Gottfrieds Schule. Weltliches.
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„rompilirt;" er will ihn vollständig liefern, und verzichtet daher vonvorn herein auf den Ruhm, „langen Sinn mit kurzen Worten zu be-greifen", dem Lambrecht doch in derselben Materie sehr nahe kam; errühmt sich der geschichtlichen Berichte, die er voranstellt, und die vonLambrecht und HerboldSheim leicht übergangen waren; er bildet sichetwas aus seine Quellenforschung ein; er war nach seiner ausdrücklichenAnführung vor Allem auf „ungelegene Wahrheit" aus, nicht auf jeneinnere, ideale, künstlerische Wahrheit, die Lambrecht, das Charakteristischeaushebend daS Unschöne ausscheidcnd, erstrebte, sondern nach der Wahr-heit der Autoritäten. Unter diesen benutzte er den Curtius obenan, dener noch in einem vollständigeren Tcrte als wir, aber mit nicht allzugründ-licher Sprach - und Sachkenntnis; las^). Man begreift, daß diesechroniralische Dichtung von Schlachten und Heerzügen, von Städteein-nahme und Landpflege, von Verschwörungen und Prozessen ein eintöniges,reizloses Ganze von gereimter Prosa bilden muß. Noch mehr nähert sichdas Gedicht der Rcimchronik an jenen Stellen im fünften Buche, wo erstkurz die Reihe der persischen Könige vor Alerander, weiterhin ein Uebcr-blick der jüdischen Königögeschichtc nach der Bibel, nach JosephuS undHieronymus, und dann aus Methodius' Prophezeihungen die Episodevon dem Gcschlechtc JSmacls, von Gog uud Magog, in den CurtiuSeingeschaltet wird. Diese christlichen Autoritäten gehen dann unseremRudolf, den wir auch als einen eifrigen Legendendichter werden kennenlernen, über den Curtius. Wo er in ihnen eine Erwähnung Alerander'sfand, cs mochten auch die abgeschmacktesten Geschichten von Wundernund Wunderzeichen sein, versäumte er nicht, sie am rechten Orte, mit demGeschick eines umsichtigen Compilators, cinzutragcn. Selbst seine Grund-ausicht von dem Helden und seiner Sage hat er sich nach diesen unhcid-nischcn Gewährsmännern gebildet. Rudolf ist für die Bedeutung seinesGegenstandes nicht stumpf; die Lehre von der Welt Eitelkeit, die Er wiedas ganzeMittclalter daraus zog, konnte ihm doch die Größe des Heldennicht verleiden; er versteht den Zweifel, den er aufgeworfen las, ob cswunderbarer wäre, daß dieser Mann je den Wahn faßte die Welt zuerobern, oder daß er sie wirklich gewann, ob Entwurf oder That, Unter-nehmung oder Erfolg das Bestaunenswerthere sei. Und wenn er dann dem
43i>) Zacher, dem ich die freundliche Mittheiümg seiner Abschrift des RndolfischenAlerander zu danken habe, zeigt mir an, daß der Dichter in CurtinS 7, 4 für llnviaUUgirvo muß lluvlv 'diii gelesen haben, weil er V. 2U884 visciio ür <Iem 3'iio übersetzt.So hat er anderswo (3, l), die Jnterpunetion übersehend, ans der Insel Lesbos(V. 4987) einen „Herren und Degen" gemacht.