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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.
den Wolfram mit Absicht fallen ließ. Früher schon (um 1242) hatte derThurgauer Ulrich von Türheim da, wo Eschcnbach's Willehalm ab-bricht, die Geschichte von des Helden Schlacht- und Mönchsleben, vonRenncwart und Alisa hinzugedichtet, nach der wälschen Quelle, die ihmOtto der Bogcncr iu Augsburg mitgctheilt. Diese noch ungedruckte Ar-beit mochte iu Wolsram'S Entwurf durchgeführt sein, keineswegs ist siees in seiner Manier; der unentschiedene, um Sagenkritik wie um Schreib-stil gleich unbekümmerte Mann, hing sich eben so bereitwillig dem Gott-fried von Straßburg ins Schlepptau und setzte dessen Tristan fort. Hierist das Verhältniß umgekehrt; die Erzählart sucht sich hier dem Vorbildezu nähern, aber der Dichter geht aus dem Entwurf, und wie der andereFortsctzer des Tristan, Heinrich von Freiberg, folgt er einer an-deren dem Eilhart'schen Tristan verwandteren Quelle. Beide diese Nach-zügler haben auch eigne, selbständige Arbeiten gemacht: Freibcrg um 1300ein Gedicht von des böhmischen Ritters Johann von Michclöberg Rittcr-fahrt in Frankreichs), und eines vom heiligen Kreuze"'). Türheimhat nach einer Stelle im Wilhelm des Rudolf von Ems „neulich einenMann von Griechenland an Artus' Hof geschickt," und er rühmt diesennicht erhaltenen Roman von Clieö, wahrscheinlich eine Nachbildung desCliges von Chretieu von TroyeS; cs ist aber Freundeölob, denn Beidestehen auf gleichem Fuß mit Konrad von Wintersteten, dem Bruder desLiederdichters, der Beider Talent zu beschäftigen sorgte. Da übrigensRudolf in seinem Alcrander (V.3151) auch dem Konrad von Fleck einenClies zuschreibt, so haben Lachmann und Sommer vermuthct, Türheimhabe nur das angefaugene Gedicht von Fleck vollendet, so daß er in sei-nem Clies sogar noch einem Dritten den Dienst der Ergänzung erzeigthätte.
Nächst diesen Angehängten zeigt sich Gottfried'S und Hartmann'sAnhang am meisten in den Dichtungen aus dem Sagenkreise von Artus,und dies werden wir erst besser übersehen, wenn Alles aus dieser 9?eihegedruckt ist, was aufgefuuden ward, und ausgefundeu, von dessen frühe-rem Dasein wir wissen. DenDaniel von Blumenthal des Stricker habenwir schon erwähnt; von ihm spricht auch Rudolf von Ems in den an-geführten Stellen, die uns hier gleichsam den Weg weisen können, unddie geradeso den erweiterten Kreis dieser Nachzügler mittelmäßigen Schlagsversammeln, wie Gottfried nur die ersten Meister um sich her stellte. Eine
40ö) In den N. Jahrb. der Berliner Gesellschaft. A, 92.407) Wiener Hs. 119.