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1 (1853)
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470
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Blüte der-ritterlichen Lyrik und Epopöe.

Zeit in ihren größeren Werken fast allein ankam, und das in diesenkleineren Mähren offenbar die Hauptsache sein mußte, preist ihn auch derHerausgeber des Engelhard;sein Blick beherrsche keinen weiten Ge-sichtskreis und dringe nicht in den innersten Kern menschlicher Dinge;aber was der Ueberlieferung leicht abzugcwinncn war, das male er injener Erzählung mit besonderem Geschicke und mit gleichmäßiger Zier-lichkeit ans." Und wie wir Neueren sein Talent zu der kleinen Erzählunghcrvorhcben, so scheint auch schon die damalige Zeit gcurtheilt zu haben,die, wie cs in größeren Werken mit Wolfram's Namen geschah, soKonrads Namen benutzte, um die kurzen Erzählungen Anderer mitdemselben fälschlich zu schmücken und zu empfehlen. Neben dem S ch w a n -ritter, den wir vorhin schon erwähnt haben, würde das Gedicht vonPartinopier und M eliur, von dem nur Bruchstücke übrig sind ^),seines eigenthümlichen Inhalts wegen (es ist die griechische Fabel vonAmor und Psyche, die in Südfrankrcich oder Spanien in einen Ritter-roman umgcwandclt wurde) am meisten zur Besprechung anlocken, wennes vollständig erhalten wäre; in dessen Abgang ist die umfangreichereErzählung von Engelhard und Engeltrut^") das willkommensteunter diesen Werken, sowohl das Talent des Dichters in das beste Lichtzu stellen, als auch neben Wilhelm von Orlens, Mai und Bclaflor undden ähnlichen letztgenannten Erzählungen den leise sich wandelnden Zeit-geschmack anzudcnten. Diese Mähre von ächtcr Frcundcötccne erzählt,wie die zwei an Seele und Körper gleichen Freunde Engelhard undDietrich am Hofe deö Königs Frute von Dänemark Dienste nehmen,wie Beide dessen Tochter Engeltrut lieben und von ihr geliebt werden;wie sie sich für den Erstem blos der Achnlichkeit ihrer Namen wegen ent-scheidet; wie sic den Geständigen nach Wciberart, die Willige unwillig,abwcist, dann ihm, als er todtsicch nicdcrliegt, geständig wird und ihmzuletzt den Preis der Minne gewährt. Ein Neider vcrräth sein Glück;Engelhard leugnet seine Sünde; ein Zweikampf soll entscheiden; schnld-

428) So dieBirne" IN den Gesammtabentenern I, 211, und der Heinz von Ro-thenstein ebd. 189.

429) Gedruckt in PartonopeuS und Melior, Hrsg. v. Maßmann. Berlin 1817 ;zugleich mit mittelniederländischen Bruchstücken und einem Auszug aus dem sranzö-stschen Parthenopeus von Blois (von Denys Piramns), der von Crapelet und Robert1834 herausgcgeben ist.

430) Es ist dies die Sage von AmicuS und Amelius, die nach C. Hofmann inseiner Ausgabe des /vmis ot ^Vmilos (1852) in einer Münchner Hs. auch deutsch be-handelt eristirt.