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1 (1859) Einleitung; Die Familie Schroffenstein; Penthesilea; Amphitryon
Entstehung
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LVII
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Einleitung.

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thümlich ist die Behandlung. Es ist merkwürdig, wie Kleist, derseinem lebhaft entwickelten Schaamgefühl, das zuweilen zu komischenSccncn führte, in seinen Novellen, mit Ausnahme des Kohlhaas,durchweg ein sinnliches Motiv zum Mittelpunkt macht, und zwarjenen Punkt, wo da« Psychische ins Physische übergeht. Zwar wirder weder lüstern noch cynisch, aber die Ausmalung jener Stoffesteht doch durchweg hart an den Grenzen der Kunst, wo sie diesel-ben nicht überschreitet. Eine französische Novelle — uno martrossoanonznne — behandelt das umgekehrte Thema: eilt Mann, der nichtweiß, wen er umarmt hat; tausendmal frecher, als Kleist's Er--zählnng, aber lange nicht so anstößig, als bereits der Ansang der-selben: die Annonce einer Dame vom Stande, die für ihr Kindeinen Vater sucht! Es ist ihr in der Ohnmacht Gewalt angethan;.ihre Verwirrung, als sie den unerklärlichen Zustand entdeckt, dieSteigerung derselben zum Hellen Wahnsinn; der Zorn der Eltern;,ihre Seligkeit als sie sich von ihrer Unschuld überzeugen; das Ent-setzen der Marquise, als sie in dem geliebten Mann den Ucbclthä-tcr entdeckt und nun einen Teufel in ihm sieht, das alles ist mei-sterhaft geschildert; aber die Voraussetzung ist, wie man will, lächerlichoder gräulich, und wenn der Verbrecher, nachdem die Soldaten, dienicht schuldiger waren, mit dem Tode bestraft sind, mit der Strafeder Beschämung abkommt „in Anbetracht des unvollkommenen Zu-standes dieser Welt," so ist diese Wendung doch ein Nachklang ansdem Französischen.

Wenn Kleist bei mehreren seiner Schöpfungen ans der Königs-bcrger Zeit den tragischen AnSgang zu vermeiden suchte, so ist derEindruck derselben doch nicht heiler. Auch dieser Aufenthalt hatte seineVerstimmung nicht beseitigt; die AmtsgeschLfte waren ihm peinlichund die Poesie selbst war nicht stark genug, seine Brust zu befreien.In seinem ruhelosen Umherirrcn konnte er sich selbst nicht entflie-hen. — Seine Stimmung drückt sich in einem Brief aus, den er