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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.
wenn ihm ein Leid geschähe, daß sie sich wundern, wie nur ihr Herznoch diesen Kummer aushielte: denn wäre es so groß wie mons Olivetund dazu von Stahl, es müste davon zerbrechen; lüde man diesen Jam-mer auf tausend Schiffe, er werde sie alle in den Grund drücken; ihrHerz solle ein Leid tragen, dem keinerlei Ding gewachsen sei, nicht Felö,Wasser, Berg und Thal, vor dem sich das Grüne in Haide verwandleund die Vögel ihren Saug verlören; das Kind im Mutterleibe beweineseinen Entschluß zu dieser Fahrt. Man bemerkt wohl die Nachklänge vonWolfram's Art, und sieht wohin der Mißbrauch der poetischen Freiheitbald führen mußte. Nun malt ihnen tröstend ihr Bruder die Seligkeit,die Freude und Wonne des Himmels, des Sitzes der hehren Frau undMagd, der Tochter, Mutter und Braut zugleich, die mit Christus, demDegen, wahrer Minne pflegt, von deren Liebe die Engel in hohemBrautliede singen, das zu hören, wie jene zu sehen der Heilige sich sehnt;hier erkennen wir uns ganz in der Zeit und in den Vorstellungen, vondenen wir zunächst reden. Des heiligen Geistes Kraft, der aus ihmspricht, verwandelt die Brüder; sie sehen ein, daß hier ans Erden nichtszu holen ist, als heute Freud und morgen Klagen, und daß Kampf undGesang, Tanz und Frauen doch nichtiges Vergnügen sind. Dabei trittschon dicht neben eine fließende schöne Gabe der Schilderung eine Ge-schmacklosigkeit in einzelnen Zügen, die bereits jetzt einleitet, was wirnachher fast einzig charakteristisch werden sehen. Der apokalyptische Tondes Titurel oder des Wartburgkriegs (dessen Räthsel auch in ähnlichemGeschmacke schon im Barlaam Vorkommen) klingt hier an neben derfreundlichsten Erzählung in schmeichelnder Leichtigkeit, oder neben jenerflammenden Beredtsamkeit, mit der Georg seinen Brüdern die Eroberungvon Kappadocien schildert, über deren Lebhaftigkeit und Gewicht manselbst die Uebertreibung vergißt und die es bedauern läßt, daß nicht frü-here lichtere Dichter der Sprache in ähnlicher Weise mächtig waren, oderdieser und seine Zeitgenossen in eine bessere Epoche fallen konnten. DerHeilige geht nun nach Konstantinopcl und dort beginnen nun seine Lei-den und seine Wunder. Auf den Nus davon macht ihm der Kaiser DacianVersprechungen, allein er hat sich dem ergeben, der auf dem Esel rittund ein hoch hispanisch Roß verschmähte und sich zur Demuth hielt.Die Kaiserin leiht dem Wundermanne ihr Ohr; er hat mit ihr einGespräch über Gott; er sucht ihr zu erklären wie der Allmächtige, das Aund das O, Altissimus Vater und Kind, die drei Naturen, Kraft, Weis-heit und Güte in sich vereinigt, wie er geboren ist von der Magd, dieer selbst geschaffen, und wir begegnen wieder jener Vorstellung, die dies