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1 (1859) Einleitung; Die Familie Schroffenstein; Penthesilea; Amphitryon
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Einleitung.

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Prag nahmen wir zwei Zimmer neben einander in einem Privat-hause, wenig Häuser von der Moldaubrücke an der kleinen Seiteeinem Kaffeehause gegenüber. Hier wohnte ich mich in Kleist's Ge-dichte ein, von welchen mir bis dahin das Bruchstück des RobertGuiskard (Phöbus, April 1808) besonders nahe getreten war; jetztthat sich die Handschrift der Herrmanusschlacht vor mir auf, mit Al-lem was sie Großes, Wildes, Herz und Nieren Ergreifendes, zuZeiten auch Empörendes an sich hat. Häufig mußte ich ihm ausseinen Sachen vorlesen, ich lasse cs dahin stehen ob aus demselbenGrunde den er einmal gegen Hartmann geltend machte, wie diesermir erzählt hat:Sie lesen so entsetzlich schlecht, lieber Hartmann,daß wenn meine Sachen mir daun noch gefallen, sie gewiß gut seinmüssen." Genug ich machte häufig den Vorleser, auch wenn An-dere dabei waren; denn Kleist selber ging ungern daran, weil er beiseiner bedeckten Stimme und seiner Hast leicht ins Stottern gerieth,allein einzelne Stellen las er niit einem so unwiderstehlichen Her-zensklange der Stimme, daß sie mir noch immer in den Ohren tönen.Als z. B. die Stelle:

Wir litten menschlich seit dem Tage,

Da VaruS bei uns eingcrückt,

Wir rächten nicht die erste Plage,

Mit Hohn auf nn« hcrabgcschickt;

Wir übten »ach der Götter LehreUns durch viel Jahre Im Verzeiht!;

Doch endlich drückt des Jahres Schwere,

Und abgeschüttelt will es sein.

Mit den Leuten, welche Briefe schreiben und geheime Boten schicken,um das Vaterland zu retten, war von dem ungeduldigen Dichterder Tugendbnnd gemeint. Nichts irriger als Thusnelden wie einverfehltes Ideal zu fassen. Kleist pflegte wohl zu sagen:sie ist imGrunde eine recht brave Frau, aber ein wenig einfältig, wie die Wei-berchen sind, die sich von den französischen Manieren sangen lassen."