Druckschrift 
2 (1822)
Seite
557
Einzelbild herunterladen
 

erweicht und erschlafft gleich Anfangs ihr Gewebe,zerstört es endlich und verwandelt es in Erde.

Allein bey weitem nicht alle geben dieser Kraftnach. Man hat anfänglich bemerkt, dals die Lavenmit glasiger Basis derselben mehr widerstunden, alsdie steinigen Laven. Spallanzani war, indem er dieglasigen Massen von Lipari durehreisete, über ihreUnfruchtbarkeit verwundert; es gab nicht eine le-bendige Pflanze auf dem Berge della Castagne, wo-von wir (§. 55 g) gesprochen haben.Diese Un-fruchtbarkeit, sagt er, ist eine Folge des glasigenGrundes; und unter allen vulcnnischen Erzeugnis-sen sind diejenigciij welche einen solchen Grundhaben, bey der Wirkung der Luft am widerspen-stigsten (Voyagc, etc. eh. XV.) Die Beschaffenheitder Luft hat auch auf die gröfscre oder geringereLeichtigkeit zur Zersetzung viel Einflufs. Diejeni-gen, worin der Feldspath vorherrscht, zerstörensich bey übrigens gleichen Umständen leichter; dieTrachyte sind ein ßeyspiel davon.

ln den Basalten sogar findet man aufserordent-liche Unterschiede. Auf dem Aetna ist die Basalt-Lava vom Jahre 1157 mit zwölf Zoll von ihrer Zer-setzung herrührender Dammerde bedeckt; die von1029 ist es mit acht Zoll. Anderer Seits stellenmehrere Basalt - Laven der Auvergne eine unbe-schädigte Oberfläche dar; sie ist ganz aufgeblasenund mit Rauhheiten beborstet, deren Kanten undEcken noch sehr scharf und gut erhalten sind : mankönnte sagen, dafs jene Ströme nur erst aus denEingeweiden der Erde geworfen worden, und kaumdioZeit zum Erkalten gehabt haben. Unterdessen istes wahrscheinlich, dafs sie länger als dreytausendJahr auf dem Boden der Auvergne der Wirkungder Elemente ausgesetzt sind: es sind zweytausend