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1 (1853)
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477
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Gottfrieds Schule. Weltliches.

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allgemein. In dieser Zeit trat in der niederländischen Literatur jenerMaerlant auf, der so lange als der Anfangspunkt der ganzen Dichtungin der Volkssprache galt, eben weil er die Losung gab zum Abwerfen derRomane, worauf dann jene Reihe historischer Reimchroniken folgte, infranzösischer und niederländischer Zunge, die den Kern der alten Litera-tur jener Lande bilden. Entsprechend mit diesen Erscheinungen werdenwir demnächst auch bei uns, und zwar durch alle Theile unseres deut-schen Vaterlandes hin, die nicht durch den eigentlichen Minnegesang zuerschöpft waren, die Reimchronik hervortretcn sehen, in der das Geschicht-liche Zweck und Hauptsache ist, und die die poetische Form nur trägt,weil noch keine Prosa gebildet war. Wie nun die Alexander - und Tro-jancrgeschichten schon in der Mitte zwischen Dichtung und Geschichtelagen, und als Uebergänge vom Roman zur Neimchronik betrachtet wer-den können, so noch mehr die Reimchroniken von Rudolf und Enenkel,die wenigstens noch nicht neue Geschichte in trockenen Berichten enthalten.Von diesen hat die Rndolf'sche Chronik eine außerordentliche Bedeutungerhalten. Sie setzt ihn auf eine viel würdigere Art mit der Folgezeit inVerbindung, als Konrad's lyrische Gedichte diesen. Die vielfachen Fort-setzungen und Bearbeitungen dieses Werkes, die Masse der Handschrif-ten, die man nur in irgend einem Handbnche der Literatur überblickendarf^^), zeigen uns, welch ein verbreiteter und beliebter Gegenstanddiese Chronik war, und wie wohl Rudolf die Zeit verstand und derenGeschmack mit richtigem Takte traf. Nach neueren Untersuchungen E),denen wir ihr Verdienst lassen, ohne es im geringsten zu beneiden, mußman zwei Reeensionen dieser Chronik, deren eine für König Konrad, dieandere für Heinrich von Thüringen (1247 88) gedichtet, jede miteiner besonderen Einleitung versehen ist, als ganz verschiedene Werkeauseinander halten, von denen das erstere dcm Rudolf, das andere einemungenannten thüringischen Nachahmer znzuschreiben wäre, der unmittel-bar nach Rudolfs in Italien 1254 erfolgtem Tode dessen Werk fortgesetztund in seinem Namen gedichtet hätte, wie der Titureldichter in Wolf-ram's. Jenes umfaßt die alttestamentliche Geschichte bis zu Salomo'sTod, dieses jüngere nur Moses, Josua und einen Theil der Richter.Rudolfs Quelle ist die Bibel, in wenigen Stellen die solinlastioa Iiisto-,'ia des Petrus Comestor, Gottfried von Viterbo und der Polyhistor des

437) Grundriß von Büsching p. 2S5> ff. Maßmann Kaiser-Chr. 3, 167 ff.

438) lieber Rudolf von Ems. Von Vilmar. Mark. 183S. Wozu man Maßmannim 3. Bande seiner Kaiserchrouik vergleichen muß.