Gottfrieds Schule. Legenden.
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Geschmeide; ein Rosenkranz also, den man nun abrollen und absingenkann. In einem Gedichte von Maria's Grüßen"') ans der Mittedes 13. Jahrhs. wird dies recht sonnenklar, daß die Gedichte zu ihrenEhren gleichsam in einer Beziehung zu dem ihr geweihten Rosenkränzestehen. Da sind fünfzig Grüße hinter einander eingcfädelt, von denenman znm Ueberflnsse belehrt wird, daß man sie mit 50 Venien sprechensolle, damit die himmlische Frau uns nach unserem Tode im Himmel-reich wieder begrüße; dann 50 Freuden, die mau eben so hersagt, damituns die Jungfrau wieder erfreue, und dann 50 Hülfen, bei deren zehnterman jedesmal in Krcnzgestalt auf die Erde fallen soll. Was man ver-drossen ist in der Kirchenhistorie lesen zu müssen., den Unsinn der Cyrilli-schen Gebete, muß man hier als Poesien empfangen. Auch W. Grimmsagt, daß das Gedicht von der goldenen Schmiede jetzt allgemeinem Ein-drücke fremd sei. „Daß es aber zu seiner Zeit Eindruck gemacht und alsvorzüglich betrachtet wurde, läßt sich schon aus der Nachahmung desHermann von Sachsenheini im goldnen Tempel schließen, so wie anöder späteren Bearbeitung. Das Sylbenmaß schadet vielleicht durch Ein-tönigkeit, und in einer von den vielen überreichen damals üblichen For-men würde es wohl prächtiger gelautet haben, aber der Dichter zeigtauch hier seine Gewandtheit und Sprachfülle, womit er vor anderenbegabt war. Schwerfällig, trocken und gar nicht zu vergleichen ist dasGedicht des Tcichncrs"^) von der Empfängniß der Jungfrau."
Bei dem regen Eifer, die Denkmäler unserer alten Literatur zumDrucke zu fördern, werden wir in Kürze sich den Kreis der Dichtungdieser Zeit noch immer erweitern sehen, und es ist zu vermutheu, daßVieles von geistlichem Inhalt darunter noch zu Tage kommen wird.Eine Himmelfahrt Mariä, eine Bearbeitung von der Frauen Hin-fahrt des von Heimesfurt, von einem Dichter Gottfriedischer Schule, undein Vaterunser von Heinrich von Krolewiz aus Meißen"») sind neuererZeit gedruckt; wir begnügen uns, beide erwähnt zu haben. Das Letztereist eine Predigt und Paraphrase des Vaterunsers und erinnert uns indieser Form wieder an das Aehnliche im 12. Jahrhundert. Der Dichterhat sehr mit der Sprache zu ringen; drei Jahre (1252—55) arbeitete eran den viertausend Versen seines Gedichtes. Interessant ist er uns durch
467) HerauSg. von Pfeiffer in Haupts Zeitschr. 8, 274.
4K8) Altd. Wälder 2, 194.
4i>9) AuSg. von Lisch. 1839. Die Himmelfahrt Mariä in Haupts Zeitschr.
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