lrinlcilung.
QX
glückgckrönte Abenteurer, falls ihm mir da« Glück treu bleibt, ge-wiß nicht wieder heran?. In kurzer Zeit werden wir in den Zei-tungen lesen: „man spricht von großen Veränderungen in der deut-schen Ncichsvcrsassnng," und späterhin: „cS heißt, daß ein großerdeutscher (südlicher) Fürst an die Spitze der Geschäfte treten werde."Kurz, in Zeit von einem Jahre ist der Kurfürst von Baiern Königvon Deutschland. — Warum sich nur nicht Einer findet, der diesembösen Geiste der Welt die Kugel durch den Kopf jagt! Ich möchtewissen, was so ein Emigrant zu thnn hat! Für die Kunst, sichstdu wohl ein, war vielleicht der Zeitpunkt noch niemals günstig.Man hat immer gesagt, daß sic betteln geht; aber jetzt läßt sie dieZeit verhungern. Wo soll die Unbefangenheit des Gcmüths Herkom-men, die schlechthin zu ihrem Gennssc nöthig ist, in Augenblicken,wo das Elend Jedem in den Nacken schlägt?" —
In Königsberg trat ihm auch das Gespenst seiner Vergangenheitentgegen. Als er ans der Reise dahin 1804 durch Frankfurt a. O.kam, hatte er vermieden, Wilhclmine zu sehn, und erst 1806 kamensie in Königsberg zusammen, wohin die junge Dame, welche sichnnterdeß verheiraihet hatte, mit ihrer Schwester und ihrem Gattengezogen war. Das erste Wiedersehn des Paares war ein peinliches,in einer großen Gesellschaft. Nachdem sich Kleist eine lange Weilefern von seiner ehemaligen Braut gehalten hatte, ging er ans ihreSchwester zu, die er wieder seine „goldne Schwester" nannte undforderte sie zum Tanz ans. Er sprach weich und herzlich mit ihr,schüttete, unter vielen Sclbstanklagcn, sein ganzes Herz vor ihr ansund fragte sie, ob sie ihn würden Wiedersehn wollen? Die Schwesterstellte ihn ihrem Schwager vor, der ihn selbst zu ihnen zu kommenbat, und so ward er bald ihr täglicher Gast, las ihnen seine Erzäh-lungen vor und hörte gern ihre Urthcile darüber an. Die beidenSchwestern fanden ihn stiller und ernster als ehemals geworden, ob-wohl ihm seine kindliche Hingebung geblieben und seine Phantasie