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Blute der ritterlichen Lyrik und Epopöe.
thcile, der Stäle, der grundsätzlichen Tugend und er schildert sie mitsokratischer Würde und Dialctik, ja sogar mit vollkommen sokratischenIdeen in ihren Wirkungen. Dem bösen Manne, lehrt er, muß miß-lingen was ihm geschieht, es geschehe ihm gleich wohl oder nicht; derGute lebt selig, ihm geschehe lieb oder leid. Der Fromme hat im Glückund Unglück gleichen Muth, es ist eine Lüge, wenn man sagt, es gehedem Bösen besser als dem Guten. Dem Bösen, dem eS gut geht, istnichts geschenkt; ehedem pflegte Gott die Sünder auf der frischen Thalzu strafen, so hat er oft gelesen, allein jetzt züchtigt er unS häufig hiernicht, allein um so schlimmer wird es unS dort ergehen. Auch ist Uebcldem bösen Manne gut, Glück aber nicht gut; wüßte der Böse jedesmal,wie wohl ihm eine Züchtigung kommt die ihn jetzt trifft, so wäre cs ihmeine fröhliche Stunde. So oft der Böse nur in seinem Herzen an seineThaten gedenkt, so ist er ein unseliger Mann; ja, bleibt er dann mitdem Bewußtsein seiner Unglückseligkeit ohne Furcht, so folgt ihm so undso Unheil. Wie also soll man sagen, daß ein Böser glücklicher sei alsein Guter? Der Gute hat Lohn von seinem Glück, und sein Unglückverheißt ihm eine andere Krone. Wer Unrecht thut ist unseliger als werUnrecht leidet; setze, du sollest Beider Richter sein, wem würdest duBuße zu tragen geben? dem Thuenden oder dem Leidenden? der Thucndeladet große Schuld auf sich und dies ist großes Unglück. Wenn auch derGute vom Bösen leidet, cs hilft diesem und schadet jenem nichts, dennGott weiß zu vergelten. Was Gott verhängt ist Recht; was da ge-schieht, geschieht nach Recht und nach seinen Zeiten wohl. Nun sagtwohl einer, der mich nicht versteht: ist in der Welt Alles Recht, so istauch mein Diebstahl, meine Gewaltthat u. s. w. recht? Dies ist unver-ständig! Gott sieht auf die Absicht und nicht auf die That. EinesMannes That sei gut, so kann sie doch nach seiner Absicht schlecht sein.Es wird etwa ein Mann erschlagen, der, wenn er nach Recht erschlagenwäre, kein Mitleid gesunden hätte, so aber hat ihn ein Räuber um seinGut erschlagen: hier mag man sehen, wie die Absicht Recht zu Unrechtmachen kann. Dem Getödtcten ist Recht geschehen, aber der Tödter hatnicht Recht gethan. So heißt Alles Recht was geschieht, und dochergeht daö Gericht über den, der nicht um des Guten willen thut, waser thut. Der Wille gibt dem Werke den Namen. Auch David geschaheS Recht, daß Absolon gegen ihn aufstand, allein darum traf doch auchdiesen gerechte Strafe. Des Teufels Gewalt ist gut, sagt der heiligeGregor, aber nicht sein Wille. So mögen die Bösen auf der WeltGewalt haben, sie mehren dem Guten das Gute, und eS gibt manche