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1 (1853)
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Blüte der ritterliche» Lorik und Epopoc.

Mähre selbst angcht, die zwar »ach eincin durch die Vermittelung deSGrafen Johann von Ravensburg erhaltenen französischen Gedichte über-setzt ward, das unstreitig völlige Erfindung eines matten Poeten ist, sohat der Deutsche doch darin so viel plump und ungeschickt von GottfriedEntlehntes, daß man auS diesen seinen Znthatcn die Hülflosigkcit seinesdichterischen Genius wohl kann erkennen lernen. Zuerst ist (um von jenerEinladung der alten Dichter und Aehnlichem zu schweigen) der Tod derBlanschcflur (im Tristan) in dem der Mie eopirt. Sic hört von demTode ihres Mannes mit großer Gefaßtheit, sic geht ohne Weinen undSchmerz zuverrathen, im Gcgenthcil fröhlich, zu seiner Leiche, erhebteine Klage und stirbt. DaS versteinerte Herz der Blanschcflur bleibt hierunglücklicherweise bis zum Tode beredt und geschwätzig; oder der Todder Getreuen fließt nnbegreiflichcrweise auS Hoffnung und Standhaftig-keit. Wir wollen ein anderes Beispiel nehmen. Der junge Wilhelm vonOrlens kommt an den englischen Hof und wird mit der jungen Amelyeerzogen. Sie erzählen sich gegenseitig von Puppen- und Jagdspicl, unddie Weichlichkeit im Tristan und Flore begegnet uns wieder. Als dasMädchen noch kindlich und harmlos blieb, wollte ihr der Knabe seineLiebe entdecken. Sie fragt ihn einst um die Ursache seiner Trauer undbegreift, als er ihr nun seine Eröffnungen macht, seine Sehnsucht unddie Art seiner Liebe nicht; eine jener beliebten naiven Secnen wird cin-geleitet: er spricht von Wunden, die sie ihm schlage, aber, sagte sic, siehabe ja keine Waffen; sic liege ihm an seinem Herzen, beschwört er;aber sic säße ja da und er dort, wirft sie ihm ein. Allein der naive Tondes Veldekc ist weg; und diese Scene verhält sich zu dem Gespräche derLavinia und ihrer Mutter, wie der Tod der Me zu Blanschcflur's. DerDichter zehrt, wie alle Dichter dieser Zeit, vom Dagewcsenen, ohne imStande zu sein, zu erreichen; cs schreibt ein Poet, der einigenoffenen Sinn, große Vorbilder, wenig schaffendes Talent hat. JeneScene des Veldeke erregt ein innerliches Wohlgcfühl und man zweifelt,soll man den Dichter oder seine Geschöpfe liebenswürdiger finden, aberhier fehlt dem Dichter die Empfindung, und mit der Empfindung derAusdruck, und man sieht ihm das Nachdenken auf der Stirne, wo manim Veldeke das lachende Herz erkennt. Bei diesem quält sich die altewohlerfahrene Mutter vergebens ab, der unbefangenen Tochter einenBegriff von der Minne beizubringen, und bis zum Unmuth empfindet siedie Schwierigkeit, solch ein luftiges Wesen in ein Bild zu bringen; alleinhier ist die Zeit schon merklich fortgcrückt: dem vierzehnjährigen Knabengelingt das schon besser, und wie Amelye gar nicht verstehen will, wie