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1 (1859) Einleitung; Die Familie Schroffenstein; Penthesilea; Amphitryon
Entstehung
Seite
XLVII
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Einleitung.

XI. VN

in's Herz zu treffen, tobtet jeder der beiden Väter sein eignes Kind.Diese Grausamkeit empört um so mehr, da sic ungeschickt motivirtist, und wenn gerade wie in Romeo die beiden Vater über den Grä-bern ihrer Kinder sich die Hände reichen, so ist damit für unfernFall nichts gewonnen: denn dort haben sie nur ein schweres Leiderlitten, und das Leid macht milde; hier aber hat jeder von ihnenein schweres Verbrechen auf seiner Seele, und daraus kann keinFriede hervorgehn. Rcminiscenzcn ans Lear, bis zur Tollheit über-steigert, schließen das Stück mit einem schneidenden Contrast. —„Diese auffallende Erscheinung, sagt Tieck, daß in demselben Dichtereine so großartige Vernunft unmittelbar mit einem ganz kleinlichen,fast kindischen Bestreben im Widerspruche stehen kann, zwingt unsfast, eine seltsame Disharmonie, eine Krankheit vielleicht, im Geistedes Dichters anzunchmcn. Denn diese Fehler sind nicht die desNeulings oder der Ucbereilung, sondern cs ist die Unfähigkeit selbst,diesen Widerspruch und das völlig Ungeziemende einzusehn. Es istein radikaler unheilbarer Mangel, von dem sich wohl die Spurenmehr und minder in allen Werken des Dichters Nachweisen lassen:bei seiner Liebe und Kcnntniß der Wahrheit und Natur ein plötz-liches grelles Gelüst, beide zu überspringen, und das Leere, Nichtigehöher als die Wirklichkeit zu stellen." „Die Sprache ist männlich,mannigfaltig nnd schon sehr anSgcarbcitct, und was um so mehrzu loben ist, keine matte Nachahmung Schillers; eben so wenighören wir die Tonart Goethe's bedeutungslos wiederholt, sonderndiese Sprechweise gehört nuserm Dichter ganz cigcnthümlich; er ver-meidet alles schwankende und unbestimmte, und greift lieber zu Pro-vinzialismen und hie und da gemeinen Ausdrücken, nm nur nichtin die vornehme Unbedeutendheit und scheinbare Anmuth nnd Würdezu verfallen. Ein sonderbares Hiuwerfen nnd Auffangcn einzelnerWorte, Reden und Fragen, wie ein Ballspiel, trifft man schon indiesem Stücke." — Eilte spätere Aufführung des Stücks (1825)