Druckschrift 
1 (1859) Einleitung; Die Familie Schroffenstein; Penthesilea; Amphitryon
Entstehung
Seite
386
Einzelbild herunterladen
 

38.6

Amphitrhv».

Würd' ich, war' er's gewesen, noch das LebenIn diesem warmen Busen freudig fühlen?

Ich, solcher Gnad' unwerth? ich, Sünderin?

Jupiter.

Ob du der Gnade werth, ob nicht, kommt nichtZn prüfen dir zu. Du wirst über dich,

Wie er dich würdiget, ergehen lassen.

Du unternimmst, Kurzsicht'ge, ihn zu meistern,

Ihn, der der Menschen Herzen kennt?

At Innen c.

Gut, gut, Amphitrhon. Ich verstehe dich,

Und deine Großmnth rührt mich bis zu Thräncn.

Dn hast dies Wort, ich weiß es, hingeworfen,

Mich zu zerstrenn doch meine Seele kehrtZn ihrem Schmerzgedankcn wiederum zurück.

Geh' du, mein lieber Liebling, geh', mein Alles,

Und find' ein andres Weib dir, und sei glücklich,

Und laß des Lebens Tage mich durchweinen,

Daß ich dich nicht beglücken darf.

Jupiter.

Mein theurcS Weib! wie rührst du mich!

Sieh doch den Stein, den dn in Händen hältst.

"t l k in e n c.

Ihr Himmlischen, schützt mich vor Wahn!

Jupiter.

Jst's nicht sein Nam', und war's nicht gestern meiner?Ist hier nicht Wunder Alles, was sich zeigt?

Hielt ich nicht heut dies Diadem noch inVersiegeltem Behältniß cingeschlossen?

Und da ich's öffne, dir den Schmuck zu reichen,

Find' ich die leere Spur nicht in der Wolle?