Gottfrieds Schule. Weltliches.
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sie ihn lieben soll, so erklärt ers ihr aufs praktischste: sie solle ihn zumManne nehmen! Man sicht wohl, wie leise hier die Poesie in Prosahinabgleitct und dies ist dann wie im Ulrich von Lichtenstein weiter in denSonderbarkeiten der Fall, in den Tnrnierfahrten, die der Liebende znEhren der Geliebten macht, in dem Gelübde sich mit Hunger ums Lebenzu bringen, als Amelyc ihn nicht erhören will, und dergleichen mehr.Zeigt sich das prosaische Gemüth deS Dichters schon in solchen Zügen,so zeigt es sich in der Wahl des ganzen Gegenstandes noch mehr. DieserRoman fängt eine neue Klasse an: er dreht sich um Personell wie ausder Gegenwart, um ganz neu ritterliche Sitte, um die persönlichen, häus-lichen Verhältnisse, um das Mein und Dein, um Lehnsitte, Erbfolge,Vermögensverwaltung und Verzinsung. Wenn der Held reist, so ziehter nicht mehr als Irrender, sondern mit einer Hofdienerschaft; er nimmtGeld mit und gute Lehren, mit diesem Gclve hübsch sparsam zu sein;Alles geht natürlich und einfach und ziemlich gewöhnlich zu. Dies hängtmit der Quelle dieses Gedichtes zusammen, die offenbar in Flandernoder Brabant zu suchen ist, wo der ritterlichen Poesie so leicht dasSpießbürgerliche anhaften blieb, wie den mythologischen Gemälden derRubens das Carieaturartige der niederländischen Kunst. Genau so ver-hält cs sich mit Konrad's SchwanritterAuch da herrscht neben derAbenteuerlichkeit des Stoffes, über dessen Quelle wir auf Reiffenberg'öEinleitung zum ollevolier orr vz'gno (Brüssel 1846) verweisen, der Tondes gemeinen Lebens und die alltäglichen Verhältnisse der Gegenwart;auch im Lohcngrin ist der gleiche Fall. Statt daß sonst die wirkliche Weltin das Reich der Wunder hiuübergerückt war, so treten hier nur nocheinzelne Wunderlichkeiten in die wirkliche Welt herein. Gleich im Wil-helm von Orlens fällt übrigens eine Stelle auf, die uns zeigt, daß csunscrm Rudolf nur noch halber Ernst ums Dichten war, wie demStricker, dessen Zweifel wir früher kennen gelernt; auch ihm sind häufigdie Gedanken gekommen, ob er nicht lieber das Dichten aufgäbe
424) In den altdeutschen Wäldern. 3. Band.
425) Wilhelm von Orlens V. 9863 ff.: Er dachte oft:lä varn din Aetibto, man bat er nu re nibte!als ieb mir dir xodenke, rebant ieb ^videmvenlce
und denke in den sinnen min: nü, >ver snl dir lieber sin,denne du dir selben bist? ^Var ob r' elelieber lristdir ein dane noob >viderver1, da von dir libte >virt besebertere, srelde, nerdekeit? so liebet mir diu arbeit