Divaklische Dichtungen.
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dieser Weise wahrhaft edel ist; Rcchtthu» ist Hösischkeit. Wie in einerähnlichen Zeit Ulrich von Hutten die Vorurtheile des Adels ablegt, wiedas vorige Jahrhundert dagegen ankämpfte, so auch jeder Tüchtige jenerZeit; und wenn Thomasin dem Herrn vorschreibt, im Diener den Men-schen zu ehren, weil er nicht wissen könne, ob der, den er hier mit demFuße tritt, nicht einst höher in unseres Herren Hause sitzen werde, alser, so stimmt er da mit Walther zusammen, den der strenggesetzliche,und strcngreligiöse Mann sonst wegen seiner Angriffe ans den päbst-lichen Hof tadelt; denn auch Walther sagte schon: ,,wi>' >vaiisen ürgelieliem dinge; eveo Iran den Iworen von dem ünebte selioiden, 8>vaer ir geboino bloßer künde?" Wenn Sokrates heute erschiene, sagtThomasin, so würde er manchen Freien als Sklaven der Laster finden.Mit vcm Altcrthume, mit den großen Mustern der alten Geschichte,wenn nicht mit den Schriften, doch mit dem Leben der griechischen Phi-losophen bekannt, ist er wie Hans Sachs bei seinem ersten Bekannt-werden mit diesen reizenden Anekdoten, die auch für die sittliche Bildungjedes Knaben ein viel untrüglicheres Mittel sind als die Sprüche desKatechismus, ist er wie der kräftige Satiriker Guiot erregt von demGeiste, der sich hier kund thut, erstaunt über die Energie, die er hierfindet, betroffen von der grundsätzlichen Tugend, die hier so einheimischzu sein scheint, als er sie in seiner ritterlichen Umgebung mangelnd findet.Diese grundsätzliche Tugend zu lehren, ist darum Thomastns eigentlicheAufgabe, mit ihr sucht er dem Wechsel der Welt gegenüber dem Men-schen ein Ewiges und Dauerndes zu geben, mit dem er sich nicht mehrvon Freud zu Leid, von Leid zu Freud wie ein Spielball soll werfenlassen, sondern im Unglück Fassung und Mäßigung im Glücke bewahren.Seine Lehre von der Stäte und Unstäte ist nichts anders als eine Lehrevon sittlichem Grundsatz. Wir wollen ihr einen Augenblick folgen, sieführt auf dem geradesten Weg in den Kern seines Buches.
An Stätigkeit, lehrt er, soll sich der Mensch vor Allem kehren,ohne sie sind alle Tugenden nichts. Zuerst will er von derUnstäte sprechen, denn wer eine Brücke bauen will, der bricht erst dieschlechte alte hinweg und dann erst baut er die neue. Was ist Unstäte?Stätigkeit an bösen Dingen. An seine Definitionen wollen wir unsaber wenig kehren, obgleich später bei seiner Erklärung von der Stäte(V. 4349.) klar wird, daß er damit nichts anders meint, als Tugendanö Grundsatz, indem er Stäte die Erfüllung alles Guten in stetsgleicher Gesinnung nennt, und die Tugend nicht in einzelnen gutenHandlungen, sondern in dauernder Uebung findet. Die Unstätigkeit,
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