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1 (1853)
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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.

Nichts erklärt das Mechanische der Arbeiten dieser Männer besser, alsdiese Beobachtung, die wir gleich weiter werden verfolgen können; nichtserklärt besser, als dies Mißtrauen in ihre eigne Kraft, wie diese Dichter,wie unser Rudolf im Lause der Zeit statt Fortschritten Rückschritte in ihrerKunst machen. Zufolge einer Stelle im Wilhelm von OrlenS hat Ru-dolf schon vor diesem Gedichte (nach Haupt nach 1229, nach Pfeifferaber wahrscheinlich früher) den guten Gerhard gedichtet; ihnund den Barlaam besitzen wir; seine Bekehrung des heiligen Eusta-chius hat sich noch nicht gefunden. Wir geben gern zu, daß der guteGerhard das gelungenste von Rudolfs Werken sei; daß er unsere wohl-erwogenen Urtheile über den Dichter zurückzuweisen fähig sei, geben wirnicht zu. Man hat mit Recht schon darauf aufmerksam gemacht, welchzweideutiges Talent das sein müsse, das mit der Zeit statt vorwärtsimmer rückwärts ging! Ebene, klare Erzählung macht keinen Dichter; istsie vollends nicht einmal original, so ist auch dies bloö äußerliche Ver-dienst noch geschmälert. Nach einem Boeraeeio kann ein zweiter, vonganz gleichem Wcrthe, früh oder spät, nie hoffen das gleiche Lob zuernten, und was ist am Ende selbst das Lob des Boeraeeio? Was warselbst unser Lob des Hartmann, air dessen armen Heinrich die einheimi-sche Legende vom guten Gerhard am ehesten erinnert. Wir wollen un-seren gutmüthigen Rudolf so rügen, wie er es selbst wünscht: daß unserRath freundlich sei; wir wollen seiner Mähren nicht spotten, und ihmzu gute annehmen, was er in guter Meinung schrieb; wir können aberdoch nicht die Wahrheit verschweigen, die sich so stark aufdrängt, dennauch sie ist, in guter Meinung gesagt, gut. Kann man aus einem höhe-ren Gesichtspunkt selbst diese Erzählnngskunst nur billigen, oder gardiese Charakteristik, da hier der bescheidene Mann, der dem rühm- undprahlsüchtigen Kaiser Otto dem Rothen entgegengesetzt und dessen Selbst-bescheidung und Entfernung von Selbstanrechnnng seiner Gntthaten inso starken Zügen hervorgchoben ist, zuletzt sein eigen Lob ganz in demfreigebigsten Ton eines Dritten, die Geschichte seiner Bescheidenheit ganzin dem wortreichsten Flusse eines Dichters erzählt? Sieht man von die-sen eigentlichen poetischen Anforderungen ab, so ist der schlichte Vortrag

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42k) Ausgabe von M. Haupt. 1840.