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1 (1853)
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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.

Merkmal einer sich vollendendenPeriode. Freidank'ö Bescheidenheit ist einSammelwerk, Thomasin's Gast ist ein systematisches Buch; gegen Wal-ther's Gelegenheitsgedichte, die mit dem Tag entstanden, sind sie dieWerke denkender Dichter, die mit ihren Arbeiten weitcrliegende Zweckeverbinden. Die Denk- und Redeweise dieser älteren Didaktiker ist nochdie klare, einfache, wie sie in den höfischen Kreisen beliebt war; sehr baldschließt aber unsere Spruchdichtung eine Art Bündniß mit der Wolfram-schen Manier, und dies wollen wir in der zweiten Periode unserer ritter-lichen Lyrik später betrachten, die durchaus als eine gnomologischc und ganzverschiedene von dem eigentlichen Minnegesang abgetrennt werden muß,und deren Anfänge wir mit Reimar von Zweier machen, der seinen Dich-tungSgegenständcn nach ganz von Walther angeregt ist, dessen Manier aberschon zu dem Mystisch-Allegorischen neigt, das bei Wolfram's Nachahmernvorherrscht. Dasselbe allgemeine Merkmal der klaren Verständlichkeit, vcrebenen Rede, um die Gottfried den Hartmann und eine große Reihe vonNachfolgern den Gottfried preist, eben das Merkmal, das diesen vom Wolf-ram, und die angeführtenLehrdichtervon den späteren, gelehrten, scholasti-schen Spruchdichtcrn trennt, scheidet auch die Nächstliegenden erzählendenDichtungen von den späteren, als deren Mittelpunkt der Titurel erscheint.Alles was sich noch in dem Geiste der ächthöfischen und ritterlichen Dich-tung fortbcwegen wollte, schloß sich an die zwei Vorbilder reiner Erzähl-kunst an, an Gottfried,der nie einen falschen Tritt in seiner Rede that,"an Hartmann,an dem nichts wurmäßiges ist." Der Dichter, vondem diese beiden Aussprüche sind, Rudolf von Ems, steht neben KouradFleck und Konrad von Würzburg als einer der besten Vertreter dieserNachblüte und Nachahmungskunst, und er hat in zwei dem Gottfriednachgebildeten Stellen seiner Alerandreis und seines Wilhelm von Or-lens eine Reihe von Zeitgenossen versammelt und genannt, die in denKreis seiner Freundschaft und dieser Schule gezählt werden dürfen. Mitdiesem Ausdrucke wollen wir nichts Engeres, nichts Acußcrliches bezeich-nen, sondern nur das Schülermäßige jener großen Gruppe von Nach-gängern andeuten, die wie Rudolf überall nach Meistern suchen, ohne sieerreichen zu können, die sich an das Mechanischste halten, an die bloßeErzählgabe, an das herkömmliche des höfischen Vortrags und selbst diesesnicht mehr erreichen^); wenigstens dann nicht, sobald es gilt etwas

404) Rudolf von Ems, in der Einleitung zum 3. Buche seines Alexander :Wir tiedten unde rinion, wir w:enen dar wir liinennäel, wane der rime der linden sinne liine: