I.XIV
Einleitung.
in Dresden aufhiclt, rmd dort eine Darstellung des Feldzugs von1806 ausarbeitete, hatte bedeutende Verbindungen angeknüpft, na-mentlich mit Gentz und Adam Müller, und hoffte auf sie ihreHerausgabe zu bewerkstelligen. Den Dichter trieb die Unruhe Wieder-aus Königsberg. Als nach der Schlacht von Eylau (7. Fcbr. 1807)in Preußen mehrere Parteigänger anftauchtcn, wanderte er mit Pfuelund zwei andern Officieren zu Fuß nach Berlin. Pfuel trenntesich von seinen Begleitern kurz vor der Stadt, um nach Ncnndorfzu Fouquv's zu gehn. Die drei Andern wurden am Thor ange-halten, und Kleist, da er ohne Paß war und nur feinen Abschiedals Lieutenant in der Tasche hatte, auch leicht in Verlegenheit geriet!)und stotterte, als vermeinter Schill'scher Offener ohne weiteres ge-fangen genommen und nach dem Fort Jonx, dein ehemaligen Ge-fängnis; des Neger Toussaint, abgefllhrt. Nachdem er dort ein hal-bes Jahr gesessen brachte man ihn nach ChalonS. Von dort schrieber an eine geistreiche Verwandte: „Was soll jetzt aus meiner Sachewerden? Sie sehen, daß alle Ihre Bemühungen für mich gänzlichüberflüssig gewesen sind. Von Tage zu Tage habe ich immer noch,dem Versprechen gemäß, das Ihnen der General Clarke gegeben hat,auf eine Ordre zu meiner Befreiung gewartet; doch statt dessen sindganz andre Verfügungen wegen unsrer angckommeu, die mir viel-leicht alle Hoffnung dazu benehmen. Welch ein unbegreifliches Miß-verständnis; muß in dieser Sache obwalten. So werde ich mich wohlmit dem Gedanken bekannt machen müssen, bis ans Ende des Krie-ges in dieser Gefangenschaft anshaltcn zu müssen. Und wie langekann dieser Krieg noch dauern, dieser unglückliche Krieg, den vielleichtgarnicht einmal ein Friede beendigen wird? sder Brief ist also vor-dem 7. Juli geschrieben.) Was sind dies für Zeiten. Sie habenmich immer in der Zurückgezogenheit meiner Lebensart für isolirtvon der Welt gehalten, und doch ist vielleicht niemand inniger da-mit verbunden, als ich. Wie trostlos ist die Aussicht, die sich uns