Gottfrieds Schule. Legenden.
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Wunder der Geburt Gottes mit der Jungfrau Erde vergleicht, die Samentrug als noch kein Pflug sie durchschuitt, und den Adam gebar, dessenWeib, aus seiner Rippe gemacht, zugleich seine Tochter und seine Gattinwar; jener Vorstellung, die wir, wenn wir nicht Sonnen - und Mond-götter in Christus und Maria finden können, als den Mittelpunkt an-sehen, um die sich alle poetischen Lobpreisungen der Jungfrau herum-drchen. Das Gebet, das der Dichter den Heiligen an die Jungfrau rich-ten läßt um Bekehrung der Kaiserin, ist vollkommen in dem Geschmackaller dieser Lobpreisungen, die wir gleich nachher werden kennen lernen.Wirklich gelingt die Rettung der Fürstin, der heilige Geist läßt sich aufsie nieder und sie begehrt von Georg die Taufe. Sage, ruft sich der Dich-ter an, lieber Reinbot, wer ward da Gevatter, als Alerandrina die Taufeempfing? wer segnete das Wasser? das that, der der Sonne ihren Weg,ihren Gang und Kreislauf zeigt. Wer sagte ihr den Glauben? das that,der die Taube aus der Arche sandte, der Moses Gebet vernahm, da erdoch nicht sprach; der starke Löwe vom Himmel, das sanfte Lamm vonNazaret war ihr Pathe. Bei dem nächsten Wunder erklärt sich die Kai-serin öffentlich. Der Heilige wird aufs Rad geflochten, allein noch warseine Stunde nicht gekommen. Engel hüten ihn da und er schläft sauftund ersteht wieder, erklärend, dies seien die Zeichen deß, der sich nicht inKalbsgestalt anbetcn lasse, der von Vater her des Himmels Sippe,Mutterhalb von der Erde sei, der das Wort zu der Jungfrau sandte, vondem sie den Sohn empfing, der aller Dinge mächtig ist, der den Lauf derGestirne vorschreibt, des Himmels Tiefe und Höhe, Länge und Breitegemessen, und den Mittelpunkt der Erde geschaffen, an dem das Erdreichsesthängt wie das Eisen am Magnet, und der den Erdball, wie tief ermit seiner Schwere niedecstrebt, aufwärts hebt zum Firmament. Großist die Gewalt dieses Gottes; wäre aller Sand gezählt, der bei denWassern liegt, und wäre das Alles Pergament und jeder Stern einSchreiber, sie möchten seine Kraft nicht vollschreiben. Er wohnt imLichte im Himmel, wo man Ave-singt; zwischen ihm und der finsterenHölle, in der das Oweh tönt, schwebt die Erde mit ihrem Wechsel vonTag und Nacht, von Freude und Trauer. Solche Stellen, die mit inne-rem Feuer geschrieben sind, kennt der Barlaam, kennen die meisten Legen-den durchaus nicht. Schade, daß sie nicht in anderem Verbände stehen.Wir können unmöglich in die Herzähluug der Martern und Wunder desHeiligen eiugehen, die mit einer peinlichen Wirkung jede Erinnerungan das Schönere des Gedichts rein vertilgen. Wer wird gerne auch inder Malerei jene Greuel der Christenschlächterci abgebilvet sehen, die,