Seethieren befinden, und die andere diejenigen begreifen, welche blos Reste von Wesen enthalten, die auf der Erde oder in den stifsen Wassern lebten, ohne beständige Vermengung mit Seekörpern; allein diese Unterscheidung ist seit zu kurzer Zeit eingeführt, und ruhet auch meistens auf nicht hinlär.glicji festgesetzten Grundlagen, um schon davon Gebrauch machen zu können. Die tertiairen, vielleicht einzig und allein von Stoffen, die mittel- oder unmittelbar von der Zerstörung der früher bestandenen Gesteine herrühren, gebildeten Gebirge, bestehen hauptsächlich ans Lagern von Mergel, Thun und Sand, ‘die mit einigen Kalk- und Sandstein - Schichten vermengt sind; sie zeigen kaum einige Adern von Kohlen - und Gypsstoff. Man findet darin keine andern metallischen Substanzen, als Kiese und Iiotheisenslein (fer hydrade) grofse Lager oder Stöcke von Braunkohle ^79 sind in selbigen die einzigen bemerkenswerthen Körper. Hier findet man nicht mehr die Züge einer allgemeinen Zusammensetzung: je mehr man sich den neuern Zeiten nähert, desto gröfser wird der Ein- flufs der Ortsverhältnisse, und in dieser Clnsse bestehen vielleicht blos partielle auf Gegenden von einer wenig beträchtlichen Ausdehnung beschränkte Formationen. Jedoch werden die Ursachen, von denen sie herrühren, an verschiedenen Orten, fast in derselben Epoche und mit oft ähnlichen Einständen wieder entstanden seyn, so dafs diese Formationen auch einige Verhältnisse unter sieh haben werden, und der Geognost sie bemerken mufs. Man hat nur erst eine sehr kleine Anzahl dieser Formationen oder Gebirge beschrieben. Wir wollen jetzt die hauptsächlichsten derselben bekannt machen: in die erste Classe werden w;r das Gebirge der Umgebungen von Paris setzen : dies ist das erste, was man cliaracterisirt hat; es ist sichtbar auf die Kreide gelagert; es besteht aus sehr deutlichen Gliedern; stellt geologische Thatsachen von einem grofsen Interesse dar, und ist in allen seinen Details von sehr ausgezeichneten Geognosten studirt und beschrieben worden: lange Zeit wird es noch zum Vergleichungspunctc dienen. Gebirge der Umgegenden von Paris. §. ot! 7 ». Dieses Gebirge, in dessen Milte sich die Hauptstadt befindet,'■ erstreckt sich nördlich bis nach Senlis und Laon; östlich bis nach Reims uud Epernav; südlich bis nach Orleans; und westlich bis nach Chartres uud Mantes. Es kann als aus «• 38o sieben Bänken oder Systemen von Lagern angesehen werden, nämlich: j) Töpferthou mit Sand, s") groben Kalkstein odei 1 Cerilen-Kaik-1 ' . „ [ stein mit Sand und Sandstein, y 5) Kiesel-Kalkstein j 4) Gypse mit seinen Mergeln 1 5) Mergel j 6 ) Sand und Sandstein 7 ) Süfswasser - Kalkstein mit Mühlsteinen« Wir wollen nach den Herren Cuvier und Brog- jiiai’t einen kurzen Begriff von diesen Lagern geben 1 ), Die Kreide, auf welcher sie ruhen, und welche den Grund des Bassins bildet, m welchem sie sich abgelagert haben, zeigt eine sehr ungleiche Oberfläche, und diese Unebenheiten haben kein "Vcrhällnifs mehr mit denen, die man jetzt auf der Oberfläche des Bodens siebet. Die neuen Formationen haben sie wieder bedeckt, ohne dem Parallelismus derselben zu folgen: sie finden sich in ho- rizontaleu oder fast horizontalen Schichten auf diesem Wechsel von Höhen und Tiefen vor. Töpfcrthon. §. 5i4. Das Lager, welches unmittelbar auf der Kreide liegt, besteht in einem fetten, zähen, Thone von verschiedenen Farben, und wird in den Töpferwerkstätten gebraucht, daher der jName Tö- x) Die Fig. 3. Taf. TI. zeigt die Ordnung der Auflagerung und beynahe ihre gegenseitige Dicke. Sie ist aus dem Werke des Hin. Cuvier und Braguiaxt genommen. pfcrthon ('argilc pl.tslhjnc ), welcher ihm vom Ilm. Brogniart gegeben worden ist. Es enthält fast leinen Kalk: allein sein- oft ist cs, Besonders seinen obersten Theilen, mit viel Sand vermengt: Bisweilen llieilt dieser Sami solches sogar in vey Lager. Seine Dicke ist beträchtlich verschieden; auf einigen Puncten ist sie mir einige Zoll, übrigens ist sie secBs/.chn Mclrcs. Man Bat darin nur sehr wenig Muscheln Bemerk!: es sind Secmusclieln. Grober oder Ccriten - KalL.ioitv. §. 5i5. Uchcr dcrselBen Beendet sich ein hauptsächlich Kalkstein - Lager, welches ans einem Wechsel von Schichten eines groben, mehr oder •weniger Barten, Kalksteins, Mergels und sogar blätterigen Thons Besieht; diese Schichten liegen immer in cincrley Ordnung auf einem llamrte von mehr als liinf und. zwanzig Meilen, wo man sie zu Beobachten GeJegenheil halle, ihr Ganzes stellt eine Dicke von dreyfsig Moires im Mittel dar. Die indem Lager .sind sehr sandig, und oft sogar mehr sandig, als kalkartig, un-l enthalten fast immer Körner oder Theilcinn jenes grünen dem Chlorit ähnlichen Stokes, den wir in den untersten Kreide-Schichten (§. 5oo) gesehen Baben. Sie enthalten eine ungeheure Menge von Seemuscheln. Iu den obern Lagern hat man einige Fufs dicke Schichten eines ziemlich harten , gleichartigen gros- körnigen Kalksteines, von einer schwaehgclblichen Farbe, und welcher last alle Quadersteine verschafft, deren man sich zu Paris bedient. Sie enthalten eine grofsc Menge Lucinilen und besonders Cerileu, und werden durch Mergel-Schichten bedeckt. Die Kiesel - Produele sind, hauptsächlich in den obern Theilen dieser Formation häufig: mau siebet dort 58a zwischen Jen Baustein-Schichten düiine Schichten oder Tafeln von Feuerstein, der sich dem Hornstein nähert: zu NeuilJy findet man darin Quarz-Kry- stalle etc. * An einigen Orten bilden sie sehr beträchtliche Massen; dies sind Hornsteine oder ganze mit See- muscheln angefülite und so mächtige Sandsiein- Bänke, dai's sie die Kalkstein - Formation ganz zu vertreten scheinen, sagt Hr. Brogniart. In einem dieser Sandsteine bey Pierrelaie hat Hr, Bendant SüfsAvasser - Muscheln (Lymniten und Cycloslomi- ten) mit einer grofsen Menge See - Muscheln, so wie Ceriten, Ampullarien, Austern etc. gefunden. In dem Lager von grobkörnigem Kalkstein ist es, wo sich acht Meilen von Paris bey Grignon die bewundernswürdige Menge von Muscheln findet, welche den Namen dieses Dorfes in der Naturgeschichte so bertilimt gemacht hat j diese völligen Seemuscheln sind durcheinander und gleichsam llaufeu - oder Adernweise in einem sandigen und zerreiblichen Kalkstein: sie sind ganz und gut erhalten. Hr. von France hat darin olin- gefälir sechshundert verschiedene dergleichen Gattungen gefunden, welche meistens von Hru. Lamark beschrieben worden sind, Hr, Omalius hat ein ähnliches Lager am entgegengesetzten Ende des Gebirges von Paris bey Rheims bemerkt; die Muscheln sind dort eben so zahlreich und von derselben Gattung als zu Grignon; allein sie sind noch besser erhalten, harter, und haben ihr Perlmutter-Ansehen behalten; sie ruhen in einein milden und zerreiblichen Kalksteine. Man findet auch bis nach Touraine dieselben Lager von Seemuscheln, Es giebt eins dergleichen seit langer Zeit von den Naturforschern gekanntes, bey Set. Maure: es ist eine Schicht von ohngefähr neun Quadrat - Meilen Oberfläche und mehr als zwanzig Fufs Dicke, fast ganz «us zerbrochenen und eine Masse ohne Festigkeit bilden- äen Muscheln zusammengesetzt. Sie wird zum Dünger bebauet: man breitet sie auf Samlstellen aus, welche ohne diese Hülfe durchaus unfruchtbar seyn würden. Man giebt in dem Lande denen Haufen von Muscheln den Namen F alun und den Brüchen, in welchen man sie bricht, den Namen Faluniercs ')■ Kiesel - Kalkstein. §. 5 tfi. Lieber dem grobkörnigen Kalksteine befindet sich ein Kiesel - Kalkstein, den man als seine Fortsetzung ansehen würde, wenn er nicht durch die Beschaffenheit der Muscheln, die er enthalt, verschieden wäre: sie sind von Süfswasser. Dieses Lager besieht aus unterschiedenen Schichten von bald mildem und weisem bald grauem und dichtem und sehr feinkörnigen, mit Kieselerde, welche in allen Richtungen und auf allen Punclen infiltrirt ist. durchdrungenen Kalksteine. Bisweilen hat es die Seitenwände der Höhlen mit warzenförmigen Kal- zedon-Rinden und kleinen Quarz-Krystallen bekleidet; sonst hat es daselbst Mühlsteine oder Massen von angefressenen Quarze gebildet, den man als die Gerippe eines Kiesel-Kalksteins ansehen kann, dem der Kalktheil entzogen worden. Gyps. §. 517. Auf diesen Schichten befindet sich die Gyps-Formation. Wir können sie uns als ein Lager vorstellen, welches sich von Ost nach West von Ferte-sous-louarre bis nach Nantes längs des Laufs der Marne und Seine erstreckt; seine Länge 1) lleaunmr hat diese r a 111 n $ beschrieben» und ihren Gebrauch in den Memoire* d* i'Acadcmio 173«» Ausführlich erzählt. 58-i würde ohngcfähr fünf und zwanzig Meilen und seine gröbste Breite, so wie seine gröbste Dicke, welche Paris gegenüber sind, würden und zwar die erste ohngcfähr acht Meilen und die zweyte gegen sech.s- zig Metres seyn. Man steile sieh mm dieses Lager dergestalt zerrissen und weggeführt vor, dals davon nichts weiter als zerstreute Trümmer übrig sind, und inan wird einen Begriff von den vierzig oder fünfzig isoiirten Massen haben, welche die jetzt vorhandene Gyps - Parthie ausmnelieh. Sic sind im Allgemeinen in der Bichtung von Ost nach \\ est der Länge nach ausgedehnt; fünf oder sechs können eine bis drey und sogar vier Omidralmeileh haben, die andern sind blos isolirte Hügelchen oder Anhöhen. Die Gyps-Formation beslehet-in einem Wechsel von Gyps - und Mergel-Schichten, merkwürdig durch die beständige Aullagerungsfolge, welche diese Schichten in der ganzen "Verbreitung des Lagers, wenn sie sich Ley.sauwncn befinden, behalten j denn sonst werden sie nach und nach kleiner und verschwinden endlich ganz, die einen eher, die andern später, gegen die Tilden des Beckens. In seiner gröbsten Dicke, zum Bevspiel am Montmartre dicht au Paris, theilt man den Gyps in drey Lager oder Massen. Das unterste bestehet aus wenig dicken Schichten von oft blättrigen Gyps, festen kulksleiu-Mergeln, und sehr blättrigen Thon - Mergeln (in welchen inan die Kiesel, Menililen genannt) findet: das untere enthält Scemuscheln. In der zweylen .Masse nimmt der Gyps zu und die Mergel nehmen ah: man findet keine Muscheln, aber einige fossile Fische; diese Masse hat, so wie die vorhergehende, ohngefälir zehn Metres Dicke. Die darüber befindliche, welche di« hauptsächlichste ist, die die grofsen Gyps - Baue versorgt, hat eine vierfache Dicke. Die Mergel - Schichten sind darin selten und diinn: die Gyps-Masse hat dort bisweilen fünfzehn bis zwanzig Mclres Mächtigkeit : sie ist natürlich in grofse ungestaltete Prismen, wie gewisse Basalte, getheilt, weshalb die Arbeiter ihr den Kamen hoher Pfeiler '.Lauts pi- liers) gegeben haben: sie ist rein und bestellet in einem körnigen Gypse: der niedere Tlieil enthält ziemlich oft Kiesel, und der hohe, mergelig werdende und weniger gm beschaffene Tlieil. wird Hunde (chiens) genannt; diese Masse ist besonders merkwürdig durch die Menge von Thierknochen und besonders unbekannten vierfüfsigen Thieren, die man darin täglich siebet, und wovon wfir unlängst gesprochen haben: man findet darin auch, allein in sehr geringer Menge, einige Süfswasser - Muscheln. Das Gypslager in der Nähe der Aullagerung ist mit dem Kalkstein vermengt, auf w'clehem es ruhet; also giebt es keine scharf abgeschnittene Gränzc. Obsehou der Pariser Gyps im Allgemeinen grobkörnig, von einem schmutzig gelblichen Grau ist, so ist er docli durch seine Güte beym Bauen berühmt: eine Eigenschali’t, die inan einer gewissen Menge von kohlensauren Kalke zuschreibt, den er gewöhnlich enthält und welcher ihm an der Beschaffenheit der Mauerkalke (der Mörtel) Anlheil nehmen läfst. Knochen nach Hm. Cuvier. Die in diesem Lager eingeschlossenen Thiei knochen sind in selbigem bald im Gypse, sie haben darin Festigkeit behalten, und sind blos mit einer Sehr dünnen Kalk - Mergelschicht umgeben; bald in dem Mergel, welcher die Gyps-Schichten absondert und dann sind sie sehr zerretblich, llr, Cuvier, welcher eine grolsC Anzahl dieser Knochen gesammelt hat, ist dahin gelangt, It. Tlieil, B b 86 sie auf ihren rechten Ort zu bringen, die r J hieve, zu denen sie gehörten, wieder aufzustellen und gleichsam zu erwecken, denn er hat uns mit ihrer Gestalt, ihrer Gröfse und sogar ihrer körperlichen Beschaffenheit bekannt gemacht. Wir wollen jetzt die hauptsächlichsten Resultate dieser Arbeit, einer der schönsten und wichtigsten, die in der vergleichenden Anatomie gemacht worden> prüfen. Die gröfsten und merkwürdigsten Thierknochen gehören vierfüfsigen Thieren einer andern Welt an, und sind sogar im Geschlecht von denen, die wir jetzt kennen, ganz verschieden: es sind Krauter fressende T-liiere von zwey neuen Geschlechtern, von der Ciasse der Pachydermen (dickhäutigen Thiere). Hr. Cuvier hat sie Anoplotherium , (ein Thier ohne Vertheidigungswcik- zeuge) und Palaeotherium (altes Thier) genannt. Das erste der hc-yden, weiches die Mitte zwischen dem Khi- noccros und dem Pferde und dem Nilpferde (Ilippopo- ianie) auf der einen Seite und dem Schwein und Ka- meel auf der andern Sehe halt, begreift fünf Gattungen: die erste stellt ein Thier von der Gröfse eines kleinen Pferdes dar, was aber sehr plumpe lormen, dicke und kurze Reine hat und mit einem starken und langen Schweife versehen ist, cs nmf&ie in der Gröfse viel Aehnlichkeit mit der Fischotter haben; so wie diese ging cs sehr wahrscheinlich, hauptsächlich in sumpfigen Gebenden, auf und in die Gewässer; so wie die Wasserratte, suchte cs die saftigen. Wurzeln und Stengel der daselbst wachsenden Pllanzen: die zvveyte Gattung ist der vorhergehenden, allein in der Lcibesgröfse dem Schweine ähnlich; das Thier der dritten Gattung, sehr verschieden von den beyden erstem, hatte die Gestalt,, Leichtigkeit und Schönheit der Gazelle (africanischcn Ziege) oder Ziege, es lief um die Teiche und Sümpfe herum, worin das erstere schwamm; es mufste da die aromatischen Kräuter der trocknen Landereyen abweiden, oder die Schöfslinge der Sträuche? abfressen; so wie alle behende Krauter fressende Thiere, fährt Ifr. Cuvier fort, war es wahrscheinlich ein furchtsames Thier, und gröfse sehr bewegliche Ohren, so wie die der Hirsche, % , ” 087 benachrichtigten es von der geringste« Gefahr; endlich ist es kein Zweifel , dafs sein Körper mit einem glatten Haar bedeckt war, und folglich fehlt uns blos die Farbe, tim es so zu mahlen, wie es einstens diese Gegend belebte, wo man davon nach so viel Jahihunderten so schwache Spuren ansgegraben hat: die vierte Gattung hatte die Gröfse und Beschaffenheiten des Haasen: und die fünfte war noch kleiner 1 ; Das zweyte Geschlecht, das Palaeotheriutii zwischen das Rhinoceros oder das Pferd und den Tapir gestellt, hatte viele Äehnlichkeitcn mit diesem letztem Tltiere, welches in Nord - America lebt: es stellt fünf Gattungen dar, welche, was die Gröfse betrifft, zwischen der des Pferdes und des Schaafcs verschieden sind. Aufser diesen Knochen von Krautet fressenden vier- füfsigen Thieren , findet man auch in den Gypsln'üchen der Gegenden von Paris die Spuren einiger kleinen Fleischfressenden Thiers, welche Aehnlichkeiten mit den Hunden, den Katzen oder Mardern und den Ichneumons haben. Man bat da auch das, fast ganze, Gerippe eines kleinen vierfüfsigeti Thieres von dem Geschlechte der brasilianischen Otter (sarigues) ausgegraben, welches den firn, Ciwyer zu der bestimmten Behauptung veranlagt hat: Es giebt in unsern Steinbrü- c h c 11 Knoche n eines Thieres, dessen G Ci schlecht jetzt au s s c Ji 1 i c f s 1 i c b A in ciica eigen ist. ln denselben Sleinbrüchen hat man auch verschiedene Bruchstücke von Vögeln gefunden, welche es sehr schwer ist, auf bekannte Geschlechter zu beziehen, welche sich aber nach, dem Unheil des Ilrn, Cu- vier , Pelikanen , Brachvögeln , Becassinen , Stauren und Hühnerarten nähern; endlich hat mau darin einige Poesie von Schildkröten, einige Krokodil - Knochen und sogar einige Süfswasser - Fische bemerkt. Als dir. Gnvier in unsern Steinbrüchen sähe, dafs alle jene Reste organischer Wesen denselben Classeü voir Thieren, welche jetzt leben, ähnlich waren, so schlofs er seine Schrift über die fossilen Vögel der Gegenden Von Paris mit folgenden philosophischen Betrachtungen ( B i» 3 o88 „Es ist sehr hinreichend, das Daseyn der Vogel-Clas- se unter den Fossilen gezeigt und dadurch bewiesen zu haben, dafs zu jener entfernten Zeit, wo die Gattungen so verschieden von den jetzt lebenden waren , die allgemeinen Gesetze von Mil vorhandenst') n , Structur, endlich alles, was sich über blol’se besondere Veihaltnisse erhebt, alles was die Beschaffenheit, selbst der Organe und ihre wesentlichen Verrichtungen betrifft, dieselben als in unsern Tagen waren. Man sichet in der Tliat, dafs von da an die Proportionen der Tlteile, die Länge der Flügel, die der Füfse, die Knoclienfiigungen der Krallen, die Gestalten und die Anzahl der Wirbelbeine, bey den Vögeln , so wie bey den vierfiifsigen Tbieren, und bey diesen, die Anzahl, die Gestalt, die gegenseitige Lage der Zähne, den grofsen von der Besi baffenlieit der Dinge dergestalt festgestellten Regeln unterworfen waren, dafs wir sie fast eben so gut aus der Ürtiieilskraft als der Beobachtung ableiten. „ Nichts ist verlängert, verkürzt, modificirt worden, weder durch die äuGern Ursachen, noch den innern Willen; das was sich änderte, geschah plötzlich, und hat blos Trümmer als Spuren seines frühem Zustandes hintcrlasscn. “ Mergel. §. 5i8. Die Mergel , welche über dem Gypsc sind und ihn sogar oft ersetzen, sind von zwej Arten: die einen, denjenigen ähnlich, welche in die Gypsmassen eingescholten sind und da die Fort.sez- zung ausmachcn, enthalten, so wie sie, Süfswasscr- Muschehij die andern enthalten See-Muscheln. Die erstem sind im Allgemeinen w'eifs und sehr mit Kalk angefülll, sie enthalten Stämme von versteinerten Palmen, Limnitcn und Planorhiten, welche kaum von denen verschieden sind, die in unsern Meeren leben, Ueber diesen hat man auch 589 oft mächtige Lager von Tlionmergcl, deren Ganzes bisweilen mehr als zwanzig Metres Dicke hat. Die See-Mergel, welche an dem obern Theile liegen, fangen mit einem dünnen gelblichen, zehn Meilen weit erkannten Mergel - Lager an, welches Cytheriten, Ceriten und Fischknochen enthält. Man hat sodann ein grofses Lager von grünen Mergeln, welche kalktlionige Geoden und Nieren oder Kugeln von Schwefelsanrcm Stronlianit enthalten. Fi wird mit einigen andern kleinern begleitet und das Ganze wird mit zweyen Schichten beschlossen, die eine grofse Menge Austern enthalten, welche an. dem Orte, wo man sie jetzt findet, gelebt zu haben scheinen, wie die Ilrn. Cuvicr und liroguiart sagen. Diese Schriftsteller sind verleitet worden , die Mergel cinzutheilen, und diejenigen, welche die Siifswusser-Muscheln enthalten, von denön zu trennen, welche die Seemuscheln einschlicfsen: allein, fügen sie hinzu, diese Schichten sind einander so ähnlich, sie begleiten einander so beständig, dafs wir geglaubt haben, uns begnügen zu müssen, diese Eintheilung anzuzeigen. Sand und Sandstein. §. 5xg. Ueber den Mergel, oder sogar unmittelbar über den Ceriten-Kalkstein, hat man, wenn die Zwischen-Lager fehlen, ein grofses aus Sand und Sandstein zusammengesetztes Lager , dessen Dicke bisweilen vierzig bis fünfzig und sogar hundert Metres ist, so wie man cs au dem Walde von Fontainebleau sichet. Der Sand bestehet in einer Vereinigung von sehr kleinen eckigen Quarz-Körnern, gewöhnlich mit einer geringen Menge Erde, kohlensaurem Kal- 5 g° ke mul Muschel -Bruchstücken Termengt: biswei- Icn sind sie ganz rein und verschaffen den Kryslall- Fabriken den Slaubsand: die königliche Fabrik von Mont - Cenis in Burgund läist ihren Bedarf in Fou- tainehieau höhlet). Millen iji diesem Sande befindet sich der Stein, womit man die Pariser Slrafseu und die Wege, welche in diese Hauptstadt führen, pflastert, welchen Stein man insgemein mit dem IN amen Sandstein bezeichnet. Bald ist er in JN’ieren oder platten ]\lassen, die sieh gewissermaasen in der Richtung der Schichten erstrecken, bald in sehr deutlichen und sehr scharf begrenzten Schichten, die einige Fui's Dicke haben, bald in greisen kleine Berge oder Hügel bildenden Massen. Diese Sandsteine sind nichts anders als der Sand, in ilesscn Mille sie sich befinden , aber dessen aneinander Längende Körner mehr oder weniger feste Massen bilden: sic sind im Allgemeinen kleiner als in dem Sande und weniger mit fremden Stullen vermengt. Die meisten dieser Sandsteine mit dem Microseop gesellen, stellen blos eine unordentliche Vereinigung von eckigen hellglänzenden und wie Bergkry- slal! klaren, unter einander chen so, wie die in den Dolomiten verbundenen Tlicileu dar; übrigens habe ich daran keine krystallinische Form erkennen können: jedoch zeigen die Klüfte gewöhnlich eine Menge von sehr glänzenden Punclen, welche mir einige änfserst kleine Krystall-Flächen dargeboten haben. Diese drüsige Oberfläche ist kein aufliegendes Häutchen, wie man glauben könnte, sie hängt mit dem Rest der Masse zusammen. In den sehr klein- und engkörnigen Sandsteinen zeigt sich der Abschnitt der Ränder als ein Ouarzstreifen, woran die körnige Structur kaum sichtbar ist. öyi Die Festigkeit der Sandsteine zeigt grofse \ er- schiedenheiten; bald sind die Körner wenig anein- anderliiingeud: ein blolscr Stofs reicht hin, sie zu. trennen und ein Stück Stein in Sand zerfallen zu machen: sonst nahem sich ihre Harle und Festigkeit dem Kiesel. Dieses Kiesel - Lager enthält keine oder fast keine Muscheln: wir haben schon bemerkt, dais die Mollusken, die Kieselerde enthaltenden Gewässer zu Hieben scheinen ; jedoch hat man in den obern Theilen, hauptsächlich in denen, worin sicli ein Kalksand findet, einige Muscheln, welche denen des untern Seekalksleins und vielleicht mehr noch denen der Mergel ähnlich sind, auf welchen jener Sand und Sandsteine ruhen. Man wird bey den von uns gegebenen Beschreibungen gewifs über das beständige Vorkommen der Muscheln mitten in den Kalkstein -Schieb ten und Massen, und ihre Abwesenheit oder Seltenheit in den Schichten von einer andern Beschaffenheit, welche eingeschoben und folglich zu gleicher Zeit gebildet worden sind, ge- wifj verwundert worden seyn. Diese Vorliebe der Ma- sciiciihiere für den Kalk wird auch auf der Oberfläche unserer Continente bemerkt: sie sind sowohl zahlreicher als grofser in den Kalkländern, als in den Granit-Ländern. Würden sie den Kalk - Gesteinen und Gebirgen einen Tlieil ihrer Substanz und des Stoffes ihrer Muscheln nehmen ? Dies wäre das Umgekehrte von dem, Was mehrere Geologen verbreitet haben; der ganze Kalk des Mineral - Reichs schien ihnen ein Product der Zoo- pliyten, Mollusken etc. zu seyn. In einigen Theilen des Gebirges der Umgehungen von Paris enthalten die Sandsteine eine ziemlich grofse Menge Körner oder kleine Geschiebe von Kiesel, Quarz und sogar lydisehen Steine, wel- 0 O 3 clic abgerundet sind, und deren veränderliche Gröfse von einer welschen Nufsj his zum Hanfkorne, davon .bald Gonglomerale, bald wahre Sandsteine bildet , die den Kieselsaridsteinen ähnlich sind, welche in Deutschland häufig Vorkommen (§. 284), und deren Masse nach Werner ein bald muschliger, bald schuppiger, bald körniger Hornstein ist. Bemerkung über die Beschaffenheit der Pariser Sandsteine. Wenn man den Sand und die Sandsteine, wovon wir erst gesprochen haben, untersucht, wenn man ihre Beschaffenheit und Lagerung betrachtet, so ist es unmöglich, in den einen, so wie in den andern einerley For- mntions-A>t zu erkennen; es ist einerley Substanz, nur hängen in den Sandsteinen die Körner an einander, während sie in dem Sande unabhängig sind. Ist nun dieses Aneinanderhängen die Wirkung eines Bindestoffes (Glutens), welcher zwischen die Körner iniiltrirt seyn würde, oder ist sie eher eine Wirkung des Ineinanderdringcns der Körner? Dies ist eine zu lösende Frage, wegen welcher ich bemerken werde: 1) dafs die Masse gänzlich homogen ist, und man in selbiger kein dazwischen gelegtes Bindemittel siebet, £) dafs die Wirkung der Salpetersäure Null ist und die Körner keinesweges entbindet; 3) daTs wenn ein kieselerdigcr Saft, der die Stelle des Glutens veitrat, durch Infiltration in die schon abgelagerte Masse eingedrungen worden wäre, er wohl blofse Sandstein-Blöcke und Züge, aber keine scharf begränz- ten und horizontalen Schichten, wie man siehet, bilden konnte. Nach diesen Betrachtungen und den weiter oben berichteten Beobachtungen, scheint es mir, dafs das Anein. anderhängen hier blos eine Wirkung des Ineinanderdrin- gens der Körner, die Verzweigung ihrer Theile, wie 5g5 in den Gesteinen von körniger Textur, und das dieser Sandstein also nur ein körniger Quarr, seyn würde. Alle Gründe, welche Hr. Voigt dargelegt hat, um die Behauptung in Betreff verschiedener als Sandsteine angesehener Substanzen (J. £84) festzustellen, zeigen sich hier in ihrer völligen Kraft und die Local-Um. stände fügen noch ein neues Gewicht hinzu. Fünfzig Meilen um Paris herum sichet man kein Quarzgebirge, aus dem die Körner kommen konnten; ihre sehr eckige Gestalt, die Klarheit ihrer Masse, der Glanz ihrer Ober, fläche etc. entfernen die Idee einer Zusammenschwem- mung. Sie sind nicht etwa mit der Gegend fremden Substanzen, sondern mit einigen Kiesel - Stückchen, einigen Trümmern von Muscheln und einigen erdigen Körnen, veimengt. Ferner sichet man einige dieser Sandsteine, deren an Grofse abnehmende Körner sich in einander zu verschmelzen scheinen und dann eine fast homogene Quarz- masse darstellen, woran kaum einige schwache Spuren von körniger Textur verblieb; auch hier findet man die kleinen Trümmer von Kiesel und Muscheln, dies ist der gres lustre (Glanzgebende Sandstein) von Hrn. Brogniart: endlich verschwindet das Korn gänzlich, und da der Stoff in unsern Augen völlig homogen wird, so hat man Hornsteine und Feuersteine: diese Uebergänge scheinen mir bestimmt, so wie sie es den vorhin angeführten Mineralogen zu seyn scheinen 1 ): setzen sie sich aber bis zu den Mühlsteinen fort, einer Substanz, wovon einige Theile sich dem wahren Quarze nähern? Ich würde geneigt seyn, es zu glauben , allein ich habe keine directen Beweifse. Nach dem, was man so eben gesehen hat, und indem man beobachtet, dafs in den Pariser Formationen die beyden grofsen zusammensez- zenden Grundstoffe, der kohlensaure Kalk und die Kieselerde, oder (um mich auf einen mehr geognostischen Sinn zu beschränken) Kalk- und Kieselerdtheilchen sind, so würde man schliefsen, dafs diese letztem, als sie sich 1) Mineralogie, tem. I. p, 510. entweder einzeln oder mit den ersten niederschlugen und ablagerten, auf verschiedene Weise gruppirt und vereinigt haben, und in Folge der verschiedenen Grup- pirungs - Arten , der Wirkungen von örtlichen und be" sondern Umstanden, bald Mühlsteine, bald Horn- und Feuersteine, bald Sandsteine, bald Sandmassen entstanden sevn A-vcrden. l)ie Sandsteine AA'ürden den Kieseln und Mühlsteinen das sevn, was der Krcidckalkstein dem dichten Kalkstein ist; die Schichten und Massen von Sand und Mühlsteinen würden in den Sandmassen das seyn, was die Kalkstein - Massen und Schichten mitten in den Mergeln und Aschen sind (S. 290), das heilst, Schichten, die A r on reinem oder besser aufgelöfsten und folglich festem Theileu gebildet wurden. Indem ich übrigens hier die Meinung als die wahrscheinlichste, und die ich andersAA^o entAvickelt habe, darlege, verhehle-ich nicht, dals sie verschiedener Ein. Würfe faltig ist; sie sind von einem unsrer gelehrtester) und geschicktesten Geologen, den Ilrn. Broclianl ganz ans Licht gestellt worden; und er hat aus der Untersuchung, die er über diesen Gegenstand gemacht hat, geschlossen, dafs meine Meinung ihm nicht gegründet scheine x ), 3 _)ic Frage ist. noch nicht aufgclüfst; und obschon der gröbste Theil unserer Mineralogen in den Sandsteinen der Gegenden von Paris nur eine Vereinigung von kleinen Bruchstücken der Quarzgesteine sehen, die von einer mechanischen Kraft lierbeiaefühn, (wie es die Saudmassen sind , Avelche das IVIcer an seinen Ufern ausbreitet) und von einem sich in ihre Masse infiltrirten Kiesel- Saft, zusammen gekittet wurden, so legen doch einige, welche auch eine völlige Kenntnifs der Localitäten haben, eine entgegengesetzte Meinung dar; so sagt Herr Omalius, als er von dem Ouadersandstein spricht, welcher sich in dem Kalkstein Flanderns befindet, und mit dem Pariser identisch ist, nachdem er seinen Ucbergang durch unmerkliche Nuancen in die Agalh - Quarze (Kal- zedon und Kiesel) bemerkt hatte: 1) Iournal des Miites, tom. XXXVIII. „Wenn man die Aehnlichkeiten bemerkt, welche diese Agath - Quarze mit dem Quadcrsandstcine sowohl, „wegen ihrer Beschaffenheit und Lagerung haben, so „kann man sicli fast nicht enthalten, anzmiehmeu, dafs „ihre Entstehung eben so sey *)“. In England findet man auf der Fortsetzung des Sandstein - Lagers, dem Gegenstände dieses Paragraphes, eine grofse Menge Blöcke eines, grey weatbers genannten Steines, welcher aus Kieselerdtbeilcben bestellt, die ohne ein Zwischenbinde-Mittel verbunden sind, Kicselgeschiebe enthaltend, und also in allen Beziehungen mit uitsern Sandsteinen identisch zu seyn scheint. Hr Webster bemctkl, dafs er als ein körniger Quarz betrachtet werden niufs, und. mehr das Ansehen einer Ur- Formation oder einer be- sondern Krystallisation des KieselstoiTes, der des Zu Ickers ähnlich, als einer aus Trümmern anderer Gesteine zusammengesetzten Substanz hat. Er bemerkt noch, „dafs er dem Kiesel - Gement des schönen Pudditigsteins (pud- ding-stone) der Grafschaft Ilertford vollkommen älm- licli ist *), Wann der kieseleidige Absatz, sagt er, Kiesel- und andere Geschiebe umgab, bildete er den puddingstone und wenn er keine fremde Substanz umsclilofs, bildete er das, grey weatbers genannte Gestein.“ „Ich würde eben so schließen; wenn unser Kieselerdiger (und Steiniger) Absatz abgerundete ICnrner von Kiesel - Quarz etc, umgab , bildete er die Puddiugsteine oder wahren Sand, steine der Umgebungen von Paris, so wie er in Deutschland das Cement des Quarzsandstein (oder Trappgesteines nach Werner) (§. 284.) bildete; und wenn es keine ein* 3) Iournal des Mines , tont. XXIV. pag, 317. S) Der Pudding ist, wie man weifs, ein englisches Gericht, welches grofee trockne Rosinen in einem Teige von hellerer Farbe darstellt. Wegen Aehnlichkeit in dem Ansehen, hat man dem Herti'ordschen von allen Mineralogen und Mineralien - Händlern gekannten Steine den Kamen puddingsto- nc, woraus wir den Geschlechts-Namen puddingstein gemacht haben, gegeben. 596 geschlossen!n Küviier gab, so war cs der Sandstein der Steinsetzer von Paris oder mineralogisch gesprochen, ein Quarz oder horniger Hornstein, Die Formation«-.Art, welche man dem Sandstein der Steinsetzer zuschreiben inufs, wird auch diejenige seyn, weiche inan dem Sande, der ihn begleitet, geben mufs, Gewifs wird es außerordentlich scheinen, grolse Sandlager als einen chemischen Niederschlag zu betrachten ; allein die Formationen von Lagern mit ganz unznsam- menhängendeu TJieilchen sind in dem Mineral - Reiche nicht ohne Beyspiel, wir haben darin erdige Feldspathe oder Karoline (Porzellanerden) dem Rufs ähnliche Steinkohlen (g. £ 6o.) der Asche ähnliche kohlensaure Kalke (§. 290J, Mehl-Gypse (§. 310); die Herren Voigt und Freiesieben haben in dem Innern der Kalk - Formationen Sand gefunden, welcher ihm unwiderleglich chemischen Ursprungs zu seyn schien, Siifswasser - Kalkstein und. Mühlstein. §. 3ao. Ueber lieber diesem Gebirge, das man zu dem Tö- pferthone der Umgebungen von Paris rechnet, befindet sich der Londncr Thon (London clay). Dieser Thon ist schwärzlich, bisweilen sehr zähe, sonst mit grüner Erde, Sand und sogar koh- lens.'uirem Kalke vermengt. Man findet darin viel abgeplattete Sphäroide von Mergel: sie sind in selbigen beynahe wie die Kiesel in den Kr; iden geordnet; sie sind mit Kal kspa tli - Adern durchsetzt; das Innere stellt in Geoden-Form bisweilen Kry- stalle von sclnvefelsaurem Baryt dar, und enthält häufig gut erhaltene Muscheln. Der Londner Thon enthält eine grofse Menge von Kiesen, so wie Gyps, welcher zum Theil seine Entstehung ihrer Zersetzung verdankt: derselben Ursache mufs man wahrscheinlich auch die Schwefelsäure Talkerde zuscltreibeu, welche mehrere Quellen der Gegend und besonders die von Epson enthalten: diese verschiedenen Substanzen machen die Gewässer, welche aus diesem Tlioue kommen, wenig zu den häuslichen Gebräuchen geschickt. Jene Schicht, welche ein zusammenhängendes Ganzes ausmacht, nimmt einen ziemlich grofsen Gebirgsraum (ohngefahr tausend Quadratmeilen) ein, und bildet den Boden des gröbsten Theils des Bassins der Themse: ihre Dicke ist beträchtlich; zu Sheernefs hat man sie mit einem Schacht, auf einer Höhe von 100 Metres durchsunken; und wenn man die Höhe der benachbarten Hügel noch dazu nimmt, so hat, man eine gänzliche Dicke von hundert und sechs- zig Metres. Man findet darin auch eine ziemlich grofse Menge von Seemuscheln; und indem Herr Webster ihre Gattung in Betrachtung nimmt, bringt er den Londner Thon den untern Schichten des Ceriten-Kalksteins näher. Man hat auch aus die- ''JO.) sein Thone Knoclicn von Krokodilen, nml von versclüedencn Fischen, Krabben (Taschenkrebsen) Von Seeihicren dnrchbohrtellöl/.cr, versteinerte Hölzer etc. gezogen: man hot darin auch bisweilen Süfswasser-Muscheln gesehen, welche man aber ein für allemal daselbst nur für zufällig hält: sie werden von den Flüssen in das Meer geführt worden seyn, wo der Thon sich abgelagert hat. Gebirge der Insel VWight, §. 5'J.