Einleitung.
XLIX
anhält, so werbe ich verrückt. Sie haben Recht, versetzte Kleist, eSist das Beste, was Sie thun können, und wenn Sie Ihren Verstandje wiederfinden, nehme ich eine Pistole und schieße Sie und michtodt; ich kann Ihnen schon den Gefallen thnn. — Noch in demsel-ben Sommer unternahm er eine abermalige Reise nach der Schweiz.Den Entschluß scheint er unversehens gefaßt zu haben, er hatte nochwenige Tage vor seiner Abreise die Absicht, zu seinen Schwesternaus das Land zu ziehn. Erst den Tag vorher erschien er plötzlichmit der Erklärung in der Familie Schlieben, er gehe mit Pfuelnach der Schweiz und nach Mailand, um Lohse dort anfzusnchen.Sie gingen meist zu Fuß, lebten in Bern, wo am Robert GuiScardgearbeitet ward, kamen nach Mailand, wo sie ganz vergaßen, Lohsezu besuchen, und begaben sich endlich durch das Waadtland überGenf und Lyon nach Paris. Schon ans dem Wege zeigte sich oftdis Scelenverstimmnng des Dichters, und in Paris führte dieser Un-muth zu einer Entzweiung mit Pfnel. Ein Streit über Sein undNichtsein führte die Katastrophe herbei. Kleist rannte im Zorn hin-weg, blieb lange ans und fand, als er endlich heimkehrte, ein Billetvon Pfnel vor, der nnterdcß ausgezogen war und ihn in der Woh-nung allein gelassen hatte. In der Verzweiflung verbrannte Kleistalle seine Papiere und vernichtete den Gniscard znm drittenmal.Ganz zerstört entfloh er aus Paris und begab sich zu Fuß aus denWeg nach Lonloguv sur mvr. Als er eine Strecke gegangen war,begegnete er einem Haufen Conscribirter und gab sich vergebeneMühe, für einen derselben als gemeiner Soldat einzutreten. Zuseinem Glück traf er noch kurz vor Bonlognc mit einem ihm bekann-ten Chirnrgien-Major zusammen, ans dessen verwunderte Frage,was er da zu thun habe? er ihm erzählte, er laufe ohne Paß herum.Der Franzose schilderte ihm mit Entsetzen, welcher Lebensgefahr erentgegengehe, indem in Boulogne noch unlängst unter ähnlichen Ver-hältnissen ein preußischer Edelmann als vermeinter russischer SpionH. o. Kleists Werke. I. Vd. d