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1 (1853)
Entstehung
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476
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Bliirc der ritterlichen Lyrik und Epopöe.

Unterschied der Beweggründe in Alerander's Thaten von denen seinerRitterwclt nachdcnkt, wenn er sich (V. 7636 ff.) gestehen muß, daßAlerander's Ritterschaft seltenum WeibeS Lohn", sondern aus Hochfinuum Gut uud ewigen Ruhm warb, so ist er der Lambrcchtischen Ansicht,der ächten Auffassung ganz aus der Spur. Aber diese Ansicht vernichteter selbst wieder, wenn er dann seinen Helden wiederholt als das bloßeKind eines seltenen Glückes darstcllt, und dieses Glück nach Joscphns'Anleitung auf die Gunst Gottes schiebt, der ihn zu seiner Geißel erkoren,um an der Heidcnschaft seinen Zorn zu büßen. Diesem innersten Geisteder Auffassung entspricht auch die äußere Form. Trotz seiner geschicht-licheren Quelle gelingt Rudolf das alterthümlich ächtcre Verständnis! derSage und die gegenständlichere Darstellung nicht, die Lambrecht selbstüber den fantastischsten Stoffen festhiclt. Alles in der Darstellung istritterlich modcrnisirt, wie bei Vcldeke und Herbort. Die griechischen undpersischen Helden schlagen ihre geschichtlichen Schlachten nach den fran-zösischen Kunstausdrücken der Ritterschaft; die Rede fließt dem Dichtererst da recht, wo er gewohnte Gegenstände der Romane zu behandelnhat, wo er ein Zelt und einen Hof schildert, einen Prunkeinzug be-schreibt, wo von Alerander's Milde die Rede ist, wo die Weiber auf-treten, vollends wo Er der Dichter selber erscheint. Da gleitet er in dieherkömmlichen Spiele mit rührenden und grammatischen Reimen redseligüber, die in eine so ernste Materie und gerade in eine so historische Be-handlung wenig einpasscn wollen.

Rudolfs Alerander bahnt uns von selbst den Weg zu dem letztenseiner Werke, der Weltchronik (zwischen 1250 5-4). Wir kehrenmit diesem Werke und mit dem was ihm anhängt zu allen ven Eigen-thümlichkeiten jener Zeit zurück, in der die Kaiserchronik entstand; undeine Reihe von Zügen werden uns weiterhin in jene Periode gleichsamzurückversetzen. Die Zweifel der halben historischen Gelehrsamkeit an derWahrheit der Sagen und Dichtungen, die wir so eben schon in demAlerandergedichte Rudolfs auftauchen sahen, kommen wieder, die in derBlütezeit der Rittcrpoesie von dem Geist der Zeit überwunden wordenwaren; und wirwollen sogleich weiter anführen, wie sich religiöseBedenkep in diese Zweifel einmischen, und auch die Legende wieder inSchwung bringen, die im 12. Jahrh. ein Hauptgegenstand der dichte-rischen Erzählung war. Diese Wendung im Geschmacke der Zeit lag inder Natur der Sache. Auch im Einzelwesen kommt das Alter, wo manMährchen und Erdichtung mit Unwillen von sich wirft und geschichtlicheWahrheit fordert; die zweite Hälfte des 13. Jahrh. zeigt dies ganz