ä. Die terliairen Gebirge haben sieh im südlichen England, in Hampshire und der Insel Weight mit Umständen gezeigt, weiche sie sehr merkwürdig machen: ich verweile bey dein Ilaupt- l’onete. In dem westlichen Theile der Insel, zu Abim-Bay, hat man zwischen zwey Gebirgszügen mii horizontalen Schichten einen Zug mit fast senkrechten Schichten; er bestehet in einer Kreide- Masse, deren Schichten sehr geneigt sind, und auf welche sieh ganz senkrechte Schichten von Thon- Sand und Cooglomeraten stützen, die im Ganzen vierhundert Metres Dicke haben; dies ist nach Iirn. Webster die Formation der Gegenden von London. Fach der Schicht Thon, welcher den Londncr Thon darslellt, hat man eine Bank von weisem Sande, welcher die horizontale Lage einnimmt, und mit einer Thonschicht bedeckt ist. Darüber erlicht sieh ein kleiner Hügel Ileaden-liill genannt, von olmgefähr hundert Metres Höhe, und von einem Wechsel von Schichten, von Thon, von sich bisweilen dem Kalk nähernden Mergel und von Kalk - Sand; diese Schichten enthalten blos Süfswasser-Muscheln; allein mitten in ihnen findet sich ein dergleichen Thon oder grüner Mergel, welcher eilf Metres Dicke hat, und eine sehr groise ft 2 10 1 Menge schön erhaltener Seeinuscheln enthalt. Herr Weitster hat die vier Stufen (Stockwerke) oder Formationen von Ifeaden-hill (zwey Formationen mit Sceinnselieln mit zwey Formationen mit Sitlswasser- muscheln wechselnd) mit den vier Stufen der Gebirge der Gegenden von Paris (§. 020) verglichen; und die Aohnlichkeit unter den Fossilen in jedem covrespondirendeti Stockwerke hat gut bewiesen, < 3 als es wirklich unter ihnen einige "Verhältnisse giebt; allein dies sind blos Alters-Verhältnisse; denn sonst haben wir hier und in dem Londner Gebirge keine Schichten mehr von gleicher Beschaffenheit 5 es sind nicht mehr die Mauer-Kalke, die Gypse, die Sandsteine, die Mühlsteine etc. von Paris; an ihrem Ort und ihrer Stelle haben wir nichts weiter als Thone, Mergel, und sehr vermengte Sand- lnnssen. Als Hr. Webster ilie An untersucht, auf welche es möglich ist, die Formation dieser Gcbirgo zu begreifen, bemerkt er, dafs zu .London, so wie in der Insel Weigbt uml zu Paris , es wohl müglieh seyu wurde, dafs sie in ungeheuren Seen (welche in dem ehemaligen Boden Vertiefungen oder Bassins entnahmen,) bewirkte Ablagerungen waren; er bemerkt auch, dafs bisweilen bey der Mündung der Flüsse durch die Anhäufung des Sandes und die Anschwemmungen, Dämme entstehen, welche eine Zeitlang von dem Meere, Thei- le der Busen trennen könnten, welche an diesen Mündungen sind, und sieb nach und nach in Siifswasser- Seen verwandeln würden. Uebrigens macht er bemerkbar, dafs jene Formationen, deren Erklärung soviel unüberwindliche Schwierigkeiten damelk, älter als dia Revolution sind, welche den Continenten ihre jetzige Gestalt gegeben; und dafs sie so viel Verhältnisse unter sich haben, dafs es schwer ist, sie nicht als die Wirkung einer allgemeinen Ursache anzusehen, welche Wir- } i \ 4<>n iung übrigens sonderbar durch Local - Umstände modi- ücirt worden seyn wird I ). Andere Gebirge. §. 5 2 4. Unter Jeu terliairen von örtlichen Formationen entstandenen Gebirgen fuhren wir noch die folgenden an: Das Gebirge, welches den westlichen Fufs des Mont - Ventoux in der Provence bedeckt und sich bis in die Ebene der Gran erstreckt. Nach den Beobachtungen des Herrn Beudani ist cs dem von Paris wesentlich gleich. So wie dieses, bestellt es in einer untern zerbrochene Muscheln enthaltenden See - Kalkstein - Schicht; darüber bat mail einen, Fl ufs muscheln (cyelosloma muinia) ein schliefsenden, dichten Kiesel - Kalkstein ; sodann kommen die Gyps- Schichten, welche sehr dick und mit Mergeln vermengt sind; endlich bestellt die obere Schicht in einem, Lymnitcn, Planorhiten etc. enthaltenden Kalkstein. In diesem Gebirge sind die Gyps - Brüche von Aix eröffnet, in welchen man in einer Mergel- Schicht eine grofse Menge Fisch-Abdrücke findet, wovon einige vom Süfswasser und die andern Seefische zu seyn scheinen. Idr. .von Blainville hat darin Barsche (percha miimla), den mugil cephalus, welcher sicli im Mittelländischen Meere vorfindet erkannt; man führt auch Lachsumbern (loups) Goldfische etc. an; Saussure hat darin auch Abdrücke von Blättern bemerkt, die er für Palmblät- ter hält; und in diesen letztem Zeiten hat man fos- j) Webster. Ort the strafe lying over tlie clialk» in den Transaction» of tbe geoiogical society, tom, II. 4 n 6 sile Knochen gefunden, welche auch viel Aclmlicli- lioiteil mit denen der Gypsgriiben Ley Paris haben. Das Gebirge von Oeningen, an den Ufern des Gonstanzer Sees, ist in der Geologie durch die verschiedenen Fossilen, welche man darin gefunden hat, seit langer Zeit bekannt. An dein untern Tlicile hat man einen Sandstein, welcher Kohlenadern enthält, und einige Muscheln, die man für Süfswasser- M.uscheln hält. Darüber findet sieh ein Mergel- Stinkslein, der allgemein blätterig ist und sieh in Philtcn theill; das Bitumen, womit er geschwängert ist. ist bisweilen häufig genug, um eine braune Farbe zu geben, und es zum Verbrennen tauglich zu machen. Zweyhundert Metrcs über dem See hat inan Brüche, in welchen man zwischen den Blättern des Steines, 1) eine grofse Menge Pflanzen-Abdrücke, wovon einige in Mineralkohle verwandelt sind und wahrscheinlich Wasserpflanzen angehören; man hat daran jedoch Blätter von A epfelbäumen, Eschen, tmd sogar Nufsbäumen zu erkennen geglaubt; 2) kleine Süfswasser- Muscheln, unter andern Limeiten, Amphibien und eine Art Kröten; 5 ) viel Abdrücke von Süfswasser - Fischen, unter welchen Hr. von Blainville, Hechte, Diebel, Karpfen etc. erkannt hat. Man hat aus denselben Stein- hrüehen, vor ohngefähr einem Jahrhundert, ein sehr berühmtes Fossil gezogen; dies ist ein Skelett, das man für das von einem Menschen hielt, und woraus Scheuchzer im Jahre 1726. den Gegenstand zu einer berühmten Homo diluvii testis betitelten Dissertation machte: er gab es als eine Spur jenes verdammten Geschlechtes, welches unter io 7 den Gewässern der allgemeinen Siind- flutli begraben wurde. Als seitdem Hr. Cu- vier dasselbe Gerippe untersucht, hatte, erkannte er, dafs es einem Wasserthiere, einer Art von Salamander oder vielmehr Proteus, einer unbekannten Gattung und riesenmäfsigeu Gestalt angehörte: es war drey Fufs lang. Ilr. von Buch siehet das Gebirge von Oeningen als eine örtliche Formation an, und giebt diejenige, welche er zu Loele in dem Lande von Neuf- chalel in einem mit hohen Bergen umgebenen Bassin beobachtet hat, alsein sehr ausgezeichnetes Bey- spiel einer ähnlichen Formation: sie bestehet in einem Wechsel von Schichten von mildem Mergel- Kalkstein, bituminösen Schiefer mit Braunkohlen, Hornstein von muschligem Bruche, Quarz - Krystalle enthaltend und dein Opal sich nähernd; cs enthält, so wie der Kalkstein, zweyscliaalige Siifswas- ser- und Schrauben-Muscheln. Siifowasser - Kalkstein, §. 5 25 . Der Siifswasser - Kalkstein ist besonders der Gegenstand der Untersuchungen unserer Mineralogen in dieser letztem Zeit gewesen; sie haben ihn in einer grofsen Anzahl von verschiedenen Orten, theils in Frankreich, theils in den benachbarten Ländern mit denselben mineralogischen und geologischen Characteren als in den Umgebungen von Paris gefunden. Die Hrn. Brogniart, Prevöt. und Desmarets haben Bruchstücken in Auvergne bemerkt; llr. Beudant hat ihn in der Provence das Gebirge von Aix bedecken und sich bis nach Marseille erstrecken gesellen. Hr. Marcel de Serres hat ihn in den Umgegenden von Montpel- 4o8 Her studirt. tirifL sogar eine spätere Siifs wasscr - Formation in diesen Gegenden zu erkennen geglaubt, llr. d : Audebnvd de Fermssac, welcher <1 ie ihn cha- raeterisirenden Fossilen so vorzüglich und die Irlnfs- und irdischen Fossilen im Allgemeinen sludirt hat, bestätigte, dals die Piateau's im ISorden des Tarn zwischen Montauban und Agen zu dieser Formation gehörten, die er auch in Spanien in den Gegenden von Borgos und Sevilla gefunden hat. Ilr. Omalins hat sein Vorkommen in dem Donau-Tha- le in der jMilic von Ulm, und in den römischen Staaten hey den Pontinischen Sümpfen etc. bestätigt gefunden. Die Unterscheidung zwischen den durch See- muscheln chnrncterisirlen Formationen, und den, welche Süfswasscrmiischeln enthalten, schreibt sich nur von diesen letztem Jahren her. Einige Naturforscher halten wohl den Unterschied dieser bevden %/ Arten von Fossilen in den Gebirgs-Schichten bemerkt: Lamanon hatte wohl nach der Beschaffenheit derjenigen, die man in den Pariser Gypscn gefunden hatte, geschlossen, dafs diese Gypse in einem nicht gesalzenen Wasser abgelagert worden scyn müfsten: er hatte dieselbe Folgerung auf die Gypse hey Aix in der Provence erstreckt. Saussure hatte gesneht, sie auf das Oeninger Gebirge anztuvendcu: Soldani welcher in Toscana Flufsinuschehi in gewissen Gebirgen sähe, hatte wohl bemerkt, dafs der ganze Boden dieses Landes nicht in dem-Meere undThei- le in den Seen gebildet worden scyn miifste; allein ohnstreilig verdankt man Hru. Brogniart, die Frage unter ihrem wahren Gesichtspunele ergriffen, sie allgemeiner gemacht und gezeigt zu haben , wie man von dem Unterschiede der Fossilen auf den Unterschied der Formationen schliesscn könnte: mit einem Worte, in der Geognosic Siifswasser-For- mationen aufgestellt zu liaben *)• Liebrigens muts diese Bestimmung, so wie wir bemerkt Laben, mit Vorsicht gemacht werden, und wir erinnern deshalb: 1) dafs oft Reste von Flufs- oder Erd-Muscheln durch die Flüsse in die Meere geführt worden, und sich also in den in ihrem Schoofse gebildeten Lagern yorßnden müssen; 2) dafs einige Gattungen von Flufsmuschein bisweilen in die Meere gehen, und da in der Nähe der Küsten leben; 5 ) dafs es oft sehr schwer zu bestimmen ist ? ob eine fossile Muschel See- oder Süfswasser- Muscliel sey, besonders wenn sie vertilgten Gattungen angehört. Allein da, wie wir bemerkt haben im Allgemeinen fast alle Muscheln eine Art von bestimmter Wohnung haben, dafs die einen kaum wo anders als im Meere, und die andern in den süfsen Wassern leben, wenn wir Gebirge von einer grofsen Verbreitung linden, die nur Ueberre- ste dieser letztem Wesen enthalten, und sie darin gleichsam ruhig und mit Ordnung abgelagert sind, so können wir schlichten, dafs sie nicht in dem Meere gebildet und abgelagert worden sind; und ohne uns in eine Hypothese über die Entstehung, das Daseyn, die Epoche und das Verschwinden der Süfstvasser - Behälter, /welche sie erzeugt haben können, einzulassen, wollen wir mit Herr Brogniart schliefsen, ,.dafs cs vor den geschichtlichen Zeiten „gebildete Gebirge giebt, welche statt Meer-Erzeug- 1) Memoire sur les terrains qui paraissent avoir £te fei-. irtos dans los caux douces. 1810- 4jo nisse zu enthalten, blos Erd- uml SuGwasser-Er- „zeugnisse enilialten : “ und dieser Lnlerschied. wird meistens dem Gcognoston rin vortreffliches Kennzeichen verschaffen, um diese i'ormationen zu unterscheiden und zu ebaracterisiren. Mevgel-Gcbi rge Cjsti Fufse dcc Pyrenäen). §. 526. Am nördlichen Fufse der Pyrenäen und in einem von den über die Gegenden von Pan, Faches, Saint-Gaudens, Pamiers , Carcassonne, Ile— vel, Casters, Albi, Agcn, Saint-Sever und Pan fü! renden Linien begränzlen Fiaume, befindet sich cm tertiaires Gebirge, ganz verschieden von allen diejenigen, welche ich zu beobachten Gelegenheit geiiaht habe, und wovon ich so eben eine kurze Reschrr.i bung entwerfen will , indem ich mir Vorbehalte, sie anderswo in ihren Details bekannt zu machen : Es bestellt in einem mehr oder weniger m:. Sand vermengten Mergel, und welches nach d. ;i Verhältnissen und Zufälligkeiten der Mengung uns die folgenden Schichten oder Massen darstellt : i) Den eigentlichen Mergel, der fast immer ein wenig Sand enthält. Er ist in söhligen Lagen und von einer Mächtigkeit, welche oft zweylumdert Melres übersteigt. Seine gewöhnliche Farbe ist gelblich, bisweilen röthlich - bläulich - oder weifsliciigrau; seine Festigkeit ist die eines sein- milden Steines; weshalb er in dem Lande den j\amen Tuff erhalten hat. Die Wirkung der Atmosphäre durciulringl. ihn bis zu einer groisen Tiefe und verwandelt ihn mit vieler Leichtigkeit in Erde, so dais die Oberfläche der Gegenden, welche er ausmacht, nur eine erdige blasse darstellt: man durchreist da zwey und drey Meilen, ohne ihn in Gestalt von Gestein anzulreilen, und 411 die kleinen Thcile, welche m;ux davon in diesem Zu- sl:ni(le findet, nähern sich dem Kreideknlk, oder da sie mit Sand heladen sind, bilden sie eine Art sehr milden Sandsteines. 2 ) Den Kalkstein. Man siebet zwey verschiedene dergleichen Arien: die eine ist -spröde (brüchig), von dichtem, jedoch sehr wenig muschli- gen Bruche, engem, rauhe und mattem Korne; seine Farbe ist grau, bisweilen ein wenig rosenfarbig: er stellt eine grofse Menge Bifse oder kleine runde Klüfte dar, dessen Wände mit Knlkspatli bekleidet sind. Er ist in Schichten, welche bis zu zehn und zwölf Metrcs Dicke haben, und oft die Krone der Hügel bilden (indem ihre Härte sie in den Stand gesetzt hat, der Zersetzung mehr als die umgebenden Substanzen zu widerstehen); häufig auch sind diese Schichten von geringer Verbreitung, und bilden gleichsam Stöcke in dem Mergel. Der Kalkstein der zweyten Art ist rein oder fast rein, weifs, mild, von fast kroidearligem Bruche, in mehr verbreiteten Schichten als der vorhergehende: die Hauptkirche von Auch ist davon erbauet. 5) Den Thon. Selten ist er rein, und fast immer enthält er ein wenig Kalkstein: bisweilen verhärtet er und stellt sich sogar oft als die Masse der erdigen Porphyre dar. 4) Den Sand. Bald in Lagern von einer Meile Verbreitung, bald in Massen in den Mergeln. 5) Ist er oft durch ein Mergel - Gement zu- sammeugekittet, und bildet einen Sandstein. Gewöhnlich ist es ein xveicher, bisweilen jedoch ein harter und fester; so ist derjenige, den man aus den Gegenden von Carcassonnc bezieht, und welcher den 412 Quaderstein verschallt, womit diese Stadt und alle schone Werke des Canals von Languedoc erbauet sind : es ist der, den man in Toulouse gebraucht. Dieser Sandstein ist dunkelaschgran , mil ziemlich leinen Qnarzkörncrn, und ziemlich oit Adern, grofse Körner oder kleine Steine von Quarz, ly di— sehen Steine etc. darstellend. 6) Geschiebe. Sie sind an einigen Orlen in sehr beträchtlicher Menge, und bilden daselbst Lager einer grol’scu Verbreitung; selten sind sie stark genug zusnmmcngekiilct, um wahre Konglomerate anszumachcn. Die meisten sind von Quarz; man siebet daselbst auch lydisehe Steine, l’ruebsUicke von Granit, körnigen und dichten Kalkstein und sogar von einem graulichen, sehr barten und sehr feinkörnigen Sandsteine. Die Granit - Gesehit he, welche ich an Ort und Stelle in den Stcinbrüchen beobachtet habe, waren fast ganz zersetzt und zerfielen in Erde und Kies aufgclöfst, so bald man sie hcrausschaffle. Die Mergel enthalten auch an einigen Orten Fasergyps - Adern. Alle diese Substanzen sind in ganz horizontale Lager geordnet und die Lager in -Schichten ge- tlieilt. Ich habe keine geregelteAuflagcrnngs-Ordnung unter diesen Lagern entdecken können: diejenige, welche ich an einem Orte fand, und welche mir eine Zeitlang conslant seinen, war nicht mehr so, als die, welche ich an einem andern beobachtete. Nirgend habe ich in diesen Lagern weder Kiesel, noch andere kieselerdige Producte gesehen. Die einzigen Spuren organischer Wesen, welche ich darin gefunden habe, sind gut erhaltene Peoti- uiten; und obsclion sie sicii auf dein Punctc, wo ich sie sähe, in hinlänglich, grofser Anzahl befanden, so kann icli nicht versichern, dafs sic daselbst zufällig waren: ich bin wieder an die Orte gekommen, ohne dergleichen zu finden. Ilr. Peyruuse hat auf den Toulouse nahen Hügeln in einem feinen Mergel von sehr engem Gewebe, schöne Iehtyoliten, denen des Yeronnais ähnlich, gefunden; allein er hat mir über ihre Gattung keine Auskunft geben können. Hv. von Ferrussac hat nördlich von Moissac in den Gebirgen, wo alles anzeigt, dtifs sie zu dieser Formation gehören, und welche von dem Süfs- wasser - Kalkstein des Quercy bedeckt siud, Knochen von paloeotherium Caparaces von Nichlsce- Scliildkröten etc. gefunden. Die Höhe, zu welcher sich das Mergel-Gebirge erhebt, ist wenig beträchtlich; in den Gegenden von Paris erreicht, sie ohngefalir 5oo Metres und fällt nach Norden hiu ab. Dieses Gebirge scheint mir eine örtliche Formation aiiszumachen; und oft habe ich mich gefragt, oh es nicht einzig und allein von den Productcn der Zerstörung der Pyrenäen gebildet worden wäre oder vielmehr, ob cs sich zu diesen Gebirgen nicht eben so wie der Nagelfluh zu den Alpen verhielte? Icdoch scheint letzteres Gebirge mit oft aufgerichleien Schichten etc. älter; und wahrscheinlich ist das eben beschriebene von gleichem Alter mit den Mergeln der Pariser Gegenden; so wie sie würde es zwischen den Ceriten- Kalkstein und dem Süfswasser - Kalkstein begriffen seyn. Die folgenden '.Beobachtungen verleiten mich es zu glauben. Hügel, welche das Thal der Aude begränzen, unterhalb Garcassonne, stellen Tbeile dar , j welche 4i4 blos von Seemusehel ~ Besten gebildet sind und sielt auf den untern Kalkstein des Gebirges von Paris beziehen; die Mergel - Formation ist nicht so alt. Sie scheint noch neuer als das Gebirge der Landes, wovon ein Tlteil, nach llrn. Brogninrt’s Beobachtungen, von gleicher Formation als jener Kalkstein ist. Der Bod en der Landes ist sehr merkwürdig: mau weifs, dafs er au dem Ul’cr des Meeres eine grofse Sand - Ebene von 600 Quadrat - Meilen dar- sleill: gewiis bietet von allen Theilen Frankreichs keiner mehr das Bild eines aufgesehwemmten und durchs Meer an gesell wem in teil Gebirges dar, und doch sichet man es an mehrern Orten von Muscheln enthaltenden Lagern bedeckt, welche, wie die Conchyologen sagen, keine Aehnlichkeit mit denen haben, die jetzt in unsern Meeren leben: man siehet bey dem Dorfe Sales ein solches Lager ganz aus diesen Muscheln zusammengesetzt, das mau bebauet, um Kalk zu bereiten und ihn in diu nahen Eisenschmelz - Hütten zu senden, wo diese Muschelerde zum Schmelzen dient. Mitten in den Landes drey Meilen nach N -N-O vom Mout-Mnrsan, haL mir ein Gebirgs-Durchschnitt einen Wechsel von Sand-Kalkstein-Lagern, uiles mit kleinen den Ccriten ähnlichen Muscheln, von mit Bitumen geschwängerten Thone (den man für eine Steinkohle hält) mit Carditun enthaltenden Kalksteine, Sandstein etc. ausgefüllt gezeigt; das Ganze ruhet auf einem knolligen und höhligen Kalksteine. Braunkohlen. Alle FJöUigcbirgc, besonders die Sandstein-Gebirge und namentlich die Thon - Sandstein - Forma- 4i 5 tion, enthalten, vvid wir gesehen haben, eine grofse Menge Baumstämme und Zweige, wovon mehrere gekohlt und folglich im Zustand von Braunkohle (ligniie) ühergegaugeu sind. Aber die grofsen Uau- ieu oder Lager dieser Substanz, diejenigen, welcher der Haupt - Gegenstand unserer Baue sind, scheinen zu den lerliairen Gebirgen zu gehören. Ehe wir die Umstände ihrer Lagerung untersuchen, wollen wir einen Blick auf die verschiedenen L mslände werfen, in welchen sich die in den Zustand von Braunkohle übergegangenen Gewächse befinden, nämlich auf die verschiedenen Arten jener Substanz. Verschiedene Arien von Braunkohlen, §. 027. Wir werden vier dergleichen Hauptarten unterscheiden I ): 1) die eigentliche Braunkohle, (lignite, bituminöses Holz) -welche auf eine ausgezeichnete A.rt noch die holzige Textur behalten hat. Sie ist mehr oder weniger dunkel gelblichbraun : spaltet sich gewöhnlich in Splitter, und zeigt bisw'eilen einen dem umschlichen sich nähernden und wenig Glanz habenden Querbruch. 2) Wenn die Bitumnisation in ihren Fortschritten die holzige Textur gänzlich oder fast gänzlich zum Verschwinden gebracht, und das Holz in eine x) Ohne mit der Classification der Braunkohlen, welche ich hier liefere, eine grofse Wichtigkeit zu verbinden, da sie von den Ilrn. Brogniart und Bonnard angenommen ist, erlaube man mir doch, auf den Vorzug Anspruch machen zu dürfen: ich habe sie von i8°5 an im Detail daTgettelU, Journal des Mines, tom, XVIII, S. 195. 4i6 diclite, gleichartige, ganz schwarze feste Masse von niuschlichem Bruche, mit einem Worte, in eine einem sehr harten Bitumen ähnliche Masse verwandelt hat, dann hat man Jayet oder Jais (Pechkohle). Ihre Festigkeit ist bisweilen so grofs, dafs man sie drechseln kann: man macht daraus Knöpfe, Halsbänder etc. Obschon die Verwandlung in Jayet, hauptsächlich bey einzelnen Zweigen und Stämmen statt bildet, so werden wir doch einige Bey spiele grolser Massen von dieser Substanz sehen. 5) Meistens verfällt das Holz, wenn cs in den Zustand von Braunkohle übergeht, in Auflösung, und es entsteht daraus ein Stoff, welcher, in Folge einer Anhäufung und Einweichung, die er wahrscheinlich erlitten hat, sich wie eine gleichartige, braune, ein zusammenhängendes Ganze bildende, dichte , bisweilen ein Bestreben nach schiefriger Textur zeigende, malt und erdigbrürhige , sehr mürbe und die Finger beschmutzende, Masse dar- st 1 11t (dies ist die gemeine Braunkohle). In diesem Zustande macht sie oft ganze Lager von einer beträchtlichen \ erbreilung aus, in deren Mitte man Stücken von gewöhnlicher Braunkohle findet. ■Öre Farbe, und im Allgemeinen die Farbe aller vannkonleu, wird dunkel, immer brauner und in der Luft endlich schwarz. Ziemlich oft sind die Massen dieser Substanz zerspaltet und zerklüftet: sie führen sodann in einigen 1 heilen von Deutschland den Namen Moorkohle: man könnte wirklich sagen, dafs es eine Masse ist, die aus Pflanzentheilen oder Pilnn/.en besieht, welche durch ilire Zersetzung und Vermengung mit mehr oder weniger Erde einen Schlamm gebildet haben, welcher sich hernach bey in Trock- 41 7 jien zerklüftet liat. Dieses Ansehens wegen leiben ihr einige Naturforscher unpassend den Namen Torf gegeben. 4) Endlich verwamh.in sieb die Brrunkohlen- Hölzcr, entweder indem sie in den eben erwähnten dichten Zustand übergehen, oder auch ohne dies durch eine blofse Wirkung der Trennung, in einen erdigen, braunen beym Reiben Glanz annehmenden stark schmutzenden Stoff: einige der unter den Namen: Umbraerdc, jflaunerde, Kieselerde , bekannten Substanzen , sind Varietäten desselben. Diese Art von Braunkohle, welche von der vorherigen lilos durch den gänzlichen Mangel an Zusammenhang verschieden ist, ist ebenfalls für Torf gehalten. und mit den Namen: i. rock n er Torf, B r a u n k o li I e n - T o r f, K i e s c I - T o r 1 etc. bezeichnet worden. Lsgeiung. §. oaS. Es scheint , die Haupt - Formation der Braunkohlen sey unmittelbar nach der Formation der Kreide gefolgt, und sey also die älteste der lertiairen Formationen, wenigstens in Frankreich. Sie bestehet in Lagern von Braunkohlen von verschiedenen Arten, die mit Thonlagern, welche Süfswassermuscheln enthalten, abwechseln. Wir weiden sofort durch einige Bcyspicle ihre Zusammensetzung, die Beschaffenheit der Lager, welche sie bedecken, und welche also ihren Rang in der Reihenfolge der Formationen feslsetzen, kennen lehren. Das nördliche Frankreich von Bcauvais bis in die Gegenden von Reims, stellt einen Gebirgszug von Braunkohle dar, in welcher man bis zu fünf II. Thcil. D d 1 i S Schichten von dieser Substanz über ciuautlcr fm- dcl: sic haben gewöhnlich nur zwe\i oder drey Eufs Dickej allein bisweilen haben sie deren fünf und .sechs; sie sind durch hellen- und Sand - Schichten abgesondert. Sie sind von erdigen und dichten Braunkohlen gebildet, enthalten Stücken, von bi- tumini.sirlen Holze, und sind mit Gel Kiesen durchdrungen, welche sie zur Eahricution des Nilriols geschickt machen; sie führen in dem Lande dm JNa- men cendrcs noircs, (schwarze Asche) lerre vilrio- liijue ; (N itriol - Erde) tourhe pyriletise (Kies- lorf'l etc. Die ringcschohenen Erd - Schichten sind ebenfalls sehr kiesig. Das Ganze ist mit ÄJcrgel- nnd Laiklagern bedeckt: diejenigen, welche unmit- telbar über dm Braunkohlen sind, cnllialteu Flufs- mnse’neln, wahrend- die höchsten Scemuscheln enthalt'n: man sagt auch, dafs man in dein ohern Theile Muschel - Sandsteine hat. jNach diesen Betrachtungen rechnet man jene Braunkohlen zu dem Töpferihon der Gegenden von Paris: ich habe jedoch. zu bemerken , dafs sie Siifswasserniusclteln enthalten; Hr. von Ferrnssac hat darin in den Gegenden von Kpernay Melanopsidcn, Cycluden. Phmorbiten etc. gefunden, während der Töpferihon im Allgemeinen als eine See - Formation angesehen wird. Hr. Marcel de Serres führt auch in den Gegenden von Bczicrs, eine bald fasrige, bald dichte, Planorbiten enthaltendeBraunkohle an, die nach und mich mit Schichten von 'bituminösen Thor.e, von gleichfalls bituminösen Kalksteine mit Eluismuscheln. von dienten Kalksteine ohne Muscheln, und endlich von Abdrücke von Ceriten enthaltenden Kalksteine, bedeckt ist. ■i i 9 ITr. Faajas halte ebenfalls Flufs - Fossilien in den Braunkohlen von St. Faulet bey der Brücke von Sl. Esprit gefunden. Ziemlich oft ist die Braunkohle mit Basalt- schichlen bedeckt; und Werner sähe sie in gewissen Gegenden als seiner Plötztrapp-Formation untergeordnet an. Das schönste Beyspiei, welches man von einer solchen Lagerung anfiihren kamt, ist das vom Mont - Meifsner, im Hessischen, ein .Berg, den wir (§. 86) kennen gelernt haben. Auf einem Gebirge von Muschelkalk und Thon - Sandstein bat mau ein dünnes Sandlager, über welchem ein Braunkohlen - Lager von ohngefahr sechstausend Melres Länge, zweitausend Metres Breite und einer sehr veränderlichen Dicke ist, ■welche aber bis auf drey- Isig Metres geht; darüber hat man einen Flufs von basaltischer Lava von mehr als hundert Metres Dicke. Die Braunkohle zeigt sieb hier in allen möglichen Umständen von Bitumuisalion. In dem untersten I heile des Lagers linden sieb, sagt man, Stämme mit ihren Zweigen eines den Cedern ähnlichen Holzes, von hellbrauner Farbe, dafs die faserige Textur erhalten bat. mit dem Messer* geschnitten und auf der Drehbank bearbeitet werden kann: darüber befindet sich die gewöhnliche Braunkohle , bald dicht, dem Jayet (der Pechkohle) nahe, bald zerreiblieh und in die Umbra-Erde übergebend: sie bildet die Hauptmasse des Lagers. Sie ist zum Tlicil mit einer Schiebt Jayet bedeckt, die bis drey Eufs Dicke bat; dieses Mineral ist im Allgemeinen sehr fest, mit vollkommen muschlieliem Bruche und sehr scharfen Kanten, man nennt es auch Glas ko hie; inan erkennt daran bisweilen die holzige Textur. Darüber bat man eine noch dickere Schicht von einer ganz besondern Braun - Dd m *! ‘20 kohle: sie ist sehr schwarz, sein' glänzend, gewissen Steinkohlen und sogar gewissen Glanzkohlen ähnlich: sie ist auch mit einigen Quarzadern durchsetzt. kindlich befindet sich höher und unter dem IJasalL eine dünne Lage einer noch hesondern Braunkohle am Moni ÜVlcilsuer, der vorigen ähnlich, allein in kleine, einige Linien dicke und Basalt-Prismen gleiche, Streifen gelheilt. Der Zustand, in welchem sich jene dem Basalte nahen Braunkohlen Befinden, ist die Wirkung einer durch die Lava Bewirkten Kohlung, und derjenigen ähnlich, welche Hr. Ilall liervorhrachtc. indem er tänueue Säge- spähnc in einem Fiintenrobr dergestalt einsclilols, dafs kein Stoß' sieh verflüchtigen konnte, und dieses Bohr sodann dem Feuer aussetzte: er hat eine schwarze, dichte, der Steinkohle ähnliche und mit Flamme brennende Substanz erhallen 1 ). Die Braunkohle des IMcifsnei's, welcher dem Basalte zunächst ist, hat seiner Seils so viel Aehnliehkeit mit einer gewissen Art Steinkohle (der Glanzkohle), dafs sie von den deutschen Mineralogen beständig als Hörspiel von dieser Art ausgegeben wird. Die von der basaltischen Lava des Mciisners erzeugte Wirkung hat wohl einige Aehnliehkeit mit derjenigen, welche die Basalt - Dykes aul die Steinkohlen-Lager im Berührungs - I'uncte bewirkt haben; allein sie weicht davon in gewissen Beziehungen ah; die Dykes haben die Steinkohle in Goak verwandelt, sie des Bitumens beraubt, und ihre Eigenschaft als ^ Brennmaterial verringert: hier im Gegentheil sind die dem Basalt zunächst liegenden Theile die ge- i) Journal de pliysicjuo, tom, LXV 1 Z I suchtesten, und verbreiten mehr Hitze als die andern 1 ). Das Hessische Land stellt auch auf seinen Gebirgen Braunkohlen - Lager dar, welche mit 1 honlagern wechseln und mit Basalt, theils in Masse, theils in einzelnen Blöcken bedeckt sind. Liese Braunkohlen sind noch viel älter: sie sind vor der Aushöhlung der Thälcr, welche am Luise der Gebirge sind, deren Gipfel sie bedecken, abgelagert worden. Da mehrere Mineralogen in einer grofsen Zahl von Gegenden die Braunkohlen ohne eine Bedck- kung von Steinlagern sahen, so betrachteten sie solche als zu den eigentlichen Tjebergangsgebirgeu gehörig. Einige sind wirklich in diesem Falle; so wie diejenige, welche man zu Tanna in 'Umringen bauet, und welche auf dem Kalktuif dieser Gegend, aufitelagort ist. Luter den Braunkohlen, welche nicht bedeckt sind, und deren Alter ich nicht bestimmen kann, führe ich diejenigen an, welche die Gegenden von Cölln darslcllcn. Drcy Meilen in den Bheingegendcn, auf einem Hügel - Zuge von zwev Meilen Breite im Mittel, hat man mehrere Braunkohlen - Lager, welche dort der Gegenstand verschiedener Baue sind, ln denen, welche bey den Dörfern Brühl und Liblar unter einen; Geröll-Lager Vorkommen, gräbt man eine erdige Braunkohle, welche man unter dem Namen: cöllnitche Erde, verkauft: ein Tlicil wird zur Mulerey gebraucht, der andere mit Tabak vermengt, und dient dazu, ihn zu verfälschen, und ein dritter wird, nachdem er 0 Zu dem, was mir deshalb über die Orte gesagt vrordeu, füge ich noch das Zcugnifs des Hm. Yuigt und Ileron de Villtfusse (Richesse minerale, toui, X. j>. 166} bey. ■122 gehörig zerknelet und in Formen gegossen worden, wie Fcnevnngs - Material gebrannt. Der Bau liat eine Tiefe von 4o Fufs, immer in der erdigen Braunkohle, erreicht: man findet darin jedoch auch Stücke von holziger Textur, welche sich, wenn man sie an der Luft liifst, entblättern, oder in Splitter spähen ; mau gräbt auch Baumstämme heraus, welche zwölf bis fünfzehn Fufs Länge haben, und welche am Ausgange der Grube gesägt und mit der Axt zerhauen werden können. Ifr. Faujns hat aus denselben Gruben Palmen misse mitgebracht, welche, wie er sagt, viel Aehniiehkeil mit denen von der Palme areca haben, die in Indien v/ächst r ).— Auf demselben lliigelzuge befindet sich der Bau des Putzberges. Fr stellt, auf einer Dicke von siehenzig Fufs, einen fünfmal wiederholten Wechsel von Braunkohlen und Tiionschichten dar. Die Braunkohle ist bald erdig, bald holzig: die Dicke ihrer Schichten ist von einigen Zollen bis zu acht Fufs verschieden; ich könnte sogar bis zu drey- zehn sagen, denn die letztere Schicht besitzt diese Dicke, indem man darin drey eingeschobene und mit Stämmen, Zweigen und Blättern, unter welchen viele grofse Aelmlickeit mit den \Y'cidenhlätteni haben, zusammengesetzte Schichten mit begreift: was die Stämme betrifft, so scheint der größte Thcil zu der Familie der Zupfenlragenden (conifercs) (Fichten, Tannen, Lerchenbäume etc.) zu gehören. Die Bergleute haben zwey grofse aufrecht stehende Bäume nngetrofien, w r elehe mehrere Schichten durchsetzten ; ihre Länge bat nicht geschätzt werden können; der Durchmesser des eitlen ist sieben Fufs und 1) Annales du Mussum, tom, I. 4.2 0 bey (1 cm andern 11 Fufis; dieser letztere scheint eine Eiche zu scyn: er ist wenig verändert und wenig Litumnisirl: Der Thon, welcher die Braunkohlen - Schichten absoudert, ist oft gleichsam mit ihrer Substanz durchdrungen, und enthält sogar Sliik- hen von bitumnisirten Holze: er enthält auch viel Ki ese: so, dafs wenn gewisse an llolzslofl reiche Theile mit der Luft in Berührung gesetzt werden, sie sieh erhitzen, Feuer fangen und Schwefel und Alaun erzeugt wird. Diese Formation enthält viel liydra- tirles Eisen, thcils in Kornern, theils in Geoden; an einigen Orten hat er das Holz dergestalt geschwängert, dafs er daraus ein wahres Erz gemacht bat. Man hat aus diesen Gruben auch einige fossile Knochen, wilde Schweinszähne, Hirschgeweihe etc. gezogen '). Sachsen enthält auch mehrere hager von Braunkohle und diese Substanz ist darin immer in mit dem Tlione wechselnden Schichten. Ich bcschrän- ke mich, das Lager, welches bey Artern ist, an- zuführen, und in welchem man den Honigstein (MFllile) gefunden hat: das Lager hat ohngefähr eine halbe Meile im Umfange und eine Dicke von fünf bis 12 Mctres; es ruhet auf weifsem Sande und ist mit Thon bedeckt: sein oberer Tlieil ist eine erdige Braunkohle, und sein unterer Theil besteht in einer dichten Braunkohle, in welcher man durch einander platt gedrückte Bäume findet 2 ). Ich habe in Böhmen in der Umgegend von Töplitz ein Lager oder grofsen Stock hinlänglich 3) Noeggeratli, Journal des Mines, tom XXX, s) I,eonliai'd. Taschenbuch für die gesaminto Mineralogie 71- Jahrgang, 424 gleichartiger tmrl dichter Braunkohle gesehen, um auf die rcgelinäfsigste Art in Stockwerken mul Pfeilern behauet zu werden. Die kleinen Kohlen wurden auf die Oberllache des Bodens auf besondere Haufen geworfen: sie entzündeten sieh bald und verwandelten sieh in Asche, welche als Dünger gebraucht wird. Man macht oft auch einen solchen Gebrauch von der Braunkohle des Soissonnais, wovon wir schon gesprochen haben, und welche blos eine mit Braunkohlenstolf geschwängerte Erde ist T ). Die Hölzer, welche sich in den Braunkohlen- Lagern vorfinden, zeigen eine Thatsache, welche verdient bemerkt zu werden; alle diejenigen, welche liegen, zeigen sich abgeplattet, bisweilen dergestalt, dafs Stämme Bretern ähnlich sind: in den Gruben von Bovcy in England findet man solche gänzlich bituminisirt, welche die Arbeiter Bre ter- Kolile (houille en Manches) nennen. Bergmann, welcher diese Erscheinung schon an den Braunkohlen in Island, welche in diesem Lande Suturbrand lieifsen, bemerkt hatte, schrieb sie der Erschlaffung der Fasern in der Gewiichsniassc durch einen Anfang von Fäulnils zu. Der Zustand, in welchem man die in den aufgeschwemmten Gebirgen begrabenen Bäume gefunden hat, und von welchen wir in der Folge sprechen werden, lassen keinen Zweifel über diese Erweichung übrig; der Druck der obern Schichten und Massen wird sodann die Abplattung veranlaist haben. l) Man sehe eine grofsc Anzahl von Lagernngs - Beyspie- Jen, nnrl niehrern interessanten Details, bey dem Artikel lignite, welcher von dem Hin. von Bonnard in dem Dictionnaire d’histoire naturelle abgefai'st ist. Die tertiairen Gebirge enthalten ancli kleine -Holzmassen und Stämme im Thune isolirt und in Jayet verwandelt: dies ist auch die gewöhnlichste Lagerung dieser Substanz, wie wir schon bemerkt haben. In dem Departement der Au de, wo sie seit einiger Zeit der Gegenstand einer ziemlich wichtigen Bebauung gewesen ist, befindet sie sich in einem eisenhaltigen Thonc, in isolirten Massen, und einem Gewicht, welches selten 5o Pfund erreichte 1 ). Zu Salzfeld in Franken lmt man in einer Tiefe von 56 Metres, einen ganzen und abgeplatteten Baum ausgegraben; ein Theil war in Jayet (Pechkohle), ein anderer in Braunkohle mit Gewächs - Textur, ein anderer in erdige Braunkohle, verwandelt, ein anderer endlich war mit Kieselerde durchzogen: beynalie so, als wenn die Natur hätte in einem einzigen Beyspiel alle Verwandlungen zeigen wollen, welche sie die Hölzer erleiden hifst, indem sie solche in den fossilen Zustand überführt. Substanzen, welche in den Braunkohlen enthalten sind. §. 