)( rr )(
Sie betheuerten eS öffentlich , daß sie sich einem nmischlichev Befehle, weicherdem göttlichen so gerade entgegenstünde, nicht unterwerfen könnten ; daß es ih-nen unmöglich wäre so heilige Dinge, die sie selbst mit eigenen Sinnen gefühlethätten, nicht ju verkündigen. *
Dieses ist auch im gegenwärtigen Falle unsere Antwort Wie könnten wir,einigen Menschen zu Liebe schweigen : wo uns die innere Ueberzeugung so wohl,als auch das göttliche Geboth zu reden nöthiget ?
Dieses ist die Kraft der Wahrheit. Den Geist , der einmal von ihr leb-haft überzeuget ist, laßt sie nicht ruhen. Er soll sie bekannt machen; andernmittheilen; und ihr neue Anhänger gewinnen. Je wichtiger die Folgen sinddesto heftiger wird dieser Trieb. Handeln wir unrecht; wenn wir ihm gehorchen?
Dazu kömmt hernach das göttliche Geboth der Nächstenliebe, welches denbesagten Trieb so mächtig unterstützet. Wie ? Der Schöpfer will : daß wievernünftigen Geschöpfe, uns gegenseitig wie Bruder, lieben; daß wir einjedrrdem andern, nach dem Maaße unseres Vermögens, Gutes thun, und Uebelsverhüten. Er läßt uns diesen feinen Willen erstens durch das natürliche Ver,nunftlicht kundmachen: dann durch seinen eingebohrten , und mitwesentlichenSohn bestätigen, deutlicher erklären, und dessen Beobachtung mit Verheissungder herrlichsten Belohnungen , und mit Bedrohung der schrecklichsten Strafenbetreiben: und — wir sollen nicht reden, um dem Nsbenmenschen unseremBrudereiuen Irrthum zu benehmen, dessen schlimme Folgen sich in die ganzeEwigkeit hineinsirccken? Vermöge dieses Gebothes sind wir verpflichtet, denEsel des Nachbars , wenn er in eine Grube fällt, herauszuziehen; oder dasFeuer, das sein Haus ergreift, mit möglichster Mühe zu löschen: und wirsollen schweigen; wenn sich seine Seele verirret, und den unaufhörlichen Pei-lten unwissend zuläuft ? Sind vieleicht, das Gute, das wir dem Nächsten zuerweisen : und das übele, das wir von ihm abzuwenden haben, nur auf denkurzen Raum des gegenwärtigen Lebens, oder auf die Wohlfahrt des Körperseingeschränket ? O was ist die vergängliche Zeit gegen die unvergängliche Ewig-keit : was der sterbliche Leib gegen die unsterbliche Seele: was alles irdischeGut gegen das himmlische gehalten
Nein! nein! wir dürfen nicht; wir könne« nicht; und wir wollen nicht
B 2 schwei-
* Urtheilet selbst : Obs vor dem Angesichts Gottes recht sey : daß wir euch mehr, alsGott gehorchen ? Wir können unmöglich daSnicht reden, was wir gesehen und gehv>m haben. Apost. Gesch. ry. 30 «