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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.
fand. In Deutschland mag uns Konrad als der Vertreter der kleinenErzählung gelten, obgleich er dem humoristischen Zweige derselben nichtoblag; wir begnügen uns in der Note"') die Namen einer Anzahl vonDichtern zu nennen, die ans diesem Gebiete gearbeitet haben, und aufunsere gedruckten Sammlungen deutscher Schwänke zu verweisen, die wirschon früher bei Gelegenheit des Reinhart Fuchs vom Glichescr erwähnthaben. Wenn die erzählenden Dichter dieser Zeiten in den Stückenkleinen Umfangs noch ihr größtes Geschick bewähren, so können wirumgekehrt ihr Ungeschick am besten dort beobachten, wo sie sich an jeneumfassenderen Werke wagen, die zum Theil den Weg von dem Romanzur Rcimchrouik, von der Dichtung zur Geschichte bahnen. Kvnrad'strojanischer Kriegs), den er für den „wertsten Sänger Dietrichvon Basel" dichtete, gegen 1280 begann, aber unvollendet hinterstest, istein Riesenwerk, das ganz den Sammclcharakter einer Zeit ausspricht,die nichts mehr von der sclbstschaffeuden Kraft besitzt, welche kein anderesVorbild braucht als daS Leben selbst. Der Dichter selbst vergleicht diesWerk mit einem Flusse, in dem wohl ein Berg versänke, oder mit einembodenlosen Meere von Sagen, in das sich viele Mähren ergießen, wiedie Ströme in den Ocean. Wie so viele ähnliche Erzeugnisse, die wirschon trafen und fortan treffen werden, hat auch dieses das Charakteristi-sche, daß es nachahmt, der Schilderung wie dem Stoffe nach, und inbeiden zu übcrbieten sucht. Man darf nur aufschlagcn, um an der Be-schreibung des Kampfes zwischen Hektar nnd Pelens, oder der LiebcS-intriguen zwischen Jason und Medca, zwischen Achill und Dcidamia zusehen, daß alles Aehnliche, was der Art früher gedichtet ward, übcr-troffen werden soll und eben dadurch weit dahinter zurückblcibt. Gau;sicht der Dichter mit dem Einen Fuße schon in all der prosaischen Platt-heit, die jetzt neben dem hochpoetischstcn Schwulst allgemein wird, wieja auch immer die ärgste Prosa im Geschmaeke einer Zeit nur das llcbcr-ladeuste für Poesie hält. Die Einleitung in den trojanischen Krieg ist ineiner ähnlichen Art als das Werk eines ächt dichterischen Geistes bewun-dert worden, wie man ;. B. die des Diodor als eine Musteransicht von
431) V. d. Hagen führt als namentlich bezeichnete Verfasser solcher kleiner Stückeauf: Jakob Appet, den Freudeleeren, Hein; den Kellner, Heinrich von Freiberg, Die-trich von Glatz, Hermann Frcffant, den Huffercr, Niemand, Rafold, Rüdiger denHunthover, Rüdiger von Munre, Ruprecht von Würzburg, Sibot, Volrat, den VriolS-heimer, den Zwickaner, Herrand von Wildonie und andere sonst bekannte.
432) Ein Theil gedruckt in der Sammlung von Müller. 3. Bd.