029 . Die Braunkohlen - Lager enthalten im Allgemeinen wenig fremdartige Substanzen. Man findet darin in Gestalt von eingeschobenen Lagern kaum mehr als einige dünne, oft mit Bitumen oder vielmehr mit Braunkohlenstoff durchdrungene Thonschichten oder Adern. Was die eigentlichen Mineralien hetrifft, so haben wir anzuführen : x) den Schwefelkies; ziemlich selten in Kör- nei’n und eingestreulen Rrystalleu , allein häufig in unerkennbaren Theilchen; die Braunkohlen-Masse 1) Journal des Mincs No. 4. 42 0 ist davon gleichsam durchdrungen , und Von jenem K.icssloff har sic vielleicht die entzündbare Eigenschaft, die sic so oft darstellt x ); 2 ) das hydratirlc Eisen in Körnern oder in Geoden; 5) endlich einige Krvstalle oder Körner von Gyps, welche ihre Entstehung von der Zersetzung des Schwefelkieses haben. Die Pllanzensäfte haben durch ihre verschiedene Beschaffenheit oder Modilication mitten in den Braunkohlen einige besondere Substanzen erzeugt, Welche verdienen bemerkt zu werden; solche sind: 1 ) der Bernstein, welcher sich in den in Braunkohlen - Zustand übergegangenen Hölzern, in Preus- sen, Sachsen, dein Soissonnais etc. tindet. 2 ) Der Ilonigstein, den man in den Spalten oder kleinen Hohlaugen einiger bitumnisirlen Hölzer, zu Ariern in Thüringen anlrilit. 5) Eine graue Substanz, welche in einigen Massen gefunden worden, wovon manche so stark, wie eine Faust und in Blättern, in den Braunkohlen von Helbra (der Grafschaft Mannfsfeld) waren; wenn sie aus der Grube kommt, ist sic weich und klehrich; sie springt auf, wenn sie trocken wird; der Flamme eines Waohsstockes ausgesetzt, entzündet sie sieh, dielst Tropfenweise wie W achs, und verbreitet einen Geruch, welcher nicht unangenehm ist z ). 3 ) Klapivtb war geneigt zu glauben, dafs diese Eigenschaft in den brennbaren Mineralien die Wirkung der Zersetzung nicht von dem Schwefelkiese, sondern von einer besondern Verbindung des Schwefels mit der Kohle seyn konnte. 2) Voigt. IlisLoire des houille ei des bois bitumnises. 4 s 7 4 ) Ein ähnlicher Slot)', welcher ebenfalls wie Siegel-Wachs brennt, einen sehr angenehmen aro- mnlischcn Geruch ausdunstet, allein von einem glänzenden Gelb ist: er kommt aus den Braunkohlen von Bovey in dem Dervonshire. Nachdem Ilr. Hauchet bestätigt hatte, dafs es ein zum Theil in Bitumen oder Bergpech (asphalte) verwandeltes Pflanzenharz (resine vcgetalc) wäre, so hat er es Relinasphalt genannt *), Ursachen der Verwandlung der Hölzer in Braunkohlen. §. 5 oo. Welches sind also die Kräfte, die die Hölzer so entstellt und in den Braunkohlen-Zustand übergeführt haben ? Die Arbeiten der Chemiker und besonders die des Hrn. Hattchct, wovon wir die vorzüglichsten Resultate schon (§. 269), anzeigten, haben wohl einiges Licht über einen Theil dieser Aufgabe verbreitet; allein sie sind weit entfernt sie gelöfst zu haben: sie scheinen sogar zu beweifsen, dafs die Natur, wenn sie auf unermefs- liehe Massen und eine, so zu sagen, unendliche Zeit lang wirkt, Verfabrungsarten anwendet, welche die Versuche in unsern Laboratorien nicht darstellen können. Konnte wohl die Schwefelsäure, welche jene Versuche als diejenige von allen bekannten Kräften zeigen, die die Hölzer dem Zustande von Braunkohle und sogar von Steinkohle am nächsten bringen kann, eitxe Wirkung auf lange Zeit geschwommene, und sich oft im Grunde der Teiche oder Sümpfe zersetzte, Hölzer ausüben? Wie dem auch sey, es ist doch nicht weniger gewifs , dafs Hölzer, welche unter ungeheuren l) Bibliotheqne briunnique. 428 Sand und Letten - Schichten, oder in grofsen Tiefen in den Gewässern begraben sind, keine Zersetzung erleiden konnten, die derjenigen an Hölzern ähnlich ist, welche in freyer Luft an der Oberfläche der Erde modern; ihre Grundstoffe haben sich wenigstens nicht so leicht und schnell zerstreuen, und in Gas bilden können. Sie werden auf einander gewirkt, und von dieser Gegenwirkung, deren Gang uns übrigens ganz unbekannt ist, wird die 'Verwandlung entstanden seyn: die Oele, die Harze etc. werden durch die Wirkung einiger Mo- dificalion, Bitumen erzeugt haben; öfterer noch werden sie, indem sie von ihrem Was .erstell’ vtr- loren, ihren KohJenslolf haben niedcrschjagen lassen; derselbe Stoif wird sich aus dem Holz-Körper und seinen übrigen Verbindungen in dem Gewächs, entbunden haben, er wird entbleist geblieben seyn und den herrschenden Tlieil bilden: bis- weilen sogar wird er der einzige der Stoffe des organischen Körpers geblieben seyn; denn mehrere Braunkohlen, so wie mehrere Steinkohlen, enthalten kein Bitumen. Klaproth bat dergleichen in einer als Alaun- Erz gebrauchten Braunkohle, von Freienfelde vergeblich gesucht *), Die Verwandlung der Hölzer würde also mehr eine Carbonisalion als eine Bitum- nisation seyn, und der Ausdruck carbonisirtes Holz würde schicklicher als der, bitumnisirtes Holz, seyn, welcher Ausdruck in der Mineralogie, bis zu der Zeit, gebraucht worden ist, wo llr. Brogniart in selbiger sehr schicklich den Namen ligniie (Braunkohle) eingeführt hat. O Klaproth’s Beytrage, etc, tom, IV. 4ag Ob es schon sehr bestimmt ist, dafs jene Verwandlung im Allgemeinen ein Product des nassen Weges ist, so könnte es doch möglich seyn, dafs sie in einigen, zwar sehr seltnen. Fällen, eine Wirkung des trocknen Weges wäre: die so eben angeführten Versuche von Hall zeigen diese Möglichkeit. Eisen-Erz. §. 55 1 . 'Wir haben das Eisen-Erz sich häufig in den Braunkohlen vorfinden gesehen: es findet sich auch in den andern tertiairen Gebirgen und hauptsächlich in ihren Sand- und Thonlagern. Die Sandmassen der Landes verschallen uns davon ein merkwürdiges Beyspiel. Sie sind oft mit einem eisenhaltigen Safte geschwängert, und stellen sich in diesem Zustande, in Gestalt von Steinen oder knolligen, mit Sand und hydratirlcn Eisen vermengten Massen dar; allein bisweilen herrscht auch diese Substanz ansehnlich vor, oder auch findet sie sich allein und bildet sodann wahres Erz. Gewöhnlich ist sie in Körnern, wie grober Schrot in den Sand eingestreut. Der ganze westliche Theil der Landes enthält eine beträchtliche Menge dergleichen: oft sind die Körner in kleine Räume und in hinlänglich grofser Anzahl versammelt, um der Gegenstand einiger Bebauungen zu seyn. Bisweilen gruppiren sie sich und bilden mehr oder weniger beträchtliche Nieren. Sonst hat man endlich mitten in dem Sande wahre Lager oder Schichten eines reinen hydratirten Eisens von ein oder zwey Fufs Dicke untl einer Verbreitung von tausend und mehr Quadrat - Melres. Ich habe dergleichen bey dem Flecken Mimisan gesehen: sie sind »ehedem als Quadersteinbrüche benutzt worden: die Kirche ist davon gebattet; ein alter Theil dieses Gebäudes, 45o der zuletzt an den Eigenthümer einer Eisenhütte verkauft und in dem Hohofeu gebracht worden, hat mehr als 5o pro Gent bey der Schmelzung gegeben. In einem grofsen Theile Frankreichs findet man über dem Kalksteine, in einem lockern, sandigen oder thonigen Gebirge, eine grofse Menge Erz in Körnern oder in Geoden, welche wahrscheinlich von einer ähnlichen Formation ist, ob- sclion, da das lockere Gebirge nicht bedeckt ist, man bisweilen verleitet werden könnte, es als ein blofses aufgeschwemmtes Gebirge anzusehen, Der gröbste Theil der Eisenschmelzlnitten des Königreichs werden mit einem solchen Erze (liydratirten Eisen mit rothem Oxyd) versorgt. In dem Querzy habe ich es das Kalkgebirge bedecken und die Felsen - Klüfte ausfüllen sehen. ln dem Agenois nördlich von Eumel, ist es in zahlreichen in einem Sande , welcher die Oberlläche des Hodens ausmacht, zerstreuten Geoden und knolligen Massen. In Perigord ist es häufig in Geoden oder Körnern, welche in einer Tiefe von zwanzig und dreylsig Metres Massen, Adern und Züge in den Thonlagern bilden. 451 F ü n 1 t. e s C a p i t c 1. Von den aufges ch wemmt en Gebirgen. A u f g e s c h w e m m t e Gebirge dev Deutschen, Alluvial land . . . . der Engländer. Terrains d’alluvion mehrerer französischen Mine- ralogen. Verschiedene Alten von aufgeschwenimten Gebirgen. §. 55'2. 'Wir bezeichnen liier mit dem Namen: auf geschwemmte Gebirge, die Gebirge, welche aus unzusammenhängenden Tbeilen bestehen , durch keine Steinschicht weiter bedeckt sind, solches nie gewesen sind, und es auch nicht nach den Umständen und der Epoche ihrer Formation seyn konnten. Obschon der Name terrain de transport (auFge- schwemmtes Gebirge) einigen F,inwürfen unterworfen ist, so hat er uns doch vorzüglicher als der Name terrain d’alluvion (aufgeschwemmtes Gebirge), den man bisweilen gebraucht, geschienen: die Anschwemmungen (allnvions) genau genommen, sind blos die Vermehrungen, welche ein selten bestehendes Gebirge an. Flachen - Inhalt durch die Ablagerungen der Flüsse erhält : dehnt man diesen Begriff auf die Anschwemmungen des Meeres aus, so würde es nicht, weniger bestimmt seyn , dafs der gröfste Theil der aufge- schwemmteu Gebirge kein Product der Anschwemmungen , und sie im Grunde des Meeres selbst oder im Grunde greiser Seen und Teiche gebildet und ausge- breitet worden sind. Werner hat die aufgesehwemmten Gebirge foi- gendermaasen eingelheilt: Aufgeschwemmtes •— aufden Gipfeln und Plateau’s Land in den Gebirgen lauf den Abfallen und in den Thälern, 43a r Sandland . Aufgeschwemmtes Land _j Thonland, in den Ebenen , - | Moorland. L Tuffland, Wir werden die Eintheilung in aufgeschwemmtes Land in den Gebirgen und aufgescliweinmtes Land in den Ebenen beybehalten, und nachdem wir von ihrer wesentlichen Beschaifenhcit geliandelt haben, werden wir die Substanzen prüfen, welche sie enthalten. Erste Abtheilung. Aufgeschwemmtes Land in den Gebirgen. Auf den Gipfeln. §. 553. Das aufgeschwemrnte oder lockre Land, welches auf dem Plateau's und Gipfeln der Berge ist, bestehet gewöhnlich nur in einer fast immer sehr dünnen Schicht Erde, welche von der Zerstörung des darunter befindlichen Gesteins herrührt. Diese Schicht bildet sowohl durch sich selbst als durch das Moos und Kraut, weiches auf seiner Oberfläche wächst, bald eine Decke, welche das Gestein vor einer weitern Zerstörung schützt. In den Thälern, §. 554. Die Producte der Zersetzung der Gesteine, weiche die Thal - Gehänge bilden, fallen, indem sie der Wirkung der Schwere nachgebeu, oder durch die Gewässer fortgeseboben, auf den Gehängen herab, und verbleiben an ihrem Fufsc: sie häufen sich da auf, und durch den Verlauf der Zeit bilden sie endlich die abgeböschteu Bckleidun- *oo gen, welche den untern Tlieil der Gebirge bedek- ken, und die Ausfüllungen, welche den Grund der Thäler inne haben. Diese Formations-Weise ist zu allgemein bekannt, als dafs ich dabey beharre: ich beschränke mich auf die folgenden Betrachturigen. Oft führt nach aufserordentlichen Regengüssen das Wasser an den Theilen eines Thaies, an welchen ein von den steilen Abfällen eines Gebirges herabfallender Strom oder Bach ausgeht, cino ungeheure Menge von Steinen und Erden mit fort, welche einen über den benachbarten Boden erhö- heten Haufen bilden, der sich, wie ein in der Richtung seiner Axe getheitler, gegen das Gebirge liegender und seine Spitze in dem Bette des Stromes oder Baches habender, Kegel darslellt. Jene Haufen von Trümmern sind häufig mit der reichsten "Vegetation bedeckt: sie tragen die schönsten Kastanienwälder der pieinontesischen Alpen. Die Beschaffenheit der Gebirge im Grunde der Thäler hängt einzig von der Beschaffenheit der benachbarten Gebirge ab: eben so ist es mit der Gestalt und Gröfsc der diese Gebirge zusammensez- zenden Tlicile. In den meisten der Glimmerschiefer- oder Talkschiefer- und Thonschiefer- Gebirge sind die Einsenkungen erdig; der Schiefer hat sieh durch Zerstückelung und Zersetzung in Erde aufgelöist, in den Kalkgebirgen bringt die Zersetzung oft nur einen sein- dünnen Leimen hervor, welcher durch die Gewässer forlgefülirt wird : in den Granit - oder von harten Gesteinen gebildeten Gebirgen, sind die Blöcke, welche man in dem Grunde der Thäler findet, oft von einer beträchtlichen Gröfse. Im Allgemeinen nimmt ihre Gröfse ab, je ■weiter man in das Thal hinabsteigt, oder vielmehr, XI. Tlntü. E e ■»54 je weiter man sich von dem Orte entfernt, von wo sie Iterabgefailen sind. 33iese, wie man gemeiniglich sagt, von den Gewässern fortgeiriebenen Blöcke nutzen sich durch die Wirkling der Reibung an ihren Ecken und Kanten ab, sie vermindern also nach und nach ihre Grüfse, so dafs cs in einer gewissen Entfernung nichts weiter als Rollsteine und Geschiebe, sodann und allmählig Kies, Sand lind endlich, Evch n sind. Ohne behaupten zu wollen, dafs die Reibungen bey dieser Gröfscn• Abnahme nichts sind, glaube ich doch, sagen zu können, dafs die zerstörende Wirkung der atmosphärischen Elemente dabey viel mehr beygetragen hat; sie ist cs, welche, indem sie nach und nach die GiölVe der gefallenen Blöcke vei- inindert, sie fähig macht, durch die Ströme in grof.-c Entfernungen geführt zu werden. Wenn übiigens eine Eiiisenkung in einem Tliale geschieht, so nehmen die Ströme die herabgesunkenen Steine, über welche sie die Gewalt haben, mit fort, und führen sie um so Weiler, je kleiner sie sind; so dafs, unabhängig von jeder andern Verminderung, der Strom selbst eine erste XMiau- ung gemacht hat: man hat die Wirkung mit der Ursache vermengt; nicht, weil ein Stein weiter her ist, so ist er kleiner; allein meistens, wenn er kleiner ist, so ist er weiter her. Die Art, womit siel» die GcLirgs - Lager, welche in den Tiiiilern sind, gebildet Italien, reicht hin, tim begreiflich zu machtn, dafs die Erden, Sand, Kies, Steine, welche sie znsammeusetzen, keine regelmälsige AuUagerungs - Ordnung beobachten. Aufgesclrvvemmtes Land am Fufse der Ketten. §. 555. Unabhängig von dem aufgesclnvemntlen Lande in den Tltälern giebt es anderes, welches am Fufse der Gebirgs - Ketten liegt, und welches 455 auch zu ihnen gehört. Dies sind uncrjmTslicliö Mengen von Blöcken, Sleincn, Erden, die ebenfalls von der Zerstörung dieser Gebirge lierriliiren, allein welche mil, einer grofsen Wassermasse, Meer oder See, bedeckt gewesen zu seyn sclicincn, tvel- cbe durch ihre Bewegungen sie gewisserniaasen ab- geglieben und in Gestalt einer grofsen Schicht, auf dein Grund des Bassins, in dem an der Kette anliegenden Theile verbreitet haben wird. Die Pyrenäen und Alpen bieten baldige dergleichen Beispiele dar; ich führe davon zvveye an. Beyiu Ausllufs der aus den Pyrenäen tretenden Äriege zeigt sich die Ebene von Pamiers: bis nach Saverdun, das ist, bis vier Meilen vom Fufse der Kette, besteht sie hlos aus Granitkugeln, die mit von ihrer Zersetzung herrührenden Erden und Steinen untermischt sind; das Ganze bildet eine blasse von gegen dreylsig Melres Dicke. Gegeii die Ivette hin haben die Kugeln ein oder zwey Fufs Durchmesser, und ihre Gröfse nimmt stufenweise bis in die Gegenden von Saverdun ab. Die Ebenen von Piemont und der Lomhardev, f *•' ’ am Fufse der Alpen, zeigen dieselbe Erscheinung, allein vielmehr im Grofsen. An den Orlen, wo die Doire - Baitee, welche die Gewässer der Alpen führt, in jene Ebenen tritt, hat sie in dem anfge- scliwemmten Lande einen ungeheuren Einschnitt gemacht, welcher an einigen Orten nicht weniger als fünfhundert Melres Tiefe hat, und welcher die Struclur des Gebirges entblöfst. Letzteres besteht: 1) in Blöcken von Granit, Glimmerschiefer. Serpentin etc. von sehr unrcgelniäfsiger Gestalt, und oft von dreyfsig oder vierzig Gubik.-Melres: E e 2 4 5 6 u) in kleinern Massen, deren Ecken im Allgemeinen um so abgerundeter sind, je weniger beträchtlich ihr \oIumcn ist; / 5) endlich in vieler Erde, die offenbar von der Zersetzung jener Blöcke herriihrt. Die Beschaffenheit dieser Blöcke, ihre Gestalt sowohl als ihre Gri'lse, welche desto mehr abnimmt, je weiter man sich von den 'Gebirgen entfernt, zeigen, dafs sie abgelöfst worden, und nicht weit von dem Orte ihrer Entstehung sind. Die ebene Gestalt des Gebirges in seinem Ganzen genommen, so wie seine Lage in söhligen Schichten, die man an einigen Orlen wahrnimmt, scheinen noch anzuzc-igen, dafs sie im Schoofse eines Sees oder eines Meeres-Armes , wie wir so eben gesagt haben, verbreitet worden sind. Die Oberfläche dieses Gebirges stellt auf einigen Punctcn gleichsam grofse Stein - Küsten, bisweilen sogav in grofse Haufen geordnet, die man für das Werk der Menschen gehalten, dar: das Ganze rührt von der Wirkung der Regenwasser her, welche, indem sie die zwischen den Steinen gelegene Erde forlgezogcn, sie cnlblöfst gelassen haben wird : wenn das Gebirge ursprünglich zerstückelt und mit kleinen llügelu beborslet wäre, so wird das Wegwaschen sie in blofse Steinhaufen verwandelt haben. Zwcyic A b t h e 1 1 u n g. Auf geschwemmtes Land der Ebenen. Das aufgesclnvemmte Land der Ebenen ist, hauptsächlich aus Sand und Thon gebildet. An einigen Orten ist jedoch die Oberfläche des Bodens ein Torfmoor; an andern ein Kalktuff: allein da 43 7 diese Gebirge im Vergleich mit dem Sand und Thon wenig verbreitet und von einer gänzlich verschiedenen Formations - Beschaffenheit sind, so werden wir sic unter die zufällig in den aufgeschwemmten Gebirgen begriffenen Massen oder Lager classifi- eiren. S.mdland-. §. 536. Die Sandgebirge bestehen in ziemlich oft mit Kies, Gerolle, untermengten Sande, und enthalten bisweileu einige Erdschichten. Der Sand ist , wie man weils, blofs eine Vereinigung von Mineralien in sein- kleinen Körnern, die von der Zerstörung aller Gesteine und hauptsächlich von Quarzgesteinen herrührt. Er macht bisweilen Gebirge von einer uncr- mefslichen Verbreitung aus; die grofse Wüste der Barbarcy, ein Thcil der Wüsten Arabiens sind davon zusammengesetzt: fast überall ist dort der Sand cntblöfst, und von äufserster Feinheit. Diese Feinheit und die Beweglichkeit, welche die Folge davon ist, machen ihn zum Spiehvcrk der Winde, die ihn zu Hügeln erheben, deren Ganzes das Bild der Meeres-Wellen darstellt, ihn von einem Ort zuni andern führen, und damit weite Gegenden bedek- ken. Nieder - Deutschland, von Holland bis nach Pohlen, stellt auch eine weite, hauptsächlich mit Heidekräutern bedeckte, Ebene dar. Als Deine in jenen Gegenden bemerkte, dafs die Dicke der Damm-Erde kaum mehr als einen Fui's übersteigt , und ihr Zuwachs auf ein oder zvvey Linien in dreyfsig Jahren geschützt werden kann, so schliefst ex davon auf das geringe Alter unsrer Cominente; dies ist einer der Zeitmesser, welche ihm die Wahrheit dieser Behauptung beweisen. Ich bin gewifs entfernt, sie 458 bestreiten zu wollen; allein sie wird von der angeführten Thatsaclie nicht abgeleitet werden können: oft stellt shh in der Natur, zum Beyspiol bey der Ev/.iugnng der Gewacliserde, bey der Bildung der Anschwemmungen der Torfmoore, nach Verlauf einer gewissen Zeit, eine Art. von Gleichgewicht zwischen den Ursachen, welche hervovzubriugen und denen, welche zu zerstören trachten, her; so dafs über diese*» Ziel hinaus, ob- sclion die erstem immer zu wirken foi'Lfahren, keine neuen Formationen mehr entstellen. Ich betrachte mit dm meisten Naturalisten die grofsen Sand-Ebenen, wie die grofse W üste der Baruarev , die Heiden Westplialens und Nietltrsachsens als Sandgcbil- de, die unmittelbaren Producte der Zerstörung der Quarzgestcine, welche von den Flüssen in die diese Ebenen ehedem bedeckenden Meere geführt worden. V\ ir haben gesehen, dafs einige Mineralogen jene so veibreiteten Sandma sen als das Product der Zerstörung der Sandst ein - Gebirge, welche ehedem denselben B - den (^. 276) cinnahmen, ansahen ; und dafs endlich Deine in ihnen nichts als einen chemischen Niederschlag, den letzten sähe, welcher in den Meeren, vor ihrem Abzüge von den Conliucntcn, geschehen War: Diese Bildungs-Weise würde, diesem Gelehrten nach, die Bildung des Sandes im Allgemeinen seyn ; so wie uns diejenige von einigen in das Gebirge bey Paris eingeschobenen Schichten zu seyn scheint, und wie dem Ifrn. Omalius die der Sandmassen bey Sologue, GuLinai? etc. zu seyn geschienen hat. Von den Dünen. Wenn das Ufer des Occans sandig, der Sand sehr locker, der Strand niedrig, und der Wind, die Wirkung der Wellen unterstützend, den Sand höher treiht, als die G-ewasser reichen können, so Lildet sich am Uler des Meeres gleichsam ein Kranz ron Snndhiigehi, weiche immer Weiler in die' Länder hincingehen. (wenn die allgemeine Iiiciitung der Winde vom Meere herkommt) dies sind die Dii- 45c). neu. Sie sind an den Küsten von Holland, Flandern etc. häufig. Ich habe Gelegenheit gehabt, sic in den Steppen von Gasconien zu studiren, und ich sage einige Worte von den Krsclieinungen, welche sie mir dort dargestellt haben. Sie bilden daselbät zwischen der Mündung der Giion- de uncl der Adour gleichsam einen im Mittel zwanzig Metres über den benachbarten Boden erhöheten Gebirgs- Zug; seine Breite ist von zwey bis zehntausend Metres verschieden : er ist sein* warzenförmig (mamelonni) und stellt das Bild einer Menge von mit einander verbuiulc- 11 en Hügel dar, deren Gipfel allein von allen Seiten irey ist und sich bisweilen bis zu fünfzig Metres Höhe erhebt. Diese Dünen bestellen in einem weifsen, lockern und quarzigen von aller Vegetation fast gänzlich enl- blöfsten Sande: der Wind treibt ihn fort und drückt ihn nieder; er macht, dafs seine Kötner auf den Abtall dev Hügel, wie auf einer geneigten fläche steigen, bald rollend, bald in kleinen Sprüngen;* auf dem höchsten Puncte der I'lache, das heilst, auf dem Gipfel der Düne angekommen, stürzen sie sich, immer von derselben Kraft augetrieben, auf die entgegengesetzte Seite, und von der Wirkung der Schwere fallend, nahmen sic dorr ihre natürliche Böschung au. Da die Westwinde gewöhnlich in diesen Gegenden herrschen, so wird die all gemeine Bewegung dev Dünen von Ost geschehen 5 und wirklich rücken sie beständig vorwärts in die .Länder, indem sie mit ihren Sandmasscn die Wälder und Dörfer bedecken; sic haben zum Theil die kleine Stadt Mi- mizan bedeckt. Man hat bemerkt, dafs durch einen sechs Tage lang ziemlich regelmäfsig unterhaltenen Westwind, eine der Dünen mn drey Fufs vorwärts gerückt war. Der Ilr. Ingenieur BremonUer, welcher sich ganz besonders mit diesen Dünen und ihrer Feststellung beschäftigt hat, schätzt ihr allgemeines Verrücken im Mittel jährlich auf zwanzig Metres, und bemerkt, dafs in zwanzig Jahrhundejten , die Stadt Bordeaux wohl unter der Masse jener Dünen begraben seyn könnte. '1 .1 o Tiionland, §, 557. Gewisse mineralische Substanzen, so wie die FVJdspathe, die Glimmer, die Schiefer, verwandeln sieh durch die Zersetzung in erdige, mit dein Wasser einen Teig bildende, Thcilchen. Diese in Folge ihrer Leichtigkeit und Zartheit von den Strömen himveggenommenen Thcilchen, werden in bisweilen sehr grolse Entfernungen geführt: wenn die Geschwindigkeit abnimnii. entweder weil der Strom, auf die benachbarten Ländereyen tretend, eine sehr grolse Ausdehnung in die Breite nunimmt, oder weil er Buchten antrilfl, in welchen das Wasser stehend wird, so setzen sich diese Erdlheilchen ab und bilden Leimen- oder Thonlager. Wenn die Flüsse in einen See ausgehen, so lassen sie in selbigen oft ein Lager von Leimen, und wir sind Zeugern von solchen Formationen. JXAthwendig müssen dergleichen in den Meeren bewirkt werden: die Beobachtungen der Schiller lehren uns, dafs der Grund 55 §. angeführt Italic, enthalten ansehnlich, viel dergleichen. — Die Aricge oder Uriegc (Aurigera) lial ihren Namen von deinGolde, welches sie sichtbar mach), indem sie das erste dieser Gebirge dureh- schneidet. i!ev dem Anwachsen greift dieser Flnfs, so wie die Bäche, welche in demselben Gebirge Hie- fsen, die hier au: er erweicht sie, führt die leichten Erden und den Sand weit -weg; allein die schweren Theile, so wie den groben Sand, die Geschiebe, und besonders die Goldkörner und l’iieil- chen, bleiben in dem Bette, nicht -weil von dem .Punctc, wo sie abgelöfst worden sind. Sobald der Flufs wieder in sein gewöhnliches Bette zurückge- Ireten ist, gelten die Goldlischer an das nur erst verlassene Ufer: sie nehmen den Sand . die Geschiebe, W’elehe das Wasser da gelassen hat, und durch verschiedene Wäschen bringen sie das Gold aus: ziemlich oft haben sic zwölf Grane wiegende dergleichen Stückchen gefunden 3 man sagt sogar, clafs ein aus der Ariögc gezogenes Korn (pepite) eine halbe Unze wog 3 ). Ehedem verschallten die Eltonen von Partners (und einige andere der Nachbarschaft,) der Münze zu Toulouse jährlich ohnge- t) Memoire de l'Acadvmic. t-ttn. 451 fahr 200 Mark (4g Kilogrammen) Gold: eine Monge, welche eine Summe von jSoooo Francs darstellt. Gegen das Ende des letzten Jahrhunderts nahm dieses Erzeugniis ab; und jetzt werden, die jNachsu- «hangen gänzlich eingestellt. Ich bemerke liier, dafs die Ariege und die andern Goldführenden Flüsse das Gold» welches man Ton ihnen erhält:, nicht aus den Gebirgen herbeyfühven . von wo ihre Gewässer herkommen: fast nie fuhren ..sie Schüppchen, so lange sie in den. Gebirgen sind: sie graben Hos die in den anfgesclnvemmien Gebirgen, welche sie durchlaufen, schon vorhandenen -aus, und eul.Llo.s- sen sie. — Unter den andern Goldführenden Flüssen Frankreichs führt man noch die Gesa, den Gardon , und die Ardeche am Fulse der Scvennea, die Rhone in den Gegenden von Valerie, den Rhein in. Eisais etc. an; allein keiner giebt zu Benutzungen Veranlassung. Ungarn ist, wie ich glaube, das einzige Land, wo die Goldwäsche der Gegenstand einer folgereichen Arbeit sey; sie bringt dort beträchtliche Summen: fast alle Ebenen von TransyIvauie.u und dem BannnL enthalten Tlieilehcn dieses Metalls. — An einigen Orten, mul zu der Zeit, wo die Flüsse viel Gold führen, legt man in schicklichen Lagen Felle oder Srhaaf- Häute, welche in ihrer Wolle die Schüppchen auf und ztiröckhal.e»; so dafs man sie nach einiger Zeit mit jenem edlen Metalle, gicicbsqm wie bedeckt, heraus ziehet; wahrscheinlich wird ein solcher Umstand Gelegenheit zu der Fabel von dem berühmten goldnen Pliejse gegeben haben. 13ie. PJalina, wenigstens diejenige, welche in dem. Handel ist, kommt im Ganzen • us den aufge- schwemmlcn Geoirgen der Provinz i hoco in Peru; sic findet sich dort mit Basalt - Stucken, mit ■K12 Zirkon, Tilanit mul viel von jenem Eisensande, welcher in den vulkanischen Uebergangsgebirgen sein- Läufig' ist; er ist darin auch mit Goldlln.il- clicn: mail lindet ihn da in der Gestalt von Schüppchen oder kleinen Körnern: dieGröfse der letztem nimmt Lisweilen his zu grofsen Körnern von einem beträchtlichen Volumen zu. Ich hahe eins dergleichen in den Händen des Hrn. von Humboldt von der Groise eines TauLcneyes gesehen, welches gegen zwey Unzen (1089 Gran) wog; allein das beträchtlichste, was mau hat, welches im Jahre i 3 i 4 gefunden worden und im Cabinet zu Madrid ist, hat, wie man sagt, mehr als vier Zoll Länge, und wiegt ein Pfund und 9 Unzen. Auch aus demselben Sande hat man die unter dem Namen: Palladium, Rhodium, Osmium und Iridium bekannten Metalle erlangt. Das Zinnerz (der Zinnstein) scheint durch seine Beschaffenheit besonders in den aufgescliwemintcn Lande der Gebirge enthalten seyn zu müssen; es hat eine grofse specilische Schwere (6,9) uml ist sehr hart. Auch lindet es sich an den einzigen Orten Eivropeus, wo es bekannt ist, der Gränzc von Sachsen, Böhmen, und dem Lande von Kornwallis (inan könnte die Küsten von Bretagne hinzufügen) im UeLcrflufs , mitten in den aufgeschwemmten Gebirgen, und ist da der Gegenstand beträchtlicher Benutzungen. Zu Steinbacb hey Joliaungeorgenstadt in Sachsen kommt es in Körnern in einem sehr zur Zersetzung geneigten Granit vor, dessen Trümmer den ganzen Thalgrund bilden: mit Hülfe eines Baches, den man auf die Tbeile führt, welche ein Versuchshau ziemlich reich hcurtheilcu lassen, bewirkt man eine Wäsche: das daraus entstandene, Product 455 •wird hierauf in die Wüschen gebracht, WO es'noch- malen gewaschen uiul gepocht wird, und das Erz, welches man aus diesen Operationen ziehet, wird in die Oefeu geworfen. In den Zinugebirgen des Landes Kornwallis hat man eine sehr grofsc Anzahl, ähnlicher Ausbringungen; in einigen ist das mit diesem Metall beladene Lager an der Oberlläche des Bodens; in andern unter noch neuern aufge- sehwcmmlen Schichten. Nach Hrn. von Bonnard, welcher diesen Bau zu Pcntovan verfolgt hat, giebt cs dort Lager von ohngeführ zwey M.elres Mächtigkeit durch eine Gebirgs-Masse von beynahe fünfzehn Metrcs Höhe bedeckt , und aus söhligen Schichten von Kies, Torf, Meer-Sand und Schlamm mit Muscheln zusammengesetzt; das Ganze ruhet auf einem Thonschiefer, welcher den Granit bedeckt (man sehe den Plan von diesem Baue in dem Atlas de la Ilichcsse minerale, 2t. Knpfertafcl). Alle Steine, welche durch ihre Beschaffenheit und Härte der Zersetzung widerstehen, und sich in den aufgeschwemmten Gebirgen erhalten können, werden ebenfalls durch Wäschen oder Seifen ausgezogen, wenn sie nur von hinreichendem Werlhe sind, um die Kosten dieser Arbeit zu bezahlen; und dies ist der Fall fast mit allen Edelsteinen: die meisten von denen, welche in dem Handel sind, die aus Böhmen kommenden Granaden, die Zirkone, die llubine, der gröbste Theil der Topasen, alle .Diamante etc. sind durch ein gleiches "Verfahren aus der Erde gebracht worden. Salz. §. 524 . Das gemeine Salz (Kochsalz) und vielleicht noch einige andere Salze müssen unter die Zahl der Mineralien gesetzt werden, welche sich in '.k> i den aufgeschivomrntcii Gebirgen befinden: die aus- gebrcilcslen unter ilinen, die Wüsten von Africa, die Ebenen Persiens, und die Steppen Sibcriens, steilen eine ungeheure Menge dergleichen dar. Alle Preisende, web'he die Wüsten von Africa und Arabien durchwandert haben , sprechen von der Salzhaltigkeit des Bodens: last überall macht selbige die Gewässer salzig, ln den in der jNähc Egyptens liegenden Sandgegenden Jindcl sieh das Salz in Kugeln und .Massen vor: die grofse Wüste der Barharey ist an einigen Orten mit einer Binde jenes Minerals bedeckt, welches bisweilen von einer solchen Weifse ist. dal's cs schonen Marmor gleicht, und von einer solchen Dicke, dafs man es wie Quadersteine zum Bau der Häuser bricht und bearbeitet l ) Mau bedient sich desselben auch zu demselben Gebrauche zu Ormutz in Persien; Pliuius halle schon gehört, dafs man in einigen Theilen Arabiens davon einen ähnlichen Gebrauch machte und man diese Gattung von Steinen, ehe sie an Ort und Stelle gelegt wurden, an der Oberfläche ein wenig beleuchtete, damit sie sieh dergestalt i erhandelt, dafs sie nur ein einziges Ganze nusmachten. Olivier berichtet in seiner Heise nach Persien, dafs die grofsen Ebenen oder Wüsten dieses Landes aus eitlem mit Salz geschwängerten r J honbo- den bestehen. Diese Substanz, sagt er, ist so häutig in ganz Persien, dafs cs durch die hegen-Gewässer in alle Isiederungen geführt wird, welches bewirkt, dafs überall, wo sie im Winter verweilen, das Gebirge salzig wird: alle Seen des Landes sind j; Malle-Brun, Precis de la Geographie, tom. IV, ebenfalls und alle große Wassermassen werden es nach einigen Jahren. Die grofsen Haiden oder Steppen Sibcricns, welche, wie wie gesagt haben, aus Sand und Ilion gebildet sind, stellen, besonders im Norden des kas- pischen Meeres, ähnliche Erscheinungen dar: mau stehet dort eine Menge Seen, wovou einige von Siifswasser, und die andern von einem Salzwasser sind, bald durch das Kochsalz, bald durch das Glaubersalz (sulfale de soude). Man kann nähere Darstellungen deshalb in den Reisen von Pallas sehen: ich beschränke mich, den See bey Iudcrsk an- zuRihren, welcher zwanzig Meilen im Umfange bat. ..Der Grund desselben ist mit einer Salz - Rinde be- ,,deckt, welche gegen sechs Zoll acht Linien Dicke ,,lmt. Dies bietet in Ansehung des beständigen „UÜberflusses (der sehr salzigen Quellen, welche „sich in den See werfen) und der grofsen Ausdünstungen , nichts Wunderbares dar. Man würde, „wenn man jene Rinde siebet, glauben, dafs der „See mit einer Eisscholle bedeckt sey: sic ist hart, „wie ein Stein, weifs und von einer grofsen Reinlichkeit. . . . Man findet darunter ein klümpcri- „ges, graues, von unregelmäfsigcn Körnern gebildetes Salz; es bat so wenig Festigkeit, dafs man „eine Cosakeu-Pikc tiefer als i-J Elle hineinstechen „kann.