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1 (1853)
Entstehung
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474
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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.

Konrad in das Platte und Prosaische überstreifte, in dem sich Rudolfnoch breiter niedergelassen, sahen wir oben schon an seinem Schwan-ritter, nnd man sehe nur im trojanischen Kriege die Stelle an, die sich mitden alten Göttern beschäftigt, welch eine trockne Ansicht das Ganze dar-stellt und mit welchem Ungeschmack er im Rache der Unsterblichen denApoll mit seiner Apotheke und Latwergbüchse auftreten läßt.

Auch Rudolf von Ems hat nach einer Stelle seiner Weltchrvnikeinen trojanischen Krieg gedichtet, der verloren ist; sein Al er anderes,den Pfeiffer der Zeitfolge nach hinter den Wilhelm von Orlens rechtes,ist wahrscheinlich unvollendet geblieben; von zehn Büchern sind fünf undein Theil des sechsten erhalten. DaS Ganze wäre ein Werk von vielleicht50000 Versen geworden und reiht sich daher in die Massenwerke der Zeitcharakteristisch ein. Von Seiten deS gewählten Stoffes und der Behand-lung bildet das Gedicht eine erwünschte Mitte zwischen dem Wilhelmund der Weltchronik von Rudolf, um in steigenden Verhältnissen zu ver-sinnlichen, wie in diesen Geistern und Gemüthern die Poesie der Prosawich. Die Grundlagen seiner Arbeit gibt der Dichter selbst in der Ein-leitung des vierten .Buches an: zuerst den Leo (Ober äo gi-eliis), dieHanptgnelle LambrechtS; dann denweisen Pfaffen" Cnrtins Rufus,der die von Leo unbeschriebenen Schlachten geschildert hätte; außerdemhat er dcn Josephns, den Methodius und anderes Geringfügigere zugelegentlichen Einschaltungen benutzt. Die erhaltenen Theile gehen, mitAusnahme deS erstem Viertheils des Gedichtes, selten aus den histori-schen Ucberliefernngen über Alexander hinaus und reichen bis ans Cnr-tius Vll, 7. Nichts würde aber interessanter sein, als wenn die roman-tischen Theile der Sage von Rudolf wären vollendet worden und zurVergleichung mit Lambrecht vorlägen, mit dem er hier aus Einer Quellegearbeitet hätte. Die Behandlung würde in ganzer Fülle answeisen, daßRudolf der höheren Empfänglichkeit für daS Schöne baar war, die dortLambrecht so trefflich bewährte. Es geht dies schon ans dem Anfang seinerAlerandrcis hervor, wo er die häßliche Geschichte von Ncrtanebns, dieLambrecht in wenigenZeilen verurtheilte, in etwa 1000Versen nach jeneralbernsten Ncbcrliefernng erzählt, die den Alexander gleich im Beginneseiner Laufbahn zum Vatermörder macht; noch mehr aber folgt cs ansdem ausgesprochenen Sinne vonRudolfs ganzerArbeit selbst. Er hat wieein Gelehrter den Stoff zu seinem Werke, nach seinem eigenen Ausdrucke,

434) Hs. in München, cvil. xorni. 2Ü3.

435) Münchner Gel. Sinz. 1842. di. 70.