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1 (1853)
Entstehung
Seite
497
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Gottfrieds Schule. Legenden.

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durch prosaischen Ton und trockenen Gang der Erzählung vor, und der-selbe Fall ist in dem späteren Marienleben deck Walther von Rhei-nau'^) ans dem. Jahrh., das auch derselben Quelle folgt wiePhilipp. In einem dritten Gedichte desselben Inhalts, das von einemSchweizer NamenS Wernher herrnhrt, liegen zwei Seiten neben-einander, welche die meisten Werke deS.JahrchS. zeigen, daß nämlichein gewisser Schwung der Rede nicht selten mit einigem Erfolge gesuchtwird, während das Ganze im Stil der Chronik ermüdend hinschleicht;daß eine Heiligkeit und Größe des Gegenstandes empfunden, damit abereine Herabwürdigung in der Darstellung verbunden wird, die nichtsscheut und allen Anstand mit Füßen tritt. Eben dies ist in so vielenRitterromancn dieser Zeiten sichtbar, und es ist ganz eigenthümlich, mitwelcher Rohheit und Naivetät man hier mit allen Menschlichkeiten desWeibeS, mit mütterlichen Hoffnungen und der Hülflosigkeit des Kindesin den Windeln bekannt wird, Unschicklichkeiten, die der ältere Wernhernoch verabscheut haben würde. Aber freilich seitdem der Streit der Ster-eoranisten geführt war, seit Natbert und Ratram über die Entbindungder Marin gestritten, seit Albert der Große mit unerhörter Eindringlich-keit alle Fragen des AetS der Empfängniß besprochen hatte und derKampf über die reine Empfängniß der Maria gefochten war, wie solltennach diesen Vorgängen dieser heiligen christlichen Physiologie nicht allePhysiologien auch im Gedichte erörtert werden können ! Die gemeinsten,oft ganz zuchtlosen Vergleichungen der Eigenschaften Gottes oder derJungfrau drängten sich auch in die Oden ober lyrischen Preisgedichte andie Jungfrau ein: da ja das Erhabenste selbst noch Gottes unwürdigist, so ist in sofern zwischen dem Erhabensten und Unwürdigsten keinUnterschied und damit entschuldigt Gnibert von Nogent diese unanstän-digen Gleichnisse, die schon in den Psalmen und Propheten Vorkommen.An jenen lyrischen Gedichten sehen wir die ähnliche Ausartung,die wir in den epischen bezeichnten, in drei Stücken dreier ausgezeich-neter Dichter; wir meinen den Leich des Walther von der Vogelweide,das Loblied Gottfrieds von Straßbnrg^') und die goldene Schmiede

463) A. Keller hat in zwei academischen Festprogrammen 1849 und öS von vierBüchern (gegen 15,006 Verse) zwei herausgegeben; die anderen sollen folgen.

464) tlv>I. pal. dir. 372.

465) In der Ausgabe seiner Werke von von der Hagen. Vollständiger und besserin Haupt's Zeitschrift. 3, 514.

Gerv. d. Dicht. I. Bd.

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