“ Die Thongehirgc des grofsen Plalcau’s in Mexico baiben dem llrn. von Humboldt auch eine grofsc Menge Salz dargestelll; sie sind davon gleichsam geschwängert. Mehrere Seen, die inan auf jenem Plateau findet, sind salzig, der von Penon-Elanco, welcher alle Jahre nusirocknet, ist die grofsc Saizgrtibe in Mexico; man nimmt daraus jährlich mehr als drey hunderttausend Cenlner. Woher kommt nun das Salz, welches man also mit. ten in jenen Ebenen und in jenen Seen findet? Ist es durch Salzquellen dahin gekommen, welche sich in salzhaltigen Gebirgen damit beladen hätten? Del' Wecli. sei der Salze und Siifswasser - Seen, den man bisweilen in einer Gegend in Siberien, wie in Mexico, au trifft, konnte darauf führen, es zu glauben: dies ist sogar für luuhreie von denen, die das kaspische Meer bewohnen, bestimmt. Allein diese Ursache ist nicht mehr auf die Salzigkeit der grofsen Wüsten anwendbar; da ist man von allem Gebirge entfernt. , und es gicbt da keine Quelle; die Allgemeinheit ihrer Salzigkeit und die gemachte Bemerkung, dafs fast alle mitten in groGen Ebenen oder Steppen gelegene Seen, welche Zuflüsse haben , und ans welchen das Wasser blos durch Verdunstung ausgeht, nüthigen gewissermaasen, die Hypothese einer freyen Formation des Salzes auf der Oberfläche jener Wüsten und Ebenen anzunehmen, welche Formation der des Salpeters ähnlich seyn würde, die Wir in gewissen Erden täglich unter uti-eru Augen ent- stehen sehen, und sie würde nichts aulserordeiitliches haben. Eine vom Hin. von Humboldt berichtete Beobachtung würde den Umstand sogar gewil's machen; im Mexica- niscJien laugt man die Erden aus, um das Salz daraus zu ziehen; die erste Gebirgs-Schiebt ist blos salzhaltig, sagt man, allein wenn diese weggenummen ist, so wird es die folgende und nach eiligen Monaten kann man sie auch benutzen. Die Meinung von einer freyen Formation scheint noch natürlicher, als die, bey welcher mau das Salz als eine Spur desjenigen anselien würde, welches in den Sand.-teingebirgeu enthalten gewesen seyn könnte, wovon die Sandniassen und Wüsten Beste wären, und auch als die, wo man es bey dem Rückzüge des Meeres wie von selbigem hinterlassen anselien könnte. b) Products des Pflanzenreiches. Das Gewächsreich hat ein« grofse Anzahl seiner Producte in oder auf den anfgeschweinitilen Gebirgen gelassen, und läist dergleichen noch täglich, 457 und bisweilen nehmen sie dort hinlänglich beträchtliche Räume ein, um eine ihrer Bestandtheile zu bilden: dies sind vergrabene Räume und Wälder, und hauptsächlich Braunkohlen. Vergrabene Wühler. §. 545. Unter den neuesten üebergangs-Gebirgen und den zuletzt durch das Meer und die Flüsse gebildeten Anschwemmungen , unter den Torilagern findet man ziemlich häufig umgestiirtz- te Hölzer und sogar Wälder, welche wenig \ er- änderung erlitten haben; die Bäume sind darin noch sehr erkennbar, und bisweilen gut genug erhalten, um zum Bauen gebraucht zu werden. Wir haben davon ein sehr merkwürdiges Bey- spiel an dem ungeheuren Lager von Bäumen und Pflanzen, welches die Westküste der Grafschaft Lincoln enthält: es ist auf eine Länge von dreyfsig Meilen und auf eine Breite von einigen Meilen erkannt worden; cs liegt auf einem ■weichen Letten, und wird durch eine Schicht derselben Substanz bedeckt, Schächte, zu Sutton abgesunken, haben es in 16 Fufs 'Liefe angetrolfen; allein was in den Stand gesetzt hat, sie genauer zu erkennen, ist eine Menge kleiner Eilande, die es längs der ganzen Küste auf eine Länge von ungefähr i5 M eilen bildet, und welche bey den Ebben eniblöfst sind. Sie bestehen fast ganz in Wurzeln, Stämmen, Zweigen , Baumblätlern und Slräuchern mit einigen Blättern von W asserpflanzen vermengt. Unter den Stämmen stehen einige noch aufrecht auf ihren Wurzeln; allein ein sehr grofser Tlieil liegt umge- stiiizl. in allen Richtungen; die Rinde der Stämme und W urzeln scheint im Allgemeinen so gut erhalten . als wenn die Bäume in vollem Wachsthuine 458 •wären; allem im Innern ist das eigentliche Hoi/, meistens mürbe und zersetzt. Man kann auch, sagt Hr. Correa, die Gattungen erkennen, welche dieses Gemenge ausinaclien; mau sichet daseihst die Birke, die Fichte, die Eiche und einige andere, über welche es schwer zu entscheiden ist. Im Allgemeinen sind die «Stämme, die Zweige und Wurzeln äufserst platt. Der Boden, auf welchem diese Bäume liegen, und auf welchem sie 'wuchsen, ist ein fetter und milder Letten, mit einer aus ganz verfaulten Blattern bestehenden und mehrere Zoll 1 litte habenden Schicht, bedeckt, linier diesen Blättern hat man die der Salix acquifoiia erkannt. .Sie waren mit Wurzeln der arundo jdirngmilcs vermengt. Ilr. Correa bemerkt, dafs, wenn die Spuren von Pflanzen, die man in den Steinkohlenlagern findet, exotisch sind und durch die Kräfte, welche bey der jetzigen Beschaffenheit der Erdkugel wirken, nicht fortgeführt und abgelagert werden können , dies nicht so mit jenem unterirdischen Walde ist, er gehört nicht mehr zu der Classe der vormaligen Uebcrresle. Da dieser geschickte Naturforscher liier Bäume noch aufrecht auf ihren Wurzeln und jetzt unter dem Niveau des Meeres sähe, so scldofs er daraus, dafs das Gebirge, auf welchem man sie findet, sich gesenkt hat, und diese Senkungen nicht sehr viel Außerordentliches bey einer aus Letten - Schichten gebildeten Anschwemmung haben könnten. Wenn die Bäume der Eilande nicht mehr mit Erde, wie zu Sutlon, bedeckt sind, so liegt dies daran, dafs eine grofsc Bewegung des Meeres die Erd - Schiebt himvcggefülir!: haben wird 1 ). 1) Bibliotlieque brilannique, loni. IX, 1 ui Jalirc 1S11 setzte das Meer an der Kiiste von Moriaix einen solchen Wald eine Zeitlang ins l’rciej der Hoden, auf welchem er lag, seinen eine Wiese .gewesen zu sc\n, inan salie da an deren Stelle Binsen und Schilfe: die Bäume waren in allen Bielitnngen umgeworfen und meistens in den Zustand einer zerreildiehen Braunkolde verwandelt: ciidge Tlieile waren jedoch gut erhalten mul setzten in den Stand . die Gattungen, besonders Taxus-. Bäume, Büchen und Besonders Birken, welche häufig darunter waren und ihre Silberrindc noch hatten, zu erkennen, Eichen, welche man da herausgrub, nahmen schnell eine dunkelst liwarze lüirlie an, und erlangten Härle: sie Brannten mit einem stinkenden Geruch, Dieser Wald, welcher unter dem an (geschwemmten Gebirge liegt, ist auf eine Länge t on 7 Meilen gesellen worden t ). Auf der Insel Man, zwischen Irland mul England, findet man nach Ray's Berichte in einem Sumpfe, welche.]' zwey Meilen Länge und eine Meile Breite hat, in 18 Fufs Tiefd, Tannen an Ort und Stelle gerade auf ihren Wurzeln. Hr. Duhamel Berichtet uns, dals mau in der Aormnndie in der Bucht Set. Anna ein gun/dich aus liegenden und zusammen verbundenen Bäumen Bestehendes Lager und in einem solchen Zustande von Weichheit findet, dafs man an mehrern Orten mit dem Finger hinein siechen kann: wenn dieses IIolz trocken ist, so nimmt es Festigkeit an, und ist dem Holze ähnlich, welches lange Zeit gefielst worden ist. Das Innere der Länder dieser Provinz 1) Journal des JVtines, 46 o stellt ähnliche Thatsachen dar. „ln fast demgnnzeu „Gontcntin, sagt noch Iir. Duhamel, Jlmlct man, im „Grunde der Sümpfe, zum Tlicil mineraüsirte Ilöl- .zer: man ist so sicher dergleichen anzutreflen, dafs, „wenn Privatpersonen einen Balken nöthig haben, „es liinreielit, in den Sümpfen zu sondiren, um un- „fehlbar das, was sie suchen, zu erlangen.' 1 'Wir werden ähnliche Thaisachen sehen, wenn wir von den Torflagern handeln. Die Umgehungen von Paris in den ange- schwemmlen Gebirgen zeigen uns häufig in beträchtlichen Tiefen vergrabene Bäume : man hat dergleichen in 90 Fufs Tiefe angeiroifen, als man den Brunnen für die Militairschule grub. Im Jahre 1 ^9 5 haL man in dem Seine - Strome, in der Hohe von Vilry, eiuc grofsc Menge ganzer Bäume, (wahrscheinlich Fichen) mit ihren Zweigen und Wurzeln gefunden. Der llolzkörper halte eine schwärzliche Fache angenommen, und einen Gi ’ad von Härle erlangt; es ist einer schönen Politur faltig, und könnte ]>ey einigen Arbeiten dem Ehcnholze sulistituirt werden, sagt der Schriftsteller, welcher jene Thatsache herichtet. *) Fs ist zu bemerken, fügt er hinzu, dafs dieses verhärtete Holz sich in den Sandtlieilen und in geringer Tiefe vorlindet, •während das in dem Tlione liegende verfault und leicht spaltet. Die Insel Clinton, unmittelbar unter Paris, verdankt vielleicht ihr Daseyn nur Anhäufungen (Lagern) von Holz: man entdeckt da in einer gewissen 'Liefe völlig ganze in verschiedenen Richtungen liegende Bäume, wovon einige Eichen und IhiscJuufshäume zu seyu sehei- 1) Journal Erste A h t heil u n g. Von d e n T v a c )i v l - (V c b i r g e n. Die Trachyt-Gebirge bestehen aus Trachy t, einer geringem Menge Phonolit, und aus Brcceien, Tnfl't.n und andern Produkten der Zerstörung und Zersetzung dieser Gesteine. Von dem 'Vrachyt . I ). Der Trachyt ist ein Gestein feurigen Ursprungs, hitutatsächlich ans Feldspat.!) zusammengesetzt, und folglich zu einem weisen oder wenig gefärbten Email schmelzbar. Dolomien bezeichnete ihn deinuach mit dem lYamem Iav petro - siliceuse (.Feldstein- Lava). Wir werden nach dem, was Avir gesagt haben, den Stein-Trachvt oder den eigentlichen Trachyt, den glasigen Trachyt, welcher uns eine emaillirte oder halbglasige sehr merkwürdige Varietät darstellt, und den Höhlen - oder Biinstcin - Trachyt zu unterscheiden haben. Kennzeichen dos TimcIiais. §. 556. Der eigentliche Trachyt ist gewöhnlich hellgrau, das sehr oft. ins Avei.se übergeht, und sich bisAveilen dem scliAvarzen nähert. Man hat übrigens röthliciie, braune, grüne und sogar gelbe Varietäten. i) Von dem griechischen Worte hückerich. Dieser Na nie ist vom llrn. liaüy eingcltünt worden. 4 f> 4 Sein Bruch ist gewöhnlich erdig, mehr oder weniger grobkörnig; bisweilen wird er dicht, wenn das Korn kleiner wird , und gleicht dem Eurit der Urgehirge. Dieser Bruch ist malt, selten nimmt er ein wenig Glanz an, und daun geht das Gestein in einaillirteii Trachyt über. Seine Härte oder vielmehr seine Festigkeit ist beträchtlich verschieden; die dichten Theilc widerstehen dem Schneiden, und diejenigen, deren Bruch grobkörnig ist, sind fast zerreiblich. Letztere sind fast immer scharf und rauh anzufühlen, und diese Rauheit bemerkt man auch in den meisten Trachyt-Varietäten. Dem Löthrohre ausgesetzt, schmilzt er ziemlich leicht zu einem graulichen Email. In den Varietäten von dunklen Farben ist das Email oft mit schwarzen Palleten besäet; bisweilen auch, wenn fremde Theilc häufig dem Trachyt beygefügt sind, ist das Email schwarz; allein dieser Fall ist selten. Der Trachyt, so wie alle Fcldspnth-Massen, zersetzt oder entbindet sieh, wenn er der Luft ausgesetzt ist, lind verwandelt sieh in eine mager anzn- fühlcnde und bisweilen ein aschenartiges Ansehen habende Erde* Darin enthaltene Kvystallc. 556. Er stellt sich last immer mit einer Porphyr- Structur dar, und die Ivryslalle, welche sie ihrn gehen, sind: i) Der Fcldspath. Er findet sich in groiser Menge darin; seine sonst gewöhnlich gestalteten, aber schlecht, begriinzteti Krystalle, zeichnen sich gewöhnlich durch ihren lebhaften Glasgtanz und ihre Durchseheineuheil aus; sie haben im Allgemeinen eine gelbliche Farbe, lind siel hm olt auf ih- 4y;> ren Blättern Fasern oder. Streiten dar, welche si c rauh anzufühJen machen. Man siebet dergleichen auch am Mont-Dore, die dergestalt faserig sind, dafs sie fast das Ansehen eines Bimsteins haben. 2 ) Meistens zugespitzte Hornblende-Krystalle, mit gewöhnlich schwarzem, blätterigem und glänzendem Bruche. 5) Sechsseitige dunkelfarbige Ginnmerstreifen. 4) Der Titanit und das Braun-Menakerz finden sich darin auch häufig. 5) Der Augit, welcher nach Hrn. von Humboldt sehr gemein in den Tracliyten der Anden ist, ist selten in den Tracliyten in Huropa. 6) Der Quarz ist noeb seltner: Ilr. Weifs bat einige Körner in dem Tracbyt des Cantal, und Hr. vonHumboldt in denjenigen, weicherden Gipfel des Chimboraco austnaclit, gefunden. In Ungarn bat Hr. Bendant Varietäten bemerkt, welche eine ziemlich groi’se Menge Quarz in doppelten sehr ausgezeichneten Pyramiden enthielten. Dieser Mineralog hat auch Grcnaten in einigen Tracliyten desselben Landes gesehen l ). Wir werden in der Folge verschiedene Bey- spielc von Ädern und Nieren von Jaspis, Kalzedoii, Opal etc. anführen, welche sieh in den Trachvt- Massen gebildet haben. 1) Voyage minÄralogique en Hongrie. Hr. Beudant hat mir gefällig das Mauuscript seiner Reise vor seiner Bekanntmachung mitgetheilt; und so oft ich ein Beyspiel von Ungarn anfuhren werde, wild es aus diesem wichtigen Werke genommen seyn, worin der Autor sich auf jeder Seite als ein eben so guter Oryctognost als Geognost zeigt. 49 ü Wir bemerken noch, dafs die Seitemvände ib- i - er Klüfte sein- oft mit Brauneisenrahm bekleidet sind: manchmal ist es v\ie eine blofse Tünche, sonst in dünnen Blattern, die den Glanz und die Politur des Stahles haben, wodurch es den Kamen Spiegeleison (fer specubtire) erhalten liat. Die Tra- cliyte des Ptiv-de Dome und des Mout-d’Or, bieten eine grolse Menge dergleichen dar. allein sie haben nur einige Linien, während inan zu Stromboli solche findet , die drev und vier Zoll zur Seite im Quadrat haben. Es ist überflüssig, zu sagen, dais dieses Eisen unwiderlegbar ein Product der Sublimation von Eis.enthcilchen ist. Tracliyt- Varietäten, §. 5 5y. Man würde sagen, dafs die Varietäten, welche nur aus Feldspalh zu bestellen scheinen, folglich weifslieh sind, diejenigen sind, deren Korn gröber und rauher ist. Auvergne stellt ein dergleichen Beyspiel am Puy-de-Dome und noch besser auf einem benachbarten Berge, dem Puy - deSareoui dar, deren Gestein gleichsam sclnvammicltt, leicht und mürbe, mit einer eiusaiigenden Eigenschaft ausgestattet ist, weshalb sie von den Alten als Särge oder Sarcophage gebraucht wurde, welches dein Berge den Kamen, welchen er führt, gegeben hat. An einigen Orten zeigt es schöne zitronengelbe Streifen, weiche, wenn man sie reibt, einen starken Geruch nach Schwefelsäure ausdünsten, und die 1 Ir. Yautjuelin als von dieser Säure wirklich hemiIrrend, erkannt hat. Debrigens zeigt sieb ganz weifser Tracliyt im dichten und sogar im krystallinisehen Zustande. Ich habe dergleichen am Mout-Mezen in dem Yclay gesehen: es scheint blos eine 'Vereinigung von sehr I 4 9 7 innig zusammenged rängten Körnern und Schüppchen zu seyn, und gleiclit also gewissen körnigen und geperlten Kalksteinen, oder vielmehr ganz aus weisem und perlmutlerarligcm Glimmer zusammengesetzten Massen. Zu Santa Fiora in Toscana, auf den Ponces - Inseln in Ungarn, hat man : Im liehe Gesteine; und jene Textur, verbunden mit den. andern- Substanzen, die sie enthalten, «iebt ihnen eine fast granitisclie Struktur. Dies sind granitartige Tr a c hy t e. Man findet ziemlich oft Trachyte, welche eine schwärzliche Farbe annebmen , dickt werden uncl dem Basalt gleichen. Sie sondern sich eben so wie dieser in Prismen, allein die 'Anwesenheit der glasigen Feldspalh - Krystaile, und die Abwesenheit des Olivins, verbinden sie mit dem Tracbyt, unabhängig von den Betrachtungen der Lagerung. Hr. von Humboldt nennt sie Pscudo-Vidcane: der ganze Pichinclia ist daraus gebildet. Diese schwarzen Trachyte enthalten im Allgemeinen wenig Fcld- spatli und viel Hornblende. Ich habe in Auvergne gewöhnlich gesehen, dafs je dunkler die Farbe des Trachyts wurde, die Krystaile und schwarzen Körner immer mehr an Gröfsc Zunahmen: man wird sich erinnern . dafs es im Allgemeinen in den Porphyr - Gesteinen ein Verhällnifs zwischen der Beschaffenheit der Masse und der darin enthaltenen Krystaile giebt. Ihrer schwarzen Farbe olmgeach- tet schmelzen mehrere Trachyte zu einem weiseti Email; der Färbestoff scheint bisweilen ein flüchtiger Stoff, so wie der Kohlenstoff zu seyn, welcher von dem Feuer zerstört wird; allein sonst scheint er von einem, in sehr feinen Theilen eingestreue- ten, Mineralstoffe herzuruiiren. n. The». n * 9 # Ur. Bendant hat In Ungarn sehr grolse Massen eines dergestalt mit Eisenstollen beladenen Tra- chyts gefunden, dafs er zu einem schwarzen Email schmilzt, und einem Urporphyr gleicht; seine Masse ist dunkeiwciubraun, und die Eeldspath-Kry- stalle sind darin, gewöhnlich in Gestalt von weisen und matten Flecken. In derselben Gegend siebet man oft den Tra- chyt kleine runde Korner, wie IJ.anfkcirner, von dem Mittelpunct nach dem Umkreise gestreift, ei- jiige Glimmerbl,ältere enthaltend, einsehliefsen. Bisweilen besteht die ganze Masse aus selbigen, und hat also eine Iloggensleiu - Slructur; dies sind die Krystalliten, wovon wir weiter oben gesprochen haben; sie sind eben so wie das Uebrige der Müsse schmelzbar. Allein die merkwürdigste der vom Hrn. Bcu- dant beobachteten Varietäten ist ein sehr kieselerdiger Trachyt, welcher in den Gegenden vonSchem- nitz und Tokai Gcbirgsmnssen bildet, Quarz-Kry- stalle, bisweilen glasige Feldspath - Krystalle und einige Bliiller von schwarzem Glimmer enthalt. Man findet darin häufig auch Theile und Adern von Jaspis, und dunkeln Hornstein, und man siebet darin kleine Amethyst - Geoden. Seine Masse nimmt bisweilen das kugelige Gefüge an, wovon wir gesprochen haben, und sie stellt eine grofsc Anzahl blasiger, bisweilen grofser und unregclmäfsiger, sonst alle in eineriliclilung verlängerter Höhlen dar. Ziemlieh oft ist diese Masse unschmelzbar und zeigt weise und dichte, äufserst kieselerdige und in körnigen Quarz übergebende Theile. Sie werden zur Verfertigung von Mühlsteinen gebrochen. Man wendet in dem gröbsten Theile von Ungarn keinen andern Stein zu jenem Gebrauche an: auch hat 4 99 Hr. Beudant der Masse der Gebirge, welche sie verschallen , den Kamen: Mühlstein - Porphyr gegeben. Ein vulcunisches Gestein von quarziger JBe- schaifenheil! Perlstein (Trachyte emaille). §. 553. Ungarn wird uns auch das schönste Beyspicl, was wir auf dem alten Continente von Perlsteiuen (obsidienne perlee vom Hm. Brogniart) haben, verschallen. Sic bedecken in den Tokajer Gegenden Baume von dreyfsig oder \iorzig Qua-r di'atmeilen. Diese Gebirgsmassen sind aus einem, bis in eiten matten, aber meislens mit einem perl mutter- oder perlarügen Glanze glanzenden Gesteine gebildet, welches auch, obschon selten, kleine glasige FehEpaih - Krysialle , do|>pelte sechsseitige Quarz-Pyramiden und kleine Glimmer-Blatter enthüll. Man siebet darin auch verschiedene kieselerdige Producte, so z. B. Kieren und Adern von Jaspis und Opal, so wie kleine Geoden von Kalzedon und Quarz. Die Perl - Thcile zeigen ein grofses Bestreben sich in Kügelchen zu bilden; bald sind cs blofse ausgezeichnete, körnige Stücken, mit erhabener Oberfläche ; bald sind diese Stücken gänzlich abgerundet, und stellen sich als unregel- mäfsige und aus concentrischen Schichten zusammengesetzte Sphäroide in der Gröfse der Erbsen oder Haselnüsse, mit einem Email - Glanze und einer gewöhnlich grauen Farbe dar; dies sind dia wahren Perlsteins der Mineralogen. Bisweilen bilden sich die cmaillirlen und dichten Thcile auch in vollkommene Kügelchen mit convergirenden Strahlen von steinartigem Ansehen und ohne Glanz; sie sind wie Flecken in dem Gestein und gehen ihm also das getigerte Ansehen. Beträchtliche Massen 1 I i » f h ou sind häufig davon zusammengesetzt, allein die Kügelchen darin sind so klein, dai's man sie nur mit «D dem Microscop unterscheiden kann. Der Perlslein (trachyto emaille) ist sehr oft blasig; die Blasen sind klein, im Allgemeinen in einerley lliehtnng abgeplattet, und es entsteht daraus ein Bimslein. Es ist nicht selten, Stücke zu sehen, die aus dünnen, kaum eine Linie Dicke habenden Streifen von Perlstein und Bimstein - Trachyt, die mchreremale ab- wechseln, gebildet sind: dieselbe Einrichtung sieht man im Grofsen in den Gebirgen. Bisweilen wird der Glanz stärker und gleich-, sam harzig; die ausgezeichneten Stücke sind weniger abgerundet und man hat den Pechstein der Deutschen und den retinit vom Ilrn. Brogniart. Es findet sich wenig dergleichen in den Trachyt-Gebirgen Frankreichs vor; allein es sind grofse Massen dergleichen in Ungarn vorhanden. Ilr. von Humboldt hat auf dem Pic von Teneriffa Laven beobachtet, die einen Grundstoff von Pechstein haben, der Feldspath - Krystalle enthält und dessen Aehnlichkeit mit dem im Triebisch - Thale in Sachsen auffallend ist; nur enthält er nicht, wie letzterer, Quarz - Krystalle (man sehe über den Pechstein Sachsens den §. 196). Die Liparischen Inseln zeigen häufige Beyspiele von Perlsteincn von verschiedenen Arten. Glasige Trachyte. §. 55 g. Sie zeigen uns besonders die ausgezeichnetesten glasigen Trachyte: ztvey Drillheile von Lipari und Vulcano bestehen aus selbigen, sie bilden dort, sagt Spnllanzani, eine Glasmasse, welche sechs bis sieben Meilen Umfang hat. Wir wollen uns mit diesem vortrefflichen Beobachter einen Augenblick bey dem Berge della Castagna auf- Jialten , um jenes sonderbare Product zu betrachten. Dieser Berg, welcher eine und eine halbe Meile im Umfange hat, ist fast gänzlich aus Glas- oder Email- Strömen zusammengesetzt, deren Dicke von einem bis zwölf Fufs verschieden ist, und welche über einander gehäuft sind. Zwischen ihnen befindet sich eine leichte rothlicbe Erdschicht: sie sind zerborsten und zerklüftet, und ihre Oberfläche stellt häufig solche Vorsprünge, in Gestalt von Ankertauen und Seiien dar, die man bisweilen auf den aus unsern Ilohöfen flielsenden Metallschlacken siebet. Die glasige Substanz, welche die Hauptmasse des Berges ausmacht, ist olivenfarbig, in Masse undurchsichtig, in kleinen Stücken durchsichtig, am Stahle Funken gebend, von musclilichcm oder glasartigem Brache, und Feldspath - Körner enthaltend; ihr Ansehen ist ein wenig fettig; es hält das Mittel zwischen dem Glase und Email. Der Berg stellt vollkommene Glasarten dar; es giebt dergleichen Stücke, welche den schönen Obsidionen Islands und Peru’s nichts nachgeben: ihre Masse erscheint sehr schwarz und ganz undurchsichtig; allein die Schüppchen, welche man davon nimmt, sind weifs, durchsichtig und schmelzen zu einem weifsen Glase : der Bruch derselben ist wellenförmig ; die Kanten der Stücken sind scharf und schneidend; sie gehen viel Funken am Stahle: diese Massen nehmen auch die Politur eben so gut als die schönsten Glasarten unserer Fabriken an; sie enthalten Feldspath- Körner, welche eine emailllrte Rinde haben und deren Kern jenes halbgesehmolzene Mineral ist. Man findet auf demselben Berge und in Strom - Gestalt eine Art von unfarbigein Glase, obschon die grofsen Blöcke gleichsam eine Wolke darstellen, welche sie schwärzlich zu erscheinen macht; ihr Bruch ist durchaus dem des Glases ähnlich; er enthält eine Menge undurchsich- tiger Kügelchen, von einem aschgrauen Ansehen, bisweilen fast erdigem Scheine, sonst vom Mittelpiincle nach dem Umkreise zu gestreift, dies sind auf grofsen Weiten die kleinen Steinkügelchen, welche wir in den gewöhnlichen Trachyten Ungarn’s gesehen haben. Ausser den dichten Glasarten stellt der Berg einige dar 5oa welche blasig, porös sirul und sich Birnsteinen nähern; andere, welche leichter sind und von Netzen von I'raiienglas gebildet zu seyn scheinen; einige Hohlen in den dichten Massen zeigen noch Fasern und Büschel eines, wie ein Haar, dünnen Glases. Die vulcnnischen Glas-Massen nehmen, wenn sie schwarz sind, wie man v'eifs, den In amen Obsidiane an; einige schmelzen zu einem schwarzen Email, dies sind glasige llasalle, wovon wir in der Folge sprechen werden, die andern zu eitlem weis- sen Email schmelzenden sind Tracliyte: rührt ihre Farbe von einer hlofsen rullsigeu Substanz, welche am Feuer verschwindet, her, oder ist sie vielmehr eine hlotse Wirkung von Licht, das von der Anordnung der Theilchen herkommt'? Der Obsidian belindet sieh hauptsächlich in Nieren oder Kügeln in den Trnchyl - Gebirgen. Dolo- mieu hat dergleichen auf der Insel Ponce gesehen, welche bis zu vier Fufs im Durchmesser hatten: sie enthielten weifse Körner von glasigem halbgesc.hmol- zenen Feklspalh und waren in einem Eimsteiu- Trachyt enthalten. Sehr oft ist der Mittelpunct der Perlstein - (Tracliyte emailiee) Kügelchen in Ungarn aus einem Obsidian - Korne gebildet. In America hat Hr. von Humboldt bey Ziuapecuaro in Mexico, Gebirge von Perlstein- gesehen, welcher Nieren von jener Substanz enthielt. Uebrigens hat er Obsidian - Gebirge gesehen, welche einen Wechsel von Zügen dieses Gesteines im glasigen oder emailiirten Zustande darslellten. Eine dieser Obsidian-Massen hat ihm einen merkwürdigen Umstand dargesteilt; sie enthielt eine grofse Anzahl Tracbyt- ' Kügelchen ( Krystallil.cn ) , die hinter sich einen in die Länge gezogenen Raum hatten , und das Eild von Cometen-Kronen darboten, die einen Schweif £>o 5 hinter sicli Herzogen. Man liat eine älmliclie Thal- sache an den TracLyten von Vulcano bemerkt. Icli verweise wesen anderer näherer Darstellungen über die Obsidiane und Feldsteine auf Hin. Brogniart’s Trai- ie de mindralogie. Als ich dort sechs von diesen Mineralien durch unsere geschicktesten Chemiker gemachte Analysen sähe, wurde icli über die Aehnlichkeil zwischen ihren Resultaten, hauptsächlich über das Verhält- nifä zwischen der Kiesel- und Thouerde, einen zur Zusammensetzung des Fcldspathes wesentlichen Punct, verwundert. In jenen sechs Analysen ist die Menge Kieselerde bey Hundert Theilen Obsidian nur von 71 bis 75, und die Menge Thonerde von 12 bis 14 verschieden gewesen, also ist das Verhältnifs ohngefähr, wie 6 zu 1: für den gewöhnlichen Feldspath geben die vorhandenen Analysen olmgefahr 4 zu 1 , und für die PhonoiiL- Häven , 5 zu 2. Fast alle glasige vulcanische Froducte, und vielleicht alle, enthalten eine mehr oder weniger beträchtliche Menge alkalischer Stoffe, Potasche oder Soda; sie bildet bisweilen bis den zehnten Theil der Masse; Die meisten sind auch durch eine ansehnliche Menge Wasser merkwürdig, welches eins ihrer Bestandtheile zu seyn scheint: Klaprodi und Ilr, Vautjuelin haben aus gewissen Arten mehr als eine vom Hundert gezogen; und als Spalianzani is Unzen schönes Glas von dein. Berge della Castagna der Destillation unterwarf, erhielt er 144 Gran Wasser (das heifst 2 pro Cent), welches 2 Gran Schwefelsäure enthielt. Dieses Wasser, so aus- sergewöhnlich mitten in den vulcauischen Producten, und von einem glasigen Ansehen, ist wahrscheinlich die Ursache dieses Ansehens, sowohl als des Aufschwellens verschiedener Obsidiane, wenn man sie der Wirkung des Feuers aussetzt. Die Glasmassen, welche man erlangt, wenn man jene aufgeschwollenen Massen wieder schmelzt, verlieren die Eigenschaft, von Neuem a tifzttsch well en. Ilr. Bcndant hat bemerkt, dafs im Allgemeinen von allen Trachyten, die vom glasigen oder emaillirtcn Ansehen, am leichtesten schmelzbar waren und die Schmelz- 5o4 barkelt bey -übrigens gleichen Umstanden um so mehr abn.ihm , je weniger das Gestein glanzend, dicht und durolisciieincnd war. Bimstein - Ttacliyt. §. 56o. Die Tracliyt-Massen sind sehr oft mit blasigen Höhlen und Poren durchlöchert, deren Seilenwiinde, so wie die Fäserchen, ■welche sie durchsetzen, die gewöhnlich im glasigen oder hall) glasigen Zustande sind , sie in den Zustand von lümstciuen nusmnehen, so wie wir es gesagt haben. In Folge derselben Ursache müssen sich die email- lirtcn Trachyte (Perlsteinc) und glasigen Trachyte häufiger in Jiimslcine verwandelt linden, als die Lithoid-Trachyte (Stein - Trachyte) ; letztere werden nicht dieselbe Strenge in ihren Theilcn zeigen lind werden hlos zellig seyn. Die Liparischen und Ponza-Inseln haben eine Menge Bimstcin - Tracliyt. DoJomieu. welcher Gelegenheit hatte, sie auf der ersten dieser Inseln zu Beobachten, sagt, dafs sie dort Ströme Lüden, welche auf die Art, wie die Laven gellossen und übereinander gelegt sind; ihr oberer Theil ist viel blasiger und aufgeschwollen ; die Fasern sind darin, sagt er. immer in der Eichtling des Stromes, und sind von der ilalhllüssi ,keiL dieser Lava abhängig, welche sieh in Faden, wie das Glas, ziehet. Uebrigens ist ein grofser Tluil der Bimsteine, welche man in den vulcanischen Gebirgen siebet, in Gestalt von Schlacken von den Vulcanen ansgeworfen worden, und sie gehören oft zu den Basalt - Gebirgen. Die Vulcanc in Island, Kamtschatka, Quito etc. werfen unennefsiidie Menge von dergleichen aus; sie sind an einigen Orlen ihre einzigen Erzeugnisse. 6qj Absonderung, §. 56 t. Die grofsen Trachyt - Massen stellen keine Absonderung dar, welche den Gedanken an «ine Schichtung erwecken könnte, obsclion man an einigen Orten Theile von verschiedenen Zügen gebildet sichet. Die prismatische Absonderung ist daran nicht so häufig und regelmäfsig, als bey dem Basalt; jedoch habe ich am Mont Dore Prismen von vier gut ausgedrücklen, und sogar Colonnaclcn bildend, gesehen. Dolomieu hat auch auf der Insel Ponza eine bald dichte, bald mit kleinen Höhlen durchlöcherte Art Trachyte bemerkt, welche in kleine fünfeckige sehr regelmäfsige, olmgefähr einen Fufs Länge haltende und horizontal auf einander gehäufte Säulen, abgesondert war. Im Allgemeinen nehmen die Trachyte hauptsächlich die prismatische Absonderung dann an, wann sie sich dem Klingstein nähern. I) Von dem Klingstein (phonolitbe). §. 562. Da die Eigenschaft, welche der Klingstein hat, sich in Platten abzusondern, ihm eine gespaltete Textur giebt, und sein Ansehen ihn den dichten Gesteinen der Urgebirge nahe bringt, so gaben ihm die ersten Mineralogen, welche davon handelten, den Namen Hornschiefer (schiste corne, Corneus lissilis). Werner erkannte seine grofsen Verhältnisse mit dem Basalt, er fügte ihn demselben bey und gab ihm den Namen Klingstein, nach der Eigenschaft, die er hat, einen sehr hellen Ton zu geben, wenn «r in dünnen Platten ist und man darauf schlägt: 5o6 der ans dem Griechischen hergelcitctc iSnmc hat ein«, ähnliche Bixleiurmg. Dieses Gestein isl, wie wir gesagt haben, von dem Trnchyt, von dem es wahrselieiniieh mir eine Varietät ist, darin unterschieden, dafs es von einem dichten Iiruchc isl, an dem Ilaurle seiner Bruchstücken ein wenig Durchscheinenhe.it hat, und sieh in Platten absondert. 7 j wey Analysen, welche mul war die eine an einem Stück, aus Böhmen von Klaproth, und die andere an einem von dem Felsen SausJoire in Auvergne vom Ilrn. Bergmann gemacht worden, bieten -eine hinlänglich grolse Analogie dar, um bemcikt werden zu müssen. Ich berichte sie liier. Böhmen, Auvergne. Kieselerde, f j ( • 57 » 25 58 Tlionerde, • ♦ * 25,50 2//, 5 Kalk, * * 2 . 75 G 5 Eisenoxyd, • . o> 5 ° 4.5 Natron, • • ß, 10 G Wasser, a . • 3 » 2 Verlust. , • * 1,90 G 5 Die gewöhnliche Farbe des Klingsteins ist grau, aber mehr oder weniger grünlich. Sein Bruch ist malt, dicht und schuppig Er zerschlägt sicli ziemlich leicht; die Bruchstücken nehmen gewöhnlich die Gestalt von Platten an, und sind an den Kanten durchscheinend. Seine, obsc-lion ziemlich beträchtliche Härte gellt nur selten so weit, dafs er Funken am Stahle giebt. Seine speciiisclie Schwere ist 2,5 bis 2,7 der Wirkung des Feuers in einem Sclimeiztigel unterworfen, schmilzt der Klingstein darin zu einem dicken, mehr oder weniger, grünlichen Glase. Vor dem Löthrohre schmilzt er zu einem grauen Email. Dem Einflüsse dev atmosphärischen Kräfte ausgesetzt, wird es durch die Veränderung seiner Oberfläche mit einer erdigen, weifslichen Rinde bedeckt; ein Kennzeichen, welches zu bemerken ist. hr>7 Die Rlingslein - Ge.ste.iuC enthalten gewöhnlich eine grolise Menge Feidspalh-Krystalie von einem glasigen Ansehen, manchmal von einem, ziemlich grolsen Umfange, aber meistens klein und dünn. Man siebet darin auch zu gespitzte Hornblende- Kry- slalle und Augit-Körner. Das Gelb inenakerz, (Semeline) der jNatrolilh etc. sind in den Klingslci- litn Schwabens gefunden worden. Die Struelar der grofsen Klingsteinmassen, die man in der jNalur siebet, zeigt einige Eigenschaften, welche sie der Bemerkung würdig machen. Sie sind sehr oft in Säulen abgesondert, die im Allgemeinen gröfser, obschon weniger regelmäfsig als die Basalt - Säulen sind, bisweilen sind sie ein wenig gekrümmt. Fast immer sondern sic sieh in starke und schwache Platten und Blätter ab, welche doch noch eine gewisse Dicke behalten und einen dichten Bruch zeigen. Die Klingsleiu - Gebirge zeigen sieb sehr oft in einer couischen Gestalt, entreifsen sich also den umgebenden ;Massen und erbeben sieb häufig über sie: diese Gestalt mit den verschiedenen Gruppirungen der Säulen verbunden, giebt ihnen bisweilen ein sonderbares und fast groteskes Anseben , welche ihnen besonders mehr als den andern Gesteinen anzugehören scheint; Hr. von Humboldt, der darüber in Europa verwundert worden war, bat es auch in America gefunden ; in Frankreich stellen dergleichen merkwürdige Bey- spicl die Felsen Sanadoire und die Thuiliere, am Fufse des nördlichen Abfalles des Mont-Dore dar. Da die Klingsteine gewissermaafsen Trachyt- Varietäten sind, so gehen sie sehr oft in dieses Gestein über; allein sie gehen auch ziemlich häufig in den Basalt über, und befinden sich auch in den Basalt- Gebirgen; sie verbinden gewissermaafsen diese bey- ßcS den Gebirgsartcn. In den ersten dieser Gebirge sind sie meistens, nach den bis jetzt gemachte» .Beobachtungen , entweder in ihren obern Theilen oder an ihren Rändern. *) Trachyt- Breccien und Tuffe. §. 