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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.
und den Ruhm der Erde anfs Gute, auf Tugend und Herzeuscinfaltgerichtet sind, allein der Geist seiner Dichtung trägt auch ganz das Ge-präge jener Schwächlichkeit, die schon im Tristan mißfällt. Man ver-gleiche nur, wohin es schon mit aller kräftigeren Ansicht des Lebens ge-kommen war. In der Jngcndgcschichtc der beiden Kinder, die thcilweisegerade das Eigcnthnm des Deutschen ist, die man immer als das Ge-lungenste im Buche ausgezeichnet und die der Weichlichste und Ver-wöhnteste stets am vortrefflichsten gefunden hat, ist die verhätschelndeErziehungsart, die die Kinder zu Puppen statt zu Menschen macht, aufsweiteste getrieben. Die artigen Kinder gehen Hand in Hand miteinanderin die Schule, verstehen sich schon im fünften Jahre sehr wohl unter-einander, Herzen sich und küssen sich, lesen der Minne Bücher zusammen,und lernen altklug der Liebe Art kennen, wie sie dem Menschen wechselndnach Kummer Wonne gibt, nach Mißmuth Fröhlichkeit, Freude nachTrauer, wie der Liebende jetzt friert und dann flammt wie brennendesStroh. Aus der Schule gekommen unterhalten sie sich im Baumgartenvon der Liebe wie die Alten, dichteten und lasen zusammen, schrieben ansTäflein von Elfenbein mit Griffeln von Golde von den Blumen, wie sieaufgingen, von den Vögeln, wie sie sangen, von Minne viel und vonAnderem nichts. Als sie nachher getrennt werden sollen, geräth derKnabe in Verzweiflung, fällt in Ohnmacht, und weiß nicht ob es Tagoder Nacht ist; das Mädchen gar will sich mit ihrem Griffel erstechen.Sind dies Scencn, die im Leben nur einiges Vorbild hatten, wohinführte da so schnell dieser Fraucndienst, der im Anfänge so schöne Früchtegetragen haben mochte. Man vergleiche nur damit die Liebe des Schio-natulander und der Sigune, um zu sehen, wie schnell jene Einfalt undUnschuld in Kinderei und Weichlichkeit übcrgleiten konnte, und bald stehtRudolf von Ems schon dem Walther von der Vogelweide gerade ent-gegen, der noch sang, daß Kindheit und Minne sich einander fremd wä-ren. Und soll man daran zweifeln, daß jene Sccnen den wirklichen Zu-ständen einigermaßen entsprechen, da auch im Parthcnopcus der Heldschon mit 14 Jahren in den Dienst der Minne tritt, da in dem Gedichtevon Mai und Belaflor^H geradezu gestanden wird, daß die Kinderdamals durch Unterricht, Erziehung, Sprachlerncn n. s. w. frühzeitigverzärtelt wurden? Auch dies Gedicht (aus der 2. Hälfte des 13.Jnhrh.)ist von einem jener gutartigen Männer, der mit Behagen auf Tristanund Willehalm hinblickt, in Hartmanns ebner Weise, in jener redseligen