c3ehn Jahre nach dem unglücklichen Ende des Dichters, dasdurch die geringe Anerkennung seiner Werke beschleunigt war, 1821,gab Ludwig Ti eck, der schon früher durch Vorlesungen die Auf-merksamkeit ans ihn zu lenken versucht hatte, seine hinterlassenenSchriften heraus, und fügte eine Einleitung hinzu, die über seinLeben, was sich mittheilen ließ, und eine unvollständige aber geist-volle und warme Charakteristik seines Schaffens enthielt (jetzt in den„kritischen Schriften von L. Tieck," 1848, Bd. 2.); daran schloß sich1826 die Gesammtansgabe der Kleist'schen Schriften. Es ist für dieästhetische Bildung der zunächst folgenden Generation kein günstigesZeugnis;, daß es drciunddreißig Jahre gedauert hat, bevor diese Dra-men eines deutschen Dichters, die an künstlerischer Vollendung nurhinter Schiller und Goethe Zurückbleiben, der dramatischen Anlagenach aber wenigstens ihnen ebenbürtig sind, eine zweite Auflage er-leben. 1848 gab Eduard von Bülow Kleist's Leben und Briefeheraus; das Material hatte Tieck im Wesentlichen bereits gekanntund benutzt; dankcnswcrth war namentlich die Mittheilung des Brief-wechsels mit seiner Braut.
Dem gegenwärtigen Herausgeber kam es darauf an, anö demvorhandenen Material, durch einige werthvolle Beiträge, namentlichfür die spätere Periode des Dichters, vermehrt, ein so weit als mög-lich organisch zusammenhängendes Lebensbild zu Stande zu bringen.Er hofft den ursprünglichen Entwurf ans den Grenzbotcn von 1849,dessen letzte Redaktion in der „Geschichte der deutschen Literatur seit