Vierter Akt. Erster Austritt.
Das fordert die Geschichte nicht von dir;
Das wäre so erhaben, lieber Ohm,
Daß man es fast nnmcnschlich nennen könnte!Und Gott schuf noch nichts milderes, als dich.
Kurfürst.
Mein süßes Kind! sieh! wär' ich ein Tyrann,Dein Wort, das fühl' ich lebhaft, hätte mirDas Herz schon in der ehrnen Brust geschmelzt.Dich aber frag' ich selbst: darf ich den Spruch,Den das Gericht gefällt, wohl unterdrücken? —Was würde doch davon die Folge sein?
Natalie.
Für wen? für dich?
Kurfürst.
Für mich; nein! — Was? für mich!Kennst du nichts höh'res, Jungfrau, als nur mich!
Ist dir ein Heiligthum ganz unbekannt,
Das in dem Lager Vaterland sich nennt?
Natalie.
O Herr! was sorgst du doch? dies VaterlandDas wird um dieser Regung deiner GnadeNicht gleich zerschellt in Trümmern untcrgehn.
Vielmehr was du, im Lager anferzogen,
Unordnung nennst, die That, den Spruch der RichterIn diesem Fall willkührlich zu zerreißen,
Erscheint mir als die schönste Ordnung erst:
Das Kriegsgesetz, das weiß ich wohl, soll herrschen.
Jedoch die lieblichen Gciühle auch.
Das Vaterland, das du uns gründetest,
Steht eine feste Burg, mein edler Ohm:
Das wird ganz andre Stürme noch ertragen
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