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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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annimmt, daß Gott, wie er der Welk das Evan-gelium gab, so auch, als e6 von Menschen entstelltworden war, dafür gesorgt habe, daß es vom Mcu-schenwahne gelautert und eben dadurch in daö rechteVerhaltniß zu einer fortgeschrittenen Zeit gesetztward ")?

Bey meiner Ansicht von der Reformation mußmir der Katholicismus zwar immer als ein Erzieh-ungsmittel in der Hand der ewigen Weisheit (dennnichts ist und geschieht ohne Gott), aber als ein sol-ches Erziehungsmittel erscheinen, welches nur für dasKnabenalter der Europäischen Völker, für die Zeit be-stimmt gewesen sey, wo sie einer strenge» Zucht, einessinnlichen Gottesdienstes und einer, unbedingten Glaubenfordernden, Auctorität bedurften, und mehr als befrem-dend muß es mich dünken, daß Sie dieses Urthcilüber den Katholicismus eine Gotteslästerung nennen.(S. 123 .) Hat denn das zehnte und eilfte Jahrhun-dert nicht wirklich tiefer gestanden als das achtzehnteund neunzehnte? Ist es Venn der göttlichen Weisheitnicht angemessen, jedes Geschlecht auf die seinem Be-dürfnisse entsprechende Weise zu führen? Die rohenVölker des Mittelalters bedurften einer sinnlichen Re-ligion und einer strengen Zucht,; darum ließ Gott ge-schehen, daß heidnische Mythologie, heidnischer Bil-

*) Auch ist nicht von mir zuerst die Reformation mitder Pflanzung des Christenthums in der Welt vergliche» wor-den. Schon im Zahr 1802 predigte Reinhard am Nefvr-maiionsfeste von der A e h u ! i cd k e i t, welche die Wie-derherstellung des Evangeliums durch die Kir-che n v erb e sse ru u g mit der ersten Verkündigungund Einführung desselben hat. ^

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