565. Fast alle Traohyt- Gebirge stellen ei- ne un.rmefsliche Menge Breccien und Tuffe dar, wtlche von der Zerstörung und Zersetzung der T-nciiyt- Massen, so wie von den Auswürfen von Schlacken, Bimsteiuen und Asche hcrriilircn, die ihre Production begleitet haben. Jene Breccien und luh. bilden gewissennaafsen neue Gebirge, welche die e’-slern umgeben, und welche, obschon von niedrigem! jNiveau, sich noch zu einer oft beträchtlichen flöhe erheben. Die Theile, welche das älteste Gebirge begräuzen, sind hauptsächlich aus Breccien von grofsen Bruchstücken gebildet, welche bisweilen mehr als lausend Cubik-Metres Volumen haben. Hr. von Humboldt hat bey Tacunga, im Königreiche Quito, ungeheure noch gröfsere Bimstein- Massen, welche von einem, von ihrer Zersetzung herrührenden erdigen Stofl’c umgeben waren, gesehen. Im Allgemeinen nehmen die Bruchstücke an Grüfsc ab, je weiter man sich entfernt, und man hat bald eine Sammlung von Schichten, wovon einige oft eine blofse Erde oder Asche, welche aufgehäuft und mit Wasser getränkt, eine oft beträchtliche Festigkeit angenommen hat, und die andern eine Mi- l) Man sehe eine umständlichere Geschichte, welche ich von dem Kiingstein in dem Journal de physique, tonn LIX gegeben habe. schling eines ähnlichen Stoffes von Schlacken und Bimsleinen sind. Der Mont-Doro und der Cautal zeigen un x lieure Massen solcher Breeeien oder Tuile, auf len ihren Gehängen und in ihren Thälorn: niese Massen sind dort an mehreru Orten noch von dem Basalt und vielleicht gar von Trachyt - Schichten Bedeckt. Ich bemerke deshalb, dafs oft Trachyt-Gesteine, indem sie sich entbinden, sich in eme Art Von Erde oder Bimstcin - Sand verwandelt), welcher, ob er schon noch in seiner ursprünglichen Lagerstätte ist, doch das Ansehen eines in ein Trachyt- Gebirge eingescltöheneu Tuffs darstelleu kann. Ein Theil der weisen Erden, welche am Mont-Dore sind, haben mir keinen andern Ursprung zu haben geschienen: vielleicht ist es auch so mit einigen von denen, welche man an der Grundfläche des Berges siebet, welche sich unter ihm zu erstrecken scheinen und welche den Hrn. von Montlosier und andere Gelehrte auf den Gedanken gebracht haben, dafs er auf vulcanischem Lager ruhete. Hr. Beudanl hat in Ungarn, um Tracliyts-Ge- birgs - Gruppen herum, Einfassungen von neuen Gebirgen gesehen, welche sich sehr weit in die Ebenen erstrecken. Die Bruchstücken der Brcccien sind dort oft vermittelst eines Teiges verbunden, welcher durch die Wirkung einer neuen Zusammeufü- gung einen Theil der Charactere der Trachyt-Gebirge angenommen hat, wovon er nur ein Rückstand war. Die Trachyte, die Perlsteine, die üim- steine sind bisweilen dergestalt pulverisirt, aufge- liäuft und wieder in die Tuffe gekittet, dafs daraus den Kreiden und Tripeln ähnliche Lager entstellen. Kiesderdige Infiltrationen haben oft diese Lager durchdrungen, sie eiuigennaafsen versteinert und oio darin kleine Massen, Körner und Adern von Hydrophan, Hyah’lh und Opal gebildet *) Diese Lager enthalten opaiisirle Holzer, den Liehenhölzern ähnlich , und Seemuscheln, in welchen lir. Beudant arches und Gallungen unterschieden . die denen, in dem Ceriten - Kalksteine der Gegend von Paris vorkommenden, ähnlich waren. Leber diesen Litri- stein - Lagern, die an einigen Orten schon Aehniieh- kcil mit Gebirgs - Lagern buben, lindet man ziemlich oft homogene Massen, von gewöhnlich zwar mallen, aber auch in den dichten und mnschiigeii übergehenden Bruch, wie heym dichten Fehl.spat he; „diese fast unschmelzbaren Gesteine sind, wie Herr Beudant sagt, dem Mühlstein- l’or/jhjr sehr ältn- l) Der schöne zu Czschciwcnilza bey Kaschau gebrochene Opal, der durch die Lieblichkeit seiner milchwei- sen Farbe und durch die Lebhaftigkeit der zmnekwer- fenden rothen, blauen, grünen und gelben Strahlen so merkwürdig ist, iinilet sich hauptsächlich in der Masse der TracJiyt - Breccien ; er ist darin in Körnern, Trümmern und derb; der beträchtlichste, den man gefunden hat , wog nur i j Unzen. Er wird mit gemeinen Opalen, mit Adern von Opal und llyalith jeder zur Hälfte, mit Jaspis, Opal etc., mit einem Worte, von allen jenen kieselerdigen Proi^ucteu, begleitet, die einer Gallerte von verhärteter Kieselei de ähnlich sind, und wovon einige in einem Zustande von Weichheit gefunden worden, welcher erlaubte, sie mit den Fingern zu kneten. Das Wasser, welches in diese Producte eingeht, isi es darin im Verbindungs - Zustande V Ich glaube es der deshalb erhobenen Zweifel ohngeachtet; sie macht diese Producte in einem besondem Zustande aus; denn cs sind weder Quarze noch Kiesel; sie bilden in ihren Zwischenräumen nie einen Quarz - Krystall; man siebet dergleichen nicltl in den upalisirten Hölzern, wahrend sie in den gewöhnlichen versteinerten Hölzern sehr gemein sind. Ü11 lieh; man enLtleckt darin bisweilen selir kleine zu- gespitzte und sehr deutliche Feldspat!] -Krystalle, und man mufs nothwemlig annelimen, dafs sie unmittelbar in jenen Lagern gebildet worden sind ; die 0iiincisloilc dieser Steine sind von JNcuem in Auflösung versetzt worden, und es haben sieb von iSeuem krystalliniscbe Producte gebildet. (Man sehe §. 275)": und was sehr zu bemerken ist, diese Productu sind offenbar an die fiimsleiu-Talle gebunden, und enthalten, so wie sie, versteinerte Hölzer. In diesen umgescliallenen Porphyren ist es, wo sich der Alumiuit (die reine Thon erde) oder der Alauystein vorfiuidet, der in Ungarn bricht. Alaunstein, Dieser Aluminit, welcher nach den Arbeiten von Des- cnlils, welcher ein Subsulphat von reiner Thonerde und. Potasciie zu seyu scheint, ist in kleinen Theilen von deutlichen Stücken oder kristallinischen Kornern, in Klumpen von lästiger und bisweilen dichter Textur und in kleinen Krysulleu, in das Gestein eingestreut. Uebri. gens scheint es, dafs das ganze Gestein damit geschwängert sey, dafs selbiger sich aber nicht in hinlänglich gros ; Ser Menge vorfmdet, um die Kosten der Bebauung zu tragen, als an einigen Orten, hauptsächlich in den Ge- gendeu von Beregh und Tokai, Das Gestein an diesen Orten ist bald ein erdiger Porphyr, und dies ist der reichste, bald ein dichter Porphyr, der viel Quarz-Krystalle enthält und dessen Masse ein dichtet mit Kieselund Thoncrde geschwängerter Feldspatlt zu seyn scheint; er schmilzt sein 1 schwer und ist sehr ltühlig; die Sei- teuwände der Zellen sind mit kleinen Aluminit - Kry- stailen bedeckt; mit einem Wort, es ist eine Art von Mühlstein- Porphyr, Mail sieltet übrigens seilten Ueber. gang in den Bimstein - Tuff und den üebergang des letztem in die Trachyt-Breccie. Der Alaunstein der Tolfa, in den römischen Staaten, scheint dem Hrn. Bcudant eine ähnliche Lagerung zu öia haben. Die Sti'icken von diesem Steine sowohl als dev Geb-rgsart, welcher ihn enthalt, gleichen denen von ße- jegli vollkommen; der Stein oder Aluniinit hat dieselben oryctognoslischen Kennzeichen ; und das Gestein ist auch, nach Hr. Borkowskj , ein Porphyr, vre eher dem liöhligen und unschmelzbaren Keratit - Porphyr (Ho r 11s te i n p o r p hy r $. 19h) von feldspa li - quarziger Masse, ähnlich ist. Hier, so wie an andern Orten Ungarns, enthält er Kiese. Der Aluminit findet sich dort in Krystallen, in schaligen Adern und sogar in Gängen vor, welche bis zu vier Metres Dicke haben, aber sonst sehr unregelmäfsig sind : sie werden mit Thon begleitet. Dieses Gestein ruhet unmittelbar auf dem Kalkstein; allein Ilr Beudant bemerkt, ilafs man in geringer Entfernung Tracbyt - Gebirge (die Beige Cimini) und Breccien von dieser Substanz hat. Die Inseln des Archipels enthalten auch Alaun-Gesteine, welche alle die nehmlichen Umstände der Lagerung, Beschaffenheit und des Ansehens enthalten. ' Hr. Cordier hat den AltmiiniL in Geschieben einer Kiesel - Breccio des Mont Dore ebenfalls erkannt; welche Geschiebe in ihren blasigen Höhlen bisweilen Schwefel enthalten. Diese letztere Substanz ist in den erdigen Stoffen der Breccien und Tuffe der Anden, §. 564, Die Tracbyt-Gebirge, welche ich zu beobachten Gelegenheit gehabt habe, haben mir keine Regelluäfsigkcit, keine Ordnung in der Einrichtung ihrer Tlicile dargestellt. Es sind verschiedene Arien dieses Gesteines, welche bisweilen das Bild vou übereinander gehäuften und beständig und unmerklich in einander übergehenden Schichten darstellen. Ich habe schon bemerkt, dafs der Klingstein sich gewöhnlich über den Tracbyt-Gebirgen oder auf ihren Ausgehenden befindet. ' Der Basalt, welcher die Tracbyt-Gebirge sooft begleitet, scheint in demselben Falle zu seyu j die Trennung zwischen den beyden Gesteinen ist so- 5i5 gar besser ausgedrückt: man könnte nach dem Ausdruck des Hm. von Humboldt sagen, dafs sie einander zurückstofscn. Ich habe auf dem Tracliyt aufgelagerte, sogar mit ihm verbundene .liasalte gesellen, denn sie scheinen mir in seiner Masse entstanden zu seyn, und sich sodann in Strömen über seine Oberfläche verbreitet zu haben; allein ich habe keine bemerkt, die bestimmt eingeschoben wären. Die lim. von Buch, Weifs und Beudant haben dieselbe Beobachtung in Auvergne gemacht; jedoch nimmt Iir. Bamond andern Mont-Dore den Wechsel zwischen den beyden Gesteinen an, und betrachtet sic als Erzeugnisse von einer Epoche x ). Die Hrn. von Humboldt und Beudant, welche in America und Ungarn Beobachtungen über verschiedenartigere Gebirge gemacht haben, batten Gelegenheit, daran ausgezeichnete Tlieile und von verschiedenen Altern zu erkennen, wie wir es in einem Augenblick sehen werden. Alter, §. 56 5 : Wir haben noch zu wenig Data, um das Aller des Trachyl - Gebirges in Bezug auf die andern Mineral - Formationen anzeigen zu können. Der grölste Theil derjenigen, welche man beobachtet hat, sind nicht weiter bedeckt, oder sind es blos an ihrem Fufsc, oder ati einigen Thcilcn durch sehr neue Gebirge. So haben die Hrn. Brogniart und LeCoq den Fuß des Canlal und einige andere 1 heile des Trachyts der Auvergne unter einem Süfswasscr-Kalkstein dem Pariser ähnlich Gesehen; so hat Hr. Beudant den Fufs des Trächvt- l) Memoires tlc rjiniintce, II. Tlwil, Kk Gebirges in Ungarn durch den Pariser Cerilen- Kalksiein bedeckt gefunden: so hat Ilr. von Humboldt auf einigen Trachyten in America Lager von dichten Kalkstein, Von Gyps und sogar von Sandstein gefunden. In Auvergne ruhet der Trachyt auf dem Granit und dem Sandstein, oder wenigstens ist er ohne Zwischenmitlel davon umgehen. In Ungarn ist er meistens auf dem Syenit-Porphyr (§. 196), allein er verbreitet sich auch über andere Gebirge, und besonders über Alpen-Kalkstein, welcher also von früherer Formation ist. Diese Beobachtung und das, was über die Beschaffenheit der Substanzen, welche ihn an einigen Theilen bedecken, gesagt worden, veranlassen mich zu glauben, dafs er von einer sehr neuen Formation ist. Als jedoch Herr von Humboldt ihn sehr oft in America so wie in Ungarn auf dem Syenit-Porphyr gelagert, und ge- wissermaafseu sowohl durch seine Beschaffenheit als Lage mit ihm verbunden sähe, bringt er ihn diesem Porphyr sehr nahe, den er so, wie man es (§. 248.) gesehen hat, in die Ucbergangs - Gebirge setzt. Orte des Vorkommens, §. 566. Wir wollen einen Blick auf die Orte werfen, wo man den Trachyt in grofsen Massen beobachtet hat. In Auvergne macht er den berühmten Puy- de-Dome aus, einen isolirten Berg von ohngefahr SooMetres Höhe über dem Granit-Plateau, welches ihn umgiebt. Er ist dort fast immer weifslich grau, bald erdig, bald dicht, glasigen Feldspath, sechs- seifige Glimmerbliitter, Hornblende - Nadeln enthaltend und in seinen Klüften Eisenglanz, (fer spe- culaire) und auch Schwefel darstellend. An der Seite befinden sich vier kleinere Berge oder Puys, in Kuppel- oder Glocken - Form zusammengesetzt, aus einem ähnlichen Gestein, allein dessen Gewe- be gröber und lockerer ist; cs scheint bisweilen schwammig, wie wir gesagt haben, als wir von Sareoui, einem jener Berge (§, 5Ö7. ), sprachen. —- Sieben Meilen südlich vom Puy-de-Dome erhebt sich der Mont Dore, den man sich als eine ungeheure isolirte. auf dem Granit ruh emle, gegen Zwanzig Meilen Umfang und acht bis neunhundert Me- tres Höhe O900 über dem Meere) habende Masse vorstellen kann. Von dem höchsten Puncte aus ist er durch das Thal geöffnet, wo die Dordogne entspringt, und seine Abfälle sind durch die Thäler einer nie- dern Ordnung durchfurcht. Seine Masse ist von einem Tracliyt gebildet, der dem des Puy - de-Dome ähnlich ist, aber mehr Festigkeit hat, und oft in dem Klingstein übergeht: in sehr dichten üud in Säulen abgesonderten Theilen habe ich Stücken Von schwarzen Laven > wahre vuleanische Schlacken gesellen. Der zwölf Meilen südlicher gelegene Can- tal, ein Berg von gleicher Form, von gegen drey- fsig Meilen Umfang, ebenfalls durch Thäler zerstückelt, besteht aus einem Tracliyt, der noch dichter ist, und eine grofse Anzahl von Varietäten darstellt, welche den Urporphyreu gleichen, unter denen ich einen dem grünen antiken Porphyr ganz ähnlichen, (§. 207.) bemerkt habe. Man hat in Frankreich auch Tracliyt - oder Klingslein-Massen am Moui-Mezen, und auf einigen andern Puncten des Vivarais. Die Engconischeu Berge zwischen Padua und Rovigo stellen eine Tracliyt - Gcbirgs - Kette dar. Es ist eine dergleichen vorhanden, welche sich von K k 2 6 i (> Santa - Fiova in Toscana durch die Berge Cimini Bis zu der Telia erstreckt. Hr Brocchi bat ihr Granit-Gestein unter dem Namen Necrolith beschrieben. Die Liparischen und Ponza-insein enthalten, wie wir gesehen haben, verschiedene Arten von Tracliyt: und nach den Beobachtungen von Spal- anzani und Dolomieu scheinen sic dort in Gestalt von Strömen wie die Laven zu seyn ; ein Umstand, den man in den grofsen Tracliyt-Gebirgen nicht wieder lindet. Diese Gestalt hat weder Hr. von Ilmnboldt in den ainericauischen, noch Hr. Beu- dant in den ungarischen Gebirgen gesehen; ich. habe sic in denen der Auvergne vergeblich gesucht, wo jedoch einige Beobachter sie bemerkt zu haben glauben. ln Deutschland kennt man kaum w r eiter Tra- chyte, als in dem Siebengebirge, an den Ufern des Rheins in den Umgebungen von Bonn, sie machen dort den Drachenfels und andere Spitzen aus, und sind mit Basalt-Bergen umgeben. Ungarn ist es, welches in Europa die beträchtlichsten Tracliyt-Gebirge enthältj sie finden sieh dort an fünf verschiedenen Orten, und bilden da also fünf besondere Gruppen, wovon man die Details in der Yoyage mineralogicjue en Ilongrie, von Ilm. Beudant sehen kann. Ich gebe davon einen kurzen Begriff, Diese Gruppen sind am südlichen Fufse der Karpathen zwischen diesen Gebirgen und der Donau; der beträchtlichste, welcher ohngefähr zwanzig Meilen Länge, fünfzehn Meilen Breite hat, umgiebt Schemnilz; fünfzig Meilen östlicher, in der Gegend von Tokai, hat man eine zweyte, welche beynabe dreyfsig Meilen Länge bey sechs Meilen Breite hat; die andern sind kleiner; die eine ist nördlich von i*ude ? eine andere bildet die Gebirge \ikorler, und die dritte die von Matra« Jede von ih- 5*7 nen bildet eine Wahre Pyramiden - Gruppe von runden und oft conischen Gebirgen. In dem Mittclpuncte sind die höchsten Gebirge; sie erreichen bey Schemnitz tzoo MctrcJ absolute Höhe, und fallen allgemein nach den Kündern der Gruppe zu ab. Jede Trachyt-Art bildet gewöhnlich besondere und von den sie umgebenden verschiedene Gebirge; und obschon der Mangel an Schichtung dem Hm. Beudant nicht erlaubt, ihnen ein relatives Alter anzuweisen, so glaubt er doch, sowohl durch die Beschaffenheit als Lage der Gesteine, vier verschiedene Haupt-Epochen unterscheiden zu können. Die erste, welche den mittelsten Tlieil ein nimmt, uiul die höchsten Gebirge darstellt , ist hauptsächlich aus eigentlichem , entweder steinigen, oder höhligen und sogar schlackigen Trachyt zusammengesetzt ; der Glimmer ist darin in grofsen Krystalien. Die Hornblende, der Angit, das Titaneisen, sind darin häufig; der Quarz und Kni- zedon fehlen. Diese bey den Mineralien finden sich olt in grofser Menge in der benachbarten Gruppe, welche gewöhnlich aus dichtem Trachyt gebildet und von por- phyrartiger Stmctur ist, und den Ilr. Beudant folglich Tiacliyt-Porphyt nennt. In der dritten Epoche herrschen die Perlsteine, die glasigen ur.d r,inistein- Trachyte. Sodann hat man den Mühlstein - Porphyr (§. gbj.), ein porpliyrariiges Gestein, von oft sehr kiesclcrdiger, sehr liöhliger, und zur Verfertigung von Mühlsteinen gebrochener, Masse. Endlich ist das Ganze bis zu einer grofsen Höbe mit den Trachyt-Breccien und Tuffen umgeben und oft bedeckt. Unter den Mühlsteinen hat man ein Gestein , welches weniger hart ist, oft einen thonigen Leimen einschliefst lind welcher eine sehr grofse Menge Kiese, so wie Körner oder kleine Adern von goldhaltigem Glascrz , Grauspies- glanzerz, und Bleiglanz enthält; das Gold befindet sich darin auch in Schüppchen; man hat Baue in diesem Erzlager zu Königsberg, ohuwuit Scheinnitz und zu Telkebanya. In America nimmt das Trachyt - Gebirge noch viel beträchtlichere iläuine ein; es bildet auf den Anden von Quito ein ungeheures Lager, welches 518 ohngefähr Ws zu der Spitze der ungeheuren, vulca- nisrhen Kuppeln des Cbimbornco, des Pitchincha, des Cotopaxi etc. die sie austniichl, \ icrtausend Me- tres Dicke hat. Ilr. von Hmnholdl hat von den obern Theilen des Chimborazo einen dichten Tra- clivt von einem röthliclien Grau mit muscldichein Bruche, eine Menge Krystalle von glasigem Feld- spathe und Augit, und einige Quarz - Krystalle enthaltend. mitgebracht. Im Mexieanischen bat er den Trachyt ebenfalls ungeheuere den obern Theil des Central - Plateau's ausmachende Lager bilden gesehen: und vielleicht ist der Klingstein - Porphyr, welcher den reichen Goldgang von Yiljalpando enthalt, nur eine "Varietät jenes Gesteines. Ilr. von Humboldt wurde, wenn er seine Beobach, tungeu über die americanhc! en Trachyte zusammen- nim mt, davon vier Epochen unterscheiden. Die er stete würde, aufserdem eigentlichen Trachyte, Pseudo-Basalte .Alan- delsleine in eingeschobeneu Lagern und ülingstciiie, welche sielt mit dent Syenit-Porphyr vereinigen würden, begreifen. Die zweyte würde Trachyte mit Quarz- Krystallen umfassen. In der dritten würde man die emaillirten (Perlstein-) und glasigen Trachyte, so wie viele Bimsteine haben, welche sich im .Allgemeinen von denen der Basalt - Gebirge durch den Glimmer, den sie oft enthalten, unterscheiden würden. Endliclt würde man die Breccien und Tuffe haben. Entstehung. o §. 567. Da die Trachyte vulcanisclic Schlacken enthalten, offenbar mit den Laven verbunden sind, auch in den Basalt übergehen, theihveise vcrglafst oder mit Poren durchlöchert, in Bimsteine verwandelt und voller glasiger Fcldspath-Krystalle etc. sind, so sind sie unwiderlegbar ein Product des Feuers. Aber sind sie wie unsere Laven und Ba~ safte, Ströme von entzündeten aus einem Cratcr geflossenen und sich über ein benachbartes Land verbreiteten Stoffen? Dies ist nicht so klar. Die Naturkundigen, welche den Puy - de - Dome und die nächsten Trachyt - Berge beobachteten , dort nichts als Blasen eines steinigen Stoffes, welche (wenigstens scheinbar) auf einem fremden Boden gelagert waren, fanden, konnten daran nichts weiter als .Laven oder Theile von Laven sehen. Nachdem sie da die Wirkung des Feuers erkannt hatten , galten einige sie als an Ort und Stelle erhitzte Granite an; Saussure betrachtete sie als durch die unterirdischen Feuer leicht verkalkte Ur- porphyre, Die llrn. Montlosier und Dolomieu nahmen au, dafs sie durch die vulcanischen Kräfte in den Zustand empor gehoben worden, worin wir sie sehen; endlich nimmt Hr. von Buch als wahrscheinlich an, dafs es sogar Granit-Massen sind, die jene Kräfte erhoben haben, und welche durch die Wirkung der elastischen Dämpfe in Trachyt - Porphyr verwandelt worden sind. Alle diese Erklärungen sind für mich ganz unbegreiflich und ich habe in jenen Puys nur eine Trachyt- Masse sehen können, welche ehedem die Gegend bedeckte. Ich weifs, dafs dies die Schwierigkeit nicht aufhe- beu, sondern nur verschieben heilst. Woher kam jene Masse? woher kam der Mont-Dole? Ich habe keine, auch nicht eine wahrscheinliche , Auflösung zu geben. Indem man an dem Meifsnerdic Basalt- Ströme, welche auf den Abfällen sind, an seinem Gipfel zusammen laufen; indem man sic, immer sclilak- kiger werden siebet, je näher man diesem Gipfel kommt, so kann man vermuthen, dafs man nicht weit von ihrer Entstehung und der Mittelpunct des Gebirges auch der Mittelpunct der Basalt - Vulcanisation ist: allein derselbe Faden hat mich nicht mehr geleitet, als ich den Puuct gesucht habe, aus welchem die Trachyte geflossen seyn konnten. Aus welcher Mündung könnte der Chimborago geflossen seyn, er, der die ganze Erdkugel beherrscht? Von wo würde der Strom gekommen seyn, wovon er die Spur ist? Wir haben schlechterdings keine bekannte Gröfse, tun die Aufgabe über die Forma- tion der Trachyte zu lösen: wir können aus (len bisher gemachten Beobachtungen blos schHel'sen : dafs -jene Mas- sen in einem Zustande von feuriger lliissigkeir gewesen sind, und beym Festwerden die Textur, die sie uns darstelleu, angenommen und die Kry stalle, die sie enthalten, sich erzeugt haben. Zweite A b t li c i 1 u n g, Von den B a s a 1 t - G e 1) i r g e u. (Eigentliche vtilc.inisclie Gebirge.) Die vulcanisclien Gebirge, bis zu der grofsen Epoche der Trachyte, könnten in zwey Abschnitte geiheill werden: die eine der ältesten Epochen würde fast gänzlich aus Basalt in Gestalt von Teppichen oder ITüssen bestehen, welcher bisweilen in den granitartigen Basalt (oder den Doleril), sonst in den Klingslein, iihergeht: der andere, welcher die noch vorhandenen Krater - Vulcane und ihre Prodncte begreift, würde nach den bis jetzt gemachten Beobachtungen Laven von basaltischer Beschaffenheit, an einigen Orlen mit Lenzit-Laven untermengt, darstellen. Allein da die einen und andern wesentlich aus einerley Substanz bestehen, sie durch kein Zwischenglied getrennt sind, und die Gränzlinie zu ziehen unmöglich ist, wenn man die Loealitälen für sich betrachtet, so werden wir die geognoslische Geschichte, der einen und andern skiz- ziren, indem wir die des Basaltes entwerfen: wir werden sodann von Brcccien und Tuffen handeln, welche sie umgehen, welche ihnen bisweilen heygemengt sind, und die wir die nufgesehwenimteu Massen der vulcanisclien Gebirge nennen könnten. 9 6a i u) Aon dem Basalte und den B a s a 11 - L a v e n. Benennung« §. 568. Die Egyplier hatten den Namen Basalt einem schwarzen Steine gegeben, den sie bey ihren Monumenten anwendeten, dessen Farbe und Harte beynahe an die des Eisens erinnerte: quem vocant basaltem ferri coloris et duritiae, sagt Pli— nius der Naturforscher. Diese schwärzliche Farbe und grofse Härle verleiteten den Agricola, berühmten .sächsischen Mineralogen, welcher im Jahre i;'.>55 stai’b, zu glauben, dafs der StolF zu den schönen prismatischen Säulen, welche den Gipfel des Berges bey Stolpen in Sachsen bilden, der Basalt der Alten wäre: er bezeichnet ihn mit diesem Namen, welcher sich unter den Mineralogen erhallen hat, um die Masse jener schwarzen harten Säulen von steinartigem Ansehen anzuzeigen, die man in Gebirgen siehet, welche sich unmittelbar auf der Erdoberfläche darstellen, obschon es sehr bewiesen ist, dafs der Stein der ägyptischen Denkmäler nicht von gleicher Beschaffenheit und dies ein sehr kleinkörniger Hornblcnd - Granit ist. Die französischen und italienischen Mineralogen, welche diesen Basalt auch mitten in den Vulcanen fanden, wo er einen Theil der Ströme geschmolzener Materien, welche aus selbigen geflossen waren. ausmachte, sahen in ihm blos eine Lava, und sic bezeichneten ihn mit diesem Namen, mit verschiedenen, von seinen mancherley Zuständen abgeleiteten, Beynaraen; während die deutschen und schwedischen Mineralogen forifuhven, ihn Basalt oder Trapp (§. 3ol.) zu nennen. Dolomien setzte ihn unter die Laven mit ei- senth oni ger Basis: und darin war er gänzlich b 2 2 mit Werner übereinstimmend, wclclicr die Mnsse des Bas alles hlos als einen stark verhärteten Eiseii-Tljon ansaiie: dieser Begriff war ziemlich genau, wenn man darauf aufmerksam ist, dafs der Thon, wovon Werner sprach, keinesweges die reine Tlionerde der Chemiker, aber wohl die Substanz ist, welche im steinartigen oder krystallini- sclien Zustande den Feldspath bildet. Diese Laven stellen uns mehrere Arten dar. Wir wollen zuerst von derjenigen sprechen, welche, indem sie uns auf eine ausgezeichnete Art alle Bestandtbeiie des Basalles zeigt, uns gewissermaas- sen das Gehcimniis .seiner Zusammensetzung überliefert. Dolerit. §. 069. Wir Indien gesehen, dafs die vulca- niseben Massen aus Mineralien bestunden, welche sich bisweilen in von einander unterschiedenen Körnern darstelltcn. Diese Massen sind, gegen das Ende der von uns feslgestellten Reihe (§. 554 .), hin, das heifst, wenn sic ausser dem Feldspathe viel Augit, Magneteisenstein, Hornblende etc. enthalten, VoU/ite. Sie sind selten groskörnig und vorzüglich gra- nitarlige Massen bildend ; ich könnte sogar sagen, nie dergleichen von einer den Graniten ähnlichen Textur gesehen zu haben: man bat mehr Granit- Krystalle als Granit-Körner, und man erkannte einen Teig, in welchen sie versenkt waren; oder vielmehr war es eine Vereinigung von kleinen in einander verwickelten Kryslalleu. Die Dolerite sind nur in den iillcrn Basalt-Gebirgen bemerkt worden. Das schönste Bcyspiel, welches ich kenne, ist das vom Meifsncr in Hessen (§. 8b,): der obere Tlicsil des Basalt-Pluteau’s, welches die Spitze dieses Gebirges ausmacht, ist aus sehr oft grünlichen blättrigen Feldspalh-Körnern, kleinen Augit-Kry- stallen, kleinen Hornblende - Krystallcn und -viel Magucteiscn - Körnern zusammengesetzt. Der Feldspat h herrscht vor; seine Körner sind bisweilen wie Erbsen 5 sie sind sodann, so wie die andern, an Grö- fse abnehmend; und durch eine allmäldige "Verminderung gelangt man zu dem ausgezeichnetesten Basalt. An dein erlöschten Yulcane von Beaulieu, drey Meilen von Aix in der Provence, hat Hr. Me- nard de la Groye an Ort und Stelle, und wie er sagt. Spuren von Schmelzung und Flufs an sich tragend, einen aus sehr ausgezeichneten Körnern, Feldspath, Augit, Olivicn, mit Blättern von Brauneisenstein und Theilclien von Magneteisenstein zusammengesetzten Dolerit gesehen. Ich habe dergleichen in der Auvergne an Ort und Stelle nicht bemerkt; ich habe hlos isolirle dergleichen Harid- stücken gesehen, wovon eins unter andern, das aus dem Cantal kam, an einigen Orten und mitten in einer schwärzlich grauen, und mit kleinen Poren durchlöcherten Materie, Thcilc darstellte, die hauptsächlich aus Krystallen von glasigem Feldspalh und Hornblende, in sehr schwarzen, sehr blättrigen und doppelt gespalteten Spitzen bestunden. Hr. Cordier sagt, dafs er auch in dem Cantal Plateaivs von körnigem Dolerit, (körnigen Grii- stein) beobachtet habe: welche mehr als vier Quadrat-Meilen Fläche halten. Beschaffenheit des Basaltes. §. 570. Als Werner, dem Orten, den Dolerit des Kornes, in den Basalt an dem Meilsner und an- durch eine Verkleinerung übergehn sähe, so sehlofs 5 24 er dar,ms, dafs letzteres Gestern Mos ein Dolcrit von aufserst feinen lmd fürs Antje kaum zu erkennenden Kornern, mit einem Wort, ein scheinbar homogener Dolerit wäre. Also würde der Basalt am JVk'iisncr, nach dem, was wir gesagt haben, aus unendlich kleinen und bisweilen in einander verschmolzenen. Körnern vo:i Feld.spath, Angit, IVtag- neteisenstein und Hornblende seyn *). An dem V ul - oan von Beaulieu, wo lir. Menard den Doleril durch eine Reihe von Zwischen - iNüancen in den vollkommensten Basalt, übergehen sähe, und wo er sieh also, wie er sagt, von der specillschen Identität der Leyden Substanzen versichert hat. würde der Basalt aus den Grundstoffen des 1'eldsnnthe.s, des Au- gits, des Olivins und des Magneteisensteins zusammengesetzt seyu. Im Allgemeinen kann mau ihn so anscheu, dafs er den Feldspath, den Augit und i) Werner sali zwar den Doleiit (Grünstem) des Mcifs- nev als aus Körnern, Hornblende und Feldspath zusammengesetzt an. Allein in der Epoche, in welcher er den Meifsner sähe und seine Bestimmung machte, verwechselte man mit dem Namen Hornblende die eigentliche Hornblende und den Augit, Dieser Gelehrte, welcher übrigens zuerst erkannt hat, dafs der Aur.it eine verschiedene Art bildete, fuhr fort, die alten Benennungen beyzubehalteu, weil er seine Arbeit über den Dolerit des Meifsners nicht wieder durebgesehen halte: es war mehr ein lrrlhum in den Worten als in den Dingen. Ich habe von 1805 an die wahre Zusammensetzung dieses Dolerits (Journal des Mines, tom. XVIII. pag. 197), nach den Handstücken gegeben, die ich zu meiner Disposition hatte. Uebrigens ist cs Werner nicht weniger, welcher die Formel aufgesiellt hat, die zur Kenntnifs der Beschaffenheit des Basaltes führt; in einem der Glieder hat man sodann eine Grüfse einer andern substituirt. den Magneteisenstein (das oxydnlirte Eisen),mit denen sich der Olivin, die Hornblende etc. vereinigen, zu Grundbestandiheilen habe: der Feldspath würde meistens der herrschende Grundstoff seyn. Die Beschaffenheit der vulcanischen Gesteine erlaubt mehr, als die der Urgesteine, den Uebergang der körnigen Massen in die dichten zu verfolgen, und folglich die mineralogische Beschaffenheit der letztem zu bestimmen. In den vulcanischen Gesteinen bleiben die Körner, indem sie an Glöfse abnehinen, wahrscheinlich in Folge der .Art des Flüssig- oder Festseyns, länger deutlich. Diese Gesteine sind voller kleiner Poren, welche ihre Theile von einander getrennt' halten, so dafs man sie oft mit der Luppe erkennen und sogar durch mechanische Mittel trennen kann. So hat Hr. Flcriau mit Hülfe microscopischer Beobachtungen und durch halbe Zerreibunsen mit Wäschen etc. begleitet, gezeigt, dafs die Lava vom Capo di bove bey Rom, Wovon man die Strafsen dieser Stadt pflastert, und dis man folglich selce romano, seines feinen Kornes ohngc- achtet, nennt, blos eine Vereinigung von krystallinischen Leuzit - Augit-Magneteisenstein-Nephelin - und Melilit- Honigstein - Körnern etc. ist: er schliefst seine Abtheilung über die analyse mecanique de la lave d. Capo di Bove, mit der Bemerkung, dafs nach dem so eben gegebenen Beyspiele cs möglich und nöthig seyn würde, viele Gesteine als den Basalt, die Wacke, den Hornstein mit mehr Genauigkeit zu characterisi- ren Indem Hr. Cordier diesen Gang befolgt, hat er unlängst eine sehr grofse Anzahl vulcanischer S ubstanzen der microscopischen und mechanischen Prüfung unterworfen, und die Resultate seiner grofsen Arbeit verleiten ihn, den Basalt als einen dichten und mit viel Feldspath und Magneteisenstein , zu welchen »ich viel 0 lournal de Phyiiqae , m, IE 5a 6 Olivin - Leuzic - und Brauneisenstein-Theilchen gesellen, vermengten Augit anzusehen J ). Obschoii, nach dem so eben Gesagten, cler Basalt iu seiner Zusammensetzung sehr verschieden zu seyn scheint, so stellen doch verschiedene an ITandstücken, aus sehr von einander entfernten. Orten, gemachte Analysen eine ziemlich merkwürdige Gleichheit dar, wie man in der folgenden Tafel sichet. c? * Diese Tafel stellt fünf Analysen dar- Die erste ist an einem Säulen-Basalt aus Böhmen, von Klaproth: die zweyte vom Hin. Kennedi, an einen ebenfalls säulenförmigen Basalte von Staffa, auf einer der Ilebridischen Inseln; die dritte an einem whinstone von Salisbury; und die beyden andern aucli von Itrn, Kennedi, an zwey neuen Laven des Aetna gemacht [worden. Kieselerde, Thonerde, Kalkerde. Eisenoxyd Talkerde, Soda, (Natron), Wasser und flüchtige Salzsäure, Verlast. . . , # 44>s 46 46 5* ■■ *7 l 6 ■9 >9 . 9 5 9 Ü 9»s * 20 i(j >■7 l'f>5 - 2 0 0 u 4 4 4 Stoffe. 2 ö 4 0 U ?3 5 1 1 1 . O 5 1 1 Klaproth hat überdies aus dein Basalte ein wenig Kohlenstoß' gezogen. Die Menge von aufgefnndenein Natron, so wie die Salzsäuren Spuren müssen noch bemerkt werden. Das Wasser, welches die älteru Basalte enthalten, und die man nicht in den neuern Laven flu- det, mu[s unfehlbar auffallen: es ist vielleicht eine Folge der sehr langen wässerigen Einweichungen und jüurchdiinglichkeiteu, denen die alten Basalte seit Jahr lausenden ausgesetzt sind. r) Tdein, tom. 2 , XXXIII. Memoire sur les substancec minerales ilites en masse .pü ciurmlt daus la coinpositiou des reelles volcaninues. Kennzeichen, 52 ? §. o-i. Wir wollen zu den physischen Kennzeichen übergeben. Der Basalt ist von einem grau- iieljengewöhnlich sein 1 dunklen Schwarz; bisweilen, obsclion sehr sehen, nimmt er einen Anstrich von Kolli, oder Grün au, — Sein Bruch ist malt und erdig, aber feinkörnig und bald ins wcitmuschlige, bald ins Ungleiche, Grobkörnige übergehend. Er ist zähe und schwer zu zerschlagen: die Stücken haben Kanten, die um so schärfer sind, je mehr der Bruch sich dem musehligen nähert. — Seine Härte ist verschieden: die Arten von muschligem Bruche gehen am Stahle einige Funken; die andern lassen sieh mit dem Messer anschneiden. Diejenigen, welche zellig sind, halten oft etwas Trocknes und Sprtidos Leym Befühlen. — Die specifischc Schwere der ganz dichten Stücken ist drey Mal gröfser, als die des Wassers. — Er ist ziemlich oft in ausgezeichnet körnigen Stücken. — Fast immer wirkt er auf die Magnetnadel. — Der Wirkung der atmosphärischen Elemente ausge.sctzt, zersetzt er sich mehr oder weniger leicht in eine fette und schwärzliche Erde: die dichtesten Arten, jene dem Eisen ähnlichen Säulen, scheinen jeder Zersetzung zu widerstehen. Seine porösen Arten verwandeln sich oft iu einen graulichen Staub, welcher bisweilen der Asche gleicht. Ziemlich oft bedeckt die Zersetzung, indem sie seine Oberfläche angreift, selbige mit einer röthiiehen Binde. — Der Wirkung des Feuers in unsern Laboratorien unterworfen, schmilzt er zu einem bräunlich oder grünlich schwarzen an den Bändern ein wenig' durchscheinenden Glase. 528 Darin enthaltene Krys.talle. Porphyr-Structur. §. 072. Die Mineralien, -welche die Basalte in ihrer Masse und in dem Zustande von Krystallen darstellen, sind; 1) der Augit: bald in sehr bestimmten Kry- stallen, bis zu einem Zoll grofs; bald in ttnvoll- kommnen Krystallen oder oft sehr kleinen Körnern, und welche darin manchmal in unermefslieher Menge sind I ). 2) die Hornblende in schwarzen Krystallen: sie ist selten in den Basalten der Auvergne und ziem- jt) So wie ich vorhin bemerkt habe, bezeichnete man ehedem den Augit mit dem Namen Hornblende; nachdem der Unterschied, zwischen den beiden Substanzen er. kannt worden ist, so ist jener Name da verblieben, wo der alte Name gegeben worden war, und wo die Substanz keiner neuen orycLognosüsclien Prüfung unterworfen worden ist. Üben so war es mit dem in den .Basalten Sachsens enthaltenen Augit, zu der Zeit, wo ich darüber einen Aufsatz entwarf; jedoch vermtnhete ich den Iridium noch vor Bekanntmachung dieses Aufsatzes und fügte der Ankündigung jenes Aufsatzes (Journal dei IVIines tom, XIV. 1805), eine Bemerkung bey, in welcher ich sagte: ,,ich könnte nicht versichern, dafs alle jene schwarzen Körner Hornblende seyen, und ich bin sogar geneigt zu glauben, dafs viele von ihnen Augit sind.