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2 (1822)
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Anschwemmungen,

§. 558. Diese grofsen aufgescliwemmten Ge-Birge, wovon wir sprechen, sind wesentlich vonden An- oder Aufschwemmungen verschieden, wel-che, indem sic sich an den Ufern der Continente,absetzen, das Gebiet derselben zu erweitern schei-nen. Die Ufer der Elbe werden uns ihre Be-schaffenheit und ihren Gang zeigen.

Wenn der Flufs bey seiner Mündung ankommt, undSeine Gewässer, nach dem Meere hin abfallend, derFluch begegnen, so entsteht eine Ruhe; die Erdtheil-chen, womit der Flufs beladen ist, lagern sich in Ge-stalt eines thonigen Leimens ab, welcher durch die Eb-ben und Finthen und die Wogen auf das Ufer ge-bracht wird ; mit Hülfe solcher allmähligeu Ablagerun-gen erhebt sich das Ufer und es entsteht ein aufge-schwemmtes Gebirge von einer beträchtlichen Ausdeh-nung. Uebrigens konnte es bey den sehr hohen Fin-then, und wenn das Meer in heftiger Bewegung ist,möglich seyn, dafs es wieder auf dasselbe Land kämound es mit fortnähme ; allein die menschliche Betrieb-samkeit hat diesem Falle vorgebeugt; sie hat die neueAufschwemmung mit Dämmen umgeben, welche diesesalso gewonnene Land über dem Ocean vor den Stöfsendes Meeres schützen. Dieses Land ist außerordentlichfruchtbar und macht das aus, was die Holländer Poldernennen. Zwischen Stade und Hamburg hat man einen,welcher mehr als sechs. Meilen Länge, bey zwey Mei-len Breite hat: in dem zwölften Jahrhunderte Cr*o6)

fing man an, ihn zu bauen: seitdem ist er mit Dämmenumschlossen. Die Elbe hat ihre Anschwemmungen fort-gesetzt; sie sind an einigen Orten dergestallt angewach-sen, dafs sie der Breit« des Polders gleich kommen:da übrigens die Elbe ihren Lauf offen hält, so wird sieimmer den Anschwemmungen, welche ihn ihr versper-ren wol teil, ein Ilindernifs entgegensetzen; so [dafsin einer sehr geringen Entfernung ein Ziel ist, das sienicht überschreiten konnten»