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1 (1853)
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479
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Gottfrieds Schule. Weltliches.

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müthig in Augst ist, nicht jenen wohlthncnden Eindruck macht, wie dieselbstvergnügliche Weihe, die einem Oifried seine Arbeit gab. Bedeutunghaben diese biblischen Geschichten wohl dadurch, daß sie dem Volke im14. und 15. Jahrh. den Inhalt der heiligen Schriften nahe legten, obwohldie Erweiterungen derselben mit lauter weltlichen Sagen wohl ausweisen,daß man dies Werk nicht so sehr gerade um dieses Inhalts willen suchte.Sonst hätte man wohl auch am wenigsten den Enenkel und Aehulichezur Erweiterung benutzt. In die Ueberarbeitungen der Rndolf'schen Chro-nik gingen nämlich auch Bestandtheile der Schriften Jans des Encn-kels (nach 1250) ein, eines Wiener Bürgers, der gleichfalls, außer einemFürstenbuch von Oesterreich eine Weltchronik reimte Beide gehörennoch dem dichterischen Gebiete mehr an, als dem geschichtlichen; das Für-stenbuch ist für die östliche Sagengeschichte von Oesterreich so interessant,wie die Kaiserchronik für die des gesammten römischen Reichs; es istvoll von angenehmen Geschichtchen, Anekdoten und Späßen, trägt inStoff und Erzählung das Novellenartige bei vielem Volksthümlichen,die Behandlung ist noch ganz frei von historischer Beschränkung und zieltans nichts weniger als auf geschichtliche Treue ab; es führt vielmehrdasGegebene mit so viel poetischer Freiheit aus, wie nur in irgend einemRomane geschehen konnte. Dasselbe ist auch der Fall mit seiner Wclt-chronik. Sic begnügt sich nicht mit dem biblischen Stoffe, mit der Aus-beutung der Rudolf'schen und Kaiserchronik allein, sondern sie verflichtdamit aus der poetischen Sage den trojanischen Krieg, die Thatcn desAlexander und die Sagen, die sich zum Thcile in der Kaiserchrouik fin-den. Und in welchem Tone diese Chronik hier und da behandelt ist, dasdarf man nur in den Seenen zwischen Achill und Deidamia und der da-mit verbundenen Geschichte von der Schwangerschaft ihres Vaters Nach-sehen. Hier findet man die plumpen und zotigen Schnurren deSBauern-schwankes, die Ocrtlichkeit wo Nithart dichtete, und die Stoffe, mit denensich schon Herbort von Fritzlar das Aehnliche erlaubt hatte.

Vom Sinne Rudolfs freilich und dessen nächsten Zeitgenossen wareine muthwillige Stimmung dieser Art weit entfernt. Seine Beschäfti-gung mit der Bibcldichtung floß aus einem Ekel an der weltlichen epi-schen Poesie, und dies faßte der Dichter, der jene jüngere Chronik inseinem Namen bcarbeitele, vortrefflich nach den Zügen ans, die ihm Ru-dolf im Barlaam an die Hand gegeben hatte. Dort blickt der fromme

441) Jenes ist gedruckt ln Rauchs sorchit. I.; diese benutze ich in der HeidelbergerHandschrift Rr. 3ZK.