“ Die Mineralogen sind nach und nach von dem Irrtbu- nte oder vielmehr von der Gewohnheit zurück gekommen : die Hm. Hausmann und von Buch, unter andern, haben auf den Unterschied der Mineralien Rücksicht genommen, und gewisseimaasen den Augit als den wall, l'en Basalt characlerisireud angegeben. Ilr. Cordier ist bey diesem Gegenstände und bey der Seltenheit der Hornblande in den Basalten in lnehrern seiner Schriften stellen geblieben; er sieltet, so wie wir vorhin gesagt haben, deu Basalt als einen dichten Augit an. lieh gemein in denen von Böhmen, von Lissabon, nach Dolomicu, in denen aus den Gegenden von Montpellier nach Hrn. Marcel de Serres. 5) Der Olivin in Körnern und Massen, deren Gröfse oft die einer Faust übersteigt: sie sind fast immer regellos (amorphes) und aus deutlichen körnigen Stücken zusammengesetzt, welches den Hrn. Haiiy verleitet hat, diese Substanz peridot granuli- forme zu nennen. Sie scheint ausschliefslich dem Basalt anzugehören, und bis jetzt kann man sie als seinen wahren charactcristischen Grundstoff anse- hen. Sie ist einer Veränderung sehr unterworfen, welche, nachdem sie ihre gewöhnliche Farbe ins Braune und Rothe übergehen lassen, wandelt sie solche in einen Stoff uni, welcher sich mit dem Messer wie Wachs schneiden läfst, und den Saussure Limbile genannt hatte. Der Olivin, welcher in den Basalten von Ilesseu, Böhmen, dem Aetna sehr gemein ist, ist am Vesuv sehr selten. 4) Octaedrische Krystalle, Körner und kleine Massen von Magneteisenstein: bisweilen nehmen die Körner an Gröfse ah, und bilden eine Menge von metallischen Palleten, die inan fast in allen Basalten siebet, wenn man sic mit dem Vergröfserungsglase oder bey einem starken Lichte beobachtet. Uebri- gens sind einige dieser metallischen Körner und Puncte, Brauneisenstein. 5) Sechseckige Blatter von röthlichbraunen Glimmer: sie sind in den eigentlichen Basalten sehr selten. < v. 6 ) Einige Feldspath - Krystalle, hauptsächlich in den Massen, welche sich den Klingsteinen nähern. 7 ) Der Leuzit: er scheint den Laven der Gegenden von Rom und Neapel eigen Zu seyn; er ist dort manchmal , besonders zwischen Rom und Freit. TheiL L1 fast 55o scali in so grofser Menge, dafs die Gesteine gänzlich daraus zu bestellen scheinen und die Wege gleichsam mit Kxystalieu bedeckt sind, welche sicli abgelöfst haben. TM an siebet in den basalten auch einige andere mineralische Substanzen, unter welchen wir den Zirkon (Hyacinth) und den Snpphir anfehren, welche sich häutig in einem Bache hey Expailli in Ve- lay, der in einem Basalt-Gebirge fliehst, befinden. Man hat auch einige dergleichen Krystalle in den Basalt-Gebirgen an Orl und Stelle bemerkt. "Wir bemerken noch, dafs die Zirkone und Sappiiiro einer ley Lagerung in Böhmen, auf der Insel Ceylon etc. haben; das beiist, man findet sie dort an den Bachen der vulcanischen Gebirge und mit solchen Substanzen, wie der Augit, Magueteisensand ist, welche besonders diesen Gebirgen angeboren. Diese Lagerung ist auch die einiger Arten Granat, Spinell, und vielleicht des Diamants ; so dafs die meisten unsrer Gemmen, unserer härtesten und vollkommensten Steine, den vulcanischen Gebirgen angeboren würden, dafs sie von den Vulcanen ausgeworfen worden, vielleicht in ihrem Heerde entstanden und also ein Broduct des Feuers wären. Es hat sich über die Entstehung der Krystallc, welche man in den Laven findet, unter den Naturforschern ein grofser Streit erhoben. Dolomieu, Deine etc, dachten, dafs die vulcanischen Kräfte, welche, indem sie ihre Wirkung auf die im Innern der F.rdkugel eiu- geschlossenen Urgesteine ausübten, sie flüssig gemacht, und die darin enthaltenen Krystalle verschont hatten; so dafs, als diese Gesteine in Lava-Gestalt auf die Erdoberfläche gegossen waren , die Krystalle darin schwammen, und sich nach dem Erkalten in selbigen so zeigten , als sie ursprünglich in den Urgesteinen waren, Allein diese Meinung ist allgemein verlassen worden; und man glaubt, dafs die Krystalle der Laven sich, als letztere aus dem flüssigen in den festen Zu- slniid übergingen, darin auf dieselbe Art, wie in den Porphyr-Gesteinen, durch Annäherung und Krystalli- sation von gleichartigen Tlieilen gebildet haben (§. 104), Das, was wir über die krysLallinTche Beschaffenheit sogar der Laven gesagt haben , läfst deshalb wenig Zwei* fei übrig. Wir haben überdies unmittelbare Beweise von der Bildung der vülcanischen Ivrystalle auf der Erdoberfläche: Hr. Breislack berichtet uns, dafs, als die Lava von 1764 in die Kirche von Torre del Greco flofs, sie da durcli Sublimation Augit - Krystalle bildete, und Hr, Thomson einige Zeit nachher, dergleichen Haarbüschel auf den Trümmern der Mauern fand, die sie eingeschlossen hatte.“ Wenn man jedoch die unermefsliche Menge von ganzen oder zerbrochenen Krystallcn sichet, welche die Vulcana und besonders der Aetna ( 58) auswerfen, so mufs man wohl annehmen, dafs selbige sich in den vulcauischeu Schlünden gebildet haben: sie haben sich wahrscheinlich in dem Lavenboden und besonders aut obern '1 heile desselben erzeugt, als dieser schon in dem Krater gehoben war, und zu erkalten anfing. Es würde sogar möglich seyn , dafs einige sehr strah- lenbrecheude Kr\stalle, so wie der Sapphir und Zirkon, ganz gebildet in dem vuleanischen Heerde angelcQinmen und in der flüssigen Lava schwimmend, nach aufsen geführt worden wären. Darin euthalteno Substanzen. Mändelsteinartige Structur. §. 07 b. Von den Krystallen oder Körnern von gleichzeitiger Formation, welche denen Basalt-La-i von eine Porphyr - Structur gehen, enthalten sie auch Kerne oder Kügelchen von andern Substanzen, welche später als die Festivcrdung sind, und die Mandelstcin - Strnclnr ausntaclien. Di.e meisteil jNalui'fbrscher glauben, dafs die Fcwässer, indem sie Beständig durch die Masse und oft unsichtbaren Spalten der zellichten Laven hin- LI a .10 2 durchdrangen , einige mineralische Stolle iu die Zellen abgesetzt haben werden, welche Stoffe sie nufriahmen, als sie die Laven oder die auf ihnen gelegenen Schichten durchflossen. So hat man bemerkt, dafs die Basalte, weiche unter Kalkstein- Flötzen lagen, häufiger Kerne von letzterer Substanz darstellten. So stark auch die Einwürfe gegen die Formation der Knöllchen durch Infiltration seyu mögen, so nölhigen doch mehrere That- snehen die Durchdringlichkeit der Laven von verschiedenen Flüssigkeiten anzunehmen. Man findet bisweilen natürliches Wasser im Innern der dichtesten Basalte und Laven, es füllt da im Ganzen, oder iheilweise, die darin enthaltenen Blasigen Höhlen aus. Ilr. Richardson hat dergleichen ziemlich oft in den schönen Säulen - Basalten der chaussee des Geants (Riesendamm) in Irland gesehen. Ilr. Breislack Berichtet, dafs, als llr. Thomson einen Lava-Block in einem der Thäler der Somma sprengen lassen, und welcher in seinen Höhlen mehrere schöne Kryslaliisalionen von slrah- ligern Kalkspath enthielt, man in einigen dieser Höhlen Wasser fand. Die Laven vom Capo di Bote Bey Rom, wovon wir (§. 570) gesprochen haben, .,sind, sagt Dolomicu, äufserst hart von einem engen Korne; sie haben einige Höhlen im Innern der dicksten Massen, und diese Höhlen sind immer mit dem hellsten und klarsten Wasser ausgefüllt.“ Ich führe ein Beyspiel von dem Eindringen der mineralischen Ausdünstungen an. Zu Almeroda bey dem Meifsner, gab es ehedem eine Bley - Sclunelzhütle, deren Hoh-Oefen mit zelligem Basalte erbauet waren; nach dem Einreifsen derselben, fand man mehrere mit Bley ausgefülhe Höhlen, theils metallisch, theils als Oxyd, Ich habe Gelegenheit gehabt, davon au den Orten ein Exemplar zu sehen, dessen Höhlen einige Linien Durchmesser hatten: einige waren leer, andere mit Mennige aiisgefüllt, andere enthielten Bleykugeln, deren Oberfläche gleichsam eine Kinde von gelber Glätte enthielt i in einigen sähe man die obere Halbkugel mit weilseu Oxyd beschlagen, gleichsam eine Art von Fhiiunlcder- bart bildend. Die Mineralien, welche man gewöhnlich in den Mandelstein - Basalten iindet, sind: 1) der Kalkspatli (bisweilen im Zustande von Arragonit). Er ist meistens in dichten oder vom Mittcl- puncte nach dem Umfange zu gestreiften Kügelchen oder Kernen; bisweilen besetzt er mit seinen kleinen Krystallen das Innere der Geoden. An einigen Orlen sind die Kerne so vielfältig, dafs sie den gröbsten Tlieil der Masse bilden, welche sodann bisweilen als Kalkstein gebraucht wird. 2) Die meisten Mineralien des Zeolith - Geschlechts. Sogar in den Basalten finden sie sich atu gewöhnlichsten. Sie sind in denen aus Irland, den Ilebridischcn Inseln, den Dekadischen Inseln, einem Thcile des Aetna, und den Cyelopen-Inseln sehr häufig. Dolomieu hat auf diesen Inseln Basallsäulen beobachtet, die eine solche Menge Analzini enthielten, dafs diese Substanz die Hälfte der Masse bildete 1 ). ») Dolomieu glaubte , dafs die Zeolithe nur durch Infiltration der Seewasscr erzeugt seyn könnten, und also alle Basalte, welche dergleichen enthalten, lange unter den Meer-Gewässern gewesen wären, Ilr. Breislack hat den geringen Grund dieser Behauptung bewiesen; und deshalb hat er die Formation der Kerne der Mandelatein • Gebirge auf dem Infillrations - kYese angegriffen, 554 5) Dev Kalzcdon. Wenn er in Geoden vor- liommt, deren Inneres leer ist, so sind die Seiten- Avändc der Höhlung mit Quarz - lind Amethyst- Krystailen besetzt, auf Avclchen man manchmal iso- lirte Kryslalle Ton kohlensaurcm Kalke oder Zeolith findet. Die . Man bat, wie mau sagt, Camiten in. «len Basalten des Vinccntin, Ammoniten und Gry- phiten in denen der Gegenden von Constanz gefunden. Berolding hat einen in die Basalte des Fo- trez eingebacken gewesenen Ammoniten beschrieben; allein, waren jene Gesteine wahre BasalteV Dieser wichtige Punct ist nicht bestätigt. In den letztem, Zeiten hat man sehr auf Ammoniten-Abdrücke bestanden, die sogar auf der Chaussee des Geants (der Biesenstrafse) und in dem härtesten Basalte gefunden worden ; allein als dieser vermeintliche Basalt durch die Ilrn. Conybeare, Buckland, Berger etc. untersucht worden, ist er, nach dem Urtheile dieser Gelehrten, nichts weiter als ein Schielerthon, der an der Formation des unter dem Basalt-Flusse gelegenen Kalksteins (lias) anlag eile und durch die feurige Wirkung des Basaltes stark verhärtet worden war; eine Ursache, derjenigen ähnlich, welche durch die Dykes auf die ihnen zunächst gelegenen Thone hervorgebrächt wird. Uebrigens würde dann sogar, wenn man in wahre Basalt-Laven eingebackene Muscheln fände, dieser leicht zu begreifende Umstand nicht die ganze Wichtigkeit haben, die man ihm gegeben hat. Es bestehen untermeerische "Vulcane, und ihre Flüsse können, indem sie sich auf dem Grunde der Gc- 555 Wasser verbreiteten, sehr wohl darin Muscheln ein- geschlossen haben. Ehen so könnte es mit den Laven der hey den Küsten gelegenen \ulcane seyn, ■wenn sie das Meer erreichen. Darin entlialtene Metalle, §. 584. Die Basalte enthalten, wie wir gesagt haben, eine sehr grofse Menge Körner von Magneteisensand und Brauneisenstein ; man hat darin sogar einige Ädern dieser Erze gesehen. Man hat in selbigen auch kleine Kies - Krystnlle, entweder mit ihrer Masse verbunden, oder auf den Seitenwänden ihrer Geoden bemerkt. Dies sind, wie ich glaube, die einzigen metallischen Substanzen, die man darin bis jetzt gefunden bat. Alter. §. 585. Die Basalt-Gebirge, sogar diejenigen, welche nicht mehr weder au einem brennenden noch erlöschten Vulcane liegen, sind auf jede Ge- birgs-Art, sogar auf diejenigen, gelagert, welche zu den jüngsten Epochen gehören. In Auvergne siebet inan sie auf der letzten Stein-Formation, dem Süfswasscr-Kalkstein (§. 525). Bey Annabcrg in Sachsen ruhen sic auf einem aufgeschwemmten Gebirge. In dem Yivarnis auf der Spitze der Coirons hat Hr. Be nehmt sie auf einer Erde beobachtet, welche irdische Muscheln (eyclostoma elegans) enthielt, wovon ähnliche in der Gegend seihst leben. Nirgend habe ich sie mit andern Mineral-Lagern bedeckt gesehen; und ich würde folglich verleitet werden, sie für später als alle andere Gebirge, die auf- geschwemmten zum Thcil ausgenommen, anzusehen. Jedoch führen Autoren einige Basalte an, die unter Kalkstein-Lagern liegen und mit ihnen wecli- 556 sein. Icli habe schon in Betreff dieses Umstandes bemerkt, dafs man oft zu dem basaltischen Gebirge gehörende Basalte mit Gesteinen verwechselt hatte, welche wohl mineralogische Verhältnisse mit ihnen haben, die aber zu frühem Formationen gehören, und deren Entstehung sehr zweifelhaft ist. Ich werde bemerkbar machen, dafs es unter- meerische Vulcane giebt, und ihre auf dem Grund der Meere verbreiteten Flüsse sich sehr gut, vielleicht noch jetzt, mit einem Kalldager bedecken können, dafs ähnliche Thatsachen bey denjenigen unsrer verlöschten Vulcane statt gefunden haben können, welche einstens imlermecrisch waren, oder deren Fufs von den Meeren bespiihlt wurde; dafs ein Wechsel zwischen Eruptionen (welche nicht öfterer als von Jahrhundert zu Jahrhundert geschehen) und Meer- oder Kalk - Ablagerungen, sich noch darslellen könne. Dieser Möglichkeiten jedoch ohngeachlet, sind die Beyspiele, welche mau v r on mineralischen auf die Basalt - Gebirge gelagerten Formationen gegeben hat, äufserst selten, und diese Formationen gehören sehr wahrscheinlich mir zu den letzten der terliairen Gebirge, und vielleicht gar zu einer noch spätem Epoche, und ich glaube also, dafs man ganz bestimmt schliefsen kann, das Daseyn der jetzigen und sogar derjenigen Vulcane, welche die Basalt-Gebirge hervorgebracht haben, gehe kaum über die letztem Umwälzungen hinaus, die die Erdkugel erlitten hat. Zersetzung, §. 586. Kaum sind die Laven auf die Erdoberfläche verbreitet gewesen, so haben sie sich der zersetzenden Kraft der Atmosphäre ausgesetzt befunden; diese Kraft durchdringt sie (§. oyd); sie erweicht und erschlafft gleich Anfangs ihr Gewebe, zerstört es endlich und verwandelt es in Erde. Allein bey weitem nicht alle geben dieser Kraft nach. Man hat anfänglich bemerkt, dals die Laven mit glasiger Basis derselben mehr widerstunden, als die steinigen Laven. Spallanzani war, indem er die glasigen Massen von Lipari durehreisete, über ihre Unfruchtbarkeit verwundert; es gab nicht eine lebendige Pflanze auf dem Berge della Castagne, wovon wir (§. 55 g) gesprochen haben. „Diese Unfruchtbarkeit, sagt er, ist eine Folge des glasigen Grundes; und unter allen vulcnnischen Erzeugnissen sind diejenigciij welche einen solchen Grund haben, bey der Wirkung der Luft am widerspenstigsten (Voyagc, etc. eh. XV.) Die Beschaffenheit der Luft hat auch auf die gröfscre oder geringere Leichtigkeit zur Zersetzung viel Einflufs. Diejenigen, worin der Feldspath vorherrscht, zerstören sich bey übrigens gleichen Umständen leichter; die Trachyte sind ein ßeyspiel davon. ln den Basalten sogar findet man aufserordent- liche Unterschiede. Auf dem Aetna ist die Basalt- Lava vom Jahre 1157 mit zwölf Zoll von ihrer Zersetzung herrührender Dammerde bedeckt; die von 1029 ist es mit acht Zoll. Anderer Seits stellen mehrere Basalt - Laven der Auvergne eine unbeschädigte Oberfläche dar; sie ist ganz aufgeblasen und mit Rauhheiten beborstet, deren Kanten und Ecken noch sehr scharf und gut erhalten sind : man könnte sagen, dafs jene Ströme nur erst aus den Eingeweiden der Erde geworfen worden, und kaumdio Zeit zum Erkalten gehabt haben. Unterdessen ist es wahrscheinlich, dafs sie länger als dreytausend Jahr auf dem Boden der Auvergne der Wirkung der Elemente ausgesetzt sind: es sind zweytausend 5b 8 Jahre, dafs Cäsar darauf lagerte, mul die Tradition Latte ilnn nichts von ihrer Entstehung gelehrt. Man findet in einer Schicht, an einem und demselben Block grofse. linierschiede; ich habe einige gesehen, wovon das eine Ende den darauf geschlagenen Hammer kräftig zurücksiiefs, während das andere Ende den Eindruck desselben leicht erhielt. Wir haben schon (§. 87) diese Unterschiede in der Fähigkeit zur Zersetzung, als eine der Ursachen von Zerstückelung der Basalt-Schichten, dargelegt. In Folge dieser Zerstückelung und der Härte der Antlieile, welche der Zersetzung widerstanden, werden wir oft Basalt-Massen haben , die' in Gestalt von Plateau oder Gipfel Berge von einer verschiedenen Beschaffenheit schliefsen; und diese Berge werden natürlich die Gestalt eines mehr oder weniger stark abgekürzten Kegels annebmen. Die Erde, Welche von der Zersetzung der Basalte entsteht, scheint im Allgemeinen sehr zur Vegetation geeignet zu seyn. Die Fruchtbarkeit der Ländereyen des Aetna, sagt Dolomicu, ist ein Gegenstand der Bewunderung für alle diejenigen, welche diesen Berg besuchen. Von den Dampfen h e r r ii h r e n d e Veränderung. §. 087. Unabhängig von der Zersetzung, welcher die Laven, so wie alle andere Gesteine unterworfen sind, sind sie auch einer hesondern von den Dämpfen, welche die Vulcane aushauchen, herrührenden Verändcrungs - und Zersetzungs - Ursache untergeben: übrigens ist diese Art von Veränderung sehr beschränkt; sie nimmt kaum mehr als die nächsten Laven der Krater oder einiger vulca- nisch.cn Zuglöcher in Anspruch, 56g Diese fast immer mit Schwefelsäure und manchmal mit Salzsäure beladenen Dämpfe greifen die Laven, welche sich ihnen im Wege befinden, an, und durchdringen sie, sie erschlaffen und zerstören deren Gewebe, erweichen sie, lösen sie auf und ziehen einige ihrer Grundstoffe, besonders das Eisen mit fort, und nachdem sie seibige mit verschiedenen Nuancen gefärbt haben, entfärben sie sie endlich und verwandeln sie in eine Erde, die so mild wie Thon ist (Spallanznni). Wenn man auf der Spitze des Vesuvs ankommt, sagt Hr. Menard de la Groy e, glaubt mau in einiger Entfernung blühende weifse, gelbe, röthliche Moose zu sehen: und jene Plätze haben fast alle die Weichheit eines Torflandcs. Die Dämpfe entfärben und zersetzen in wenig Tagen nicht allein die Oberfläche der härtesten, steinigen Basalte, sondern sie greifen auch die glasigen Laven an. Spallanzani hat auf dem Krater des Volcano vulcanische Glasmassen bemerkt, die durch die Dämpfe in mürbe und undurchsichtige, einen noch glasigen Kern enthaltende, Aschenmassen verwandelt waren. Die Bimstcine waren dort ebenfalls zersetzt, und bisweilen machte die blofse Berührung, dafs diejenigen in Staub zerfielen, welche ihr Gewebe erhalten za haben schienen. Von den Dämpfen herrührende Wiederarzeugungen. §. 588. Jene Zersetzungen sind oft mit Wiedererzeugungen begleitet. Die sauren Dämpfe bemächtigen sieh bey ihrem Zuge durch die Laven verschiedener, für die Verbindung mit ihnen empfänglicher, Grundstoffe, und bringen ein wenig weiter salzige Substanzen auf der Oberfläche der 56 o Steine hervor, wo sie sich anlegen. Dies ist die Entstehung des Alauns, Gypses, Bittersalzes, Natrons und Eisenvitriols, des Salmiaks und salzsauren Natrons, des kohlensauren Natrons etc., die man entweder einzeln, oder vereinigt, und in mehr oder weniger Beträchtlicher Menge, an den innern Seiienwänden der Krater, der Vulcane sowohl als auf einigen Lava - Strömen oder in den Klüften, welche sie darstcllen, findet. Auch verdanken wir den Substanzen, womit die vulcanischen Dämpfe Beladen sind, den Schwefel, Vitriol, den Eisenglanz , und vielleicht einige kieselerdige Massen, welche die vulcanischen Gebirge darstellen. Auf dem Vesuv, wo die salzsaurcn Dämpfe vorwalten, finden sich die Salzsäuren in Menge: das Steinsalz (salzsaurcs Natron, gemeine Salz) ist dort nach Hm. Menard de la Groye auf gewissen Puncten in hinlänglich grofser Menge, damit die Landleule dort Ladungen zu ihren liäufslichen Gebräuchen holen können: in Ermangelung desselben nehmen sie da bisweilen Salmiak. Lava - Ströme, sowohl auf dem Vesuv als Aetna, stellen unmittelbar nach ihrem Erkalten, sowohl auf ihrer Oberfläche, als auf den Seitenwänden ihrer Klüfte , weifsliche Ucberzüge von letzterm Salze dar. Keiner der bekannten Vulcane bietet, in Bezug auf die durch die Dämpfe bewirkten Erzeugnisse interes- santere Thatsachen dar, als der mitten in den phiegräi- sclien Feldern des Königreichs Neapel, eine Viertel- meile von Puzzuola gelegene fast verlöschte Vulcan der Solfatara: er hat seinen Namen von dem Schwefel, welcher sich darin erzeugt. Seine Eruptionen haben seit einer undenklichen Zeit aufgehört; sein Krater hat jedoch , so wie er jetzt besteht, ohngefahr ££oo Mctres im 'Umfange; das Innere stellt gleichsam eine Ebene 561 dar, deren westlicher Theil mir Danimerde und Kastanien Wählern bedeckt ist, wahrend der östliche Theil mir von einer Erde gebildet ist, die von der Zersetzung der -Laven .ciitstanueu, weiche von den Dämpfen der sich auf einer grofsen .Anzahl von Funden in juiem Tneile erhebenden 11 a u c li s ä u 1 en an^ev.nffeii worden* Diese Rauchsäulen, deren Huze sich bisweilen der des siedenden Wassers nähert, bestehen hauptsächlich in schwc- felsaurem Wasserstoffes. So bald dieses Gas mit der atmosphärischen Luft in Betitln imo; kommt, zersetzt es sich ; der Wasserstoff in Verbindung; mit dein Sauerstoff bildet Wasser: ein Theil Schwefel setzt sicit in seinem natürlichen Zustande sb, während ein anderer, indem er sich oxygenirt, in Schwefelsäure verwandelt, die durch ihre Kraft auf die umgebenden Stoffe, die Entstehung von Schwefelsäuren Substanzen, besonders von schwefelsaurer Thonerde und dergleichen, Eisen (Eisenvitriol) verschalle* Die erste, welcher dei: Gegenstand einer Bebauung ist, zeigt sich unter einer grofien Anzahl verschiedener Gestalten; bald sind es fasvige Rinden von einigen Linien Dicke, bald sind es Warzen* Rühren, Trauben. Die Dämpfe sind bisweilen mit Schwefelkies - beladen, and bedecken die Soitcuvväiide einiger Höhlen und die Körper, welche man ihrer Wirkung aussetzt, mit einem kiesigen Ueberzugo *)• Vielleicht haben auch einige der kieselerdigen Incru- slatiouen, so wie die dünnen Schichten von HyalitU (Glasopal), welche man auf den Seitenwänden der Klüfte der Laven findet, ihre Umstellung von der Kieselerde, womit die vulcanischeu Dämpfe beladen seyu künn- j) I\T.m sehe sehr interessante Details über die verschiedenen I’rodueto der Sollatara in den Voyages physiques et litho- logiques en Campanie von Hrn, Breislack. Dieser ausgezeichnete Gelehrte ist eine Zeitlang DLrector der Fabriken gewesen, welche an diesem Orte sind und mau verdankt ihm nicht allein die Theorie von mehrern der Erzeugnisse, welche dort bewiikt werden, sondern auch die Vervollkommnung ihrer iJenntzimg. H, Theil. Jy a 56a teil? Uebrigeiis glaube ich, dafs jene Dämpfe öfterer einen mittelbaren Einfiufs auf diese Formation gehabt haben werden; indem sie sich der Thonerde des Eisens etc. bemächtigten, werden sie die Kieselerde in einem Zustande von iiiifserster Zeriheilung gelassen haben: die Filtrations - Wasser werdeu dergleichen aufge- nornmen, und in den Höhlen in Gestalt von Stalactiten, Stalacniten etc. abgesetzt haben. Dies würde die Entstehung der schönen Kalzedon-StalactiLen , welche ans den Basalt-Gebirgen von Ferroö kommen , jener Hya- lith - Tröpfchen, dem durchsichtigsten Glase ähnlich, jener Hyaiith - und warzigen Rinden seytt, die Ilr. von Humboldt auf den Basalten der Insel Gratiosa, einer der canarischen Inseln, bemerkt hat. Verbreitung und merkwürdige Orte, §. 089. Das, was wir ( §. 54 ) über die Anzahl und Lage der thätigen Vuleane gesagt haben, zeigt das häufige Vorkommen der Basalt-Gebirge in den verschiedenen Theilcu der Erdkugel; denn diese Vuleane (mit Ausnahme einer geringen Anzahl) bringen Basalte hervor; allein es wird nur einen unvollkommenen Begriff von ihrer Verbreitung geben, da die Basalt-Laven, die von den altern Vul- canen, sowohl von denjenigen, welche uns Spuren von Kratern, als denjenigen, welche uns dergleichen nicht mehr zeigen, herridiren, viel zahlreicher sind. Wir wollen nun durch einige aus unsere und den sie hegränzenden Gegenden genommene Beyspiele die Art des Vorkommens der Basalt - Gebirge zeigen. „Es siebt, sagt Ilr. von Buch, vielleicht auf der ganzen Erde keine Gegend, wo die vulcanischen Gebirge verschiedener, besser unter einander verbunden, und folglich instructiver als in der Mitte Frankreichs Wären.“ — Wenn man von Norden herkommt, sind die ersten sicli zeigenden Basalte, in Auvergne, west- 563 lieh von Clerniont auf dem zwischen Allier und Sicul« begriffenen Granit-Plateau. Sie sind von zwey Arten: die ersten haben ihr Daseyn von unsern verlöschten Vulcanen. Diese Vulcane, ohngcfälir hundert an der Zahl, stellen sich in Gestalt von isolirten Kegel-Bergen dar, welche kaum 200 Metres Hohe übersteigen lind von einem Haufen Qiiaderstückcn, von Laven, schwammichten Schlacken, lapilli, gebildet sind: der Gipfel bietet Vertiefungen in Krater - Gestalt dar, wovon einige sehr gut erhalten sind. .Die Ströme sind auf ihrer Oberfläche blasig, und mit schiackeriförtnigeti Piauhheiten beborstet, welche bisweilen ein Metre Höhe erreichen und sogar übertreffen: das Innere ist desto dichter und weniger hohlig, je weiter man in die Masse eiudringt; und oft ist seine Masse von der der schönsten Basallsäulen in nichts verschieden; sie enthält Körner oder Krystatle von Augit, Olivin und Feld- spat.li. Die Ströme haben sieb in die Ebenen verbreitet, oder vielmehr einige Thälcr erreicht, deren Lauf sie drey bis vier Meilen weit verfolgt haben. Man bemerkt, dafs sie in ihrem Gange sich nach und nach 11m hohe Gebirge, die sie trafen, biegend und krümmend, nach den tiefsten Puncteii begeben; mit einem Worte, sie haben, den Strömen von flüssigen Stoffen ähnlich, allen Gesetzen der Hydrodynamik gehorcht. Die Geschichte dieser Ströme ist vollständig, die Einbildung hat nichts hinzuzusetzen; man siehet die Mündung, aus Welcher sie hervorgegangen, den Weg, den sie beobachtet, die Hindernisse, welche sie vermieden, das Gebirge , welches sie eingenommen haben oder noch entnehmen — Die Basalte der zweyten Art sind von einer offenbar altern Epoche: die erstem sind später als die Aushöhlung der Thäler und letztere früher. Sie stellen sich in Gestalt von Abfällen, Plateaus und Gi- 1) Man sehe in dem Journal de Fhysique, tom. LVIII. x>ag. 310. eine Nachricht, die ich über diese Basalte und. eine umständliche Beschreibung von einem jener erloscht«» V ulcane gegeben habe. Nn 5 •jft'hi dar, welche hohe Tiieile des alten Bodens hedek- ken , oder die Spitze einiger Berge oder isoiirtor Pies ausmacl.en: dies sind offenbar Spuren und gleichsam Uebcriesle ehemaliger FitUsc. Sie sind von den erstem durch den ungeheuren /.citraum getrennt, welcher erforderlich war, um Th,der von fünf und scdishundeit Ifletres Tiefe anszugrabeu. ‘ Südlich von der Gruppe von Glennout befindet sielt der IVionl-Doi'e. Seine Abfälle fuhren, wie wir gesehen haben, Basalt - Sin .me, deren oberes, dem Gipfel des Berges zunächst liegendes, Budo gewöhnlich mit ganz blasi ■-eil Schlacken, Basal l - Blöcken begleitet ist; liier zeigt alles, dafs man in der Nähe der Umstellung ist, und doch sichet man nirgend einen Brater, welcher in den Stand setzen konnte, ihren Ansfl ufs - Pu net mit Ge- wifsheit auzugeben. je weiter man längs eines Stromes hiuabsLcigt, desto seltner sind die Schlacke::, diu Bla- senraunie, die Höhlen nehmen an z.alil und G löffle au, die Lava wird d’chlci ; an den Fufs gch.ngt, liac sie sich in eine grofsc Weite verbreitet; sie hat den umgebenden Granitboden bedeckt, und ihre Spuren bilden die Spitze mehrerer isolirtcu Pies, weiche um den Berg herum sind. Der Basalt stellt sich beynahe auf eine ähnliche Art, wie in dem Cantal, dar; er ist da jedoch in geringerer Mengein dem Velay und Vivarais bildet er einen grofsen Theil der Oberfläche des Bodens, und auf einigen Functeu zeigt er die unlcrrichtendsicn Thatsacheu. Ich beschränke mich darauf, die folgende anzufnhren. Bey Mompezat, Thucys, Janjnc etc. sielit man noch kleine verlösclito Vulcane; von dein Fufs jedes derselben geht ein Flufs ab, welcher den Thalgruud einnimmt- Die Slromgestalr. kann nicht besser ausgesprochen seyn: die Lava ruhet auf Geschieben , ihr unterer Tlnil ist ganz verschlackt; darüber ist sie in sehr regelmäfsige, wie Eisen klingende, schöne Colonnadcn bildende Säulen getheilt: sie enthält Olivin- und Augit - Körner ; mit einem Wort, cs ist ein eben so vollkommener Basalt, als der der Chaussee des Gcants oder von Stolpen; und doch ist es offenbar eine Lava und eine sehr neue Lava, denn sie ist später als die gänzliche Aushöhlung der Thäler. Bey dem Streite über die Entstehung der Basalte ist nichts entscheidender, als die Geschichte dieser Strome, besonders desjenigen von Montpezat D* Die Basalte setzen in das südliche Frankreich bis an das Ufer des mittelländischen Meeres fort', wo man he) Agde den verlöschten Vntcaii von Saint-Loup hat, dessen riöhlige Laven vortreffliche Materialien zu den sciiüneu Wasserbauen im Kanal von Languedoc verschaffen, Deutschland zeigt besonders an den Ufern des Rheins, in Hessen, Sachsen und .Böhmen eine grofso Anzahl Beste von Basalt - Flüssen, die ziemlich oft mit, Gebirgs- Gruppen bildenden, Klingsteinen begleitet sind. An einigen Orten daselbst sichet man vuicanische Tuffe und liohlige, auch sogar verschlackte Laven; allein sonst, besonders in Sachsen , sind es mir einige, meistens die Spitze isoiiiLer Berge bildende, Blatten. liier enthüllt nichts, ihre Entstehung;, nirgend sichet man weder vul- canische Schlacken noch Asche. Die Basalt - Gesteine erscheinen da, wie diejenigen, welche ihnen zur Grundlage dienen; und natürlicher Weise haben die Personen, welche sie nur an diesen Orten beobachtet haben, ihnen keine andere Entstehung beylegcn können. Es ist überflüssig, zu bemeiken, dafs Italien, besonders in dem Vincentin, in den Umgebungen von Rom, ^Neapel und in Sicilicn, grofse Basalt-Gebirge enthält«. Der Basalt ist in England selten £ allein er ist in sehr grofser Menge in Schottland und Irland. Wir haben schon Gelegenheit gehabt, denjenigen anzn führen, den letzteres Land in seinem nördlichen Theile in der Grafschaft Antrim enthalt, und welche die Riesenstrafse (Chaussee des GeantsJ begreift 2 ), Ich werde die fol- ) Diese Baven sind in dem groTsen Werke von Hrn. Fanjas über die Vulcane des Vivarais dargestellt. ) Man sehe verschiedene Durchschnitte dieser Gebirge in den Transactions de la societe geologicpie de Bondres, tom. II# 566 geiulen Beobachtungen hiuzufiigcn. Dieses in allen Be* Ziehungen sehr merkwürdige Basalt - Gebirge stellt ein Laa;er von olingefähr liunden Quadratmeilen (800 englische Meilen) bey einer Dicke von 163 Metrcs im Mittel, welche aber an einigen Orlen 500 dergleichen erreicht, dar. Dieses Lager ist gleichsam geschichtet und zusammengesetzt; j) aus meistens in Tafeln getheilten, bisweilen längs der Küste prächtige Colonnaden von mehr als tausend Me- tres Verbreitung bildenden Basalte zusammengesetzt; wir haben von diesen Colonnaden eine angeführt; 2) aus einem Basalte (greenstone), der sielt dem Do- lerit nalieit, welcher grün ist, und Augit - und Olivin. Körner enthält; er ist in unregelmäfsig gestaltete Säulen geihcilt; 3) aus Klingstein ; 4) aus einem grünen oder röthlichen Speckstein- Kerne, viel Zeolith und sehr wenig Kalzedon enthaltenden Mandelsteine; 5) aus Bolus-Erde; 6) endlich aus einigen Schichten Braunkohle: wir haben von lelzlerii beyden Substanzen gesprochen. Diese Stoffe haben keine bestimmte Lagerungs - Ordnung. Die Formation rilltet unmittelbar auf der Kreide, und in einigen Theilen scheinen die beyden Substanzen vermengt zu seyn, oder wenigstens stellet mau Vermengungen ihrer Trümmer; gegen die Enden verbreimt der Basalt sich über ein Steinkohlen - Gebirge und über ein lias - Kalkstein - Gebirge, Das Basalt - Gebirge fehlt in Schweden und Norwegen ; die dem Basalte ähnlichen in diesem Lande gefundenen Gesteine gehören wahrscheinlich zu einer ältern Formation. Gleichförmigkeit der Basalte, §. 