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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.
das Loeal seiner Geburt und AnfenthaltSstätte. Der Herausgeber machtaufmerksam, daß er mit der Regierung des Grafen Gnnzelin III. vonSchwerin (1228—74) zusammcnfällt, und da auch andere Sachsen, wieRnmcland, mit diesem Hofe in genauen Verhältnissen lebten, und diebeste Handschrift des Gedichts, die fast eine Urschrift zu nennen ist, sichin Schwerin findet, so schließt er, möge auch Heinrich an diesem Hosegewesen sein. So würde er uns die Brücke bilden zu jenen späterengnomologischen Dichtern, die uns vielfach in diese nordischen und öst-lichen Gegenden überführen.
Nachträge.
Zn p. 172. lieber Wernher von Tegernsee, seine Persönlichkeit,seine lateinischen und deutschen Gedichte, besonders über die wahrschein-lich von ihm selbst gezeichneten Bilder zu seinem Mariengedichte mußman jetzt vergleichen: Franz Kngler's Schriften und Studien zur Kunst-geschichte. 1853. p. 12 ff.
Zn p. 173. Mit der Legende des Pilatus verwandt ist das Evan-gelium Nicodemi, das die ächten Evangelien mit apokrypher Erzäh-lung der Höllenfahrt und der Legende von PilatuS und Vcroniea ergänzt.Es ist gegen Ende des 12. Jahrhö., wie der Pilatus schon in formel-lerer Vollendung, poetisch bearbeitet, aber außerhalb Oesterreich. Pfeiffer,der es (ans drei Hss. in Görlitz, Stuttgardt und Schwerin) herausgebenwird, sucht den Dichter in Thüringen oder Obersachsen und findet inBezug auf Reim und Metrik die neuen strengen Gesetze innerhalb dereigenthümlichen in Mitteldeutschland geltenden Lautgesetze auffallend ge-nau beobachtet. Der erzählende Theil bietet nnS nichts Besonderes dar;am Schluffe springt der Judenhaß des Dichters von der Zerstörung Je-rusalems auf die Fürsten der Gegenwart über, denen er eine äußerstscharfe Strafpredigt darüber hält, daß sie die Juden in Ehren und Wür-den halten, zu ihren Kämmerern machen, und die in Frieden lassen,die, wenn sie die Ueberkraft hätten, die Christen nie genesen lassenwürden. Die Schweriner Hs. ist in diesem Ausfälle breiter und betontdas eomgells intrare mehr als die Görlitzer, der es genügt, wenn mandie Juden leidet oder meidet.
Druck von Breitkopf und Härtel in Leipzig.