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Einleitung.
ihr anderer Pol, ein Wesen, das eben so mächtig ist durch gänzlicheHingebung als jene durch Handeln. ... Ob Penthesilea bei denForderungen, die das Publicum an die Bühne macht, gegeben wer-den wird, ist eine Frage, die die Zeit entscheiden muß. Ich glaube 0es nicht und wünsche es auch nicht, solange die Kräfte unserer Schau-spieler auf nichts (?! 1808!) geübt werden, als Naturen, wie dieKotzebue'schen und Jffland'schcn sind, nachzuahmen. Wenn man cSrecht untersucht, so sind zuletzt die Frauen an dem ganzen Verfallunserer Bühnen schuld, und sie sollten entweder garnicht ins Schau-spiel gehn, oder es müßten eigne Bühnen für sie, abgesondert vonden Männern, errichtet werden. Ihre Anforderungen an Sittlich-keit und Moral vernichten das ganze Wesen des Drama, und nie-mals hätte sich das Wesen der griechischen Bühne entwickelt, wennsie nicht ganz davon ausgeschlossen gewesen wären." — Die Ab-neigung gegen das Stück war übrigens sehr allgemein; als Varn-hagen (Denkwürdigkeiten 3, S. 91) November 1808 mit Cotta ?sprach, in dessen Verlag es erschienen war, äußerte sich dieser sehrunzufrieden darüber, und wollte das Buch garnicht anzeigcn, damitcs nicht gefordert würde! Freilich war er damals Uber die neueSchule (Görres, Arnim, Brentano, I. Kerner, Grimmu. s. w.) sehr erbittert, die ihm in der Einsicdlerzeitung übelmitspielte.
Auch an dem zerbrochenen Krug, den Kleist schon in der 9Schweiz geschrieben, in Königsberg umgcarbeitet hatte, sollte er eineschlimme Erfahrung machen. Als cS zuerst Goethe eingcschickt war,äußerte sich dieser ziemlich beifällig: „Es hat außerordentliche Ver-dienste und die ganze Darstellung drängt sich mit gewaltiger Gegen- *wart auf. Nur Schade, daß eS auch wieder dem unsichtbaren Theaterangehört. Das Talent des Verfassers, so lebendig er auch darzu-stellcn vermag, neigt sich doch mehr gegen das Dialektische hin, wiees sich denn in dieser stationären Prozcßform aus das Wunderbarste