geistlichen, vom Priesierthume ward damals das K5-yjgthum gehalten, und es bedurfte der ganzen Strengeeiner richtenden Hierarchie, die rohen Völker zu zäh»men. Das erkannten und fühlten denn auch die Für-sten jener Zeiten und erkauften deshalb um hohen Preis,um den Preis eigener Unterwerfung, die Unterstützungder geistlichen Macht zur Befestigung ihrer Herrschaft.Hatte nicht die Hierarchie damals eine so große poli-tische Wichtigkeit gehabt, nimmer wäre der Papst ge-worden, was er war, nimmer hatte man Rom in dieinner» Angelegenheiten der Lander eingreifen lassen,nimmer wären die ersten Staatediener hinter die Bi-schöfe zurückgetretcn. Daraus aber, daß es einst eineZeit gab, wo die weltliche Macht in der geistlichenruhete, folgt nicht, daß sie ewig dieser Stühe bedürfe,und von dem, was der Katholieismuö im Mittelaltergeleistet hat, kann nicht auf seine Angemessenheit zuden Bedürfnissen der Staaten dieser Zeit geschlossenwerden. Das Mittelalter ist vergangen, wie die Rö«merzeit vergangen ist; das heutige Europa ist nichtmehr, was es vor fünf und sechshundert Jahren war;andere Zeiten sind gekommen; mit der Wissenschaft,der Meinung und Sitte der Völker hat auch die Ver-fassung und das Bedürfniß der Staaten wesentlich sichverändert. Was gegenwärtig der KatholiciSmus denStaaten leisten kann, das leistet er ihm als Christen-thum, aber nicht mehr als KatholiciSmus; denn, wieeben gesagt ward, alles, wodurch er vormals als solcherwirkte, hat für das Geschlecht dieser Zeit seine Kraftund Bedeutung verloren.
So zuerst sein viclgerühmtes Princip der Ver-jährung, sein Grundsatz, daß seine Lehre und Verfaß-