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1 (1853)
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455
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Gottfrieds Schule.

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Größeres zu leisten, wo der Inhalt der gegebenen Form sich nicht unter-werfen will, oder auch nur der Masse nach zu groß ist, um das Einför-mige der herkömmlichen Manier, ungewürzt durch geistige Gaben, zuertragen. Diese höfische Kunst war gleich Anfangs konventionelle Nach-ahmung, weil sie meist nur Ucbersetzungskunst war; mir wenige bedeu-tende Männer konnten ihr einen selbständigen Werth geben; sie mußtenothwendig bald in hohles Formelwcrk ausarten. Daher hat cs dennRudolf von Ems, der ein talentloser aber bescheidner Mann war unddem seine heutigen Verehrer vielleicht mehr Gutes nachsagen als seinedamaligen kritischen Freunde (Meister Hesse von Straßburg und Vasolt),Rudolf von Ems hat cs zwar auch nach dem Beispiel der guten altenMeistergar unschämlich gefunden, wenn Jemand in guter Meinungseine Sache so gut macht wie ec kann," aber er hat es doch auch selbstsehr wohl gefühlt, daß mit der Verbreitung der Reimfertigkeit und Dich-terei der Geist vcr Kunst selbst zu Grunde ging, und daß je gemeinsamersie erschiene, desto vereinsamter sie sei ^), ein Ausspruch über eine Er-fahrung , die wir im reichsten Umfang in unserer neuesten Zeit nach derAbblüte unserer großen Dichter wieder gemacht haben.

Wie abhängig, unselbständig, angelehnt die erzählenden Dichterum die Mitte des 13. Jahrh. sind, spricht sich am deutlichsten in denFortsetzecn aus, die Gottfried'S unv Wolfram's unvollendet hinterlasseneWerke ergänzten. Für Ulrich von dem Türlein, der Wolfram'sWillehalm von vorn vervollständigte, eine Arbeit, die der kärnthnischeDichter für den König Ottokar (125278) machte, ist schon das einZeugniß, daß er wie der Titurel-Dichter einen Gegenstand aufnahm,

>. dar an sin rvir ein teil betrogen , uns bat (1er rvan dar an gelogen ;nun Zern, Nur ivir steinen den edel» unt den reinengeliolie unser gunterleit, alliu unser arbeitA ist »ü an ivildiu wort gedigeu, diu vor uns ivmren ie versivigenunt selten ie ine vernomen, an diu »eilen ivir ou Ironien.

405) Ebenda:

Linnen, singen, tiliten, mit rims sinne sliliteu,

des ist vi>, es ivart nie me vor uns in alten riten e.

IXü stät diu Kunst aleine, sivie si s! gemeine,

aleine, als ieli iu sagen rvil. kunstrielier linle ist vil,

die docli nilit kument an dar Ssior, dar uns ist getreten vor,

au meisterlielier spriielie kralt und au Iiolie meistersclialt;

uns ist diu Kunst aleine sivie s! SI gemeine:

ir liort ist gar vereinet, uns allen doeli gemeinot,

Kunst ist allen vvol erkant, doeli sint ir vege vil ungebant u» s» W.