5go. Bringt man die Basalte verschiedener Länder, von der Insel Bourbon, aus America, Irland, Sachsen etc. einander nahe, so mufs man über die Gleichförmigkeit der Gharactere, welche 567 sie (Erstellen, verwundert werden: überall dieselbe Farbe, denselben Brucli, dieselbe Härte, dasselbe Bestreben zur prismatischen Absonderung, dieselben Augit-Olivin- etc. Krystalle. Würden also die Vulcnne, welche sie auf die Erdoberfläche giefsen, und folglich alle brennenden Aulcane ihren Heerd in einem fast überall gleichen Gesteine und von basaltischer Beschaffenheit haben? oder würden wohl die vulcanischen Kräfte die mineralischen Grundstoffe, welche sie in dem Innern der Erde antreßen, dergestalt verbinden, um beständig Basalte liervorzubringen? Entstehung der Basalte, 391. Wir können die Geschichte des Basaltes nicht schliefsen, ohne wenigstens Erwähnung von der ge- theilten Meinung zu tliun, die seit länger als vierzig Jahren in Betreff der Entstehung dieser Substanz unter den Mineralogen herrscht: einige sehen in ihr blos ein Gestein von einer Formation der der andern Gesteine im Allgemeinen ähnlich, und sie betrachten sic folglich als ein Product des nassen Weges; dies sind die Nep tun ist en. Die andern behaupten ihre feurige Entstehung: dies sind die Vulcanistcn, unter welchen eine neue Secte, unter dem Namen Pluto nisten, welche Huttons Theorie annimmt, den Basalt, so wie den Granit, als ein Product allgemeiner Schmelzung ansieht, welche die Gesteine im Grund der Meere or- litten haben. (Man sehe den lten Band 421), Meine ersten Beobachtungen in einem Lande (Sachsen), wo alles schlechterdings den Gedanken an Vul- cane und die Wirkung des Feuers entfernt, verleiteten mich, zu glauben, dafs die Basalte dieser Gegend die erstere jener Entstehungen hatten, und machten mich geneigt zu denken, dafs es eben so mit allen Basalten im Allgemeinen wäre. Ich machte deshalb eintet Auf* $ 568 Satz bekannt *). .Allein ich gab meine Meinung blos als eine gewagte Mutlnnnfsung ; ich Ale, ade von in Schmelzung begriffenen Mineralien befunden hatte 2 Wenn sic wnisten, dafs ein ziemlich S’jo schwacher Grad von Hitze den Kalkstein kalziiürt und zersetzt, konmeu sie annchmcn, dafs unberührte Stücke dieses Steines, dafs dünne Muschelschuppen, die man in einigen Basalten Jindet, mitten in einer Lava gelegen hatten, deren Ilitzc sich bis zum Schmelzen des Schmiedeeisen- erstreckt? Wenn sie unter einer ungeheuren. Basalt-Schicht ein unbeschädigtes Lager von biiununö- sen Holze sahen, konnten sie anuehmen, dafs Jena Schicht ein Flnls von glühenden Stoffen gewesen wäre, Weicher sich .int' diese Hölzer vetbreitet hätte, ohne sie zu entzünden oder zu verzehren? Kein, diese Tliatsa- chen waren zu sehr in Widerspruch mit dem , was sie sahen und wufsteu, um sie annelirneu zu können. Damals hatten die Versuche von Hall und Watt allen Naturforschern noch nicht geleint, dafs durch ein langsames und stufeuweises Erhalten , die geschmolzenen Steine das steinige und krystallinische Ansehen wieder annehnien, was sie ursprünglich hatten; dafs unter einem gewissen Drucke der der Wirkung des Feuers ausgcselzte KalksLein schmilzt, ohne seine Kohlensäure zu verlieren, und sicii beym Erkalten krystailisirt; dafs das Feuer unter einem solchen Druck das Holz nicht verzehrt, sondern bituminisirt etc. Einige Geologen hatten zwar wohl in den Producten der Vulcane jene Wirkung des Feuers und der Zusammendrückung beobachtet und bemerkt; allein da es just an den bestrittenen Gegenstände war, wovon sie ihre Zeugen nahmen, so waren ihre Gegner natürlicher Weise geneigt, dieses Zeugnifs zu verwerfen. Sonst kann eine Thatsache, welche fast im Wider- sprucli mit denjenigen ist, die mau schon kennt, und die man nicht selbst gesehen hat, nur sehr schwer bey nns jenen Glauben , jene innige Ueberzeugung hervorbringen, welche eine unmittelbare Beobachtung der Thatsache geben würde. Es sind noch nicht zwanzig Jahre, dafs jeder Physiker sich trotz dem, was darüber gesagt worden, weigerte, an das Hcrabfalleu der Aero- lilhen zu glauben. Alles, was man in Ansehung der angeführten Gelehrte» und derjenigen, welche in demselben Falle sind, , 5 7 i schliefsen soll, ist, dafs da sie nicht selbst die Vulcane und ihre unbestreitbaren Producte gesehen haben, sie nicht zugelasscn werden könnten, die Frage zu beur- theilen. Bemerkung. Man findet in Auvergne und dem Vivarais Basalte von vulcanischer Entstehung; dies ist eine klare Tharsache; man findet auch in Sachsen in den Basalt - Gebirgen im Allgemeinen Massen, welche ein genau ähnliches Ge- menge haben, genau und ausschliefslich dieselben Kry- atalle enthalten, welche genau dieselben Lagerungs- Umstände haben: es giebt nicht allein Aehnlichkeit, sondern vollständige Gleichheit, und mau kann sich nicht enthalten, auf die Gleichheit in der Formation und Einstellung zu schliefsen. Allein man denke nicht, dafs die auf die Entstehung der andern Gesteine Bezug habenden Fragen, auch einer so gut begründeten Auflösung empfänglich seyen. Schon bey den Tracliyteu finden Unterschiede sowohl in der Beschaffenheit der Substanzen, als der Lagerung statt; und wenn man nicht durch einen gewissen Zusammenhang mit den Basaltgebirgen und durch unwidersprcclilicha Merkmale der Wirkung des Feuers geleitet wäre, so könnte man zweifeln. Allein, wenn jene Zeichen verschwunden sind, wenn es keinen Zusammenhang mehr giebt, wenn man in einer ganz andern Epoche ist, wenn es zum Beispiel jene Trapps ( Grünstem oder Whin) betrifft, die man in Schichten in den Sandstein - Gebirgen findet, wenn Hr. Jameson uns unlängst in dünnen Schichten mit Sandsteinen wechselnd, unveränderte Kalksteine gezeigt bat, (Edimb. phil. Journal 1819), so kann mau wohl einige Aehnlichkeit zwischen diesen Gesteinen und den Basalten finden; allein sie ist bey weitem nicht voll- »tändig: es ist ein offenbarer Unterschied und keine Gleichheit in der Lagerung und man kann im Zweifel verbleiben. Wenn man schliefsen wollte, sobald es eine einzige Analogie giebt, so würde man nach und nach zu den Aphaniten, Porphyren, Graniten, dem Gneise, Glimmerschiefer, Thonschiefer, den Steinkohlengebirge gehen und man würde allen diesen Formationen eine feurige Ö?2 Entstehung in'c! reiben, und doch sind alle Wahrscheinlichkeiten noch für die wässerige Entstehung. (Man sehe den I. Baud 3 Anmerkung). /;) Vulcauischc Breccicn und Tuffe. ?b Die viiiciiie werfen eine miermefsli- che \ienge unziisnrmn; uhängenücr Stolle: Schlacken, Saml mul Asche aus (§§. 57—09); sie Lüden den gröfsten Theil ihrer Broducle. Diese aus derselben Masse als der Da von versteinerten Stoffe, sind von gleicher Beschaffenheit. Ohnernehiet des glasigen Zustandes, der böige einer schnellen Erkaltung ihrer Porosität und der Kleinheit der Oberfläche ihrer Theile in Beziehung auf ihre Gröfse, die der zersez- zenden Kraft der Atmosphäre viel Beule gieht, erleiden sie doch bald die Wirkungen derselben. Die Schlacken verlieren ihre Strenge, ihre schwarze Farbe *) wird ofl roth; sie zerbrechen in kleine Stücken, und verwandeln sich endlich in Erde. Die 1) Die schwarzen Schlacken haben bey ihrem Ausgang aus dem Krater oft einen Fettglanz, wie der eines koh. Jigen und bituminösen Stoffes; und Dolomieu hat wirklich. beobachtet, dafs mehrere derselben den Salpeter verpufften. Die Veränderung der Farbe der der Luft ausgeseizten Schlacken, hat einige Naturforscher zu glauben verleitet, dafs diese Ausstellung sogar eine vollständige Umfärbung erzeugen könnte, und haben also der grofseu Menge grauer und fast weiser Bimsteine entspro. eben, die man bisweilen in den Teilen der Basalt-Gebirge findet. Allein würde es nicht natürlicher seyn, anzuiiehmeti, dafs in dem Bade des Basalt - Stoffes seihst, sich auf seiner Oberfläche gleichsam ein Schaum bilden konnte, welcher die färbenden Stoffe und besonders das Eisen, in die darunter liegenden Theile niedersclüagen liefst 5j5 yulcnnische Asche, emc \ ercimgithg von Glaslncn che:i, bilden endlich eine Art r iin’'i, der mit uem 'Wasser eine Masse macht (Golomioo). Diese Substanzen vermenge!! Geh mit denPro- ducien der Zerstörung mul /-.ersetzung uer i^ttven. Alle diese Sud!« /.usainnnm, von den Gewässern fortgeführt, von ihnen auf die Erd - Oberfläche oder bisweilen auf die Meeres, oder Seegründe verbreitet, bilden da Schichten, 'Welche durch das Aufläufen, und die Wirkung der Feuchtigkeit, womit sic bes ständig geschwängert sind, sich in mehr oder weniger feste Schichten verwandeln; dies sind die vul- canischcn Breeeien und Tülle. Bisweilen nehmen sie eine hinlänglich grofse Festigkeit an, um hey den Baue« gebraucht zu werden; ein solcher ist der Peperino, den mau in iiom benutzt. Es könnte hiev, wie wir gesehen haben, indem wir von den Trnch v t-Tuffen sprachen, noch geschehen, dafs ein bindender Saft in die Masse ein- gedriuigen sey und sie dergestalt verhärtet habe, um daraus eine wirkliche Brcccie oder einen Sandstein oder einen Stein zu machen. Man lut davon ein Beyspiel in den Gegenden von. Coblenz. Unter den vuicanischcn Tnifen, welche den Boden des Tandes bilden, finden sich hauptsächlich i« Stucken Schlacken und Bausteinen bestehenden Theile vor, welche einen solchen Grad von ilärte erlaubt haben, dafs man sie nur vermittel t des Pulvers °-ew'in- lien kann. Sie sind ein besonderer Handels - Gegenstand. Man zerstöbt sie, und siebt sie durch; und der daraus entstehende Sand oder die Erde, wird an die Holländer verkauft, welche davon mit dem Kalke ein vortreffliches Gement zu VVasserbauen machen: dieser Sand fuhrt m dem Tinde den Tarnen T rafs. Utes ist eine "wahre und sehr gute Puzzolauerde." Hie gewöhnliche Pnz- 7 zolanerde, welch« man aus Puzznolo und andern Orten Italiens beziehet, ist blos eine Vereinigung von kleinen ziemlich schweren, wenig porösen Schlacken, welche ei- nen gewissen Grad von Veränderung erlitten haben; diejenigen, welche von den alten Strömen herriihren und also ansehnlich entglast sind, sind im Allgemeinen die geschätztesten. Die Anhäufung der - Tuffe kann bisweilen sehr dicke Lager oder Massen bilden. Die, welche Herculannm bedeckte, bat auf einigen Puncten mehr als hundert Fuft; sie besieht in einem erdigen mit vielen kleinen Bimsteinen vermengten Stoffe. Mag nun dieser Tuff ursprünglich flüssig gewesen, oder von den Gewässern eingeiübrt oder durch die Filtrationen erweicht worden seyn, und also zugleich der Aufhäufung nachgegeben haben, er hat nicht allein die Strafsen, die Plätze und andeie offene Orte übcrliHufi , sondern ist auch ins Innere der Gebäude gedrungen mul hat darin alle leere Räume ausgefüllt. Die Stücken, welche man davon lier- auszieht, tragen also den Abdruck der Büsten und anderer Gegenstände, worauf sie gekommen sind. Dieser Umstand hat einige Schriftsteller verleitet, diesen Tuff als das Product einer Schlamm - Eruption anzuseheu; andere denken, dafs eine Eruption des Meeres zu seiner Formation heygetragen haben müsse. Die Tuffe nehmen oft beträchtliche Räume ein: der Boden der vortrefflichen Campania, besonders in den Gegenden von Capua, ist fast gänzlich daraus gebildet. Er ist dort iii Lagern, welche durch ihre Färb« und ihr Korn die gröftte Verschiedenheit darstellen. Sie sind entweder schwärzlich oder gelblich oder von einer aschgrauen Farbe; einige zeigen ein feines und gleichartiges Gemenge; allein der grüfste Theil enthält eine gro- fse Menge Birnsteine, Schlacken- und Laven-Stücken, entweder im steinigen, glasigen oder höhligeu Zustande. Eben so ist es mit denjenigen, welche aus Bimsteinen und Bimstein - Stücken leicht zusanmicngefü< vr i o o sind. Einige stellen eine ziemlich gut characierisirte pris. jnatische Absonderung dar, und ihre Festigkeit gellt bis. ■weilen soweit, dafs sie einen m«tallischeii Klang geben. ■wenn man darauf schlägt, Ilr, Breislack, welcher die so eben gegebenen Details verschafft, siebet die Tuffe der Campania so an, als wären sie unter den Meer - Gewässern ausgebreitet gewesen. Die Tuffe linden sich auch, ihrer geringen Härte olm- geachtet, in den c-hemals vulcanisirten Gegenden in Menge. Ich habe beträchtliche dergleichen Massen im Hessischen und sogar an Orten gesehen , wo die steinigen Spuren der Vulcane, zum ßeyspiel bey Beziers, verschwunden sind. Obschon die meisten Gewässer, welche aus den Ynleanen fallen, nur von den gvofsen Regengüssen, welche um die Krater herum bey den vulcaniscben Eruptionen statt finden, oder von den Schneemassen, welche zu denselben Epochen schmelzen I ), oder aus den Klüften, welche in einigen dieser Gebirge entstehen (§.69), zu kommen scheinen, so ziehen sie Joch eine so grofse Menge erdiger — Aschen- und Schlacken - Stoffe mit sich fort, dafs sie auf die umgebenden Gebirge Tuff-Lager verbreiten müssen, wie es wahreSclilamnt-Eruptionen thun würden. X) Nachdem, was Hr. Ferrara in seinen Campi flegrei de!la Sicilia g. 34 berichtet, würde der grofse Nilo d'acqna , den die Magistrate des Landes im Jahre 1755 aus dem Aetna geflossen zu seyn Vorgeben, blos von einer solchen Ursache herrühren. Derselbe Autor berichtet auch, dafs im Jahre 1790 bei Santa-Maria de Niscerni, unter einem entsetzlichen Brausen, ein Berg spaltete, und dafs aus einer Oeffnung von dreyFufs Durahmesserein Flufs salzigen Mergel-Schlamms Hofs, der einen Geruch von Schwefel und Bitumen hatte, und eine Schicht von sechzig Fuls Länge, drey Gig Fnfs Breite und zwey und einen halben Fufs Dicke bildete. 5y 6 Wir haben ähnliche Ströme in l’evu Räume von meh- revn Quadrat - iMyriametern, mir eir.mi tnffartigen Schlamme (der Moya §. 61)) bedecken sehen, an den wir liier erinnern, ob er schon übrigens von trachy tischer Beschaffenheit i:i. Nach den Beobachtungen des firn, von Humboldt. bestehet er grüfsentheils aus Stucken von glasigem Feldspalh und kleinen Jiimsieinen. 1 Jcrjonigc, welcher im Jahre 1797 das Dorf Pelileo zerstörte und vier- zigtausend Einwohner nmbrachte, enthält eint i; Kolile-n- SLolf, welcher erlaubt, ihn zum Verbrennen zu gebrau- clien. Klaprot'i, welcher ihn analysirte, hat daraus, unabhängig von den erdigen und nlkaliuisclien Substanzen, welche man in den meisten Laven linder, aus hundert Grau; mit Ammoniak gesättigtes und ein wenig enipy- revmatisches Oel enthaltendes Y\ asser. n. Kohlen.-lolT, ... ßj WassersioiTgas, (in cubischen Zollen) i/ji kohlensaures Gas, - - L’ gezogen. Hach dem, was wir so eben über die Znsammense- setzung der vulcanischcn Tuffe gesagt haben, wird mau niclit verwundert seyn, darin ziemlich oft fossile Holzer und Spulen von Tlueren zu linden, Soifenwerkc in den Tuffen. §. 395. Die Tuffe, welche man gewissermnnfsen die aufgeschwemmlen vulcnnisclien Gebirge neimen könnte, enthalten, so wie die nufgesehwemmlen Gebirge, wovon wir gesprochen haben. Mineralien, denen die Härte erlaubt Lat, sieb niitlen in der allgemeinen Zersetzung zu erhalten. Solche sind die Zirkone, die Sapphire, die Granaten, vielleicht die Diamanten etc. welche in den Laven waren, und besonders der Magneteisenstein, welcher sich darin in so grofser Menge vorlindet. Die Bäche, welche die vulcamschen Gebirge durchschneiden, lösen dort diese Substanzen ebenfalls von der Erde ab, weiche sie umgab; sie seilen (waschen) sie aus und lassen sie unbedeckt an ihren Eiern; ziemlich oft iliefsen sie dort auf einem fast ganz eisenhaltigen Sande. Die Wellen des Meeres bewirken selbst bisweilen eine solche Wäsche: so verbreiten sie an der Küste der phlegrüischen Felder zwischen Neapel lind Puzzuolö, an dem Eifer eine Schicht Sand oder Kies, der hauptsächlich aus achteckigen Krystalien von Magneteisenstein bestellt, und an einigen Orten bis acht oder zehn Zoll Dicke hat; er ist eine Zeitlang in den in der Nachbarschaft seiner Behandlung wegen erbaueten Hammerwerken geschmolzen worden. fremdartige Steine in den Vulcancn. §. Sgl. Die vulcanisclicu Gebirge stellen auch von den \nlcanen ausgeworfene und durch die Kraft des Feuers nicht veränderte Steine dar: sie sind wahrscheinlich den Wänden der unterirdischen Höhlen entrissen worden ( §. 60). Kein Vuleaii zeigt mehrere dergleichen als der alte Vesuv. Fast in allen Einschnitten dieses Gebirges (ia Somma) findet man mehr oder weniger grofse .Stücken von einem schönen kristallinischen, manchmal grobkörnigen, manchmal dichten Kalksteine; sie sind oft mit vielen grünen Glimmer vermengt, deren Blätter unter sich gvuppirt sind ; und in diesen Gruppen, sowohl als in den Höhlen des Kalksteines, hat.man Krystalle von Fohlspath, Pi- slazit, Tremoliih, Hornblende, Melanit, jtfagnet- nnd Brauneisenstein , Leuzit, Augit, Spinell, Sodalit, Zirkon, Tilanit, Flufs und Gyps, Topas, und besonders Krystalle von Jdokras ( Vesuvian von "Wer- II. Thei!. O O ii~8 r,er) \ oi) H.myrj , Mejouit, (Sominit von Lametnc- jic) um! Nephelin. Letztere Mineralien sind nocli in keiner andern Lagerung gefunden worden. Diese Menge und Verschiedenheit von Krystallenin einem so kleinen Räume und welche auf eine so aufserordent- licbe Art auf die Erdoberfläche gebracht worden, ist eine sehr wunderbare Thatsaehc; die Frische und der Glanz, die milden und zarten Farben jener Stücke, die aus den vulkanischen Höhlen kommen, sind es nicht weniger. il.ui bildet auch in oder auf Jen vnlcanischen Gebirgen und besonders auf denen von allerer Entstehung, Massen von Urgesteinen, wobey es schwer ist, zu begreifen , wie sie in ihre jetzige Lage gelangt sind. Das außerordentlichste, was man deshalb kennt, ist der Puy - Chopine, ein isolirter Berg von drey bis vierhundert Metres liehe, drey Meilen nordwestlich von Clerniont gelegen. Sein westlicher Theil ist aus einem Trachvt, dem des Puy-de-Dome ähnlich, gebildet, und sein östlicher Theil bestehet hauptsächlich in Urgesteinen, welche auch an Ort und Stelle zu scyn scheinen, mul unter welchen ich einen schönen rothen grobkörni. gen Syenit-Granit, und ein graues sehr feinkörniges und viel Glimmer enthaltendes Granit-Gestein gesehen habe: ich habe die gegenseitige Lage dieser verschiedenen Massen nicht bestimmen können. Diese unbegreifliche Vereinigung von vulcaniscben und Urgesteinen , bat besonders den Herrn von Buch -verleitet, die Hypothese von der Emporltebung der Trachyt- massen anzunehmen. 5?9 Z w e y t e r A b s c h 11 i t l. Von den besondcrn Lagerstätten der Mineralien und hauptsächlich Von den Erz - Lagerstätten. Die Lagerstätten der Mineralien, haben wir (Band I. §. gesagt, sind die unterirdischen' Räume, in welchen die Mineralien gebildet worden, und in welchen sie sich befinden; mit einem Worte, die Räume oder Massen, in welchen sie liegen. Man unterscheidet sie in allgemeine Lager- stätten, die wir vorhin unter dem Namen Gebirge beschrieben haben; in besondere Lagerstätten, welche in den erstem begrüben, aber von einer verschiedenen Materie sind: sie werden der Gegenstand dieses zweyten Abschnittes seyn. Sie sind es, welche den gröbsten Theil der metallischen, brennlichen und salzigen Substanzen enthalten, welche der Mensch aus dem Schools der Erde zieht, um sie zu seinen Gebräuchen geschickt zu machen; und sie sind also der besondere Gegenstand seiner Aufmerksamkeit gewesen. Wir haben schon Gelegenheit gehabt, von den meisten derjenigen zu sprechen , w'eiche die brennbaren Stolle und die mineralischen Salze enthalten, indem wir von den Steinkohlen - Gebirgen und dem Steinsalz bandelten: wir werden in diesem Abschnitte hauptsächlich bey denjenigen steilen bleiben, welche metallische Substanzen enthalten, und die man folglich E r z - Lage vs t ä tlen nennt. INI an wird sich erinnern, dafs man in der Mineralogie und in der Bergbaukunst mit dem Namen Erze die Mineralien bezeichnet, in welche O O 3 i'8o ein Melall als Beslandlhe.il und in hinlänglich grosser Menge eingclit, damit die Gewinnung desselben mit Vortheil geschehe oder geschehen könne: itn weitläufigen Sinne sagt man manchmal, ein Alaun- Erz, Vitriol-Erz etc. Die besondern Lagerstätten sind von zwey Glas- sen: einige sind Theile des Gebirges, weiches sie begreift, und sind also von gl ei ehz e i t ig er Fo r- jnation; die andern, in den Gebirgen, welche sie enthalten, nach ihrem Vorhandeuseyu erzeugt, sind von späterer Forination. Erstes C a p i t e 1, Von den Lagerstätten von gleichzeitiger F urraation. Die Lagerstätten von gleichzeitiger Forinaiiou sind also diejenigen, welche zu gleicher Zeit als das Gebirge, welches sie enthält, gebildet worden, oder- genauer, welche nach den Schichten dieses Gebirges gebildet worden, auf wx-lclien sie liegen, und vor denjenigen, welche sie bedecken: man unterscheidet sie in Lager, Stücke und Stockwerke , 58 Erste A b i h e i 1 u 11 g. Von den Erz - L a g cm. Wesentliches Kennzeichen. §. ö<)5. Man wird, sich erinnern, dafs man den Namen Lager (eouelie) einer Mineral- (Gcbirgs-) Masse giebt, die in Länge und Iircile ausgedehnt, aLer in Bezug auf die andern Maafse von einer geringen Dicke ist, und welche, unter dieser platten Gestalt, eine der Schichten eines Gebirges ans- mneht. Bis wird hier nur von den zwischen Stein - Lagern begriffenen erzführenden Lagern die Rede sc\ 11 : Hr. von Bonnard bezeichnet sie mit dem 'Namen Baues. Bey diesem Zustande der Dinge, und in Folge der Formations - Gleichzeitigkeit, sind die Erz-Lager mit den Schichten des Gebirges , welches sie enthält, parallel; sic haben alle gleiches Streichen, gleiches Fallen und gleiche Biegungen. Darin sind sie wesentlich von den Gängen verschieden, welche die Schichtung durchschneiden, statt ihr parallel zu scyn. Unterscheidung von den Gangen. §. 5g6. Die Erz-Lager sind ehedem und noch oft mit den Gängen verwechselt worden, von welchen sie nicht allein durch den wesentlich unterschiedenen Character, den wir eben angezeigt haben, sondern auch durch verschiedene Umstande ausgezeichnet sind, von deren Anzahl wir folgende anführen: l) sind sie nicht, wie eine sehr grofse Anzahl von Gängen in der JAichtung der Dicke, in zwey symmetrisch geordnete Hälften von verschiedenen Substanzen getbeilt; 2 ) ist ihre Masse im Allgemeinen gleichartig, und stellt nicht jene "Varietät von verschiedenen Mineralien dar, welche man in den meisten Gängen sichet, und welche Wcrnern ein empirisches Kennzeichen verschallte, um zu erkennen, zu welcher jener Arten von Lagerstätten eine gegebene Masse gehört; 5) ist die Masse der Lager gewöhnlich dicht, und bietet nicht so häufig jene olfeuen Klüfte, jene Drusen dar, welche einander fast bey jedem Schritte in den Gängen begegnen, und welche mit Kry- stallisationen besetzt sind; 4) sind die Lager selten mit Saal banden von Thon oder Leimen begleitet. Das "Verhalten der Lager ist im Allgemeinen rcgelinäfsiger, als das der Gänge, das heilst, sic stellen weniger Veränderungen in dem Streichen, Fallen und der Mächtigkeit sowohl, als weniger Verzweigungen und Zerrüttungen dar. Ihr Fallen ist im Allgemeinen weniger beträchtlich; es ist selten, dals das der Gänge unter 45° ist; und das der Lager ist meistens in diesem Falle. Uebrigens findet man ziemlich häufig solche, die ein starkes Fallen haben, und sogar seiger (senkrecht) sind. Ihr Parallelismus mit der Schichtung macht, dafs sie die verschiedenen Umstände von Durch- schncidung, TJeberkreuzung und Schaarung (ren- contre) nicht darstellen, die man so oft bey den Gängen siebet. Manchmal jedoch, wenn die Schichtet], w r elche zwey Lager absondern, sich verkleinern und endlich verschwinden, so verringern sich die Lager und schmelzen in eins zusammen, welches also eine Gabelung an einem seiner Theile zeigt. Verbreitung und G e s i. a 1 §. 097. Die Lager zeigen grofse Verschiedenheiten in ihrer Verbreitung und dem gegenseitigen Verhältnifs ihrer Ausdehnungen. Man kann kaum sagen, dafs die mächtigsten auch die in Lange und Breite verbreitetsten sind: diese Kegel würde vielen Ausnahmen unterworfen seyn. VN ir haben das bituminöse Mergel- und kupierhaltige Lager Thüringens sich vielleicht hundert Meilen weit erstrecken gesehen, ob cs schon kaum einen Fufs Mächtigkeit hat (§. 287). Sein* dicke Lager sind manchmal sehr kurz und werden endlich Stöcke, (amas). Im Allgemeinen sind die Lager in den Flötz- gebirgen regelmäfsiger, als die in den Lr- oder Lehergangs- Gebirgen. Sie endigen gewöhnlich, indem sie sich gegen ihre Käuder bin. verkleinern und also in Gestalt von mehr oder weniger spitzigen Ecken schliefscn; «eiten ibeilen sie sich an ihren Enden in Zweige, welche sich in das Gestein verlieren; selten auch endigen sie plötzlich mit einer grofsen Mächtigkeit: das eisenhaltige Lager von Iiancie hat uns ein Bey- s|)iel von diesem letztem Falle dargestellt. Bisweilen, wenn die Gröfsc eines Lagers cinerley bleibt, so siebet man nach und nach seine Beschaffenheit ändern und in einer gewissen 1 ntfernung ganz anders werden: übrigens ist diese Thalsache ziemlich selten, und ich habe kein dergleichen sch.- estimm- les Beyspiel gesehen. Die Eigenheiten, welche die Steinkohlen - Ln- ger bey ihren Verdrückungen und Ausbauchungen. r> 81 sowohl als ihrer Verwerfung, wenn .sie von Gängen (§. 260 und 266) durchsetzt werden, darstel- len , zeigen sich auch manchmal, in den Lagern der steinigen und metallischen Substanzen. Ls würde überflüssig seyn, auf diesen Gegenstand zurückzu- hummen. Vciliältnifs zwischen den Lagern und den Gebirgen. §. SgB. Alle Gebirge enthalten nicht eine gleiche Menge von Lagern: in den Urgebifgen sind, cs die Glimmerschiefer - und Thonschiefer-Lager, welche die gröfste Anzahl darstcllcn. Y011 einem Lande zum andern bietet dasselbe Gebirge unter jener Beziehung grofse Unterschiede dar: in Sachsen entlndt der Gneis, welcher reich an Gängen bey Frey borg ist, fast nur Lager Ley Ehrenfriedersdorf, das bcifsl 10 Meilen (5 deutsche Meilen) weiter. Tebrigens bildet man kaum mein' als diese Art von Lagerstätte vor: ich habe keine andere dergleichen in den piemoulesischen Alpen gesehen. Las Aller der Gebirge scheint in einiger Beziehung mit der Beschaffenheit gewisser erzführenden Lager zu seyn; so haben die bis jetzt gemachten Beobachtungen nur in den ältern Gebirgen die Zinn - Magneteisenstein - K u pfererz - Lager auflinden lassen. In den EJölzgebirgcn badet man hauptsächlich Lager von Weifsgülligerz, Zinkochcr, lloth- cisensteiii etc. Wir wollen uns einige Augenblicke hey den Erzen aufhalten, welche sich am häuligslen in Lagern vorfinden: .1) der Magneteisenstein (fer oxydule oder fer magnetique). Die berühmten Baue bey Danuc- rnora in Schweden, welche das beste bekannte Ei- SS;> scn , ‘j/io.nnn Eeniner jährlich, liefern, finden auf einem ungeheuren a u sg oh an eh t en Lager stnlt, das gegen 55 Mel res Mächtigkeit hat, und aus einem fast dichten Erze gebildet ist. Pie Baue bey Llloe, die zweylen in Schweden, sowohl wegen ihrer Eigenschaft als Menge (200,000 Ceniner jiihrlieb), stellen ein ohngefäbr vierzig Moires Mächtigkeit und gegen tausend Met res Länge bey einer geringen Breite, haltendes Lager dar; sein Erz ist feinkörnig und mit Snalbeisenstein- Adern durchzogen. Icli habe Lager von Magneteisenstein in Sachsen und Piemont beobachtet, und habe dort fast immer dieses. Pirz mit Hornblende, Strahlstciu . Granaten, Pislazir, Chlorit etc. begleitet gefunden, welches eine besondere Classe von Mineralien ist, die man sideritisch (von (riS'agos Eisen) in Ansehung der Einrichtung normen könnte, in welcher sie sind, sich gewöhnlich mit Eisenprotoxyd (grünen Oxyd) zu beladen; eine Einrich. tung, welche ihrer Beschaffenheit anzukleben scheint, denn einige andere Substanzen, so wie der Kalkstein, der Quarz - und sogar der Teldspatb, die man auch ziemlich oft in derselben Lagerung findet, nehmen jenes Oxyd nicht oder fast nicht auf. 2) Brauneisenstein (fer oxyde). Ich habe bey Ivrcc ein sehr regelmäßiges, ohugefähr einen Euls Dicke habendes und ganz von der "Varietät von sogenanntem Eisenglimmer zusammengesetztes Lager gesehen. Man hat Lager von Ilolheiscustem in den Gruben bey Korherg und raehrern andern Orten in Schweden. Die Rotlicisenerz - Lager sind sein- häufig. 5 ) I» o lli c i s en.st ein (fer hydrate, Wasserbau- tiges Eisen). Seine Lager sind vielleicht die gemeinsten, besonders in den Elützgebirgen. 686 Es sey mir erlaubt; das Beyspiel einer aufserst wich« tigeu Lagerstätte anzuführen, welche ich gut zu beobachten Gelegenheit halte; es ist das Eisenslein-Lager von Rancie bey Vicdessos in dem Lande foix. Das Gebirge von Rancie ist Kalkstein und gehört zu einem Ur- oder Uebergangsgebirge, weiches auf dem Granit ruhet. Die Lager dieses Gebirges sind fast seiger. Eins derselben ist hauptsächlich von dichtem Roth- eisenstein gebildet, der ziemlich olt mit Spatheisenslcin und sogar ein wenig Brauneisenstein begleitet oder vermengt ist: an einigen Orten i3t er mit Braunstein -Ox\d geschwängert. Es erstreckt sieb von dem Gipfel des Berges bis zu seinem Fufse; welches eine senkrechte Höbe von 600 Mctres giebt, und vielleicht gebt es noch viel tiefo : getriebene. Strecken haben dieses Lager auf eine Länge von fünfhundert Meires erkennen lassen; was seine Mächtigkeit belrilTi, so ist sie im Mittel gegen zwanzig Met res; bisweilen steigt sie auf dreyfsig oder vierzig; allein sonst fällt sie bis drey oder vier. Man mufs sich es, wie ein Kalkstein - Lager, oder als eine sehr platte Masse vorstellen, die mit viel Erz und oft in solcher Menge beladen ist, dafs es seine Masse gänzlich -oder fast gänzlich ausmacht und also in ihrer Mitte grofse Adern oder Theile von durchaus reinem Erze bildet. Obschon diese Lagerstätte, sehr entschieden, ein Lager von gleichzeitiger Formation mit dem Gebirge ist, so unterläfst es doch nicht, einige der bey den Gangen gewöhnlichen Charactei'e darzustellen: aLo anlser seiner fast seigern Lage, bietet es an mch- rern Orten viel Höhlen oder Locher von mehrern Zoll Durchmesser dar, deren Wände mit Warzen von Hämatit, (fasrigen Brauneisenstein) besetzt sind; und es ist ziemlich merkwürdig, dafs mau unter den verschiedenen Gürteln , welche jene warzigen Massen von braunem Ilamatit darstellen, auch einige dergleichen von rol.hem Hämatit findet: ferner führt diese Lagerstaue an den Saaibäudern einen sehr ausgezeichneten Streifen von einem sehr fetten TJione, und welcher einige Zoll und bisweilen bis zu tiurm Fuls Dicke bat. Die«es seit länger als sechshundert Jahren bebauete 58 7 Lager, versorgt allein fünfzig Eisenhüttenwerke a la cnta- lane Genannt; welche jährlich ohngefiihr fünf Millionen Myriogramme Eisen verschaffen; dies ist beynalie der zwanzigste Theil desjenigen, welciies in Frankreich fabrizirt, und auch verbraucht wird. 4) Die Eisen- und Kupferkiese. Alle Baue auf Kupfer, welche ich gesehen habe, sind auf Lagern in einem Glimmerschiefer ; so sind die von Alagna, Ollomoud, St. - Marcel und von Fe- nis in Piemont. So sind auch die von Roeraas in Tvonvegen, von Kupferberg in Schlesien, die von Schmoellnitz in Ungarn und die, wcdche die \i- triol-Fabriken in Sachsen versorgen. 5) Der Bleyglanz (Plomb sulfure), obschon er sich meislens in Gängen vornndet, so unlerläfst er doch nicht sich auch in Lagern in einer grofsen Anzahl von Orten, selbst in Gebirgen von geringem Alter zu zeigen. Ich gebe davon ein Bevspiel, das ich anderswo in seinen Details bekannt gemacht habe. Auf Schlesiens Roden bey der kleinen Stadt Tnrnowitz, in eitlem dichten, blanlichgiauen, manchmal Bitnmenhaltigen, horizontal geschichteten Kalkstein, den TIr. von Buch zu den Alpen - Kalkstein rechnet, hat 111311 ein in einem milden sehr mit hydv.uiitcn Eisen beladenen MerGeL bestehendes Lager, welches eine groi'se Menge Bley enthält ; cs erstreckt sich mehrere Meilen weit und hat blos ein oder zwey Fufs Dicke. Das Erz oder der Bleyglanz befindet sieh darin in Adern oder Schichten von einigen Metres Verbreitung und einigen Zollen Dicke, in grofsen Nieren und kleinen Körnern; man siebet darin auch Weifsbleyerz (Plomb cacjioiiate) Braun- bleyerz, (Plomb phosphate) und Zinkocher. 6) Man führt auch als Beispiel einer Lagerung von Zinn in Lagern, Lager au, auf welchen zu öäfJ Ziunwald an dev Griinzc von Sachsen und Böhmen gobnuot wird. 7 ) Das Quecksilber ist zu Rosenau in Ungarn und zu ScimecbtTg in Sachsen, im Mcxicani- schcn in den Flötzgebirgen : zu Hnancavclica in Peru sichet man cs in eine ungeheure Saudstein- Bank ciugcslrcuet. 8) Man hat Kobalt in Lagern zu Tunaherg in Schweden, zu Kupfcrberg in Schlesien, zu Querbach in Kor wegen, Z w e y t e. Ä h t h c i 1 u n g. V o n (i c rj Stücke n. Liegendes Stock, ( bloc ou anias couche). §. Ü99. Wenn ein Lager ton. miifsiger Verbreitung, indem cs eine grolso Dicke annimml, sieh beträchtlich aushanelit, so -wird cs ein Stock (amas). Risweilcu wird cs ein, Idos in seiner Mitte ausge- Lauchtes und an seinen Rändern ■verkleinertes La- ger, wie eine ungeheure Scheibe seyn; sonst w ird es eine grofse unlormliche Masse seyn, deren drey Ansdehnungen wenig von einander unterschiedet» seyn werden. Die Beschaffenheit und Zusammensetzung der Stöcke sind dieselben , als die der Lager. Sie haben eine gleiche Entstehung: einige besondere Formations - Umstünde werden den JNiedcr- schlag oder den Abgang ihres Stoffes nach einem einzigen Orte hin entschieden haben. Diese Art von Lagerstätte ist gemeiner, als man gemeiniglich aiinimmt: ich Labe Gelegenheit gehabt, mehrere dergleichen zu beobachten; unter welchen ich die folgende nnzeige: 58 c) Za Travcrselle in l’iemont, [Hat Meilen West-Nord- West von Lree in einem Glimmerschiefer - Gebirge* befindet sich eine ungeheuere Granit - Masse, die ein Stock enihält, der 500 Metres lang, 400 Metres breit und 500 Metres hoch ist. Der Magneteisenstein ist körnig , mit Kalkspath und ziemlich oft mit Talk und Speckstein vermengt; an einigen Orten ist er mit Kiesen durchstreuet. Diese veischiedenen Substanzen sind oft Adern- oder Streifenweise geordnet. Dieser Block; versorgt einige und zwanzig lloliufen. leil habe schon ( 5 « 215 das grofse Stock bey Cogna bekannt gemacht, dessen Bebauung vom Tage hinein, das Bild eines Bruches von metallischem Bisen darslellt. Unter den berühmte.-teu bekannten Stöcken führe ich folgende an: Das Stock bey. Faltlnn in Schweden, welches jährlich zehntausend Geiitner Kupfer liefert, ist eine ungeheure Kies - Masse, welche die Geslait einer senkrecht; gestellten Halb - Ellipsoitle hat: ihre Holte ist gegen: 400 Metres und ihr gröistcr DurchscmuLl, weicher auf der Oi’riflaciie des Gebirges ist, hat oimgefanr 250 Metres Durchmesser. Sie bestellt in einem Bisenkiese, der eine dicke Binde von Kupferkies tragt ; sie i=t mit einer, dünnen Speckstein - Schicht umgeben, und liegt m einer Ouarz - Masse , welche in dem Glimmerschiefer, der den Boden des Landes ausmacht, cingesciilossen ist. Der Bau auf Quecksilber zu Idria, welcher fünftausend Centuer jenes Metalls verschafft, findet in einem Stock einer unförmlichen Mischung von bituminösen Schiefer und Zinnober stau, der noch mit Feisenblök- ken untermengt und in einem Kalkstein - Gebirge enthalten ist, das Hr. lleroit von Vilic-fosse von gleicher Formation als dasjenige ansieht , welches den Kupferschiefer in Thüringen (J. 187} enthält. Das Stock hat oiuigefahr nco Metres Länge, guo Breite und 150 Dicke, Die berühmten Gruben des Hammelsberges am li.irza sind auf einem sehr ciululleuden vergabt!teil Lager, und wovon einer der Zweige, welcher bis iu dreyhuuuert "Metres Tiefe erkennt wurden, da er gegen seinem unrein Tbuil eine Audadnug von Mtlios Dicke dar- stclli, als ein Sloek angesehen werden kann, Ls bestellt in einem innigen Gemenge von Kiesen, Bleyglanz, Blende, Quarz, Baryt etc,, welche eine sehr harte Masse bilden, die man nur durch Feuersetzen gewinnen kann. Es ist in einem Thonschiefer der Uebergangs- Formation enthalten. Man gewinnt daraus Bley, Kupfer, Zink, Silber und sogar ein wenig Gold ( zwey oder drey Kilogrammen jährlich *). Man sehe über diese drey berühmten Lagerstätten die in der Biohesse minerale verzeichneten Details, so wie die Kupfertafeln des schönen Atlasses dieses Werkes, Erz - Gebirge, §. 