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1 (1853)
Entstehung
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460
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oder auch wieder andererseits seine komischen Situationen nachahmenund darüber seinen Ernst vergessen und gemein werden. Wo Heinrichvon seiner Erzählung in Betrachtungen übergeht, ist cs nicht um diedunkele Weisheit des Titurel zur Schau zu tragen, sondern, dem Cha-rakter der Arthursage angemessen, bleibt er bei der Umgangörcgcl oderbei der Klage über den Verfall deö Frauenvcrkehrs, die nur hie und da,wo sie ins grobe Schimpfen ausartet, vcrräth, daß wir schon so schnelleiner derberen Zeit zurücken: überhaupt aber bleibt er trocken bei seinerErzählung und läßt sich nicht viel in anderweitige Bemerkungen ein.AlSQuellc dieser Krone wird Chrctien vonTroyes (unter und in dessenWerken dieses nirgends genannt wird) wohl mit Unrecht angegeben"'').Das Ganze ist ein kaum durchdringlicher Schwall von Abenteuern, als derenMittelpunkt Gawan zu betrachten ist; ein zusammcngcstoppeltcr Haufenjener gewöhnlichen Begebenheiten der Irrenden, wie wir sie aus Wiga-lois, aus Lanzclot, aus den Abenteuern des Gawan im Parzival so über-reichlich kennen. Manche einzelne sind sogar in diesem Werke selbst mitleichten Veränderungen zwei, dreimal wiederholt. AllePlan-, und Zweck-losigkeit dieser Romane, alle ihre Albernheiten, Gemeinheiten und Ue-bertreibuugen kehren hier wieder, alles noch einmal übertrieben und breitgetreten, obgleich dabei jeden Augenblick behauptet wird, der Dichter ver-meide alle Unmaße und Breite. So wie denn kein naiveres Geständnißvon herzloser Zusammenreimerei gemacht werden kann, als unser Heinrichan einer Stelle thut, wo er cs ablehnt, die Klage der Weiber um einenGestorbenen auszuführen, weil schon andere Weiber andere Todte inseinem Werke mehrfach beklagt haben! Ist etwas in diesem im Allgemeinenganz dem hergebrachten Geschmack noch angehörigen Gedichte, was leisein einen neuen Geschmack überführt, so ist es die unverholenere Art, mitder hier schlüpfrige Stellen, über welche andere Dichter mit Schalkheitund Kürze wegzugehen pflegten, ausgemalt werden, uni die stumpferwerdenden Sinne der Romanlcser zu reizen. Solche Stellen gehen vonjetzt an fast in jede epische Erzählung ein. Solch eine Stelle ist hier dieKußsceue zwischen dem Schwanritter und der Jungfrau in der Barke,besonders aber die freche Schilderung von Gasozeins Angriff auf dieentführte Ginevra. Im Enenkel werden wir hernach der verfänglichenSrene zwischen Achill und Deidamia begegnen. Ganz besonders auf-

417) B. S3V41.

- Lu>ie>'s sott icli sin oibr versivixen, rvan in tranrotsii' meisten Lnistinn von 'tUs sie Iinnt mir lobe xrisetBergt. V. SZ98S.