Didaktische Dichtungen.
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mache nicht eben gut, und.mir Tugend sei das rechte Gute. Vortrefflichschildert Thomasin hier den Armen, der schnell reich wird, wie wenig ecin Glück übergcgangen sei, wie er sich nun verschanze, sein Gut bewahre,wie er kämpfe des Nachts, ohne Feinde, mit seinen Geizgedanken, und un-zufriedener lebe als vorher. Armer und Reicher könne daher in seinerSphäre glücklich sein, Untcrthan und Gebieter. So sei auch Herrschaftkein Gut von Natur: sonst würde sie, wie das Feuer überall heiß macht,überall zum Herren machen, was sie doch nicht thne. Hohe Thürme fallenleicht, wenn sie nicht fest stehen; die Steine auf den Bergen rollen herab,die auf der Erde liegen sanft und ungestört; die alten Bäume bricht derWind, nicht die jungen und schlanken. Der Dichter zeigt die Vergänglich-keit der Freuden eines Mächtigen, das Leere eines äußeren Vergnügens,dagegen das stille Vergnügen eines Bedürsnißlosen, den keine schwereSorge mühet. Er zeigt au Alcrander, Cäsar, Hektor, Troja und Hanni-bal, wie schnell die Herrlichkeit und Macht sich verkehrt, nirgends im Stildes Gemeinplatzes, sondern in dem cindringenden und überzeugendenTon der Erfahrung, der tiefen und gesunden Beobachtung des eigenenLebens wie der Zeitkäufe und der Geschichte. Je öfter man den Scharf-blick in diesen Betrachtungen, die einfältige Natur und. den schlichtenVerstand in diesen Erfahrungen überdenkt, um so mehr muß man erstau-nen, daß von allen diesen Gaben in den Gedichten jener Zeiten soWeniges sichtbar wird und man kann nur sagen, daß der einreißendeGeschmack am Fremden den Verlust dieser volksthümlichen Richtung hcr-beiführtc, da über dem britischen Roman aller Verstand stille stand, alleNatur unterging, alle Mcnschenkenntniß zum Spott ward- Mau begreiftdaher leicht, wie recht man hat, das lehrhafte Element in unserer alt-deutschen Dichtung hervorzuhcben, so wie sich auch auf dem Grundedieser Beobachtung deS inneren Menschen die ersten Gedichte von welt-historischer Wichtigkeit, eine göttliche Komödie, anfbaute», auf die unserThomasin mit seinem Bestreben nach sittlicher Reinigung des Mensche»,mit seiner Beurtheilung der Zeitereignisse, mit seinen Sinnbildnereienund Allegorien noch näher fast als Wolfram mit der Idee seines Parzivalhiudeutet, wie er mit seiner Heimat und Kcnntniß des Italienischen undDeutschen, des Alten und Neuen selbst äußerlich gleichsam eine Brückefür diese Art Weisheit nach Italien baut.
Nachdem unser philosophischer Dichter oder dichtender Philosophauch alle andere Laster, die ans der Unflätigkeit entspringen, die, wennsie ihr nicht verwandt, doch verschwägert sind, durchgegangen, Habgier,Uebermuth, Wollust, Spiel u. s. w., so wendet er sich zu ihrem Gegen-
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