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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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schwerlich glauben, wenn sie sagen: „Indessen wünschenwir Deutschland und Frankreich von Herzen Glück,daß sie keine solchen Tribunale in ihrer Mitte haben."Wie soll man solche widersprechende Aeußerungen miteinander vereinigen? Wie kann man über den Unter-gang der Spanischen Inquisition sich betrüben und dochsich freuen, daß es in Deutschland und Frankreich keinesolchen Glaubenögerichte giebt? War ihr Untergang einVerlust für Spanien, so würde ihre Gründung ein Ge-winn für Deutschland und Frankreich seyn. Oder giebt csetwa hier weniger Ungläubige und Ketzer als dor^t? EuerGlückwunsch ist nichts als eine leere Floskel, durchwelche ihr euch mit dem Zeitgeiste absinden wollet, denman, ob er gleich ein böser Geist ist, doch nicht mitFäusten in's Angesicht schlagen darf. Die Klage überden Untergang der Spanischen Inquisition verrälh euch;durch sie wissen wir, wie wir's zu verstehen haben, wennihr Deutschland und Frankreich deshalb Glück wünschet,weil in ihnen keine solchen Tribunale bestehen. IhrHeuchler mit der liberalen Maske, freuen würdet ihreuch vom Grunde der Seele, wenn heute solche Gerichtealler Orten eröffnet würden und man wieder ansinge,die Ketzer in's Feuer zu werfen. Wisset ihr doch selbstdie Anstifter der Gräuel der Bartholomäusnacht zuentschuldigen, wollet ihr doch die Leute glauben machen,daß es mit der Spanischen Inquisition gar nicht stschlimm gewesen sey, als Llorente erzählt, er, derdoch selbst in ihren Diensten gestanden und aus denActen ihrer Archive die Geschichte ihrer Gräuel beschrie-ben hat. VerfolgunzSsüchtig ist der Religionscifer ineurer Kirche von jeher gewesen; verfolgungssüchtig ister heute noch, und wird es seyn, so lange die Hicrar-

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