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1 (1859) Einleitung; Die Familie Schroffenstein; Penthesilea; Amphitryon
Entstehung
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XLIII
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Einleitung.

XI.HI

bei Kleist nicht die Rede; ein finsterer Gegenstand zeichnet sich ingreller Bestimmtheit, die Figuren treten dicht vor unser Auge, wirsehen alles genau entstehn und leben cs mit. Der Gegenstand er-innert an Romeo: ein Liebesverhältnis; innerhalb des wüsten Kampfsfeindseliger Geschlechter, um den Contrast zwischen der Seligkeit desGemülhö und dem Unfrieden der Welt hervortreten zu lassen. Aberdie Helden sind diesmal nicht die beiden Liebenden, sondern die Häup-ter der feindlichen Häuser Sylvester und Rupert; der eine ein edleridealer Mensch, der andre jähzornig, mißtrauisch, aber nicht ohne dieSpuren einer bessern Natur. Beide sind in gewissem Sinn unschul-dig an den Gräueln, und mit meisterhafter Hand entwickelt der Dich-ter die seltsam verschlungenen Fäden der Begebenheit, die sie inSchuld verstricken. — Um dieser Seelenbewcgnng eine breitere Ba-sis zu geben, läßt der Dichter die allmälige Entstehung der Fehdevor unfern Augen vergehn. Die beiden Familien haben einen Erb-vertrag geschlossen, der Verdacht liegt nahe, daß sie gegenseitig ihrenUntergang wünschen, unter Umständen auch wohl befördern. EinMißverständnis; tritt ein, das dem Argwohn eine anscheinende Be-stätigung giebt und nun zu einer Reihe wirklicher Uebelthaten führt.Wie in einem Criminalproceß — nur daß die Verbrechen fortgehn —sind wir ans die Lösung, ans die erste Schuld begierig; jeden Au-genblick werden wir verwirrter, aber auch gespannter: es ist eineKette von Mißverständnissen, deren erstes Ende wir nicht absehn,da es den Betheiligten selbst verborgen ist. Da wir die Hanpter-eignisse nicht mit erleben, sondern sie uns von Leuten, denen sieselbst unbegreiflich sind, erzählen lassen müssen, so verstehn wir wohlden allmälig wachsenden Dämon, aber wir können uns die Vergan-genheit, das Zusammenleben der Familien vor jenem Mißverständ-nis;, nicht vorstellen. Der Dichter begeht den Fehler, uns selbst fort-während auf solche Gedanken zu bringen; da vor unfern Ohren überdie Wahrscheinlichkeit oder Unwahrscheinlichkeit des Erzählten dispn-