4 oo. Wenn die Stöcke sein’ gvofs und sehr dick sind, und wenn sie der Zersetzung, welche das umgebende Gebirge niedriger macht, widerstehend, auf der Erdoberfläche her vorstehend verbleiben, so bilden sie da Gebirgsmassen. Unter den Beispielen, die mau gewöhnlich anführt, ist der Taberg in Schweden im ersten Hange, So interessant er aber auch unter allen Verhältnissen ist, so hat doch die Liehe zum Wunderbaren auf eine sonderbare Weise zur Uebertreibuug verleitet, indem sie ihn als einen ganz aus Eisen bestehenden Berg darstellt. Es ist ein Hügel von 120 Melres Höbe und fünf bis sechshundert Metres in seiner gröbsten Länge. Hr. Hausmann bat nach sorgfältiger Untersuchung in ihm blos ein Lager von sehr feinkörnigem Grünstein, mit viel Magneteisenstein beladen, von einer grofsen Mächtigkeit und ehedem in Gneis eingeschlossen, gesehen. Das Erz erscheint da mit seinem metallischen Glanze, nur in Gestalt von Adern und Trümmern, und noch ist es selten, dafs es darin ganz rein ist: fast ) Ein Kilogramm ist olmgefälir ?, 15 Sachs. TtunJ», überall ist es innig mit Hornblende and Feldspat!) durchdrungen. Die abgerissenen Blöcke, welche am Fufse einer steilen Seite dieses Hügels sind, versorgen seil zwey Jahrhunderten gegen ein Duzend Iloh-Oefen, sie geben ohngefälir 26 pro Cent eines vortrefflichen Eisens. Hr. von Buch bat an verschiedenen Orten Lapplands ähnliche Gebirgsmassen, aber von reinem und groskörnigem Magneteisenstein gebildet, gesellen;; er führt unter andern das auf eine Dicke von achthundert Fufs erkannte Stock oder Block von Kirnnavara an. Dieser berühmte Geognost bemerkt, dafs alle jene Gebirge oder Blöcke von Eisenerz, welche inan in Schweden und Lappland findet, ursprünglich nur grofse in dem Gneis enthaltene Lager oder Stöcke waren, und welche mehr als er der zerstörenden Wirkung der atmosphärischen Erscheinungen widerstanden haben. D r i t t ei A b t h e i 1 u n g. V oi) den Stockwerken. ( Gesteine , tvclche viel Erz enthalten'). Gebirgsmassen, welche Erz aufgeuonnnen haben. §. 401. Der Name Stockwerk, welcher Etage bezeichnet, ist von den Bergleuten den ßauen, welche Kammern - oder Etagenweise geschehen, und bisweilen den .Lagerstätten gegeben worden, die der Gegenstand davon sind. Werner hatte letztere Bedeutung auf die einzigen, durch eine fast unzählige Menge Adern und Trümmer durchdrungenen und durchsetzten Gestein - 1 heile, beschränkt. Ich werde die frü- 5ga herc Bedeutung wieder aMiehtnen und den Kamen Stockwerk r ) jedem Gestein-Theile gehen, welcher eine grofse Menge Erz entweder in Adern, Nieren oder Körnern, oder in unerkennbaren Theilchen enthält. Werner setzte seine Stockwerke in die Classe der Lagerstätten von späterer Formation als das Gestein, welches sie enthält. Jedoch waren sie nach den Fvkläuiu- gen, welche er gab, von gleichzeitiger oder fast deich- zeitiger Formation mit der des Gesteins: die Gleichzeitigkeit der Korner und Nieren ist klar. Um uns einen genauen Begriff von den durch eine Vereinigung von Adern gebildeten Stockwerke zu machen, wollen wir uns ein Gestein im Augenblick seiner Bildung vorstellen; wir wollen anneh- men: dafs selbiges, nachdem es abgeselzL war, und vor seinem gänzlichen Festwerden, eine Zusammensetzung erlitt, es sich sodann zerkliiltet und zerborstet hat, wie es eine Tiionmasse Leyni Ablrock- nen thiui wurde; dals die Flüssigkeit, welche cs noch durchdrang und es weich erhielt, indem sie durch seine Masse, wie durch ein Fillrir-Zeug sik- kerte, die Klüfte erreichte, und nur Substanzen, welche in einer innigem Auflösung, so wie unter andern die metallischen Tlicile seyn könnten, mit wegführtc, und selbige in jenen Klüften abselzte: sei I) Da der Name Stockwerk ein technischer Ausdruck in der Sprache d.v französischen Bergleute geworden isr, so weide ich ihn hier beybehalten. In Bezug auf die Bergwerks - Gesetze wird ein Stockwerk als trii l Stock betrachtet, m welchem die metallischen Tlicile durch dazwischen liegende TJieile des Gesteins, welches sie enthält, getrennt sind. Werden daraus erzführende Trl'iunner oder Adern entslanden seyn, welche das Gestein im Zustande von Stockwerk ausmachen werden. Wir haben ähnliche Formationen in den Feldspath- Gäns;en gesehen, welche man in den Graniten und Gneisen ($. 156 bis 169), in den reinen Quarzadern, welche die lydischen Steine durchsetzen, und in den weifsen Kalkspath - Adern, welche in den farbigen Marmoren herumlaufen, findet Werner giebt diesen fast zu gleicher Zeit als das Gestein gebildeten und durch das Ilerausschwitzen eines darin enthalten gewesenen Stoffes ausgefitllten Gängen, den Namen Schwärmer; welche darin wesentlich von den wahren Gängen unterschieden sind, die er als Klüfte ansieht, die in dem Gestein nach seinem gänzlichen Festwerden entstanden sind, und von ob6n herein mit fremden Stoffen ausgefüllt worden. Wir geben den Trümmern der ersten Gattung ausschliefslich den Namen Adern (veines). Sie sind in dem Mineral-Reiche sehr gemein; man kann auf sie die Asbest-Adern, welche die Serpentine durchsetzen 1 ), die KalkspaLh - Wände in den ludi ltelmontii, etc. ge. nannten Mergeln , beziehen. Werner führt als Beyspiele der vorhin erwähnten Stockwerke die Zinn - Lager von Allenberg, Geyer und Ehrenfriedersdorf in Sachsen an. i ) In diesen Asbest - Adern , sowohl als in allen denen mit fasrigen Mineralien, so wie gewisse Kalksteine, Gypse etc. sind die Fasern senkrecht auf die Fläche jener Trümmer. Man bemerkt eine ähnliche Lage in den Säulen der ilasalt- Gängo ( jj. Saß), und doch sind dies wahre von oben herein ausgefüllte Gänge und die prismatische Gestalt ist die Wirkung einer Zusammenziehung , während die fasrige Ge- »talt ein Product der Krystallisation ist. Uebrigens haben ■wir bemerkt; dafs eine Theilchen . Anziehung auch zur Absonderung io Säulen beygetragea zu haben schien (§. lij) IX. Theil. P p Zu AI Irnberg habe ich jedoch mitten im Porphyr blos eine innig mit Chlorit vermengte und mit Zinn-Erz in für das blofse Gesicht unerkenn- baben Theilen geschwängerte Quarzmasse, gesehen; einige Stellen enthielten dergleichen mehr als andere: dies würde wohl ein Stockwerk, aber nicht in dem Sinne seyn , den \V erner verstund. Zu Geyer hat man parallele Trümmer, welche eine Granit- Masse durchsetzen, und sich in einem Gneis fortsetzen, welcher sie umgiebt und also von gleicher Formation ist; das Gestein ist mit Zinn, besonders in der TVähe der Gänge, geschwängert. Das Lager Ley Ehrenfriedersdorf ist ähnlich, allein die Quarzgänge, welche Zinn. Arsenikkiese, Topasen, Apatit etc. enthalten, sind beträchtlicher, und erstrek- ken sich mit viel liegelmülsigkeit in grofsc Entfernungen; sie bilden weniger Stockwerke, als eins seiner Systeme parallele Gänge, die Werner Gang- ziige nennt. Wir werden als ein Bey spiel von einem Stockwerke anfuhren, das durch .[Vieren oder durch in eine Masse, den BIcyberg, acht Meilen östlich von Aachen, cingestreuele Körner gebildet, ist: es bestehet in einem weifslichen Kiesel - Sandstein von leicht zusammengckittetcu Körnern (§. 287), der mit Conglorneraten von Quarzgeseliieben wechselt; er enthält eine unermefsliche Menge von Bleyglanz- Körnern , gewöhnlich von der Gröfse einer Erbse, und mehr oder weniger mit Sand vermengt: in den Conglorneraten ordnet sich dieses Erz bisweilen in GesLalt von Schicht oder Glome, um die Geschiebe herum. Man bezieht jährlich aus diesem Berge sechszehntausend Centner Blev und vierzigtausend Centner alquifoux (oder Bleyglunz) zur Glasur in die Töpferhütten. Mehrere Tlieile der Granit-Gebirge des Korn- walliscr Landes, welche gleichsam mit Zinnerz geschwängert, und manchmal in hinlänglicher Menge sind, um Veranlassung zu einer vorlheilhailen Behauung zu geben, würden auch ein Beyspiel der Stockwerke seyn, die in tnil Erz in äufserst kleinen Theilcn beladenen Gestein - Theilen hcslehcn.. Z w e y t e s C a p i t e 1, Von den Gängen, oder Lagerstätten von späterer Bildung. Die Lagerstätten, hey denen alles anzeigt, dafs sie von späterer Formation, als das Gebirge sind, welches sie enthält, sind Gänge oder Modificatio- nen von Gängen. Erklärung und unterscheidendes Kennzeichen. §. 4o2. Die Gänge sind Mineral - Massen, welche f a s t immer die Schichten der Gebirge d ur c hschue i den, welche sie enthalten, und welche von einer Materie gebildet sind, die von derjenigen dieser Gebirge verschieden ist. Man wird sich einen genauen Begriff davon machen, indem man sie sich als grofse Klüfte darstellt, die in den Gesteinen entstanden, und welche hernach mit mineralischen Stoffen ausgefüllt worden. Sie sind, wie wir schon bemerkt haben, darin wesentlich von den Lagern unterschieden, dafs sie später als das Gestein, welches sie umgiebt, gebildet worden, und sie also fast immer die Schichten desselben durchschneiden. Wir sagen; last immer* P p 3 5c t ü Weil es sehr möglich ist, dals eine Kluft im Ganzen oder theihveise in der Richtung der Schichtung erfolgt wäre: wenn sie mit Mineral-Stoff ausgefüllt ist, wird sie eine Lagerstätte darstcllen , welche im Ganzen oder theilweise mit den Schichten parallel scyn wird, obschon sie Aon späterer Bildung und ein wahrer Gang ist. Werner führt Beyspiele von diesem aus den Gegenden von Freyberg genommenen Falle an. Wir wollen nun kürzlich von an sich selbst betrachteten Gängenliandeln, indem wir die Nomenclalur verschiedener ihrer Tlieile, die Eigenheiten, welche ihre Grinse und die Masse, welche sie zusammen- setzt, darstellt, bekannt machen; wir werden sie sodann, in Bezug auf das Gestein, welches sie iim- giebt und auf die verschiedenen Gänge, welche sich in einem und demselben Gebirge begegnen, betrachten; wir werden kurze Bemerkungen über ihre Formalions-Art machen, und damit scbliefsen : einen Blick auf einige besondere LagersLällen zu weiden, welche davon blos Modificalionen sind. Da das, was ich hier sagen werde, gewissermaasen die methodische Zusammenstellung meiner zahlreichen Beobachtungen über diese Lagerstätten ist, so werde ich wenig Beyspiele zur Unterstützung anlübren; man wird übrigens eine grofsc Anzahl in der Theorie von Kn t s t ebung der Gänge von w erner, ein Werk, welches in den Händen aller Mineralogen ist; so wie in der Abtheilung Filon des Nouveau Diclionnairc d’histoirc naturelle, eine vom Ilru. von Bonnard \ crfafsle Abtheilung, linden. ^97 a} G ihngc an sich seihst. Von den verschiedenen Tlicilen eines Ganges und ihrer Benennung. §. 4oo. Nach dem feegrifif, welchen wir von den Gängen gegeben haben, kann man sie sicli als grofse, verschiedene Biegungen darstellende und das Gestein unter verschiedenen Neigungen schneidende Platten vorstellen. Die beyden Seitenflächen dieser Platte sind die Saalbänder des Ganges und die beyden Seitenwände der Kluft, welche ihn enthält, sind deren Hüllen. ^Wenn der Gang geneigt ist, wie dies immer der Fall ist, so ist die Grundfläche (Mauer), auf der er ruhet, sein Liegendes und die, welche ihn bedeckt, das heifst. welche mit dem obern Saalbandc in Berührung ist, sein Hangende s. Der obere Rand des Ganges ist dessen Kopf, und w r cnn er nicht mit Gestein bedeckt ist, und sich folglich auf der Oberfläche des Bodens darstellt, nimmt er den Namen des Aus streichenden an. Die andern Ränder sind die Enden desselben. Die Dicke des Ganges, das ist, die Entfernung von einem seiner Saalbänder zu dem andern wird Mächtigkeit genannt; als wenn gleichsam von diesem Theile hauptsächlich seine Gröfse und einige andere seiner Eigenschaften abhingen. Gewöhnlich verkleinert sich ein Gang gegen seine Enden hin und endigt sich in Gestalt eines Keiles; oder er verzweigt und zerstreuet sich auch in eine Menge kleiner Gänge (Trümmer), welche sich ebenfalls in dem Felsen verlieren. Er tlieilt sich nicht allein an seinen Enden,' sondern auch in der "Verbreitung seines Zuges in 5qS mehrere Zweige, -welche bis zu einer gewissen Entfernung in das Gestein laufen, um sich wieder zu vereinigen und nachher den Gang umzuwandeln. Wenn er, anslatl sich so zu theilen, blos einen Zweig treibt, welcher seinem Zuge folgt, indem er parallel lauft, so entsteht daraus ein Nebenzweig: bisweilen verliert er sich in dem Gebirge, sonst vereinigt er sich wieder mit dem Stamme und schliefst mit diesem eine Gesleinmasse ein. Man bestimmt die Lage eines Ganges, so wie die age einer Fläche, durch zwey auf die Fläche gezogene Linien. Eine dei-selhen wird eine auf eins der Saalbänder geführte llorizontallinie seyn; dies ist die Streiclmngs - (lliclitungs-) Linie; und boym Anhalten einer Boussole in ihrer Nähe wird man den Winkel sehen, den sie mit dem Horizonte macht; dies ist der Streieli ungs - Winkel oder blos das Streichen des Ganges. Eine zweyte, auf das Saalband, senkrecht auf die erstere, gezogene Linie wird die Fall- oder Neig ungs- Linie geben, und der Winkel, den sie mit einer horizontalen (in derselben verlicalen l'lärhe gedachten) Linie machen wird, wird der Neigungs - Winkel, oder blos die Neigung (das Fallen) des Ganges seyn. Es ist überflüssig zu sagen, dafs man sehr Sorge tragen mul’s, das allgemeine Streichen und Fallen eines Ganges nicht mit den partiellen Richtungen und Neigungen seiner Theile zu verwechseln: wenn man diu Richtung eines Flusses oder einer Slrafse annimmt, läfst man die Krümmungen unbeachtet: eben so verfährt man in Ansehung eines Ganges. Wenn eine solche Lagcrslältc wenig Veränderungen im Streichen, Fallen und in der Mächtigkeit erleidet, mit «inem Wort, wenn seine Gestalt 5 99 hinlänglich ehcn bleibt, so sagt man, dafs sein Zug regelmiifsig oder gut geordnet ist. Die Veränderungen oder Biegungen im Streichen und Fallen sind im Allgemeinen wenig beträchtlich : und die Gänge verbreiten sich ziemlich in gerader Linie nach einem Puncte hin: die Abweichungen sind weder grofs, noch von langer Dauer; doch zeigen sieh einige Ausnahmen: ich habe zu Poulluonen einen Gang gesehen, der wenigstens an dem Theile, wo Inan ihn bauete, einen Bogen bildete. Was die Mächtigkeit betrilli, so ist sie beständigen Veränderungen unterworfen : bisweilen wird sie sehr klein, und der Gang ist gleichsam verdrückt-, weiterhin wird sie beträchtlicher und veranlagst eine Ausbauchung, G r ö f s e. §. 4o4. Die Gänge erleiden die grolsten Veränderungen in der Gröfse. Im Allgemeinen scheint ihre Ausdehnung hauptsächlich von ihrer Mächtigkeit abzuhängen; wenn diese nur einige Linien beträgt, so wird die Verbreitung kaum einige Me- tres betragen; allein wenn sie ein oder zwey Me- tres ist, so wird sich der Gang bis in grofse Entfernungen manchmal bis zu ganzen Meilen verlängern. Ein Gang wird, wenigstens in Europa, schon fiir sehr beträchtlich gehalten, wenn er einen Metro Mächtigkeit und lausend Metres Verbreitung hat. Man kennt jedoch viel längere und mächtigere dergleichen; man berichtet, dafs man zum Bergwerks- Kreuz (Croix aux Mines) in Lothringen, einen Gang auf eine Länge von dreyzehnlausend Metres gesehen bat. Zu Freyberg hat ein vierhundertjähriger Bau einen Gang auf eine Länge von 5Goo Me- 1 tres und eine Tiefe von 58 o Mctrcs eröfTucl: der beträchtlichste von denen, die man doi’l kennen gelernt hat, ist 6200 Mctres lang, und im Mittel zwey Metres • mächtig. I11 den berühmten Schern- nitzer Bergwerken in Ungarn, hat der Hauptgang der Spilalergang an einigen Punctcu bis zn vierzig Metres Mächtigkeit. Man führt als den gröbsten in Deutschland den Mordlauer in Franken au, welcher auf eiue Länge von 18000 Metres abgebauet, und dessen Mächtigkeit 10 bis 12 Metres ist. Allein der beträchtlichste, so wie der reichste der bekannten Gänge ist die Vela Madre bey Guanaxu- ata in Mexico; nach Hrn. von Humboldt ist seine Mächtigkeit 4 o bis 45 Metres, er ist auf eine Länge von 12700 und eine Tiefe von 5 i 4 Metres nbge- bauet: man gewinnt jährlich für dreyfsig Millionen Franken Silber. An dem andern Ende der Progression, welche die Gröfse der Gänge darstelll, werden wir einige dergleichen finden , die nur einige Zoll Dicke und einige Metres Länge halten. Wir sprechen hier nicht von den kleinen Zwingen oder Trümmern, welche die Gänge gewöhnlich in das Gestein treiben, welches sie einschliefst , und welche oft nur einige Fufs Länge und einige Linien Breite haben. Masse und Stiuclnr der Gange. §. 4 o 5 . Die Masse der Gänge, haben wir gesagt, ist verschieden von derjenigen, welche die umgebenden Gesteine ausmacht. Nicht etwa blos deswegen, dafs diese Massen nicht von derselben Beschaffenheit sind, das heilst, dafs mau nicht Granit-Gänge in Granit - Gebirgen, findet; sondern auch, dafs in diesem Falle ihr Stoff von dem des Gesteines in der Textur und der Gröfse des Kor- 6oi nes etc. verschieden ist. Im Allgemeinen ist sie gereinigter und stellt Spuren einer innigen Verbindung und einer ruhigen Formation dar; allgemein gesprochen, kann man sagen, dafs die Substanz, welche die Glinge zusammensetzt, reiner und kry- stallinischer als diu der umgebenden Gesteine ist (§• 169). Es sind steinige Stoffe, welche gewöhnlich die Masse der Glinge ausmaclien; und die meisten der bestehenden sind gänzlich aus Granit, Porphyr, Quarz, Kalkspath, Grünstem, Sandstein und Thon gebildet. Allein da auch die metallischen Substanzen sich gewöhnlich in dieser Art von Lagerstätte vorlindcn, so sind sie es, welche sie den Mineralogen hauptsächlich wichtig gemacht haben, und wir wollen davon auch als Erzlagerstätten im Folgenden handeln. Alle Metalle befinden sich in Gängen und die meisten sind darin in grösserer Menge als in jeder andern Lagerstätte; allein sie bilden, aufser in einigen sehr seltenen Fällen, nicht die ganze und auch nicht die vorherrschende Masse derselben. Sic besteht aus steinigen Stoßen, welche hauptsächlich der Quarz, welcher oft in Hornstein oder Jaspis übergeht, der kohlcnsaure Kalk bald rein, bald mit Eisen und Talkerdc (den Kalkspath und Perl- spalli bildend) beladen, der Baryt (haryte sulfa- tee) und Gyps (cliaux Sulfate) sind: man nennt sie G a n g g e s t e i n e , und bis weil en Muttcrgesteiue. Letzteres Wort gab man ihnen, ehedem in der Meinung, dals die Metalle sich in ihnen erzeugten. Ziemlich oft hat mau sogar Gänge, die aus erdigen Stoffen oder Thon, oder einem festen Leimen, die bisweilen die schielrige Textur annchmen, zusammengesetzt sind, und welche die deutschen Berg- 6oa leute Letten nennen. Diese erdigen Gänge, die man taube Gänge (filons pouris) nennt, sind bisweilen leer, sonst enthalten sie eine grofse M n- ge metallische Substanzen: so bestehen die 'obsten derjenigen, auf welchen man in 1 . :u bauet, grofsen Theils aus einem erdigen und eisenhaltigen in diesem Lande paco und im Mexicanischen emo- nado genannten Stoffe. Die Metall - Theile sind in den Gängen ha hl in Massen, Nieren oder gröfsern oder kleinern Körnern in die Gangmasse eingestreuet, bald wechseln sie Lagerweise mit ihr, bald in Gestalt von Adern. Auf welche Art jedoch das Erz sich darin belinden möge, es ist hey weitem nicht gleichförmig in der ganzen Ausdehnung des Lagers verbreitet: meistens ist es darin nur in gewissen Theilen, welche gleichsam breite Züge bilden; und um von einem auf den andern zu gelangen, mufs man Zwischen - Züge durchschneiden, die von Erz entfloht und folglich leer (tanh) sind. Ich habe Beispiele geliefert, indem ich die Gänge von Poullaoueu und lluelgoat in Bretagne beschrieb I ). Hr. von Humboldt bemerkt, dafs der berühmte Gang von der Yeta Madre nur auf einem Zuge von 2600 Melres Breite von sehr grofsen lleichthume ist. Die verschiedenen Stoffe, Gangmassen und Erze, welche die Gänge zusammensetzen, stellen meistens unter sich keine regelmäfsige Einrichtung dar. Jedoch ist ihre gegenseitige Anordnung, das heifst, die Struciur des Ganges wirklich bemerkenswert]! an den Orten, wo sie in beträchtlicher Anzahl sind, und wo zugleich alles anzeigt, dafs O Journal des Mines, tom XX, et XXI. 6o3 die Formation weder beunruhigt noch behindert worden, und 'in vollkommener .Ruhe geschehen ist. Sie sind Lagerweise mit den Saalbandcn parallel geordnet; und von jedem Saalbande aus, nach der Mitte des Ganges zu, hat man zu beyden Seilen gleiche Lager. Wenn man, zum Beyspiel, von einem Saalbande an gerechnet, nach und nach Lager von Quarz, Bleyglanz , Kalkspalh, Blende, Quarz, Blende etc. hat; so wird man von dem andern Saalbande an, in derselben Ordnung Quarz,' Bleyglanz, Kalkspalh, etc.: haben; mit einem Wort, der Gang wird in seinem Durchschnitt zw r ey vollkommen symmetrische Hälften, jede von an Zahl, Beschaffenheit gegenseitiger Einrichtung und auch an Breite gleichen Zügen zusammengesetzt, darstellen. Obschon man das eben Gesagte nicht in geometrischer Strenge annehmen mufs, so kann ich doch versichern, einen Gang gesehen zu haben, der aus Schichten von Baryt und Flufsspath bestund, die so verschied entlieh gefärbt und mit einer so genauen Symmetrie auf Leyden Seiten geordnet waren, als man mit Lineal und Zirkel nicht besser machen konnte 1 ). Ich mufs bemerken, dafs die Slructur in einem Gange genau das ist, was sie geworden seyn würde, wenn die Kluft, welche ihn enthält, mit einer oder verschiedenen Auflösungen, ausgefüllt worden wäre, welche nach und nach auf die Wände dieser Kluft verschiedene Niederschläge abset/.len. Der Durchschnitt verschiedener Leitungs - Röhren , in welchen die Gewässer sueces- sive Absätze bewirkt haben, und der Durchschnitt i) Des Mines de Freyberg, tom. I, pag, ßf. €o£ verschiedener länglicher Geoden, zeigen ähnliche Thatsachcn. Wenn der, die Niederschläge oder Lager, wo-» von wir eben gesprochen haben, zusammensetzende Stoff ein grofscs Bestreben sieh in entweder vollkommene oder unvollkommene Krystalle, so wie der Bcrgkrystall, der Amethyst, der Kalkspath etc. sind, zu bilden, gezeigt hat, so bemerkt man, dals die Spitze der Krystalle von Pyramiden - Gestalt, immer nach dem Innern des Ganges zu gekehrt ist, da der Krystall beynahe senkrecht, auf die Saalbänder ist, jede Schiebt nimmt folglich auf diejenige ihrer Seiten, die nach der Seite des Saalbandes gerichtet ist, den Abdruck der Krystalle von der daneben liegenden Schicht an, während die Krystalle, welche sie auf der andern Seite hat, mit ihrer Spitze in die darauf folgende Schicht einzutLingen scheinen. Wo endlich die Krystalle der Leyden Schichten in der Mitte, indem sie einander ihre Spitzen entgegenstellen, in einander greifen, so füllen sie kreuzend den Gang aus. Es geschiehet ziemlich oft, dafs die beyden innern Schichten sich nicht verbinden, und also eine Leere zwischen sich lassen. Daher führen die Höhlen, welche man in dqn Gängen siebet, und deren Wände gewöhnlich mit Kryslallisationen besetzt sind, den Namen Drusen, und Krvstall- Oefen oder Tiegeln (fours oder poclics ä cristaux): sie sind fast immer länglich, mit den Saalbändern parallel, und befinden sich meistens in den Thei- len, wo der Gang durch eine A'ergröfserung der Mächtigkeit eine beträchtliche Ausbauchung zeigt. Dies sind offenbar die Reste einer Kluft, welche sich nicht ganz ausgelüllt hat. 6o5 Die Krystallen, welche mau in den Drusen sichet, zeigen bisweilen eine liufserst merkwürdige Thatsacbe. Ihre obere Hiilfle (diejenige, welche gegen das Zeiiith gekehrt ist) ist mit andern kleinern Krystaüen bedeckt, während der untere Thcil keine führt. In dem Mineralien-Cabinet zu Frcy- berg hat man grofse Stücken von Drusen, deren. Quarz - oder Kalkspalh - Krystalle nur auf einer Iil'lfte mit kleinen Krystallen von Kies, Magneteisenstein, und ftleyglanz bedeckt ist. In einer grofsen Anzahl Gruben habe ich den obern Theil von Quarz-Krystallen, welche bis in die Drusen gingen, mit Krystailisationen von Kalkspalh oder Perlspath besetzt gesehen; sie sind offenbar durch eine Flüssigkeit entstanden, die von oben kommend, sie auf die Oberfläche der hervorspringendeu Tlieile, auf welche sie fielen, abgesetzt hat. Die Masse der Gänge bietet noch bisweilen eine Eigenheit dar, wovon wir Erwähnung ihun müssen. Zwischen ihr und dem anliegenden Gesteine hat man, bald von der Seile des Hangenden oder Liegenden, bald von den beyden Seiten, und auf einer mehr oder weniger beträchtlichen Weile eine dünne Schicht, Thon oder Leimen. Die Deutschen geben diesem Saume (lisiere) den Kamen Besteg I ). Die Gänge enthalten oft Stücke des anliegenden Gesteines, welche gleichsam in ihre Masse ein- gebacken sind; ihre Anzahl ist bisweilen beträcht- l) Dieser Thon in Gängen, wo alles anzeigt, dafs er älter als die Flötzgebirge und sogar Uebergangsgebirge ist, erscheint mir sehr merkwürdig. AYiirde der Thon nicht bisweilen von Ur - Formation und kein Erzeug- niss der Zerstörung der Feldsp.uhr Gesteine seyn? 6o6 lieh genug, um dem Ganzen das Ansehen einer Brtccie zu gehen. Ihre eckige Gestalt und die vollkommene Gleichförmigkeit ihrer Substanz mit der des benachbarten Gesteines lassen keinen Zweifel über ihre Entstehung übrig. Manchmal hat sich das Metall vorzugsweise um sic herum begeben, und sie mit einer dünnen Schicht umhüllt. Die Gruben auf dem Harze stellen eine solche Thatsache dar; das Erz, Lleyglauz, fuhrt dort den Kamen Ringerz: ich habe ein ähnliches in der Grube von Huelgoat beobachtet, und der Bleyberg hat uns ein anderes dergleichen gezeigt. Man würde sagen, dafs jene mit einer dünnen Schicht Bleyglanz wie durch eine Art von Affinität umgebenen Stücke den K'iederschlag der Metall - Tlieile auf ihre Oberfläche entschieden haben. Man findet in den Gängen nicht allein Stücken des benachbarten Gesteines und ihrer eigenen Masse, sondern man siebet dergleichen auch, obschon selten, welche zu fremden Gesteinen gehören; man siehet darin sogar Geschiebe oder wahre Piollsteinc. Ich habe zu Altenberg in Sachsen, in einem Gneisgesteine, Quarz - Kiesel bemerkt, die denjenigen schlechterdings ähnlich waren, die man an den Ufern der Flüsse findet. Werner und alle diejenigen, welche viel Gänge gesehen haben, berichten ähnliche Thalsachen. Hr. Schreiber hat Gänge bey Chalanchcs in der Dauphine beschrieben, welche ganz mit Rollsteinen ausgefüllt waren. Man bauet auf dergleichen zu Kornwallis, welche nur aus Kies bestellen. Uebri- gens mufs das, was die Autoren in Bezug auf jene Stoffe berichten, mit Vorsicht geprüft werden: oft hat niffn Massen für Geschiebe gehalten, welche 6oy <3 Li ich eine Wirkung ihrer Urhildung eine abgerundete Form erlangt hatten, und wir haben (§. 118 ) gesehen, wie häufig diese Form in dem Mineral- liciche war. Sie ist es ebenfalls auch in den Gängen; der von lluelgoat bietet dergleichen Beyspiele dar; ich habe da gleichsam die Quarztrümmer, welche seine Masse zusammensetzten, sich über sich selbst biegen und Kugeln bilden sehen, die man mit Rollsteinen verwechselt hat. Mau führt auch einige Gänge an, welche Bitumen, Muscheln und andere Beste organischer Wesen enthalten: diese Beyspiele sind sehr selten. Die Unterschiede, welche die Gänge in ihrer Zusammensetzung darstellen, haben Wernern ver- anlafst, sie in verschiedene Formationen zu thei- li:!i. Kr siebet alle diejenigen als zu einer Formation gehörig an, welche eine einzige und dieselbe Entstehung haben, sowohl in Bezug auf die Epoche, in welcher sic gebildet worden, als der Substanzen, welche sie zusammensetzen; welche Gegenden es auch übrigens seyn mögen, wo man sie findet, l ) Von den Gängen, im Verbal tnifs des Gesteins, welches sie enthält. Vei hähnils der Lagen, §. 4o6. Wir haben gesagt, dafs die Gänge fast immer die Schichten der Gesteine schnitten, welche sie enthalten, und die Ausnahmen von dieser Regel wenig zahlreich wären. Sie finden statt, wenn die, durch die Ausfüllung zum Gang gewordene Kluft, in der Richtung der Lager entstanden, oder wenn sie zwischen zwey Gebirgen von verschiedener Beschalfeuheit bewirkt worden: auf die erste Gattung würde man den berühmten Gang von 6o8 Guanaxuato beziehen, den Hr. von Humboldt mit den Schichten des ihn einschliefsenden Thonscliie- fers parallel glaubt; und der Gang von Yillefort in der Lozere, welcher zwischen dem Granit und Glimmerschiefer läuft, würde ein Beyspiel der zwey- teu Art verschaffen. Uebrigens werden die Bergleute, welche gewöhnlich allen Erzlagerstätten, besonders wenn sie sich der senkrechten näherten, den Namen Gänge gegeben, ,oft wahre Lager als Gänge der Lagerstätten aufgeführt haben ; und manchmal sind sogar die erfahrensten Beobachter verlegen, zu wissen, auf welche der beyden Glossen sie eine sich ihnen darstellende Lagerstätte beziehen sollen. Gewöhnlich treffen die Schichten auf beyden Seiten genau mit einander überein; diese Uebcrein- stimmung ist auffallend, wenn das Gestein Lager von verschiedener Beschaffenheit enthält; zum Beyspiel, ein Quarzlager im Gneise. Allein oft sind sie auch auf einer Seite des Ganges, hauptsächlich in seinem Hangenden niedriger, als diejenigen, welche ihnen von der andern Seite corrcspondiren T ). Die Ursache dieses Umstandes wird davon herrühren, dafs zu der Epoche der Bildung der Kluft, welche der Gang einnimmt, einer der beyden Gc- birgstlieile, die getrennt wurden, ein Einsinken erlitten haben wird. Wir haben schon (§. 266) von diesem Gegenstände gehandelt, als wir von den Steinwänden (failles) oder Gängen sprachen, welche die Steinkohlen - Gebirge durchsetzen. l) Man kann in dem Atlas de la Richesse minerale, vom Herrn Heron de Villefosse £3, Kupfertafel, Bcyspiele solcher durch Kobaltgänge in den Gruben bey Ruigelsdorf in Hessen und in den Gruben von Bieber bey Xlanau, erzeugten Zerrüttungen sehen. / Umstände bey der Berührung. 609 §. 407. Die Gangmasse ist gewöhnlich sein’ verschieden von der des Gesteins; sie ist sogar ziemlich oft durch einen Thonschiefer-Besieg getrennt, wie wir beobachtet haben. Jedoch gesellte- bet es bisweilen, dafs das Anhängen zwischen den Leyden Massen innig ist, und Werner bemerkt, dafs dieser Umstand hauptsächlich statt findet, wenn die Gänge von einer fast gleichzeitigen Formation mit der des Gebirges sind. Bisweilen sogar siebet man Gänge an dem anliegenden Gesteine durch eine Menge kleiner Trüm- chen halten, welche es durclidriugen, die Baue von Clausthal und Audreasberg auf dem Harze haben dem Ileron de \TIlefosse häufige Beispiele gezeigt. Das Gestein ist ziemlich oft bey seiner Berührung mit dem Gange verändert; bald ist sein Gewebe locker, und zum Theil zersetzt, bald ist es sogar ein wenig entstellt. So nimmt der Gneis zu Freyberg in der IN übe einiger Gänge, ein grünliches Ansehen an und wird seifig, als wenn er specksteinartiger wäre. Häufig auch ist das Gestein in der Nähe des Ganges mit der Substanz des letztem geschwängert und enthält sogar einige Erztheilchen; und dies dergestalt, dafs es bisweilen der Gegenstand einer Abbauung wird. Dieser Umstand ist eine natürliche Folge der Bildungs - Weise der Gänge: die Auflösung, welche ihre Masse in der Epoche abgesetzt hat, wo sie die Kluft ausfüllte, wird die II. Theil, Q 5 1 — >4 168 3 184 13 103 19 202 12 225 12 2£Ö 3 2 3 ° *9 233 10 256 ib 2/(6 5 2.39 (i 2G0 7 — 8 263 5 27t 15 272 b 274 iG 281 4 5°8 33 — 16 519 so 335 IO H. Theil. von- oben, ist das Wort „Gebirgs“ einzuklani- 111 ein. v. unten fallt das Wort „nicht“ weg. n. statt ,,Diese hingegen etc. lese man: „Jene hingegen etc. V. u. st. (fer ovidule) 1. m.: (fer oxidule), v. o. st. vollständig geschlossen, 1 . m.: vollkommen etc. v. u. st. Euritisclie Porphyren, 1. m.: Enrit- Porphyr. v. o, st. Termolith-Lager, 1. m,: Tremolith- Lager. v.'o. st. Oft bemerkt, 1. m.: Oft bewirkt, V. o. fällt hinter Nomenklatur „dnfs“ weg. v. o. - - Trapps der Bindestrich weg, v. o. st. als 1 . m. also: v. o. 1. m.: Darin vorkommende fremde Mineralien. v. o. st. Faraiuaise 1. m. : Tarantaise. v. o. st. Oohit- 1. m. : Oolit- v. li. st. ßoullaouen 1, Pouilaouen. v. o. st. Gneise 1. m.: Sandsteine. v. o. st. Broclmiart, 1. m. : Brongniart und so überall, wo Brogniart steht, v. o. Erzeugerin, 1, m.; Erzeuger v. o. st. Oliven, 1. m.: Olivin v. u. ist nach Stollen ,,bestehen“ einzuschalten. V. o. st. gekettet, 1. m.: gekittet. v. o. ist nach Kernen „enthalten“ einzuschalten, v, o. st, Weiterungen, 1. m.: Weitungen. v. u. st. endlich klein, 1 . m.: unendlich klein. v. o. st. Minioporphyr, 1, m.: Mimopliyr. V. o. st, der Bildung, 1. m.: deren Bildung, v. o, st. Geviere, 1. m.: Gewirre. u. 25 v. o. st. Musouliten, 1. m.: Musculiten, v. u. fällt nach Hundert Theile das Wort „in“ weg. v. o. st. (argile carbucee etc.) 1 , m,: (argile carburee etc.) v. o. st. Chaniten, 1. m.: Chamiten. v. o. st. Stückstein, 1. in.; Stinkstein, v, o. st, Salive, 1. m.; Saleve. R r CaO Seite, 57° 377 396 410 417 424 431 436 439 455 470 493 497 6°8 C49 5 ? 9 £94 Zeile. 8 4 3 ö 12 16 13 10 18 *7 9 *5 1 4 7 18 $ 5 4 5 von unten, sLatt Sondirung, lese imni Bohr, versuche. V. u. st. Sonde, 1. in : Bohret. V. u, st, sie haue . 1 ni.: et hatte, v. 11 . st. Vielte Abtheilung, 1. in.: Viertes Caphel.. v. o, st. Karoline, 1. m.: Kaoline, v. o, st. welcher ihm , 1. in. : welcher ihnen v. o. st. allen diejenigen, 1. in.: a:len denjenigen. v7 o. st. Kieselerde, 1. in.: Kieserde, oder kiesige Erde. v. o. st. (liouille cn blanchcs), 1. m.: houille en planches). v. 0 . st, (aufgeschmemmtcs etc.), 1. m.: (ange- schwemmtes etc.) V. u. st. wate, 1. m.: war. v. u, st. von Osten, 1. ni.: nach Osten. V, o. ist das Won „es“ vor ebenfalls zu setzen, v. u. st. Brenner Bandes, 1. n\,: Bremer Bandes. v, o. ist zu setzen; a) Von dem Trachyte. v. o. st. Pseiulo - Vulcane , 1. in.: Pseudo-Basalte, v. c, ist zu setzen: c) Tracliyt-Bicccren und Tuffe. v. u. st. Borroustounkes; 1. m. : Borrowstouii- nes. v. o. st. der 5CüMetr„ l.m.: das 5oo Melr. etc. v. u. 8t. Glome, 1 iu. : Glorie,