Druckschrift 
2 (1822)
Seite
284
Einzelbild herunterladen
 

284

E i n w ü r f e g t j mi die organische Meinung.

Obschon diese Meinung die dc.r meisten Naturkundi-gen ist, mul sie, so zu sagen, durch mehrere ’lhatsa-chen geboten zu stylt scheint, so verhehlen wir jedochnicht, dals sie vielen Einwürfen unterworfen ist.Kommt der Kohlenstoff, welcher die Basis der Stein-kohlen bildet, ganz von den Gewachsen her? Kann ernicht eine andere Entstehung haben, und hat er sienicht? Unabhängig von demjenigen, welcher in unge-heuerer Menge in den Urgebirgcn als JBestandtheil derKalksteine vorkommt, siebet mau ihn in denselben Ge-birgen mit seinen vorzüglichsten Charactcren den Gra-phit bildend, in den Glimmerschiefern, den Gneisenund sogar in Krystallen, welche in dem am ältestenscheinenden Graniten Vorkommen, mit seiner ganzenReinheit, und so wie er oft in den SLeinkohlcngcbir-gen gesehen wird, das lieifst, im Zustande von Glanz-kohle (Anthracit) finden wir ihn auch in den Quarzund den Baryt der Gange von Kongsberg einge-slreuet ; und es ist sein - schwer, ihn in diesen ver-schiedenen Lagerungen als ein Product der Zersetzungvon Gewächsen anznsehen.

Man findet in ziemlich wenig verbreiteten Räumendreyfsig, vierzig und sogar sechzig Steinkohlen - Plötzebey einander durch Sau.dsteine und Schieferthone abge-sondert: ihre Gränzcn sind oft scharf abgeschabten undalles zeigt eben so viel allmählige Ablagerungen an:wurde diese Aufeinanderfolge möglich seyn , wenn dieBilanzen an dem Orte ihrer Geburt waren? Woherkäme, in regelmäßigen Zwischenzeiten, jene Mengevon Krautpjlanzen, oder Pilanzcnsaft, welche die einund sechzig Flötze im Lütticher Lande hervorgcbrachthat?

Wir wollen uns nicht bey der Untersuchung der ver.sebiedenen Meinungen aufhalten, welche über die Ent-stehung der Steinkohlen bekannt worden sind; wir wer-den bios eine davon herausheben, welche nur einen

i) Hausmann, IVeise durch Scandill vien,

II. Theil.